Skip to main content

Full text of "Jahrbuch"

See other formats


4  m 


nJ^^ 


^A* 


*■.?*  äT- 


^- :  w/ 


r- ' 


«1      ^  ?*/ 


<    $41    idk 


'^  / 


/>4<f. ...-:,  ^'^f^^z-^/^jc^ 


Ä^^^^ 


kMß^MMMMML^.MMMMMMMMMMMMt0 


62.  Jahres-Bericht 


des 


Museum  Francisco-Carolinum, 


-=KS;JS>a- 


Nebst   der  56.  Lieferung 

der 

Beiträge  zur  Landeskunde 

von 

Österreich  ob  der  Enns. 


€7f^^ 


Linz  1904. 

Verlag  des  Vereines  Museum   Francisco-Carolinum, 

Druck  von  ].  Wimmer  in  Linz. 


'■^SL 


fw 

n 


62.  Jahres- Bericht 


des 


Museum  Francisco-Carolinum. 


riebst  der  56.  Lieferung 

der 

Beiträge  zur  Landeskunde 


Österreich  ob  der  Enns. 


Linz  1904. 
Verlag  des  Vereines  Museum  Francisco-Carolinum. 

Druck  von  J.  Wimmer. 


'  lö'l 

03li 


Vepwaltüngsbericht. 


Der  nachfolgende  Bericht  betrifft  die  Tätigkeit  des  Museums 
in  der  Zeit  vom  1.  April  1903  bis  zur  Herausgabe  des  vorliegenden 
Jahresberichtes  Ende  März  1904. 

Die  in  den  Vorjahren  auf  Kosten  des  Museums  von  Kon- 
servator Straherger  unternommenen  Grabungen  in  Uberackern,  bei 
welchen  eine  Anzahl  von  Skelettgräbern  aus  der  Völkerwanderungs- 
zeit aufgedeckt  und  untersucht  worden  war,  sind  im  abgelaufenen 
Herbst  fortgesetzt  worden  und  wurden  hiebei  zwei  weitere  Gräber 
aus  dieser  Periode  eröffnet,  insbesondere  aber  die  restlichen  Abschluß- 
Fundamentmauern  des  mit  dem  Begräbnisplatze  unmittelbar  in  Zu- 
sammenhang stehenden  Eömerbaues  bloßgelegt;  es  ist  nun  der 
gesamte  Grundriß  dieses  Gebäudes  konstatiert.  Bei  dieser  Erd- 
bewegung sind  zahlreiche  Bruchstücke  von  Heizröhren  und  ordinären 
Tongeßißen  verschiedener  Form,  weiter  auch  Bruchstücke  von 
Schüsseln,  Bechern,  Reibschalen  aus  terra  sigillata  (zum  Teil  orna- 
mentiert) aufgefunden  worden.  Der  Umstand,  daß  in  geringer  Ent- 
fernung von  diesem  Bau  weitere  Mauerreste  wahrgenommen  worden 
sind,  welche  entweder  zu  demselben  oder  zu  einem  angrenzenden 
anderen  römischen  Gebäude  gehören,  verlangt  die  Fortsetzung  der 
Forschungen  im  nächsten  Herbst.  Vorgeschichtliche  Funde  ergaben 
sich  bei  Gelegenheit  einer  Grundaushebung  in  St.  Peter  bei  Linz. 
Ungefähr  einen  Meter  unter  der  Rasenfläche  waren  im  Alluvial- 
schotter drei  schon  stark  vermorschte  menschliche  Skelette  auf- 
gefunden worden,  deren  Beigaben  (Schwertklinge,  Hiebmesser  und 
Speerspitze  aus  Eisen  und  Hals-  und  Fingerringe,  sowie  Armreife 
aus  Bronze)  die  Zugehörigkeit  zur  Hallstätter  Periode  erwiesen. 
Im  Zusammenhalte  mit  früheren  derartigen  Vorkommnissen  zeigt 
sich  neuerlich,  daß  das  Mündungsgebiet  der  Traun  in  dieser  Zeit 
weithin  besiedelt  war. 

A* 


IV 

Auf  die  Bereicherung  der  kunstgewerblichen  Abteilung  wurde 
diesmal  mehr  als  je  Bedacht  genommen.  Es  ist  gelungen,  die 
Sammlung  der  Gläser  und  die  keramische  Gruppe  durch  eine  An- 
zahl von  guten  alten  typischen  Stücken  zu  vermehren.  Neben  der 
Sammlung  der  kunstgewerblichen  Erzeugnisse  der  Vergangenheit 
ist  nun  auch  eine  Gruppe  für  das  Kunstgewerbe  der  Gegenwart 
in  Bildung  begriffen  und  wurde  für  die  Abteilung  der  Gläser  ein 
vielversprechender  Anfang  gemacht  durch  die  äußerst  dankenswerten 
Spenden  des  Freiherrn  von  Spaun  (Glasfabrik  Lötz'  Witwe  in 
Klostermühle)  und  des  Herrn  Ludwig  Lobmeyr,  Inhabers  der  be- 
rühmten Wiener  Firma. 

Größere  Erwerbungen  wurden,  wie  das  nachfolgende  Ver- 
zeichnis ausweist,  bei  Gelegenheit  von  Auktionen,  für  die  Abteilung 
der  Münzen  und  Medaillen  (aus  der  Sammlung  Trau),  sowie  für 
das  Archiv  des  Museums  (Wallseer,  Tschernemblsche  und  Streinzsohe 
Urkunden    und   Akten   aus   dem   Schwertberger  Archive)    gemacht. 

In  einzelnen  Abteilungen  sind  die  Arbeiten  der  Bestimmung 
und  Katalogisierung  der  Sammlungsobjekte  weiter  fortgeschritten. 
Der  Fachkatalog  über  die  Abteilung  der  Gläser  liegt  nun  voll- 
ständig vor,  desgleichen  ist  über  den  ganzen  Bestand  der  volks- 
kundlichen Abteilung  ein  Katalog  aufgenommen  worden;  auch  die 
Sammlung  der  Siegel-Typare  ist  in  Neuordnung  begriffen.  Im  Archive 
wird  die  regestenweise  Beschreibung  der  Urkundenbestände  fort- 
gesetzt. Einer  umfassenden  Neugestaltung  geht  in  der  entomo- 
logischen Abteilung  zunächst  die  Gruppe  der  Lepidopteren  entgegen. 
Hier  wird  eine  Scheidung  der  einheimischen,  beziehungsweise  inner- 
europäischen Fauna  von  den  Exoten  durchgeführt  und  wird  bei 
ersterer  an  den  Etiketten  ersichtlich  gemacht,  ob  die  betreffende 
Art  schon  in  Oberösterreich  beobachtet  worden  ist.  Es  wird  hiebei 
der  Zweck  verfolgt,  neben  der  allgemeinen  Sammlung  eine  besondere 
Sammlung  für  die  Vorkommnisse  im  Lande  zu  begründen,  welche 
in  Zukunft  soweit  als  möglich  ausgestaltet  werden  soll  und  wird 
nach  modernen  Grundsätzen  namentlich  auf  die  Angabe  der  Fund- 
orte Bedacht  genommen  und  besonderes  Gewicht  auf  die  Biologie 
gelegt.  Die  Museumsverwaltung  hat  einen  Aufruf  an  die  Freunde 
der  naturwissenschaftlichen  Forschung  erlassen,  in  welchem  um 
Einsendung  von  rücksichtlich  der  Fundverhältnisse  möglichst  genau 
bezeichneten  Schmetterlingen,  Käfern  und  sonstigen  Insekten  ersucht 
wird.  Eine  große  Anzahl  von  präparierten  Raupen  wurde  durch 
Schenkungen  und  Ankauf  erworben  und  die  Lepidopteren-Sammlung 
hiedurch  entsprechend  ergänzt. 


Nachdem  der  für  die  Besucher  des  Museums  bestimmte  „Illu- 
strierte Führer  durch  die  Sammlungen  des  Museums"  in  seiner 
ersten  Auflage  vergriffen  war,  ist  eine  Neubearbeitung  desselben 
vorgenommen  worden.  Die  Erklärung  der  Sammlungsobjekte  wurde 
darin  teilweise  erweitert  und  vervollständigt  und  die  Einteilung  der 
einzelnen  Gruppen  tunlichst  übersichtlich  gestaltet.  Der  Führer  ist 
an  der  Museumskasse  um  den  Preis  von  1  Krone  käuflich. 

An  diese  Arbeiten  in  den  ständigen  Sammlungen  schlössen 
sich  noch  verschiedene  Sonder-Unternehmungen  an.  Der  Gepflogen- 
heit, Sonder- Ausstellungen  verschiedener  Art  zu  veranstalten,  ist 
die  Museumsverwaltung  auch  in  diesem  Jahre  getreu  geblieben. 
Wenn  auch  diese  Ausstellungen  nicht  darauf  berechnet  sind,  vor 
dem  Publikum  Effekt  zu  machen  und  zu  glänzenden  Schaustellungen 
einzuladen,  so  wird  doch  wohl  in  aller  Stille  manche  fruchtbringende 
Anregung  gegeben  und  manchem,  der  sich  in  diesem  oder  jenem 
Wissenszweige  näher  unterrichten  will,  ein  schätzbares  Studien- 
material geboten.  In  Sonder-Ausstellungen  wurde  im  abgelaufenen 
Verwaltungsjahre  folgendes  aufgeführt: 

1.  Eine  kleine  Sammlung  von  modernen  Email- Malereien  und 
Malereien  auf  Elfenbein  des  Herrn  Professors  Josef  Bauer  und 
seiner  Gattin  in  Agram. 

2.  Handzeichnungen  und  Aquarelle  aus  dem  Zeichenunterrichte 
an  österreichischen  Mittelschulen  (in  4  Serien  ausgestellt). 

Diese  Ausstellung,  welche  insbesondere  bei  Schulmännern 
gebührende  Beachtung  fand,  zeigte  namentlich  die  Bestrebungen 
des  modernen  Unterrichtssystems  nach  unmittelbarer  Anschauung 
und  Beobachtung  der  Natur  beim  Zeichenunterricht.  Von  ober- 
österreichischen Mittelschulen  hat  sich  nur  das  Gymnasium  in 
Freistadt  beteiligt  und  eine  anschauliche  Darstellung  des  Unter- 
richtsganges von  den  Anfangsgründen  an  geliefert. 

3.  Eine  große  Sammlung  von  photographischen  Aufnahmen  der 
oberösterreichischen  Kunstdenkmäler.  Von  ihrem  Besitzer,  dem 
Verwaltungsratsmitgliede  Herrn  Bauinspektor  Raimund  Jebling er 
in  Freiburg  i.  Br.,  dem  Museum  gütigst  leihweise  zur  Verfügung 
gestellt,  um  bei  der  Konferenz  der  österreichischen  Provinz- 
museen den  Bestand  der  Kunstschätze  des  Landes  aufweisen 
zu  können,  wurde  diese  Sammlung  später  durch  mehrere 
Monate  auch  dem  Publikum  in  4  Serien  zur  Besichtigung 
aufgelegt.  Die  Aufnahmen  wurden  seinerzeit  von  weil.  Erz- 
herzog Johann  (Johann  Orth)  veranlaßt  und  von  dem  Linzer 
Photographen  Ichzenthaler  ausgeführt  und  sollten  zum  Teil  als 


VI 

Dlustrationsmaterial  für  eine  oberösterreiohische  Kunstgeschichte 
dienen.  Die  Aufstellung  dieser  reichen,  gegen  500  Aufnahmen 
umfassenden  Sammlung  war  wohl  für  die  Kenntnis  der  Kunst- 
entwicklung im  Lande  äußerst  lehrreich.  Der  Bevölkerung 
wurde  damit  eigentlich  erst  zum  Bewußtsein  gebracht,  welch 
reiche  Kunstschätze  das  Land,  namentlich  in  Kirchen,  Klöstern 
und  Schlössern  noch  birgt,  während  Kunstkenner  bei  dieser 
Ausstellung  Gelegenheit  fanden,  die  Werke  der  verschiedensten 
Kunstepochen  übersichtlich  zum  vergleichenden  Studium  neben 
einander  zu  sehen. 

4.  Eine  im  Fasching  arrangierte  Ausstellung  von  „Damenspenden" 
aus  der  Zeit  von  den  Vierzigerjahren  bis  zur  Gegenwart 
wurde  durch  einen  Sammler  solcher  Ball-Erinnerungen  angeregt 
und  dann  von  hiesigen  und  auswärtigen  Damen  gern  und 
reichlich  beschickt.  So  nichtig  solche  Gegenstände  im  einzelnen 
auch  sein  mögen,  so  war  doch  eine  Zusammenstellung  derselben 
insofern  nicht  ohne  Interesse,  als  man  daraus  ersehen  konnte, 
wie  mannigfach  und  possierlich  die  Industrie  in  der  Gestaltung 
solcher  Sächelchen  ihre  Phantasie  walten  ließ.  Selbst  aus  diesen 
kleinen  Erzeugnissen  konnte  man  wieder  mit  überraschender 
Deutlichkeit  den  Mangel  eigentlichen  Kunstempfindens  in  der 
gewerblichen  Produktion  der  Siebziger-  und  Achtzigerjahre 
und  den  erfreulichen  Umschwung  in  der  Gegenwart  wahr- 
nehmen. 

5.  Eine  Ausstellung  von  Bucheinbänden  wurde  durch  Vermittlung 
des  Provinzmuseen-Verbandes  ermöglicht.  Die  Sohwesterinstitute 
von  Brunn,  Prag  und  Reichenberg,  sowie  das  österreichische 
Handelsmuseum  und  das  technologische  Oeiverbemuseum  in 
Wien  etc.  haben  hiefür  Material  entlehnt  und  konnte  in  Ver- 
bindung mit  alten  Bucheinbänden  unserer  eigenen  Bibliothek 
in  dieser  Ausstellung,  wie  beabsichtigt  war,  die  Buchdeckel- 
Ausstattung,  insbesondere  die  Entwicklung  des  Ledereinbandes 
von  den  älteren  Zeiten  bis  auf  die  Gegenwart  deutlich  auf- 
gezeigt werden.  Auch  reich  ausgestattete  orientalische  Ein- 
bände waren  vorhanden  und  wurde  der  moderne  Einband  durch 
Lederarbeiten  aus  Kopenhagen  repräsentiert. 

Die  Museumsverwaltung  hat  es  anderseits  auch  nicht  unter- 
lassen, den  Schwesteranstalten  in  wichtigeren  Fällen  Gegendienst 
zu  leisten  und  hat  einigen  derselben  für  ihre  größeren  fachlichen 
Unternehmungen  Gegenstände  aus  ihrem  Besitze  vorübergehend  ent- 


vn 

lehnt,  wobei  selbstverständlich  die  Frage  nach  den  erforderlichen 
Garantien  für  die  unversehrte  Rückstellung  nicht  außer  Betracht 
blieb.  So  hat  das  Museum  in  Beichenberg  im  Sommer  1903  eine 
Sonder-Ansstellung  von  Miniaturporträts  (gemalten  und  Reliefs) 
veranstaltet  und  wurde  demselben,  da  unser  Museum  eine  Anzahl 
vorzüglicher  Stücke  besitzt,  die  Beschickung  dieser  Ausstellung  gern 
zugesagt.  Die  entlehnten  Objekte  des  Linzer  Museums  (45  Stück) 
wurden  daraufhin  in  der  Fachzeitschrift  des  Reichenberger  Museums 
in  einem  reich  illustrierten  wertvollen  Aufsatze  des  dortigen  Kustos 
Dr.  Paxaurek  eingehend  gewürdigt  und  zum  Großteil  abgebildet. 
Da  durch  solche  größere  wissenschaftliche  Unternehmungen  an  aus- 
wärtigen Instituten  allgemein  die  Kenntnis  und  das  Studium  des 
betreffenden  Zweiges  der  Kunstproduktion  gefördert  wird  und  nebst- 
bei  auch  die  Objekte  unseres  Museums  allgemeiner  bekannt  gemacht 
werden,  ist  eine  solche  Beteiligung  unseres  Museums  sicher  gut- 
zuheißen. Auch  eine  Ausstellung  des  Mährischen  Gewerbemuseums 
in  Brunn  von  Werken  der  Kleinplastik  wurde  von  unserem  Institute 
beschickt,  dagegen  mußte  sich  dasselbe  der  Teilnahme  an  den  großen 
Ausstellungen  von  altem  Wiener  Porzellan  in  Troppau  und  Wien 
enthalten,  da  der  eigene  Bestand  hierin  zu  gering  ist. 

Ende  Mai  1903  tagte  in  Linz  der  Verband  der  österreichischen 
Provinzmuseen  kunstgewerblicher  Richtung  und  konnte  die  Museums- 
verwaltung hiebei  Fachgenossen  aus  Steiermark,  Böhmen,  Mähren, 
Schlesien  und  Galizien  in  ihren  Räumen  begrüßen.  Mehrere  Tage 
waren  der  Besprechung  und  Beratung  wichtigerer  gemeinsamer  Ver- 
waltungs-Angelegenheiten, gemeinsamer  Ausstellungen  und  der  Be- 
sprechung von  Fachfragen  gewidmet.  Außerdem  wurden  innerhalb 
des  Kreises  der  Teilnehmer  Vorträge  gehalten,  und  zwar  über  die 
Konservierung  von  Sammlungsgegenständen,  über  Grundsätze  bei 
der  Veranstaltung  von  Ausstellungen  (unter  dem  Titel  „Tapezierer- 
künste in  den  Museen"),  über  das  Verhältnis  zu  den  Ortsmuseen, 
über  österreichische  Holzschnitzerei  und  über  die  oberösterreichischen 
Kunstdenkmale.  Vortragende  waren;  Museumsdirektor  Leisching 
aus  Brunn,  Kustos  Dr.  Paxaurek  aus  Reichenberg,  Vizepräsident 
Straberger  und  Dr.  Kränxl  aus  Linz.  Gemeinsame  Besichtigungen 
(zum  Beispiel  des  Stiftes  St.  Florian  und  seiner  Sammlungen), 
sowie  gesellige  Zusammenkünfte  brachten  auch  persönlich  die  Teil- 
nehmer einander  näher,  was  zur  erfreulichen  Folge  hat,  daß  sich 
die  Museen  gelegentlich  gegenseitig  in  jeder  Beziehung  freund- 
schaftlich mit  Rat  und  Tat  Beistand  leisten.  Auch  später  weilten 
wiederholt  auswärtige  Fachleute,  Kunstgelehrte,  Naturhistoriker  etc. 


VIII 

in  Linz,  um  die  Sammlungen  zu  besichtigen.  Der  Besitz  des 
Museums,  beziehungsweise  der  Landesgalerie  an  alten  Gemälden 
wurde  über  Einladung  des  Museums  vom  Kunstgelehrten  Doktor 
V.  Frimmel  einer  fachmännischen  Untersuchung  unterzogen. 

Die  Ausstellung  der  Aufnahmen  oberösterreichischer  Kunst- 
denkmale gab  dazu  die  Anregung,  auch  den  eigenen  Besitz  an  Ab- 
bildungen der  wichtigsten  Denkmäler  erheblich  zu  vermehren.  Ein 
weiterer,  für  die  oberösterreichische  Kunstforschung  sicher  belang- 
reicher Beschluß  der  Museumsverwaltung  geht  dahin,  von  den  noch 
im  Lande  vorhandenen  alten  Schnitzaltären  Detailaufnahmen  zu 
veranlassen  und  dieselben  in  der  Abteilung  für  alte  Holzschnitzerei 
des  Museums  dauernd  zur  Besichtigung  auszustellen,  um  damit 
einen  vollkommenen  Überblick  dieses  im  Lande  Oberösterreich  so 
wichtigen  Kunstzweiges  zu  gewähren. 

Was  die  literarische  Tätigkeit  des  Museums  anbelangt,  so 
bringt  das  vorliegende  Jahrbuch  Aufsätze  historischen,  kunst- 
historischen und  naturwissenschaftlichen  Inhaltes,  und  zwar  ein  Ver- 
zeichnis der  Druckwerke,  die  aus  der  ehemaligen  Bibliothek  der 
protestantischen  Landstände  von  Oberösterreioh  noch  erhalten  ge- 
blieben und  im  Landesarchiv  aufbewahrt  sind,  zusammengestellt 
vom  Landesarchivar  i.  P.  Dr.  Krackowixer,  eine  kunsthistorische 
Abhandlung  über  die  Darstellung  der  Florianslegende  mit  Kücksicht 
auf  zwei  vom  Museum  erworbene  Tafeln  von  Kustos  Dr.  Ubell 
und  naturhistorische  Abhandlungen,  und  zwar  über  Kordieritgestein 
von  P.  Handmann  und  über  die  oberösterreichischen  Moose  von 
Matouschek.  Eine  Geschichte  des  Theaterwesens  in  Oberösterreich 
von  Dr.  Schiffmann  ist  für  das  nächste  Jahrbuch  in  Vorbereitung. 

Die  Arbeiten  zur  Herausgabe  des  9.  Bandes  des  oberöster- 
reichischen Urkundenbuches  sind,  nachdem  von  dem  Keferenten, 
Freiherrn  v.  Handel- Mazzetti,  noch  verschiedene  bayerische  und 
niederösterreichische  Archive  nach  einschlägigem  Material  durchsucht 
und  zahlreiche  Urkunden  kopiert  worden  sind,  dem  Abschluß  nahe. 
Die  Zahl  und  Herkunft  der  kopierten  Urkunden  weist  das  Ver- 
zeichnis der  Erwerbungen  auf.  Für  die  sorgfältigste  Erforschung 
und  Sichtung  des  Materiales  ist  Vorsorge  getroffen  und  hat  das 
Museum  hiefiir  kein  Opfer  gescheut. 

Für  eine  von  der  Anthropologischen  Gesellschaft  in  München 
geplante  große  Arbeit  über  die  Besiedelungs- Verhältnisse  des  baju- 
varischen  Stammes  und  über  die  Christianisierung  desselben  wurden 
die  Oberösterreich  betreffenden  Arbeiten  über  Ersuchen  dieser  Ge- 


IX 

öellschaft  vom  Museum  übernommen  und  nach  einem  bestimmten 
Plan  durchgeführt.  Herr  stud.  jur.  Binder  hat  sich  der  Mühe 
unterzogen,  die  zu  diesem  Zwecke  verlangte  Karte  mit  den  Namens-^ 
bezeichnungen  aller  auf  „ing"  auslautenden  oberösterreichischen 
Ortschaften  herzustellen  und  in  dieser  Karte  auch  die  8t.  Peter  und 
St.  Michael,  den  Patronen  des  bajuvarischen  Stammes,  in  Ober- 
österreich geweihten  Kirchen  und  Kapellen   ersichtlich  zu  machen. 

Im  abgelaufenen  Jahre  mußte  sich  die  Verwaltung  des  Museums 
dazu  entschließen,  die  ganze  Außenseite  des  Museumsgebäudes  einer 
gründlichen  Reparatur  unterziehen  zu  lassen,  da  sich  verschiedene 
durch  Witterungseinflüsse  hervorgerufene  Schäden  zeigten,  die  jetzt 
noch  leicht  behoben  werden  konnten,  später  aber  zu  einer  Schädi- 
gung des  Baues  geführt  hätten.  Die  Arbeit,  welche  mehrere  Monate 
in  Anspruch  nahm,  wurde  von  der  Oberösterreichischen  Baugesellschaft 
durchgeführt  und  hiebei  das  ganze  Gebäude  auch  neu  getüncht. 
Auch  am  Figarenfries  war  eine  Verputzung  und  Reinigung  not- 
wendig geworden.     Die  Kosten  beliefen  sich  auf  7272  Kronen. 

Die  Sammlungen  wurden  im  Jahre  1903  von  10.729  Per- 
sonen besucht. 

Was  die  Personal  Verhältnisse  anbelangt,  so  hat  der  provisorisch 
ernannte  Kustos  Dr.  Hermann  Ubell  den  Dienst  im  Oktober  1903 
angetreten.  Für  die  naturhistorische  Sektion  wurden  die  Herren 
Professor  Oissinger  und  Lehrer  Hauder  gewonnen,  welche  in  der 
letzten  Generalversammlung  in  den  Verwaltungsrat  neu  gewählt 
worden  waren. 

Vom  oberösterreichischen  Landesausschusse  ist  als  einer  der 
Delegierten  der  neuernannte  Landesarchivar,  Herr  Dr.  Zibermayr, 
an  Stelle  des  ausscheidenden  Herrn  Dr.  Schiffmann  entsendet 
worden.  Den  Vertreter  der  Allgemeinen  Sparkasse  und  Leihanstalt, 
den  Präsidenten  derselben,  Herrn  Emil  Ritter  v.  Dierxer,  hat  uns 
zu  unserem  tiefsten  Bedauern  der  Tod  entrissen.  Ritter  v.  Dierxer, 
der  überhaupt  an  allen  gemeinnützigen  größeren  Unternehmungen 
in  der  Stadt  Linz  persönlich  beteiligt  war,  hat  auch  für  das  Museum 
lebhaftes  Interesse  und  Verständnis  bewährt  und  war  wiederholt, 
auch  als  er  noch  nicht  dem  Verwaltungsrate  des  Museums  angehört 
hatte,  tatkräftig  für  dasselbe  eingetreten.  Seiner  Initiative  war 
insbesondere  die  Beschaffung  der  Mittel  für  die  Beendigung  des 
Museumbaues  zu  verdanken.  Die  Museumsverwaltung  wird  diesem 
um  das  öffentliche  Leben  in  Linz  überhaupt  hochverdienten  Manne 
ein  dankbares  Gedächtnis  bewahren. 


X 

Zum  Schlüsse  ihres  Berichtes  drückt  die  Museumsverwaltung 
allen  Freunden  und  Förderern  des  heimatländischen  Institutes,  ins- 
besondere aber  den  Spendern  von  Sammlungsgegenständen  im 
Interesse  der  Allgemeinheit  ihren  wärmsten  Dank  aus.  Der  Dank 
und  die  Anerkennung  der  Allgemeinheit  gebührt  auch  der  selbst- 
losen Tätigkeit  nicht  weniger  freiwilliger  Mitarbeiter  bei  den 
wissenschaftlichen  Arbeiten  des  Museums.  Unsere  Anstalt  verfügt 
im  Vergleiche  zu  den  meisten  gleichartigen  auswärtigen  Instituten 
nicht  über  reiche  Mittel,  aber  es  ist  eine  erfreuliche  Erscheinung, 
daß  sie  durch  diese  ihre  Mitarbeiter  noch  immer  in  den  Stand 
gesetzt  war,  die  von  ihr  als  notwendig  erkannten  wissenschaftlichen 
Aufgaben  zu  erfüllen. 


Rechnungs  -Abschluß 


für  das 


Jahr  1903. 


XII 


Soll 


A.  Kasse- 


5 

O 


An  Kassestand 

„    Mitgliederbeiträge 

,,    Zinsen  der  Wertpapiere 

„    Eintritts-  und  Garderobegebühren 

„    Erträgnis  des  Führers 

„    Büchererlös  und  verschiedene  Einnahmen  .    . 
„    Subventionen: 

a)  Staatssubvention 

b)  Landessubvention 

c)  Subvention  der  Stadt  Linz 

d)  „  „     AUgem.  Sparkasse  Linz  . 
„    Geschenken: 

Aus  dem  Nachlasse  des  Herrn  Wilhelm  Löwen 

feld,  München , 

Fräulein  Magdalena  Mayer 

„    Sparkasse-Rückzahlungen , 


K 


667 

4.666 

1.298 

1.569 

120 

403 

6.000 
8.635 
1.000 
4.000 


600 

20 

17.300 


41 
Ol 

10 

98 


46.279 


50 


An  Kassestand  am  1.  Jänner  1904 


1.642 


84 


Linz,  am  1.  Jänner  1904. 


Konto. 


(D 
O 
P-l 

1 

2 

3 

4 

5 

6 

7 

8 

9 

10 

II 

12 

13 

14 

15 

16 

17 

18 

19 

20 

21 


Für  Gehalte  und  Löhne 

„     Kanzlei-Auslagen 

„     Kustodie-Auslagen 

„     Hauserhaltungskosten 

„     Ankäufe * .    . 

„     Bibliothek 

„     Buchdruckerrechnungen 

„     Buchbinderrechnungen      

.,     Assekuranz 

„     Dieneranzüge .    . "  . 

„     Krankenkasse , 

„     Bilderrestaurierung 

„  Beitrag  zum  botanischen  Kongreß  in  Wien 

„  „          „      Stelzhamer-Denkmal  in  Linz  . 

„     Erhaltung  des  Buch-Denkmales 

„     Sparkasse-Darlehenszinsen 

„  Auslagen  aus  dem  Diplomatarfonde     .    .    . 

„  „            „       „      Geologiefonde     .    .    .    . 

„  „            .,       „      Bibliotheksfonde     .    .    . 

„     Postsparkasse-Einlagen 

„     Sparkasse-Einlagen 

Kassestand 


K 


XIII 
Haben 

h 


8.039 

1.173 

1.400 

3.245 

1.363 

1.516 

3.414 

165 

869 

296 

110 

104 

50 

50 

57 

100 

1.688 

1.384 

506 

100 

19.000 

1.642 


46.279 


20 
86 

22 
99 
39 
70 
15 
70 
20 
76 


80 

80 
72 
17 


84 


50 


Richard  Wildmoser. 


XIV 


B.  Bilanz-Konto. 


i 

K 

h 

K 

h 

i 

I    Aktiva 

1 

Wertpapiere: 

fl.  12.500  =  K  25.000    Notenrente    Februar- 

coupon ä  100-75    . 

25.187 

50 

„     2.400  =  „     4.800    Notenrente  Mai- 

coupon ä  100-60    . 

4.828 

80 

„       200  =  .,       400    Silberrente  Jänner- 

coupon ä  100"75    . 

403 

— 

100  =  „       200    Silberrente  April- 

coupon ä  100-75    . 

201 

50 

200  =  „       400    2/g  1860er  Los  ä  155-70 

622 

80 

^        100  =  „        200    1  Donauregulierungs- 

Los  ä  280    ...    . 

280 

— 

9 

Zinsen  bis  1.  Jänner  1904 

Bargeld 

487 

22 

32.010 
1.642 

82 
84 

H 

Sparkasse-Einlagen 

19.000 

4 

Postsparkasse-Einlage 

300 

42 

52.954 

08 

n.  Passiva. 

1 

An  unbezahlten  Rechnungen 

11.545 

70 

Vermögensstand  am  1.  Jänner  1904  einschließlich 

1 

der  Fonds  laut  Tabelle  C 

41.408 

38 

C.  stand  der  Fonde. 


Im 

1 

2 
3 

Diplomatarfond. 
Rest  vom  Jahre  1902 

K 

h 

K 

h 

6.584 

1.050 

14 

98 

5.960 

1.739 

622 

18 
06 

Landessubvention  pro  1903 

Einnahmen  pro  1903 

Ausgaben  pro  1903 

7.648 
1.688 

98 
80 

Stand  des  Fonds  pro  1904 

Geologiefond. 
Rest  vom  Jahre  1902 

2.073 
1.050 

78 

Landessubvention  pro  1903 

Ausgaben  pro  1903  

3.123 
1.384 

78 

72 

Stand  des  Fonds  pro  1904 

Bibliotheksfond. 
Rest  vom  Jahre  1902 

708 
420 

17 

Landessubvention  pro  1903     ...... 

Ausgaben  pro  1903 

1.128 
506 

17 
17 

Stand  des  Fonds  pro  1904     

Protektor: 

Seine  kaiserliche  und  königliclie  Hoheit  der  durchlauchtigste  Herr 

Erzherzog  Franz  Ferdinand 

Erzherzog  von  Österreich-Este,  Eitter  des  goldenen  Vlieses,  G-roßkreuz  des 
königlich  ungarischen  St.  Stephan -Ordens,  Besitzer  des  Militär -Verdienst- 
kreuzes und  der  JuMläums- Erinnerungsmedaille,  Großkreuz  des  groß- 
herzoglich toskanischen  Ordens  vom  heiligen  Josef,  Oroßkreuz  und  Ehren- 
Bailli  des  souveränen  Johanniter- (Malteser-) Ordens  (mit  der  Distinktion 
für  Jerusalem),  Besitzer  der  Seereise-Denkmünze  1892/93,  Eitter  des  russisch 
kaiserlichen  St.  Andreas-,  des  St.  Alexander-Newsky-,  des  weißen  Adler-, 
des  St.  Annen-  und  des  kaiserlieh -königlichen  russischen  St.  Stanislaus- 
Ordens  I.  Klasse,  Eitter  des  königlich  preußischen  schwarzen  Adler- Ordens 
und  des  königlich  italienischen  Ordens  der  Annunziata,  Besitzer  des  kaiser- 
lich japanischen  Haus- Ordens  vom  Chrysanthemum,  Eitter  des  königlich 
hayerischen  St.  Hubertus-Ordens,  des  königlich  sächsischen  Ordens  der  Eauten- 
krone  und  des  königlich  schwedischen  Seraphinen-Ordens,  Großkreuz  des 
Ordens  der  königlich  württemtergischen  Krone  und  des  königlich  belgischen 
Leopold-Ordens,  Besitzer  des  königlich  siamesischen  Chak-kri-Ordens,  Groß- 
kreuz des  herzoglich  sächsisch  Ernestinischen  Haus-Ordens,  Besitzer  der 
Erinnerungsmedaille  an  das  60jährige  Eegierungsjubiläum  Ihrer  Majestät 
der  Königin  von  Großbritannien  und  Irland,  Kaiserin  von  Indien,  und  der 
königlich  württeml)ergischen  goldenen  Jubiläumsmedaille,  k.  k.  General 
der  Kavallerie  zur  Disposition  des  Allerhöchsten  Oberbefehles,  Inhaber  des 
k.  u.  k.  Infanterie-Eegimentes  Nr.  19,  des  k.  u.  k.  TJlanen-Eegimentes  Nr.  7 
und  des  k.  u.  k.  Korps-Artillerie-Eegimentes  Nr.  6,  kaiserlich  russischer 
General-Major  und  Ghef  des  kaiserlich  russischen  Bugschen  Dragoner- 
Eegimentes  Nr.  26,  Chef  des  königlich  preußischen  Posenschen  TJlanen- 
Eegimentes  Prinz  August  von  Württemberg  Nr.  10,  ä  la  suite  des  königlich 
preußischen  Ostpreußischen  TJlanen-Eegimentes  Graf  von  Dohna  Nr.  8. 


Personalstand 

am  31.  März  1904. 


Präsident : 
Seine   Exzellenz   Dr.   Gandolf   Graf  Kuenburg,    k.   k.   Minister    a.   D., 
k.   u.   k.   wirkl.   geheimer   Eat,    Senatspräsident   des   k.   k.  Obersten 
Gerichtshofes  i.  P.,   Mitglied   des  Herrenhauses,   Ritter   des   Ordens 
der  Eisernen  Krone  I.  KL,  Salzburg. 


Die  Mitglieder  des  Yerwaltungsrates. 

A.  Durch  die  Wahl  der  Generalversammlung. 

Präsident-Stellvertreter : 
Straberger  Josef,  Ritter  des  Franz  Josef-Ordens,  k.  k.  Oberpostkontrollor 
i.  P.  in  Linz,  Konservator  der  k.  k.  Zentralkommission  für  Kunst- 
und  historische  Denkmale  (I.  Sekt.),  korresp.  Mitglied  des  k.  k.  archäo- 
logischen Institutes  etc.  etc.,  Fachreferent  für  die  kulturhistorischen 
Sammlungen. 


Binder  Eduard,  Bergingenieur  i.  P.  in  Linz,  Bibliotheks-Referent. 

Commenda  Hans,  Direktor  an  der  k.  k.  Staats-Oberrealschule  in  Linz, 
Besitzer  des  gold.  Verdienstkreuzes  m.  d.  Kr.,  Korrespondent  der 
geologischen  Reichsanstalt,  Referent  für  Oberösterreich  der  Erdbeben- 
Kommission  der  Akademie  der  Wissenschaften,  Fachreferent  für 
Mineralogie,  Geologie  und  Paläontologie. 

Gissinger  Theodor,  Professor  der  k.  k.  Staats-Oberrealschule,  Referent 
an  der  zoologischen  Abteilung. 

Handel- Mazzetti  Viktor  Freiherr  v.,  k.  u.  k.  Oberst  d.  R.  in  Linz, 
Konservator  der  k.  k.  Zentralkommission  für  Kunst-  und  historische 
Denkmale,  Referent  für  das  Archiv  (Ehrenmitglied  des  Museums). 

Hauder  Franz,  Lehrer  L  Klasse  an  der  Knabenvolksschule  Linz-Waldegg,^ 
Referent  an  der  entomologischen  Abteilung. 

B 


xvni 

Jeblinger  Raimund,  fürsterzbischöflicher  Bauinspektor  in  Freiburg  i,  Br., 

Korrespondent  der  k.  k.  Zentralkoramission  für  Kunst-  und  historische 

Denkmale. 
Kränzl  Emil,  Dr.  d.  R.,  k.  k.  Postdirektions-Sekretär  in  Linz,  Korrespondent 

der  k.  k.  Zentralkommission   für  Kunst-  und  historische  Denkmale, 

Referent  für  musikalische  Altertümer  und  Kunstgewerbliches,  Sekretär 

des  Museums. 
Mar  kl  Andreas,  k.  u.  k.  Major  d.  R.,   derzeit  in  Wien  (Ehrenmitglied  des 

Museums). 
Minkus  Friedrich,    Dr.,    Besitzer   des   gold.  Verdienstkreuzes    m.   d.   Kr., 

Kunstschriftsteller,  derzeit  in  Wien. 
Munganast   Emil,    k.   k.    Ober-PostkontroUor   in   Linz,    Fachreferent    für 

Entomologie  (Ehrenmitglied  des  Museums). 
Newald  Richard,    Dr.   d.   R.,    Hof-   und    Gerichtsadvokat,    Präsident   der 

o.-ö.  Advokaten-Kammer. 
Nicoladoni  Alexander,  Dr.  d.  R.,  Hof-  und  Gerichtsadvokat  in  Linz. 
Pröll  Laurenz,  Dr.  d.  Ph.,  Chorherr  des  Stiftes  Schlägl,  k.  k.  Gymnasial- 

Direktor  a.  D. 
R.upertsb erger  Matthias,  regul.  Chorherr  von  St.  Florian,  Pfarrvikar  in 

Ebelsberg. 
Schnopfhagen  Franz,  Dr.  d.  Med.,  Primararzt  der  o.-ö.  Landes-Irrenanstalt 

in  Niedernhart,  Sanitätsrat,  Referent  für  die  Abteilung  der  Wirbeltiere. 
Thalmayr   Franz,    Dr.   d.  Ph.,   Direktor   des   Mädchen -Lyzeums   in   Linz, 

Referent  der  Münzen-Sammlung. 
Wastler  Franz,  k.  k.  Schulrat,  Professor  i.  P.  in  Linz,  Referent  für  Botanik. 
Wildmoser   Richard,   Kaufmann  in   Linz,    Besitzer    des    gold.  Verdienst- 
kreuzes m.  d.  Kr.,  Kassier  des  Museums. 


B.    Delegierter  des   k.  k.  Ministeriums  für  Kultus   und 

Unterricht. 

Magner  Eduard,  Dr.  d.  R.,  k.  k.  Hofrat  i.  P.,  Ritter  des  Franz  Josef-Ordens. 


C.   Die  Delegierten   des  oberösterreichischen   Landes- 
ausschusses. 

Grasböck  Theobald,  Abt  des  Zisterzienserstiftes  Wilhering,  Landtags- 
Abgeordneter  und  Landesausschuß,  Komtur  des  Franz  Josef-Ordens 
m.  d.  St.,  Mitglied  des  Herrenhauses. 

Esser  Hermann,  Dr.  d.  R.,  Hof-  und  Gerichtsadvokat  in  Linz,  Landtags- 
Abgeordneter. 

Krackowizer  Ferdinand,    Dr.  d.  R.,    kaiserl.  Rat,    Landesarchivar  i.  P. 

in  Linz,    Konservator  der  k.  k.  Zentralkommission   für   Kunst-  und 

historische  Denkmale, 
Zibermayr  Ignaz,  Dr.,  Landesarchivar  in  Linz. 


XIX 

D.   Die  Delegierten  des  Gemeinderates  der  Landes- 
hauptstadt Linz. 

Jäger  Ernat,    Dr.   d.  R.,    Hof-    und    Gerichtsadvokat    in    Linz,    Landtags- 
Abgeordneter,  Landesausschuß,  Gemeinderat  der  Stadt  Linz. 
Feilerer  Karl,   Fabriksbesitzer,   Gemeinderat, 

E.  Delegierter  der  Allgemeinen  Sparkasse  in  Linz. 

(Während  der  Drucklegung  neubesetzt.) 
Wimmer  Julius,  Buchdruckerei-Besitzer,   Präsident  der  Allgemeinen   Spar- 
kasse und  Leihanstalt  in  Linz. 

F.  Rechnungsrevisoren. 

Reininger  Karl,  Vizepräsident  der  Handels-  und  Gewerbekammer,  Kauf- 
mann in  Linz. 
Bisher  Wimmer  Julius  (siehe  oben). 

G.  Sammlungsrevisoren. 

Hauck  Josef,   k.  k.  Hofrat  i.  P.  in  Linz. 
Heyß  Karl,   k.  k.  Hofrat  i.  P.  in  Linz. 
Neweklowsky  Max,   k.  k.  Finanzkommissär  in  Linz. 

H.   Beamte. 

Kustos:  Ubell  Hermann,    Dr.   (prov.). 
Kanzlei-Adjunkt:   Kirchler  Ida. 


I.  Diener. 


Portier:  Hackl  Johann. 

Diener:  Brunmayr  Josef. 

„  Grüner  Johann. 

„  Nenning   Ignaz. 

„  Winter  Johann. 


XX 


Die  P.  T.  Herren  Mandatare. 


1882  Herr  Almoslechner  Hermann,  Oberpostmeister  in  Perg. 

1897  „      Denk  Karl,  Dr.,  praktischer  Arzt  in  Scharnstein. 

1890  „  Engl  Isidor,  k.  k.  Obersteiger  i.  P.  und  Besitzer  des  silb.  Verdienst- 
kreuzes m.  d.  Kr.  in  Hallstatt. 

1870  „  Fuchs  Theodor,  Dr.,  Privatdozent  für  Paläontologie  an  der  k.  k.  Uni- 
versität in  Wien. 

1898  „      Oallois  Ludicig  v.,  Fabriksdirektor,  Kleinmünchen,  Besitzer  des  gold. 

Verdienstkreuzes  m.  d.  Kr. 
1880     „      Oreil  Hans,    Direktor   der    k.  k.  Fachschule    für    Holzindustrie    in 

Ebensee,  Ritter  des  Franz  Josef-Ordens. 
1882      „      Orienberger  Karl,   Ehrendomherr,   Konsistorialrat,   Ritter  des  Franz 

Josef-Ordens,  Dechant  und  Stadtpfarrer  in  Eferding. 

1896  „      Hauder  Franz,    Lehrer   1.   Kl.   an   der  Knabenvolksschule  in  Linz- 

Waldegg. 
1882      „      Heindl  Leopold,  Bürgermeister,  Landtags-Abgeordneter  und  Besitzer 

des  gold.  Verdienstkreuzes  m.  d.  Kr.,  in  Mauthausen. 
1882      „      Horvdt  Gustav  v.,  k.  u.  k.  Kämmerer  in  Kammer. 
1882      „      Hutier  Bartholomäus,  k,  k.  Oberbergrat  in  Salzburg. 
1882      „     Jeglinger  Karl,  k.  k.  Hofrat  i.  P.,  Ritter  des  Ordens  der  Eis.  Krone 

in.  Klasse. 
1885      „      Kagermüller  Johann,  Gastwirt  in  Eferding. 
1880     „      Koch  Friedrich,  evangelischer  Pfarrer  in  Gmunden. 
1882      „      Köitl  Karl,  Oberpostmeister,  Besitzer  des  gold.  Verdienstkreuzes  m.  d. 

Kr.,  in  Lambach. 
1882      „      Mathes  Karl  Ritter  v.,  k.  k.  Oberbaurat  in  Linz. 

1897  „      Melnitzky  Karl,  Bergingenieur  in  Graz. 

1872,  1893  Herr  Mittendorfer  Rudolf,  Werks-  und  Gemeindearzt,  Besitzer  des 
gold.  Verdienstkreuzes,  in  Großraming. 

1901  Herr  Moser  Emil,  steierm.  landsch.  Professor  a.  D.  in  Graz. 
1882      „      Poth  Julius  v.,  Postmeister  in  Altheim. 

1885  „  Preen  Hugo  v.,  Kunstmaler  und  Korrespondent  der  k.  k.  Zentral- 
kommission für  Kunst-  und  historische  Denkmale  in  Osternberg 
bei  Braunau. 

1903  „  Richard  Alexander,  Direktor  der  süddeutschen  Verlagsanstalt, 
München. 

1882  „  Roßmann  J.  O.,  Oberpostmeister  und  Besitzer  des  gold.  Verdienst- 
kreuzes m.  d.  Kr.,  in  Mauerkirchen. 

1882  „  Rußegger  Anton,  Ritter  des  Franz  Josef- Ordens,  Bergwerksdirektor 
i.  P.  in  Linz. 

1872      „      Saxeneder  Josef,  geistl.  Rat  und  Pfarrer  in  Neukirchen,  Bezirk  Braunau. 

1882      „      Schachner  Anton,  Postmeister  i.  P.  in  Schwanenstadt. 

1897      „      Schraml  Karl,  k.  k.  Ober-Bergverwalter  in  Hallstatt. 

1899  „      Seyrl  Hugo,  Gutsbesitzer  in  Schloß  Starhemberg. 

1902  „      Wegrosta  Karl,  Oberlehrer  in  Spital  am  Pyhrn. 

1902      „      Wendling  Ludung,  Gemeindearzt  in  Ach  a.  d.  Salzach. 


XXI 


Yerzeichiiis  der  Mitglieder. 

(Stand  am  1.  April  1904.)  .     . 


Die  P.  T.  Ehrenmitglieder. 

Herr  Columhus  Christojjh  Freiherr  v.,  Sekretär  weiland  Seiner  k.  u.  k.  Hoheit 
des  Erzherzogs  Franz  Karl,  k.  k.  Hofrat  etc.  etc.  (Ernannt  am 
14.  Juni  1854.) 

Seine  Exzellenz  Helfert  Josef  Freiherr  v.,  Dr.,  k.  u.  k.  geheimer  Rat,  Präsident 
der  k.  k.  Zentralkommission  für  Kunst-  und  historische  Denkmale, 
Mitglied  des  Herrenhauses  und  der  kaiserl.  Akademie  der  Wissen- 
schaften etc.  etc.    (Ernannt  am  14.  Juni  1854.) 

Herr  Kenner  Friedrieh,  Dr.,  k.  u.  k.  Hofrat,  Direktor  der  Münzen-,  Medaillen- 
und  Antiken-Sammlungen  des  Allerhöchsten  Kaiserhauses,  Mitglied 
der  kaiserl.  Akademie  der  Wissenschaften  und  der  bildenden  Künste 
in  Wien,  der  k.  k.  Zentralkommission  für  Kunst-  und  historische 
Denkmale  etc.  etc.  in  Wien.  (Ernannt  am  4.  August  1874.) 
„  Reiter  Edmund,  kaiserl.  Eat,  Ehrenmitglied  der  entomologischen  Gesell- 
schaft in  Berlin,  korresp.  Mitglied  mehrerer  gelehrter  Gesellschaften 
und  entomologischer  Vereine  des  In-  und  Auslandes.  (Ernannt  am 
30.  November  1875.) 

Seine  Exzellenz  Wilczek  Hans  Oraf,  Frei-  und  Bannerherr  zu  Hultschin  und 
Guttenland,  k.  u.  k.  geheimer  Rat  und  Kämmerer,  Mitglied  des 
Herrenhauses,  Kurator  des  k.  k.  österreichischen  Museums  für  Kunst 
und  Industrie  etc.  etc.    (Ernannt  am  22.  März  1882.) 

Herr  Miich  Matthäus,  Dr.,  k.  k.  Regierungsrat,  Ritter  des  Ordens  der  Eisernen 
Krone  III.  Kl.,  Realitäten -Besitzer,  Mitglied  der  k.  k.  Zentral- 
kommission für  Kunst-  und  historische  Denkmale  etc.  etc.  (Ernannt 
am  16.  Mai  1885.) 

Seine  Exzellenz  Gautsch  Paul  Freiherr  v.  Frankenthurn,  Dr.,  k.  u.  k.  geheimer 
Rat,  k.  k.  Ministerpräsident  a.  D.,  Mitglied  des  Herrenhauses, 
Präsident  des  Obersten  Rechnungshofes  etc.  etc.  in  Wien.  (Ernannt 
am  16.  Mai  1893.) 

Seine  Exzellenz  Madeyski  Stanislaus  Ritter  v.  Poray,  Dr.,  k.  u.  k.  geheimer 
Rat,  k.  k.  Minister  a.  D.,  ständiges  Mitglied  des  Reichsgerichtes  in 
Wien  etc.    (Ernannt  am  16.  Mai  1895.) 

Seine  Exzellenz  Puthon  Viktcrr  Freiherr  v.,  k.  u.  k.  geheimer  Rat,  Besitzer  des 
Großkreuzes  des  Ordens  der  Eis.  Krone,  Ritter  des  Franz  Josef- 
Ordens,  Statthalter  für  Oberösterreich  a.  D.  etc.  in  Salzburg. 
(Ernannt  am  16.  Mai  1895.) 

Seine  Gnaden  Herr  Achleuthner  Leonard,  P.,  Abt  des  Stiftes  Kremsmünster, 
Mitglied  des  Herrenhauses  etc.  etc.    (Ernannt  am  16.  Mai  1895.) 

Herr  Poche  Franz,  Altbürgermeister  der  Landeshauptstadt  Linz,  Ritter  des 
Ordens  der  Eis.  Krone  III.  Kl.  in  Graz.    (Ernannt  am  16.  Mai  1895.) 

Seine  Exzellenz  Kuenburg  Oandolf  Oraf,  Dr.,  k.  u.  k.  geheimer  Rat,  Senats- 
präsident des  Obersten  Gerichts-  und  Kassationshofes  i.  P.,  Ritter  des 
Ordens  der  Eis.  Krone  I.  Kl.  etc.  in  Salzburg.  (Ernannt  am  16.  Mai  1895.) 


XXII 

Herr  Handel- Maxxctti  Viktor  Freiherr  v.,  k.  u.  k.  Oberst  d.  R.  etc.  in  Linz. 
(Ernannt  am  16.  Mai  1895.) 

„  Stäche  Guido,  k.  k,  Hofrat  i.  P.,  Ritter  des  Ordens  der  Eis.  Krone 
III.  Kl.,  Kommandeur  des  tun.  Nischan-Iftihair-Ordens,  Mitglied  der 
Ung.  geologischen  Gesellschaft  in  Budapest  und  der  naturhistorischen 
Gesellschaft  „Isis"  in  Dresden.    (Ernannt  am  18.  Mai  1899.) 

„      Markl  Andreas,  k.  u.  k.  Major  i.  P.  in  Wien.   (Ernannt  am  18.  Mai  1899.) 

„      Munganast  Emil,  k.  k.  Ober-Postkontrollor.     (Ernannt  am  18,  Mai  1899.) 

„  Meindl  Konrad,  Abt  des  Chorherrenstiftes  Reichersberg,  Konservator  der 
k.  k.  Zentralkommission  für  Kunst-  und  historische  Denkmale  in 
Wien  etc.    (Ernannt  am  21.  Mai  1901.) 

.,  Benndorf  Otto,  k.  k.  Hofrat,  Komtur  des  Franz  Josef-Ordens,  Ritter  des 
Leopold -Ordens,  Mitglied  der  kais.  Akademie  der  Wissenschaften, 
Direktor  des  k.  k.  archäologischen  Institutes,  Mitglied  der  k.  k.  Zentral- 
kommission für  Kunst-  und  historische  Denkmale  etc.  etc.  in  Wien. 
(Ernannt  am  21.  Mai  1901.) 

„  Steindachner  Franz,  k.  k.  Hofrat,  Ritter  des  Leopold -Ordens,  Ritter  des 
Ordens  der  Eis.  Krone  und  des  Franz  Josef-Ordens,  Phil.-Dr.,  wirkl. 
Mitglied  der  kais.  Akademie  der  Wissenschaften,  Intendant  des 
k.  k.  naturhistor.  Hofmuseums  in  Wien  etc.  etc.  (Ernannt  am 
21.  Mai  1901.) 

,,  Moser  Emil,  steierm.  landsch.  Professor  a.  D.  in  Graz.  (Ernannt  am 
9.  Mai  1902.) 


(Ve  rstorbene.) 

Seine  kaiserl.  Hoheit  Erxherxog  Karl  von  Österreich t  1847 

Seine  kaiserl.  Hoheit  Erxherxog  Johann  von  Österreich t  1859 

Seine  kaiserl.  Hoheit  Erxherxog'  Ludwig  von  Österreich f  1864 

Seine  kaiserl.  Hoheit  E'xherxog  Maximilian  von  Österreich- Este    ..."}■  1863 
Seine  Gnaden  Hochw.  Herr  Altmann  Arrigler,  Abt  des  Stiftes  Göttweih  f  1846 
Seine  Exzellenz  Baldacci  Anton  Freiherr  v.,  Präsident  des  k.  k.  General- 
Rechnungs-Direktoriums  in  Wien f  1841 

Seine  Exzellenz  Baumgartner  Andreas  Freiherr  v.,   Dr.,   k.  k.  Hofrat 

in  Wien f  1865 

Herr  Bischoff  Ignax  v.  Altenstein,  Dr.,  k.  k.  Regierungsrat  in  Wien  .    .  f  1850 
Seine  Durchlaucht  Colloredo -Walsee  Rudolf  Fürst,   1.  Obersthofmeister 

Seiner  Majestät  des  Kaisers  Ferdinand  I.  in  Wien     .    .    .    .  f  1843 
Seine  Exzellenz  Dietrichstein-Proskau  Leslie  Moritx  Oraf,  1.  Obersthof- 
meister der  Kaiserin  Maria  Anna  in  Wien t  1864 

Seine  Exzellenz  Eichhoff  Josef  Freiherr  v.,  k.  k.  Hofkammerpräsident 

in  Olmütz -|-  1866 

Herr  Endlicher  Stephan,  Dr.,   Kustos  im  k.  k.  Hof-Naturalienkabinett 

in  Wien ^  1849 

„      Ena  Faustin,  Professor  am  k.  k.  Gymnasium  in  Troppau     .    .    .  f  1858 
„      Erb  Franx  Ritter  v.,  Dr.,  k.  k.  Hofrat,  Direktor  des  Haus-,  Hof- 

und  Staatsarchivs  in  Wien -)-  1872 

Hochw.  Herr  Hallaschka  Cassian,  Dr.,  k.  k.  Hofrat  in  Wien f  1847 


xxm 

Herr  Hammer-Purkstall  Josef  Freiherr  v.,  k.  k.  Hof-  und  Ministerialrat 

in  Wien t  1856 

Seine  Exzellenz  Hardegg  Olatx  und  im  Machland  Ignax  Graf,  Präsident 

des  k.  k,  Hofkriegsrates  in  Wien t  1848 

Seine  Exzellenz  Hauer  Josef  Freiherr  v.,  Vizepräsident  der  k.  k.  Hof- 
kammer in  Wien t  1863 

Seine  Exzellenz  Hügel  Karl  Freiherr  v.,  Dr.,  a.  o.  Gesandter  am  groß- 

herzogl.  tosk.  Hofe t  1870 

Seine  Exzellenz  Inzaghi  Karl  Oraf  v.,  k.  k.  Hofkanzler  in  Graz  .    .    .     f  1856 

Seine  Exzellenz  Hochw.  Herr  Jüstel  Josef  Alois,  Dr.,  k.  k.  Staats-  und 

Konferenzrat  in  Wien t  1858 

Herr  Kollar  Vinzenz,  k.  k.  Regierungsrat  in  Wien t  1860 

Seine  Exzellenz  Kolowrat-Liebsteinsky  Firmz  Anton  Graf,  k.  k.  Staats- 
minister in  Wien .    t  1861 

Seine  Exzellenz  Kübeck  Karl  Freiherr  v.  Kübau,  Präsident  der  k.  k.  all- 
gemeinen Hofkammer  in  Wien t  1855 

Herr  Littroiv  Josef  Johann  Edler  v.,  Dr.,  Direktor  der  k.  k.  Universitäts- 
Sternwarte  in  Wien t  1840 

Seine   Durchlaucht    Lobkowitz    August   Longin    Fürst,    Präsident    der 

k.  k.  Hof  kammer  in  Wien t  1842 

Seine  Exzellenz   Mayr  Josef  Freiherr  v.  Gravenegg,  Vizepräsident   der 

k.  k.  Hofkammer  in  Wien t  1870 

Seine  Durchlaucht  Metternich  Winneburg  Wenzel  Jjothar  Fürst,  k.  k.  Staats- 
minister in  Wien t  1859 

Seine  Eminenz  Milde  Vinzenz  Eduard,  Dr.,   Fürsterzbischof  von  Wien     f  1853 

Seine  Exzellenz  Mittrowsh-y  v.  Mittrowiz  und  Nemischl  Friedrich  Graf, 

oberster  Kanzler  der  k.  k.  Hofkanzlei  in  Wien t  1842 

Hochw.  Herr  Muchar  Albert  v.,    Dr.,    Kapitular   des  Stiftes  Admont, 

k.  k.  Professor  in  Graz t  1849 

Herr  Natterer  Josef,    I.   Kustos    am    k.  k.   zoologischen    Hofkabinett 

in  Wien t  1852 

,,      Partsch  Paul,    Kustos  und  Vorstand  am  k.  k.  Hof  -  Naturalien- 
kabinett in  Wien t  1856 

Seine  Exzellenz   Pillersdorf  Franz  Freiherr  v.,   k.  k.  Premierminister 

in  Wien t  18»>2 

Seine  Eminenz   Pirker  Ladislaus  v.   Felsö-Eör,    Dr.,    Patriarch,    Erz- 
bischof von  Erlau t  1847 

Seine  Exzellenz    Salis   Zizers    Rudolf  Graf,    Obersthofmeister    Seiner 

k.  k.  Hoheit  des  Erzherzogs  Franz  Karl  in  Wien f  1846 

Herr  Schels  B.  Johann,  k.  k.  Oberstleutnant  und  Bibliothekar  des  Hof- 

Kriegsarchives  in  Wien t  1847 

„      Schreibers  Karl  Ritter  v.,  Dr.,  Direktor  der  k.  k.  Hof-Naturalien- 
kabinette in  Wien t  1852 

Seine  Exzellenz   Sedlnitzkg  Josef  Graf  Freiherr  v.  Choltitz,  Präsident 

der  k.  k.  obersten  Polizei-  und  Zensurhofstelle  in  Wien     .    .    f  1855 

Seine  Exzellenz    Taaffe   I^udwig    Graf,    Präsident    der   k.   k.   obersten 

Justizstelle  in  Wien t  1855 

Seine  Exzellenz  Talatzko  Johann  Freiherr  v.  Gestiticz,   Präsident   der 

niederösterreichischen  Landesregierung  in  Wien t  1858 


XXIV 

Herr  Weiß  Johann  v.  Starkenfels,  Dr.,  k.  k.  Staats-  und  Konferenzrat 

in  Wien t  1Ö47 

Seine  Exzellenz  Wilcxek   Friedrieh    Graf,    k.  k.  Hofkammerpräsident 

in  Wien • t  l'^ßl 

Seine  k,  u.  k.  Hoheit  Erzherzog  Albrecht  von  Österreich,  k.  u.  k.  Feld- 

marschall  in  Wien t  1895 

Seine  k.  u.  k.  Hoheit  Erzherzog  Josef  von  Österreich,  Palatin  von  Ungarn     f  1847 

Seine  k.  u.  k.  Hoheit  Erzherzog  Bainer  von  Österreich,  k.  k.  Feldzeug- 
meister     _ t  1853 

Seine  k.  u.  k.  Hoheit  Erzherzog   Stephan  von  Österreich,   k.  k.  Feld- 
marschall-Leutnant       t  1867 

Herr  Bergmann  Josef  Ritter  v.,   Dr.,    Direktor   des  k.  k.  Münz-  und 

Antikenkabinettes  in  Wien t  1872 

Seine  Gnaden  Hochw.  Herr  Eder  Wilhelm,  Abt  des  Stiftes  Melk     .    .    f  1866 

Seine  Exzellenz  Falkenhayn  Eugen  Isidor  Graf  Obersthofmeister  Seiner 

kaiserl.  Hoheit  des  Erzherzogs  Franz  Karl  in  Wien    .    .    .    .     f  1853 

Herr  Ileckel  Jakob,  Kustosadjunkt  des  k.  k.  Hofkabinettes  in  Wien  .    .     f  1857 

Seine  Eminenz  Sommerau-Beckh  Max  Josef  Freiherr  v.,  Dr.,  Kardinal, 

Fürsterzbischof  von  Olmütz t  1853 

Hochw.  Herr  Filz  Michael,  Kapitular  und  Prior  des  Stiftes  Michael- 

beuern t  1854 

Herr  Pausinger  Franz  v.,  Gutsbesitzer  von  Frankenburg t  1850 

„     Fischhof  Josef,  Professor  am  Konservatorium  in  Wien f  1857 

„      Haidinger  Wilhelm  Ritter  v.,  Dr.,  k.  k.  Hofrat  und  Direktor  der 

geologischen  Keichsanstalt  in  Wien t  1871 

„      Mancher  Ignaz,  k.  k.  Landesgerichtsrat  in  Wien t  1860 

Seine  Exzellenz  Bach  Alexander  Freiherr  v.,   Dr.,   k.  k.  Minister  des 

Innern  in  Wien t  1893 

Seine  Exzellenz  Thun-Hohenstein  Leo  Graf,  k.  k.  Minister  für  Kultus 

und  Unterricht  in  Wien t  1888 

Herr  Russegger  Josef  Ritter  v.,  k.  k.  Ministerialrat  und  Vorstand  der 

Berg-,  Forst-  und  Güterdirektion  in  Schemnitz,  Ungarn    .    .     f  1863 

„      Vnger  Franz,  Dr.,  k.  k.  Hofrat  in  Graz t  1870 

„      Würth  Josef  Edler  v.,  Dr.,  k.  k.  Oberlandesgerichtsrat  in  Wien    .     t  1855 

Seine  Exzellenz  Thimfeld  Ferdinand  Freiherr  v.,    k.  k.   Minister   für 

Landeskultur  und  Bergwesen  in  Wien t  1868 

Seine  Exzellenz  Buol  Schauenstein  Karl  Ferdinand  Graf,  k.  k.  Minister 

des  Äußern  in  Wien t  1865 

Herr  d'Elvert  Christian  Ritter,  k.  k.  Hofrat  in  Brunn t  1896 

Seine  k.  u.  k.  Hoheit  Erzherzog  Karl  Ltidicig  von  Österreich,  Protektor 

des  Museums  Fräncisco-Carolinum  in  Linz t  1896 

Seine   Majestät    Kaiser   Maximilian   I.    von   Mexiko,    Erzherzog    von 

Österreich t  1867 

Seine  königl.  Hoheit  Maximilian  Herzog  von  Bayern t  1888 

Herr  Bischoff  Josef,  kaiserl.  Rat,  Bürgermeister  von  Linz t  1855 

Seine  Exzellenz  Grünne  Karl  Graf,  k.  k.  Feldzeugmeister  in  Wien  .    .     t  1884 

Seine  Exzellenz  Ksmpen  Johann  Freiherr  von  Fichtenstamm,  k.  k.  Feld- 
zeugmeister in  Wien t  1863 

Herr  Klar  Paul  Alois,  k.  k.  Kreisrat  in  Prag t  1860 


XXV 

Herr  Liebig  Justus  Freiherr  v.,  Präsident  der  königl.  bayer.  Akademie 

der  Wissenschaften  in  München -j-  1873 

„      Phillips  Georg,  Dr.,  k.  k.  Hofrat  in  Wien t  1872 

Seine  Eminenz  Rauscher  Otmar  Ritter  v.,  Kardinal  und  Fürsterzbischof 

von  Wien f  1875 

Seine  Exzellenz   Werner  Josef  Freiherr  v.,    k.  k.  a.  o.  Gesandter   am 

Hofe  zu  Dresden f  1871 

Herr  Redtenbacher  Ludwig,  Dr.,  k.  k.  Regierungsrat  in  Wien f  1876 

„      Hörnes   Moritz,   Dr.,    I.    Kustos   und  Vorstand    des   k.  k.  Hof- 

Mineralienkabinettes  in  Wien f  1868 

Hochw.  Herr  Oberleitner  Franx,  Pfarrer  in  Ort  am  Traunsee    .    .    ,    .     t  1897 
Herr  Neilreich  August,  Dr.,  k.  k.  Oberlandesgerichtsrat  in  Wien    ,    .    .     t  1871 
„      Brandt  Friedrich  Ritter  t\,   Dr.,    kaiserl.   russischer   Staatsrat  in 

Petersburg t  1879 

Hochw.  Herr  Cori  Johann  Nep.,  k.  k.  Militärpfarrer  und  Ehrendomherr 

von  Budweis , f  1887 

Herr  Lindenschmit  Jjudwig,    Dr.,    Direktor    des    röm.-germ.   Zentral- 
museums in  Mainz f  1893 

„      Grösse  Johann  Theodor,  Dr.,  königl.  sächsischer  Hofrat  in  Dresden     t  1885 
Seine  Durchlaucht  Friedrich  Karl  Josef  Fürst  xu  Hohenlohe-Waldenburg- 

Schillingsfürst,  kaiserl.  russischer  General-Leutnant     .    .    .    .     f  1884 
Seine  Exzellenz  Folliot  de  Crennville  Franx  Graf,  k.  k.  Oberstkämmerer 

in  Wien t  1888 

Herr  Wiser  Karl,  Dr.,  Bürgermeister  von  Linz t  1889 

„      Sacken  Eduard  Freiherr  v.,  Dr.,  k.  k.  Eegierungsrat  in  Wien   .    .     f  1883 
Seine  Exzellenz  Bombelles  Karl  Graf  v.,  k.  k.  Vizeadmiral  in  Wien  .    .     f  1889 

Herr  Knörlein  Josef,  k.  k.  jubilierter  Baurat  in  Linz t  1883 

Seine  Eminenz  Ganglbauer  Cölestin  Josef,  Dr.,  Kardinal,  Fürsterzbischof 

von  Wien t  1889 

Herr  Wurxbach  Konstant.  Ritter  v.  Tannenberg,   k.  k.  Eegierungsrat  in 

Berchtesgaden t  1893 

Seine  Exzellenz  Tlye  Glutnek  Anton  Freiherr  v.,  Dr.,  k.  k.  Minister  a.  D. 

in  Wien t  1894 

Herr  Simony  Friedrich,  Dr.,  k.  k.  Hofrat  in  Wien t  1896 

Seine  k.  u.  k.  Hoheit  Erzherzog  Johann  (Johann  Ort). 

Herr  Schiedermayr  Karl,  Dr.,  k.  k.  Statthaltereirat  i.  P.  in  Kirchdorf    f  1895 

„      Hafner  Josef,  Privat  und  Realitätenbesitzer  in  Linz f  1891 

„      Ilg  Albert,  Dr.,  k.  k.  Regierungsrat  in  Wien f  1896 

„      Dürrnberger  Adolf,  Dr.,  Hof-  und  Gerichtsadvokat,  Vizepräsident 

des  Museums  Francisco-Carolinum  in  Linz f  1896 

Seine  Exzellenz  Ameth  Alfred  Ritter  v.,    k.  u.  k.  Hofrat  und  Direktor 

des  Haus-,  Hof-  und  Staatsarchives  in  Wien t  189''^ 

Herr  Obermüllner  Karl,  k.  k.  Hofrat  i.  P.,  Vizepräsident  des  Museums 

Francisco-Carolinum t  1898 

„      Kerner  Anton  Ritter  v.  Marilaun,    Dr.,    k.  k.  Hofrat   und    Uni- 
versitäts-Professor in  Wien t  1898 

„      Hauer  Franx  Ritter  t\,    Dr.,    k.  k.  Hofrat   a.  D.,    Mitglied   des 

Herrenhauses  etc.  in  Wien t  1899 


XXVI 

Herr  Cxerny  Älbin,    Konsistorialrat ,    reg.   Chorherr  und   Bibliothekar 

des  Stiftes  St  Florian  etc t  1900 

„      Boeheim  Wmdelin,  Direktor  der  Sammlungen  von  Waffen  und  kunst- 

industr.  Gegenständen  des  Allerhöchsten  Kaiserhauses  etc.   .     f  1900 

„  Kroms  Franx  Ritter  v.  Marchland,  Dr.,  k.  k.  Hofrat  und  ordentl. 
Professor  der  österr.  Geschichte  an  der  Universität  in  Graz, 
korresp.  Mitglied  der  kaiserl.  Akademie  der  Wissenschaften  etc.    f  1902 

„      Wichner  Jakob,  P.,  Kapitular  des  Stiftes  Admont,    Besitzer  der 

gold.  Medaille  für  Kunst  und  Wissenschaft  etc t  1903 

„  Frieß  Gottfried,  Dr.,  Kapitular  des  Stiftes  Seitenstetten,  Meister 
des  freien  deutschen  Hochstiftes  zu  Frankfurt  a.  M.,  Kon- 
servator der  k.  k.  Zentralkommission t  1904 

„      Zittel  Karl  Alfred,  Dr.,  Professor  der  Geologie  und  Paläontologie 

an  der  Universität  zu  München  etc t  1904 

„      Dierxer  Emil  Ritter  v.  Trcmnthal,  Landeshauptmann-Stellvertreter, 

Ritter  des  Ordens  der  eis.  Krone,  Fabriksbesitzer  etc.    ,    .    .     f  1904 


Die  P.  T.  korrespondierenden  Mitglieder. 

1878  Herr  Clessin  S.,  königl.  Bahninspektor  in  Ochsenfurt  in  Bayern,  Regbz. 
Unterfranken. 

1885  „  Ganglbauer  Ludwig,  Kustos  an  dem  naturhistorischen  k.  k.  Hof- 
museum in  Wien. 

1902  „      Hackel  Alfred,  Dr.  phil.,  k.  k.  Professor  in  Steyr. 

1885  „  Hackel  Fduard,  k.  k.  Professor  am  Landes-Real-Obergymnasium  in 
St.  Polten. 

1903  „      Mayr  Sebastian,  P.,  Kapitular  des  Stiftes  Kremsmünster  und  k.  k.  Gym- 

nasial-Professor,   Besitzer  des  gold.  Verdienstkreuzes  m.  d.  Kr. 

1863  .,  Meindl  Konrad,  Abt  des  Chorherren  -  Stiftes  Reichersberg,  Kon- 
servator der  k.  k.  Zentralkommission  für  Kunst-  und  historische 
Denkmale. 

1868       „     Möhl  H.,  Dr.,  Lehrer  der  Geognosie  und  Technik  in  Kassel. 

1878       „      Redtenbacher  Anton,  Dr.,  Privat  in  Wien. 

1888      ,,      Redtenbacher  Josef,  Professor  am  k.  k.  Elisabeth-Gymnasium  in  Wien. 

1873  „  Rupertsberger  Matthias,  Chorherr  von  St.  Florian  und  Pfarrvikar 
in  Ebelsberg. 

1885  „      Schnürrer  Franx,  Dr.,   Skriptor  der  k.  u.  k.  Familien-Fideikommiß- 

Bibliothek  in  Wien. 
1868       „      Temple    Rudolf     Oberbeamter     der     „Assicurazioni     generali'-     in 
Budapest. 

1886  „      Tschusi  Viktor    Ritter    von    und    xu    SchmidJioffen ,    Präsident    des 

Komitees  für  ornithologische  Beobachtungs- Stationen   in  Öster- 
reich-Ungarn etc.  in  Hallein. 
1873       „      Walter  August,  k.  u.  k.  Oberwundarzt  i.  P.  in  Stein  bei  Laibach. 


XX  vn 

Die  P.  T.  ordentlichen  Mitglieder. 

*  bedeutet  die  neuen  Beitritte. 
Die  Mitglieder,  bei  welchen  eine  Ortsangabe  fehlt,  sind  in  Linz  wohnhaft. 

Seine  Exzellenz  Abensperg  und   Traun    Hugo    Graf,    Ritter   des    gold.  Vlieses, 
Mitglied   des   österreichischen   Herrenhauses,    k.  u.  k.  geheimer   Rat 
und  Kämmerer,  Oberstkämmerer,  Herrschaftsbesitzer  in  Wien. 
Herr  Ächleitner  Franx,  Stadtpfarrer  in  Vöcklabruck. 
„      Achleuthncr  Leonard,  Abt  des  Stiftes  Kremsmünster,  Seiner  k.  u.  k.  Maje- 
stät Rat,    Mitglied  des  österreichischen   Herrenhauses,    Komtur  des 
Franz  Josef-Ordens  m.  d.  St.  und  des  Leopold-Ordens. 
„      Aichelburg- Labia   Franz,   Freiherr   -von   und  xu,    k.  u.  k.  Kämmerer   und 

k.  k.  Statthaltereirat. 
„      Albel  Franx,  Lehrer  I.  Kl.  an  der  Kaiser  Franz  Josef-Schule. 
„      Altwirth  Theodor,  k.  k.  Ober-Rechnungsrat  beim  Obersten  Rechnungshofe 

in  Wien. 
„      Apfelthaler  Rudolf,  Kaufmann. 
„      Arneth  Hektor  Ritter  v.,  Med.-Dr.  in  Wien. 
Frau  *Arnexeder  Marie,  Schneidermeisterin. 
Herr  Asenstorfer  Franx,    Professor    und    Bibliothekar,    Chorherr    des    Stiftes 

St.  Florian. 
Seine  Durchlaucht  Auersperg   Franx  Fürst,    k.  u.  k.  Kämmerer,    Herrschafts- 
besitzer in  Wien. 
Ihre  Durchlaucht  Auersperg  Wilhelmine  Fürstin,  geb.  Gräfin  Kinsky,  k.  u.  k.  Stern- 
kreuzordens- und  Palastdame  in  Wien. 
Seine  Durchlaucht  Auersperg  Karl  Fürst,  Mitglied  des  österreichischen  Herren- 
hauses, Herrschaftsbesitzer  in  Wlaschim. 
Ihre  Durchlaucht  Auersperg  Fleonore  Fürstin,  geb.  Gräfin  Breunner,  k.  u.  k.  Stern- 
kreuzordens- und  Palastdame  in  Wlaschim. 
Seine  Exzellenz  Babie  Stephan,  k.  u.  k.  Feldmarschall-Leutnant  und  Kommandant 

der  3.  Infanterie-Truppen-Division. 
Seine  Exzellenz  Baernreither  J.  M.,  Dr.,  k.  k.  Minister  a.  D.  in  Wien. 
Herr  Bahr  Hermann,  Schriftsteller  in  Wien. 
„      Bauemberger  Hermann,  Professor  am  Kollegium  Petrinum  in  Urfahr. 
„      Baumgartner  Anton,  Kaufmann. 
„      Baylaender  B.,  Fabriksinspektor. 

„     Beaulteu-Marconnay  Olivier  Freiherr  v.,  k.  u.  k.  Kämmerer. 
„      Becker  Karl,  Buchbinder. 
Seine  Exzellenz  Beckers  xu  Westerstetten   Emil   Oraf,    k.  u.  k.  Kämmerer  und 

Feldmarschall-Leutnant  d.  R. 
Seine  Exzellenz  Bellegarde  Franx  Qraf   k.  u.  k.  geheimer  Rat  und  Kämmerer, 

Herrschaftsbesitzer  in  Wien. 
Herr  Benesch  Ludwig,  Privat. 
„      Berger  Ernst,  Dr.,  k.  k.  Landesgeriehtsrat  in  Wien. 
„      Berger  Franx,  Dr.,  Professor. 

„      Berger  Gottfried,  k.  k.  Statthaltereirat  und  Bezirkshauptmann  in  Schärding. 
„      Berger  Leopold,  o.-ö.  Landes-Rechnungsassistent. 

„     Beurle  Karl,  Dr.,  Hof-  und  Gerichtsadvokat,   Reichsrats-  und   Landtags- 
Abgeordneter. 


XXVIII 

Herr  Beyer  Andreas  Franx,  Kaufmann. 
„      Binder  Eduard,  Bergingenieur  i.  P. 

„      Bittinger  Andreas,  Fachlehrer  an  der  Kaiser  Franz  Josef-Schule. 
„      Blittersdorff  Philipp  Freiherr  v.,  k.  u.  k.  Oberleutnant. 
„      Blum  Heinrich  sen.,  Hutmacher. 
.,      Bohr  C,  Apotheker. 
Seine  Exzellenz  Bohano  Friedrieh  Edler  von  Kronstadt,  k.  u.  k.  Feldmarschall- 
Leutnant  d.  R. 
Herr  Boschan  Louis  Ritter  v.,  Gutsbesitzer  in  Achleiten. 
„      Bosehan  Karl  Gustav  Bitter  v.,  Dr.,  k.  k.  Statthalterei-Konzipist. 
„      Böheim  Josef,  Landtags-  und  Reichsrat^-Abgeordneter,  Uhrmacher. 
Braunau  Stadtgemeinde. 

Herr  Brechler  Albrecht  Ritter  v.  Troseovic,  k.  u.  k.  Hauptmann  i.  P. 
„      Bremier  Alexander,  Med.-Dr.,  Primararzt  des  Allgemeinen  Krankenhauses. 
„      Brunner  Eduard,  Beamter  der  Allgemeinen  Sparkasse. 
„      Brunthaler  Ferdinand,  Kaufmann. 

„      Buehmair  Rupert,  Spiritual  des  bischöflichen  Priesterseminars. 
,,      Buehmayr  Franz,  Fachlehrer  in  der  Jubiläumsschule. 
„      Buschmann  Anton,  Dr.,  Hof-  und  Gerichtsadvokat. 
Seine  Exzellenz  *Bylandt-Rheidt  Artur  Oraf,  k.  k.  Statthalter  in  Oberösterreich, 
k.  u.  k.  geheimer  Rat  und  Kämmerer,   Minister  a.  D.,   MitgUed  des 
Herrenhauses,  Ritter  des  Ordens  der  eis.  Krone  I.  Kl.  etc. 
Herr  Carneri  Bartholomäus  Ritter  v.  in  Marburg,  Steiermark. 

,,      *Chiari  Max,  Dr.,  k.  k.  Ober-Finanzrat. 
Seine  Exzellenz  Chlumecky  Johann  Freiherr  v.,  k.  u.  k.  geheimer  Rat,   Minister 

a.  D,,  Mitglied  des  österreichischen  Herrenhauses  etc.  in  Wien. 
Herr  Christ  Ludivig,  Kaufmann,  kais.  Rat. 

Commenda  Hans,  Direktor  der  k.  k.  Staats-Oberrealschule,  Korrespondent 
der  k.  k.  geologischen  Reichsanstalt  in  Wien,  Besitzer  des  goldenen 
Verdienstkreuzes  m.  d.  Kr. 
„      Commenda  Ludwig,  Lehrer  in  Grein. 
„      Deißinger  Eduard,  Dr.,  Stadtarzt  in  Urfahr. 
,,      De7ik  Karl,  Med.-Dr.,  Augenarzt. 
„Deutscher  Klub",  Verein,  Linz. 

Herr  Dim^nel  Franz,  Privat,  Besitzer  des  gold.  Verdienstkreuzes  m.  d.  Kr. 
,,      Doblhoff-Dier  Heinrich  Freiherr  v.,  Gutsbesitzer,  Ritter  des  Leopold-Ordens, 

Reichsrats-Abgeordneter  in  Wien. 
.,      Dohlinger  Max,  Dr.,  Privat. 

„      * Dobretsberger  Alois,  Herrenkleidergeschäfts-Inhaber. 
Seine  Exzellenz  Doppelbatier  Franz  Maria,  Bischof  von  Linz,  k.  u.  k.  geh.  Rat, 
Seiner  päpstlichen  Heiligkeit  Hausprälat,  Ritter  des  Ordens  der  Eis. 
Krone,  Kommandeur  des  Leopold-Ordens,  Dr.  etc. 
Herr  Drouot  Hans,  Besitzer  der  k.  u.  k.  Hof  buchdruckerei  Jos.  Feichtingers  Erben. 
„      Dullinger  Leopold,  Domscholaster  und  Stadtpfarrer. 

„      Dungl  Adalbert,  Dr.,  Abt  des  Stiftes  Göttweih,  Generalabt  des  Benediktiner- 
Ordens,  kaiserl.  Rat,  Besitzer  der  Medaille  für  Kunst  und  Wissenschaft, 
Konservator  der  k.  k.  Zentralkommission  für  Kunst-  und  historische 
Denkmale,  Reichsrats-Abgeordneter. 
Frau  iHlrckheim  Montmartin  Franziska   Gräfin,   Gutsbesitzerin  in  Hagenberg. 


XXIX 

Herr  Dürrnberger  Johann,    päpstlicher   Hauaprälat,    Konsiatorialrat,  Vorstadt- 
pfarrer und  Dechant  in  Steyr,   Ehrendomherr  des  Linzer  Kathedral- 
kapitels, Ritter  des  Franz  Josef-Ordens. 
Frau  Dürrnberger  Olga,  Hof-  und  Gerichtsadvokatens -Witwe. 
Herr  Dworxak  Hans,  Gutsbesitzer,  Landtags-Abgeordneter,  Schloß  Aistersheim. 

„      Ebenhoeh  Alfred,  Dr.  jur.,  Landeshauptmann  im  Erzherzogtume  Österreich 
ob  der  Enns,   Komtur  des  Franz  Josef-Ordens  m.  d.  St. 

.,      Eder  Gustav,  Apotheker,  Bürgermeister  der  Landeshauptstadt  Linz,  Offizier 
des  Franz  Josef-Ordens. 

.,      Eder  Johann  Michael,  Privat. 

„      Edlbacher  Ludwig,  k.  k.  Gymnasial-Professor  i.  P, 

„      Edlinger  Franz,  Bankdirektor. 
Eferding,  Sparkasse  der  Stadt. 
Herr  Effenberger  Anton,  Dr.,  Direktor  der  Handelsakademie,  kaiserl.  Rat. 

„      Ehrentletzberger  Siegmund,  Kaufmann. 

„      Ehrl  Friedrich,  Dr.,  Arzt. 

,,      Eibensteiner  Florian,  Oberlehrer  in  Pabneukirchen. 

„      Enderle  Jidius,  Dr.,  Professor  am  städt.  Gymnasium  in  Wels. 

„      Endlicher  Emanuel,    Magister    der   Pharmazie,    Apotheker    in    Aschach 
a.  d,  Donau. 

„      Endhceber  Johann,  k.  k.  Eichoberinspektor  in  Wien. 

„      Fhgl  Siegmund  Qraf  von  und  xu  Wagrein,  k.  u.  k.  Kämmerer  und  Guts- 
besitzer. 

„      Fungier  Josef,  Pfeifenfabrikant. 
Enns  Stadtgemeinde. 
Fhns  Sparkasse  der  Stadt. 
Herr  Erhard  Alois,  Dr.,  Arzt. 

„      Esser  Hermann,  Dr.,  Hof-  und  Gerichtsadvokat,  Landtags-Abgeordneter. 

,,      Estermann  Anton  jun.,  Spediteur  in  Urfahr. 

„      Ewert  Theodor,  Repräsentant  der  Triester  k.  k.  priv.  Allgemeinen  Assekuranz. 

„      Fjyermann  Franz  v.,  Hausbesitzer  in  Wien. 
Frau  Ezdorf  Sidonie  Qräfm,  geb.  Freiin  Borowiczka  von  Themau,  k.  k.  Hofrats- 

Gattin. 
Herr  Fasbender  Matthias,  Ingenieur. 

„      Feder  Qeorg,  Dr.,  Stadtarzt. 

„      Feilerer  Karl,  Fabriksbesitzer,  Gemeinderat. 

„      Fellner  August,  städtischer  Chemiker. 
Firma  Fink  Vinzenx,  k.  k.  Hofbuchhandlung. 
Herr  Fiorioli  Josef,  Weinhändler. 

„      Fischer  Eduard,  Kaufmann. 

„      Fisch  er- Colbrie  Julius,  freiresign.  k.  k.  Notar,  Ritter  des  Franz  Josef-Ordens. 

„      Fischer  Rupert,  Cafetier. 

„      Fischill  Eduard,  Apotheker  in  Urfahr. 
St.  Florian  Sparkasse  des  Bezirkes. 
Herr  Foltz  Albert,  Buchhändler. 

„      Forster  Leopold,  Dr.,  k.  k.  Hofrat  i.  P. 

„      Forstner-Dambenois  Ernst  Freiherr  v.,  k.  u.  k.  Oberstleutnant  d.  R. 

„      Förchtgott  Alfred,  k.  k.  Oberpostverwalter  in  Ischl,  Besitzer  des  gold.  Ver- 
dienstkreuzes m.  d.  Kr. 


XXX 

Herren  Heinrich  Franck  Söhne,  Fabriksbesitzer. 
Herr  Frank  Leopold,  Professor  am  k.  k.  Staatsgymnasium  in  Pola. 
„      Franz  Adolf,  Dr.,  Prälat  in  Gmunden. 
„      Fraundorfer  Oeorg,  Hausbesitzer  und  Buchbindermeister. 
,.      Fränkl  Ignax,    Dr.,    Besitzer    der    Kneippschen    Anstalt    am    Riesenhof 
in  Urfahr. 
Freistadt  Stadtgemeinde. 
Freistadt  Sparkasse  der  Stadt. 
Herr  Frühauf  Friedrich,  Dr.,  in  Wien. 
„      Filger  Max  Bitter  v.,  k.  k.  Statthaltereirat,  Eitter  des  Franz  Josef-Ordens, 
.,      Fiihrlinger  Johann,  k.  k.  Gerichtssekretär  in  Ried. 
„      Fürböck  Ernst,  Lehrer. 

„      Fürlinger  MaHhias,   Kapitular  des  Stiftes  und  k.  k.  Professor  in  Krems- 
münster. 
Seine  Erlaucht   Fürstenherg   Eduard  Egon   Landgraf  xu,    k.   u.   k.   Kämmerer, 

Mitglied  des  Herrenhauses,  Güterbesitzer  in  Wien. 
Herr  Gabi  Ludwig,  Dr.,  k.  k.  Professor  i.  R.,  Korrespondent  der  k.  k.  Zentral- 
kommission für  Kunst-  und  historische  Denkmale. 
„      Gagern  Karl  Freiherr  v.,  k.  u.  k.  Legationsrat  a.  D.,  Landtags-Abgeordneter, 

Komtur  des  Franz  Josef-Ordens  in  Windern. 
,,      Gamlich  Emanuel,  Kaufmann. 

,,      Geistberger  Johannes,  P.,    Benediktiner  von  Kremsmünster,    Pfarrvikar  in 
Steinerkirchen  bei  Fischlham. 
Firma  Geyer  Julius  l^achfolger,  Mode-  und  Konfektionsgeschäft. 
Herr  Gerjer  Karl,  fürstl.  Starhembergscher  Forstmeister,  Besitzer  des  gold.  Ver- 
dienstkreuzes m.  d.  Kr. 
„      Gissinger  Theodor,  Professor  der  k.  k.  Staats-Oberrealschule. 
„      Glanx  Anton  Ritter  v.,  Dr.,  Hof-  und  Gerjchtsadvokat. 
Gmunden  Kommunal-Gymnasium. 
Omunden  Stadtgemeinde. 
Gmunden  Sparkasse  der  Stadt. 

Herr  Oörner  Karl  Ritter  v.,  Dr.,  Chefredakteur  der  „Tages-Post". 
,,      Göttner  Josef,  Baurat  der  k.  k.  oberösterreichischen  Statthalterei. 
„      Graf  Karl,  k.  k.  Hofrat  i.  P.,  Ritter  des  Ordens  der  Eis.  Krone  IIL  Kl, 

und  des  Franz  Josef-Ordens. 
„      Grasböck  Theobald,  Abt  des  Stiftes  Wilhering,  geistl.  Rat,   Mitglied  des 
Herrenhauses,    Landtags -Abgeordneter,    Komtur    des    Franz    Josef- 
Ordens  m.  d.  St. 
,.      Grietiberger  Karl,  Ehrendomherr  und  Konsistorialrat,  emeritierter  Dechant 
und  Stadtpfarrer  in  Eferding,    Ritter  des  Franz  Josef-Ordens,    Kor- 
respondent der   k.  k.  Zentralkommission  für  Kunst-  und  historische 
Denkmale. 
Orieskirchen  Sparkasse  der  Stadt. 

Herr  Orillmayr  Johann,  Gutsbesitzer  in  Schwanenstadt. 
.,      Grimus  August  Ritter  v.  Grimburg,  Dr.,  k.  k.  Hofrat,  Ritter  des  Ordens 

der  Eis.  Krone  HI.  Kl.  und  des  Franz  Josef-Ordens, 
„      Grimus  Wilhelm  Ritter  v.  Grimburg,   k.  k.  Oberbaurat  i,  R.,    Ritter  des 

Ordens  der  Eis.  Krone  IIL  Kl. 
„      *Grohmann  Heinrich,  Architekt,  k.  k.  Professor  i.  R, 


XXXI 

Herr  Großer  Karl,  Lithograph. 
„      Qroßmann  Josef,  Teilhaber  der  oberösterreichischen  Glasmalerei. 
„      Oruhhauer  Karl,  Prokurist. 
Orünburg  Sparkasse  der  Gemeinde. 

Herr  Qrünner  Karl,  Oberlehrer  an  der  Knaben -Volksschule. 
„      Ostöttner  Franx,  Maler. 
„      Guggenberger  Edmund,  Gymnasialschüler. 
„      Oumpelmayer  Josef,  Weltpriester,  Professor. 
„      Outman7i  M.,   Kaufmann. 

„      Qyri  Adolf,  Besitzer  des  gold.  Verdienstkreuzes  m.  d.  Kr.  in  Wien. 
„      Haas  c&  Söhne  Philipp,  Inhaber  der  k.  k.  priv.  I.  Teppich-  und  Möbelstoft- 

Fabriken. 
„      Haberl  Alois,  Pfarrer  in  Riedau,  Korrespondent  der  k.  k.  Zentralkommission 

für  Kunst-  und  historische  Denkmale. 
„      Haekel  Alfred,  Dr.  phil.,  k.  k.  Professor  in  Steyr. 
„      Hagenauer  Simon,  Dr.,  Hof-  und  Gerichtsadvokat  in  Wien. 
„      Hager  Evermod,  Dr.,  Chorherr  von  Schlägl,  k.  k.  Professor. 
„      Hahn  Hugo,  Fabriksbesitzer  in  Helfenberg. 
,,      * Haidenthaler  Josef,  Dr.,  Landes-Badearzt,  Bad  Hall. 
„      Hallek  Paul,  Oberlehrer  i.  P.  in  Urfahr. 
„      Handel  Franx  Freiherr  v.,  Gutsbesitzer  in  Almegg. 
Frau  Handel  Marie  Freiin  v.,  geb.  v.  Guaita,  in  Almegg. 
„      Handel  Klothilde  Freiin  v.,  geb.  Gräfin  Berchem,  Landesgerichts-Präsidentens- 
Witwe,  Besitzerin  des  Elisabeth-Ordens  II.  Kl. 
Herr  Handel  Friedrieh  Freiherr  v.,  k.  u.  k.  Oberst  d.  K.  in  Salzburg. 
Frau  Handel  Fanni  Freiin  v.,  geb.  Gräfin  St.  Julien  in  Salzburg. 
Herr  Handel-Maxxetti  Viktor  Freiherr  v.,  k.  u.  k.  Oberst  d,  R.,  Konservator  der 
k.  k.  Zentralkommission  für  Kunst-  und  historische  Denkmale. 
„      Handmann  Rud.,  P.,  S.  J.,  Linz,  Freinberg. 
„      Hanrieder  Norbert,  Pfarrer  in  Putzleinsdorf. 
,,      Hansmann'  Max,  F.  S.-L.  Hof-,  Buch-  und  Kunsthändler. 
„      Hanß  Be?-nhard,  k.  u.  k.  Hauptmann  d.  R.,  Schloß  Ranariedl. 
Frau  Hardtnmth  Hedwig  v..  Schloß  Buchenau  bei  Linz. 
Seine  Exzellenz  Harraeh  Alfred  Reichsgraf,   k.  u.  k.  geh.  Rat  und  Kämmerer, 

Rittmeister  a.  D.,  Gutsbesitzer  in  Aschach  a.  d.  Donau. 
Ihre   Exzellenz    Harrach   Anna   Reichsgräßn,     geb.   Prinzessin   Lobkowitz,    in 

Aschach  a.  d.  Donau. 
Frau  Hartwagner  Luise,  Banlderswitwe,  Besitzerin  des  Elisabeth-Ordens  II.  Kl. 
Herr  Haslroither  Gerhard,  Abt  des  Stiftes  Schlierbach. 
„      Hatschek  Ludwig,  Fabriksbesitzer  in  Vöcklabruck. 

„      *Hauder  Franx,  Lehrer  I.  Kl.  an  der  Knaben -Volksschule  Linz -Waldegg. 
„      Hauer  Julian,  Konviktspräfekt  und  k.  k.  Professor  in  Kremamünster. 
,,      Hauk  Josef  Karl,  k.  k.  Hofrat  i.  P. 

„      Hayden   Siegmund   Christian    Freiherr   von   und  xu   Dorff,    k.  u.  k.  Ober- 
leutnant  d.   R.,    Gutsbesitzer,   Reichsrats  -  Abgeordneter   in   Dorflf  bei 
Schlierbach. 
„      Heidlmair  Heinrich,    Dr.,    Sektionsrat  im   k.  k.  Ministerium   für   Kultus 

und  Unterricht  in  Wien. 
„      Hein  Robert  Freiherr  v.,  k.  k.  Landespräsident  von  Kärnten  in  Klagenfurt. 


xxxn 

Herr  Heindl  Leopold,  Besitzer  des  gold.  Verdienstkreuzes  m.  d.  Kr.,  Realitäten- 
Besitzer,   Landtags-Abgeordneter  und  Bürgermeister  in  Mauthausen. 
,,      Heiniseh  Amandtis  sen.,  Kaufmann. 
.,      Heinisch  Ämandiis  jun.,  Kaufmann. 
.,      Heiser  Anton,  Dr.,  Arzt. 
,,      Helletxgrtiber  Josef,  Bäckermeister. 

^      Hessinyer  Franx,  k.  k.  Poatamtsdirektor,  Ritter  des  Franz  Josef-Ordens. 
,,      Heiß  Karl,  k.  k.  Hofrat  i.  P.,  Ritter  des  Leopold-Ordens. 
Fräulein  *Hinghofer  Emilie,  Bürgerschul-Direktorin. 

Herr  Hinsenkamp  Heinrich,  Dr.,  Advokat  und  Bürgermeister  der  Stadt  Urfahr, 
Landtags-Abgeordneter,  Ritter  des  Franz  Josef-Ordens. 
.,      Hirsch  Wilhelm,  Kaufmann. 
„      Hittmair  liiidolf,  Dr.,  Professor  der  Theologie. 
Frau  Hofstätter  Anna,  Haus-  und  Apotheke-Besitzerin. 
Herr  Höbarth  Karl,  Baumeister. 
.,      Höhnet  Wilhelm,  akademischer  Maler. 

,,      Hörwarter  Albert,  k.  u.  k.  Hauptmann  d.  R.  in  Nußdorf  am  Attersee. 
.,      HochJiauser  Johann,  Dr.,  Advokat  in  Steyr. 
,,      Hofmann  Her7nann,  Privat. 
,,      Hof?nann  Richard,  Fabriksbesitzer. 

,,      Holly  Karl,  Kanonikus  und  Hauptpfarrer  in  Vöcklamarkt. 
„      Horcicka  Adalbert,  Dr.,  Professor  am  k.  k.  Elisabeth-Gymnasium  in  Wien. 
.,      Homstein  Bernhard  Freiherr  v.  Bnßmannshausen,  k.  u.  k.  Kämmerer. 
,,      Horxeyschy  Adalbert,  Dr.,  k.  k.  Finanzrat. 

„      Huemer  Georg,  Kapitular  und  Musikdirektor  in  Kremsmünster. 
.,      Huster  Josef,  Kaufmann. 

„      Hiitter  Bart/iolomätis,  k.  k.  Oberbergrat  in  Salzburg. 
„      *Ilg  J.,  Dr.,  Professor  am  Collegium  Petrinum  in  Urfahr. 
„      Irk  Franx,  Chorherr  von  St.  Florian,  Pfarrvikar  in  Walding. 
Ischl  Sparkasse  des  Marktes. 

Herr  Jäger  Ernst,    Dr.,    Hof-  und   Gerichtsadvokat,    Landtags -Abgeordneter, 

Landesausschußmitglied. 

„      Jeblifiger  Raimund,  fürsterzbischöfhcher  Bau-Inspektor,  Korrespondent  der 

k.    k.   Zentralkommission    für    Kunst-    und    historische    Denkmale, 

Freiburg  i.  Br. 

,,     Jeglinger  Karl,   Besitzer  des   Ordens   der  Eis.   Krone  III.   Kl.   und    des 

kaiserl.  ottomanischen  Medschidje-Ordens,  k.  k.  Hofrat  d.  R. 
.,      St.  Julien  Artur   Graf,  k.  u.  k.  Kämmerer,   Bergrat  im  k.  k.  Ackerbau- 
Ministerium  in  Wien. 
Frau  St.  Julien  Marie  Agnes   Gräfin,   geb.  Gräfin  Wickenburg,   k.  u.  k.  Stern- 

kreuzordensdame  in  Wien. 
Seine  Exzellenz   St.  Julien -Wallsee   Klemens    Graf,   k.  k.   Landespräsident   im 

Herzogtum  Salzburg,  k.  u.  k.  geh.  Rat  und  Kämmerer. 
Herr  Jurasky  Johann,  k.  k.  Postsekretär  in  Brunn. 
„     Kahane  J.,  Vorstand  der  Generalagentschaft  Wien  der  k.  k.  privilegierten 

Assecurazioni  generali  in  Wien. 
,,     Kaiser  Benedikt,  Pfarrer  in  Leonfelden. 
Seine  Exzellenz  Kost  Michael  Freiherr  v.,    k.  k.  Ackerbauminister   a.   D.  und 
k.  u.  k.  geheimer  Rat  in  Ebelsberg. 


xxxm 

Herr  Kaunitx  Georg  Graf,  k.  u.  k.  Kämmerer. 

•  „  Kautsch  Jakob,  Leiter  der  Filiale  der  Allgemeinen  Depositenbank  in  Steyr, 
Korrespondent  der  k.  k.  Zentralkommission  für  Kunst-  und  historische 
Denkmale. 

.,      Kempf  Josef,  Baurat,  Stadtbauamtsleiter. 

.,      Keppelmayr  Max,  Med.-Dr. 

„      Kerbler  Viktor,  Oberlandesrat. 

„      Kern  Franz,  Kaufmann. 

„      Khuen  Oaston  Graf,  k.  u.  k.  Oberstleutnant  d.  R. 

„      Kinsky  Rtidolf  Gh-af,  k.  u.  k.  Kämmerer  und  Leutnant  d.  K.  in  Wien. 
Frau  Kinsky  Marie  Gräfin,  geb.  Gräfin  Wilczek  in  Wien. 
Kirchdorf  Marktkommune. 
Kirchdorf  Sparkasse  der  Marktkommune. 
Herr  Kirehmayr  Friedrich,  Kaufmann. 

„      Kißling  Adolf  Ritter  v.,  Dr.,  Gerichtsarzt. 

Kißling  Karl  Ritter  v.,  Dr.,  k.  k.  Notar  und  Regierungsrat. 

„      Kleinschmidt  Albert,  Goldarbeiter,  Sparkasse-Schätzmeister. 

„      Klopf  Johann,  Privat. 

„      Knechtl  Karl,  Med.-Dr.  in  Traun. 

.,      Knitl  Ferdinand,  Med. -Dr.  in  Ebelsberg. 

„      Knörlein  Friedrich,  Med.-Dr.  in  Schärding. 

„      Koch  August  G.,  evangelischer  Pfarrer. 

„      Koch  Jakob  Ernst,   Superintendent  und   evangelischer  Pfarrer  in  Wallern, 
Ritter  des  Ordens  der  Eis.  Krone  III.  Kl. 

„      Koch  Friedrich,  Senior  und  evangelischer  Pfarrer  in  Gmunden. 

„      Koch  Jjudwig,  k.  k.  Postmeister  und  Realitäten-Besitzer  in  Ischl. 

„      Kohlmünxer  Ernst,  k.  k.  Regierungsrat. 

,,      Köhler  August,  Privat. 

,,      König  Anton,  Dr.,  k.  k.  Gymnasial-Professor. 

„      König  Emil,  Landes-Oberbaurat,  Ritter  des  Franz  Josef-Ordens. 

„      Königbauer  Anton,  Landesbaurat  i.  P.  in  Prag. 

„      Königstorfer  Alois,  Lehrer  an  der  Jubiläumsschule. 

Körbl  Karl,  Med.-Dr.  in  Wien,  kaiserl.  Rat,  Badearzt  in  Hall. 

„      Körner  Reinhold,  General-Repräsentant  des  „Anker". 

,,      Korb  Heinrich,  Buchhändler. 

„      Kortüm  A.,  Hausbesitzer  in  Urfahr. 

,,      Kottiilinsky  Adalbert  Graf,  k.  u.  k.  Kämmerer,  Gutsbesitzer  in  Graz. 
Frau  Kottulinsky  Bora  Gräfin,  geb.  Freiin  Mayr  v.  Meinhof,  in  Graz. 
Herr  Krackowixer  Ferdinand,  Med.-Dr.  in  Gmunden, 

„      Krackowixer  Ferdinand,  Dr.,  kaiserl.  Rat,  Landesarchivar  i.  P.,  Konservator 
der  k.  k.  Zentralkommission   für  Kunst-  und  historische  Denkmale. 

„      Kränxl  Emil,  Dr.,  k.  k.  Postsekretär,   Korrespondent  der  k.  k.  Zentral- 
kommission für  Kunst-  und  historische  Denkmale,  Sekretär  des  Museums. 

„      Kränxl  Friedrich,  Med.-Dr.  in  Sierninghofen. 
Kremsmünster  Marktgemeinde. 
Kremsmünster  Sparkasse  der  Marktgemeinde. 
Herr  Krütxner  Zdenko,  Gutsbesitzer  in  Buchenau  bei  Linz. 

„      Krüxner  Ferdinatid  Karl,   Verwaltungsrat   der    Bank    für   Oberösterreich 
und  Salzburg. 

C 


XXXIV 

Herr  Kubinger  August,  Dr.,  k.  k.  Landesgerichtsrat  in  Krems. 
„      Kübeck  Max  Freiherr  v.,  k.  u.  k.  Legationsrat,   Gutsbesitzer,  Eeichsrats- 
Abgeordneter  in  Wien. 
Seine  Exzellenz  Kuenhurg  Oandolf  Graf,  Dr.,  Minister  a.  D.,  k.  u.  k.  geheimer 
Eat,  Senatspräsident  des  Obersten  Gerichts-  und  Kassationshofes  i.  P., 
Ritter  des  Ordens  der  Eis.  Krone  I.  Kl.,  Mitglied  des  österreichischen 
Herrenhauses,  Präsident  des  Museums. 
Ihre  Exzellenz  Kmnburg  Marie  Gräfin,  geb.  Gräfin  St.  Julien,  in  Salzburg. 
Herr  Kühn  Moritx,  Färbereibesitzer. 
„     Kurxwemhart  Robert,  Domdechant,  Besitzer  des  Ritterkreuzes  des  Leopold- 
Ordens. 
■    „     Kyrie  Edttard,  Apotheker  in  Schärding. 

.,      Laingruber  Franz,  Kaufmann. 
Lambach  Benediktinerstift. 
Lambach  Sparkasse  des  Marktes. 

Seine  Exzellenz  Lamberg  Heinrich  Graf,  Herrschaftsbesitzer  in  Steyr. 
Herr  Lamberg  Karl  Graf,  Herrschattsbesitzer  in  Wien. 
„     Lampl  Franx,   Dr.,    Hof-   und    Gerichtsadvokat,  Vizebürgermeister    der 

Stadt  Linz. 
„     Landerl  Philibert,    Dr.,    Konviktspräfekt   und  k.  k.  Professor  in   Krems- 
münster. 
„     Lang  Franx,  Pfarrer  in  St.  Martin  bei  Ried. 
.,      Langsteiner  Franz,  Med.-Dr.  in  Urfahr. 
„     Langthaler  Karl,  k.  k.  Oberingenieur. 
,,      Langthaler  Johann  B.,   Stiftshofmeister   und  Kustos   der  Kunstsammlung 

in  St.  Florian. 
„      Laver  an- Stiebar  Rudolf  Ritter  v.,  k.  k.  Staatsanwalt  in  Salzburg. 
„     Lechleitner  Hans,  Dr.,  k.  k.  Professor  an  der  Lehrerbildungsanstalt. 
„      Lehner  Franz  Xaver,  k.  k.  Gymnasial-Professor. 
„     Leitl  Josef,  Kaufmann  in  Neumarkt  bei  Freistadt. 
Leonfelden  Sparkasse  der  Marktkommune. 
Frau  Lettmayr  Marie,  Hausbesitzerin  und  Baumeisters -Witwe. 
Herr  Liebherr  Max,  Kanzleichef  der  Firma  H.  Franck  Söhne. 

„     Lindner  Heinrich,  Landhaus-Inspektor. 
Linx  Aktienbrauerei  und  Malzfabrik. 

Linz  Aktiengesellschaft  der  Lokomotivfabrik  Krauß  &  Co. 
Unx  Allgemeine  Sparkasse  und  Leihanstalt. 
Linx  Allgemeine    österreichische    Gasgesellschafts -Lokaldirektion    des    Linzer 

Gaswerkes. 
Linx  *Bischöfliches  Priesterseminar. 
Linx  *Filiale  der  k.  k.  priv.  Böhmischen  Union-Bank. 
Linx  *Linzer  Ruderverein  „Ister". 
Linx  Oberösterreichische  Baugesellschaft. 
Linx  Oberösterreichischer  Gewerbeverein. 
Linx  Oberösterreichischer  Volkskredit. 
Linx  Stadtgemeinde. 
Linx  Städtische  Sparkasse. 

Linx-Urfahr  Tramway-  und  Elektrizitäts-Gesellschaft. 
Herr  Locker  Julius,   Dr.,   Hof-  und  Gerichtsadvokat,  Eeichsrats-Abgeordneter. 


XXXV 

Herr  Lohninger  Josef,  Dr.,   Rektor  des  deutschen  National-Institutes   S.  Maria 
deir  Anima  in  ßom. 
„     Loos  Josef,  Dr.,  k.  k.  Landes-Schulinspektor. 
„     Lorenz  Eduard,  Professor  am  Mädchen-Lyzeum. 
„     Lötsch  Karl,  Dr.,  k.  k.  Notar  in  Eferding. 
„     Ludwig  Karl,  Dr.,  Professor  an  der  Handels-Akademie. 
„     Lychdorff  Vinxenz  v.,  k.  k.  Professor  i.  P.  in  Urfahr. 

„     Mac  Newin  0' Kelly  Franx  Reichsfreiherr  v,,  k.  u.  k.  Kämmerer,  ßegierungs- 
rat  in  Klagenfurt. 
Frau  Mac  Newin  0' Kelly  Eleonore  Freiin  v.,  geb.  Gräfin  Montfort,  in  Klagenfurt. 
Herr  Magner  Eduard,  Dr.,  k.  k.  Hofrat  i.  P.,  Ritter  des  Franz  Josef-Ordens. 
„      Mainzer  Johann,  Direktor  der  Ackerbauschule  Ritzlhof  i.  P.  in  Marchtrenk. 
„     Markl  Andreas,  k.  u.  k.  Major  d.  R.  in  Wien. 

„     Mathes  Karl  Ritter  v.,  k.  k.  Oberbaurat,  Ritter  des  Franz  Josef-Ordens. 
„     Matosch  Anton,  Dr.,  Bibliothekar  an  der  k.  k.  geologischen  Reichsanstalt 
in  Wien. 
Mattighofen  Marktgemeinde. 
Mattighofen  Sparkasse  des  Marktes. 
Herr  Matxinger  Theodor,  Med.-Dr.  in  Aschach  a.  d.  Donau. 

„     Maurhard  Hermann,  Dr.  jur.,  Kaufmann. 
Mauerkirchen  Marktgemeinde. 
Mautliau^Sitn  Marktgemeinde. 
Mauthausen  Sparkasse. 

Herr  Mayböck  Joh.  Nep.,   Dr.,   Domherr,    Konsistorialrat,   Regens  des  bischöf- 
lichen Priesterseminars. 
„     Mayer  Philipp,  k.  k.  Postamtsdirektor  in  Triest. 

„     Mayr  Georg,   Ritter  des  Franz  Josef-Ordens,   Konsistorialrat  und  Stadt- 
pfarrer in  Gmunden. 
„     Mayr  Josef,  Pfarrer  in  Hagenberg. 
„     Mayr  Ludwig,  Tischlermeister. 

„     Mayr  Michael,   Dr.,   k.  k.   Statthalterei- Archivdirektor   und   Universitäts- 
Professor  in  Innsbruck. 
„     Mayr  Philipp,  regul.  Chorherr  von  St.  Florian,   Konsistorialrat,  Dechant 
und   Schuldistrikts -Aufseher   des   Dekanates  Enns,   Stiftspfarrer  von 
St.  Florian,  Ritter  des  Franz  Josef-Ordens. 
„      Mayr  Sebastian,  Kapitular  des  Stiftes  und  k.  k.  Professor  in  Kremsmünster, 
„      *Mayrhofer  Bernhard,  Dr.,  Zahnarzt. 
,,     Mayrhuber  Johann,  geistl.  Rat,  Pfarrer  in  Pram. 

„     Meran  Johann  Oraf,  Herrschaftsbesitzer  in  Brandhofen  in  Steiermark. 
„     Messerklinger  Hans,  Dr.,  k.  k.  Hofrat  und  Staatsbahndirektor. 
„     Miller  xu  Aichholx  Viktor  Ritter  v.,  Dr.,  in  Wien. 
„     Minkus  Friedrich,    Dr.,    Besitzer   des   gold.  Verdienstkreuzes   m.   d.   Kr., 

Kunsthistoriker  in  Wien. 
„     Mittendorfer  Rudolf,   Werks-  und   Gemeindearzt,    Besitzer  des  gold.  Ver- 
dienstkreuzes in  Großraming. 
„      Mladota  Adalbert  Freiherr  v.  Solopisk,  k.  u.  k.  Kämmerer. 
„     Mörl  Max  v.,  k.  k.  Notar  in  Mauthausen. 
„     Moser  Josef,  Pfarrer  in  Zell  bei  Zellhof. 
„     Mostny  Leopold,  Likörfabrikant  in  Urfahr. 

C* 


XXXVI 

Herr  Müller  Fritx,  Tapezierer  und  Dekorateur. 

„     Müller  Franx,  Med.-Dr.,  Stadtarzt. 

„     MülUr  J.  M.,  Kunst-  und  Möbeltischler,  Besitzer  des  gold.  Verdienstkreuzes. 

„     Müller  Ludwig,  Tändler. 

„     Munganast  Emil,  k.  k.  OberpostkontroUor. 

„     Nebinger  W.  F.,  Verwaltungsrat  der  Bank  für  Oberösterreich  und  Salzburg. 
*Neufelden  Sparkasse  des  Marktes. 
Herr  *  Neukirch  Heinrich,  fürstl.  Starhembergscher  KontroUor. 

„     Newald  Richard,  Dr.,  Hof-  und  Gerichtsadvokat. 

„      Neweldowsky  Max,  k.  k.  Steuer-Inspektor. 

„     Nicolademi  Alexander,  Dr.,  Hof-  und  Gerichtsadvokat. 

„     Niedereder  Franx,  Lehrer  in  Vorderstoder. 

„     Nmlco  Johann,  Dr.,  k.  k.  Hofrat  und  Finanzdirektor. 
Frau  Oberdörfer  Marie,  Doktorsgattin  in  Steyr. 
Herr  Obermayr  Paul,  Kaufmann  in  Freistadt. 

„     *  Obermüller  Alois,  reg.  Chorherr  von  St.  Florian,  Pfarrvikar  in  St.  Marien- 
kirchen bei  Wels. 

„      Obermüller  Anton,  Pfarrer  in  Feldkirchen  bei  Mattighofen. 

„      Obermüller  Friedrich,  Dr.,  k.  k.  Notar. 
Frau  Obermüllner  Hermine,  k.  k.  Hofratswitwe. 
Herr  Obersinner  Gustav,  Chorherr  von  Schlägl,  Pfarrer  in  Aigen. 

„      Öhn  Hans,  Gutsbesitzer,  Schloß  Oberweis  bei  Gmunden.  * 

„      Öhn  Hermann,  Wirtschaftsbesitzer  am  Attersee. 

„      Oldrini  FVanx,  k.  u.  k.  Major  d.  E. 

„      Ortner  Karl,  Privat. 

„      Oxlberger  Josef,  k.  k.  Hofrat  i.  P. 

.,     Paar  Ludwig  Graf,  Dr.,  k.  u.  k.  Kämmerer  und  k.  k.  Bezirkskommissär. 

„     *Paul  Johann,  Professor  am  Mädchen-Lyzeum. 

,,     Pauli  Ludwig,  k.  k.  Landesgerichtsrat  in  Gmunden. 

„     Pauly  Max,  Fach-Unterlehrer. 

,.      Pechan  Georg,  Photograph  in  Urfahr. 
Fräulein  Pehersdorfer  Anna,  Fachlehrerin  in  Steyr. 
Herr  Peter  Josef,  Redakteur  der  „Linzer  Zeitung", 

„     Petx  Josef,  Sparkasse-KontroUor  in  Steyr. 

„      Peyrer  Hans  Ritter  v.  Heimstatt,  Dr.,  Rechtsanwalt  in  Grieskirchen. 

„     Pfeiffer-Weißenegg  Karl  Edler  v.,  k.  u.  k.  Truchseß  und  Großgrundbesitzer^ 
Ritter  des  Ordens  der  Eis.  Krone  III.  Kl.  in  Wien. 

„     Pia  Julius,  Dr.,  k.  k.  Landesgerichts-Präsident. 

„     Pierer  Ignax  Leo,  Dr.,  Privat. 
Pinxger  Anton,  Dompropst. 

„     Piscacek  lAidwig,   Dr.,   Primararzt   der  Hebammen  -  Lehranstalt  in  Wien, 
Ritter  des  Franz  Josef-Ordens. 

,,     Planck  Edler  v.  Planckburg  Eduard,  Gutsbesitzer  in  Neuhaus  a.  d.  Donau. 
Planck  Edler  v.  Planckburg  Hermann,  Gutsbesitzer  in  Feyregg. 

„     Planck  Edler  v.  Planckburg  Karl  Maria,  k.  k.  Ministerial -Vizesekretär  im 
Ministerium  des  Innern,  Wien. 

„     Planitx  Bernhard  Edler  v.  d.,  Privat. 

„     Poche  Franx,    Altbürgermeister    der   Landeshauptstadt   Linz,    Ritter    des 
Ordens  der  Eis.  Krone  III.  Kl.,  Graz. 


xxxvu 

Herr  Poche  Matthias,  Kaufmann,  kaiserl.  Rat. 
:    „      *P'öll  Alfred,  Dr.,  prakt,  Arzt. 

„     Pöschl  Florian,  Dr.,  Advokat  in  Ried. 

„     Pöschl  Pudolf,  Fabriksbesitzer  in  Rohrbach,  Landtags-Abgeordneter. 

„     Poschacher  Josef,  Brauereibesitzer. 

,      Pott  Ludwig,  k.  k.  Oberlandesgerichtsrat  i.  P. 

„     Prechtl  Hermann,  Schriftleiter  der  „Innsbrucker  Nachrichten",  Innsbruck. 

„  Preen  Hugo  v.,  Kunstmaler,  Gutsbesitzer  in  Osternberg  bei  Braunau, 
Korrespondent  der  k.  k.  Zentralkommission  für  Kunst-  und  historische 
Denkmale. 

„     Prohaska  Rudolf,  Dr.,  Hof-  und  Gerichtsadvokat. 

„     Pröll  Ferdinand,  Dr.,  emeritierter  k.  k.  Notar  in  Salzburg. 

„  Pröll  Laurenz,  Dr.,  Chorherr  des  Stiftes  Schlägl,  k.  k.  Gymnasial- 
Direktor  i.  P. 

„     FVuckmüller  Robert,  k.  k.  Bezirkshauptmann. 
Fräulein  Pulitxer  Julie,  Übungsschullehrerin,  Besitzerin  des  gold.  Verdienstkreuzes. 
Herr  Pupp  Ernst,  Konditor  und  Hausbesitzer. 

Seine  Exzellenz  Puthon  Viktor  Freiherr  v.,   k.  u.  k.  geheimer  Rat,   k.  k.  Statt- 
halter in  Oberösterreich  i.  P.,  Ritter  des  Ordens  der  Eis.  Krone  I.  Kl., 
Ritter  des  Franz  Josef-Ordens,  Herrenhausmitglied,  Salzburg. 
Ihre  Exzellenz  Puthon  Sophie  Freiin  v.,  geb.  Gräfin  Bombelles,  in  Salzburg. 
Herr  Quirein  Moritz,  Verlagsbuchhändler. 

„     Ramsauer  Alois,  Bäckermeister. 

„     Ramsdorfer  Anton,  k.  k.  Hofrat. 

„     Rau  Hugo,  k.  k.  Qberrechnungsrat  i.  P. 
Frau  Reibmayr  Marie,  geb.  v.  Dierzer,  Med.-Dr.-Gattin. 

Herr  Reichet  Karl,  Generaldirektor  der  Kleinmünchener  Aktiengesellschaft  für 
Baumwollspinnerei  und  mechanische  Weberei. 

„     Reif  Josef,  Pfarrer  in  Klam. 

,,     Reininger  Franz,  Kaufmann. 

„     Reininger  Karl,  Fabriksbesitzer,  Landtags-Abgeordneter  etc. 

„     Reiß  Hermann,  Med.-Dr.,  Bahn-  und  Gerichtsarzt. 

„     Reitinger  Matthias,  Privat, 
Seine  Exzellenz  Revertera  de  Salandra  Friedrich  Graf,  k.  u.  k.  geheimer  Rat  und 
Kämmerer,  Mitglied  des  Herrenhauses  etc.,  in  Parsch   bei  Salzburg. 
Herr  Rezabek  Sebastian,  k.  k.  ÜbungsschuUehrer,  Bezirksschulinspektor. 

„     Rezac  Franz,  Maler. 
Ried  Stadtgemeinde. 
Herr  Rieder  Eduard,  Tabakhauptverleger, 

„     Rigele  Gustav,  Dr.,  k,  k.  Notar,  Ritter  des  Franz  Josef-Ordens. 

„     Ritzberger  Albert,  Kunstmaler. 

„     Ritzberger  Engelbert,  Drogenhändler. 

„     Rixner  Alexander,  k.  u.  k.  Hof-  und  Kammerbuchbinder,  k.  u.  k.  n.  a.  Leutnant. 
Rohrbach  Bezirks-Lehrerbibliothek. 

Herr  Rolleder  Anton,  Professor  und  k.  k.  Bezirksschulinspektor  in  Steyr,  Besitzer 
des  gold.  Verdienstkreuzes  m.  d.  Kr. 

„     Rosenbauer  Konrad,  Kaufmann. 

„     Ruekensteiner  Friedrich,  emeritierter  k.  k,  Bezirksrichter. 

„      Rucker  Franz,  Privat. 


XXXVIII 

Frau  Rticker  Marie,  Private. 

Herr  Rupertsberger  Matthias,    reg.   Chorherr   von    St.   Florian,    Pfarrvikar    zu 

Ebelsberg. 
„     Rüling   Hans  Freiherr   v.,    k.   u.   k.   Leutnant   d.    K.    in    Schloß    Einöd, 

Steiermark. 
<,      Saclisperger  Josef,  Buchhändler. 
.,      Sadleder  Karl,  Privat. 

„      Sailer  Josef,   Propst  und  lat.  Abt  des  reg.  Ohorherrenstiftes   St.  Florian. 
,,     Salburg  Julius   Oraf   k.  u.  k.  Kämmerer,   Bezirkshauptmann   und   Statt- 
haltereirat in  Gmunden. 
„      Sames  Josef  Revident  der  k.  k.  Staatsbahnen. 
„      Samhaber  Edward,  Professor  an  der  k.  k.  Lehrerbildungsanstalt. 
„      Sander  Otto,  Privat. 
„      Saramr  Josef  k.  k.  Notar  in  Mödling. 
„      Sassy  MoriU,  Hörer  der  Philosophie,  k.  u.  k.  Leutnant  d.  E.  in  Freihof- 

Steindlbach,  Post  Peuerbach. 
„      Saxinger  Her7nann,  Kaufmann. 

„  Sehaehermayer  Matthias,  Hausbesitzer  und  Schlossermeister. 
,,  Sehachinger  Qeorg  Julim,  Eealitätenbesitzer  in  Hinterstoder, 
.,      Sehachinger  Norbert,  Abt  des  Stiftes  Schlägl,   Sr.  k.  u.  k.  Apost;  Majestät 

Rat,  Ritter  des  Leopold-Ordens  etc. 
„      Schadler  Karl,  Tonwarenfabrikant. 
„      Sehamberger  Hans,  Lehrer  in  Lohnsburg. 
„      Scharfen  Gustav  Ritter  v.  Hennedorf  Vizepräsident  des  k.  k.  Oberiandes- 

gerichtes  in  Wien. 
„      Schalter  Franz,  Direktor  des  k.  k.  Staatsgymnasiums  in  Freistadt. 
„      Schauer  Johann,   Dr.,    Ritter  des  Ordens  der  Eis.  Kr.  IH.  Kl.  und   des 

Franz  Josef-Ordens,   Advokat  und  Bürgermeister  in  Wels,   Landtags- 
Abgeordneter. 
„      Schedle  Anton,  k.  k.  Oberingenieur  und  Baubezirksleiter  in  Wels,  Besitzer 

des  gold.  Verdienstkreuzes  m.  d.  Kr. 
„     Seheiblhofer  Jakob,  Küchen-  und  Kellermeister  des  Stiftes  Schlägl. 
,,      Sclieichl  Franx,  Dr.,  Professor  an  der  Handels-Akademie. 
„     Scheinig  Franx,  Betriebsleiter  der  Elektrizitätswerke. 
„     Scherzi  Johann  Nep.,  Realitätenbesitzer. 
,.      Sehiefthaler  Franz,    Architekt,    Direktor   der   k.   k.   allgemeinen    Staats- 

Handwerkerschule,    Konservator    der    k.  k.   Zentralkommission    für 

Kunst-  und  historische  Denkmale. 
„      Schießer  Anton,  Dr.,  Professor  der  k,  k.  Staatsrealschule  in  Pilsen. 
„     Schiffmann  Konrad,  Dr.,  Weltpriester,  Professor  am  CoUegium  Petrinum 

in  Urfahr-Linz. 
„      Schiller  Edward,  Dr.,  Konzeptsadjunkt. 
„      Schmidbauer  Lambert,  Pfarrer  in  Altmünster. 
,,      Schmidel  Edmund,   k.  k.  Landesgerichtsrat   a.   D.   und   Konservator   der 

k.  k.  Zentralkommission  für  Kunst-  und  historische  Denkmale,  in  Steyr. 
,,     Schmiedegg  Franx  Oraf,  k.  u.  k.  Kämmerer  in  Gmunden. 
,,      Schmiedegg  Gustav  Graf,  k.  k.  Bezirkshauptmann  in  Kirchdorf. 
„      Schmieder   Pius,    Dr.,    Kapitular    des    Stiftes    Lambach,    Benefiziat    zu 

Stadl-Paura. 


XXXIX 

Herr  Schmit  Heinrich,  Dr.,  k.  k.  Professor  und  Primararzt. 

Schneiderbauer  Paul,  Seelsorger  der  Waisenkolonie  in  Hart  bei  Leonding. 
.,      Sehnopfhagen  Franx,  Med.-Dr.,  Landes-Sanitätsrat,  Primararzt  der  Landes- 
irrenanstalt in  Niedernhart. 
.,      Sehonbaß  Josef,  Pfarrer  in  Rainbach  bei  Freistadt. 
,,      Schöppl  August,  Schulleiter  i.  P. 

Schrack  Karl,  kaiserl.  Rat,  Ritter  des  Franz  Josef-Ordens,   Oberinspektor 
a.  D.  der  k.  k.  österreichischen  Staatsbahnen. 
,,      Schrack  Karl,  Dr.,  Sanitätskonzipist  und  Oberbezirksarzt. 
„      Schröckenfux   Oottlieb,   Werksbesitzer  in   Roßlei then   bei  Windischgarsten, 

Besitzer  des  gold.  Verdienstkreuzes  m.  d.  Kr. 
„      Schuhbaur  Roman,  Kaufmann  in  Enns. 
„      Schuster  Josef,  Med.-Dr.,  k.  k.  Oberbezirksarzt  in  Steyr. 
.,      Schüeker  Franz  Edler  v.  Hunnwall,  k.  u.  k.  Oberstleutnant  d.  R. 
,,      Schwab  Qeorg,  Schieferdeckermeister. 
Schwanenstadt  Stadtgemeinde. 

Herr  Schwarz  Ludivig,    Senior    und    evangelischer   Pfarrer   in   Gallneukirchen, 
Ritter  des  Franz  Josef-Ordens. 
„      Schweiger  Josef  Ritter  v.  Montevento,  k.  k.  Statthaltereirat,  Wels. 
„      Schweitzer  Jjvdwig,  Buchhalter. 

.,      Seidel  Rudolf,  techn.  Direktor  der  Oberösterreichischen  Baugeselisehaft. 
,,      Sekkt;*-  Franz,  k.  k.  Major  in  Pisek. 
„     *Selle  Friedrich,  Dr.,  evang.  Pfarrer  in  Steyr. 
„      Semsch  Max,  Dr.,  Privat  in  Urfahr. 

,,      Seyrl  Hugo,  Jurist,  Hannsberg  bei  St.  Johann  am  Windberg. 
„      Seyrl  Ludwig,  Schloß  Starhemberg  bei  Haag. 
.,      Silber  Matthias,  regul.  Chorherr,  Novizenmeister,  Kustos  der  Stiftskirche 

in  St.  Florian. 
.,      Sommerhuber  Karl,  Kaufmann. 
.,      Sonnleithner  Andreas,  Dr.,  Amtsdirektor  der  Allgemeinen  Sparkasse  und 

Leihanstalt. 
„      Soyka  Karl  v.,  k.  u.  k.  Oberst  a.  D. 
,,      Spaun  Ijudtvig  Ritter  v.,  k.  k.  Ministerialrat  und  Mitglied  der  statistischen 

Zentralkommission  in  Wien. 
„      Spaun   Max   Freiherr   v.,    Ritter    des    Ordens    der    Eis.   Krone   HI.    Kl., 

k.  k.  Kommerzialrat,  Fabriksbesitzer  in  Klostermühl. 
~,      Sprinzenstein  Max  Oraf,   k.  u.  k.  Kämmerer,   Oberleutnant  d.  R.,   Ritter 
des  Ordens  der  Eis.  Krone  IIL  Kl. 
Frau  Sprinzenstein  Almerie  Gräfin,  geb.  Gräfin  Schlick. 
Staats- Oberrealsehule  k.  k. 
Herr  *Stadlbauer  Julius,  Jurist,  Wels. 

Stagl  Alexander,    Generalagent    der   Versicherungs- Gesellschaft    „Öster- 
reichischer Phönix", 
Seine  Durchlaucht  Herr  Starhemberg  Ernst  Fürst,   Herrenhausmitglied,   Guts- 
besitzer etc. 
Herr  Starke  Gustav,  Feinmechaniker  in  Grub  am  Hallstätter  See. 
„     Staubitzer  Georg,  Privat. 
,,      Steinbauer  Matthias,  k.  u.  k.  Major  d.  R. 
,,      Steinberger  Friedrich,  Disponent. 


XL 

Herr  Steinberger  Otcstav,  konz.  Baumeister.  "  . 

„      Steiner  Josef,  Privat. 

„      Stelxl  Pereyrin,  k.  k.  Ober-Forstkommissär. 

„      Stengl  Karl,  Magister  der  Pharmazie,  Chef  der  Firma  Paul  Kern. 
Steyr  Stadtgeraeinde. 
Steyr  Sparkasse  der  Stadt. 
Herr  Stieglitz  Franz,  Konsistorialrat,  Domherr. 
„      Stifter  Theodor,  Dr.,  k.  k.  Auskultant  in  Grein. 

„     Stockhammer  Emmerich,  Med.-Dr.,  k.  k.  Landes-Sanitätsrat  und  Stadtarzt. 

,    „      Stockhammer   Gustav,   Oberinspektor   der   österreichischen   Nordwestbahn, 

Korrespondent  der  k.  k.  Zentralkommission  für  Kunst-  und  historische 

Denkmale  in  Floridsdorf  bei  Wien. 

„      Stourzh  Aloiü   Edler  v.,    Dr.,  Vizepräsident   des   k.   k.   Kreisgerichtes   in 

Korneuburg. 
„      Straberger  Alfred,  k,  k.  Landesgerichtsrat  i.  P.  in  Urfahr. 
„      Straberger  Josef,   k.  k.  Ober-Postkontrollor  i.  P.,   Ritter  des  Franz  Josef- 
Ordens,    Konservator   der   k.  k.   Zentralkommission   für   Kunst-  und 
historische  Denkmale,  Vizepräsident  des  Museums. 
„     Strachwitz  Zdenko  Oraf  k.  u.  k.  Kämmerer,  Rittmeister  a.  D.,  Gutsbesitzer 
in  Mamling  bei  Braunau. 
Frau  Strachwitz  Hilda  Gräfin,  geb.  Reichsfreiin  v.  BlittersdorfF,  in  Mamling. 
Herr  Strnadt  Julius,  k.  k.  Oberlandesgerichtsrat  i.  P. 
„      Strobl  Johann,  geistlicher  Rat  und  Stadtpfarrer  in  Steyr.  ;' 

Suttner  Ferd.,  niederösterr.  Landesbeamter. 
„      Taxis  Johann  Graf,  Gutsbesitzer  in  Graz. 
„      Teutschmann  Karl,  Dr.,  Advokat  in  Amstetten. 
„      Thalmayr  Franz,  Dr.,  Direktor  des  Mädchenlyzeums. 
„      Thürheim  Andreas  Graf,  Oberst-Erbland-Falkenmeister  im  Erzherzogtume 
Osterreich  ob  der  Enns,  k.  u.  k.  Kämmerer,  Major  a.  D.,  Schloß  Weinberg. 
„      Tischler  Moritz,  Ingenieur,  Regierungsrat  und  Oberinspektor  der  k.  k.  Staats- 
bahnen. 
„      Titze  Julius,  Fabrikant. 
Frau  Töpfer  Johanna,  Antiquitäten-Händlerin. 
Herr  Trauner  Jakob,  Kaufmann. 
„      Tscherne  Fritz,  Kaufmann,  k.  u.  k.  Hoflieferant. 
,,      Tscherne  Rudolf,  Dr.,  Apotheker. 
„      Uitz  Karl,  Gutsbesitzer  in  Irnharting. 
Urfahr  Stadtgemeinde. 
Urfahr  Sparkasse  der  Stadt. 
Herr  Van-Zel  v.  Arlon  Artur,  k.  u.  k.  Oberstleutnant  im  78.  Inft.-Rgmt.  in  FoÖa, 

Bosnien. 
Vöcklabruck  Bezirks-Lehrerbibliothek. 

Vöcklabruck  Stadtgemeinde.  c 

Herr  Vomviller  Heinrich,  Gutsbesitzer  auf  Schloß  Lichtenau  bei  Haslach. 
„      Wagner  Karl,   Med.-Dr.,  Hausarzt  der  oberösterr.  Landes-Irrenanstalt  in 

Niedernhart  bei  Linz, 
„     *  Wagner  Karl,  Maler  in  Wels. 
Waixenkirchen  Marktkommune. 

Herr  Walcher  Alois,   Direktor  der  k.  k.  Taubstummen-Lehranstalt,   Ritter  des 
Franz  Josef-Ordens. 


XLI 

Herr  Was7ner  Johann  v.,  k.  u.  k.  Oberst  d.  R. 
„      Wasserburger  Franz,  Dr.,  praktischer  Arzt. 
„      Wastler  Franx,  k.  k.  Schulrat,  Professor  i.  P. 
„      Wegrosta  Karl,  Oberlehrer  in  Spital  am  Pyhrn. 

Weidenweber  Theodor,   Maschinenfabrikant,  Installateur  und  Hausbesitzer. 
Weidinger  Josef,  Zahnarzt. 
„      Weikl  Franz,  Baumeister. 

„      Weingärtner  Josef  M.,  Brauereibesitzer  in  Hagen. 
„      Weingärtner  Robert,  Fabrikant. 

„      Weinmayr  FVanx,  Ritter  den  Ordens  der  Eis.  Krone  III.  KL,  päpstlicher 
Hausprälat    und    päpstlicher    geheimer    Kämmerer,     Ehrendomherr, 
Kon-»istorialrat,  Dechant  und  Pfarrer  in  Ischl. 
„      Weiß  Julius,  Privat. 

„     *Weiß  Karl,  Supplent  am  Collegium  Petrinum  in  Urfahr. 
„      Weiß  Jjudwig,  Privat  in  Wien. 
„      Weiße  Moritz,  k.  k  Bezirksrichter  i.  P. 

„      Weißenicolff  Konrad  Reiehsgraf  Ungnad  v.,    k.  u.  k.  Kämmerer,    Oberst- 
Erbland-Hofmeister  in  Österreich  ob  der  Enns,   Mitglied  des  Herren- 
hauses    des     österreichischen     Reichsrates,     Landtags -Abgeordneter, 
Gutsbesitzer  in  Steyregg. 
Wels  Stadtgemeinde. 
Wels  Sparkasse  der  Stadt. 

Herr  Wendling  Ludwig,  Gemeindearzt  in  Ach  an  der  Salzach. 
„      Wenger  Leopold,  Dr.,  praktischer  Arzt  in  Urfahr. 

„      Werkowitsch  Konstantin,  kaiserl.  Rat,  Sekretär  des  o.-ö.  Landeskulturrates. 
,.      Wertheinier  Julius,  Gutsbesitzer  in  Ranshofen. 
„      Wertheimer  Philipp,  Gutsbesitzer  in  Ranshofen. 
Weyer  Sparkasse. 
Herr  *  Wickenburg  Max  Graf,  Dr.,  k.  k.  Hofrat. 

„      Wieninger  Oeorg,  Realitätenbesitzer  in  Schärding,  Ritter  des  Franz  Josef- 
Ordens. 
,,      Wilcxek  Hans  jun.  Graf,  k.  u.  k.  Kämmerer  in  Wien. 
Frau  Wilcxek  Elisabeth  Gräfin,  geb.  Gräfin  Kinsky,  in  Wien. 
Herr  Wildatcer  Ernst  Ritter  v.,  Dr.,  Advokat  in  Perg. 
„      Wildmoser  Richard,  Kaufmann,   Kassier  des  Museums,  Besitzer  des  gold. 
Verdienstkreuzes  m.  d.  Kr. 
Frau  Wildmoser  Karoline,  Kaufmannswitwe. 
Herr  Wimhölxel  Arnold  Kajetan,  k.  u.  k.  Leutnant  d.  R. 
„      Wimmer  August,  k.  k.  Finanz-Rechnungsoffizial. 
,.      Wimmer  Julius,  Buchdruckerei-Besitzer. 
Windischgarsten  Sparkasse  der  Marktkommune. 
Herr  Winkler  Adolf  k.  k.  Postmeister. 

„      Winkler  Friedrich,  k.  k.  Finanz-Rechnungsrat. 
Frau  Wit  v.  Döring  Johanna,  geb.  Baronin  Kotz. 
Herr  Wittrich  Karl,  Kaufmann. 

Wahrer  Jttstinus,  P.,  Dr.,  Bibliothekar  des  Stiftes  Wilhering. 
„      Wolfinger  Leopold,  Hotelier. 

„  Wötxl  Alois,  Dr.,  k.  u.  k.  Oberstabsarzt  d.  R.,  Ritter  des  Ordens  der 
Eis.  Krone  III.  Kl.,  Korrespondent  der  k.  k.  Zentralkommission  für 
Kunst-  und  historische  Denkmale. 


XLTI 

Herr  Wurm  Hans,  Hotelier. 

„      Wmchko  Ernest,  Pfarrer  in  Spital  am  Pyhrn. 

„      Würfl  Christoph,  k.  k.  Gymnasial-Direktor. 

„      Zechenter  Klemens,  Dr.,  k,  k.  Sanitätsassistent. 

,,      Zeisx  Heinrich,  Direktor  der  Linzer  Aktienbrauerei. 

,      Zeitlingers  Sohn  Michael,  Sensenfabrikant  in  Blumau  bei  Kirchdorf. 

.,      Zeller  Emil,  Apotheker  in  Windischgarsten. 

„      Zellner  Heinrich,  königl.  Rentamtmann  in  Freising,  Bayern. 
Zentralmrband  der  Sensen-,  Sichel-  und  Strohmesser-Gewerke  in  Oberösterreich. 
Herr  *Zibermayr  Ignaz,  Dr.,  Landesarchivar. 

„     Zoeehbamr  Johann,  Dr.,  Direktor  am  Collegium  Petrinum  in  Urfahr,  Ritter 
des  Franz  Josef-Ordens. 

„      Zoepf  Franz,  k.  k.  Regierungsrat,  Landes-Kulturinspektor. 

,,      Zötl  Anton,  Dr.,  Konzeptsadjunkt. 

„      Zuckrigl  Anton,  Dr. 

Stand  der  Mitglieder  am  31.  März  1904: 

Ordentliche  Mitglieder 593 

Ehrenmitglieder 20 

Mandatare ^^ 

Korrespondierende  Mitglieder 14 


Sterbefälle. 

Herr  Bauer  Eberhard,   P.,    Prior   des   Stiftes   Schherbach,    Korrespondent  der 
k.  k.  Zentralkommission  für  Kunst-  und  historische  Denkmale. 

„  Brandlmayr  Michael,  Med.-Dr.,  kaiserl.  Rat,  Mitglied  des  k.  k.  Sanitäts- 
rates und  Oberbezirksarzt  i.  P. 

„  Derleth  Ignax,  k.  k.  Landesgerichts-Präsident  i.  P.  und  Komtur  des  Franz 
Josef-Ordens  etc.  in  Wien. 

„  Dierxer  Emil  Ritter  v.  Traunthal,  Ritter  des  Ordens  der  Eis.  Krone  III.  KL, 
Fabriksbesitzer,  Landeshauptmann-Stellvertreter  etc.    (Ehrenmitglied). 

„  Frieß  Gottfried,  Dr.,  Stiftsbibliothekar  und  Archivar,  k.  k.  Professor,  Konsi- 
storialrat,  Meister  des  deutschen  Hochstiftes  in  Frankfurt  a.  M.  etc., 
Seitenstetten  (Ehrenmitglied). 

„  Seine  Durchlaucht  Kinsky  Ferdinaiid  Fürst,  Ritter  des  gold.  Vlieses, 
k.  u.  k.  geheimer  Rat  und  Kämmerer,  Mitglied  des  österr.  Herren- 
hauses etc.,  Wien. 

,,      Kurz  Alois,  Dr.,  emerit.  k.  k.  Notar  in  Steyr. 

„      Mayer  Johann,  k.  k.  Postmeister  i.  P.,  Grieskirchen  (Mandatar). 

„      Neswadba  Johann,  k.  u.  k.  Major  d.  R. 

„      Poschacher  Anton,  Architekt,  Granitwerkbesitzer,  Mauthausen. 

,,  Weeser-Krell  Jakob,  Ingenieur  und  Aquarellmaler,  Komtur  des  päpstlichen 
St.  Gregorius-Ordens,  Schloß  Haus. 

„  Wichner  Jakob,  P.,  Kapitular  des  Stiftes  Admont,  Besitzer  der  gold.  Me- 
daille für  Kunst  und  Wissenschaft,  Korrespondent  der  k.  k.  Zentral 
kommission  etc.  (Ehrenmitglied). 

„  Zittel  Karl  Alfred  Ritter  v.,  Dr.,  k.  Geh.  Rat,  Universitäts-Professor  etc. 
München  (Ehrenmitglied). 


Verzeichnis 

der 

wissenschaftlichen  Gesellschaften  und  Anstalten, 

mit  welchen  Schriftenaustausch  stattfindet. 


Aachen.    Aachener  Geschichtsverein. 

Agram.     Gesellschaft  für  südslavische  Geschichte  und  Altertumskunde. 

—  Societas  historica    naturalis   croatica.     (Kroatischer   naturwissenschaftlicher 

Verein.) 
Altenburg.     Die    geschichts-    und     altertumsforschende     Gesellschaft    des 

Osterlandes. 
Augsburg.     Naturwissenschaftlicher  Verein  für  Schwaben  und  Neuburg. 

—  Historischer  Verein  im  Regierungsbezirke  Schwaben  und  Neuburg. 
Baden  bei  Wien.     Gesellschaft  zur  Verbreitung  wissenschaftlicher  Kenntnisse. 
Bamberg.     Historischer  Verein  für  Oberfranken. 

—  Naturforschende  Gesellschaft. 

Basel.    Historische  und  antiquarische  Gesellschaft. 
Berlin.     Königlich  preußische  Akademie  der  Wissenschaften. 

—  Verein  für  Geschichte  der  Mark  Brandenburg. 

—  Gesellschaft  naturforschender  Freunde. 

—  Botanischer  Verein  der  Provinz  Brandenburg. 

—  Der  deutsche  Herold. 

Bern.     Schweizerische  naturforschende  Gesellschaft. 

—  Naturforschende  Gesellschaft  in  Bern. 
Bistritz  in  Siebenbürgen.     Gewerbeschule. 

Bonn.     Naturhistorischer  Verein   der   preußischen   Rheinlande   und  Westfalen 
(vordem  ., Niederrheinische  Gesellschaft  für  Natur-  und  Heilkunde"). 
Boston.     Society  of  natural  history. 

—  American  Academy  of  arts  and  sciences. 
Braunschweig.     Verein  für  Naturwissenschaften. 
Bregenz.     Museumsverein  für  Vorarlberg, 
Bremen.    Naturwissenschaftlicher  Verein. 

Breslau.     Verein  für  Geschichte  und  Altertum  Schlesiens. 


XLIV 

Breslau.     Schlesische  Gesellschaft  für  vaterländische  Kultur. 
Brooklyn.     Museum  of  the  Brooklyn  Institute  of  arts  and  sciences. 
Brunn.     Museumssektion  der  k.  k.  mährischen  Gesellschaft  zur  Beförderung 
der  Landwirtschaft,  der  Natur-  und  Landeskunde. 

—  Museum  Francisceum. 

—  Mährischer  Landesausschuß. 

—  Der  Verein  für  die  Geschichte  Mährens  und  Schlesiens. 

—  Naturforschender  Verein. 

—  Mährisches  Gewerbemuseum. 

Brüssel.     Soci4t6  royale  malacolique  de  Belgique. 

—  Academie  royale  des  sciences,  des  lettres  et  des  beaux  arts. 
Budapest.     Ungarisches  National-Museum. 

—  Königlich  ungarische  Akademie  der  Wissenschaften. 

—  Mathematische  und  naturwissenschaftliche  Berichte  aus  Ungarn. 

—  Königlich  ungarische  geologische  Anstalt. 
Budweis.     Städtisches  Museum. 

Buenos   Aires.     Bureau   g^n^ral   de   statistique    de   la   province   de   Buenos 

Aires. 
Cambridge,   Massachusetts.     Museum  of  comparative  zoology. 
Chemnitz.     Naturwissenschaftliche  Gesellschaft. 

—  Verein  für  Chemnitzer  Geschichte. 

Cherbourg.     Soci^tö  nationale  des  sciences  naturelles  de  Cherbourg. 

Chicago.     Academy  of  sciences. 

Christiania.     Königlich  norwegische  Universität. 

Chrudim.     Kaiser  Franz  Josef-Gewerbemuseum  für  Ostböhmen. 

Chur.     Historisch-antiquarische  Gesellschaft  von  Graubünden. 

Cincinnati.     Museum  Association. 

—  The  Uoyd  museum  and  library. 
Dan  zig.     Naturforschende  Gesellschaft. 

Darmstadt.     Historischer  Verein  für  das  Großherzogtum  Hessen. 
Davenport,  Jova,  U.  S.  A.     Academy  of  natural  sciences. 
Dillingen  a.  D.     Historischer  Verein  für  Dillingen  und  Umgebung. 
Donaueschingen.     Verein   für   Geschichte   und  Naturgeschichte   der  Baar 

und  der  angrenzenden  Landesteile. 
Dresden.     Königliche  Sammlungen  für  Kunst  und  Wissenschaft. 

—  Königlich  sächsischer  Altertumsverein. 

—  Naturwissenschaftliche  Gesellschaft  „Isis". 

Dürkheim.     „Polichia",  naturwissenschaftlicher  Verein  der  ßheinpfalz. 
Düsseldorf     Naturwissenschaftlicher  Verein. 

Eisleben.     Verein  für  Geschichte   und  Altertümer  der  Grafschaft  Mansfeld. 
E 1  b  e  r  f  e  1  d.     Naturwissenschaftlicher  Verein. 

Emden.     Gesellschaft    für   bildende    Kunst    und    vaterländische    Altertümer 
Ostfrieslands. 

—  Naturforschende  Gesellschaft. 

Enns.     Musealverein  für  Enns  und  Umgebung. 

Erfurt.     Königliche  Akademie  gemeinnütziger  Wissenschaften. 

Erlangen.     Physikalisch-medizinische  Sozietät. 

Florenz.     Societä  Entomologica  Italiana. 

Frankfurt  a.  M.    Verein  für  Geschichte  und  Altertumskunde. 


XLV 

Frankfurt  a.  M.     Senckenbergsche  naturforschende  Gesellschaft. 

Frauen fe Id.    Thurgausche  naturforschende  Gesellschaft. 

Freiburg  im   Breisgau.     Gesellschaft    für   Beförderung    der   Geschieh ts-, 

Altertums-   und  Volkskunde  von  Freiburg,    dem   Breisgau   und   den 

angrenzenden  Landschaften. 

—  Naturforschende  Gesellschafc. 

Freistadt.     Kaiser  Franz  Josef-Staatsgymnasium. 

Friedrichshafen.     Verein   für  Geschichte  des  Bodensees   und  seiner  Um- 
gebung (Lindau). 
Gallen  St.   (Schweiz).     Historischer  Verein. 

—  Naturwissenschaftliche  Gesellschaft. 

Gießen.     Oberhessische  Gesellschaft  für  Natur-  und  Heilkunde. 

—  Oberhessischer  Geschichtsverein. 

G  m  u  n  d  e  n.     Forstverein  für  Österreich  ob  der  Enns. 

—  Kommunal-Gymnasium. 

Görlitz.     Gesellschaft   für  Anthropologie   und  Urgeschichte  der  Oberlausitz. 

—  Naturforschende  Gesellschaft. 

Göttingen.     Königl.  Gesellschaft  der  Wissenschaften. 
Graz.    Landesmuseum  „Joanneum"  für  Steiermark. 

—  Steiermärkisches      kulturhistorisches       und       Kunstgewerbe  -  Museum      im 

Joanneum. 

—  Historischer  Verein  für  Steiermark. 

—  Verein  der  Ärzte  Steiermarks. 

—  Naturwissenschaftlicher  Verein  für  Steiermark. 
Greifs wald.     Rügisch-pommerischer  Geschichtsverein. 

—  Geographische  Gesellschaft. 

—  Naturwissenschaftlicher  Verein  für  Neu -Vorpommern  und  Rügen. 
Güstrow  (Mecklenburg-Schwerin).     Verein  der  Freunde  der  Naturgeschichte. 
Halle  a.  d.  S.     Kaiserlich  Leopoldioisch-Karolinische  deutsche  Akademie  der 

Naturforscher. 

—  Thüringisch-sächsischer  Verein   für  Erforschung   des  vaterländischen  Alter- 

tums und  Erhaltung  seiner  Denkmale. 

—  Verein  für  Erdkunde. 

Hamburg.     Verein  für  hamburgische  Geschichte. 

—  Verein  für  naturwissenschaftliche  Unterhaltung. 

Hanau.     Wetterauer  Gesellschaft  für  die  gesamte  Naturkunde. 

Hannover.     Naturhistorische  Gesellschaft. 

Heidelberg.     Historisch-philosophischer  Verein. 

Hermannstadt.     Verein  für  siebenbürgische  Landeskunde. 

' —  Verein  für  Naturwissenschaften. 

Innsbruck.     Museum  Ferdinandeum. 

Jena.    Verein  für  thüringische  Geschichte  und  Altertumskunde. 

—  Geographische  Gesellschaft  für  Thüringen. 

J  u  r  j  e  f  f  (Dorpat,  russ.  Livland).     Naturforscher-Gesellschaft. 
Kassel.     Verein  für  Naturkunde. 

Kiel.     Schleswig  -  Holstein  -  Lauenburgische    Gesellschaft    für    vaterländische 
Geschichte. 

—  Naturwissenschaftlicher  Verein  für  Schleswig-Holstein. 

—  Schleswig-Holsteinisches  Museum  vaterländischer  Altertümer. 


XL  VI 

Kiew.     Gesellschaft  der  Naturforscher. 

Klagenfurt.     Naturhistorisches  Landesmuseum  von  Kärnten. 

—  Geschichtsverein  für  Kärnten. 

Klausenburg.    Medizinisch -naturwissenschaftliche  Sektion   des   siebenbürgi- 

schen  Museumvereins. 
Knin  (Dalmatien).     „Staro-Hrvatska  Prosvjeta." 
Köln.     Historischer  Verein  für  den  Niederrhein. 
Königsberg.     Physikalisch  -  ökonomische  Gesellschaft. 
Kopenhagen.     Soci^t^  royale  des  antiquaires  du  nord. 
Krakau.     Akademie  der  Wissenschaften. 
Kremsmünster.     K.  k.  Obergymnasium  der  Benediktiner. 
Laibach.     Museal  verein  für  Krain. 
Landshut.     Historischer  Verein  von  und  für  Niederbayern. 

—  Botanischer  Verein. 
Leipzig.     Verein  für  Erdkunde. 

Leisnig  (Sachsen).     Geschichts-  und  Altertumsverein. 
Leyden.     Maatschappij  van  Nederland'sche  Letterkunde. 
Lindau,  siehe  Friedrichshafen. 
Linz.     Landeskulturrat  für  Österreich  ob  der  Enns. 

—  K.  k.  oberösterreichische  Landwirtschaftsgesellschaft. 

—  Handels-  und  Gewerbekaramer  für  Österreich  ob  der  Enns. 

—  Verein  für  Naturkunde. 

—  K.  k.  Staatsgymnasium, 

—  K.  k.  Staats-Oberrealschule, 

—  K.  k.  Lehrer-  und  Lehrerinnen-Bildungsanstalt. 

—  K.  k.  allgemeine  Staatshandwerkerschule. 

—  Öffientliche  Handels-Akademie. 

—  Bischöfliches  Knabenseminar  „Collegium  Petrinum". 

—  Mädchen-Lyceum. 

—  Oberösterreichischer  Gewerbeverein, 
London.     British  museum  (natural  history). 
St.  Louis.     Academy  of  science. 

—  Botanical  garden. 

Lübeck.     Geographische  Gesellschaft. 

Luxemburg,     „Fauna",  Verein  Luxemburger  Naturfreunde, 

—  La  soci^te  G.-D.  de  Botanique  du  Grand-Duchö  de  Luxembourg. 
Luzern.    Historischer  Verein  der  fünf  Orte  Uri,  Schwyz,  Unterwaiden,  Luzem 

und  Zug. 
Mainz.     Verein  zur  Erforschung  der  rheinischen  Geschichte  und  Altertümer. 
Marburg.     Gesellschaft  zur  Beförderung  der  gesamten  Naturwissenschaften, 
Meissen.     Verein  für  Geschichte  der  Stadt  Meissen. 
Metz.     Verein  für  Erdkunde. 

—  Gesellschaft  für  lothringische  Geschichte  und  Altertumskunde. 
Milwaukee.     Public  museum  of  the  City  of  Milwaukee. 
Montevideo.     Museo  nacional. 

Montreal  (Canada).     Soci6t6  de  numismatique  et  d'arch^ologie. 
Moskau.     Kaiserliche  Gesellschaft  der  Naturforscher. 
München.     Königlich  bayerische  Akademie  der  Wissenschaften. 

—  Historischer  Verein  von  und  für  Oberbayern. 


XLvn 

München,     Geographische  Gesellschaft. 

—  Ornithologische  Gesellschaft  in  Bayern. 

Münster.    Eedaktion    des    „Literarischen    Handweiser",     zunächst    für    das 

katholische  Deutschland. 
Neisse.     WissenschaftHche  Gesellschaft  „Philomathie". 
Neuburg  a.d.D.     Historischer  Verein. 
Nürnberg.     Germanisches  Museum. 

—  Naturhistorische  Gesellschaft. 
Offenbach.     Verein  für  Naturkunde. 
Osnabrück.     Naturwissenschaftlicher  Verein. 
Paris.     Museum  d'histoire  naturelle. 

P  a  8  s  a  u.     Naturhistorischer  Verein. 

Petersburg.     Comit^  g^ologique. 

Posen.     Historische  Gesellschaft  für  die  Provinz  Posen. 

Prag.     Königlich  böhmische  Gesellschaft  der  Wissenschaften. 

—  Verein  für  die  Geschichte  der  Deutschen  in  Böhmen. 

—  Naturwissenschaftlicher  Verein  „Lotos"'. 

—  Direktion  der  k.  k.  Sternwarte. 

—  Museum  des  Königreiches  Böhmen. 

—  Kunstgew.  Museum  der  Handels-  und  Gewerbekammer. 
Preßburg.    Verein  für  Heil-  und  Naturkunde. 
Regensburg.     Naturwissenschaftlicher  Verein. 

—  Königlich  botanische  Gesellschaft. 

—  Historischer  Verein  von  Oberpfalz  und  Eegensburg. 
Reichenberg.     Verein  der  Naturfreunde. 

—  Nordböhmisches  Gewerbemuseum. 
Ried.     K.  k.  Staatsgymnasium. 

Rio  de  Janeiro.     Museo  nacional. 

Rom.     Academia  dei  Lincei. 

Salzburg.     Städtisches  Museum  Carolino  Augusteum. 

—  Gesellschaft  für  salzburgische  Landeskunde. 

Salzwedel.    Altmärkischer  Verein  für  vaterländische  Geschichte  und  Industrie 

(Abteilung  für  Geschichte). 
San  Jose  (Costa  Rica,  Zentralamerika).     Museo  national. 
San  Salvador.     Imprenta  national. 

Sarajevo.     Direktion  des  bosnisch-herzegowinischen  Landesmuseums. 
Schwäbisch-Hall,    Historischer  Verein  für  das  württembergische  Franken. 
Schwerin.     Verein  für  mecklenburgische  Geschichte  und  Altertumskunde. 
Seitenstetten.     K.  k.  Obergymnasium  der  Benediktiner. 
Spalato.     Archäologisches  Museum. 
Stavanger,  Norwegen.     Museum. 
Steyr.     K.  k.  Staats-Oberrealschule. 
Stockholm,     K.  svenska  vetenskaps  academien.     (Acad^mie  royal  su^doise 

des  Sciences.) 

—  K.  vitterhets  historie  och  antiquitets  academien, 

Straßburg.     Gesellschaft   für  Erhaltung   der   geschichtlichen   Denkmale   im 
Elsaß. 

—  Kaiserliche  Univeraitäts-  und  Landesbibliothek. 
Stuttgart.     Verein  für  vaterländische  Naturkunde  Württembergs. 


xLvni 

Stuttgart.     Württembergisclie  Vierteljahrshefte  für  Landesgeschichte. 

—  Meteorologische  Zentralanstalt. 

—  Württembergischer  Anthropologischer  Verein. 
Teplitz.     Museumsgesellschaft. 

Troppau.     Kaiser  Franz  Josef-Museum  für  Kunst  und  Gewerbe. 
U 1  m.     Verein  für  Kunst  und  Altertum  in  Ulm  und  Oberschwaben. 

—  Verein  für  Mathematik  und  Naturwissenschaften. 
TJpsala.     Königliche  Universität. 

Venedig.     Del  reale  instituto  veneto  di  scienze,  lettere  ed  arti. 
Verona.     Accademia  d'agricultura,  arti  e  commercio. 
Washington.     U.  S.  National-Museum. 

—  National  academy  of  sciences. 

—  U.  S,  Geologlcal  survey. 

—  Bureau  of  ethnology. 

—  U.  S.  Departement  of  agriculture. 

—  Smithsonian  institution. 
Wels,     Städtisches  Gymnasium. 

Wien.    Kaiserliche  Akademie  der  Wissenschaften. 

—  K.  k.  Hofbibliothek. 

—  K.  k.  Familien-Fideikommiß-Bibliothek. 

—  Bibliothek  des  k.  k.  Ministerrats-Präsidiums. 

—  Bibliothek  des  k.  k.  Ministeriums  des  Innern. 

—  Bibliothek  des  k.  k.  Ministeriums  für  Kultus  und  Unterricht. 

—  K.  k.  Universitäts-Bibliothek. 

—  K.  k.  geologische  ßeichsanstalt. 

—  K.  k.  naturhistorisches  Hofmuseum. 

—  K.  k.  österreichisches  Museum  für  Kunst  und  Industrie. 

—  K.  k.  statistische  Zentralkommission. 

—  K.  u.  k.  Heeresmuseum. 

—  K.  k.  Zentralkommission  zur  Erforschung  und   Erhaltung   der  Kunst-   und 

historischen  Denkmale. 

—  K.  k.  geographische  Gesellschaft. 

—  K.  k.  zoologisch-botanische  Gesellschaft. 

—  K.  k.  heraldische  Gesellschaft  „Adler". 

—  K.  k.  hydrographisches  Zentralbureau. 

—  Anthropologische  Gesellschaft. 

—  Altertumsverein. 

—  Verein  für  Landeskunde  in  Niederösterreich. 

—  Verein  zur  Verbreitung  naturwissenschaftlicher  Kenntnisse. 

—  Verein  der  Geographen  an  der  k.  k.  Universität. 

—  Wissenschaftlicher  Klub. 

—  Gesellschaft  für  die  Geschichte  des  Protestantismus  in  Österreich. 

—  Akademischer  Verein  deutscher  Historiker. 

—  Numismatische  Gesellschaft. 

—  Klub  der  Münz-  und  Medaillenfreunde. 

—  Wiener  entomologischer  Verein. 

—  Verein  für  österreichische  Volkskunde. 

—  Österreichische  Gesellschaft  für  Meteorologie. 

Wiesbaden.  Verein  für  nassauische  Altertumskunde  und  Geschichtsforschung. 


XLIX 

Wiesbaden.     Verein  für  Naturkunde  im  Herzogtume  Nassau. 

Wisconsin.    Naturhistorischer  Verein. 

Würz  bürg.     Historischer  Verein  für  Unterfranken  und  Aschaffenburg. 

—  Physikalisch-medizinische  Gesellschaft, 

Zürich.     Antiquarische   Gesellschaft   (Gesellschaft  für   vaterländische   Alter- 
tümer). 

—  Schweizerisches  Landesmuseum. 

—  Naturforschende  Gesellschaft. 
Zwickau.     Verein  für  Naturkunde. 

—  Altertumsverein  für  Zwickau  und  Umgebung. 


D 


i 


Vermehrung  der  Sammlungen. 

(1.  April  1903  bis  Ende  März  1904.) 


Archiv. 

A.  Schwertberger  Archivalien. 
(Durch  Kauf  erworbene  Archivalien  aus  dem  Schloßarchiv  von  Schwertberg.) 

Sie  gliedern  sich  in 

1.  Wall seer  Urkunden  und  Akten.   Verwaltunga- und  Wirthschaftsacten 

aus  dem  gesammten  Güter-  und  Pfandbesitzbereich  der  Familie  von 
Wallsee,  von  der  Grenze  Böhmens  und  Mährens  bis  an  die  Adria 
(Castua  und  Fiume)  aus  den  Jahren  1415—1483  (ein  Stück  1370), 
und  zwar: 

85  Originalien,  fast  durchgehends  ob  der  Ennsia. 
231  Abschriften  (besorgt  vom  Archivreferenten  Baron  Handel-Mazzetti). 
(Diese  Sammlung  enthält  auch  einige  Privatkorrespondenzen 
der  Wallseer  und  auch  mehrere  die  damalige  Zeitgeschichte  be- 
rührende Stücke.  Ihr  Hauptwert  liegt  aber  in  den  so  zahlreichen 
wirtschaftsgeschichtlichen  Daten.) 

2.  Tschernemblsche   Urkunden  und  Akten.    Betreffen:    Markt   Perg, 

Schwertberg,  Windeck,  Tragwein  (Schützenhof  in  Tr.  Pf.),  Ried  und 
Zirking,  Grein  und  Greinburg,  Struden  etc. 

Die  Urkunden  und  Abschriften  solcher  (14.  und  15.  Jahrhundert, 
siehe  auch  „Diplomatar")  beziehen  sich  auch  auf  Krainsche  Güter 
(Heimat  der  Tschernembl),  bes.  Amt  Staettemberg. 

Unter  den  Akten  sind  hervorzuheben: 
Eine    Maut-    und    Schiffahrtsordnung    am     Struden     zur    Zeit    des 

Mautners  Joh.  Lebl  zu  Greinburg.    (16.  Jahrhundert.) 
Zahlreiche  und  verschiedenartige  Quittungen  an  die  Tschernembls  und 

deren  Pfleger  zu  Windeck  und  Schwertberg. 
Einnahm-  und  Ausgabregister  für  Windeck  1590  vom  Pfleger  Albrecht 

Wolkenstein. 
Schriftstücke:   Sabina  von  Königsmark  zu  Adldorf,  Wittwe,  und  ihre 

Erben  (Stängl)  betreffend.    1577—78. 

D* 


Ln 

Schriftstücke:    Marusch   von   Schallenberg,  Wittwe,   geb.  v.  Laspitz, 

Pflegtochter  des  Georg  Erasm.  von  Tschernembl  l>etr.  1592—99. 
Ein  Konvolut  Starhembergscher  Schriften,  betrifft  auch  Schauenberg 

und  Eferding  und  Arbesbach.     1574 — 1605. 

(Darunter   die  Korrespondenz  Techernembls   wegen   der 

protestantischen  Erziehung  des  Erasmus  von  Starhemberg.) 
Einige  Schriftstücke  die  Tschernembls  selbst  und  ihre  Verwandten: 

Schönkirchen,  Strein,  Enenkel  betreffend.    1597—1616. 
1592.  Unterthanen -Verkauf  von  Hanns  Jacob  Löbl  zu  Greinburg  an 

Hanns  Tschernembl. 
1602 — 03.  Verzeichnis  der  ordinari  und  extraordinari  Gefälle  bei  der 

damals  Tschernembl'schen  Herrschaft  Ottensheim. 
1622,  18.  August.     München.     Die    käufliche    Überlassung    der   con- 

fiscierten  Tschernemblschen   Güter    in   Oest.   ob   der  Enns  an 

Graf  Leonhard  Helfried  von  Meggau.     (2  Stück.) 
1561 — 1609.     Zahlreiche  Rechnungen  von  und  für  die  Tschernembls, 

darunter : 

„Auszügl  des  Buchführer  Georg  Willer  von  Regensburg,  1604^ 
10.  September." 
3.  Streinsche  Urkunden  und  Akten.  (Freideck,  Freinstein,  Tal  Wachau, 

Pfarre  Ober-Nonndorf.) 
Einzelne  Stücke:  „Supplicieren  der  Rottleute"  (tempore  Maximiliani). 
1526.     Christof  Stokaruer  von  Starein  an  Wolfgang  Strein. 
1539.     Herttenstain.     Presentationsschreiben    des  Wolfg.   Strein    von 

Passau  für  Pfarre  0.  Nonndorf. 
1548  et  1549  Krumau  (2  Stück)  betreffend  Heinrich  Strein  und  Wolf- 
hart Strein. 
Zahlreiche  undatierte  Notizen,  Rechnungen,  Aufschreibungen  von  der 

Hand  des  Reichard  Strein,  auch  eine  Aufschreibung  politischen 

Inhaltes  (Schmalfolio). 
Von  Reichard  Strein  eigenhändig: 

8  Seiten  Konzept.  Vortrag  an  den  Erzherzog  (Matthias).  1583, 
1.  Juni. 

Ein  Schreibenskonzept  an  seinen  Schwager  Felix  von  Herberstein. 
1580.  Wien,  10.  Juni. 

Ein   Schreiben   an   den   Erzherzog.  (Kt)nzept.)   Freideck,  1599, 
14.  September. 

(Abschrift.)     1578,    Freideck.     Kulturhistorisch     interessantes 
Schreiben  an  Dr.  Kurz  in  Linz. 
1565—1568.     Ein  Konvolut  Schriften  betreffend  den  Reichart  Strein- 

schen  Diener  und  Hofmeister  Jan  Neitlitsch.     Derselbe   stand 

im  Felde  gegen  die  Türken  (Gyula)  und  wurde  ihr  Gefangener. 
1584—1600.    An  Reichard  Strein  Freih.  je  ,2  Schreiben  von  Seyfried 

Ribisch  aus  Schlesien  (Schweidniz),   von  Erasm.  ToUinger  (zu 

Grünau)  aus  Frey<ieck,   und  vom  Truchseß  Geyr. 
1575 — 1598.     Zahlreiche  Quittungen  verschiedener  Art  und  Personen 

an  Reichard  Strein,  darunter  6  Stück  Geldquittungen  des  Hanns 

Adam  Jörger  Frh.  (1576—1580). 


LIII 

1577 — 1599.  Ein  Konvolut  Rechnungen  von  und  für  Freideck  und  für 
Reichard  Strein. 

1587,  11.  Mai.  Posen.  Ein  interessantes  Schreiben  des  Hanns  Tautl, 
Bürgers  in  Posen,  an  H.  Balczer  von  Dennewitz  in  Wien,  teils 
politischen  Inhaltes. 

1542.  1558.  Zwei  politische  Schriftstücke,  niederösterreichische  Stände 
und  Landtag  betreffend. 

1597.  Neuhofen,  28.  Jänner.  Ein  Schreiben  von  26  Pfarr-Ausschüssen 
an  Reichard  Strein,  ihre  Beschwerde  vor  den  kaiserlichen  Kom- 
missären betreffend. 

4.  Neuere  Akten  die  Herrschaft  Schwertberg  betreffend: 

1642,  3.  Mai.  Linz.  Vergleich  zwischen  Schwertberg  (Graf  Meggau) 
und  Windhag  (Joachim  Enzmüller). 

1687.    Kriminalprozeß  wegen  Brandlegung  im  Markt  Perg. 

1693.    Exzesse  der  Graf  Styrum-Dragoner  in  Perg. 

1702 — 1703,  Das  Prinz  Lothringensche  Regiment  zu  Fuß  und  dessen 
Quartier.     (Kommissär  Freiherr  v.  Clam.) 

1715 — 1718.  Rechnungsbeilagen,  Anlage  des  Werbgeldes,  Kopfsteuer- 
Register  etc. 

1738.    Kriminalprozeß  wegen  eines  Totschlages  in  Perg. 

1761 — 1778.  Korrespondenz  des  Alexander  Fr.  Jos.  Graf  Engl,  Dechant 
in  Enns,  mit  Graf  Türheim :  Resignation  des  Pfarrers  in  Trag- 
wein,  Umpfarrung  zwischen  Ried  und  Schwertberg. 

1763 — 1764.  Korrespondenz  des  Franz  Friedrich  Graf  Engl  mit  Graf 
Türheim:   Einführung  der  Seidenspinnerei  in  Schwertberg. 

1778,  29.  April.  Joh.  Weikh.  Graf  Engl  verspricht  dem  Grafen  Tür- 
heim seine  Stimme  zur  Verordneten-Stelle. 

Außerdem   noch   diverse  Aktenstücke   des  17.  und  18.  Jahrhunderts. 


5.  Miszellaneen,   und  zwar: 


a)  Zu  den  schon  bestehenden  Faszikeln  eingereiht: 

1.  Fasxikel.  Bauernunruhen.  45  Stück  Originale  und  gleichzeitige  Ab- 

schriften.    1595—1597. 

2.  Fasxikel.  Mondsee  —  Wildenegg.  Grenz-,  Jagd-  und  Wildbahn-Strei- 

tigkeiten in  der  Gegend  des  Wolfganger  Sees  zwischen  Kloster 
Mondsee  (mit  Wildenegg),  Erzstift  Salzburg  und  Österreich. 
1599,  1614,  1639,  1688—1691).  Interessant:  „der  Herrschaft 
Wildenegg  Riegung"  und  eine  Landschaftsskizze  der  Sankt 
Wolfganger  Gegend.     (13  Stück.) 

3.  Fasxikel.   Schaunberg — Eferding.  Herrschaft  Wildberg.   1640 — 1648. 

10  Stück  Militaria.     Schifersche  Rgt. 

4.  Fasxikel.    Familienakten.    Eckhart  v.  d.  Tänn.    1738,  16.  Oktober. 

Maria  Aloisia.     Ordensgelübde.     (Druck.) 

Hager.     Otto   Sigmund   Hager  L.  B.  ab  Allentsteig.     (Druck.) 

1806,  25.  Februar.     Gratulationsschreiben   des  Ministers 

Kaunitz  an  Fmlt.  Baron  Hager. 
Jörger.    1582.  Wien,  12.  Februar.    Heiratsguts-  und  Verzichts- 

quittung  der  Barbara  J.  geb.  J.  v.  Tollet. 


LIV 


Lamberg-Liechtenstein.    1704.    Hochzeitsfestgedicht.     (Druck.) 

Salburg.  1710.  Ferdinand  und  Johann  Eeichard  Grf.  v.  8., 
Karmeliter.     (Druck.) 

Welzer  von  Spiegelfeld.  1572.  Wien,  22.  Jänner.  Revers  des 
Ruprecht  Welzer  von  Spiegelfeld  auf  Nieder -Wallsee 
als  angenommener  Landmann  von  Niederösterreich. 

1586.  Kondukts -Ausgaben -Verzeichnis  für  den  in  Eferding  ge- 
storbenen, in  Nieder -Wallsee  begrabenen  Hanns  Welzer. 

5.  Fasxikel.   Rechtsakten,  Ordnungeti  etc. 

1559.  Wien,  1.  Oktober.  Landgerichtsordnung  für  Österreich 
ob  der  Enns.     (Wien,  bei  M.  Zimmermann.) 

1638.  Passau,  11.  August.  Stolordnung  des  Bischofs  von  Passau 
L.  W.,  Erzherzog  von  Österreich. 

1641.  Wien,  12.  Juli.  Vernewerte  Zehentordnung  für  Öster- 
reich ob  der  Enns.    (Linz,  bei  Maria  Kürnerin  Wittwe.) 

1677.  Landgerichtsordnung  von  Österreich  ob  der  Enns, 
I.— III,  T.,  1675,  17.  August,  nebst  Adeligen  Criminal- 
privileg  de  1675,  28.  August.  (Linz,  bei  Caspar  Freischmied 
Landschaftsbucbdrucker.) 

1702.  Prag,  16.  November.  Reisgejaidordnung  für  Österreich  ob 
der  Enns.  (Linz,  bei  Caspar  Freischmied,  Landschafts- 
buchdrucker.) 

1725.  Linz,  1.  August.  K.  Karl  VI.  Bettelordnung  für  Österreich 
ob  der  Enns.  (Linz,  bei  Joh.  M.  Feichtinger,  Lands- 
hptmschftl.  Buchdrucker.) 

1727.  Wien,  24.  November.  K.  Karl  VI.  Neue  verbesserte 
Jäger-  und  Reisgejaidordnung  für  Österreich  ob  der  Enns. 

1755.  K.  k.  Mauthordnung  und  Vectigal  für  Österreich  unter 
und  ob  der  Enns. 

6.  Fasxikel.    Historisch-topographiseh-statistisehe  Matrikel. 

Enns.  1628,  19.  Februar.  Enns,  Richter  und  Rat  quittieren 
Wolf  Künhamer  in  Neuhofen  über  Gültenzahlung. 

Linz.  Gesinnung  der  Bürger  in  Linz  beim  Einzug  der  öster- 
reichischen Truppen,  6.  Jänner  1810.  (Druck.)  —  Statuten 
der  Gesellschaft  der  Musikfreunde  in  Linz.  1821.  (Druck.) 

S  t  e  y  r.  Des  J.  U.  Dr.  und  Bürgermeisters  von  Paumgartten 
Rede  über  Frieden  von  Campo  Formio,  17.  Oktober  1797. 

St  Florian.  Trauer -Rede  des  Franz  Freintaller,  21.  De- 
zember 1780  in  der  CoUeg.-Kirche  gehalten  f.  d.  K.  K. 
Maria  Theresia. 

Windhaag.  1586,  19.  September.  Friedrich  v.  Prag,  Freih. 
zu  Winthag  contra  Adam  Frh.  v.  Pögl'sche  Erben.  — 
1506,  25.  Jänner.  Persenbeug.  Windhaag'sche  Freiheit 
zu  Besetzung  des  Malefiz-Rechtes. 

7.  Fasxikel.    Niederösterreich.    1591,  19.  November.    Mandat  des  Erz- 

herzogs Ernst   an   die    uiederösterreichische  Regierung. 


LV 

8.  Fasxikel.    Lcmdschaft- Stände  (ob  der  Enns). 

1521.  Freitag  nach  8t.  Ulrich.  Landrechtenausschreibung  durch 
den  Vizedom.  Gg.  Sigharter  an  die  Land-Stände. 

1526.  Herzog  Ernst  Administrator  von  Passau  an  Herrn-  und 
Ritterstand  ob  der  Enns  in  Lehenssachen. 

1528.  Quittung  des  St.  Joh.- Spital  zu  Passau  an  Landschafts- 
verordnete  wegen  Pfarre  Waitzenkirchen. 

1559.  Der  Herrn  Verordneten  Gewalt  de  äö  1559,  dato  Linz 
am  Landtag   12.  Dezember  1558.     Tschernembls  Hand. 

1586.  Erzherzog  Mathias  Resolution  an  Landstände  ob  der 
Enns   über  deren  Gravamina. 

1595.  Musterregister  der  7  Städte  des  Erzherzogtums  Öster- 
reich ob  der  Enns. 

9.  Fasxikel  der  Urkunden. 

Zwischen  1407 — 1410.  Wien,  24.  Juni.  Herzog  Emsts 
Privileg  für  die  Messerer  zu  Steyr.     Original. 

1424.  Adam  Sweinpekch  zu  Kreuzen  verkauft  den  Wilh.  und 
Pernh.  Seidlspergern  zu  Obmberg  V2  ^^^  ^^i  Lehen  im 
Hart,  Rieder  Pf.,  Freistätter  Ludgl. 

1581,  10.  Juli.  Bstand  -  Contract  über  das  gütl  zu  Kronern. 
Siegler  Joel  von  Fraenking  zu  Fraenking  etc. 

1605.  Wien,  11.  November.  Vergleich  des  Andreas  Paldritz 
v.  Hadersfeld  und  seiner  Frau  Sibylla  geb.  Cekhorin 
v.  Wilkhau  mit  Wolfgang  Rottenstubmer  zu  Linz  auf  dem 
Ufer  wegen  eines  Prozesses,   ,,so  ein  paschkumpart  ist". 

1692.  Schwertberg,  28.  April.  Mar.  Ann.  Grfin.  v.  Salburg 
geb.  Gfin.  v.  Starhemberg  verkauft  1  Thcil  des  Hardtner 
oder  Närner  Zehents,  so  zum  adeligen  Sitz  Hardt  gehörig. 

b)  Nicht  eingereihte  Miszellaneen. 

3  Urkunden -Abschriften.  2  des  15.  Jahrhunderts:  1364.  Staatsvertrag 
*  zwischen  K.  Karl  IV.  und  den  Habsburgern.  —  Der  Herzoge  Al- 
brecht und  Leopold  Vertrag  mit  den  Bürgern  von  Passau.  (Torso.) 

Vor  1386  (moderne  Abschrift):  Lehensaufsendung  des  Engelmar 
V.  Zoumak  über  diese  Feste  an  die  Herzoge  Albrecht  IH.  und 
Leopold  III.  von  Osterreich  für  seinen  Vetter  Hanns  den 
Schönberger. 

8.  d.  Landeshptmannschftl.  Schluß  zwischen  Hanns  Frh.  Haym  zu 
Reichenstein  und  Wolf  Lichtensteger. 

1591.  Klage  des  Kl.  Paumgartenberg  gegen  die  Brüder  Perger  zu 
Clam.     (2  Stück.) 

1596,  22.  April.  Wien.  Quittung  der  Elisabeth  Preinerin  Freiip  auf 
David  Ungnad  Freih.  zu  Sonneck. 

1606,  11.  Juni.  Bestallungs- Dekret  des  Abt  Wilhelm  von  Garsten 
für    Dr.   Caspar    Hell    Landeshptmschaftl.   Advokat   in    Linz. 

1611.  Deutsch  -  Brod,  20.  März.  Lateinisches  Bittgesuch  des  Don 
Balthasar  de  Runig  an  Erzherzog  Leopold  um  Betrauung  zu 
Verhandlungen  mit  der  Kais.  May.  und  Kon.  v.  Ungarn,  „ist 
nicht  admittiert  worden". 


LVI 

1613.    Brief  der  Adelheid  von  Arnim,  Wittwe  des  henisz  von  Bredow 

an  ihren  Vetter  Christoph  Franz  v.  Arnim, 
1613—1615.     Ferdinand    Kulmer   zum   Rosenbühel   und  Otto  Victor 

von  und  zu  Fraenking  contra  Hanns  Enoch  Perger  zu  Clam. 

(2  Stück.) 

B.  Sonstige  Erwerbungen. 
Grabstein-  und  Wappenphotographien,  Grabsteinabschriften:     Aus  Goisern 
(4),  Hallstatt  (11)  und  Ischl  (2). 

(Geschenk  des  Herrn  Starke,  Gutsbesitzers  von  Grub  bei  Hallstatt.) 
Matrikel.     Historisch-topographisch-statistische  Matrikel : 

Altmünster:     Verschiedene     Stift-    und    Benefizbriefe,     von     Martin 
Schachner   1451,    Graf  Herberstorf  1629,    Graf   Scherflfenberg 
1761,  Ahammer  1791. 
Gschwandt  bei  Gmunden:    1754.    Beneficiums-Stiftsbriefs-Copie. 
Lauffen:     Mauth-  und  Vecticalgerechtigkeiten   des   Marktes  LauflFen. 
(Geschenk  der  k.  k.  Forst-  und  Domänendirektion  für  Ober- 
österreich und  Salzkammergut  in  Gmunden.) 
Manuskripte.    Traunkirchen.    „Liber  historiarum  rerum  Traunkirchensium." 
Pap.-Cod.-Copien   von   Freiheits-,    Fundations-,    Lehensbriefen,    Tai- 
dingen,  auch  Dienst-  und  Stiftsregister. 

(Geschenk  von  derselben  k.  k.  Direktion.) 
Manuskript.  Niederösterreich.  Tourenbeschreibung  des  Schauspielers  Ludolf. 
April  1835  von  MödUng,  über  Heiligenkreuz,  Altenmarkt,  Gutten- 
stein,    Reichenau,    Clam,    Gloggnitz,    Neunkirchen,    Seebenstein 
und  Ternberg  (die  gesperrten  Orte  eingehend  behandelt).    Inliegend 
ein  Brief  „Lemberg,  2.  April  1848  von  einem  k.  k.  Oberleutnant". 
(Geschenk  des  k.  u.  k.  Oberleutnants  Broschek  in  Linz.) 
Osterreich.     1809.    Friedenstraktat   zwischen    dem   Kaiser    von   Österreich 
und  dem  Kaiser  der  Franzosen  1809,  14.  Oktober  Wien,  ratifiziert  17. 
und  16.  Oktober,  ausgewechselt  20.  Oktober. 

(Geschenk  des  Herrn  Dr.  Alfred  H5,ckl  in  Steyr.) 
Personalien,  respektive  Familienfaszikel. 

Dorner  Josef.  1797.  Linz,  1.  Dezember.  Lehr-  und  Freibrief  für 
Josef  Dorner  im  Forst-  und  Jagdwesen,  ausgestellt  vom 
Oberstforst-  und  Jägermeister  ob  der  Enns  Christoph  Graf 
Lehrbach  Herr  von  Bergheim.  (Kauf.) 

Eyslsberg.  1728.  Wien,  13.  Jänner.  Intimierung  des  Freiherrn- 
standes für  Leopold  Reinald  von  Eyslsberg  an  die  Land- 
schafts-Verordneten  ob  der  Enns.  Orig.-KoU.  Linz,  1734, 
5.  März.  (Geschenk  des  Herrn  Professors  von  LychdorfF.) 
m  Spendou.  1839.  Wien,  2.  Jänner.  Leopold -Ordensritter- Diplom 
Kaiser  Ferdinands  I.  für  Josef  Spendou,  Doktor  der 
Theologie,  niederösterr.  Regierungsrat,  inful.  Prälat,  Dom- 
propst des  Metropolitan -Kapitels  zu  Wien,  erzbischöflicher 
Konsitorialrat,  Dechant  von  Kirnberg  und  Kanzler  an  der 
Wiener  Hochschule.  Orig.-  und  KolL- Abschrift  samt  dessen 
Porträt  1829  mit  73  Jahren. 

(Geschenk  der  Frau  Anna  Spendou  in  Linz.) 


LVII 

Stifter   Adalbert.     Schriftstücke    auf    die    Errichtung    des    Adalbert 
Stifter -Denkmales  in  Linz  bezugnehmend.     Konvolut. 
(Geschenk  des  Herrn  Adalbert  Markus,  Obmann  des 
Adalbert  Stifter  -  Denkmal  -  Komitees.) 
Rechtsakten,   Ordnungen. 

1.  Handwerksordnung  der  Zimmerleute  von  Linz  1596,  12.  Juli. 

(Geschenk,  vermittelt  durch  Herrn  Dr.  Emil  Kränzl.) 

2.  Feuerassekuranz -Ordnung,  königlich  bayerische,  von  1811  samt 
Verwaltuugsinstruktion . 

(Geschenk  des  Herrn  Enderlin,  Fabrikant  in  Traun.) 
Keligionsakten. 

1.  Gegenreformations- Akten  des  Pfleggerichts  Wildenstein.  1650, 
1771,   1781.      (Geschenk  der  k.  k.  Forst-  und  Domänendirektion 

für  Oberösterreich  und  Salzkammergut  Gmunden.) 

2.  Konvolut.:  Die  Evangelischen  Transmigranten  aus  Oberösterreich 
im  ehemaligen  Großfürstentum  Siebenbürgen,  in  Neppendorf  und 
Großau  bei  Hermannstadt.    Enthält: 

a)    Abschriften  von  fünf  unedierten  Protokollen  des  Hermann- 
städter Archivs.    1752  —  1771.    1754  —  1755.    1760.    1777. 
1783. 
h)   Eine  zusammenfassende  Darstellung  über  die  Siebenbürger 
Landler.     Ihre  Wohnungen,    Höfe,    Sitten,    Gebräuche, 
Lieder,   Haussprüche,   Familien-  und  Tauf-   und  Spitz- 
namen. Auszüge  aus  den  Kirchenmatriken  von  Großau  und 
Neppendorf  von  1734  her,  Verzeichnis  der  noch  lebenden 
Landlerfamilien,  Photographien  von  Landlerfamilien, 
e)    Quellen   über   die    Geschichte    der  Auswanderung    und 
Ansiedlung     in    Siebenbürgen    1734  — 1735     nebst    ein- 
schlägigen   Broschüren    und    Auswanderer -Verzeichnisse 
(publ.). 
(Geschenk  des  k.  u.  k.  Oberst  i.  P.  Baron  Handel- Mazzetti,  welcher  das 
meiste  an  Ort  und  Stelle  sammelte,   die  Abschriften  besorgte.) 
Stammbuch    des    Georg    Siegmund    Freiherrn    von    Tannberg   zu   Aurolz- 
münster,    f  1656,    6.  Mai.     Die  Eintragungen  aus  den  Jahren  1635 
bis  1650  meist  aus  Siena. 

(Geschenk  des  k.  u.  k.  Oberst  i.  P.  V.  Baron  Handel -Mazzetti.) 
Urkundenfaszikel.    1646.    Salzburg,  1.  Jänner.  Schuldbrief  des  Erzbischofs 
Paris  von  Salzburg  an  seinen  Vetter,  -f  Johann  Bapt.  Graf  Lodron, 
und  Anna  geborne  Erbtruchsessin  von  Waldburg,  s.  fr.     Söhne:  Karl 
und  Johann  Bapt.  Graf  Lodron.     Orig.-Perg. 
(Geschenk  des  Herrn  Josef  Quaiser,  Steuereinnehmer  i,  P.  in  Linz.) 

C.  Kopien  für  das  Diplomatar  des  Landes  ob  der  Enns. 

1.  Nach  Originalien  des  königlich  bayerischen  Allgemeinen  Eeichsarchivs  in 
München:  315  Stück,  12.  bis  14.  Jahrhundert;  davon  134  Stück 
1376  — 1400  bereits  in  Reinschrift  niedergelegt. 

Hiezu  noch  zahlreiche  Abschriften  von  Urkunden,  Regesten, 
Notizen  —  Oberösterreich  betreffend  —  aus  den  Bamberger  Kopial- 
büchern,   aus  zahlreichen  Neuburger  Kopialbüchern  und  aus  solchen 


LVIII 

des  Hochstiftes  Passau  (besonders  die  urbariellen  Eintragungen  des 
Lohnsdorfer  Kodex)  —  sämtliche  aus  dem  Münchener  ßeichsarchiv. 

2.  240  Kopien  aus  den  Archiven  der  Klöster  Kremsmünster,  Lambach,  Sankt 

Florian,  Schlierbach,  Schlägl  und  Göttweig,  der  aufgelassenen  Klöster 
St.  Andre  an  der  Traisen,  des  Kollegiat-,  sowie  des  Frauenstiftea 
Dürnstein  in  Niederösterreich,  der  Pfarrarchive  Linz,  Wels,  Hörsching, 
Gunskirchen,  Haslach,  des  Stadtarchivs  Steyr,  der  Kommunalarchive 
Weyer  und  Neufelden,  der  Schloßarchive  Dorf  (bei  Schlierbach)  und 
Steyr,  endlich  des  ehemals  ständischen  niederösterreichischen  Landes- 
archives  in  Wien. 

3.  15  Kopien  von  Urkunden  des  Schwertberger  Archivs  (1299  —  1397). 

4.  148  Urkunden  Kopien  aus  dem  k.  u.  k.  Hof-  und   Staatsarchiv   in  Wien 

oberösterreichischen  Betreffs  für  die  Zeit  1401—1417.  (Sie  behandeln 
insbesonders  die  Vormundschafts- Begier ung  über  Herzog  Albrecht  V., 
und  zwar  der  Herzoge  Wilhelm,  Leopold  und  Ernst  1404—1406—1411, 
endlich  die  ersten  sechs  Jahre  der  selbständigen  Regierung  Herzog 
Albrechts  V.) 

Sämtliche   Kopien    und  Abschriften   ad  1  bis  4   vom   Archiv- 
referenten k.  u.  k.  Oberst  d.E.  V.  Baron  Handel -Mazzetti  angefertigt. 

5.  Vier  Urkundenabschriften  aus  dem  Landesarchiv  für  Steiermark  in  Graz 

(1312,  1342,  1346,  1466)  und  vier  Urkundenabschriften  (1252,  1382, 
1412)  nebst  einer  Abschrift  des  Urbars  von  Losenstein  (14.  Jahr- 
hundert) aus  dem  Archiv  von  Losensteinleiten. 

(Besorgt  und  geschenkt  von  Dr.  Max  Doblinger  in  Graz.) 

Münzen,  Medaillen  und  Plaketten. 
(Gesclienke.) 

1.  Bronze-Medaille,  Heinrich  Laube  zum  70.  Geburtstag,  J.  1876. 

(Herr  Fachlehrer  A.  Bittinger  in  Linz.) 

2.  V2  Batzen,  Bistum  Würzburg,  J.  1686. 

Wertmarke      I,  Lend  in  Salzburg,  hochfürstl.  Hüttenamt,  J.  1720. 
Wertmarke  III,  Lend  in  Salzburg,  hochfürstl.  Handel,  J.  1726. 

(Herr  Dr.  Doblinger  in  Graz.) 

3.  Silber-Medaille,  Stadt  Braunau  am  Inn,  700jährige8  Stadtjubiläum,  J.  1903. 

K.  931,  (Stadtgemeinde  Braunau  am  Inn.) 

4.  Silber-Plakette,  Linz,  I.  oberösterreichisches  Landesschießen,  J.  1903.  K.  929. 

(Festausschuß  des  I.  oberösterrreichischen  Landesschießens  in  Linz.) 

5.  Silber-Medaille,  Linz,  Dr.  Gustav  Maix,  Landesoberschützenmeister,  J.  1903. 

K.  930.  (Herr  Dr.  Gustav  Maix  in  Linz.) 

6.  Silber-Groschen,  Graf  Ludwig  zu  Stolberg,  J.  1555. 

(Herr  Ludwig  Reiter  in  Linz.) 

7.  Bronze-Medaille,   Erzherzogin   Gisela,  Vermählung  mit  Prinz  Leopold  von 

Bayern,  J.  1873.   Von  J.  Tautenhayn. 
Bronze-Medaille,  Alexander  Daninos,  Begründer  der  Riunione  Adriatica  di 

Sicurtä  in  Triest,  J.  1878.   Von  J.  Tautenhayn. 
Bronze-Medaille,   Hofrat   Dr.  Alexander  v.  Pawlowski,   Direktor  des  The- 

resianums,  J.  1880.   Von  J.  Tautenhayn. 


LIX 

Bronze-Medaille,  Franz  v.  Miklosch,  J.  1883.    Von  J.  Tautenhayn. 
Bronze-Medaille,    Kardinal   Friedrich    v.  Fürstenberg    in    Olmütz,    J.  1886. 

Von  J.  Tautenhayn. 
Bronze-Plakette,   Hermann   von   Helmholtz,   J.  1894.    Von  J.  Tautenhayn. 
Bronze-Medaille,    versilbert,  Wien,    Neubau    der    Akademie    der   bildenden 

Künste,  J.  1877.    Von  Radnitzky. 
Bronze-Medaille,    Josef    Schindler,    Naturarzt,    Gräfenberg,    J.  1776.     Von 

J.  Schwerdtner. 
Bronze-Medaille,  Wiener  Altertumsverein  zum  25jährigen  Jubiläum,  J.  1880. 

Von  J.  Schwerdtner. 
Silber-Medaille,  Josef  Lewinsky,  25jähriges  Künstlerjubiläum,  Wien,  J.  1883. 

Von  J.  Schwerdtner. 
Bronze -Medaille,     Jos.    J.    Kraszewski,     Sterbemedaille,     J.    1887.       Von 

J.  Schwerdtner. 
Bronze-Medaille,  Erzherzog  Franz  Ferdinand,   Besichtigung  der  Medaillen- 
sammlung Richter  in  Retz,  J.  1891.   Von  Pawlik. 
Bronze-Plakette,    August    R.  v.  Löhr,    k.  k.  Regierungsrat,   J.  1896.     Von 

Pawlik. 
Bronze-Medaille,  Wien,  Jubiläums-Gewerbeausstellung,  J.  1888.  Von  Steph. 

Schwartz. 
Bronze-Medaille,  Hans  Makart,  J.  1884.   Von  Neudeck. 
Bronze-Medaille,  Josef  Bierfelder.  Vom  Kegelklub.   J.  1894.  Von  Neudeck. 
Bronze-Medaille,    S.  M.  Freiherr   v.  Rothschild,    70.   Geburtstag,    J.   1844. 

Von  R.  Langer. 
Bronze-Medaille,  Wierer,  Arzt  in  Ischl,  J.  1843.     K.  928. 
Bronze-Medaille,    Abt   Karl   von   Melk,    25jähriges  Abtsjubiläum,    J.  1895. 

Von  Pawlik. 

(Herr  Hofrat  Professor  Dr.  Josef  Weinlechner  in  Wien.) 

8.  Silber-Medaille,  bronziert,  Papst  Leo  XIH.,  Sterbemedaille,  J.  1903. 
Bronze-Medaille,  Papst  Leo  XIH.,  Sterbemedaille,  J.  1903. 
Bronze-Medaille,   Numismatische  Gesellschaft  in  Wien,  Ausflug  nach  Car- 

nuntum,  J.  1903. 
Zinn -Medaille,   Numismatische   Gesellschaft  in  Wien,   Ausflug  nach   Car- 
nuntum,  J.  1899. 

(Herr  k.  u.  k.  Major  d.  R.  Anton  Markl  in  Wien.) 

9.  Silber-Pfennig,  einseitig,   Salzburg,  Erzb.  Sigismund  Graf  v.  Schrattenbach, 

J.  1760. 
V2  Silber-Kreuzer,  einseitig,  Salzburg,  Erzb.  J.  E.  Graf  Lichtenstein,  J.  1745. 

(Fräulein  Bauer,  Private  in  Linz.) 

10.  Silber -Xller,  Österreich,  Kaiser  Franz  H.,  J.  1795. 
Kupfer-Kreuzer,  Österreich,  Kaiser  Franz  IL,  J.  1800.   B. 

(Herr  Vizepräsident  Jos.  Straberger  in  Linz.) 

11.  Kupfer  -  X  -  Rees,  Portugal,  König  Josef  L,  J.  1764. 
Silber-Denar,  Serbien,  König  Urosius  IL  (1297—1321). 
Kupfer-Zwei-Gassette,  Republik  Venedig  (Dalmatien  und  Albanien),    0.  J. 
Römer,   Silber-Denar,  Vespasianus,   Caduceus.     Nr.  4071. 

Römer,   As,  Vespasianus,   Aequilas  Augusti.     Nr.  4072. 

(Herr  Viktor  Freiherr  v.  Handel-Mazzetti,  k.  u.  k.  Oberst  i.  R.) 


LX 


(Ankauf.) 


1.  Silber-Groschen,    Oberösterreich,    Leopold    I.,    J.    1665.     JNzz.    Triangel 

(Neuburg  a.  I.).    K.  927. 

2.  Silber-Porträtmedaille,  Oberösterreich,  Georg  Gienger  von  Rotteneck,  Burg- 

vogt von  Enns  (f  1577).     K.  925. 

Angekauft  aus  der  Auktion  Trau  in  Wien  1904: 

3.  Silber-Medaille,  vergoldet,  Abt  Alexander  a  Lacu  von  Kremsmünster,  o.  J. 

K.  310. 

4.  Silber- Klippe,   Oberösterreich,   Gundacker  Herr  zu  Polheim,  o.  J.     K.  926. 

5.  Pfundner,  Oberösterreich,  Ferdinand  I.,  J.  1527.     K.  932. 

6.  Pfundner,  Oberösterreich,  Ferdinand  I.,  J.  1527.    BVEGVDIE  (sie!).  K.  933. 

7.  Pfundner,   Oberösterreich,   Ferdinand   I.,    J.  1528.     PRNZ    (sie!).     K.   934. 

8.  Pfundner,  Oberösterreich,  Ferdinand  I.,  J.  1528.  (Anderer  Stempel.)  K.  935. 

9.  Pfundner,  Oberösterreich,  Ferdinand  I.,  J.  1528.     FERDIND   und  IHPAI. 

K.  936. 

10.  Pfundner,  Oberösterreich,  Ferdinand  I.,   J.  1529.     IHPA.     K.  944. 

11.  Kupfer-Raitpfennig,  Rup. Puellacher,  Münzmeisterin  Linz,  J.  1543/44.  K.937. 

12.  Kupfer-Raitpfennig,  Rup.  Puellacher,  Münzmeister  in  Linz,  J.  1543/45.  K.  938. 

13.  Kupfer-Raitpfennig,  Rup.  Puellacher,  Münzmeister  in  Linz,  J.  1556.  K.  939. 

14.  Silber-Porträtmedaille,   Josef  Kolb,    Münzreferent  im    Museum   Francisco- 

Carolinum,   J.  1875.     K.  940. 

15.  Kupfer-Jeton,    Hofmann  Freiherr  v.  Grünhübel    (f  1564),    o.  J.     K.  941. 

16.  Silber-Medaille,   vergoldet,  Wels,  Vermählung    Karls  IV.    von   Lothringen, 

J.  1678.     K.  942. 

17.  Silber-Schautaler    (öfacher),    Joh.    Christ.    III.    Graf  Puchheim,    J.   1652. 

K.  943. 

Übersicht 
über  den  Besitz  des  Museums  an  Münzen  und  Medaillen. 


Stand 


Antike 


N\M 


B 


Medaillen 

und 
Miscellanea 


N  M   B 


Münzen  des 

Mittelalters  und 

der  Neuzeit 


i¥   P   tK    B 


Münzstand  im  Mai 
1903 


Zuwachs: 
durch  Geschenke 
durch  Ankauf    . 


2741 


3194 


5963 


33 


866 


2533 


3432 


315 


9496 


3897   13709 


5        11 

3         10 


23104 


Gegenwärtiger 
Stand  .... 


2742 


3195 


5%5 


33 


877 


2555 


3465 


315 


9509 


3905 


13730 


23160 


AI  =  Gk)ld,  Ai  =  Silber,  P  =  Platin,  B  =  Bronze  und  andere  unedle  Metalle. 


LXI 

Prähistorisches. 

Mahlstein    (Läufer)    aus    feinkörnigem    Granit,    halbkugelförmig,    Durchmesser 
21  cm,   Höhe  16  cm,    die  Reibfläche   glatt  geschliffen,    die  konvexe 
Oberfläche  rauh. 
Serpentin -Schlagstein  von  handlicher  Form  mit  Schlagmarken. 
Bruchstück  eines  schlackenhart  gebrannten  Tonkegels. 

Scherben  von  starkwandigen ,  roh  gearbeiteten  Tongefäßen,   zum  Teil  mit  sehr 
primitivem  Ornament.     (Jüngere  Steinzeit.) 

(Aufgefunden  beim  Abräumen  der  auf  dem  Granit  auflagernden 
Lößschichte  1  m  unter  der  Humusschichte  im  sogenannten  Heinrichs- 
Granitsteinbruche  in  Mauthausen.) 

(Geschenk  des  Herrn  Architekten  Anton  Poschacher.) 
Steinhammerbeil,  halbseitig,  verwittert,  angeblich  vor  längerer  Zeit  in  Hallstatt 

gefunden.  (Angekauft.) 

Bronze -Dolchklinge.     Fundort:    Schaf  böden  bei  Hinterstoder.      (Angekauft.) 
Bronze-Schwert,  bei  Baggerungen  in  der  Donau  nahe  bei  Budapest  im  Jahre  1900 

gefunden.  (Angekauft.) 

Bronze -Schwertklinge,  bei  Baggerungen  in  der  Donau  nahe   bei  Budapest  im 

Jahre  19(X)  gefunden.  (Angekauft.) 

[Beigaben   von   zwei   bei   einem   Neubaue   nächst   der   Sternbauerschen  Fabrik 
Nr,  83,  Gemeinde  St.  Peter  bei  Linz,  im  Schotterboden  aufgedeckten, 
der  Hallstätter  Periode  angehörigen  Skelettgräbern]   nämlich: 
Schwertklinge    aus    Eisen,     zweischneidig,     einschließlich    der    Griffangel 

72  cm  lang. 
Hiebmesser  aus  Eisen  mit  etwas  geschweifter  Rückenklinge  und  eisernem 

Handgriff,  Gesamtlänge  30  cm. 
Speerspitze  aus  Eisen,  blattförmig  ohne  Mittelrippe,  20  cm  lang. 
Armring  aus  Bronze  von  sehr  geringem,   gegen  die  Mitte  zunehmendem 
Querschnitte   mit  Einkerbungen,    an   den   Enden   nicht  geschlossen, 
Durchmesser  6  cm. 
Halsring    aus   Bronzedraht,    an    den    beiden   nicht   geschlossenen   Enden 

durchlocht,  Durchmesser  14  cm. 
Fingerring  aus  Bronze  (1^/4  Windung), 

Römisches. 

Scherben  verschiedener  Gefäße   (Reibschalen,  Becher,  Schüsseln  aus  terra  sigil- 

lata  und  von  ordinärem  Tongeschirr). 
Zierscheibe  aus  Bronze. 
Schleifstein. 
Stilus  und  mehrere  Nägel  aus  Eisen. 

(Gefunden   im   Ausfüllmateriale   bei   fortgesetzter    Aufdeckung 

römischer  Gebäudereste  in  Überackern.) 

Völkerwanderungs  -  Periode. 

Zwei  Messerklingen  und  eine  Schnalle  aus  Eisen. 

Eine  Anzahl  von  Schmuckperlen  aus  Glas  und  verschiedenfarbigem  Ton. 

(Beigaben  der  in  Überackern  aufgedeckten  drei  Skelettgräber 
aus  der  Zeit  der  Völkerwanderung.) 


Lxn 

Keramik. 
(Geschenke.) 
Römische  Cuppella,  antik.  (Herr  Professor  Emil  Moser,  Graz.) 

Ofenkachel,  grün  glasiert,  gotisch,  mit  der  Reliefdarstellung  „Maria  Ver- 
kündigung", aus  der  Tissaburg,     Töpferarbeit. 

(Herr  Hugo  von  Preen,  Kunstmaler,  Osternberg.) 
Porzellan -Kaffeeschale  und  -Tasse,  bemalt  mit  Violen  über  der  Glasur. 

(Herr  Josef  Straberger,  Linz.) 
Porzellan -Kaffeeschale  mit  verwischter  Blaumalerei. 

(Herr  Josef  Straberger,  Linz.) 
Kaffeeschale  und  Untertasse,  Fayence,  Marke  H  (Hollitsch),  mit  buntem  Blumen- 
dekor. (Herr  Josef  Straberger,  Linz.) 
Porzellan -Kaffeeschale,  mit  stilisierten  Blumen  in  Rot,  Blau  und  Gold  bemalt, 
chinesisch.                                                (Herr  Josef  Straberger,  Linz.) 

(Angekauft.) 

Steinzeugflasche  mit  Schraubenverschluß  aus  Zinn,  die  stark  gebauchte  Laibung 
sechsfach  abgeflacht,  blau  glasiert. 

Steinzeugkrug,  grau,  birnförmig,  mit  Zinndeckel,  auf  der  Vorderseite  eingeritzte 
Linienornamente  auf  blauem  Grunde. 

Vexierkrug,  Töpferarbeit,  grün  glasiert,  gehenkelt,  mit  durchbrochenem  Halse 
und  aufgesetzten,  schnurartigen  Festons. 

Deckelschale,  Töpferarbeit,  sogenannte  Godenschale,  durchbrochen,  mit  grün 
gefleckter  Glasierung,  auf  dem  Deckel  plastisch  gearbeitete  Tier- 
figuren und  abgegossenes  Gras. 

Godenschale,  Töpferarbeit,  gehenkelt,  mit  plastischen  Rosen  und  Blättern  an 
der  Laibung  und  plastischen  Birnen  am  Deckel,  braun  glasiert. 

Ringkrug,  Töpferarbeit,  gehenkelt,  grün  glasiert. 

Majolika -Teller,  weiß,  mit  blauer  Bemalung,  neapolitanisch,  17.  Jahrhundert, 
signiert. 

Fayence -Schüssel  mit  blauer  Bemalung  auf  weißem  Grunde. 

Fayence -Krug,  zylinderförmig,  mit  Zinndeckel,  blaue  Marke  K,  auf  der  Mantel- 
fläche (in  Nachahmung  persischer  Fayencen)  in  Gold,  Rot,  Violett 
und  Blau  figural  und  ornamental  reich  bemalt. 

Porzellan -Becherl  mit  Marke  PEN,  bemalt  mit  Streublümchen. 

Porzellan -Becherl,  Schwertermarke  mit  Stern,  teilweise  vergoldet  und  bemalt 
mit  Streublümchen. 

Porzellan -Teekännchen,  japanisch,  schmutzig -weiß,  mit  aufgesetztem  Blatt- 
werke. 

Porzellan -Messerheft  mit  dekorativer  Bemalung  und  Goldlinien  (Berlin  [?]), 
Rokoko. 

Porzellan -Kaffeeschale  samt  Untertasse  mit  schlangenförmigem  Henkel,  bemalt 
mit  MaßHebchen,  böhmisch,   Mitte  des  19.  Jahrhunderts. 

Porzellan -Kaffeeschale  samt  Untertasse,  Marke  G  mit  Pfeil  (Gießhübl),  Bordüre 
aus  roten  und  blauen  Beeren  mit  grünen  Blättern   über  der  Glasur. 

Porzellan -Kaffeeschale  samt  Tasse,  China,  Feinporzellan,  Dekor  in  zwei  Schat- 
tierungen blau  unter  der  Glasur. 

Porzellan -Kaffeeschale,  Wien,  Marke  unter  der  Glasur,  1824,  vergoldeter  Rand 
und  Vergißmeinnicht -Bordüre. 


LXIII 

Porzellan -Kaffeeschale,  Marke  ß  (Bayreuth  [?]),  bemalt  mit  der  An.siclil  eines 
Schlosses. 

Porzellanteller  mit  Blumen,  Schmetterlingen  und  einem  Vogel  in  Inuiten  Furlicn 
und  teilvveiser  Vergoldung,   chinesisch,   signiert. 

Porzellanteller  mit  blauer  Bemalung,   chinesisch,   signiert. 

Porzellan -Standfigur,  „Fortuna  auf  einer  Kugel",  auf  einem  kannelierten  Silulen- 
stutz,  mit  weißer  Glasur,  unbemalt,  ohne  Marke  (l)öhmisch  [?]). 

Porzellan -Standfigur,  „Minerva"  oder  „Bellona"  auf  einem  Empire -Postament, 
mit  weißer  Glasur,  unbemalt,  ohne  Marke. 

Porzellanteller,  flach,  Wien,  Marke  unter  der  Glasur,  Goldrand,  schwarze 
Bordüre  auf  rotem  Grunde,   Streublümchen. 

Porzellantiegel,  klein,  Wien,  blaue  Marke  unter  der  Glasur,  die  Wandung 
geflechtartig,  auf  den  vier  Vierpaüfeldern  Blumenbuketts. 

Porzellan -Teekanne,  Wien,  mit  geflochtenem  Henkel  und  Ausgußrohr  (als 
Knopf  des  Deckels  ein  Apfel),  bemalt  mit  Buketts  und  Streu- 
blümchen, Marke  auf  dem  unglasierten  Boden  nebst  einem  ein- 
gepreßten W. 

Porzellan -Zuckerdose,  Wien  (eingejJreßte  Marke  unter  der  Glasur),  konisch, 
Blumenbuketts  und  Streublümchen,   teilweise  Vergoldung. 

Porzellan -Zuckerdose,  Wien,  blaue  Marke  unter  der  Glasur,  Streublümchen 
in  Gold,   als  Deckelgrift"  eine  Frucht  mit  Blättern. 

Porzellan -Kaffee-  und  Milchkanne,  Wien,  mit  Blumenbuketts,  Streublümchen 
und  teilweiser  Vergoldung. 

Porzellan -Service,  bestehend  aus  fünf  Speise-,  vier  Suppen-  und  drei  Dessert- 
tellern, mit  Blumenbuketts  in  bunten  Farben  und  Streublümchen 
auf  der  Glasur. 

Porzellanfigur,  Alpenjäger,  Wien,  eingepreßte  Marke  unter  der  Glasur,  18i8, 
bunt  bemalt. 

Porzellanteller,  Wien,   Überglasur- Malerei  (Blumen). 

Porzellankanne,  geriefelt,  mit  in  chinesischer  Art  stilisiertem  Blütenzweige  in 
Violette-Camayeu  mit  Goldhöhung,  Schwertermarke  mit  Stern,  Deckel 
mit  plastischem  Knauf  in  F"'orm  einer  Knospe. 

Porzellan -Kafleeschale,  Radmarke  (Höchst),  in  einem  Rahmen  Darstellung  von 
Schildhühnern  in  Gelb,  ringsum  verschlungene  Bänder  in  Blau. 

Porzellan -Kaffeeschale  samt  Untertasse  mit  hohem  Henkel  (an  dessen  Ende 
eine  Maske)  und  mit  Löwenfüöen  auf  einer  Unterplatte,  reich  dekoriert 
mit  goldenen  Drachen  und  Füllhörnern,  daran  blaue  Blumen  und  grüne 
Blätter,  ähnliche  Motive  auf  der  Untertasse,  Marke  S  (Schlackeuwald). 

Porzellan -Kaffeeschale  samt  Untertasse  mit  hohem  Henkel,  an  dessen  Ende 
eine  Maske  und  mit  Löweufüßen  auf  einer  Unterplatte,  reich  dekoriert 
wie  die  vorige,  Marke  S  (Schlackenwald). 
Porzellan  -  Kaffeeschale  samt  Untertasse,  königsblauer  Fond  mit  Gold,  auf  der 
Vorderseite  ein  Amor  (Umdruck)  mit  der  Aufschrift  ..L'Amour",  auf 
der  Untertasse  das  Symbol  der  Unsterblichkeit  mit  der  Überschrift 
„L'Immortalite". 
Porzellan -Kaffeekanne,    die   Wandung    mit    in    japanischer    Manier    stilisierten 

Zweigen  bemalt,   am  Deckel  reliefierte  Zweige  (böhmisch). 
Porzellan -Kaffeeschale  samt  Untertasse,  Wien,  blaue  Bindeuschild- Marke  unter 
der  Glasur,  eingeprägtes  M,  grüner  Fond,  am  oberen  Rande  goMene 


LXIV 

Bordüre ,  auf  der  Vorderseite  einfarbige  allegorische  Darstellung  einer 
opfernden  Gestalt,  hinter  derselben  ein  Storch,  Aufschrift:  „Sacr^ 
ä  la  reconnoissance";  die  Untertasse  am  Rande  mit  einem  Lorbeer- 
kranze in  Gold. 

Mokkatasse,  Porzellan,  mit  Landschaft  in  Purpur -Camayeu.  Wiener  Binden- 
schild mit  L.     1809. 

Kaffee-Ober-  und  Untertasse,  Porzellan,  mit  Wiener  Bindenschild -Marke,  blau 
unter  der  Glasur  und  eingepreßtem  M,  der  Innenrand  und  geflochtene 
Henkel  mit  Goldverzierung.  Bemalt  mit  bunten  Blumenbuketts  über 
der  Glasur. 

Steingut-Teller  (Marke  „Wedgewood")  mit  einer  Abbüdung  des  Arsenals  in 
Venedig,  umgeben  von  einem  Blumenkranz  (Umdruck). 

Steingut- Teller,  mit  der  eingepreßten  Marke  „Davenport"  und  Anker,  mit  Auf- 
druck in  Blau:  „Idylle",  am  Rande  stilisierte  Blumen. 

Steingut- Kaffeekanne  mit  Untersatz,  schwarz -braun  mit  eingepreßter  Marke 
„Wedgewood". 

Steingut-Teller,  auf  dem  Spiegel  Flußlandschaft,  ringsum  ein  Kranz  von 
Blütenzweigen  in  Purpur -Camayeu,  signiert  mit  eingepreßter  Anker- 
marke „Davenport". 

Steingut -Teller  mit  achteckigem  Rande  und  kreisrundem  Spiegel  mit  dem 
Umdruckbild  (in  Schwarz):  „Le  jardinier"  („Gärtner  am  Ziehbrunnen"). 
Am  Rande  Embleme  (Becher,  Thyrsus,  Weinreben  etc.).  Paris  mit 
Monogramm  „L.  0.  S.".     (Eingepreßt:  „Greil".) 

Steingut -Teller  mit  achteckigem  Rande  und  kreisrundem  Spiegel  mit  dem 
Umdruckbild  (in  Schwarz)  einer  Wäscherin  in  Empiretracht  am 
Brunnen.  Am  Rande  Embleme  (Becher,  Thyrsus,  Weinreben  etc.). 
Paris  mit  Monogramm  „L.  C.  S.". 

Glas. 
(Geschenke.) 
Doppelglas -Becher,  Zwischenwand -Silberfolie  bemalt,  darstellend:  S.Franziskus 
de  Paula  gebietet  den  Wogen  (Meereslandschaft  mit  Einsiedelei  auf 
Felsen),    Ränder  mit  Zwischengold -Technik,    im   eingesetzten  Boden 
eine  goldene  Blumenvase  auf  Rot. 

(Herr  Professor  Emil  Moser,  Graz.) 
Zwischengold -Glas,  facettiert,  mit  weißlich  und  blau  marmoriertem  Außenglase, 

böhmisch,  18.  Jahrhundert.         (Herr  Professor  Emil  Moser,  Graz.) 
Glasbecher,  facettiert,  auf  dem  Boden  mit  eingesetztem  Medaillon  (Zwischengold- 
Technik):    der   kaiserliche   Adler   in    Gold   auf  Rot    (das    Medaillon 
spiegelt  sich  in  den  Facetten),   18.  Jahrhundert,   Kaiser  Josef- Zeit. 

(Herr  Professor  Emil  Moser,  Graz.) 
Glasbecher,  konisch,  Unterseite  mit  vier  Wülsten,  dekoriert  mit  Goldrand  und 
drei  Wappen  (drei  Lilien  auf  blauem  Felde)  in  Emailfarben,  Inschrift: 
DVX  VEROMANDVS  •  ANNO  1605.    In  der  Mitte  und  am  Unter- 
satze ein  Kranz  von  goldenen  Quadraten  mit  farbigen  Emailpunkten. 

(Herr  Professor  Emil  Moser,  Graz.) 
Henkelglas    mit    Deckel,    mit    eingeschnittenem    Monogramm    und    Posthorn 
und   der   Umschrift:    „VIVAT   SOL  LEPEN  l|   GVTER   FREVND 
DERNEPEN"  (böhmisch).  (Frau  Johanna  Töpfer,  Linz.) 


LXV 

Kelchglas,  dickwandig,  geschliffen  und  brillantiert ,  an  der  Mantelfläche  farbig 
geätzte  Felder  in  Gelb,  Blau,  Rot  und  Violett,  darin  eingeschnitten 
die  Embleme  von  „Glaube,  Hoffnung  und  Liebe",  Blumenkorb, 
Bluraenbukett  und  grabmalartige  Phantasie -Figuren  (teilweise  mit 
Perlenschliff),  Empirezeit.  (Frau  Antonie  Kränzl,  Linz.) 

Vase,  stark  ausgebaucht,  dekoriert  mit  violett-,  blau-,  grünschimmerndem 
Palmetten -Muster  auf  rötlich  goldgrünem  Grunde. 

Vase,  nach  unten  zu  ausgebaucht,  oben  eingeschnürt,  dekoriert  mit  blau- 
grünlich lüstrierenden  Blattzweigen ;  der  mit  stilisierten  Wellenlinien 
dekorierte  Grund  rötlich  mit  blau -grünlichem  Schimmer. 

Vase,  groß,  mit  oben  flacher,  weit  ausladender  Mantelfläche,  lüstriert,  mit 
modern  stilisierten  Bandornamenten  auf  violett -rötlichem  Grunde. 

Vase,  mit  langem  Hals,  vier  gedrehten  Bügeln  und  niedrigem,  weit  aus- 
ladendem Körper,  ohne  Musterung,  lebhaft  Kastrierend. 

Vase,  grünlich -gelb,  lüstrierend,  mit  oben  schwach  eingedrückter  Mantel- 
fläche und  Wellenlinien -Musterung. 

Blumentopf  mit  kleinen  Henkeln,  Farbenstimmung  gold,  grün,  violett  mit 
blattrippenartiger  Musterung. 
(Vorstehende  6  Objekte  Erzeugnisse  der  Glashütte  Klostermühl.    Geschenk  des 

Herrn  Max  Freiherrn  von  Spaun.) 

Große  Vase,  Form  und  Dekor  nach  arabischen  Motiven,  durchwegs  mit 
Emailmalerei,  auf  der  etwas  ausgebauchten  Unterseite  Schwäne  und 
Schilfpflanzen  auf  lüstrierendem  Grunde. 

Stengelglas,  Kristallglas,  geschliffen,  mit  Szenen  in  Rosa- Camay eu  nach 
einem  Original  des  18.  Jahrhunderts. 

Likörgläschen,  Rosa-Glas  mit  weiß -rotem  Email-  und  Golddekor. 

Likörgläschen  mit  Gold-  und  Emaildekor,  mit  Benützung  von  arabischen 
Motiven,  entworfen  von  Professor  Schmoranz,  f  in  Prag. 

Stengelglas,  oben  weit  ausladend,  mit  translucidem  Email,  gravierten  und 
vergoldeten  Linien  nach  Entwürfen  von  Knab  in  Nixdorf  dekoriert. 

Weinglas  mit  hohem  Stengel,  durchaus  mit  zarten  Relief- Goldzieraten 
(nebst  weißem  Email  und  translucidem  Purpur),  sowie  feinen  Blumen- 
ranken dekoriert. 

Becher,  bimförmig,  mit  Fußstück,  mit  Aluminium-  und  Golddekor  (Kranz 
von  Rädern  mit  Palmetten -Füllung). 

Blumenschale,  Kristallglas,  mit  erhaben  herausgeschliffenen  Muscheln  (nach 
Motiven  des  18.  Jahrhunderts). 

Stengelglas  mit  muschelförmigem  Hohlräume,  mit  mythologischen  Email- 
figuren in  Weiß  und  Rokoko -Goldornamenten,  unvollendet  nach  dem 
ersten  Brande,  für  die  Figuren  nur  der  weiße  Emailgrund  aufgetragen, 
mit  facettirtem  Stengel. 

Pokal  mit  angesetzten  roten  Knöpfen,  durchaus  mit  ornamentaler  Email- 
malerei (weiß,  rot,  blau)   dekoriert. 

Humpen  mit  Schwarzlot -Malerei  nach  Schaper-Art,  nach  einem  Original- 
Holzschnitt  von  Jost  Aman  aus  „Die  Handwerker"  (Nürnberg, 
16.  Jahrhundert),  mit  Spruch  von  Hans  Sachs  in  omamentaler 
Umrahmung. 
Weinkanne,  Kristallglas,  geschliffen,  mit  hohl  abgeschrägten  Kanten  und 
Goldfestons  (im  Empiregeschmack). 

E 


LXVI 

Humpen,  der  Rand,  Heakel  und  Unterteil  mit  Ornament-Bordüren  (weiß- 
blau  emailliert  und  Gold),   die  Mantelfläche  mit  Goldlinien  verziert. 

Weinkanne,  schlank,  mit  hoch  gebogenem  Henkel,  die  Mantelfläche  voll- 
ständig mit  ornamentaler  Gravierung  (nebst  Perlenschliflf)  dekoriert 
(Palmetten-Motive),  der  Hals  geschliffen. 

Weinkanne  mit  Stöpsel  und  rechtwinklig  gebogenem  Henkel,  vollständig  mit 
vielfarbiger  Emailmalerei  und  Golddekor  bedeckt  (auf  der  Mantel- 
fläche Reiterfiguren),  nach  dem  Entwürfe  von  Direktor  Knab  in 
Nixdorf  mit  Benützung  von  persischen  Motiven  des  13.  Jahrhunderts. 
(Vorstehende    fünfzehn    Objekte    Erzeugnisse    der    Firma    Lobmayr    in  Wien. 

Geschenk  des  Herrn  Ludwig  Lobmayr,  Wien.) 

Glas. 

(Angekauft.) 

Kelchglas  mit  weit  ausladendem  Rand  und  Fuß  und  geschnittenem  Ranken- 
werk, böhmisch.     (18.  Jahrhundert.) 

Pokal  mit  Schliffdekor  und  rotem  Faden  im  Nodus. 

Stengelglas,  geschliffen,  mit  facettiertem  Stengel  und  Deckel,  auf  der  Mantel- 
fläche eingeschnitten  die  Darstellung  eines  Waldes  mit  Waldtieren, 
darüber  die  Umschrift:  „Pater  Wenzeslaus  Nagl,  Professus  Cremifa- 
neusis."     (18.  Jahrhundert,  erste  Hälfte.) 

Stengelglas  mit  angeschmolzenen  Glasfäden  verziert,  mit  drei  angeschmolzenen 
Bügeln  und  eingehängten  Ringen  (beschädigt),  süddeutsch. 

Flügelglas,  venezianisch,  Nodus  dreifach,  hohl. 

Teller,  blau,  mit  am  Rande  umlaufendem  dreifachen  Glasfaden,   venezianisch. 

Becher  mit  Facettenschliff"  und  polychromer  Emailmalerei  (Mann  mit  Hund), 
Rokoko. 

Zwischengold -Glasbecher  mit  der  Darstellung  einer  Sauhatz  auf  gravierter 
Goldfolie,  mit  Silberbändern.  Im  Boden  ein  Hirsch,  Gold  auf  Rot. 
Böhmisch  (Ende  des  18.  Jahrhunderts). 

Becher  mit  Emailmalerei  (Hund  mit  Brief)  und  Aufschrift  „La  Fidelit^"  in 
gelbgeätztem  Rahmen  (Biedermeierzeit). 

Wasserglas  mit  geschlägeltem  Fuße  und  der  geschnittenen  Darstellung:  Amor 
auf  einem  Muschelwagen,   von  Täubchen  gezogen  (Biedermeierzeit). 

Konfektschale  mit  Untertasse,  aus  rosarotem  Glase,  geschliffen,  mit  aufgesetzten 
goldenen  Blattranken,  Vergißmeinnicht  und  silbernen  Perlen,  Unter- 
tasse am  Boden  brillantiert. 

Salzfaß  (auf  Fuß)  aus  opakem,  schwarzem  Glase  (Hyalitglas),  geschliffen,  mit 
einer  Darstellung  in  chinesischer  Manier  in  Gold. 

Flacon  mit  breitem  Untersatze,  blaßgrün  überfangen  und  durchgeschliff*en. 
Unterteil  brillantiert,  an  den  Schlifflächen  mit  Vergoldung,  blauen 
Blümchen  und  Goldrändern. 

Flacon  mit  Untersatz  aus  vergißmeinnicht-blauem  Glase,  geschliffen,  mit  sil- 
bernen Rokoko-Pflanzenornamenten. 

Wasserglas,  Rubinglas,  zehnseitig  geschliffen. 

Stengelglas,  geätzt,  hellrot  mit  bläulichem  Schimmer,  mit  Goldrand  und  Silber- 
bemalung,  vier  Reichsadler  mit  Blumengirlanden,  Fuß  farblos. 

Wasserglas,  geschweift,  kornblumenblau  überfangen  und  durchgeschliffen. 
19.  Jahrhundert,  erste  Hälfte. 


LXVII 

Becher  mit  Fuß,  kornblumenblau  überfangen  und  durchgeschliffen,  mit  Gold- 
rändern und  der  Darstellung  eines  landenden  Schiffes  in  Gold-  und 
Silberfarben. 

Glasbecher,  rosarot,  geschliffen,  brillantiert. 

Flasche  mit  ausladendem  Fuße,  milchweiß  und  hellblau  überfangen,  kugelig 
geschliffen,  so  daß  der  milchweiße  Überfang  die  Schleifränder  einfaßt. 

Glasbecher  mit  milchweißem  Überfang  und  länglich  durchgeschliffenen,  gold- 
geränderten Feldern.     19.  Jahrhundert,  erstes  Viertel. 

Becher  mit  gezacktem  Fuße,  aus  mattem,  vergißmeinnicht-blauem  Glase  mit 
aufgesetzten  Silber-Rocaillen  und  Blumenbuketts,  Goldrand.  Anfang 
des  19.  Jahrhunderts. 

Rubinglas  mit  Fuß,  geschliffen,  mit  aufgemalten  gelben  und  gold -gehöhten 
Ornamenten  (Rankenwerk  und  Palmetten),  böhmisch  (Biedermeierzeit). 

Bierglas  mit  Henkel,  dickwandig,  aus  rotem  Glase,  geschliffen  und  brillantiert, 
mit  Goldlinien  und  blauen  Blümchen  bemalt. 

Stengelglas  mit  milchweißem  Überfang  und  durchgeschliffenen  Feldern ;  die 
Schlifflächen  mit  Goldverzierungen,  Goldrand.     (Biedermeierzeit.) 

Wasserglas  von  geschweifter  Form,  geschliffen,  an  den  Schleifkanten  rot  geätzt, 
in  der  Mitte  ein  rotes  Medaillon  mit  geometrischen  Figuren. 

Henkelschale  mit  Untertasse,  geschliffen  und  teilweise  rot  geätzt,  mit  Goldrand, 
böhmisch  (Biedermeierzeit). 

Becher  mit  dicker  Standfläche,  Facettenschliff  und  rautenförmig  geschliffenen 
Medaillons,  an  denselben  und  an  den  Schhffrändern  violette  Ätzung. 

Vase,  klein,  birnförmig,  seitlich  etwas  eingedrückt,  aus  rötlichem  Glas,  zellen- 
förmig übersponnen  mit  bläulich  lüstrierendem  Glas,  nordböhmisch, 
modern. 

Geschnittene  Steine. 

Topas,  dreiseitig  geschliffen,  mit  zwei  eingeschnittenen  Wappen, 

Metallarbeiten. 
(Geschenke.) 

Reiseuhr  mit  vergoldetem  Messinggehäuse,  Zifferblatt  aus  Silber.  Mitte  des 
19.  Jahrhunderts  von  Eisner  &  Petrovits  in  Wien. 

Standuhr,  klein,  mit  silbernem  Zifferblatt.  (Frl,  Isa  Bauer,  Linz). 

Truhenschloß  mit  gebohrtem  Schlüssel  und  zwei  gravierten  und  verzinnten  Schar- 
nierbändern. (Barock.)     (Frau  Marie  Enzendorfer,  Private,  Freistadt.) 

(Angekauft.) 

Waffeleisen,  fünf  verschiedene. 

Bucheinbände. 

Kalender,  Emaileinband,  1851.  (Geschenk  von  Frl.  Isa  Bauer,  Linz.) 

Stammbuch,  Pergamentband,  bemalt,  teilweise  vergoldet. 

Bucheinband,  japanisch. 

Bucheinband,  Leder,  mit  eingepreßtem  Wappen  der  Buchhändler. 

(Geschenke  des  Herrn  Professor  Emil  Moser,  Graz.) 
Gebetbuch,  Handschrift  1712,  gebunden  in  schwarzem  Leder  mit  Handpressung 
in  Gold.  (Angekauft.) 

E* 


Lxvin 

Gemälde  und  Skulpturen. 

Zwei  Holztafeln,  auf  der  Vorder-  und  Rückseite  bemalt  (Altarflügel),  mit  Dar- 
stellungen aus  der  Legende  des  heiligen  Florian:  a)  Gefangennehmung, 
h)  Verhör,  e)  Martyrium,  d)  Überführung  der  Leiche.  (16.  Jahrhundert.) 

(Angekauft.) 
Ölgemälde,  Brustbild  des  Wiener  Dompropstes  Dr.  Josef  Spendou. 

(Geschenk  aus  dem  Nachlasse  von  Frl.  Anna  Spendou,  Linz.) 
Madonna  mit  dem  Christuskind,   Holzskulptur,    bemalt  (schwarze  Muttergottes 

aus  Altötting),  gotisch.  (Angekauft.) 

Gipsrelief,  versilbert,  Papst  Pius  VI.  1782,  in  gedrechseltem  Naturholzrahmen. 

(Angekauft.) 

Handzeichnungen,  Radierungen,  Stiche,  Lithographien  und  Photo- 
graphien. 

(Geschenke.) 

Lithographien:  Gabriele  Angelika  Leiden,  geb.  Kraus,  gest.  Wien  1838,  von  Eybl. 
Feldmarschall  Graf  Radetzky,  von  Kriehuber  1849. 
Anton  Kraus,   k.  Rat  und  Landes-Hauptkassen-Direktor,   Linz, 
geb.  Wien  1809,  von  Kriehuber  1863. 
(Exzellenz  Frau  Gharl.  Kraus,  Feldm.-L.- Witwe,  Linz.) 
Bildnis  Maria  von  Marras  als  Lucia  von  Lammermoor. 

(Frl.  Karoline  Zehden,  Linz.) 
Kupferstich,  König  Georg,  gestochen  von  Benjamin  Smith,  nach  einem  Gemälde 

von  Beechey.  (Exzellenz  Frau  Charl.  Kraus,  Feldm.-L.-Witwe,  Linz.) 
Kupferstich  von  Johann  Hendl  in  Urfahr,   darstellend  Kaspar,   Melchior  und 

Balthasar.  (Herr  Friedr.  Caesmann  sen.,  Wels.) 

Eine  größere  Anzahl  Original- Photographien  der  Illustrationen  in  der  Unter- 
haltungsbeilage der  „Tages-Post". 

(Herr  Dr.  Karl  Ritter  v.  Görner,  Linz.) 
Zwei  Photographien  des  Schauspielers  Ludolf. 

(Herr  k.  u.  k.  Oberlt.  v.  Broschek,  Linz.) 
Ottensheim,  Dreifarbendruck  von  Feichtingers  Erben,  Hof  buchdruckerei  in  Linz. 

(Herr  Hans  Drouot,  Linz.) 
Bild  eines  Chinesen,  auf  Reispapier.  (Frl.  Isa  Bauer,  Linz) 

(Angekauft.) 

Drei  Radierungen,  koloriert,  von  Joh,  Ziegler,  und  zwar: 

a)  Stift  Schlierbach, 

h)  Ansicht  des  gefährlichen  Wirbels  in  der  Donau, 

c)  Stift  Lambach. 
Kupferstich,  koloriert,  Stift  Kremsmünster  von  der  Marktseite. 
Radierung   von   Karl    Conti,    koloriert,    Ansicht    des    wilden    und    fahrbaren 

Traunfalles. 
84  Photographien  von  oberösterreichischen  Kunstdenkmälern. 
Drei  photographische  Aufnahmen  der  Stuckdecke  der  ehemaligen  KapeUe   im 
.     Jesuitenkollegium  (jetzt  Postgebäude)  in  Linz. 


LXIX 


Karten,  Pläne. 


Zwei  Stadtpläne  von  Innsbruck.  (Professor  v.  Lychdorff.) 

Accurater  Geographischer  plan  u  grundris  der  Königl.  u.  Landsfürstl.  Haubt 
Stadt  Linz  in  dem  Erzherzogthumb  Oestereich  ob  der  Enns  vom 
23.  Jänner  1742.     (Geschenk  des  Herrn  Alois  Herbricht,  Sierning.) 

Musikinstrumente. 

Gitarre,  Anfang  des  19.  Jahrhunderts,  mit  Maschinstimmstock. 

(Geschenk  von  Frau  Antonie  Kränzl,  Linz.) 
Hammerklavier  von  Anton  Walter   in   Wien,   um  1810,    mit   Empire -Bronze- 
beschlägen. (Angekauft.) 
Klarinette.  (Angekauft.) 

Zunftgegenstände. 

(Geschenke.) 

Zunftlade  der  Gerber  in  Linz,  bez.  1693. 

Willkomm,  kelchformig,   mit  Deckel,   darauf  Gerberembleme  aus  versilbertem 
Messing,  auf  dem  Fuße  eingraviert  „Gesellschaft  der  Lederer  -  Gesellen 
zu  Linz  1816". 
Herbergschild  der  Lederer.     Die   Embleme    des   Ledererhandwerkes  von   zwei 
Löwen  gehalten  aus  Messing. 

(Geschenke  der  Herren  Franz  von  Sales,  Johann  Begsteiger 
und  Hermann  Schacherl,  Linz.) 

Trachtenstücke: 

(Geschenke.) 

Außenmieder  aus  grünem  Taft  mit  eingewebten  Blumensträußchen. 

(Geschenk  des  Portiers  Johann  Hackl.) 
Steckkamm  aus  Hörn,  zierlich  durchbrochen. 

(Fräulein  Antonie  Haslacher,  Gmunden.) 
Ein  Paar  Damen-Ballschuhe  aus  blauem  Seidenstoff  und  Samt  (Biedermeierzeit). 

(Frau  Johanna  Töpfer,  Linz.) 
Außenmieder  mit  Silberborten  und  Perlenstickerei. 

(Frau  Josefine  Steinbach,  Urfahr.) 
Brustlatz  mit  bunter  Wollstickerei  und  Perlen. 

(Frau  Josefine  Steinbach,  Urfahr.) 

(Angekauft.) 

Männerrock   aus   grünem    Harras    mit    Metallkoöpfen    (Anfang    des   19.  Jahr- 
hunderts). 
Schwarzseidenes  Kopftuch. 

Kopfschal  aus  schwarzer  Seide,  gemustert,  mit  Fransen. 
Ein  Paar  Halbschuhe  aus  Juchtenleder  (17.  Jahrhundert). 
Herrenrock  aus  gelblichem,  lüsterartigem  Stoff  (18.  Jahrhundert). 
Zwei  Schuhschnallen  aus  Bronze,  eine  davon  vergoldet. 
Tuchrock,  grün,  sogenannter  „Haftlrock",  aus  der  Mitte  des  19.  Jahrhunderts. 


LXX 

Stickereien. 

Portefeuille  mit  Seidenstickerei  (Biedermeierzeit). 

Geldbörse,  gestrickt,  mit  Stahlperlen.  (Geschenk  des  Fräuleins  Isa  Bauer,  Linz.) 
Mustertuch,  aus  Seide,   vom  Jahre  1847,  mit  verschiedenartigen  Stickmustern. 

(Geschenk  der  Frau  Marie  Jungwirth,  Linz.) 
Geldbörse  aus  rotem  Taft  mit  Seidenstickerei  (Biedermeierzeit). 
Geldbörse  mit  Gold-  und  Seidenstickerei  (18.  Jahrhundert). 
Dekorative  Flachstickerei   in   Schafwolle   auf  naturfarbigem   Stramin   (An- 
fang des  18.  Jahrhunderts).  (Geschenke  des  Ursulinenklosters,  Linz.) 
Rahmen,  Barock,  Reliefstickerei  in  Silber  mit  aufgesetzten  Goldflinserln. 

(Angekauft.) 
Volkskunde. 

(Angekauft.) 

Raufring  aus  Messing  mit  zwei  Stahlklingen. 

Wirtshausschild  der  Kuhhändler,  bemalt. 

Aufschrift:  „Grieß  euch  Gott  Maner,  gehets  in  den  Kühehandel  um, 
Dass  aufrichtig  Handeln  duets  nicht  streiden  drum 
Dass  Kühhandeln  ist  ein  Lustiges  leben, 
Wans  vill  Kölberküh  duth  Geben, 
Die  Küh  Handler  das  seynd  bethrogene  leith 
Haben  sie  kein  Falsche  Kuh  so  habens  andere  leith. 
Lieber  Mann  waß  muss  ich  dir  geben  um  deine 
Schäne  Kuh,  Gieb  du  mir  80  Gulden  darfür 
So  bleibt  die  Kuh  nimmer  bey  dir.     1820." 

Henkelkorb,  bemalt. 

Pfannenknecht  aus  Eisen. 

Verschiedenes. 

(Geschenke.) 

Eine  Anzahl  Handdruckformen  samt  Musterbuch,   seit  1860  außer  Gebrauch 

stehend.  (Herren  Gebrüder  Enderlin,  Traun.) 

Drei  alte,  außer  Gebrauch  gesetzte  Pres8ien-( Webe-) Maschinen. 

(Herr  Alois  Pachleitner,  Linz). 
Holzklotz,  als  letzter  Rest  der  historischen  Linde  vom  Haushammer- Felde. 

(Herr  Karl  Schropp  Postmeister,  Vöcklamarkt.) 
Lorgnette  mit  Schildpattfassung.  (Fräulein  Isa  Bauer,  Linz.) 

Kredenz,  klein,  Elfenbein -Filigranarbeit.  (Fräulein  Isa  Bauer,  Linz,) 

Eine  Anzahl  Tanzordnungen  als  Damenspenden.       (Frau  Schuh,  Gmunden.) 
Ostereier,  18  Stück,   bemalt  von  Katharina  Jurasek  geb.  Nedbal  in   Kunowitz 

bei  Ungarisch -Hradisch.  (Herr  P.  Kaspar  Jurasek,  Linz.) 

Hölzerne  Pressform  vom  Jahre  1772,  mit  wappenartiger  Darstellung. 

(Herr  Dr.  Ferd.  Krackowizer,  Linz.) 

Zoologie. 
(Geschenke.) 
Seidenschwanz  (Bombycilla),  geschossen  in  Grein. 

(Herr  Dr.  K.  R.  v.  Görner,  Linz.) 
Ein  weißer  Star  (Sturnus  vulgaris  alb.),  in  Freistadt  geschossen. 

(Herr  Otto  Kurzwernhart,  k.  k.  Professor,  Freistadt,  Oberösterreich.) 


i 


LXXI 

Schwanen-Ei.  (Fräulein  Mizzi  Clodi,  Linz.) 

Eidechse  mit  drei  Schwänzen.  (Fräulein  Marie  Frühwirth,  Mistelbach.) 

Eine  Kollektion  einheimischer  Schmetterlinge. 

(Herr  Kautz,  Ingenieur  der  k.  k.  Staatsbahnen.) 
Eine  Anzahl  Großschmetterlinge. 

(Herren  Hans  Huemer  und  Franz  Hauder.) 
Eine  Kollektion  von  40  präparierten  Raupen. 

(Herr  Alb.  Naufock,  k.  k.  Telegraphenmeister,  Linz.) 

(Angekauft.) 

504  Stück  präparierte  Raupen  in  470  Spezies. 

Eine  Anzahl  aberrativer  Formen  von  TagschmetterUngen. 

Botanik. 
(Geschenke.) 

Die  Zenturien  XXXV  und  XXXVl  der  Flora  exsiccata  Austro-Hungaria. 

(K.  k.  botanisches  Museum  in  Wien.) 
37  Arten  Moose  aus  der  Umgebung  von  St.  Nikola,   Sarmingstein  und  Grein. 
(Gesammelt  und  gespendet  von  Herrn  Anton  Topitz,  Oberleher 
in  St.  Nikola  a.  d.  D.) 

Mineralogie  und  Geologie. 

(Angekauft.) 

Triasversteinerungen  vom  Siriuskogl  bei  Ischl  und  Hornsteinkalke  der  Gegend 

von  Ischl, 
Hornsteinbreccie  vom  Rettenbach  bei  Ischl, 
Alpiner  Nerineenkalk  im  dil.  Schotter  von  Vöcklabruck. 

(Geschenke.) 

Cordieritgneis  mit  Graphit  und  Magnetkies,  Linz,  St.  Margarethen, 
Cordieritgranit  mit  Magnetkies,  Linz  a.  d.  D.,      (Herr  P.  R  Handmann,  S.  J.) 
Schlier,  Traunfall,  Oberösterreich, 
Kremsmünsterer  Nagelflub,  Kremsmünster, 
Tuflfartige  Lage  im  Deckenschotter,  Kremsmünster, 
Niederterrassenschotter,  Ernsthofen  an  der  Enns, 
Hochterrassenschotter,  Streining  bei  Dorf  an  der  Enns, 
Deckenschotter,  Achleiten  bei  Kremsmünster. 

(Der  Referent  Direktor  Commenda.) 
Braunkohlenton,  Innerstoder, 

Bergkreide,  Innerstoder.  (Herr  Gg.  Schachinger,  Hinterstoder.) 

Tertiär -Breccie,  Schärding,  Münzkirchen, 
Clypeaster  sp.,  Rauchstallbrunn  bei  Baden, 
Korallen  im  Leithakalk,  Rauchstallbrunn  bei  Baden, 
Leithakalkglomerat,  Rauchstallbrunn  bei  Baden, 
Leithakalk- Breccie,  Rauchstallbrunn  bei  Baden, 
Sarmatische  Breccie,  Atzgersdorf  bei  Wien, 


Lxxn 

Tegelfoasilien  von  Vöslau, 

Hochterrassenschotter  von  Steinerkirchen, 

Flysch  von  Pinsdorf  bei  Gmunden.  (Gesammelt  vom  Referenten.) 

Eine  Anzahl  Gesteinsproben  vom  Bosruck- Tunnel. 

(Herr  Apotheker  Zeller,  Windischgarsten.) 
Syenit  mit  Titanit  von  Julbach, 

Sillimanit  mit  Cordierit  und  Graphit,  Gegend  von  Linz, 
Cordierit  mit  Magnetkies  und  Graphit,  Gegend  von  Linz, 
Cordierit  mit  Almandin,  Graphit  und  Sillimanit,  Gegend  von  Linz, 
Quarz  mit  radialförmigem  Graphit.  (Herr  P.  R.  Handmann,  S.  J.) 

Hippurites  sp.,  Mondsee.  (Der  Referent.) 

Tertiär- Gesteine  und  Versteinerungen  von  Eggenburg. 

(Direktion  der  Volks-  und  Bürgerschule  Eggenburg.) 
Hieroglyhen  (Vermetus  und  Kriechspuren  einer  Crustacee). 

(Herr  Landesgerichtsrat  Pauli,  Gmunden.) 
Tertiär -Versteinerungen  von  Plesching  bei  Linz.  (Der  Referent.) 

Suite  von  über  720  Gesteinsproben,   Mineral-  und  Fossilfunden  vom  Bosruck- 

Tunnel  bei  Spital  am  Pyhrn. 

(Herr  Ingenieur  von  Brunswyk  und  Herr  Oberlehrer  K.  Wegrosta.) 

Bücherei. 

Folgende  Herren  haben  dem  Museum  von  ihnen  verfasste  Werke  gespendet: 
Bauer  Karl  Julius,  Lic.  theol.  (Das  Evangelium  in  und  um  Pilsen);  Orillmayr 
Johann  Karl  (Chronik  des  Schlosses  Wirting);  Ouppenberger  Lambert,  P.,  (Ge- 
schichte von  Adlwang);  Heger  Franz,  k.  k,  Regierungsrat  (Alte  Metalltromraeln 
aus  Südost-Asien);  Helfert  Jos.  Alex.  Freiherr,  Dr.  (Sechzig  Jahre  im  Dienste 
und  in  der  Literatur);  Heller  Julius  (Zur  Vorbereitung  der  Handelsverträge); 
Krackowixer  Ferdinand,  Dr.,  kaiserl.  Rat  (Das  Landesarchiv  in  Linz  —  In- 
schriften und  Aufschriften);  Leisching  Julius,  (Einleitung  zur  Ausstellung 
alter  und  neuer  Kunststickereien);  Liburnau  Lorenz  v.  (Materialien  zu 
einer  Morphologie  —  NachtiHgliches  über  das  Gmundener  Schotter-Terrain); 
Luschin  v.  Ebengreuth  Arn.,  Dr.,  Prof.  (Das  steiermärkische  Landesmuseum); 
Mourlon  M.  (Referendum  Bibliographique);  Pröll  iMurenz,  Dr.,  k.  k.  Gymn.-Dir. 
(Das  Obermühlviertler  Bauernhaus);  Schaehinger  Karl  (Über  Berg  und  Tal  — 
Auf  den  Hochkönig  —  Am  Maierhofer  Berg  —  Vom  Königssee  zum  Brenner  — 
In  den  hohen  Tauern);  Straberger  Josef  (Prähistorisches  aus  Oberösterreich); 
Strele  Richard  v.  (Prolog  zur  100jährigen  Gedenkfeier  Franz  Stelzhamers) ; 
Topitz  Antoti  (Oberösterreichische  Menthen). 

Weiter  bedachten  die  Bücherei  mit  Spenden  an  Büchern,  Broschüren, 
Landkarten,  Bildern  und  dergl.:  Herr  Beckers  F.,  Oraf,  Linz;  Herr  Caesmann  Fr., 
Wels;  Herr  Oörner  Karl  B.  v.,  Dr.,  Linz;  Herr  Herbricht  Alois,  Sierning;  Frau 
Karner  Karola,  Linz;  Herr  Klopf  Johann,  Linz;  Herr  Kränzl  Emil,  Dr.,  Linz; 
Frau  Kraus  Charlotte,  Feldmarschall-Lt. -Witwe,  Linz ;  Herr  Lychdorff  Vinxenz  v., 
Urfahr;  Herr  Maix  Gustav,  Dr.,  Linz;  Herr  Markl  Andreas,  Wien;  Herr  Markus 
Jordan,  Linz;  Frau  Mayrhofer  Marie,  Kirchdorf;  Herr  Nebinger  W.  F.,  Linz; 
Herr  Bichard  Alex.,  München;  Herr  Sammern  Otto  v.,  Dr.,  Linz;  Herr  Sames 
Josef,  Linz;  Herr  Schaff  er  Josef,  Linz;  Herr  Schuster  Bernhard,  Kapellmeister, 
Berlin;  Herr  Straberger,  Linz;  Frau  Tschott  Anna,  Linz;  Herr  Wildmoser  Richard, 
Linz;  Herr  Wimmer  Julius,  Linz;  Fräulein  Zehdcn  Karoline,  Linz. 


Lxxin 

Folgende  Behörden  und  Körperschaften  spendeten  ihre  Veröffentlichungen : 
K.  k.  Ackerbau-Ministerium,  Wien;  Akademischer  Verein  deutscher  Historiker,  Orax; 
Archeologia  e  Storia  Dalm,ata,  Prato;  Dombauverein,  Linx;  k.  k.  Franx  Josef -Uni- 
versität, Gxernowitx;  Oesellsehaft  zur  Gründung  und  Erhaltung  eitles  öster- 
reichischen Sehtdrmiseums ,  Wien;  Landesausschuß  vo7i  Oberösterreich,  Linx; 
Landes-Braiulschaden-Versicherungsanstalt,  Linx;  Landes- Tierschutxverein,  Linx; 
Ordinariat,  bischöfliches,  Linx;  Reichsrat,  Wien;  Rtlderverein  „Ister",  Linx;  Sankt 
Florian,  Stiftsbibliothek;  Sparkasse,  Allgemeine,  Linx;  Sparkasse  Urfahr;  Spar- 
kasse Kirchdorf;  Stadtgemeitule -Vorstehungen  Braunau,  Linx,  Urfahr;  Stifter- 
denkmal-Komitee, Linz;  Turngaurat  von  Oberösterreich  und  Salxburg;  Turnverein 
Linz;   Tramioay-  und  Elektrixitäts- Oesellsehaft  Linx;  Verein  der  Techniker,  Linz. 

An  Tages-  und  Wochenblättern  wurden  der  Musealbibliothek  seitens  des 
betreffenden  Zeitungsverlages  unentgeltlich  zugewendet:  „Ave  Maria",  „Bauern- 
führer", „Deutscher  Michel",  „Linzer  Volksblatt",  „Linzer  Zeitung",  „Mühl- 
viertler  Nachrichten",  „Neue  Warte  am  Inn",  „Tages-Post",  „Linzer  Tierfreund", 
„Volksbote",  die  „Wahrheit"  und  zu  ermäßigtem  Preise  „Alpenbote". 

Die  Vermehrung  der  Bücherei  durch  Kauf  beschränkte  sich  fast  nur 
auf  solche  Werke,  welche  sich  für  die  Arbeiten  in  den  einzelnen  Fächern  not- 
wendig erwiesen. 


-wH^®^^-^ 


lD±e 

Sammelbände  aus  der  Reformationszeit 


im 


Landes-Archiv  zu  Linz, 


Beschrieben  von 

Dr.  Ferdinand  Krackowizer 

Kaiserlicbem  Rat  und  Landes -Archivar. 


-»(9lt.-MSi 


Buchdeckel  zum  Bande  Nr.  93  mit  dem  aufgedruckten  Porträt  des 
Christoph  Herzogs  zu  Württemberg. 


I 


Kinleitung. 


Die  evangelischen  Stände  des  Erzherzogtumes  Österreich  ob 
der  Enns  hatten  in  der  landesfurstlichen  Stadt  Enns  im  Jahre  1569 
die  evangelische  Landschaftsschule  ^)  errichtet  und  dieselbe  im 
Jahre  1574  in  das  neuerbaute  Landhaus  zu  Linz  übertragen. 
Hier  erfreute  sich  die  vornehmlich  für  die  adelige  Jugend  bestimmte 
Lehranstalt  lebhaften  Besuches  und  unter  den  Rektoren  Johann 
Memhard  aus  Straßburg,  Dr.  Anomäus  und  Johann  Friedrich  Bentius 
großer  Blüte.  Lehrer  wie  der  Dichter  Calaminus^),  der  Historiker 
Hieronymus  Megiser,  der  große  Astronom  Johannes  Kepler,  welcher 
von  1614 — 1627  in  der  Donaustadt  lebte,  schmückten  die  Schule, 
hochherzige  Mitglieder  des  Herren-  und  Ritterstandes  sorgten  für 
dieselbe  durch  Stiftungen. 

Wie  schon  Achaz  Hohenfelder  im  Jahre  1588  zum  Ankaufe 
von  Büchern,  für  Kleidung  und  Stipendien  die  für  jene  Zeit 
bedeutende  Summe  von  1000  Gulden  gewidmet  hatte,  so  hielten 
beide  Stände  auch  ihre  eigene  Bibliothek  in  Ehren.  Der  bekannte 
Genealoge  Job  Hartmann  Freiherr  von  Enenkl,  im  Jahre  1623 
Scholarch  der  Landschaftsschule,  besorgte  mit  großem  Eifer  die 
Vermehrung  der  ständischen  Bücherei,  an  welcher  der  Historiker 
Megiser  als  Bibliothekar  äußerst  tätig  war.    Von  der  Witwe  Susanna 


*)  Franz  X.  Stauber:  Historische  Ephemeriden  über  die  Wirksamkeit 
der  Stände  von  Österreich  ob  der  Enns.  Linz,  1884,  S.  39 — 55.  —  Dr.  Ferdinand 
KhuU:  Schulordnung  und  Institutionen  für  die  evangelische  Schule  zu  Linz 
(1577—1579).  Wien,  Braumüller,  1901.  —  Dr.  Konrad  Schi  ff  mann:  Das 
Schulwesen  im  Lande  ob  der  Enns  bis  zum  Ende  des  17.  Jahrhunderts. 
59.  Jahresbericht  des  Museums  Francisco-Carolinum.    Linz,  1901. 

^)  Dr.  Konrad  Schiffmann:  Magister  Georg  Calaminus,  ein  Schulmann 
des  16.  Jahrhunderts.  (Heft  2  der  „Beiträge  der  österr.  Gruppe  für  deutsche 
Erziehungs-  und  Schulgeschichte".  Wien,  1899.) 


Megiser  erwarben  die  Stände  die  hinterlassenen  Bücher  dieses 
Gelehrten,  nachdem  sie  zuvor  von  Magister  Johannes  Kepler, 
„kaiserlichem  und  der  obeiösterreichischen  Landschaft  Mathematico'-, 
besichtigt  worden  waren. 

Nach  einem  Berichte  des  genannten  Freiherrn  von  Enenkl 
aus  Baden  bei  Wien  an  die  „Verordneten  des  Herren-  und  Ritter- 
standes der  Augsburgischen  Confession"  bewertete  derselbe  die 
Bibliothek  der  Stände  mit  2000  Gulden,  die  „auch  zu  Wienn  vmb 
vierfach  gelt  nicht  zuerhandlen  wäre". 

Aber  auch  späterhin  sorgten  die  Stände  stets  für  ihre  Bücherei. 
Im  Jahre  1636  wurde  dem  Sprachmeister  Claudio  Jeangente^)  auf- 
getragen, einen  Katalog  der  Bibliothek  der  drei  oberen  Stände  zu 
verfassen.  Im  Jahre  1744  vermehrten  sie  dieselbe  durch  den  An- 
kauf der  Bibliothek  des  Franz  Josef  Grafen  von  Starhemberg  um 
1200  Gulden.  Sie  bestand  aus  581  Büchern,  wurde  in  dem  hiezu 
gewidmeten  neuen  Bibliothekzimmer  aufgestellt  und  ist  deren  Ver- 
zeichnis, 2)  sowie  die  „Schätzungs-Specification"  des  Linzer  Buch- 
händlers Franz  Anton  liger  vom  18.  August  1744  noch  im  Landes- 
arohiv  vorhanden.  Als  eine  größere  Erwerbung  kamen  im  Jahre  1767 
hinzu  die  vom  Landschafts-Physikus  Dr.  Stephan  Krädl  letztwillig 
vermachten  medizinischen  Werke. 

Die  ständische  Bibliothek  befand  sich  im  zweiten  Stockwerk 
des  Landhauses  und  ging  der  größte  Teil  derselben  bei  dem  großen 
Brande  von  Linz  am  15.  August  1800  zugrunde.  Das  Feuer  ent- 
stand um  6  Uhr  abends  im  kaiserlichen  Schlosse,  ergriflF  mit 
Schnelligkeit  die  Häuser  am  Schloß-  und  Hof  berge,  dann  jene  der 
Altstadt,  der  Hahnen-  und  der  Klostergasse  bis  zum  Schmidturm. 
Durch  den  hölzernen  Verbindungsgang,  der  vom  Schlosse  zum  Land- 
hause herabführte,  wurde  auch  letzteres  ein  Raub  der  Flammen  und 
blieben  nur  die  ebenerdigen  gewölbten  Lokalitäten,  dann  jene  des 
ständischen  Obereinnehmeramtes  und  der  Registratur  im  ersten 
Stockwerke  vom  Feuer  verschont.  In  den  Räumen  der  letzteren 
müssen  sich  die  Sammelbände  befunden  haben,  welche  sich  un- 
versehrt bis  in  unsere  Tage  erhalten  haben  und  in  den  folgenden 
Blättern  beschrieben  werden. 


*)  Auch  nach  dem  Aufhören  der  Landschaftaschule  bestanden  ständische 
Exerzitienmeister  für  französische  und  italienische  Sprache,  für  Fechten  und  Reiten. 

*)  Schuberband  Nr.  434,  Z.  29.  Darunter  befindet  sich  das  Narrenschiff 
von  Geiler  von  Kaisersberg,  welches  Buch  am  Schluß  die  Unterschrift  des 
Grafen  trägt.   (Band  41  des  hier  mitgeteilten  Kataloges.) 


Welchen  Verlust  dieses  Unglück  bedeutete,  zeigt  uns  der 
„Catalogus  libroruin,  qui  in  Inclitorum  Superioris  Austriae  Statuum 
Bibliotheca  Anno  1660  exstiterunt".^) 

Aber  aus  dem  „Catalogus  librorum  Lutheranorum"  ^)  ersehen 
wir,  daß  doch  noch  ein  kleiner,  und  zwar  sehr  wertvoller  Bestand 
der  einstigen  ansehnlichen  Bücherei  sich  erhalten  hat.  Es  sind  dies 
die  im  großen  Archivzimmer  I  aufgestellten  100  Bände,  darunter 
38  Sammelbände  mit  545  höchst  seltenen  Druckschriften,  meist 
Holzbände  in  Quart  mit  Marginalien  und  Messingschließen.  Sie 
stammen  vorwiegend  aus   dem   ersten  Viertel  des  17.  Jahrhunderts. 

Diese  alten,  sorgfältig  gebundenen  Bücher,  bisher  ganz  un- 
beachtet und  noch  vor  drei  Jahrzehnten  mit  anderen  Genossen  zu 
unsteter  Wanderung  in  verschiedenen  Amtsräumen  des  Landhauses 
verurteilt,  sind  geeignet,  das  Interesse  des  Geschichtsforschers, 
zumal  des  Kulturhistorikers,  aber  auch  jedes  Bücherfreundes  zu 
erregen.  Stoff  und  Verfasser  der  einzelnen  Druckschriften  führen 
uns  mitten  in  die  gewaltige  Zeit  der  Reformation.  Wir  finden  die 
Werke  von  Martin  Luther  und  Philipp  Melanchthon,  sämtliche 
Schriften  des  Dr.  Ägidius  Hunnius,  die  auf  den  Buchdeckeln  das 
W^appen  der  oberösterreichischen  Landschaft  nebst  einer  hübschen 
Inschrift^)  tragen,  wir  finden  die  theologischen  Streitschriften  von 
Matthias  Flacius  Illyricus,  Johannes  Brentius,  Heinrich  BuUinger, 
Konrad  Pellicanus,  Urban  Regius,  Johann  Bugenhagen,  Cyriacus 
Spangenberg,  Erasmus  Sarcerius  und  Lukas  Oslander.  Neben  Pre- 
digten und  Bibelauslegungen  treffen  wir  Werke  von  Johannes  Geiler 


^)  Ein  in  Pergament  gebundener  handschriftlicher  Katalog  in  Folio 
mit  57  signierten  Blättern.  (Schuberband  Nr.  435,  Z.  37/35.)  Darnach  waren 
die  einzelnen  Abteilungen  der  ständischen  Büchersammlung:  S.  S.  P.  P.  Theo- 
logici  et  sacrarum  litterarum  Interpretes.  —  Libri  Concionatorii.  —  Scriptores 
ecclesiastici,  casuistici  et  controversista.  —  Libri  sacri  historici  et  chronologici.  — 
Libri  spirituales  et  alii.  —  Libri  historici  chronologici,  cosmographici  et  geo- 
graphici.  —  Libri  genealogici.  —  Acta  caesarum,  allerlay  Khrieg  vudt  Zeittungs- 
Relationen.  —  Autores  historici  et  classici.  —  Libri  historici  politici,  philologici 
et  ethici.  —  Libri  juridici.  —  Libri  Medici  et  Chirurgici.  —  Libri  Mathematici, 
Astronomici,  Geometrici.  —  Libri  Philosophici.  —  Lexicon  et  Dictionaria  varia.  — 
Libri  poetici.  —  Oratores  et  similes.  —  Libri  mixti.  —  Allerlay  Khunstbuecher.  — 
Libri  ethico-politici,  —  Libri  diversarum  linquarum.  —  Viele  Drucke  stammten 
aus  dem  Ende  des  15.  Jahrhunderts. 

■^)  Fohoheft,  in  rotem  Papier  gebunden,  ohne  Datum,  mit  42  signierten 
Blättern.    (Schuberband  Nr.  435,  Z.  37/34.) 

'■')  Auf  dem  Vorderdeckel  jedes  Foliobandes  in  Gold  die  Inschrift:  „Lector, 
hoc  quo  uteris  libro,  feliciter  fruere  eoque  reddito,  liberalitati  procerum  Austriae 
super.  Ev angehe,  gratias  habe." 


von  Kaisersberg,  Reimgedichte  und  vier  Schriften  des  wackeren 
Meistersingers  Hans  Sachs.  Allein  auch  verschiedene  Flugblätter 
und  Zeitungen  (über  die  Türken,  über  wunderbare  Begebenheiten, 
über  den  Tod  des  Pfarrers  Leonhard  Kayser  von  Waizenkirchen, 
über  die  Wiedertäufer,  über  die  Schweizer  Eidgenossen  und  anderes) 
enthalten  diese  Sammelbände.  Sie  sind  weiter  in  kunstgewerblicher 
Hinsicht  interessant  durch  die  vielen  kräftigen  Holzschnitte,  welche 
die  Titelblätter  als  Einrahmungen  in  origineller  Ausführung  schmücken 
oder  uns  als  satirische  Zeitbilder  fesseln.  Endlich  finden  wir  auch 
Porträte  von  hervorragenden  Männern. 

Daß  diese  Bände  sich  bis  auf  unsere  Tage  so  unversehrt 
erhalten  konnten,  darf  füglich  wundernehmen,  wenn  wir  die  Ver- 
nichtung solcher  Werke  durch  die  folgenden  Zeiten  der  Gegen- 
reformation uns  vor  Augen  halten.  Sollten  doch  schon  durch  ein 
Mandat  Kaiser  Ferdinands  I.  vom  24.  Juli  1528  ^)  Buchdrucker 
und  Buchführer  der  sektischen  verbotenen  Bücher,  welche  in  den 
österreichischen  Erbländern  betreten  würden,  „als  Haupt -Verführer 
und  Vergiffter  aller  Länder  ohne  alle  Gnad  stracks  am  Leben  mit 
dem  Wasser  gestrafft,  ihre  verbottene  Waaren  aber  verbrennt"  werden. 
Und  einem  Schreiben  ^)  der  „zwayer  evangelischer  Ständt  von  Herrn 
vnd  Ritterschafft  ob  der  Ennß  Verordneten"  wegen  der  von  der 
kaiserlichen  Regierung  bei  Auflassung  der  evangelischen  Land- 
schaftsschule begehrten  Schulkasse  vom  15.  März  1625  entnehmen 
wir  das  interessante  Postskriptum:  „Den  13.  dits  ist  der  Althamer, 
neüerwelter  Stattanwalt  neben  dem  Schreckhinger  Stattriohter  alhie, 
vnd  zwei  Jesuitern  vnbegriest  Vnser,  nach  Mittag  ins  Landthaus 
khomben  vnd  der  Puechführer  ^)  Läden  visitiert,  auch  alle  Vn- 
oatholische  Püecher  abgesondert  vnd  in  Vasser  (Fässer)  einschlagen 
lassen,  welches  Wier  denen  Löbl.  Ständen  auf  negste  Zusamben- 
khunfft  fürbringen  wollen." 

Wir  Nachkommen  aber  wollen  die  Tatsache  begrüßen,  daß 
diese  Sammelbände  durch  die  Wechsel  vollen  Zeitläufe  unversehrt 
geblieben  sind  als  der  wertvolle  Rest  der  alten  ständischen  Bücherei 
im  Landhause  zu  Linz. 

Dr.  Krackowizer. 


^)  Codex  Austriacus  pag.  235, 
-)  Annalenbücher,  Band  72,  Fol.  512. 

")  Die  Buchführer  (Buchhändler)  hatten,   namentlich  zur  Zeit  der  viel- 
besuchten Linzer  Märkte,  im  Durchgang  des  Landhauses  ihre  Waren  feil. 


1.    Lutheri  Martini  opera, 

Tomus  I,  omnium  operum  Reverendi  Domini  Martini  Lutheri, 
Doctoris  Theologiae,  continens  scripta  primi  triennii,  ab 
eo  tempore,  quo  primum  controversia  de  indulgentiis 
mota  est,  videlicet  ab  anno  Christi  MDXVII  usque  ad 
annum  XX. 

Witebergae  per  Johannem  Lufft.  1.5.4.5. 

Titelblatt  mit  Holzschnitteinfassung:  Die  Symbole 
der  vier  Evangelisten;  unten  Christus  am  Kreuz,  Luther 
und  Melanchthon  kniend,  in  betender  Stellung. 

Original-Holzband  in  Lederpressung.  Folio  mit  Mes- 
singschließen. 

Tomus  II,  continens  monumenta,  quae  de  multis  gravissimis 
controversis  ab  anno  XX.  usque  ad  XXVII.  annum 
edita  sunt. 

Witebergae,  per  Johannem  LuflPt.    1546. 
Titelblatt  und  Ausstattung,  Einband  wie  oben. 

Tomus  III,  continens  ennarationes  Deuteronomii,  ultimorum 
verborum  Davidis,  multorum  psalmorum  pias,  luculentas 
et  valde  utiles. 

Witebergae,  per  Johannem  Lufft.    1549. 

Titelblatt  und  Ausstattung  des  Foliobandes  wie  oben. 

Tomus  IV,  continens  ennarationes  in  Ecclesiasten ,  Cantica 
Canticorum,  Esaiam,  Ezechielem,  Danielem,  et  in  Prophetas 
minores.     Opus  insigne  et  vere  aureum. 

Witebergae,  per  Johannem  Lufft.    1552. 

Titelblatt  und  Ausstattung  des  Foliobandes  wie  oben. 

Tomus  V,  continens  enarrationes  in  aliquot  capita  Matthei, 
Johannis  Evangelistae,  epistolae  Pauli  primae  ad  Corinthios, 


commentarios   in   epistolam   Pauli   ad  Galatas   et   in  duas 
S.  Petri  et  Judae  unam.  Item,  in  prophetam  Zachariam  etc. 

Witebergae.    Per  Johannem  LuflPt.    1554. 

Titelblatt  und  Ausstattung  des  Foliobandes  wie  oben. 

2.  Operum  omnium  reverendi  viri  Philippi  Melanthonis. 
Pars  prima.    Wittebergae.   Excudebat  Johannes  Crato.    Anno 

M.D.LXII. 

Auf  dem  Titelblatt  das  Porträt  Melanchthons  in 
Holzschnitt  mit  der  Legende:  „Roma:  8.  Si  Dens  pro 
nobis,  quis  contra  nos." 

Holzband  mit  Lederpressung;    Folio,    mit   Messing- 
schließen. 
Pars  secunda.     Druckort,  Drucker  und  Jahr  wie  oben. 

Holzband  in  gleicher  Ausstattung. 
Pars  tertia.     Wittebergae,  J.  Crato,  M.D.LXIII. 

Holzband  in  gleicher  Ausstattung. 

Pars  quarta.     Wittebergae.   J.  Crato,  M.D.LXIIIL 

Holzband  in  gleicher  Ausstattung. 

3,  D.    Aegidii    Hunnü,     celeberrimi    Aug.    Confess.     Theologi 

operum  latinorum  tomus  primus. 

Continens  artioulos  christianae  religionis  praeoipuos 
et  hoc  tempore  maxime  controversos,  ex  scripturae  sacrae 
fundamentis  extructos  et  forma  quaestionum  ac  respon- 
sionum  pertractatos.  Olim  seorsim  editos:  nunc  vero  in 
unum  collectos. 

Witebergae,     typis    M.    Georgii    MuUeri,    impensis 

Johan.  Jacobi   Porßii,    bibliopolae   Francof:    ad    Moenum. 

Anno  M.DC.VII. 

Tomus  II,  continens  scripta  quaedam  polemica,   tum  adversus 

Pontificios    et  Jesuitas,    tum    etiam    adversus   Calvinianos 

aliosque  sectarios.  Impensis  J.  Jacobi  Porßii.  A£  M.DC.VIII. 

Tomus  IM,  continens  potissimum  commentarios  in  Evangelium 

S.  Matthaei  et  B.  Johannis,  una  cum  methodo  concionandi. 

Witebergae.    Typis  M.  G.  Mulleri.    A2  M.DC.VIII. 

Tomus  IV,  Complectens  commentarios  ejus  in  epistolas  B.  Pauli 

apostoli,  canonicam  Joannis,  et  eam,  quae  est  ad  Hebraeos. 

Francof urti,      ex    officina    Paltheniana,      sumptibus 

J.  J.  Porsii,  bibliopolae.     M.DC.VL 

Auf  dem  Titelblatt  schönes  Druckerzeichen. 


Tomus  quintus,  continens  dispiitationes  et  orationes  academicas, 
cum  tribus   Comoediis. 

Witebergae,  typis  M.  G.  MuUeri.  M.DC.IX.  S.  833  ff. 
Comoedia  „Josephus",   S.  932  „Ruth". 

Alle  fünf  Foliobände  in  Schweinsleder  gebunden, 
auf  dem  Vorderdeokel  die  Inschrift:  „Lector.  Hoc  quo 
uteris  libro,  feliciter  fruere  eoque  reddito,  liberalitati 
procerum  Austriae  Super.  Evangelicor.  gratias  habe";  auf 
dem  Schlußdeckel  das  in  Gold  aufgedruckte  oberösterr. 
Landeswappen. 

4.  Antibellarminus.    Hoc  est  oonfutatio  eorum,  quae  adversus 

christianam  fidem,  pro  tuenda  Pontificia  sua  religione  tomis 
disputavit  quatuor  Robertus  Bellarminus,  Jesuita,  Cardi- 
nalis.    A  Samuele  Huherto  D.  Helvetio  Bernate. 

Goslariae,  ex  officina  typographica  Joannis  Vogdii. 
Anno  M.DC.VII. 

Folioband  in  Schweinsleder. 

5.  Operum  reverendi  et  clarissimi   theologi  D.  Joannis  Brentii, 

praepositi  Stutgardiani. 

Tubingae,  excudebat  Georgius  Gruppenbachius, 
Anno   M.D.LXXVI. 

Auf  der  Rückseite  des  Titelblattes  in  Holzschnitt 
das  Porträt  des  Johannes  Brentius. 

Der  zweite  Band  aus  demselben  Jahre;  er  trägt  auf  dem 
Titelblatt  unten  die  Widmtingsschrift:  „Venerando  domino 
magistro  Thomae  Spindlero,  diacono  Stuttgardiano,  Affini 
suo  Eberhardus  Bidenbach,  abbas  Beben:" 

Der  dritte  Band  fehlt. 

Der  vierte  Band  aus   derselben  Druckerei   vom  Jahre    1580. 

Ebenso  der  fünfte  Band  vom  Jahre  1582. 

Diese  vier  Foliobände  in  Holzdeckeln  mit  schöner 
Lederpressung  gebunden. 

6.  Clavis   scripturae    S.     seu    de     sermone    sacrarum    literarum. 

Autore  Matthia  Flacio  Illyrico. 

Basileae,  ex  officina  Heruagiana,  per  Eusebium  Epi- 
scopium.     M.D.LXXX.     2  Teile. 

Auf  dem  Titel-  und  Schlußblatt  das  Druckerzeichen. 

Foliant  in  gepreßtem  Lederband. 


10 


7.  Sermonum  decades  quinque,  de  potissimis  Christianae  religionis 

capitibus,  in  tres  tomos  digestae,  authore  Heinrycho 
Bullingero,  ecclesiae  Tigurinae  ministro. 

Tiguri.  In  officina  Christoph.  Frosohoveri,  a.  M.D.LII. 

Druckerzeichen  auf  dem  Titelblatt.  Original-Holzband 
mit  Ledei-pressung  und  Messingschließen. 

8.  In   Esaiae   Prophetae  vaticinia   scholae    Theodorici   Snepffii, 

doctoris   et   professoris   theologi   in   academia   Tubingensi, 
Tubingae,      excudebat     Georgius     Gruppenbachius. 

M.D.LXXV.     Mit  Druokerzeichen  vorn. 

Original-Holzband  mit  Lederpressung  und  Schließen. 

9.  Thesaurus    Theologicus    ex    sola    sacra    scriptura    depromptus. 

In  quo  unico  tomo  omnes  loci  theologici  testimoniis  verbi 
Dei  explicantur.  Autore  M.  Matthaeo  Vogelio,  abbate 
coenobii  Alperspachensis,  in  inclyto  ducatu  Vuirtembergico. 

Tubingae,  excudebat  Georgius  Gruppenbachius.  Anno 
M.D.XCII.    Druckerzeichen  auf  dem  Titelblatt. 

Original-Holzband  mit  Lederpressung  und  Schließen. 

10.  1.  In  primum  librum  Mose  enarrationes  reverendi  patris 
D.  D.  Martini  Lutheri,  plene  salutaris  et  christianae 
eruditionis,    bona   fide    et   diligenter   collectae.     M.D.LV. 

Titelblatt  mit  schöner  Holzschnitt-Einfassung:  Szenen 
aus  der  Schöpfungsgeschichte.  Darauf  die  Jahrzahl  1552. 
Mit  einer  Praefatio  Luthers. 

Schlußblatt:  Druckerzeichen.  Darunter:  Impressum 
Noribergae  in  officina  Joannis  Montani  et  Ulrici  Neuberi. 
Anno  Domini  M.D.LVL 

Original-Holzband  mit  Lederpressung  und  Schließen. 

2.  In  Genesin  enarrationum  reverendi  patris  domini  doctoris 
Martini  Luteri,  bona  fide  et  diligenter  coUcctarum,  per 
Hieronymum  Besoldum  Noribergensem  tomus  111^  continens 
historiam  duorum  patriaroharum  Isaac  et  Jacob. 

Cum  Praefatione  Philippi  Melanchtonis. 

Noribergae,  LV.  Holzschnitt  (Kopfleiste)  auf  dem 
Titel.  Am  Schluß  Druckerzeichen,  darunter:  Norinbergae, 
excudebant  Joannes  Montanus  et  Ulricus  Neuber. 

Hierauf  tomus  IV,  continens  historiam  sanctissimi 
patriarchae  Joseph. 


11 

Noribergae.  Exoudebant  Joannes  Montanus  et  Ulricus 
Neuberus.     Anno  M.D.LIIII. 

Am  Kopfe  des  Titelblattes  ein  Holzschnitt:  Josef 
wird  von  seinen  Brüdern  befreit.  Schlußblatt  mit  Druoker- 
zeichen. 

Original-Holzband  mit  Lederpressung  und  Schließen. 

11.  Novum    Testamentum    Jesu    Christi   Nazareni Per 

Lucam  Lossium  Luneburgensem. 
Tomus  I,  in  quo   continentur  duo  Evangelistae  Matthaeus   et 
Marcus.     Franc.  Apud  Chr.   Egenolphum  Hadamarium. 

Auf  dem  Titelblatt  ein  Holzschnitt:  Das  Opfer 
Abrahams,  mit  der  Umschrift:  Pietas  ad  omnia  utilis  est. 
Sacrificium  Deo  cur  humiliatum. 

Auf  der  zweiten  Seite  des  Titelblattes  das  Wappen 
Christians  von  Dänemark  in  Holzschnitt. 

Am  Schlüsse  des  Buches:  Francofurti  apud  Chri- 
stianum  Egenolphum,  mense  Augusto.     Anno  M.D.LIHI. 

Original-Holzband  mit  Lederpressung,  Schließen  und 
vielen  Marginalien. 

IIY2.  Novi  testamenti  catholica  expositio  ecclesiastica,  id  est,  ex 
universis  probatis  theologis  excerpta,  a  quodam  verbi  Dei 
ministro,  diu  multumque  in  theologia  versato.  Sive  Bi- 
bliotheca  expositionum  novi  testamenti. 

Anno  M.D.LXI.  Exoudebat  Henricus  Stephanus, 
illustris  viri  Huldrichi  Fuggeri  typographus. 

Holzschnitt  auf  dem  Titelblatt. 

Original-Holzband  mit  Lederpressung.    Großfolio. 

12.  Harmonia  ex  tribus  Evangelistis  composita.  Cum  Joh.  Oalvini 

commentariis. 

Oliua  Roberti  Stephani.     M.D.LV. 

Beginnt  mit  einer  Widmung  Calvins  an  den  Bürger- 
meister und  Senat  iler  Stadt  Frankfurt. 

Am  Schlüsse:  Excudebat  Robertus  Stephanus  in  sua 
officina  anno  M.D.LVL    Cal.  Aug. 

Original-Holzband  in  Lederpressung.    Großfolio. 

13/1.  Commentaria  hibliorum,  id  est  XXHH.  canonicorum  veteris 
testamenti     librorum,      opera     D.    Chuonradi     Pellicani 
Rubeaquensis  elaborata. 
Tomus   I,   in  quo  continentur  V  libri  Mosis. 


12 

Tomus  II,  in  quo  continetur  historia  sacra,  prophetae 
inquam  priores. 

Anno  M.D.XXXVI  und  XXXVIII. 

Tiguri  apud  Christophorum  Froschoverum  und  in 
officina  Froschoviana.     Druckerzeichen. 

Original-Holzband  mit  Lederpressung  und  Schließen. 
Großfolio. 

13/2.  Desselben  Werkes  von  Pellicanus 

Tomus  III.  In  hoc  continentur  prophetae  posteriores  omnes, 
videlicet  sermones  prophetarum  majorum. 

M.D.XL.  Tiguri  in  officina  Chr.  Froschoveri. 
Tomus  IV.    In   quo  continentur  scripta  reliqua,    quae  vocant 
Hagiographa. 

Druckjahr  und  Drucker  gleich.  Druckerzeichen  auf 
den  Titelblättern. 

Original-Holzband  in  gleicher  Ausstattung.  Großfolio. 

14.  CoiUiones  sacrae  ac  variae  praedicandorum  evangeliorum,  quae 

dominicis  diebus  et  in  festis  legi  solent,  formulae. 

Descriptae  a  Leonhardo  Culmanno  Crayelsheimense, 
et  multis  contionibus  auctae. 

Impressae  Norimbergae,  in  officina  Joannis  Montani 
et  ülrici  Neuberi.     M.D.LI. 

Original-Holzband  mit  Lederpressung  und  Schließen. 

Folio. 

15.  Opera  Urbani  Regii  latine  edita.  Cum  ejus  vita,  ac  praefatione 

Ernesti  Regii,  F. 

Impressa  Noribergae,  in  officina  Joannis  Montani 
et  ülrici  Neuberi.     M.D.LXII. 

Am  Schluß  das  Druckerzeichen. 

Holzband  mit  Schließen.     Folio. 

16.  Samuelis  Über  primus,   annotationibus   piis  juxta   ac    eruditis 

explicatus.     Per  D.  Hieronymum  Wellerum. 

Francoforti,  Anno  Domini  M.D.LV. 

Ex  officina  Petri  Brubacchii.     Anno  1555. 

Hierauf  folgt:  Liber  secundus  Regum.  Per  D.  H.Vuel- 
lerum,  S.  Theol.  doctorem. 

Noriberge,  excudebant  Joannes  Montanus  et  Ulricus 
Neuberus.    Anno  M.D.LX.    Mit  Druckerzeichen. 

Gepreßter  Lederband,  Folio. 


13 

17.  Consensus   orthodoxiis    saorae    scripturae    et   veteris    ecclesiae, 

de  sententia  et  veritate  verborum  coenae  dominioae,  adeoque 
de  tota  controversia  sacramentaria. 

Tiguri  apud  Froschoverum.  1578.  Auf  dem  Titel- 
blatt das  Druckerzeichen. 

Gepreßter  Lederband,  Folio;  etwas  wurmstichig. 

18.  Templum  Exechielis,   sive   in   IX.   postrema   prophetae  capita 

commentarius.  In  Academia  Tubingensi  elaboratus  per 
Matthiara    Hafenrefferum,    S.  S.  Theologiae   doctorem. 

Tubingae,  typis  Theodorici  Werlini,  sumptibus  Jo- 
hannis  Berneri  Francofurtensis.  M.DCXIII. 

Vorgebunden  ein  Kupferstich.  Am  Schluß  Plan  des 
Tempels.  Schweinslederband  in  Folio.  Auf  dem  Vorder- 
deckel die  Inschrift  in  Gold:  „Lector,  hoc  quo  uteris 
libro  etc.'',  wie  bei  dem  Drucke  Zahl  3.  Auf  dem  Sohluß- 
deckel  das  oberösterr.  Landeswappen  in  Gold  gepreßt. 

19.  In    librum   Judicum   D.  Petri   Martyris  Vermilii  Florentini, 

professoris  divinarum  literarum  in  schola  Tigurina,  Com- 
mentarii  doctissimi.    Editio  tertia. 

Tiguri,  excudebat  Christophorus  Froschoverus. 
M.D.LXXI.  Foliant  in  Schweinslederband.  Auf  den 
Deckeln   das  oberösterr.  Landeswappen   aufgedrückt. 

20.  Simplex  et  pia  Evangeliorum,    quae   dominicis   diebus   et   in 

praecipuis  festis  legi  solent,  explicatio.  Per  reverendum 
dominum  doctorem  Marl.  Lutherum.  Nunc  primum  ex 
Germanico  versa,  per  Michaelem  Rotingium. 

Impressum  Norimbergae,  in  officina  Joannis  Montani 
et  Ulrici  Neuber.  Anno  MD.XLV.  Im  Texte  Holzschnitte 
zu  den  Evangelien.     Am  Schlußblatt  das  Druokerzeichen. 

Foliant  in  Leder  gebunden. 

21.  ChHstliche    einfeltige    Außlegung    des    gantxen    Psalters    des 

Königlichen  Propheten  Dauids  /  gestellet  durch  Chri- 
stofferum Fischer  den  Eltern  /  fürstlichen  Lüneburgischen 
General  Superintendenten  /  vnd  Pastorn  zu  Zell. 

Gedruckt  zu  Vissen  /  bey  Michel  Kröner.  M.D.XC. 
Auf  dem  Titelblatt  der  Holzschnitt:  König  David,  die 
Harfe  spielend. 

Original-Holzband  mit  sehr  schöner  Ledei-pressung 
und  Schließen.     Großfolio. 


14 

22.  Concordantz  imd  Zeiger  vber  die  gantxe  heilige  Biblische  schrifft 

deß  Alten  vnd  Neuwen  Testaments  /  .  .  .  .  Alles  auff 
die  Dolmetschung  D.  Martin  Luthers  seligen  .... 
gerichtet,  zusammen  gezogen  vnd  in  den  Druck  verfertiget 
durch  Petrum  Gedultig,  von  Gerenroda. 

Gedruckt  zu  Franckfurt  am  Mayn  /  Mit  Rom.  Keys. 
Majest.  Freyheit  /  in  keinerley  Format  nachzudrucken. 
M.D.LXXI. 

Nach  dem  Titelblatt  in  schönem  Holzschnitt  auf 
eigenem  Blatt  Porträt  und  Wappen  des  Herzogs  Hans 
Wilhelm  zu  Sachsen  mit  der  Umschrift:  „Herr,  regier 
mich  durch  dein  Wort." 

Auf  dem  Sohlußblatt  das  Druckerzeichen  des  Georgen 
Raben,  in  Verlegung  Hieronymi  Feyerabends. 

Original-Holzband  mit  Lederpressung  und  Schließen. 
Großfolio. 

23.  Alle  Predigten  vnd  Außlegungen  vber  die  Psalmen  deß  König- 

lichen Propheten  Dauids.  Geprediget  zu  Braunschweig 
in  Sachsen  /  durch  D.  Joachim  Mörlin  /  dazumal  Super- 
attendenten  daselbst. 

Gedruckt  zu  EriFurt  /  bey  Esaias  Mechler  /  In  Ver- 
legung Jacob  Trösters  1580. 

3  Teile  in  einem  Folioband.  Auf  dem  Titelblatt 
das  Porträt  Mörlins  in  Holzschnitt.  Am  Schlüsse  des 
Blattes  der  Vermerk:  „1582.  A:  N:G:W:  Hannß  Christoff 
Geymann  zu  Gallspach  vnd  Tratteneckh,  Rö.  Kay.  Maj.  Rath." 

Original-Holzband  mit  Lederpressung  und  Schließen. 

2372.  Des  Hochwirdigen  Durchleuchtigen  /  Hochgebornen  / 
Fürsten  vnnd  Herren  /  Herrn  Georgen,  Fürsten  ZU 
Anhalt  /  Graffen  zu  Ascanien  /  vnnd  Herrn  zu  Zerbst 
vnd  Bernberg  /  Thumbprobst  xu  Magdeburg  vnnd  Meissen, 
Predigten  vnd  andere  Schrifften.  Mit  einer  Vorred  Philippi 
Melanth.     M.D.LXI. 

Auf  dem  Titelblatt  das  Wappen,  auf  dessen  Rück- 
seite das  Porträt  des  Fürsten  Georg  in  Holzschnitt. 

Am  Schluß:  Getruokt  zu  Franckfurt  am  Mayn  durch 
Weygand  Han  vnd  Georg  Raben. 

Orig.-Holzband  in  Lederpressung  und  Schließen.  Folio. 

24.  Des    Ehrwürdigen    Herrn    Michael    CoelÜ    seligen    /    etwan 

Predigers    /    Decani    vnd     Pfarrherrn    zu    Manßfeldt    / 


15 

Christliche  vnd  nützliche  Außlegungen  /  Predigten  vnd 
Schrifften  /  Gemeyner  Christenheyt  zu  Dienst  zusammen 
bracht  durch  M.  Ciriacum  Spangenberg.     A.  M.D.LXV. 

Auf  der  Rückseite  des  Titelblattes  das  Wappen  und 
nach  der  Vorrede  von  Spangenberg  das  Porträt  des  Coelius 
in  Holzschnitt. 

Getruckt  zu  Straßburg  /  bey  Samuel  Emmel. 

Orig.-Holzband  mit  Lederpressung  u.  Schließen.  Folio. 

25.  Trostspiegel  der  armen  Sünder.     Das   ist  /  Vom  warhafiftigen 

Erkendtnus  vnsers  Herrn  Jesu  Christi  /  vnd  vom  seligen 
Trost  /  Fried  vnd  Freud  desselbigen  /  wider  die  Ver- 
zweifflung  /  angst  /  trawrigkeit  /  vnd  anfechtung  des 
hertzens  vnd  Gewissens  ....  Aus  den  Büchern  des  Ehr- 
wirdigen  Herrn  D.  Martini  seligers  zusamen  gezogen  durch 
M.  Johannem  Policarium.  Prediger  zu  Weissenf  eis.  1556. 

Ein  Holzschnitt   auf  der  Rückseite   des  Titelblattes. 

Gedruckt  zu  Leipzig  /  durch  Jacobum  Berwald.  Mit 
Druckerzeichen. 

Vo7i  Eitler  Disciplin.  Dadurch  zucht  /  tugend  vnd  Erbarkeit 
mügen  gepflantzet  vnd  erhalten  werden.  Item  was  hierbey 
die  Weltliche  Obrigkeit,  Kirchendiener  /  vnd  Vnterthanen 
zu  thuen  schuldig  vnd  pflichtig  sein.  Durch  Erasmum 
Sarcerium  /  Superintendenten  der  alten  vnd  Löblichen 
Graffschafft  Mansfeldt.    1556. 

Auf  der  Rückseite  des  Titelblattes  das  Porträt  des 
Erasmus  Sarcerii  Annaemontani  in  Holzschnitt. 

Gedruckt  zu  Eisleben  durch  Vrbanum  kaubisch. 

Orig.-Holzband  mit  Lederpressung  u.  Schließen.  Folio. 

26.  Vo?i  mittein  vnd  wegen  /  die  rechte   vnd  wäre   Religion  %u 

befördern  vnd  zu  erhalten.  Durch  Erasmum  Sarcerium  / 
Superintendenten  der  Löblichen  vnd  alten  Graffschafft 
Mansfeldt.    1555. 

Gedruckt  zu  Eisleben  durch  Vrbanum  Kaubisch  / 
In  der  Graffschafft  Mansfeldt.    1554. 

Original-Holzband  mit  Lederpressung,  Schließen  und 
Marginalien.     Folio. 

27.  Hausbuch  für  die  Einfeltigen  Hausueter  /  von  den  vornemesten 

Artickeln  der  Christlichen  Religion  /  darinnen  der 
Evangelischen    Christen    /    vnd    der    Gottlosen    Papisten 


16 

lehren  /  gegen  einander  gehalten  werden.  Durch  Erasmum 
Sarcerium.    1555. 

Gedruckt  zu  Leiptzig  /  durch  Jacobum  Berwald  / 
wonhafftig  in  der  Nickelsstrassen.     Druckerzeiohen. 

Original-Holzband  mit  Lederpressung,  Marginalien 
und  Schließen.     Folio. 

28.  Haußhuch,     darinn     begriffen     werdend     fünfftxig     Predigen 

Heinrychen  Bullingers  /  Dieners  der  Kirchen  zu  Zürych. 
M.D.LVin. 

Getruckt  zu  Bärn  /  bey  Samuel  Apiario  /  auf  Ver- 
legung Christoffel  Froschowers  /  im  Jar  als  man  zalt 
MDLVm. 

Original-Holzband  mit  Lederpressung,  vielen  Mar- 
ginalien und  Schließen.     Folio. 

29.  Corpus  doctrinae  Christianae.     Das  ist  /  Gantze   Summa  der 

rechten  waren  Christlichen  Lehre  des  heyligen  Evangelii. 
Verfasset  durch  Herrn  Philippum  Melanthonem. 

Melanchthons  Bild  in  Holzschnitt  auf  dem  Titelblatt. 

Gedruckt  zu  Franckfurt  am  Main  /  durch  Dauid 
Zöpffein  Johan  Raschen  vnd  Sigmund  Feierabend  /  Im 
Jar  vnserer  Erlösung.     M.D.LXI. 

Original-Holzband  mit  Lederpressung,  Messingecken 
mit  Buckeln  und  Schließen.    Folio. 

30.  Vom  Heiligen  Ehestande   /  vnd   von   Ehesachen   /  mit    allen 

vmbstenden  /  zu  diesen  Dingen  gehörig  /  darinnen  zugleich 
Natürlich  /  Göttlich  /  Keiserlich  vnd  Bepstlich  Recht 
angezogen    wird.     Durch    Erasmum    Sarcerium.      1556. 

Gedruckt  zu  Eisleben  /  in  der  alten  vnd  löblichen 
Graffschafft  Mansfelt  /  durch  Vrbanura  Kaubisch. 

Orig.-Holzband  mit  Lederpressung  u.  Schließen.  Folio. 

31.  Theatrum   Diabolorum,    Das    ist:    Ein    sehr    nutzliches    ver- 

stenndiges  Buch  /  darauß  ein  jeder  Christ  /  sonderlich 
vnnd  fleissig  zu  lernen  /  wie  daß  wir  in  dieser  Welt  /  nicht 
mit  Keysern  /  Königen  /  Fürsten  vnd  Herrn  /  oder  andern 
Potentaten  /  sondern  mit  dem  allermechtigsten  Fürsten 
dieser  Welt  /   dem  Teuffei  zu   kempffen  vnd  zu   streiten. 

Holzschnitt  auf  dem  Titelblatte:  Verschiedene  Teufel. 

Gedruckt  zu  Franckfurt  am  Mayn  /  durch  Peter 
Schmid  /  in  Verlegung  Hieronymi  Feyrabend,   M.D.LXIX. 

Holzband  mit  Lederpressung.     Folio. 


17 

32.  Ehespiegel:   Das   ist  /  Alles    was  vom   heyligen   Ehestande   / 

nützliches  /  nötiges  /  vnd  tröstliches  mag  gesagt  werden. 
In  Siebentzig  Brautpredigten  zusammen  verfasset  durch 
M.  ('yciacum  Spangenberg  /  im  Thal  Manßfeldt. 

Getruckt  zu  Straßburg  durch  Samuel  Emmel.  M.D.LXI. 

Orig.-Holzband  mit  Lederpressung  u.  Schließen.  Folio. 

33.  Concordantx   mid  xeyger  der  sprüch  vnd  Historien  J  aller  Bi- 

blischen hücher  alts  vnd  news  Testaments  teutsch  registers 
weiß  verfaßt  vn  zusamen  bracht.  Durch  M.  Lienhart 
Brunner  verweser  des  wort  Gots  zu  Wormbs. 

Truckt  mit  Keyserlicher  gnad  vn  freyheit  /  Bey 
Wolff  Köpphl  zu  Straßburg  /  Anno  M.DXXX.  Titel 
in  schönem  Holzschnittrahmen.    Druckerzeichen  am  Ende. 

Holzband  mit  Lederpressung  und  Schließen.     Folio. 

34.  Postill.    Kurtze  Außlegung  vber  die  Euangelienn  so  man  pflegt 

zuläsen  an  den  Sontagen  vnd  der  Heyligen  Fest  /  sampt 
den  Sunäarien  durchs  gantz  Jar:  Christlich  vnd  einfaltig 
geprediget  vn  beschriben  durch  Johan  Wömer. 

Getruckt  im  jar  /  nach  der  Geburt  vnsers  Erlösers  / 
M.D.LVni.     Ohne  Druckort  und  Drucker. 

Holzband  mit  Lederpressung  und  Schließen.    Folio. 

35.  Spiegel  der  Haußucht.  (sie !)  Jesus  Syrach  genandt  /  sambt  einer 

kurtzen  Außlegung.  Für  die  armen  Haußuäter  /  vnd  ihr 
gesinde  /  Wie  sie  ein  Gottselig  leben  /  gegen  menigklich 
sollen  erzeygen.  Darinnen  der  weit  lauff"  begriffen  /  vnd 
wie  sich  ein  jeglicher  Christ  /  in  seinem  beruff  /  vnd  in 
der  Policey  /  ehrlich  vnnd  löblich  solle  halten.  Caspar 
Huberinus. 

Gedruckt  zu  Nürnberg  durch  Johann  vom  Berg  / 
vndYlrichNewber.  M.D.LHH.  Druckerzeichen  am  Schluß. 

Holzband  mit  Lederpressung  und  Schließen.     Folio. 

36.  Dis  schön  buch  genannt  der  seele?i   Paradiß  /  von  waren  vnd 

volkumen  tugenden  sagend:  hatt  geprediget  vnd  zuletst 
corrigiert  /  der  gottförchtig  /  hochberumt  doctor  vn 
predicant  Johannes  Geiler  VÖ  Keyßersperg  zu  den 
Reuwren  in  Straßburg.  Als  man  zalt  nach  der  geburt 
Christi  vnßers  Herren  Tausend  fünffhundert  vnd  drey  Jahr. 
Holzschnitt  unter  dem  Titel:  Adam  und  Eva  im 
Paradiese,  der  Herr  bei  ihnen;  vor  dem  Tor  der  Engel 
mit  dem  Schwert. 

2 


18 

Gedruckt   in    der   keyßerlichen    frey   stat    Straßburg 

von   dem    wolgeleerten   magistro    Mathie   Schurer.      1510. 

Holzband   in   braunem   Leder,    wurmstichig.     Folio. 

37.  Psalter  wol  verteutscht  auß  der  heyligen  sprach.    Verklerung 

des  Psalters  /  fast  klar  vnd  nutzlich  /  Durch  Johann 
Bugenhag  auß  Pomern. 

Gedruckt  zu  Basel  /  durch  Adam  Petri  /  im  jar 
M.D.XXVI.     Titel  in  Holzschnittrahmen. 

Holzband  in  braunem  Leder  mit  Marginalien.     Fol. 

38.  Bas  Schiff  der  penüentz  vn  hußwürckung  /  gepredigt  in  dem 

hohen  stifft  /  in  vnser  lieben  Frauwen  münster  zu  Straß- 
burg /  von  dem  wirdigen  hochgelerten  herren  Doctor  Johann 
Gayler  von  Kaysersperg  /  in  Teutsch  gewende  vom 
latin  /  auß  seiner  aygnen  handtgeschrifift. 

Titel  in  sehr  schönem  Holzschnittrahmen. 

Gedruckt  zu  Augspurg  von  maister  Johann  Otmar  / 
mit  zuthun  vn  hilff  in  Verlegung  des  erbern  Jörgen  Diemar. 
1514.  Schlußseite  schöner  Holzschnitt  mit  dem  Zeichen  ISl. 

Holzband  in  braunem  Leder.     Folio. 

39.  Sermones   j9rßsto?^^^ssm^    sacrarü    litteraru    doctoris    Joannis 

Geileri  Keyserspergii  Concionatoris  Argentinen.  Cum 
Privilegio.     1514. 

Am  Schluß  des  Werkes:  Sermones  .  .  .  .  ,  quos 
Joannes  Gruninger  vir  circumspectus  Argentine  impressit 
Anno  M.D.XIV. 

Auf  dem  Schlußdeekel  innen  aufgeklebt  2  Seiten 
einer  lateinischen  Handschrift  aus  dem  11.  Jahrhundert. 
Darauf  mit  späterer  Schrift  der  deutsche  Vers:  „Ein 
Frumer  man  hatt  Har  aufif  der  Zungen.'' 

Holzband  mit  Leder  und  Schließen.    Folio. 

40.  Das   Euangelitmch.     Das    buoeh    der    Ewangelien    durch    das 

gantz  jar  /  mit  Predig  vnd  vßlegungen  dnrch  den  wirdigen 
hochgelerten  Doctor  Johannes  Geiler  VOn  Keisersperg" 
derzeit  Predicant  in  dem  hohen  stifft  der  kei serlichen 
freien  stat  Straßburg  /  die  er  in  seinem  fier  letsten  Jaren 
gepredigt  hat.  Anno  MD. IV.  Vnd  ist  vor  nie  getruckt. 
Auf  dem  Titel  der  Initiale  D,  ein  Holzschnitt  mit 
Handmalerei. 


19 

Gedruckt  zu  Straßburg  von  Johannes  Grieninger, 
M.D.XV.  Holzschnitte  im  Text.  Am  Schluß  schöner 
Holzschnitt  mit  der  Überschrift:   Zu  Straßburg  vsgangen. 

Original-Holzband  mit  Schließen.     Folio. 

41.  Narrenschiff  von  Geiler  v.  Keisersperg. 

Holzband  in  Folio,  mit  Leder  überzogen  und  zwei 
Schließen,  wurmstichig,  sehr  beschädigt.  Mit  vielen  Holz- 
schnitten.    Titelblatt  fehlt. 

In  der  Vorrede:  „Das  Narrenschiff  ze  teutsch  vß 
dem  latin  gezogen,  geprediget  zu  Straßburg  durch  Doctor 
Johannes  Geiler  von  Keisersperg  /  in  dem  hohen 
stifft  daselbst  predicant  /  da  man  zalt  MCCCCXCVHI." 

Am  Schluß  des  Buches  die  Inschrift:  Franc.  Joseph 
Coraes  ac  Dms  ä  Starhemberg. 

42.  Quatuor   Eiiangelia    S.   Matthaei,    S.   Marci,    S.   Lucae,     et 

S.  Joannis  et  acta  apostolorum.    Lucas  Oslander  D. 

Tubingae,  exe.  Georgias  Gruppenbachius,  Anno  1581. 

Am  unteren  Rande  des  Titels  die  Inschrift :  ,.M.  Thomas 
Spindler  Pfarrh.  zu  Linz." 

Holzband  m.  schöner  Lederpressung  u.  Schließen.  Quart. 

42Y2.  Syntagma,  seu  corpus  doctrinae  veri  et  omnipotentis  Dei, 
ex  veteri  testamento  tantum,  methodica  ratione,  sin- 
gnlari  studio,  fide  et  diligentia  collectum  per  Johannem 
Wigandum  et  Mattheum  Judicem. 

2  Teile  in  einem  Quartband. 

Basileae,  ex  officina  Oporiniana.  1575,  Druckerzeichen. 

Holzband  mit  Lederpressung  u.  Schließen.  Großquart. 

43.  Esdras,    Nehemias,    Esther,    Job,    Psalterium,    Prouerbia    Sa- 

loraonis,  Ecclesiastes  et  canticum  canticorum.  Lucas 
Oslander  D. 

Tubingae,  exe.  Georgius  Gruppenbachius,  Anno  1576. 

Holzband  in  schöner  Lederpressung  mit  Schließen. 
Druckerzeichen.     4  ^. 

44.  Breiäs   et  perspicua   explicatio  psalmorum   Davidis.      Autore 

Johanne   Brentlo.     Decas    sexta    —    decadem    decimam. 

Tubingae,  apud  viduara  Vlrici  Morhardi.  Anno 
1567 — 1569.     Druokerzeichen. 

Hülzband  mit  Lederpressung  und  Schließen.    4*^. 

2* 


20 

45.   Sammelband  in  Quart,  enthält: 

1.  Ein  Christliche  Erinnerung  /  an  die  Keis.  vnd  Kön.  Maie- 
staten /  sampt  Churfürsten  /  Fürsten  vnd  Stende  des 
H.  Reichs  Teutscher  Nation  /  jetzund  zu  Wurms  versamlet. 
Das  jnen  gepüre  vnnd  eigentlich  zustande  /  auch  zum 
höhisten  von  nöten  seye  /  handlung  /  vmb  vergleichung 
vnd  besserung  der  kirchen  in  Teutschen  landen  /  fürderlich 
vnd  mit  ernst  furzunemmen.  Vnd  wie  man  solliche  Ver- 
gleichung vnd  Reformation  leicht  vnd  füglich  finden  / 
vnd  ins  werck  bringen  möge.  Mit  Ablenung  Päpstlicher 
gegenschrifft.     Durch  Martinum  Bucerum.     1545. 

169  Seiten.     Kein  Drucker  angegeben. 

2.  Wie  leicht  vnnd  füglich  Christliche  vergleichung  der  Re- 
ligion j  vnd  des  gantzen  kirchendiensts  Reformation  /  bey 
vnß  Teutschen  zu  finden  /  vnd  in  das  werck  zu  bringen. 
Durch  Martinum  Bucerum.     Anno  MDXLV. 

148  Seiten.  Gedruckt  zu  Straßburg  bey  Crafft  Müller. 

3.  Ein  Christlich  vngefährlich  bedencken  /  Wie  ein  leidlicher 
anefang  Christlicher  Vergleichung  in  der  Religion  zu 
machen  sein  möchte. 

Zu  Leypsig  Anno  MDXXXIX.  zusammen  getragen  / 
Dabey  Georg  Vicel  auch  gewesen /vnd  in  alles  bewilliget  hat. 

Anno  MDXLV.  28  Blätter.  Am  Schluß  Martinus 
Bucerus. 

4.  Von  den  einigen  rechten  wegen  vnd  mitten,  Deutsche  nacion 
inn  Christlicher  Religion  xu  vergleichen  /  Vnd  was  darfür  / 
vnd  darwider  aufi"  den  tagen  zu  Hagnaw  /  Worms  vnd 
Regenspurg  /  Anno  40  vnd  41  /  vnd  seither  fürgenomen 
vnd    gehandelt    worden    ist.     Durch    Martin    Bucerum. 

An.  M.D.XLV.  117  S.  Getruckt  zu  Straßburg  / 
bey  Wendel  Riheln. 

5.  Von  Gottes  genaden  vnser  Hermans  Ertxbischoffs  zu  Cöln  / 
vnd  Churfürsten  etc.  einfaltigs  bedencken  /  worauff  ein 
Christliche  /  inn  dem  wort  Gottes  gegrünte  Reformation  / 
an  Lehr  /  brauch  der  Heiligen  Sacramenten  vnd  Cere- 
monien  /  Seelsorge  /  vnd  anderem  Kirchendienst  /  biß 
auff  eines  freyen  /  Christlichen  /  Gemeinenn  /  oder 
Nationais   Conoilii   /    oder    des    Reichs   Teutscher   Nation 


21 

Stende  /  im  Heiligen  Geist  versamlet  /  Verbesserung  / 
bei  denen  so  vnserer  Seelsorge  befolhenn  /  anzurichtenn 
seye.    Anno  MD.XLV. 

Wappen  in  Holzschnitt,   gemalt,  auf  dem  Titelblatt. 

222  Blätter.  Am  Schluß:  Gedruckt  zu  Marpurg  durch 
Anthonium  Tirolt  /  im  Jar  MD.XLV. 

6.  An  die  weltliche  Stende  /  Nemlich  /  Grauen  /  ßitter- 
schafft  /  Stette  /  vnnd  gemeine  Landschafft  des  löblichen 
Cöllschen  Ertxbischtiimbs  /  von  sachen  /  so  zwischen  dem 
Durchleuchtiffsten  Churfürsten  E.  W.  Ertzbischoffen  von 
Collen  /  vnd  dem  Wirdigen  Thumkapitel  /  Christlicher 
Religion  halben  erhaben.  Wie  man  sich  hierinnen  halten  [ 
vnd  wem  man  billich  vnd  von  rechts  wegen  schuldig  sei 
zu  volgen.  /  Ein  kurtzer  bericht. 

Doctor  Gerhart  Westerburg  von  Collen.  M.D.XLV. 
26  Bl.    Am  Schluß:  Gedruckt  zu  Straßburg  /  durch 
Wendel  Rihel.    1545. 

7.  Ein  ivarhaffter  berichte  vom  Colloquio  zu  Regenspnrg  /  dis 
jars  angefangen  /  vnd  von  dem  abzug  der  Auditoren  vnd 
CoUoquenten  /  die  von  Fürsten  vnd  Stenden  der  Augs- 
purgischen   Confession  dahin  verordnet  waren. 

Martin  Bucer.    Anno  1546.     7  Bl.  ohne  Druckort. 

8.  Der  Handlungeji  des  letxten  Colloquiums  xu  Regenspurg 
gehalten  /  wie  es  angefangen  vnd  verlassen  /  Auch  was 
darinn  zwischen  bayden  Partheyen  in  freundtlichem  ge- 
sprech  disputirt  worden  ist. 

Warhafftige  erzelung.  Durch  Kayserlicher  Maiestat 
befelch  beschriben  vnd  anß  Hecht  gegeben. 

Gedruckt  zu  Ingolstat  durch  Alexandrum  Weyssen- 
horn.    M.D.XLVI.    49  Blätter. 

Orig.-Holzband  in  Lederpressung  mit  Schließen.    4  ". 

46.    Sammelband  mit  folgendem  Inhalt: 

1.  Warhafftiger  Vnlerricht  etxlicher  Handlungen  /  die  sich 
Bapst  Pauli  /  des  namens  des  dritten  /  Concilii  halben  / 
das  er  den  negst  künfftigen  drey  vnd  zwentzigsten  tag 
des  Meyen  /  gegen  Mantua  bestimpt  hat  /  zwischen  Rö- 
mischer Keiserlicher  Maiestet  Oratorn  /  vnd  vice  Cantzler 
Doctor  Mathiasen  Held  /  vnd  den  Churfiirst  /  Fürsten  / 
Grauen  /  Hern  /  Auch  den  Stedten   so   der   warhafftigen 


22 


Evangelischen  Bekentnus  vnd  Confession  /  vorwandt  seyn  / 
Auff  nehist  /  berürter  Stende  zu  Smalkalden  gehaltenem 
tage  /  zugetragen  haben. 

Wittemberg,  Anno  MD.XXXVII.  2  Wappen  in 
Holzschnitt   auf  der   Rückseite   des   Titelblattes.      45   Bl. 

Gedruckt  zu  Wittemberg  durch  Georgen  Rhaw. 

2.  Vom  tag  %ii  Hagenaiv.  Zwen  verdeutschte  Sendbriefe  /  eins 
Thumdechants  vnd  eins  weysen  bescheidenen  Thumherrns. 

Datum   zu  Speyr  /  am  tag  ßonifacii  1540.     15  Bl. 

3.  Römisch  Kaiserlicher  Maiestat  Caroli  des  V.  Antwort  / 
auff  Bapst  Pauli  des  III.  jüngstes  Ausschreiben  /  ein 
Gemain  Condlium  /  so  xu  Trient  solt  gehalten  werden  / 
belangend.     Aus  dem  Latin  verteutscht  /  Anno  1543. 

Auf  dem  Titelblatt  das  kaiserliche  Wappen  in  Holz- 
schnitt.    9  Bl.  ohne  Druckort. 

4.  Vnser  von  Qotts  gnaden  Johans  Friedrichen  j  Hertzogen 
zu  Sachssen  /  .  .  •  Warhafftiger  vnd  bestendiger  Vnterricht 
der  Sachen  /  darumb  wir  beide  vns  in  Kriegßrüstung  / 
zu  schütz  vnd  beschirmung  vnser  Einungs  vnd  schutz- 
verwandten Stedte  /  nemlich  /  Goßlar  vnd  Braunschweig  .  .  . 
vnvormeidelichen  haben  einlassen  müssen.    1542. 

26  Bl.  ohne  Druckort. 

5.  Ausschreiben  /  an  alle  Stende  des  Reichs  /  inn  der  Christ- 
lichen Religion  aynungs  vorwandten  nahmen  etc.  Die  be- 
schwerung  des  Keyserlichen  Cammergerichts  /  belangendt. 

2  Wappen   in  Holzschnitt   auf  dem  Titelblatt.     Ge- 
druckt zu  Straßburg  bey  Hans  Preussen.     M.D. XXXIX. 
20  Blätter. 

6.  Auffgebot  vnd  Warnung ßschrifft  /  So  die  Chur  /  vnd 
Fürsten  zu  Sachssen  etc.  an  alle  jrer  Chur  vnd  Fürstlichen 
gnaden  Landstende  /  vnd  Vnterthanen  /  derselben  Fürsten- 
thumb  vnd  Lande  /  des  grawsamen  Erbfeyndes  der  Christen- 
heit I  des  Türeken  /  persönlichen  anzugs  halben  sich  in 
fürstehender  not  /  in  rüstung  vnd  gereitschafft  finden  zu 
lassen  /  öffentlich  haben  außgehen  vnd  verkündigen  lassen. 

MD.XLI.  Zwei  Wappen  in  Holzschnitt  auf  dem  Titel. 
Datum  Torgaw  /  am  tag  Michaelis.    1541.   3  Blätter. 


23 

7.  Des  Durchleuchtigsten  /  Großmechtigsten  Herrn  /  Hein- 
rich des  achten  /  Königs  xu  Engelland  etc.  Schrifft  an 
Keiserliche  Maiestet  /  an  alle  andere  Christliche  Könige 
vnd  Potentaten  /  inn  welcher  der  König  Vrsach  anzeigt  / 
warumb  er  gen  Vincentz  zum  Concilio  nicht  komen  sey. 
Aus  dem  Latin  verdeudtscht  durch  Justum  Jonam.    1539. 

7  Bl.    Gedruckt  zu  Wittemberg  /  durch  Joseph  Klug 

8.  Warha/fte  Copey  der  schrifften  /  So  der  Churfürst  von 
Sachßen  /  das  Burggraffenthumb  /  vnnd  greuegedinge 
zu  Magdeburg  /  vnnd  Hall  zu  Sachßen  belangt  /  außgehn 
hat  lassen.     Anno  MD.XXXVHI.     18  Bl. 

Gedruckt  zu  Cöln  bey  Peter  Quentell. 

9.  Copey  odder  Abdruck  /  einer  Recusation  /  welche  von 
wegen  der  Churfürst  vnd  Fürsten  /  Sachssen  mid  Hessen  / 
Auch  ander  jrer  Religion  einungs  verwandten  /  Stende 
vnd  Stedte  /  auff  vermeinte  nichtige  Proceß  /  des  vn- 
reformirten  vnd  parteischen  besetzten  Cammergerichts  / 
so  Hertzog  Heinrich  /  der  sich  den  jungem  von  Braun- 
schweig thut  nennen  /  wider  sie  ausbracht  /  widder  das- 
selbe Cammergericht  xu  Speir  /  auff  den  vierden  Decem- 
bris  M.D.XLH.  fiirgewand  worden  ist. 

M.D.XLin.    12  BL  ohne  Druckort. 

10.  Der  Durchleuchtigsten  /  Hochgebornen  /  Fürstin  vnnd 
Frawen  /  Maria  xu  Hungern  vnd  Beheim  /  Königin  etc. 
Wittib  /  der  Rom.  Kay:  May.  Stathalterin  vnd  Regentin 
der  Nidern  Erblande  /  grundtlicher  hericht  /  .  .  .  . 
belangend  den  Vherxug  vnd  einfal  /  durch  Martin  von 
Roßheym  ....  verschinen  Sommer  des  1542.  Jars. 
In  der  Rom.  Key.  May.  Fürstenthumb  Brahant  /  vnd 
andern  Erblanden  geübt  /  sambt  rechtmessigen  Vrsachen  / 
der  getrungenen  not  vnd  gegen  wehr  /  hochgedachter 
Königl.  Wirde.  Auff  dem  Reychstag  zu  Nürnberg  für- 
getragen.    1543. 

34  Bl.  ohne  Druckort. 

11.  Warhafftiger  vnd  gruntlicher  hericht  der  gef'echtigkeit  vnnd 
rechtmessiger  possession  des  .  .  Fürsten  vnd  Herrn  /  Wil- 
helms  Herxogen  zu  Oulch  /  Geldren  /  ...  zu  dem 
Hertzogthumh  Geldren  /  vnd  Graffschafft  Zutphen  /  auff 
dem   Reichstag    zu   Speir  im   Jar  M.D.XLH.  vbergeben. 


24 


47  Bl.  Herzogswappen  in  Holzschnitt  auf  dem 
Titelblatt. 

Gedruckt  im  Fürstenthumb  vonn  dem  Berge  /  bey 
Solingen  /  im  Jar  MD.XLII. 

12.  Confutation  vnd  Widerlegung  der  Königin  Marie  Gesandten  / 
auff  des  Hertzogen  von  Cleue  vermeint  Defension  /  das 
Hertzogthumh  Geldern  j  vnd  Graffschafft  Zuiphen  / 
betreifent. 

1543.     13  Bl.  ohne  Druckort. 

13.  Abschidt  de^  Reichstags  %u  Speyer  Anno  MD.XX  V^I.  gehalten. 

11  Bl.  ohne  Druckort. 

14.  Copia  einer  Missiue  oder  Sandthrieffs  /  so  durch  Alexander 
Heroa  /  einen  weytberuhmten  Hauptman  /  an  den  Edlen 
vnnd  Gestrengen  Herren  /  Carolen  Fuchssen  Rittern  etc. 
zu  Hochebben  /  etlicher  treffenlicher  Neiver  zeyttung 
halber  /  so  diser  zeyt  menigklich  wol  zuwissen  seind  / 
auß  Perusia  inn  Romania  /  den  XI.  tag  Nouembris 
Anno  etc.  XLI.  Außgangenn. 

Auf   dem    Titelblatt:    Holzschnitt,     ein    Seegefecht. 
5  Bl.  ohne  Druckort. 

15.  Des  Fürstenthumbs  Wirtemberg  neive  Landsordnung. 
Anno    M.D.XXXVI. 

Wappen  des  Fürstentums  auf  dem  Titelblatt.  45  Bl. 
ohne  Druckort.    (Stuttgart,  1.  Juni  1536.) 

16.  Hierin  seind  die  Artickel  der  Landegericht  des  Fürsten- 
thüb  Osterreich  durch  die  Römisch  Keyserlich  Majestät  etc. 
auffgericht. 

Titel   in   Holzschnittrahmen.    8   Bl.    ohne   Druckort. 
Datum:  Stat  Gmunden,  21.  August  1520. 

17.  Die  vier  namhafftesten  königreich:  nemlich  des  Königs 
der  TeufiFel  /  der  Esel  /  der  Menschen  /  vnnd  der  König: 
In  einem  kurtzen  vnd  scharpffen  hofespruch  /  von  dem 
hochlöblichen  beiden  Thewerdanck  fiirgebildet. 

Vier   Wappen    in    Holzschnitt    auf   dem    Titelblatt. 

Auf  der  Rückseite:  Bild  eines  kaiserlichen  Herolds.    9  Bl. 

Zu  Pranckfurt  bei  Christian  Egenolff.  M.D.XXXVIII. 


25 

18.  Der  dreier  Sonnen  /  mit  jren  Regenbogen  vnd  ringen 
beschreibung  /  so  im  M.D.XLI.  Jar  /  am  IV.  tag  Wintter- 
mons  /  ob  der  Statt  Ballingen  /  ain  meil  wegs  vö  hohen 
Zollern  in  Wirtenberg  glege  /  erschinen  /  auch  an  and'n 
orten  gsehen.  Durch  Magistru  Matthiam  Brotbeyhel  vonn 
Kauffbeyren  außgelegt. 

Holzschnitt  auf  dem  Titelblatt:  Sonnenringe. 

3  Bl.   Getruckt  zu  Augspurg  durch  Hainrich  Stainer. 

19.  Der  niderösterreichischer  Lannd  Außschuß  vnnd  Ge- 
sandten /  an  Rom.  Kön.  Ma.  Ferdinadum  /  Christliche 
Religion  Sach  belangend  /  ernnstliche  Supplication. 

M.D.XLII.  7  Bl.  Actum  Prag,  12.  Jan.  A?  42. 
Ohne  Druckort. 

20.  Von  den  welschen  Purppeln.  Wie  die  Ritterbrüder  des 
Purpelschen  ordens  mit  grossen  schlachten  vnd  stürmen 
jr  Ritterschafft  erhaltent  /  Auch  an  welche  orten  vnd  enden 
sie  die  selbigen  erlangent  /  Vnd  worauß  der  großmechtig 
Purpelschorden  entsprungen  vnd  herkommen  ist  /  zu  nutz 
vnd  wolfart  allen  brüdern  dises  ordens  /  in  diß  büchlyn 
gemacht  /  durch  Johann  Haselberck  welcher  vil  schlachten 
in  disem  orden  widern  Franzosen  erhalten.     1533. 

Deutsches  Reimgedicht.  7  Bl.  Im  Text  die  Holz- 
schnitte: Kaufmann,  Bürgersmann,  Herold  des  Königs  von 
Frankreich.     Ohne  Druckort. 

Original-Holzband  mit  Lederpressung  und  Schließen. 

47.   Sammelband.    Original-Holzband  in  Quart,  mit  Lederpressung 
und  Schließen.     Enthält: 

1.  Erasmi  Sarcerü  Büchlein  /  von  der  rechten  vnd  waren 
Bekentnis  der  Warheit  /  Einer  ansehnlichen  Person  zu 
trost  geschrieben. 

Gedruckt  zu  Eisleben  /  durch  Vrbann  Kaubisch. 
MDL  VII.  AufdemTitelblatt  das  Porträt  des  Sarcerius.  62  Bl. 

2.  Das  achtxehend  vnd  neunzekend  Capitel  /  vnd  ein  Stück 
aus  dem  zwentzigsten  S.  Johannis  von  dem  Leiden  / 
Sterben  /  vnd  Aufferstehung  vnsers  Herrn  Jesu  Christi. 
Gepredigt  vnd  ausgelegt  durch  D.  Mart.  Luth.  Anno 
MDXXVIII  vnd  XXIX.  Vorhin  nie  im  Druck  aus- 
gangen vnd  jezt  allererst  zusamen  bracht. 

Gedruckt  zu  Jhena  durch  Christian  Rodingers  Erben. 
Anno  M.D.LVII.     139  signierte  Blätter. 


26 

3.  Vom  Himel  vnd  der  Hellen  /  Was  für  ein  gelegenheit 
in  beiden  mit  den  Auserwelten  vnnd  Verdampten  haben 
werde.     Durch  Andream  Musculum  /  D. 

Gedruckt  zu  Franckfurt  an  der  Oder  /  durch  Jo- 
hann Eichorn.     Anno  MD.LIX.     40  Bl. 

4.  Ein  Christenliche  Predig  wie  der  Mensch  vor  Gott  gerecht 
iverde.   Durch  Jacobum  Andree  /  der  hl.  Schrifft  Doctorn. 

Getruckt  zu  Tüwingen  /  bey  Virich  Morharts  Wittib  / 
MD.LIX.     Druckerzeichen  auf  dem  Titel.     30  Bl. 

5.  Ein  Christenliche  Predig  vom  Nachtmal  des  Herrn.  Durch 
Jacobum  Andree,  der  heiligen  SchriiFt  Doctorn. 

Getruckt  zu  Tüwingen  /  bey  Virich  Morharts  Wittib  / 
1559.     Druckerzeichen.     28  Bl. 

6.  Weyssagung  vnsers  liehen  Herrn  Jhesu  Christi  /  von  der 
erschröcldichen  Zerstörung  Hierusalem  /  allen  menschen 
in  sunderheyt  Teutscher  Nation  /  zur  warnung  vn  besse- 
rung  /  Gepredigt  vnd  außgelegt  durch  M.  Hieronimum 
Rauscher  Pfaltz  greuischer  Hoffprediger.  Mit  einer 
vorede  Martini  Luthers  /  vber  dergleichen  Bußpredigten 
gestellet  /  seer  wol  zu  lesen  vnd  zu  mercken. 

Holzschnitt  auf  dem  Titel:  Zerstörung  Jerusalems, 
M.D.LVI.  153  nicht  signierte  Blätter.  Am  Schluß 
Druckerzeichen.    Getruckt  zu  Nürmberg  bey  Gabriel  Heyn. 

7.  Vom  Jüngsten  Tage.  Vier  nützliche  Predigten.  Durch 
Bartholomeum   Gernhardum  Neopolitanum.    M.D.LVI. 

56  nicht  signierte  Blätter. 

Gedruckt  zu  Erffurdt  /  zum  bunten  Lawen  /bey  S.Paul. 

48.   Sammelband.    Original-Holzband  in  Quart  mit  schöner  Leder- 
pressung.    (Vorn  Lucretia,  hinten  Justitia.)     Inhalt: 

1.  Gratulation  /  Das  die  Prediger  vnd  Lehrer  im  Hertxogthumh 
Bayern  Lutherisch  2Vorden.     D.  Jacob  Andree. 

Getruckt  zu  Tübingen  /  M.D.LXVIII.     28  Seiten. 

2.  Declaration  Von  des  Römischen  Keysers  Recht  vnd  Macht  / 
Ordnung  von  Zinsen  für  das  außgeliehene  Gelt  /  xu  machen  / 
Vnd  vom  Zinßnemen  /  was  hieuon  zu  wissen  nötig  /  Christi 
vnd  des  Keysers  Reich  zu  vnterscheiden.  Johannes  Vrsvs 
Freystadiensis.     1 1   Blätter. 

Getruckt  zu  Tübingen  bey  Virich  Morharts  Wittib. 
1570.     Druokerzeichen.     33  Seiten. 


27 

3.  Nicolai  Selnecceri  Christliche  imnd  notwendige  ver- 
antivortung  auff  der  Flaccianer  Lesterung  /  so  sie  auflF 
sein  vnd  etliche  andere  vnschuldige  Personen  in  ihren 
verdechtigen  Actis  des  Colloquii  zu  Aldenburg  /  vnuer- 
schempter  weise  ausgesprenget  haben.  Item,  Kurtze  Ant- 
wort auf  des  Celestini  schmehcharten.     1570.    55  Blätter. 

Gedruckt  zu  Leipzig  /  Durch  Jacobum  Berwaldt. 

4.  Endlicher  Bericht  vnd  Erklerung  der  Theologen  heider 
Vniuersiteten  /  Leipzig  und  JVittemberg  /  Auch  der  Super- 
intendenten der  Kirchen  in  des  Churfiirsten  zu  Sachsen 
Landen  /  belangend  die  Lere  /  so  gemelte  Vniuersiteten 
vnd  Kirchen  von  anfang  der  Äugspurgischen  Confession 
bis  auff  diese  zeit  /  laut  vnd  vermüge  derselben  /  in 
allen  Artickeln  gleichförmig  /  eintrechtig  vnd  bestendig 
gefüret  haben  /  vber  der  sie  auch  durch  hülff  des  all- 
mechtigen  Gottes  gedencken  fest  zu  halten. 

"Wittemberg.     Gedruckt  durch  Hans  Lufft.    1570. 
208  signierte  Blätter  und  3  Blätter  Register. 

5.  Ein  sehr  Nutzliche  vnnd  Kunstreiche  Arithmetick  /  oder 
Rechenkunst  /  auß  warem  Grund  /  durch  Petrum  Ramum  / 
der  Hohen  schul  zu  Paryß  /  Königlichen  Professorn  /  in 
Latein  beschrieben:  Jetzund  aber  /  auß  des  Authoris 
beuelch  /  aller  Mathematischer  künsten  Liebhabern  /  zu 
gutem  verteutscht  /  durch  M.  Christianum  Wurstisium  / 
der  Vniuersitet  zu  Basel  Mathematicum. 

Getruckt  zu  Basel  /  bey  Samuel  Apiario.   M.D.LXIX. 
Kleiner   Holzschnitt    auf  dem    Titel:    Frau    bei    der 
Rechnungstafel.     74  bezeichnete  Blätter. 

49.  Sammelband.  Original-Holzband  in  Quart  mit  Lederpressung, 
zwei  Schließen  und  Marginalien.  Auf  der  Innenseite  des 
Vorderdeckels  die  Inschrift:  ,.15.  A°  49.  Georg  Schoohner 
z.  volkhenberg".  Auf  dem  Schlußdeckel  die  Notiz:  „vmb 
10  patzen".  Der  reiche  Inhalt  des  Quartbandes  ist  folgender: 

1.  Glawbliche  verantworttimg  Alexii  Crosners  von  Colditz 
ahn  alle  fromme  Christen  /  einer  vnglawblicheu  /  vn- 
erfindlichen  /  vnd  gantz  erlognen  Betzicht  halben  /  Durchs 
Euangelion  verursacht  /  widder  Franciscum  Arnoldi  ver- 
meynten  Dortfpfarrern  zcu  Collen  /  nahet  Meissen  gelegen. 
M.D.XXXri.     25  Bl.   ohne  Druckort. 


28 


2.  Balaams  eselin.  Von  dem  Bann  /  das  er  vmb  geldt- 
schuld  /  vn  andre  geringe  Sachen  nit  mag  Christlich  gefeit 
werden.  Vn  das  aller  gaystlioher  standt  /  schuldig  ist  /  der 
weltlichen  Oberkait  zu  gehorsame  /  ob  sy  Christen  wollen 
sein  durch  Mathis  Wurm  von  Geydertheym.   MD.XXIII. 

Derber   Titelholzschnitt:    Bileams   Esel.     39   Blätter 
ohne  Druckort. 

3.  Ain  kurtxe  vnderweysiiy  ivie  man  Gott  allain  Beychien 
sol  .  .  .  .  Durch  ChristofFen  Gerung  vonn  Memmingen. 
Im  jar.  MD.XXIII.     11  Bl.  ohne  Druckort. 

4.  .  Des  Netmn  Bischofs  xu  der  Lochaw  disputation  mit  Doctor 

Ochssenfart  vor  dem  Bischoff  von  Meyssen  zu  der  Lochaw 
geschehen  In  Saxen.     MDXXII. 

Titelholzschnitt:  Zwei  streitende  Bischöfe.  5  ßl.  o.  D. 

5.  Ain  lohliche  ordnüy  der  Fürstliche?!  statt  Wittembery 
Im  1522.  jar  auffgericht.     2  Bl.  ohne  Druckort. 

6.  Titel  in  Holzschnittrahmen:  Handlung  Eynes  Ersamenn 
weysen  Rats  xu  Nürnberg  mit  jren  Predicantte^i  Newlich 
geschehen.     MDXXV.     14  Bl.  ohne  Druckort. 

7.  Titel  in  Holzschnittrahmen:  Ain  Schöne  Frag  vnd  Ant- 
wurt  den  jungen  Jdindern.  Zu  vnterweysen  /  got  zuerkeiien  / 
auch  in  anruffen  als  ain  vatter.  Den  jungen  vast  nützlich 
zulernen.     M.D.XXIII.     6  Bl.  ohne  Druokort. 

8.  Titel  in  schönem  Holzschnittrahmen:  Ermanüg  des  miß- 
hrauchs  etlicher  fürnempste  Artickel  des  Euangelii  /  auß 
wölcher  vnuerstandt  der  gemayn  man  in  flayschliche  frey- 
hayt  vnnd  yrrung  gefüret  wirt.  Caspar  Schwenckfelt 
von  Ossigk.     M.D.XXIIII.     23  Bl.  ohne  Druckort. 

9.  Ain  Christlicher  Sendhrieff  an  die  Miltenberger.  Johannes 
Carolstatt.    Wittemberg.     MD.XXIHI. 

Titel  in  schönem  Hoizschnittrahmen.  7  Bl.  o.  Drucker. 

10.  Titel  in  Holzschnittrahmen:  Epistel  an  die  Qemeyne  zu 
Miltenbery  den  abschyd  des  Pfarrers  daselbst  betreffendt  / 
So  alle  priester  vnuerjagt  auß  der  Stat  flohen.  MD.XXIHI. 

11  Bl.  ohne  Druokort. 

11.  Titel  in  Holzschnittrahmen:  Ain  Christenliche  MaynTiy : 
von  den  tvercken  der  menschen  /  wie  man  die  vor  Gott 
nutzlich  vnnd  verdienstlich  machen  soll. 

3  Bl.  ohne  Druckort. 


29 

12.  Titel  in  Holzschnittrahmen:  Ain  kurtze  vnderrichtung  von 
der  waren  Christliche  bruderschaft  allen  Christenlichen 
menschen  ser  nutzlich  zu  leesen.  Hans  Staygmayr  zu 
Reytlingen.     MDXXHH.     3  Bl.  ohne  Druckort. 

13.  Titel  in  originellem  Holzschnittrahmen:  Von  Rew.  Beicht. 
Büß.  Beschluß.  Kurtzer  beschluß  auß  gegrünter  schrift 
nit  auß  mischen  leer.  Durch  Doc.  Vrbanum  Regium  zu 
Hall  im  Intal  gepredigt.    MDXXIH.    6  Bl.  ohne  Druckort. 

14.  Titel  in  Holzschnittrahmen:  Von  disen  nachgeschrihen 
Schlußreden  /  ist  gehandelt  ivorden  auß  Oöttlicher  geschrifft 
zu  Breßlaw  j  durch  Herrn  Doctorem  Johanne  Hessen  / 
Alda  Thumbherrn  vn  Pfarherrn. 

3  Bl.  ohne  Jahr  und  Druckort. 

15.  In  schönem  Holzschnittrahmen  der  Titel:  Ain  Kurtz  Re- 
gister I  vnd  außzug  der  Bibel  in  wölchem  man  findet 
was  Äbgöterey  sey  /  vnnd  wa  man  yedes  suchen  soll. 
CoUigiert  durch  Clement  Ziegler   Gärtner   zu  Straßburg. 

1524.     3  Bl.  ohne  Druckort. 

16.  Den  achtbarn  vnd  hochgelerte?i  zu  Leypßck  /  Petro 
Mosellano  Rectori  j  Ochsenfart  prediger  zu  S.  Nicoiao  / 
Andree  Camiciano  /  meynen  günstigen  brüdern  in  Christo 
Jhesu  etc.     Georg  Schönichen  zu  Eylenburok. 

5  Bl.  ohne  Jahr  und  Druokort. 

17.  Die  Messe,  von  der  Hochzeyt  D.  Andre  Carolstadf.  vnnd 
der  Priestern  /  so  sich  Eelich  verheyratten. 

2  Bl.  ohne  Jahr  und  Druckort. 

18.  Neive  Zeyttung  /  Wie  die  Statt  Münster  eroberet  vnnd 
gewunnen  worden  ist  /  am  Freytag  nach  Sant  Johannes 
des  Teüffers  tag  /  den  25.  Juni  des  1535.  jar. 

Titelholzschnitt :  Eroberung  von  Münster.   2  Bl.  o.  Dr. 

19.  Ain  Fast  Edele:  nutzliche:  vnd  ergründte  Sermon  /  nye- 
mandt  nachtaylig  /  noch  lesterlich  /  Sonder  ainem  yetliche 
Christen  menschen  /  offt  zu  leßen  fruchtpar.   Des  erleychte 

Doc.  Joanns  Taulerl  /  auff  die  wort  Christi  Joä.  X 

M.D.XXIII.     4  Bl.  ohne  Druckort. 

20.  Wunder  bar  liehe  neive  zeyttung  \  So  ytz  Am  tag  Petri 
vnd  Pauli  Im  XXXV.  jar  Durch  25  Bürger  vnd  Burgers- 
sötie  der  Stat  Amberg  die  jn  ainem  vngeheuren  holen  perg 


30 


drey  meil  wegs  von  der  stat  Amberg  jn  ein  Gebirg  bey 
eynen  Dorff  haist  Piedenwint  /  jn  welche  berg  sy  hey 
900  clafftern  gegmigen  vnd  durchkrochen  j  was  sie  wunder- 
barlichs  darin  gesehen  /  durch  einen  mitraiser  Pertholt 
Ptichner  genant  /  seinem  Vettern  /  gar  künstliche  zu- 
geschriben MD, XXXV.     3  Bl.  ohne  Druokort. 

21.  Vnnsers  Herren  Kaisers  Kriegshandlung  inn  Sophoyen  / 
im  Monat  Junio.  1536.  Auß  jrer  Maiestat  Veldtleger 
Newlich  geschriben.     3  BL  ohne  Druckort. 

22.  Zeytimg  /  Von  der  eroherimg  Copenhagen  j  der  Haubtstatt 
inn  Denmarckt.  Aus  dem  Keiserlichen  Feldtleger  vor 
Thurin.   Im  monat  September  /  1536.    3  Bl.  ohne  Druckort. 

23.  Ain  groß  wunderbaHich  xaiche7i  vn  gesicht  j  so  am  hellen 
himel  nach  mittag  /  inn  der  Marggrafsohafft  Leußnitz  / 
von  vil  glaubwirdigen  vom  Adel  vnd  anderen  gesehen 
ist  worden.     M.D.XXXVI.     2  Bl.  ohne  Druckort. 

24.  Warhafftige  beschreybung  /  wie  der  Sophi  auß  Pei'sia  den 
Türeken  erlegt  \  die  Statt  Babilonia  eingenomen  j  auch 
was  Glauben  /  Sitten  /  vnd  kriegßrüstung  er  im  brauch  habe. 
Item  wie  der  Türck  j  7iachdem  der  Barbarossa  auß  Africa 
vertriben  /  all  sein  macht  wider  die  Christen  zusetzen 
willens  ist.    MDXXXVI.    6.  Juni.    7  Bl.  ohne  Druckort. 

25.  Wunderbar  liehe  vnd  erschrockliche  newe  Zeitung  \  so  sich 
neulich  auff  den  28  tag  Septembris  im  1538  jar  /  in 
Welschland  j  nit  fern  von  Neapolis  zugetragen  haben. 

2  Bl.  ohne  Druckort. 

26.  Außug  des  Vertrags,  so  zwischen  Kay.  May.  vnd  dem 
König  von  Thunis  /  vnd  Muley  /  altzachen  genandt  /  In 
ir  bayder  gegenwürdt  am  sechsten  August!  des  1535.  jars 
Auffgerioht  ist  worden.     3  Bl.  ohne  Druckort. 

27.  Bas  Salue  regina  /  nach  dem  richtscheyt  /  das  da  hayst  / 
Graphitheopneustos  /  ermessen  vnnd  abgericht. 

Titel  in  Holzschnittrahmen.    5  Bl   o.  Jahrzahl  u.  Dr. 

28.  Warhafftige  neive  zeyttiing  von  schrecklichen  vngewittern  / 
so  sich  im  negst  vergangenem  Jar  in  der  Slesien  begeben 
haben  /  wunderbarlich  zu  lesen.  Mit  einer  Vorrede  Doctor 
Martini  Luthers. 

12  Bl.    Gedruckt  zu  Nürnberg  durch  Hans  Gulden- 
mundt.     1536. 


INERARIVM 

0  wß  €an.  tap.  pot^ 


M*  D»  XXXL 


Jahresbericht  des  Museum  Francisco-Carolinum  in  Linz,  1903. 


31 

29.  Tm'cken  hiechlin.  Ain  Nützlich  Gesprech  oder  Vnderrede 
etlicher  personen  /  zu  besserung  Christlicher  ordenung  vn 
lebens  /  gedichtet.  In  die  schweren  leuff  diser  vnser  zeyt 
dienstlich. 

Vorrede  in  Reimen.    19  Bl.    1522.    Ohne  Druokort. 

30.  Johannis  Crispi  /  des  Meers  Aegei  vnd  zu  Naxo  Hertxogs  / 
Türckischen  Kaisers  trihutarien  Sendbrieff  an  Bapst  Paulum 
den  dritten,  Carolum  den  fünfften    Römischen  Kaiser  etc. 

Symbolischer  Holzschnitt  auf  dem  Titelblatt.     6  Bl. 
1537.     Ohne  Druckort. 

31.  Netve  Zeytung.  so  K.  M.  auff  den  Künig  von  Franckreich 
an  ziehen  wolle  selbs  personlich  mit  seym  zeuge.  Auch 
wie  Andre  Dory  von  K.  M.  Abgefertigt  ist  worde 

1536.     2  Bl.  ohne  Druckort. 

32.  Copia  ains  Briefs  /  so  ain  Secretari  Herren  Bernhardin 
de  Mendosa  j  Kayserlicher  Maiestat  Hauptmann  /  vber 
die  Kriegsrüstung  zu  wasser  geschriben:  Darinn  erzelet 
wirdt  /  was  wiinderbarlichea  Schiff  Sigs  Sy  gegen  ainer 
Türckischen  Armada  erlangt  haben. 

3  Bl.   Getriiekt  zu  Augspur g  /  durch  Melcher  Kries- 
stein  /  bey  S.Vrsulen  Closter  am  Lech  /  im  jar  MDXXXXI. 

33.  Itinerarium  Wegray ß  Kün.  May.  potschafft  /  gen  Constan- 
tinopel  l  zu  dem  Türckischen  keiser  Soleyman.  Anno  XXV. 

Holzschnitt   auf  dem  Titelblatt,    9   Holzschnitte 
im  Texte.     MD.XXXI.     Ohne  Druokort. 

34.  Pronosiitation  Doctor  Joseph  Grünpecks  /  Vom  zway 
vnd  dreyssigsten  Jar  an  biß  auff  das  Viertzigst  Jar  /  des 
allerdurchleiichtigsten  großmächtigste  Kaiser  Ca?vls  des 
Fünfften  etc.  vn   besin'ifft  in  jr  vil  zukünfftiger   Historie. 

Pins  ultra  und  kais.  Wappen  auf  dem  Titelblatt, 
5  Bl.     MD.XXXH.     Ohne  Druckort. 

35.  AnsuchTig  Hertxog  Christoffs  von  Wirttenbergk  j  bey  den 
Stenden  des  Hiinds  im  Landt  zu  Schwaben  /  darin  er  das 
Fürstenthumb  zu  Wirrtenbergk  wider  fordert  vnd  begert. 

10  Bl.      1533.     Ohne  Druckort. 

36.  Warhaffte  geschieht  /  wie  herr  Ludouico  Griti  von  Con- 
stantinopel  in  die  Walachey  ankommen  /  V7id  in  Syben- 
bürgen  erschlagen  i.st  den  28.  Septembris  1534.  2  Bl.  o.  Dr. 


32 


37.  Senndthrieff  so  die  Römisch  Kayserlich  vnd  Hispanich 
Königlich  Maystat  j  jres  erlangten  sigs  /  gegen  dem 
Barbarossa  j  im  Königreich  Thunis  j  seyner  Keyserlichen 
Mayestat  bnidern  dem  Römischen  König  den  23.  Julii  / 
Anno  MD.XXXV.  auß  Afiriea  zugeschrieben  hat. 

Getruckt  zu  Nurmberg  am  18.  Septemb.     5  Bl, 

38.  Auszug  ettlicher  Meylendischen  vnd  Genuesischen  frischer 
Schreiben  /  der  Kaiserlichen  vnd  Christlichen  Armata 
anxug  vnd  Krieg ßrüstung  in  Affi'ica  betreffend. 

Getruckt  zu  Nürnberg.     15.  May.  1535.     2  Bl. 

39.  Ain  Kurtxer  Begriff  des  Kriegs  /  So  sich  xivischen  den 
fünff  Ortten  /  vnnd  der  andern  örttern  der  Eydgnoschafft 
verlauffen  hat.     Anno  MDXXXI. 

Holzschnitt  auf  dem  Titel:  Schlachtszene.   4  Bl.  o.  Dr. 

40.  Warhafftige  j  vnd  kurtze  Bericht  jn  der  Summa  wie  es 
yetzo  im  1527.  jar  den  6.  tag  May.  durch  Römischer 
Kayserlicher  vnd  Hyspanischer  Küniglicher  May.  Kriegs- 
volck  in  Eroberung  d'  staf  Rom  ergange  ist  bis  auff  den 
21.  tag  Junij.  etc.     10  Bl.  ohne  Druckort. 

41.  Von  manigfeltigkait  des  ainfeltigen  ainigen  willeti  Gottes. 
Was  sünd  sey.  Andreas  Bodenstain  von  Carolstat  /  ain 
newer  Lay.     Anno  M.D.XXIIII.     33  Bl.  ohne  Druckort. 

42.  All  Römisch  Kaiser  nach  Ordnung  /  vn  ivie  lang  yeder 
geregyert  hat  j  zu  wölicher  zeyt  /  was  sytten  der  gehabt  / 
vnd  was  todes  er  gestorben  sey  /  von  dem  ersten  an 
biß  auff  den  yetzigen  großmechtigen  Kayser  Carl. 

Holzschnitt  auf  dem  Titel:  Kaiser  auf  dem  Throne. 
Deutsches  Reimgedicht  von  Hans  Sachs.   22  S.  o.  J.  u.  Dr. 

50.   Sammelband.    Original-Holzband  in  Quart  mit  Lederpressung, 
Schließen  und  Marginalien.  Sein  reicher  Inhalt  ist  folgender: 

1.  Ein  Sermon  gepredigt  zu  Künigßber^g  in  Preussenn  durch 
D.  Johann  Brießman.  Von  anfechtung  des  Glaubens 
vnd  der  Hoffnung.     1524. 

Titel  in  Holzschnittrahmen.     7  Bl.   ohne   Druckort. 

2.  Ain.  Sermon.  Auff  den  Pfingstag  /  geprediget  zu  Roten- 
burg am  Necker  /  Durch  Andream  Keller.     1524. 

Titel   in    schönem    Holzschnittrahmen,    nebst    einem 
kleinen  Holzschnitte.     9  Bl.  ohne  Druckort. 


Ja]iresl3eric]it  des  Museum  Prancisco-Carolinum  in  Linz,  1903. 


33 

3.  Ein  Christlicher  absehend  j  durch  vil  Artikel  begriffen  / 
der  löblichen  Aydgnoßschaft  /  tvider  den  Luther  /  vnd 
seiner  anheger  irrungn. 

Derselben  Aydgnoßschaft  Sendtbrieff  /  an  den  Bi- 
schoff zu  Costentz  gleiche  Christliche  erberkait  anzaigendt. 
Got  wirdts  wenden.   Titel  in  originellem  Holzschnittrahmen. 

3  Bl.     1523.     Ohne  Druckort. 

4.  Ein  schöner  Dialogus  /  von  Martino  Luther  /  vn  der 
geschickte  Botschafft  auß  der  Helle  die  falsche  gaistligkait 
vnd  das  wort   Gots  belangen    /   gantz   hüpsch   zu   leeßen. 

Anno  M.D.XXm.  Auf  dem  Titelblatt  derber  Holz- 
schnitt.    14  Bl.  ohne  Druckort. 

5.  Warujnb  die  Kirch  vier  Euangelisten  hat  angenomen  / 
ain  papistisch  frag  Ein  Christliche  antwurt  darüber  /  mit 
außlegung  des  worts  Christi.  Ich  hab  euch  noch  vil  zu 
sagen.     Gallus  Kom. 

Titel  in  Holzschnittrahmen.     1524.     9  Bl.  ohne  Dr. 

6.  Ain  Christliche  frag  Symonis  Reutters  von  Schlaytz  / 
an  alle  Bischoffe  /  vnnd  andere  gaystliche  auch  zum  tayl 
weltliche  regenten  /  Warumb  sy  doch  /  an  priestern  / 
vnnd  andern  gaistlich  geferbten  leutten  /  den  eelichen 
standt  nicht  mugen  leyden. 

Titel  in  figurenreichem  Holzschnittrahmen.  8  Bl. 
ohne  Jahrzahl  und  Druckort. 

7.  Sant  Athanasius  des  hayligen  Bischofs  biechlein  über  das 
haylig  buch  den  Psalter.    Mit  Rom.  Kay.  Maie.  Freyhait. 

Titel  in  Holzschnittrahmen.     34  Bl. 

Gedruckt  in  der  Kayserlichen  stat  Augspurg  durch 
Sigismunden  Grymmen  Doctor  /  vnd  Marxen  Wirsung. 
Anno  Domini  M.D.XXI. 

8.  San7it  Augustins  des  hayligen  Bischoffs  seer  andächtigs 
Büchlein  vonn  den  zehn  sagten  j  das  ist  /  von  den  zehen 
gebotten  Gottes.  Durch  Georgium  Spalatinum  geteutschet. 

Titel  in  schönem  Holzschnittrahmen.  16  Bl.  Ge- 
truckt  zu  Augspurg  durch  Doctor  Sigmund  Grym.    1522. 

9.  Ein  kurtze  vnd  gemeine  form  für  die  schwachgleubigen  / 
kinder  zu  touffen.  Ouch  andere  ermanungen  zu  got  /  so 
da   gmeinlich    geschehen    in   d'  Christenlichen  versamlung. 

Getruckt  zu  Zürich. 

Titel  in  Holzschnittrahmen.     6  Bl.  o.  J.  u.  Dr. 

3 


34 


10.  Onad  Frid  vnd  harmhertzigkait  von  vnserm  herrn  Jesu 
Christo.  L.D.L.  In  sumtna  summe:  das  ist  so  vü  alles 
mit  diser  binden  beJcnüpfft.  Allen  vnd  yeden  /  inn  was 
Stands  /  gaystlichen  oder  weltlichen  /  auß  sonderer  brieder- 
licher  trew  vn  Christenlicher  liebe  zu  leßen. 

8  Bl.  Datum  Rhome  sub  Adriano  VI.  Pont.  Max. 
Sep.  Nonas  Junii.     Ohne  Druckort. 

11.  Ain  kfiirtxer  gschifflicher  bericht  etlicher  inmcte7i  halb 
Christiichs  glauben  j  zugeschickt  der  hailgn  samWig  außer- 
erwelten  Christen  zu  Vlm  in  Schwaben  dadurch  sy  gemanedt 
werden  nit  abston  vom  Euangeli  /  etlicher  entpörung  halb 
vnd  eynträg  so  in  vergangen  Sumer  der  teufel  zugericht 
hat.    Durch  Johan  Eberlin  von  Gyntzburg.    MDXXIII. 

11  Bl.  ohne  Druckort. 

12.  Ain  fast  Edele:  nützliche:  vnd  ergründte  Sermon  /  nye- 
mandt  nachtaylig  /  noch  lesterlioh  /  Sonder  ainem  yetliche 
war  Christen  menschen  /  offt  zu  leßen  fruchtpar  /  Des 
erleyte  Doc.  Joanns  Tauleri  /  auflF  die  wort  Christi. 
Joä.  X.  Wer  nit  eingeet  in  den  schaffstall  /  durch  die 
Thür    etc.    Der    ist    ain    dieb    vn    morder.      MD.XXIII. 

4  Bl.  ohne  Druckort. 

13.  Antzeygung  wie  die  gefallene  Christenheit  widerbracht  mug 
werden  j  in  yren  ersten  stand  in  wilchem  sie  von  Christo 
vnd  seynen  Apostel  erstlich  gepflantzt  vn  auffbawet  ist. 
Vor  hundert  iare  beschrieben  /  vnd  itzt  allererst  gefunde  / 
vnd  durch  den  Druck  an  tag  geben.     1524. 

Das  Concilium  zu  Basel  vnd  die  Behmen  betreffende. 

17  Bl.  ohne  Druckort.  Datum  Ihen  Donnerstag  nach 
Judica  den  17.  Martii  1524.  Caplan  Marti:  Reinhart 
vonn  Eiuelstat  /  Prediger  tzu  Ihen. 

14.  ünderrichte  wie  sich  ain  frumer  Christ  bey  den  Papistischen 
Messen  j  so  yetz  noch  vil  gehalten  werden  (wen  er  sich 
mit  gutten  fug  nit  absündern  kan)  halten  soll  /  das  er 
sich  nit  versünde  /  vnd  die  zeyt  vnnütz  verliere.  Martinus 
Reynhart  Ecclesiastes  zu  Ihen.     MD.XXIIII. 

Titel   in  Holzschnittrahmen.     4  Bl.   ohne  Druckort. 

15.  Ain  schöne  Epistel  /  Oecolampadü  an  Caspar  Hedion  / 
das  68  zymlich  /  nutz  /  vn  gut  sey  /  das  die  Epistel  vn 
.das  Euangelium   in   dem   ampt   der   Meß   /   in   teutscher 


35 

sprach    j    dem     volck    vorgelesen    vnd    verkündet    werd. 
Durch  Johannen  Diepolt  zu  Vlm  verteutscht. 

Titel  in  schönem  Holzschnittrahmen.  14  Bl.  1522. 
Ohne  Druckort. 

16.  Oecolampadii  Sermon  Am  Sontag  nach  dem  Achteden 
der  hailigen  drey  Künig  tag.     4  Bl.  o.  J.  u.  Dr. 

17.  Eyn  Edles  schönes  lieblichs  Tractetlein  /  vö  dem  rainen 
hymlischen  j  ewigen  wort  (Verbum  Domini)  zu  lob  Got 
dem  schöpffer  hymels  vn  erden  /  vn  zu  eeren  dem  Christ- 
lichen Diener  des  Göttlichen  worts.     F.  Ch.  E.  z.  S. 

Holzschnitt  auf  dem  Titelblatt.     6  Bl.  o.  J.  u.  Dr. 

18.  In  rechter  grüntlicher  Brüderlicher  vnd  Christenlicher  liehe 
Got  den  Allmechtign  in  der  Ewygkait  recht  zu  erkennen  .... 

Schöner  kleiner  Holzschnitt  auf  dem  Titel.  12  Bl. 
ohne  Jahrzahl  und  Druckort.  Auf  dem  10.  Blatte  zwei 
kleine  Holzschnitte.  Die  letzten  drei  Seiten  in  Reimen 
und  Versen. 

19.  Uö  der  Liebe  gottes  Ain  Wunder  Hüpsch  Vnderrichtung  / 
Beschriben  Durch  D.  J.  staupitz.  bewert  vnd  approbiert 
durch  Do.   Martinum   Luther    baide   Augustiner   ordens. 

Titel   in   schönem   Holzschnittrahmen.      MD.XVHI. 
17  Bl.  ohne  Druckort. 

20.  Vom  cristlichen  Adel  oder  Freyheit  der  kinder  gottes  vnd 
glaubigen  menschen.  Wentzeslaus  Linck.  Aldenburg  in 
Meyssen.     1524. 

Titel  in  Holzsohnittrahmen.     6  Bl.  ohne   Druckort. 

21.  I>ie  letzte  drey  Psalmen  von  Orgele?i,  Paucke  /  Olocken 
vnd  dergleychen  eusserlichen  Gotßdienst  /  ob  vnd  wie  Got 
darynnen  gelobt  wyrdt  /  Verdeutscht  durch  Wentzeßlaum 
Linck  Ecclesiasten  zu  Aldenburgk.  MD.XXIII.  Zwickaw. 

Titel  in  schönem  Holzschnittrahmen.  9  Bl.  ohne 
Drucker. 

22.  Ein  Sermo  D.  Wentzeslay  Linck  /  Von  anruffung  der 
hailige  Darneben  auch  vom  gebeet  /  meßhörn  vnnd  fürpitt. 
M.D.XXni.     Aldenburg  in  Meichssen. 

Titel   in  schönem  Holzschnittrahmen.     9  Bl.  o.  Dr. 

3* 


ae 


23.  Äin  schöne  Christliche  Sermon  vo  dem  außgang  der  kinder 
Oottes  auß  des  Äntichrists  gefengknuß  /  so  durch  den 
ausgäg  der  kinder  Israhel  auß  Egipten  /  Babilonien  etc. 
figuriert  ist.  1524.  Wentzeßlaus  Linck  /  ecclesiastes 
zu  Aldenburg. 

Titel  in  schönem  Holzschnittrahmen.     16  Bl.  o.  Dr. 

24.  Herr  Ulrich  Zwingli  leerhiechlein  wie  man  die  Knaben 
Christlich  vnterweysen  vnd  erziehen  soll  /  mit  kurtzer 
anzayge  aynes  gantzen  Christlichen  lebens.     M.D.XXTTTT. 

Sehr  interessanter  Holzschnitt  auf  dem  Titelblatt. 
17  BL  ohne  Druckort. 

25.  Das  die  Heyligen  für  Gott  nicht  anxuruffen  /  noch  für 
keyne  Mitler  zwischen  Oott  vnd  dem  Menscheti  zu  halteti 
seyn  /  eyn  kurtzer  vndterrioht  Vlriohi  Zeuleysen. 

Titel  in  Holzschnittrahmen.  7  Bl.  ohne  Druckort. 
MD.XXini.  Auf  der  Rückseite  des  Schlußblattes  ein 
großer  Holzschnitt:  Porträt  eines  Mönches. 

2ft.   Äin    trewe   ermanung    /    das   ain   yeder    Christ    selbs   zu 

seiner  seelhail  sehe   j  vn   das  schwert  (das  ist  die   hailig 

geschrifft)  auch  selbs  zu  seinen  banden  neme  /  .  .  .  .  Durch 

ain  layen  Cunrad  Distelmair  von  Arberg  gethon.    1523. 

Titel  in  Holzschnittrahmen.      8  Bl.   ohne  Druckort. 

27.  Ain  kurtzer  aber  Christlicher  vnnd  fast  nutzlicher  Sermon 
von  dem  rechten  waren  \  vnd  lebendigen  Glauben  \  an 
den  ainigen  mitler  vn  gnadenstul  Christum.  Durch  Michel 
Hug  /  Leßmayster  zu  Lindaw  bey  den  Barfüssen.  Ge- 
schickt an  den  Erberen  Hang  Zoller  zu  Augspurg.    1524. 

Titel  in  schönem  Holzschnittrahmen.     4  Bl.  o.  Dr. 

28.  Ain  christlicher  sendbrief  darm  angetxaigt  wirt  /  dz  die 
layen  macht  vnd  recht  haben   von  dem  hailigen  wort  gots 

reden    /    lern   /   vn  schreibe   / Durch   Sebastiä 

Loytzer    burger    zu    Meminge    an    seinen   lieben    vatter 
burger  zu  Horb.    1523. 

Titel  in  Holzschnittrahmen.     10  Bl.  ohne  Druckort. 

29.  Ain  schöne  vnderweysung  /  wie  vnd  wir  in  Christo  alle 

gebrüder  vnd  Schwester  seyen   / Vtz  Rychßner 

Weber.     M.D.XXIIH.  Jar. 

Titel  in  Holzschnittrahmen.     16  Bl.  ohne  Druckort. 


wie  mm  bic  Knaben  C|)n^Ucl>  xntctwcyfctt 

vnt>  ct^icl}m  foU  /  mit  iuvtict  an^ayßc 

ayne$  gAnt^m  C\)iißic\)m  lebend. 

tn.  i>.  mit} 


Jahrestericlit  des  Museum  Erancisco-Carolinum  in  Linz,  1903. 


37 

30.  Disp2itacio7i  zwischen  ainem  Chorherren  vnd  Schüchmacher  / 
Darinn  Das  wort  gotes  vnd  ain  recht  Christlich  weßen  ver- 
fochten wirtt.     Hanns  Sachs.     MD.XXDII. 

Schöner  Titelholzschnitt:  Chorherr  und  Schuster, 
daneben  eine  Frau.  11  Bl.  ohne  Druckort.  Am  Schluß: 
„Yr  bauch  yr  gott." 

31.  Ain  Gespräch  von  den  Scheinwercken  der  OaysÜichen  j  vnd 
jren  gelübdten  j  damit  sy  zu  verlesterung  des  bluts  Christi 
vermayne  selig  zu  werden.    Hanns  Sachs  Schüchmacher. 

Schöner  interessanter  Titel-Holzschnitt.  8  Bl. 
ohne  Druckort.     1524. 

32.  Ain  freuntlich  bat  vri  ermanung  etlicher  Priester  der 
Aydgnoß schafft  /  das  man  das  hailig  Euangeliü  predige  / 
nit  abschlahe  /  noch  vnwillen  darab  empfach  /  ob  die 
predigenden  /  ergernus  zu  vermeiden  sich  eelich  ver- 
mähelten.     MD.XXH. 

Titel  in  figurenreichem  Holzschnittrahmen.  16  Bl. 
ohne  Druckort. 

33.  Ain  Treue  Ermanung  an  die  strengen.  Edlen  j  Festen  j 
Fromen  vnd  weyßen  Eidgnossen  j  das  sy  nit  durch  ire 
falsche  propheten  verfürt  /  sich  wyder  die  lere  Christi 
setzent.     MD.XXHI. 

Titel  in  Holzschnittrahmen.     11   Bl.  ohne  Druckort. 

34.  Mafidat  von  ayne  Ersamen  weysen  Radt  der  stat  Basel  / 
gege  des  Bischofs  Vicari  /  Rector  /  Regenten  vnd  Vniuer- 
sitete  daselbs  /  als  sy  die  /  hierinne  die  verfaßten  Ar- 
tickel  zu  Disputieren. 

Titel  in  schönem  Holzschnittrahmen.  4B1.  o.  Dr.  1524. 

35.  Epistel  an  die  Gemeyne  zu  Miltenberg  den  abschyd  des 
Pfarrers  daselbst  betreffendt  /  So  alle  priester  ünuerjagt 
auß  der  Stat  flohen.     MD.XXIIII. 

Titel  in  Holzschnittrahmen.     12  Bl.  ohne  Druckort. 

36.  Artickel  wider  Doctor  Steffan  Castenpawr  Eingelegt  /  auch 
was  er  darauf  geantwort  hat  /  auß  seiner  gefencknus  / 
Newlich  von  jm  außgange.     M.D.XXIH. 

Titel   in   schönem   Holzschnittrahmen.     8  Bl.  o.  Dr. 


38 


51.   Sammelband.  Quartband  mit  schöner  Lederpressung,  Schließen 
und  Marginalien,  Holzband. 

1.  Paradoxa  ducenta  odoginta  j  das  ist  /  CCLXXX.  Wunder- 
red vnd  gleichsam  Bäterschafft  /  auß  der  H.  Schrifft  j 
so  vor  allem  fleysch  vngleublich  vnd  vnwar  sind  /  doch 
wider  der  gantzen  Welt  wohn  vn  achtung  /  gewiß  vnd 
waar Durch  Sebastianü  Francken  /  vonn  Word. 

Schöne    Initialen    im    Text.      183    signierte    Blätter. 
Schlußblatt:  Gedruckt  zu  Vlm  /  bei  Johan  Varnier. 
Mit  schönem  Druckerzeichen. 

2.  Außschreiben  an  die  Römisch  Kaiserlich  vnd  Künigkliche 
Maiestaten  /  .  ,  .  .  Von  Burgermaister  vnnd  Rat  /  geben  deß 
hailigen  Reichs  Statt  Augspwg  j  Abthuimg  der  Päpstischen 
Meß  I  vnnd  annderer  ergerlichen  Ceremonien  vnd  Miß- 
breuch  belangende. 

18  Bl.  ohne  Druckort.     1537. 

3.  Warhaffte  verantwurtung.  An  die  Rö.  Kay.  vnd  Kön.  May. 
.  .  ,  vö  dem  hochwurdigen  fürsten  vn  hern  /  hern  Chri- 
stoffen Bischoffen  zu  Augspurg  /  vnnd  seiner  F.  G.  Thumb 
Capitul.  vff  der  Burgermaister  vn  Ratgeben  daselbst  vn- 
erfindtlich  Schmachgedicht  /  newerlicher  zeyt  /  jm  Druck 
außgangen  /  gestellet. 

20  BL  ohne  Druckort.     26.  Februar  1537. 

4.  Ernstliche  iverbung  bit  im  beger  /  der  lobliche  Legation 
oder  bottschafft  /  der  bayden  Königreiche  Vngern  vnnd 
Sckmonieii  /  .  .  .  .  Ihrer  grossen  not  j  beschwernus  vn 
überfals  halbe  /  so  sie  teglich  erleyde  von  dem  Türeken  / 
Beschehen  zu  Augspurg  auff  de  Reichstag.  Newe  zeyttung 
von  Augspurg.     MD  .XXX. 

8  Bl.  ohne  Druckort. 

5.  Außzug  des  Vertrags,  so  ztvischen  Kay.  May.  vnnd  dem 
Künig  von  Thunis  /  vnd  Muley  /  Altzachen  genant  /  in 
jr  beyder  gegenwürd  am  VI.  Augusti  des  M.D.XXXV.  Jars 
auffgericht  ist  worden. 

Titelholzschnitt:  kaiserl.  Adler.    4  Bl.  ohne  Druckort. 

6.  Wie  vnd  in  wellicher  gestalt  Kay.  May.  vo  Brück  auß 
gen  Lunden  in  Engeland  gezogen  /  ankörnen  vnd  Em- 
pfangen worden  ist. 

4  Bl.  o.  J.  u.  Dr.     Titel   in   Holzschnittrahmen   mit 
dem  Bild  des  Kaisers. 


39 

7.  Warhafftige  Newe  xeytung  des  Kai/serlicheti  Sigs  xu  Thuniß 
geschehen.     Den  XXI.  Julij  jm  XXXV. 

Auf  dem  Titel  der  kais.  Adler.    6  Bl.  ohne  Druckort. 

8.  Vo7i  der  erpärmlichen  eilenden  /  hartwiderjpringlichen  / 
auch  der  gantzen  Christenheit  /  sonderlicli  aber  Teutscher 
nation  nachthayligen  erlegimg  /  des  Christlichen  vn  Nider- 

,  österreychischen  kriegßuolcks  /  voji  dem  Türeken  /  durch 
de  vbelgeordneten  abzug  der  Obersten  /  in  de  nächst- 
uergangnem  M.D. XXXVII.  jar  /  jämerlich  beschehe  am 
IX.  Octobris. 

4  Bl.  ohne  Druckort.   Deutsche  Reimverse.  Auf  dem 
Titel  ein  Holzschnitt:   Schlachtszene. 

9.  Nene  zeittung  von  der  Rö.  Kay.  May.  kriegshandlung  jn 
Aphrica  so  des  wolgeborn  herr  Wilhelmen  Truchsessen  etc. 
Sone  demselben  seinem  herrn  vattern  aus  der  stat  Carthago 
daselbsten  den  22.  Junij  zugeschriben  hatt.    M.L.XXXV. 

4  Bl.  ohne  Druckort.     1535. 

10.  Warhafftige  Copy  der  protestation  j  von  Key  serlicher  Maie- 
stat zu  Rom  j  vnserm  aller  gnedigsten  herren  /  im  öffent- 
lichen Consistorio  geschehen.  Vß  Italianischer  zungen 
ins  Dütsch  bracht.    M.D.XXXVI.    18  Bl.  ohne  Druckort. 

11.  Neive  zeytung  von  Kayserlicher  Mayestat  Kriegshandlung  / 
wider  den  König  von  Franckreych  /  Von  dem  XIII.  biß 
auff  den  XXII.  tag  Julij  geschehen.    1536. 

3  Bl.  ohne  Druckort. 

12.  Unsers  Herren  Kaisers  Protestation  vnnd  Abschied  von 
Bäpstlicher  H.  vnd  dem  Consistorio  der  Cardinal  zu  ßhom  / 
den  18.  Aprilis  1536.     4  BL  ohne  Druckort. 

13.  Neüwe  zeyttung  /  Was  sich  newlich  zwischen  dem  Hertzog 
von  Holstayn  /  yetzunder  Künig  zu  Denmarck  /  vn  dem 
Künig  von  Schweden  /  Auch  Hertzog  Albrecht  in  Preussen  / 
mit  jrem  anhäg  /  zugetragen  vn  verlauffen  hat  /  auff  wasser 
vnd  land  /  gegen  den  von  Lübeck. 

Titel  holz  schnitt:  Kämpfende  Landsknechte.    1536. 
7  Bl.  ohne  Druokort. 

14.  Fast  Wunderbariich  vnd  alls  vormals  vfierhört  /  gesicht  / 
so  am  dritten  tag  Junij  1534.  jars  /  gleich  nach  dem 
Mittagmal    in   Dennmarck    bey   der   Stat   Schleswig   /   nit 


40 


sonders  weit  vö  Lübeck  gelegen  /  jm  lufft  seind  gesehen  / 
Vn  von  ainem  Secretario  daselbst  ordenlioh  beschriben  / 
vn  der  Künigin  zugesandt  ist  worden. 

3  Bl.  ohne  Druckort.    Auf  dem  Titel  in  Holzschnitt 
eine  strahlende  Sonne. 

15.  Verteutschte  verrüeffung  des  Anstandts  in  Picardien  / 
zu  Lyon  beschehen.  Verteutschte  Missiff  /  Herrn  Erasmus 
von  Oria  /  von  eroberung  der  Schiffschlacht  mit  den  Türeken. 
Des  Türckhen  flüchtiger  Abzug  aus  Apulien.  Mense  Sep- 
tembri.    1537. 

8  Bl.  ohne  Druckort. 

16.  Ein   warhafftige  Histoi^ia  geschehen   zu   Stasfard  .... 

Wittemberg,  1535.  4  Bl.  Gedruckt  durch  Nie.  Schirlentz 

17.  Des  Königreichs  Engellandt  Vrteyl  vnnd  meynung  j  das 
angesetzt  Mantuanisch  vnd  erstreckt  Concilion  belangent. 
Zu  Lunda  in  Thoma  Berteleti  Königlichen  buchtruckers 
behausung  /  mit  freyheit  Lateinisch  getruckt  /  vn  getrewes 
fleys  verteutscht.     1537.     9  Bl. 

18.  Ein  Weyssagung  von  den  grasten  verenderunge  der  Reich  / 
D.  Antonij  Torquati  von  Ferrer  /  hochherümpt  in  der 
Astfvlogey  j  An  den  Durchleuchtigisten  König  Matthiam 
von  Vngern  /  do  man  zelet  1480.  beschriben  /  vnd  weret 
biß  auff  das  1538.  jar.     1535. 

12  Bl.  ohne  Druckort. 

19.  Des  Christilichsten  Kötiigs  von  Franckreich  etc.  iverhung 
vnnd  hilff'pittung  an  gemeine  Aydgnossen  zu  Baden  im 
Ergow  versamelt  den  letzten  tag  Junij   1536. 

Frankreichs  Wappen   auf  dem   Titel.      6  Bl.  o.  Dr. 

20.  Wie  inn  Schlesien  zur  Olsen  über  die  Stat  ain  vnerhört  j 
wunderbarlich  vnd  grawsam  vngeivitter  /  mit  Feur  regnen 
vn  erschrocklichem  wunderwürckenden  wind  komen  ist  / 
allen  Gotsforchtigen  wol  zu  wissen.     M.D.XXXVI. 

10  Bl.  ohne  Druckort. 

21.  Aki  Summari  der  Türckischen  Bottschaß  Werbung  \  an 
die  Herrschafft  zu  Venedig  /  .  .  .  Zu  Venedig  getruckt  / 
vnd  yetzt  von  wort  zu  wort  verteutscht.     MD.XXXVII. 

4  Bl.  ohne  Drucker. 


41 

22.  Warhaffte  beschreibimg  /  ui,e  der  Sophi  miß  Persia  den 
Türeken  erlegt  /  die  Statt  Babilonia  eingenomen  /  auch  was 
Glauben  /  Sitten  /  vnd  Kriegsrüstung  er  im  brauch  habe. 

1536.     8  Bl.  ohne  Druckort. 

23.  Die  außschreyhung  Äines  gemeinen  Freyen  offenlichefti 
Conciliumhs  %u  Mantua.  Auff  den  23.  tag  May  jm  1537. 
Von  Bäpstlicher  hailigkait  Paulo  dem  dritten  zu  halten. 
Bulla  Verteutscht.     Päpstl.  Wappen  auf  dem  Titel. 

6  BL  ohne  Druckort. 

24.  Der  herrlich  Triumpf  vnd  Einritt  /  so  die  Römisch 
Kaiserlich  Maiestat  j  in  die  Statt  Rhom  /  am  fünfften 
tag  Aprilis.  Im  1536.  Jar  gethon  hatt. 

Kaiserl.  Wappen  auf  dem  Titel.     8  Bl,  o.  Dr. 

25.  Summari  etlicher  schreiben  aus  Barxelona  j  Meyland  / 
Genua  j  Neapls  /  Barri  vnd  Monopoli  /  Kayserlicher 
Maiestat  vnd  derselben  großgewaltigen  Armata  vnd  kriegß- 
rüstung  wider  die  vnglaubigen  /  gelegenheit  /  anzug  vnd 
ankunfft  in  Sardinien  etc.  betreffend.    26.  Junij   1535. 

4  Bl.  ohne  Druckort. 

26.  Sendtbrief  so  die  Römisch  Keiserlich  vnd  Hispanisch 
Künigliche  Maiestat  /  ji'es  erlangten  Sygs  j  gegen  dem 
Barbarossa  im  Künigreich  Thunis  j  seiner  Kayserlichen 
Maiestat  Bruder  dem  Römischen  Künig  /  den  23.  Julii 
A.   1535  aus  Affrica  zuegeschriben  hat. 

Kaiserl.  Adler  auf  dem  Titel.    6  Bl.  ohne  Druckort. 

27.  Ein  Sendtbrieff  /  So  der  Edel  Herr  Zanohio  Ceffmo  / 
dem  Durchleuchtigen  Fürsten  vnnd  Herrn  /  Hertzogen 
zu  Florentz  /  dem  Triumphlichenyi  einxug  deß  aller  durch- 
leuchtigistenn  Großmechtigisten  Römischen  Kaisers  /  Caroli 
des  Fünffte  /  merer  des  Reichs  /  in  die  Hochlobliche  Stat 
Rom  mit  anzaigung  der  triumph  /  böge  /  antiquiteten  / 
alten  figurn  /  gedichten  /  vn  lateinischen  verschen  / 
zierlich  vnd  ordenlich  zugeschrieben.  Mit  allem  fleiß  auß 
Wellsch  jnns  Teutsch  gepracht. 

Titelholzschnitt:  Huldigung  des  Papstes.    8  Bl.  ohne 
Druckort.     1536, 

28.  Ein  sinreicher  Pasquillus  j  der  aller  erst  von  Rom  kommet  / 
vnd  vnser  aller  Herrn  /  des  Römischen  Keisers  vnd 
anderer  Potentaten  hieg ßharidlungen  vnd  andere  leuff 
meldet.     Mense  Junio.     1537.     4  Bl.  o.  Dr. 


42 


29.  Was  die  Römisch  Königlich  Ma.  etc.  vnd  der  Hertxog 
von  Saphoy  /  an  gemeine  Äydgnoschafft  zu  Baden  im 
Ergow  xu  werben  beuolhen  haben.   Im  monat  Junio.   1536. 

Kaiserl.  Adler  auf  dem  Titel.     8  Bl.  o.  Dr. 

30.  Eyn  Veldtgeschrey  des  Almechtigisten  vn  vnüberwindÜichsten 
Keysers  der  da  ist  /  on  allen  anfang  vnd  endt  /  seinem 
Kriegßuolck  kundgethan  in  diser  kriegisohen  Welt  /  damit 
sie  bestendig  bey  jm  bleyben.     1536. 

Auf  dem  Titelblatt  ein  Holzschnitt:  2  Landsknechte. 
7  Bl.  Gedruckt  zu  Nürnberg  durch  Hans  Guldenmundt. 

31.  Lobe  des  Esels  /  durch  Hainricum  Cornelium  Agrippam 
inn  Latein  beschriben  /  Von  Sebastian  Francken  ver- 
teutscht.     4  Bl.  ohne  Jahrzahl  und  Druckort. 

32.  Ain  Ovation  oder  Rede  j  vor  Römischer  Kayserlicher  vnnd 
Künigklicher  Mayestäten  ...  so  auff  gegenivirtigem  Reychß- 
tag  allhie  zu  Augspurg  versamblet  /  durch  den  Wolgebornen 
Herrn  Wolffgang  Grafen  vö  Frangepa?i  etc.  Der  Cra- 
batischen  Lanndtschaift  Orator  /  in  Latein  gehalten  an  dem 
nächst  verschinenn   8anct  Bartholomeus   tag   Anno   1530. 

4    Bl.      Getruokt    zu    Augspurg    durch     Alexander 
Weyssenhorn  bey  sanot  Vrsula  Closter. 

33.  Inhalt  des  Jenffischen  Berichts  /  so  zu  Sant  Julio  zwischen 
dem  Hertzog  von  Saffoy  /  vn  den  zweyen  statten  /  Bern 
vnd  Eriburg  /  Auch  zwischen  dem  Hertzog  vnd  der  statt 
Jenff  I  durch  etlich  örtt  der  AydgnoßschaflPt  volzogen  / 
vnd  auffgericht  mitwochen  nach  Sant  Gallen  tag  /  Ln 
1530.  jar.     7  Bl.  ohne  Druckort. 

34.  Newe  zeytung  /  von  der  Römischen  Kay.  May.  etc.  zug  / 
vnd  eroberung  des  Künigreychs  Thunesse  etc. 

Kaiserl.  Adler  auf  dem  Titel.    4  Bl.  o.  J.  u.  Dr. 

35.  Newe  zeyttung  /  tüie  die  Römisch  Kayserlich  Majestät  etc. 
.  .  .  von  Thunis  auß  Affrica  j  in  die  fürnemisten  zwü 
Stett  Messana  vnd  Neapols  anhmien  \  vnd  jrer  Kay.  May. 
daselbst  grosse  vnnd  herrliche  Eher  /  erzaygt  /  vnd  mit 
was  vnschätzlichem  koste  jrer  Kay.  May.  zu  hoch  löblicher 
gedechtnuß  /  schöne  Spectacula  vnd  hiltzine  gepew  /  auff- 
gericht worden  sein  /  Alles  durch  Rö.  Kü.  May.  Secretarien 
Adam  Karl  beschriben  /  auß  Welsch  zu  Latein  /  vn  jetz 
zu  teutsch  gebracht.     1536. 

Kaiserl.  Adler  auf  dem  Titel.     12  Bl.  o.  Dr. 


43 

36.  Vmb  den  grossen  sig  Kaiserlicher  Majestät  /  in  Thunis 
verlihen  j  Got  xu  dancken  /  xivü  predig.  Johan  von  Sek 
Dootor  etc.     1536. 

Kaiserl.  Adler  auf  dem  Titel.     20  Bl.     Getruckt  in 
der  Kays,  stat  /  Augspurg  durch  Alexander  weyssenhorn. 

37.  Der  Kauffleut  Abgot.    Mercurius.    4  Bl.    1536.    Deutsches 

Reimgedicht.     Holzschnitt   auf  dem   Titel:   Merkur. 

52.   Sammelband.     Holzband    in    Quart    in    Lederpressung,    zwei 
Schließen  und  Marginalien. 

1.  Von  der  Oerechtigkeit  die  für  Oott  gilt.  Wider  die 
newe  Alcumistische  Theologiam  Andreae  Osiandri,  Justus 
Menius.    1552.    6  Bl.   Gotha,  16.  Febr.  1552. 

Vorrede,  dann  72  Bl.  Am  Schluß:  Zu  ErflFurdt  truckts 
Gervasius  Sthürmer  /   zum  bunten  lawen   /  bey  S.  Paul. 

2.  Von  der  Rechtfertigung  des  glaubens:  gründtlicher  war- 
hafftiger  bericht  /  auß  Gottes  Wort  /  etlicher  Theologen 
zu  Künigsberg  in  Preussen.  Wider  die  newe  verfiirische 
vn  Antichristische  Lehr.  Andreae  Osiandri,  Darinnen  er 
leugnet  das  Christus  in  seinem  vnschuldigen  Leiden  vnd 
sterben  /  vnser  Gerechtigkeit  sey. 

Gedrückt  zu  Künigsberg  in  Preussen  1552.     78  BL 

3.  Anttvort  auff  das  buch  Osiandri  /  von  der  Rechtfertigung 
des  Menschen.  Durch  Magistrum  Johannem  Pollicarium  / 
Pfarherrn  vnd  Superintendenten  zu  Weissenfeis. 

Gedruckt    zu  Wittemberg    /    Durch  Veit    Creutzer. 
1552.     27  Bl. 

4.  Verlegung  des  Bekentnis  Osiandri  von  der  Rechtfertigung 
der  armen  sünder  durch  die  wesentliche  Gerechtigkeit  der 
Hohen  Maiestet  Gottes   allein.    Durch  Matth.   Pia.   Uly. 

73   Bl.    Mit   einem  Vorwort   Flacius.     Gedruckt   zu 
Magdeburgk  bey  Christian  Rödinger.     1552. 

5.  Wider  die  Götter  in  Preussen.  Das  nur  eine  einige  wesent- 
liche gerechtigkeit  Gottes  sey  /  die  nemlich  /  so  inn  den 
Zehen  gebotten   offenbaret  ist.    Durch  M.  Flacius  Uly. 

14  Bl.  ohne  Jahrzahl  und  Druokort. 

6.  Des  Herrn  Johan  Brencii  vnnd  anderer  Wirtenbergischen 
Theologen  /  Declaration  vber  Oslanders  Disputatiort  von 
der   Rechtfertigung    /    sampt    ihres    glaubens    bekenntnis. 


44 

Mit  einer  Vorrede  Matth.  Fla.  Illyrici  vnd  Nicolai 
Galli  /  an  die  Preussischen  Kirchen.  16  Bl.  Gedruckt 
zu   Magdeburgk   /   durch  Michael  Lotther   /   Anno   1553. 

7.  Brentii  vnd  Osiandri  meinung  /  vom  ampt  Christi  /  vnd 
rechtfertigung  des  Sünders. 

Mit  einer  vorrede  M.  Flac.  Illyr.  12  Bl.  Gedruckt 
zu  Magdeburgk  durch  Michael  Lotther.    1553. 

8.  Wider  die  tieff  gesuchten  vnd  Scharffgespitzten  /  aber  doch 
nichtigen  Vrsachen  Osianders  /  damit  er  den  Artikel  von 
der  Gerechtigkeit  lestiget  vnd  vnd  verkeret  kleglich.  An- 
tonius Otho  Hertzberger  Prediger  in  der  Keyserl.  Stad 
N  orthausen,    1552. 

21  Bl.  Gedruckt  zu  Magdeburg  bey  Christian  Rödinger. 

9.  Proba  des  geists  Osiandri  von  der  rechtfertigung  /  durch 
die  eingegoßne  wesentliche  gerechtigkeit  Gottes.  Nicolaus 
Gallus.    Gedruckt  zu  Magdeburgk  durch  Michel  Lotther. 

Anno  1552.     26  Bl. 

10.  Pasquilliis  auss  Preussen.    Anno  1552.    4  Bl,  o.  Dr. 

11.  Pasquillus:  Ein  Colloquiimi  oder  Oesprech  wider  die  Anti- 
christische vnd  verfürische  lere  /  Andree  Osiandri  j  Pfar- 
herren  zu  Königsperg  in  Preussen  /  Vom  Artickel  der 
Rechtfertigung  etc,     1552. 

25  Bl.  in  deutschen  Reimen.     Ohne  Druckort. 

12.  Eine  Disputation  von  Mitteldingen  /  vnd  von  den  itzigen 
Verenderungen  in  kirchen  /  die  Christlich  vnd  wol  geordent 
sind  aus  /  dem  Latein  verdeutscht.  Durch  M.  Nicolaum 
Gallmn  Pfarherm  zu  Magdeburg  zu  S.  Virich. 

24  Bl.  Gedruckt  zu  Magdeburg  /  bey  Christian 
Rödinger,     M.D.L. 

53.  1,  Eyn  Deutsch  Theologia.  Das  ist  eyn  edles  Büchleyn  / 
von  rechtem  vorstandt  /  was  Adam  vnd  Christus  sey  / 
vnd  wie  Adam  yn  vns  sterben  /  vn  Christus  ersteen  soll. 

Titel  holz  schnitt:   Christi  Himmelfahrt. 

Vorrede  von  Doctor  Martinus  Luther  Augustiner 
zu  Wittenberk.  34  Bl.  Gedruckt  zu  Wittenbergk  durch 
Joännem  Grunenb:  1520. 

2.  Bas  Theür  vnd  künstlich  Büchlin  Morie  Encomion  /  das 
ist  /  Ein  Lob  der  Thorheit  /  von  Erasmo  Roterodamo 


45 

schimpfflich  gespilt  /  zu   lesen   nit  weniger  nützlich   dann 
lieblich  /  verteutscht. 

178  signierte  Blätter  und  Register.    O.  J.  u.  Dr. 

3.  Paradoxa  ducenta  octoginta  /  das  ist  /  CCLXXX.  Wunder- 
red vnd  gleichsam  Bäterschafft  /  auß  der  H.  Schrifft  j 
so  vor  allem  Fleysoh  vngleublich  vnd  vnwar  sind  /  doch 
wider   der   gantzen  Welt  wohn  vn   achtung   /   gewiß  vnd 

waar Durch  Sebastianü  Francken  /  vonnWörd. 

183  signierte  Blätter.    Gedruckt  zu  Vlm  /  bei  Johan 
Varnier.    Ohne  Jahrzahl.    Mit  Druckerzeichen  am  Schluß. 
Holzband  in  Quart  mit  Lederpressung. 

54.  1.   Der  heiligen  Messen  brauch  ]  wie  er  in  der  alten  Kyrchen 

vor  tausent  jaren  geivesen.      Auß    S.   Joan.  Chrysostomo 
verdeutscht.      Mit    Vorrede    von    Georg  Yicel.    Theolog. 
Datum  Berlin,  24.  Septembris,  1539.     129  signierte 
Blätter.     Druckerzeiohen. 

2.  Von  der  heiligen  Eucharisty  oder  Meß  j  nach  anweysungen 
der  Schriift  /  vnd  der  Eltisten  schrifftverstendigen  heyligen 
Lerer.     Durch  Georgium  Wicelium. 

62  nicht  sign.  Bl,    Gedruckt  zu  Freyburg  im  Breiß- 
gaw  /  durch  Joannem  Fabrum  Emmeum  Juliacensem.    1534. 

3.  Von  der  Fuß:  Beicht:  vmid  Bann:  tzwey  büchlin  auß 
grund  der  schrifft.     Durch   Georgium  Wicelium.     1536. 

100  nicht  sign.  Bl.  Gedruckt  zu  Fryburg  im  Brißgaw 
durch  Joannem  Emmeum  Juliacensem. 

4.  Vespertina  Psalmodia.  Die  Funffzig  Vesperpsalme  /  so  die 
Heilige  Kyrche  Gottes  /  alle  tage  durch  die  wochen  / 
öffentlich  zu  singen  vnd  lesen  pflegt  /  Gedeutschet  vnd  dar- 
zu  Außgelegt  /  dem  Christlichen  Priester  vnd  Kyrchischen 
Bürger  zu  liebe  vnd  dienst  /  Durch  Georgium  Wicelium. 

108  Bl.  Gedruckt  zu  Cöln  in  kosten  Johan  Quentels  / 
1549.     Holzband  in  Quart  mit  Lederpressung. 

55.  Holzband  in  Quart  mit  schöner  Lederpressung  und  Schließen. 

Inhalt : 
1.  Kurtxe  /  Wahre  vnd  Ei7if eltige  Bekantnus  D.  Nie.  Selnecceri. 
Von  der  Maiestat  /  Auffarth  /  Sitzen  zur  Rechten  Gottes  / 
vnd  vom  Abendmal  vnsers  Herrn  Jhesu  Christi. 
Heinrichstadt.    1571.    6  Bl.  ohne  Drucker. 


46 


2.  Auff  das  fürgeben  etlicher  Sacramentirer  /  das  sie  mit 
der  Bel;entnis  /  von  den  Ch urfürstlichen  Sechsischen 
Superintendenten  10.  Octo.  dieses  1571.  Jars  zu  Dresden 
gestellet  /  aller  ding  eins  seyen:  Kurtze  vnd  Christliche 
Prob  /  der  Christlichen  Gemeine  zu  Franckfurt  zur 
Warnung  geschrieben  /  durch  der  Aug.  Confession  zu- 
gethane  Prediger  daselbst.     1571. 

12  Bl.     Gedruckt  zu  Yrsel. 

3.  Von  den  Fallstricken  Etlicher  newer  Sacramentschwermer 
XU  Wittenberg  j  im  newen  Bekentnis  /  listiglich  verstecket  / 
die  Welt  damit  zuberücken  vnd  zuuerfuren.  Erinnerung 
vnd  Warnung  /  Durch  die  Theologen  zu  Jhena. 

Gedruckt  zu  Jhena.    1572.    43  Bl. 

4.  Der  Mansfeldischen  Theologen  /  Bericht  vnnd  Bekentnis  j 
von  dem  Wittenbergischen  Catechismo. 

Gedruckt  1571.     12  Bl. 

5.  Index  Cinglianorum  quorundam  errorum,  in  Catechesi 
Witebergensi  noua  compraehensorum.  Annotatus  a  mini- 
stris  ecclesiae  Hallensis  in  Saxonia.     Anno  Christi,  1571. 

6  Bl.  ohne  Druckort. 

6.  Prüfung  des  Sacrameniirischen  Geists  /  Das  ist  /  Starcke  / 
Göttliche  vnd  Natürliche  Beweisung  /  aus  welchen  alle 
Christen  vnd  vemünfftige  Menschen  /  gründlich  abnehmen 
vnd  schliessen  können  /  das  die  Zwinglisch  j  Caluinisch  j 
Sacramentschivermerey    /    nicht    aus    Gott    /    vnd    Gottes 

Geist   /   sondern   aus   dem  Teuffei  sey   / Durch 

Johan.  Frid.  Celestinum  D. 

40  Bl.  ohne  Jahreszahl  und  Druckort. 

7.  Warnung  Vor  dem  vnreinen  /  V7id  Sacrameniirischen 
Catechismo  etlicher  xu  Wittetiberg.  Durch  die  Theologen 
zu  Jena.     Gedruckt  zu  Jena  Anno  1571. 

20  Bl.  ohne  Drucker. 

8.  Bedencken  der  Theologen  xu  Braunschweigk  /  von  dem 
newen  Wittenbergischen  Catechismo  gestellet  /  Der  gantzen 
Christenheit  zur  Warnung  ausgangen.    Anno  Christi  1571. 

12  Bl.  ohne  Druckort. 

9.  Kurtxe  Antwort  vnd  Oegenbericht  /  Der  Prediger  j  in  der 
Oraffschafft  Mansfeldt.  Vff  der  Herrn  Theologen  /  beider 
Vniuersiteten  /  Leiptzig  /  Vnd  Wittenberg  /  Vnd  Churfürst- 


47 

liehen  Sechsischen  Superintendenten  /  Endtlichen  Bericht 
vnd  Erklerung  /  etc.  Auch  M.  Cyciaoi  SpangenbergS 
sünderliche  Antwort  /  auff  derselben  Theologen  /  vber 
ihn  gefelletes  Endurtel.     1570. 

28  Bl.   Gedruckt  zu  Eissleben  /  durch  Andream  Petri. 

10.  Widerholte  ChHsÜiche  Oemeine  Confession  vnd  Erklerung: 
Wie  in  den  Sechsischen  Kirchen  /  vermöge  der  heiligen 
Schrifft  /  vnd  Augspurgi sehen  Confession  /  nach  der  alten 
Grundfest  D.  Mart:  Lutheri  /  wider  die  Sacramentierer 
gelert  icird.     1571. 

61  Bl.  Gedruckt  in  der  gefreyten  Heinrichstat  /  bey 
der  Löblichen  Vestung  Wulffenbüttel  /  durch  Conrad  Hörn. 

56.  Orundtliche  HystoHa  von  der  Meß  /  aus  den  Heyligen  Euan- 

gelisten  /  Aposteln  /  Propheten  /  Alten  vnd  neuwen 
Leerern  der  Kirchen  /  Concilien  /  Bäpstischen  Decreten  / 
vnd  Satzungen  etc.  zusamen  getragen. 

Durch  D.  Valentinum  Vannium  Pfarrherrn  zu 
Candtstatt.  Mit  einer  Vorred  Herrn  Joann  Brentzen. 
Wider  die  vermeint  Euangelisch  Meß  /  des  Thumpredigers 
zu  Augspurg  /  Johann  Fabri.     2  Teile. 

Getruokt  zu  Tübingen  /  Durch  Virich  Morhart.   1557. 

Holzband  in  Quart  mit  Lederpressung  und  Schließen. 

57.  Sammelband.     Holzband    in   Quart  in   schöner,    figurenreieher 

Lederpressung  und  Sehließen.     Inhalt: 

1.  Des  Bapsts  vnd  seiner  Geistlichen  Jarmarckt.  Durch 
Sebastianum  Mayer  /  der  heyligen  Schrifft  Doetorem  / 
beschriben.    MD.LVHL     195  sig.  Seiten,  ohne  Druekort. 

2.  Des  Babsts  Kindthett.  Ein  warhaffte  vn  gruntliche  Histori 
von  Babst  Hansen  /  dises  Namens  dem  Achten  /  wölcher 
ein  Weib  vnd  Zauberin  gewesen.     1558. 

Auf  der  Rückseite  des  Titels  ein  Holzschnitt 
von  J.  K.,  den  Papst  darstellend,  von  Bischöfen  und 
Kardinälen  umgeben. 

6  Bl.  ohne  Jahreszahl  und  Druckort. 

3.  Ein  Christlich  Bedencken:  Von  dem  Oemeynen  Oeschrey  / 
so  man  yetzt  außgibt:  Das  man  nyemandts  soll  leyden 
vnnd  gedulden  /  der  nit  in  allem  /  ohne  alle  widerred  / 
Bäpstisch  /  oder  Lutherisch  ist.     Anno  MD.LVHI. 

Auf  dem  Titelblatt  die  Bemerkung  mit  Tinte:  „Das 
buech  hat  gmacht  ain  Zwinglischer"  ....    62  Bl.  o.  Dr. 


48 


4.  Von  Irthumen  vnd  Seelen  Theses  vnd  Hypotheses  /  das 
ist  /  gemeine  erwisene  Sprüche  /  auff  gegenwertige  zeit 
vnd  händel  gezogen  /  zu  erhaltung  wares  Verstands  /  vnser 
Christlichen  Augspurgischen  Confession  /  vnd  absonderung 
der  Seoten  /  diser  zeit   nötig.    Durch  Nioolaum  Gallum. 

Gedruckt  zu  Regenspurg  /  Durch  Heinrichen  Geißler. 
1558.     24  Bl. 

5.  Kurtze  anzeigung  aus  der  keiligen  Schriffl  j  vnd  aus  den 
Büchern  der  Veter  /  wider  die  Sacrilegos,  das  ist  / 
tüider  die  Kirchendiebe  der  jtzigen  zeit.  Durch  Johaü 
Winnistede  /  Diener  des  heiligen  Euangelii  Jhesu  Christi 
zu  Quedlinburg.     1559. 

Mit  zwei  Vorreden  von  Joachim  Mörlin,  Superinten- 
denten zu  Braunschweig  und  Lampadius,  Predicanten  zu 
Halberstat.  38  Bl.  Auf  der  Rückseite  des  Titelblattes 
ein  geistliches  Lied. 

Gedruckt  zu  Jena   /   durch  Thomam  Rebart.     1560. 

6.  Wider  das  Vergiffle  blinde  Buch  /  des  Bischoffs  ohne  Namen  \ 
yetzt  neuwlich  zu  Erffurdt  im  Truck  außgangen  /  wider 
vnser  Lehr  vnd  Kirchen.  Erste  Antwort  Johannis  PollicarÜ 
predigers  zu  Weissenfelß. 

Auf  der  Rückseite   des  Titels  ein   Gedicht.     46  Bl. 
Getruckt  zu  Straßburg  durch  Samuel  Emmel.    1556. 

7.  Von  der  beschuldigung  Maioris  /  gege7i  die  /  so  jme  seine 
Wercklere  widerleget  /  Vnd  von  seiner  Bekentnis  oder 
widerruffung.     Johannes  Wigand. 

7  Bl.  ohne  Jahreszahl  und  Druckort. 

8.  Verantworttung  Justi  Menü  Auff  Matth.  Flacii  Illyrid 
gifftige  vnd  vnwarhafftige  verleumbdung  vnd  lesterung.  1557. 

55  Bl.  ohne  Druckort. 

9.  Vom  wintervogel  Halcyo7i  /  ein  herrlich  wunderwerck  Gottes  j 
durch  D.  Erasmum  Alberum  /  welches  der  Christelichen 
kirchen  verglichen  wirdt.     1552. 

Gedruckt  in  der  Ehrnreichen  Stadt  Hamburg  / 
durch  Joachim  Law.  23  Bl. 
10.  Ei?i  warhaffte  grawsäme  Oeschicht  /  So  geschehen  ist  zu 
Mechel  in  Brabandt  /  Allda  hat  man  ain  Muter  mit  vier 
Kindern  /  vmb  des  Euangeliums  wegen  /  gefangen  /  .  .  .  . 
vnd  auff  den  23.  December  1555  öffentlichen  in  der  Statt 
verbrendt.     7  Bl.  ohne  Druckort. 


49 

11.  Von  bösen  Zungen  /  Widder  das  verfluchte  Teufflische  lasier 
des  Verleumbdens  /  Ligens  /  Affterredens  etc.  Durch 
M.  Joannem  PoUicarium  /  Prediger  zu  Weissenfeis.   1556. 

Titelholzschnitt,  die  Caluinnia  darstellend.    58  Bl. 
Zu  Leiptzig.    Durch  Georg  Vantzsch. 

12.  Antwort  /  Von  dem  bösen  zornigen  Buch  der  Professorn 
XU  Wittenberg  /  an  die  liebe  Kirche  /  das  sie  vrteile  vnd 
verstehe  / Durch  Nie.  Gallum.     1552. 

Gedruckt  zu  Regenspurg  /  Durch  Heinrichen  Geißler. 
11  Blätter. 

58.  Sammelband.  Holzband  mit  Lederpressung  und  Schließen.  Auf 
dem  Vorsteokblatt  Abschrift  eines  Schreibens  der  drei 
Stände  von  Oberösterreich  an  König  Ferdinand.  Datum 
Linz,  28.  März  1538.    Inhalt  des  Bandes: 

1.  Der  XL  VI.  psalm  außgelegt  /  vnd  für  die  einf eltige  fromen 
Christen  in  ein  Trostpredig  vn  Christliche  trewe  Vermanung 
auff  die  jetzige  letste  vnd  geferliche  zeyt  /  .  .  .  . 

Durch  Hiobem  Gast.    1540.    49  Bl. 
Getruckt  zu  Nürnberg  bey  Johan  Petreio. 

2.  Testament  vnd  Absehrifft  der  Zwölff  Patriarchen  der  Sünen 
Jacobs  l  Wie  ein  jeder  vor  seinem  end  /  seine  kinder 
gelert  /  zur  forcht  Gottes  vnd  Gottseligem  leben  vermanet 
hat.  Auß  dem  gedruckten  Menradi  Molteri  /  vnd  Augustini 
Lantzkroni  (hundert  vnd  dreitzehen  jar  alt),  newlich  ver- 
tolmetschet.    1529.    59  Bl. 

Gedruckt  zu  Straßburg  bei  Sigmund  Bun.    1539. 

3.  Ei7i  kurtxe  Vermanung  /  das  alle  Christen  schuldich  sind  / 
dem  Exempel  des  bekerten  Schechers  nachxuvolgen  /  .  .  • 
Verteutschet  durch  Georgium  Majorem.  Philip.  Melanth. 
MD.XL.    Wittemberg.    20  Bl. 

Gedruckt  in   der  Churfürstlichen  Stadt  Wittemberg  / 
durch  Joseph  Klug.    1540. 

4.  Von  der  Kirchen  /  V7id  alten  Kirchenlererii.  Philippus 
Melanthon.  Verdeudschet  durch  Justum  Jonam.  Wittem- 
berg.    1540.    100  Bl.  ohne  Drucker. 

Titel  in   schönem  Holzschnittrahmen:   Die   4  Evan- 
gelisten. 

5.  S.  Paulus  Spruch  /  zu  den  Ephesern  am  V.  Cap.  Sauffet 
euch  nicht  vol  Weins   /   Daraus  ein  vnordig  wesen  folget. 

4 


50 


Gepredigt  vnd  Außgelegt  /  Durch  des  Churfürstea  zu 
Sachsen  etc.  Hoffprediger  D.  Jacobum  Schenck» 

Wittemberg.  1540.  Titelblatt  in  gleichem  Holz- 
schnittrahmen.   36  ßl. 

Gedruckt  zu  Wittemberg  /  durch  Joseph  Klug. 

6.  Vo7n  tag  zu  Hagenaiv.  Zwen  verdeutschte  Se?idbriefe  j  eins 
Thumdechants  vnd  eins  weysen  bescheidenen  Thumherrns. 
1540.    15  Bl.  ohne  Jahreszahl  und  Druckort. 

7.  Vom  tag  xu  Hagenaw  j  vnd  wer  verhinderet  hah  /  das 
kein  gesprech  von  vergleichung  der  Beligion  /  daselbst  für- 
gangen ist. 

Durch  wareraund  luichholden.  1540.  60  Bl.  o.  Dr. 

59.  Die  ersten  XIL  Capitel  des  buchs  Hiob   /   Außgeleget  durch 

Hieronymum  Weller  /  der  heil.  Schrifft  Doctor.  Allen 
betrübten  Hertzen  zu  dieser  letzten  zeit  tröstlich. 

Auf  der  Rückseite  des  Titelblattes  in  Holzschnitt 
das  Wappen  der  „Brigitta  von  Schonberg  /  geborne 
Pflügin  vom  Knauchthaen  vnd  Sturmethai",  welcher  das 
Buch  gewidmet  ist.     Datum  Freyberg,  1563. 

Gedruckt  zu  Nürmberg  /  Durch  Jt.hann  vom  Berg  / 

vnd  Virich  Newber.    Mit  Druckerzeichen. 

Der  ander  Theyl  des  Buchs  Hiob  /  Darinnen  begriffen  ist  die 

AußleguDg  vom  13.  Capitel  an  /  biß  ins  22.   Erkleret  vnd 

außgeleget  durch  D.  Hieronymum  Weller.  Nürnberg.  1565. 

Gedruckt  zu  Nürnberg  /  durch  Virich  Newber  /  von 
Johann  vom  Bergs  Erben.  Druckerzeichen.  Originalholz- 
band in  Quart  mit  Lederpressung  und  Schließen. 

60.  Von  der  Allgemeinen  Aufferstehung  der  Todten.  Durch  M.  Michael 

Jacob  Fabri  /  Saynischer  Superintendens. 

Holzband  in  Quart  mit  Lederpressung  und  Schließen. 
340  signierte  Blätter  und  Register. 

Getruckt  zu  Franckfurt  am  Mayn  /  durch  Georg 
Raben  /  in  Verlegung  Sigmund  Feyerabends  vnd  Simon 
Huters.    M.D.LXIIII.    Schönes  Druckerzeichen. 

61.  Sammelband.   Holzband  in  Quart  mit  Lederpressung,  Schließen 

und  Marginalien.    Inhalt: 
1.   Der  Römischen  Kaiserlichen  Maiestat  Erklerung  /   wie  es 
der  Religion  halben  im  heiligen  Reich   /    bis  xu  Austrag 
des  gemeinen  Concili  /  gehalten  werden  soll  /  auff  dem  Reichs- 


51 

tag  zu  Augspurg  /  den  XV.  Maij  /  im  M.D.XLVIII.  Jar 
publicirt  vnd  eröffnet  /  vnd  von  gemeinen  Stenden  ange- 
nommen. 

Gedruckt    zu    Franckfort    an    der    Oder    /    Durch 
Nicola  um  Wolrab.    40  Bl. 

2.  Bekentnuß  vnnd  Erklerung  auffs  Interim.  Durch  der 
Erbarn  Stedte  /  Lübeck  /  Hamburg  /  Lüneburg  /  etc. 
Superintendenten  /  Pastorn  vnnd  Predigern  zu  Christlicher 
vnd  notwendiger  vnterrichtung  gestellet. 

•  Gedruckt   zu   Magdeburgk   durch    Michael   Lotther. 
1549.    CVII  signierte  Blätter. 

3.  Wider  Das  Interim.  Papistische  Meß  /  Canonem  /  vnnd 
Meister  Eißleuben  /  durch  Christianum  Lauterwar  /  zu 
dieser  zeit  nützlich  zu  lesen.     1549.   16  BL  o.  Dr. 

4.  Bedencken  auff  das  Interim  von  einem  Hochgelerten  vnd 
Ehrwirdigen  Herrn  einem  Erbarn  Radt  seiner  Oberkeit 
vberreicht,    21  Bl.    1549.  ohne  Druckort. 

5.  Bedencken  Etlicher  Predicanten  j  Als  der  zu  Schwebischen 
Hall  I  Der  in  Hessen  Vnd  der  Stadt  N.  N.  auffs  Interim 
Ihrer  Oberkeit  vberreicht.    1548;    12  Bl.   ohne  Druckort. 

6.  Antwort  der  Predicaten  in  Hessen  auff  die  schrifft  des 
Bischoffs  von  Meintz  /  oder  Rabsackes  brieff  /  De 
abrogatione  matrimonii  der  Prediger  /  vnd  von  der  Dis- 
pensation mit  dem  Babst  zu  halten  vom  brauch  des  Sacra- 
ments  sub  utraque  specie.    4.  Bl.    1549. 

Gedruckt  zu  Magdeburg  bey  Christian  Rödinger. 

7.  Ein  Brieff  der  Prediger  zu  Hamburg  /  an  die  Theologen 
zu  Wittembergk  /  in  welchem  geliandelt  tvirt  von  Mittel- 
dingen I  zu  dieser  zeit  sehr  nützlich  zu  lesen.  20  Bl.  1549. 

Gedruckt  zu  Magdeburg  bey  Christian  Rödinger. 

8.  Eine  entschuldigung  Matthiä  Flacü  Illyrici  j  an  einen 
Pfarherr.    16  Bl.    1549. 

Magdeburg  bei  Rödinger. 

9.  Die  Letzte  Predigt  Doctoris  Martini  Lutheri  heiliger 
gedechtnis  /  So  ehr  gethan  zu  Wittenberg  /  am  andern 
Sontag  nach  Epiphanias  Domini  /  den  XVII.  Januarii. 
Im  M.D.XLVT.  Jhar.    12  Bl.    1549.  ohne  Druckort. 


52 


10.  Etliche  Brieffe  /  des  Ehrwirdigen  Herrn  D.  Martini 
Luthers  seliger  gedeohtnis  /  an  die  Theologos  auff  den 
Reichstag  xu  Augspur g  geschrieben  /  Anno  MD. XXX. 
Von  der  Vereinigung  Christi  vnd  Belials  /  Auß  welchen 
man  viel  nützlicher  Lehr  in  gegenwertiger  gefahr  der 
Kirchen  nemen  kan  /   Verdeudscht. 

Rückseite    des  Titelblattes:    Luthers   Porträt    in 
Holzschnitt.    30  Bl.  ohne  Jahr  und  Druckort. 

11.  Der  Von  Magdeburgk  Entschuldigung  /  Bit  j  Vnnd 
gemeine  Christliche  erinnerunge. 

Holzschnitt  auf  dem  Titelblatt.    10  Bl. 

Gedruckt  zu  Magdeburgk  durch  Michael  Lotther.  1549. 

12.  Form  vnd  weiß  einer  Bischofflichen  j  ja  Ertxhischofflichen 
Visitation  am  Rein  /  in  welcher  zu  besehen  ist  /  wie  es 
künfftig  vmb  die  Kirche  wird  gelegen  sein  /  wenn  die 
Bischoff  ihre  alte  Jurisdiction  wider  bekommen  werden. 
1549.     10  Bl.  o.  Dr. 

13.  Eine  Erschreckliche  Historia  von  einem  /  den  die  feinde 
des  Euangelii  inn  welsch  Land  gezwungen  haben  /  den 
erkanten    Christum    zuvorleugnen.      15   Bl.    o.  J.   u.   Dr. 

14.  Der  Hundert  vnd  dritte  Psalm:  Welcher  leret  wie  man 
Gott  dancken  soll  /  für  die  Vergebimg  der  Sünde  /  Auff- 
erstehung  des  Fleisches  /  vnd  das  Ewige  leben  /  ausgelegt. 
Michael  Celius.     1549. 

Holzschnitt  auf  dem  Titelblatt.     55  Bl. 
Gedruckt  zu  Erffurdt  /   durch   Melcher   Sachssen  / 
In  der  Archen  Noe. 

15.  Der  Ein  vn  fünfzigste  Psalm  Dauids  /  Gott  sey  mir 
gnedig  /  nach  deiner  gute  etc.  Ausgelegt  durch  den  Ehr- 
wirdigen /  Hochgelarten  /  vnd  in  Gott  seligen  /  D.  Caspar 
Creutziger.  Newlich  aber  verdeudschet  /  durch  Stephanum 
Ackerman  /  Pfarrherr  zu  Helber.     MDXLIX. 

Titelblatt  in  Holzschnittrahmen.     10  Bl. 
Zu     Erffurdt    trucks    Wolffgangus     vnd     Geruasius 
Sthürmer  /  Gebrüder  /  zu  dem  bunten  Lawen  /  bey  S.  Paul. 

62.  Disputationes  Theologicae.  In  inclyta  Tuhingensi  academia 
publice  discutiendae  propositae  a  Jacobo  Heerbrando, 
Theologiae  Dootore  et  Professore. 


■pW«3l®Kt7«£SB»-'r-"?''"  ■■"- 


t^Ocr&CttSditjfttttiv' 


An  ^tc  Rolfen  Artiger  in  hmtfd)im  Äiftnöe. 


Ja]iresT3ericlit  des  Museum  Erancisco-Carolinuni  iu  Linz,  1903. 


53 

Tubingae,  exoudebat  Georgius  Gruppenbaohius,  1575. 
Druckerzeichen.  Holzband  in  Quart  mit  schöner  Leder- 
pressung und  Schließen;  631  signierte  Seiten. 

Beigebunden  noch  zwei  Disputationen  zu  Tübingen 
aus  demselben  Jahre.     S.  S.  24  und  9. 

63.   Sammelband.    Holzband  in  Quart  mit  Lederpressung,  Schließen 
und  Marginalien.     Inhalt: 

1.  Öffentliche  Bekentnus  der  reinen  Lehre  des  Euangelii  /  Vnd 
Confutatio  der  jtxigen  Schwermer.   Niclas  vom  Amsdorff. 

Gedruckt  zu  Jhena/ Durch  Thomas  Re  wart.  1558.  28  Bl. 

2.  Erklerung  der  Religionsstreite  /  xu  nottürfftigem  vntericht 
der  Kirchen  /  vnd  ablenung  falscher  Calumnien.  Durch 
Nicolaum  Gallum. 

Gedruckt  zu  Regenspurg  /  durch  Heinrichen  Geißler. 
1552.     12  Bl. 

3.  Von  den  zeheri  Teufeln  oder  Lastern  /  damit  die  bösen 
vnartigen  Weiber  besessen  sind  /  Auch  von  xehen  Tugenden  j 
damit  die  frommen  vnnd  vernünfftigen  Weiber  gezieret 
vnnd  begäbet  sind  /  in  Reimweis  gestelt  durch  Niclaus 
Schmidt.     1557.    27  Bl. 

Gedruckt   zu  Leipzig    /    durch   Georgium  Hantzsch. 

4.  Vom  Bern  ff  vnd  stand  der  Kriegsleuth.  D.  Andreas 
Musculus.     1558.    40  Bl. 

Titelblatt  mit  Holzschnitt  eines  Landsknechtes. 
Gedruckt  zu  Franckfurt  an  der  Oder  /  durch  Johann 
Eychorn. 

5.  Widder  den  Sauffteuffel  /  gebessert  /  vnd  an  vielen  örtern 
gemehret.  Item  /  Ein  Sendbrieff  des  Hellischen  Sathans  / 
an  die  Zutriiicker  /  vor  45.  Jaren  zuuor  ausgegangen. 
Item  /  Ein  Sendbrieff  Matthaei  Friderichs  /  an  die  Folien 
Brüder  in  Deutschem  Lande.     1557. 

Auf  dem  Titelblatt  charakteristischer  Holzschnitt: 
Säufer.     72  Bl. 

Gedruckt  zu  Franckfurt  an  der  Oder  /  durch  Johan. 
Eichorn. 

6.  Spilteufel.  Ein  gemein  Ausschreiben  von  der  Spiler  Brüder- 
schafft  vnd  Orden  /  sampt  jren  Stifftern  /  gutten  Wercken 
vnnd  Ablaß.     1557.     34  Bl. 

Gedruckt  zu  Franckfurt  an  der  Oder  /  durch  J.  Eychorn. 


54 

7.  Pasquülus.   Newe  Zeytung  vom  Teuffei.   20.  Bl.  o.  J.  u.  Dr. 

8.  New  Türckenhüchlin  /  dergleichen  vor  diser  zeit  nie  getruckt 
worden.     Durch  Simon  Wolder  /  Poinern.     1558. 

Auf.  der  Rückseite  des  Titelblattes  ein  Wappen  in 
Holzschnitt,  mit  Versstrophen  umgeben.  44  signierte 
Blätter.    Von  30/b  bis  42  in  deutschen  Reimen. 

Gedruckt  zu  Franckfurt  a/M. 

64.  Mancherley  Form  %u  'predigen  von  den  fürnemösien  Stücken  / 

so  in  der  Christlichen  Kirchen  teglich  gelert  vnd  getrieben 
sollen  werden.     Caspar  HuberinuS. 

Gedruckt  zu  Nürnberg  /  durch  Johan  vom  Berg  / 
vnd  Virich  Neuber.     1555.     23  signierte  Blätter. 

Holzband  in  Quart  mit  Lederpressung  und  Schließen. 

65.  Sammelband.   Holzband  in  Quart  mit  Lederpressung  und  roten 

Bändern.     Dessen  Inhalt: 

1.  Der  erste  Psalm  Dauids  j  durch  Johannem  Buggenhagen 
den  Pomer  /  lateynisoh  außgelegt  /  vleyssig  verteutzschet. 
Nach  der  Dolmetzschung.  D.  M.  Luthers. 

Wittemberg,  Anno  1524.  Titel  in  schönem  Holz- 
schnittrahmen.    12  Bl.  ohne  Drucker. 

2.  Äin  kurtze  wolgegründte  Äußlegung  über  die  Zehen  nach- 
geenden  Episteln  8.  Pauli  j  Erstlich  im  Latin  durch  Joan 
Bugenhag  auß  Pommern  /  Bischoff  zu  Wittemberg 
beschriben  /  vnd  durch  Ludwigen  Hätzer  verteutscht. 
Anno  1524.  Titel  in  schönem  Holzschnittrahmen.  120  Bl. 
ohne  Druckort. 

3.  Äin  Christlicher  sendprieff  /  An  frauw  Anrm  j  geborne 
hertzogin  von  Stetin  in  pomern  etc.  Summa  der  seligkait  / 
auß  der  hailigen  schrifft.  Durch  Johanem  buggehage 
aus  pomern,  pfarrher  der  kirchen  zu  witteberg. 

Titel  in  schönem  Holzschnittrahmen.  6  Bl.  o.  J.  u.  Dr. 

4.  Ei7i  Sendbrieff  herrn  Johan  Bugenhagen  Pomern  / 
Pfarrern  zu  Wittemberg  /  über  ein  frag  vom  Sacrament. 
Item  eyn  vnterricht  von  der  Begeht  vnd  Christlicher 
Absolution. 

Titel  in  Holzschnittrahmen.     4  Bl.     1525.  O.  Dr. 

5.  Ain  ivarhafftigs  vrtayl  /  des  hochgelerten  Philippi 
Melanchthonis    /    vö   D.    Martin    luthers    leer    /    dem 


55 

Cardinal  vn  Päbstlichen  legaten  gen  Stugarten  zugeschickt. 
1524.  Ain  schöne  Offenbarung  des  Enclchrists  /  durch  Johan. 
bugen.    Pomeranü. 

Titel  in  schönem  Holzschnittrahmen.     10  Bl.  o.  Dr. 

6.  Was  vnd  welches  die  sunt  sey  in  de  heyligen  (/eist  .  .  . 
Joannis  Peugnhagn  /  Pfarers  zw  Wittenberg.    1524. 

Titel  in  Holzschnittrahmen.  Darauf  die  Inschrift: 
„Leonhardus  thersch  (?)  schuelmayster  zu  Linz." 
12  Bl.  ohne  Druckort. 

7.  EÜich  Christliche  hedencken  von  der  Meß  vnd  andern 
Cerimonien.  Johan.  Pomer.  Philip.  Melanchthon. 
Wittemberg.     1525.    Titel  in  Holzschnittrahmen.     10  Bl. 

Gedruckt  zu  Wittemberg  Hans  Weyß. 

66.  Qnartband  in  Schweinsleder  mit  mehreren  Druckschriften,  von 

denen  in  der  Mitte  einige  herausgerissen  wurden.    Inhalt: 

1.  hihellus  Consequentiae,  oder  Consequenx- Büchlein,  Darinn 
etliche  sonderbahre  Religions  -  Vngründ  /  der  vermeinten 
Lutherisch-  vnd  Calvanischen  Religion  vorgestellt  werden. 
Durch  R.  P.  Jodocum  Kedd,   Societ.  Jesu. 

112  signierte  Seiten. 

Gedruckt  zu  Wienn  /  bey  Johann  Jacob  Kürner.  1655. 

2.  Ewiges  Elend  der  vnbußfertigen  Lutheraner  /  Calvinisten  j 
Widertatiffer  j  Socinianer  etc.  Von  R.  P.  Jodoco  Kedd, 
Soo.  Jesu. 

Gedruckt  zu  Wienn  in  Oesterreich  /  durch  J.  J.  Kürner, 
1655.     87  Seiten. 

3.  Wahrer  Abtruck  derer  Zwischen  der  Rom:  Kay:  May:  / 
Vnd  dann  Etlichen  Herrn  Chur:  Fürsten  vnd  Ständen  deß 
Reichs  I  wegen  deß  xu  Leiptxig  angestellten  Convents 
daselbst  gemachten  Schluß 

Gedruckt  im  Jahr  1632.    187  signierte  Seiten.    O.  Dr. 

67.  Sammelband.     Holzband    in    Quart    mit    Lederpressung    und 

Schließen.     Inhalt: 
1.   Wider  die  böse  Sieben  /  ins  Teufels  Karnöffelspiel.  M.  Cyriacus 
Spangenberg. 

Auf  dem   Titelblatt    ein    satirischer   Holzschnitt. 

Gedruckt  zu  Eisleben  /  durch  Vrban  Gaubisch.  1562. 


56 


2.  Cläre  vnnd  helle  Anhvort  j  auff  den  vngegrÜ7idten  /  löster- 
lichen  Oegenbericht  /  Jude  Iscarioth  /  so  sich  Fridericum 
Staphyhim  nennet. 

Durch  Jacobum  Andree.  Getruckt  zu  Tübingen  / 
1561  /  bey  Virich  Morharts  Wittib. 

3.  Sechs  Christlicher  Predig  von  dem  recht  Christenlichen  vnd 
Geistlichen  Closterlehen  /  geprediget  zu  Lawgingen  /  durch 
Jacobum  Andree  /  der  Heiligen  Schrifft  Doctorn.    1561. 

Getruckt   zu  Tübingen   bey  Virich  Morharts  Wittib. 

4.  Christlicher  Bericht  /  Aus  was  vr Sachen  j  oder  ivie  fern  / 
sich  ein  Pfarherr  /  anderer  Pfarkinder  nicht  annemen  j 
Auch  ein  Pfarkind  von  seinem  ordentlichen  Pfarherrn  / 
zu  einem  andern  sich  nicht  wenden  solle.  Durch  Hiero- 
nymum  Mencelium  /  der  Graffschafft  Mansfelt  Super- 
intendenten.   1561. 

Zu  Eisleben  durch  Vrban  Gaubisch. 

68/1.  Der  Erst  Theyl:  Vbers  Symholum  Apostolorum  j  Das  ist  / 
vber  die  gemeyne  Lehr  des  Christlichen  Glaubens  /  von 
Aposteln  in  ein  gewisse  Nottel  gestellet.  Durch  M.  Christo- 
phorum  Lasium.     1561.     O.  Dr. 

Holzband  in  Quart  mit  Lederpressung  und  Schließen. 

69/2.  Historien  Der  Heyligen  AußerwÖlten  Gottes  Zeugen  /  Be- 
kenern  vnd  Märtyrern  /  so  zum  theyl  vor  diser  zeyt  / 
zum   teyl   aber  zu  disen   vnsern   letsten  zeytten    .... 

Durch  Ludouicum  Rabus  von  Memmingen  /  der 
H.  Schrifft  Doctorn  /  vnnd  diser  zeyt  Prediger  der 
Kirchen  zu  Straßburg  /  fleissig  beschriben. 

Der  Dritte  Theyl.     1555.     Der  vierdte  Theil.    1556. 

Getruckt  zu  Straßburg  durch  Samuel  Emmel. 

Holzband  in  Quart  mit  Lederpressung  und  Schließen. 

Viele  Holzschnitte   im  Text  beider  Teile. 

69/3.    Der    fünfte    und    sechste    Theil    der    Historien 

Von  Ludwig  Rabus.    1556  und  1557. 

Mit  Holzschnitten  im  Text.    Drucker  derselbe. 

Holzband  in  Quart  mit  Lederpressung  und  Schließen. 

69/4.    Der  siebente  und  achte  (letzte)  Theil  dieses  Werkes. 
Von  Ludwig  Rabus.     1557  und  1558. 
Mit  Holzschnitten  im  Text.    Drucker  derselbe. 
Holzband  in  Quart  mit  Lederpressung  und  Schließen. 


57 

70.  Suppidatio  annorum  mundi.    D.  M.  Lutheri.  Vuittembergae 

apiid  Georgium  Rhau.     1.5.41. 

Titel  in  Holzschnittrahmen:  Christus  am  Kreuz 
zwischen  den  Schachern. 

Holzband  in  Quart  mit  Lederpressung  und  Schließen. 

71.  Christliche  Kirchen  Agenda  So  Bey  Öffentlichem  Gottesdienst  der 

Gemeinden  Augspurgischer  Confession  nutzlich  gehraucht 
werderi  kan. 

Titelblatt  in  Kupfer  gestochen  mit  Um- 
rahmung.    L.  Kilian  sculp. 

Am  Schluß:  Getruckt  zu  Tübingen  /  bey  Dieterich 
Werlin  /  Im  Jahr  Christi  /  MDCXLIL  340  bez.  S. 
und  Register. 

Holzband  in  Quart  mit  Lederpressung  und  Schließen. 

72.  Joannis  Pomerani  Bvgenhagü  in  librum  psalmorum  inter- 

pretatio,  Wittenbergae  ])ubHce  leota. 

Basileae,   anno  MD.XXHH. 

Titelblatt  in  Holzschnittrahmen  von  feiner 
Ausführung.  Basileae,  apudAdamum  Petri.  762  bez.  Seiten. 

Auf  dem  Schlußblatt:  „Franc.  Joseph.  Comes  ac  Do. 
ä  Starhemberg"  geschrieben. 

Holzband  in  Quart  mit  Lederpressung  und  Schließen, 

73.  Psalmorum  Davidis  decas  undecima.    In  qua,  cum  sex  psalmis 

prioribus  absolutis  D.  Joannes  Brentius  rebus  eximeretur 
humanis,  reliquos  Theodoricus  Snepfius  D.  breui  inter- 
pretatione  persecutus  est. 

Tubingae,   apud  Osuualdum   et  Georgium  Gruppen- 
bach.   1571.    Druckerzeichen  am  Titel  u.  Schluß.    227  S. 
Brevis    et  perspicua    explicatio    Psalmorum    Dauidis.     Decas 
duodecima.     Authore  Theod.  Snepffio    D. 

Drucker    und  Druckort  wie  früher.     1571.     338   S. 
Brevis  et  perspicua   .    .    , 
Decas  tertia   et  decima, 

Autor    und    Drucker    wie    früher.      1572.      309    S. 
Brevis  et  perspicua   .... 
Decas  quarta  et  decima. 

Autor    und    Drucker    wie    früher.      1572.     205    S. 
Endlich  Decas  quinta  et  decima. 

Autor  und  Drucker  wie  früher.    1572.    139  S. 
Holzband  in  Quart  mit  Lederpressung  und  Schließen. 


58 

74.  Holzband  mit  Lederpressung  und  Schließen.     Quart.     Inhalt: 

1.  Diahgiis  von  der  schönen  predigt  j  die  Christus  von 
Jejmsahm  bis  gen  Emaus  den  zweien  jungem  am  Oster- 
tag  j  ans  Mose  vnd  allen  Propheten  /  gethmi  hat.  Durch 
D.  Vrbanum  Rhegium.     1537. 

Titel  in  schönem  Holzschnittrahmen. 
Gedruckt  zu  Wittemberg  durch  Joseph  Klug. 

2.  Das  herrliche  Mandat  Jhesu  Christi  vnsers  Herrn  vnd  Hei- 
landes etc.  Gehet  hin  jnn  die  gantxe  ivelt  /  vnd  prediget  das 
Euangelium.  Durch  D.  Ambrosium  Moibanum  Pfarherr 
zu  Breslaw  /  Mit  einer  Vorrede  Mart.  Luther.  Wittemberg. 

Titel  in  sehr  schönem  Holzschnittrahmen. 
Gedruckt  zu  Wittemberg  durch  Georgen  Raw.   1537. 

3.  Türeken  Büchlei7i.  Wie  sich  Prediger  vnd  Leien  halten 
sollen  /  80  der  Türck  das  Deudsche  Land  vberfallen  würde. 
Durch  Johann  Brentz.    Türkenkopf  auf  dem  Titel  i.  H. 

Gedruckt    zu    Wittemberg    durch    Georgen    Rhaw. 
1537.     10   Bl. 

75.  Christliche  vnnd  Einfeltige  Erklerung  der  gnadenreichen  Hi- 

storien l  des  Leydens  imd  Sterbens  /  hochtröstlicher  Auff- 
erstehung  /  vnd  siegreicher  Himelfahrt  /  vnsers  lieben 
Herren  Jhesu  Christi  /  .  .  .  .  Durch  M.  ChristoflP  Vischer. 

Gedruckt  zu  Schmalkalden  /  bey  Michel  Schmuck.  1575. 

Holzschnitte  im  Text. 

75.  Christliche    vnnd    Einfeltige   Erklerung   der   Erölichen    Auff- 

erstehung  vnd  Siegreichen  Hirnelfart  vnsers  liehen  Herrn 
Jhesu  Christi  /  Auch  der  tröstlichen  Sendung  des  heiligen 
Geistes  /  .  .  .  Durch  M.  Christofferum  Vischer  /  dazumal 
Hennebergischen  Superintendenten  /  vnd  Pfarherrn  zu 
Schmalkalden.     O.  J.  u.  Dr. 

Holzband  in  Quart  mit  Lederpressung  und  Schließen. 

76.  Sammelband.   Holzband  in  4»  mit  Lederpressung. 

1.  Vom  Ehestand  vnd  Haußwesen,  XVI.  Hochzeyt  Pre- 
digten    Durch    den    alten    Herrn    M.   Johann 

Mathesium  seligen  /  Pfarrer  in  S.  Joachimsthal. 

Gedruckt  zu  Nürnberg  /  durch  Dietrich  Gerlatz.  1569. 

2.  Leychpredigten  .  .  .  Von  der  Auferstehung  der  Todten 
vnd  eivigem  leben.  2  Teile.  Durch  den  alten  Herrn 
M.  Johann  Mathesium. 

Gedruckt  zu  Nürnberg  durch  Dietrich  Gerlatzen.  1572. 


59 

3.  Leickpredigt  /  Gehalten  bey  dem  begrebnus  des  .... 
Johan.  Pfeffingers  /  der  heiligen  Schrifft  Dootorn  /  vnd 
der  Kirchen  zu  Leipzig  Pastorn  vnd  Superintendenten  / 
(gestorben  am  Neujahrstag  1573).  Durch  M.  Laurentium 
Mathesium,  Diaconum  vnd  Diener  Gottes  Worts  doselbst. 

Leipzig,  1573,  bey  Johan  Martorff. 

4.  Ein  Predig  vber  der  Leich  Deß  Edlen  vnd  Ehrenuesten  / 
Herren  Frantzen  Knrtxen  /  Fürstlichen  Wirttenbergisohen 
Secretarii.    Durch  Lucas  Oslander  D. 

Getnickt  zu  Tübingen  /  bey  Georg  Gruppenbach.  1575. 

5.  Ein  Christliche  Predig  Auff  den  Sontag  der  heiligen  Drey- 
faltiglceit.  Zu  Tübingen  gehalten  /  Durch  Jacob  Heerbrand  / 
Doctor  vnd  Professor  der  heiligen  SchriflPt  bey  der  hohen 
Schul  daselbst. 

Getruckt  zu  Tübingen  /  durch  Georg  Gruppenbach.  1575. 

6.  Ein  Christliche  Leichpredig  /  Von  Adelichen  Tugenden. 
Gehalten  zu  Geysingen  /  den  23.  Januarii  Anno  75.  Yber 
der  Leich  des  Edlen  vnnd  Vesten  Hannsen  von  vnd  xu 
Stamhaim  etc.     Lucas  Oslander  D. 

Tübingen,  Gruppenbach,  1575, 

7.  Ein  Christliche  Predig  Vber  der  Leich  der  ....  Fürstin 
vnd  Fräwlein  Eva  Christina  /  Oräuin  xu  Würtemberg  /  .  .  . 
Gehalten  zu  Tübingen  den  5.  Aprilis  1575.  Lucas  Oslander  D. 

Getruckt  zu  Tübingen  /  bey  Georg  Gruppenbach.  1575. 

77.   Sammelband.   Holzband  in  Quart  mit  Lederpressung,  Schließen 
und  Marginalien.     Dessen  Inhalt: 

1.  Bekentnis  V?iterricht  vnd  vermanung  j  der  Pfarrhern  vnd 
Prediger  /  der  Christlichen  Kirchen  zu  Magdeburgk.  Anno 
1550.     Den  13.  Aprilis. 

Auf  dem  Titelblatt  das  Stadtwappen  in  Holzschnitt. 
Gedruckt    zu    Magdeburgk    durch    Michel    Lotther. 

2.  Antivort  M.  Nicolai  Oalli  vnd  D.  Fla.  Illyrici  /  auff  den 
brieff  etlicher  Prediger  in  Meissen  /  von  der  frage  j  Ob 
sie   lieber  weichen   /    denn   den   Chorrock   anzihen   sollen. 

Gedruckt  zu  Magdeburg  bei  Christian  Rödinger.  O.  J. 

3.  Der  von  Magdeburgk  Ausschreiben  an  alle  Christen.  Anno 
MDL.     den    24.  Martii. 

Gedruckt    zu    Magdeburgk    Durch    Hans   Walther. 


60 


4.  Des  Ehrwirdigen  vnd  tewren  Mans  Doct.  Marti.  Luthers 
seliger  gedechtnis  meiriung  /  von  den  Mitteldingen  /  durch 
M.  Joachimü.  Westphalum  Pfarhern  zu  Hamburgk 
zusamen  gelesen.     1550. 

Gedruckt    zu    Magdeburgk    durch    Michael    Lotther. 

5.  Eine  schrifft  Matt.  Flacii  Illyrici  widder  ein  recht 
Heidnisch  ja  Epicurisch  Buch  der  Adiaphonsten  j  darin 
das  Leiptzische  Interim  verteidiget  wird  /  sich  zu  hüten 
für   den   itzigen  Verfelschern   der  waren  Religion.     1549. 

Gedr.  zu  Magdeburgk  bey  Christian  Rödinger. 

6.  Zivey  Capitel  Polydori  Virgilii  /  vom  Name  v?id  Stifftern 
der  Meß  j  ausgangen  zu  eine  anfang  uidder  des  Sydonii 
predigten  /   .  .  .  . 

Gedruckt  zu  Magegburg  /  bei  Christian  Rödinger.  1550. 

7.  Widderlegung  der  Predigten  von  der  allerheiligsten  Anti- 
chi'istische  Missa  des  fremhden  Bischoffs  von  8ydon  /  Meint- 
zischen  Weihbischoff.    Durch  Mat.  Flacium  Illyricum. 

Gedruckt  zu  Magdeburg  bey  Christian  Rödinger.  1550. 

8.  Widderlegung  des  Catechismi  des  Laruen  Bischoffes  von 
Sidon    j     durch    Matthiam    Flacium    Illyricum.      1550. 

Gedruckt  zu  Magdeburg. 

9.  Widder  die  vermeinte  gewalt  /  vnd  Primat  des  Babstes  / 
....     Durch  Matth.  Flacium  lUyr. 

Gedruckt  zu  Magdeburg  /  bey  Christian  Rödinger.  O.  J. 

10.  Bvlla  des  Antichrists  /  dadurch  er  das  volck  Gottes 
widderumb  inn  den  eisern  ofen  der  Egiptischen  gefengknis 
denckt  zu  ziehe^i  /  gleichstimmig  mit  des  Meintzischen 
Rabsakes  briefe O.  J.  u.  Dr. 

11.  Bvlla.  Paulus  Bischoff  /  Ein  knecht  der  knechte  Gottes. 
Den  Ehrwirdigen  brüdern  /  Petro  Fanensi  /  Joanni 
Veronensi  /  vn  Bastian  Ferenensi  /  vnsern  Bischoffen  vnd 
des  Apostolischen   stuls  boten. 

Gedruckt  zu  Mageburg  durch  Christian  Rödinger.  1550. 

12.  Warhafftige  Copey  eijier  Schrifft  /  so  die  Ehrivirdigen 
Herrn  Predieanten  zu  Leiptzig  /  an  Hertzog  Moritzen  zu 
Sachsen  gethan.     1547.     O.  Dr. 

13.  Ein  Sendbi^ieff  j  P.  Aesquillii  von  dem  tode  Pauli  des 
dritten  Bähst  dieses  namens  /  Item  was  jhm  nach  seinem 
tode  begegnet  ist.     Rom,  1549.     O.  Dr. 


61 

78.  Vo7?i  Leiblichen  Todt  ....    Von  der  Begräbnuß  vn  Begänck- 

nussen  .  .  .  Item  Von  der  Seelen  imd  jrem  ort  /  stand  j 
vnd  wesen  /  hiß  auff  den  Jüngsten  tag.  Durch  M.  Melchior 
Specker,    Pfarrherren    zu    S.   Thoman    /    zu    Straßburg. 

Getruckt  zu  Straßburg  /  bey  Samuel  Emmel.    1560. 

Holzband  in  Quart  mit  Lederpressung  und  Schließen. 

79.  Sammelband.    Holzband  in  4*^  mit  Lederpressung,  Marginalien 

und  Schließen.     Inhalt  desselben: 

1.  Der  Theologen  bedencken  \  odder  .  .  Beschluß  des  Land- 
tages XU  Leiptzig  j  so  im  December  des  48.  Jars  /  von 
wegen  des  Augspurgischen  Interims  gehalten  ist. 

Durch  Nicolaum  Gallum    und  Matthiam  Flacium 
Illyrioum.     1550. 

Gedruckt    zu    Magdeburgk    durch    Michel    Lotther. 

2.  Ein  bnch  /  von  ivaren  vnd  falschen  Mitteldingen  j  Darin 
fast  der  gantze  handel  von  Mitteldingen  erkleret  wird  / 
Widder  die  schedliche  Rotte  der  Adiaphoristen.  Durch 
Matth.  Flacium  Illyr. 

Gedruckt  zu  Magdeburg  /  bey  Christian  Rödinger.  1550. 

3.  Gründliche  Verlegung  aller  Sophisterey  /  so  Juncker  Ißleb  / 
D.  Interim  /  Morus  /  Pfeffinger  /  D.  Geitz  in  seinem 
gründlichen  bericht  vnd  jhre  gesellen  /  die  andere  Adia- 
phoristen I  das  Leipsische  Interim  zu  beschönen  /  ge- 
brauchen.    Durch    Matth.   Fla.   Ilyricum.     O.  J.    u,   Dr. 

4.  Dereti  zu  Magdeburgk  j  so  widder  die  Adiapiiora  ge- 
schrieben haben  j  ihres  vorigen  Schreibens  beschlus  j  .  .  .  . 

O.  J.  u.  Dr. 

5.  Der  Prediger  zu  Magdeburgk  wahre  /  gegründte  Antwort  / 
auff  das  rühmen  ihrer  Feinde  /  das  sie  auch  Gottes  Wort 
reine  /  inhalts  der  Augspurgischen  Confession  /  sowol  als 
die  zu  Magdeburgk  haben  .  .   . 

Gedruckt  zu  Magdeburgk  durch  Michael  Lotther.  1551. 

6.  Das  alle  Verfolger  der  Kiixhen  Christi  zu  Magdeburgk  / 
Christi  des  Herrn  selbs  Verfolger  sindt. 

Durch  Matthiam  Flacium  Illyrioum. 

Gedr.  zu  Megdeburgk  /  durch  Michael  Lotther.    1551. 

7.  Der  pfarrhern  vnd  prediger  zu  Magdeburgk  Christliche  kurtxe 
erinnerung  /  .  .  .  gegenwertige  Verfolgung  betreffend  /  .  .  .  . 

1550.  Gedrückt  zu  Magdeburgk  durch  Michael  Lotther. 


62 


8.  Kurtze  antwort  M.  Fla.  Illyr.  auff  des  Laruen  Bischoffs 
von  Sydon  Volhiplerey  /  Damit  er  seinen  Antichristischen 
Catechismum  vertedingen  wil.    O.  J.  u.  Dr. 

9.  Ä7itzvori  Matth.  Fl.  Illyr.  auff  etliche  Beschuldigung 
D.  Gei.  Maiors  /  vnd  D.  Pommers.    O.  J.  u.  Dr. 

10.  Warhafftige  Copey  eins  Sendbrieffes  auß  ober  Deutschland 
geschrieben  /  darinnen  fein  kurtz  angezeigt  wird  /  was 
die  bewilligte  Leypzigische  Reformation  auch  der  orte 
schaden  gethan  habe  vnd   noch  thut  /   •  .  .     1551. 

Mit   einer  Vorrede   vnd   mit  Schollen  Nicolai   Galli. 

11.  Eine  fr  eidige  vermanung  j  zu  klarem  vnd  öffentlichem 
bekentnis  Jhesu  Christi  wider  die  Adiaphoristische  / 
Dauidianische  /  vnd  Epicurische  klugheit  /  des  heuchelns 
vnd  meuchelns.  Gestelt  durch  Ciuilium  einen  Italiener. 
Verdeudscht  auss  dem  welschen.     1551.     O.  Dr. 

12.  Widder  die  ?iewe  Reformation  D.  Pfefßngers  /  des  Meis- 
nischen Thumbherrn.     Durch   Matth.  PI.  Illyr. 

Gedrukt  zu  Magdeburg  bey  Christian  Rödinger.  M.D.L. 

13.  Recusationschrifft  der  Christlichen  Augspurgischen  Con- 
fessions  verivandten  Stende  j  wider  das  vermeint  /  von 
Bapst  Paulo  dem  dritten  /  weiland  zu  Trient  indicirt  vnd 
angefangen  Concilium  /  .  .  .  .  Mit  einer  Vorrede  Matth. 
Fla.  Illyr.  vnd  Nicolai  Galli. 

Zu  Nürnberg  im  1546.  Jar  zuuorn  ausgangen  /  vnd 
itzt  wider  nachgedruckt  /  durch  Michael  Lotther  /  zu 
Magdeburg.     1551. 

14.  Erklerug  der  schendlichen  Sünde  derjenigen  /  die  dwch 
das  Concilium  /  Interim  vn  Adiaphora  /  von  Christo  zum 
Antichrist  fallen  /  .  .  .     Durch  Matth.  Fla.  Illyr. 

Auf  dem  Titelblatt  derber  Holzschnitt.    O.J.u.Dr. 

15.  Ein  grausam,  Meerwunder  j  den  Bapst  bedeutende  /  zu 
Rom  gefunden  /  vnd  zu  Wittemberg  .  .  .  gedruckt. 
Mit  einer  Vorrede  Matthiae  Flacü  Illyrici. 

Auf  dem  Titelblatt  ein  satirischer  Holzschnitt. 
Gedr.  zu  Magdeburg,   Rödinger. 

16.  Von  Ankunfft  vnd  herkommen  der  Römischen  Bischöff  / 
von  Petro  biß  auff  Julium  den  Dritten  /  .  .  .   Durch  den 


63 

wolgelerten  F.  Johannem  Fabli  von  Haylbrun   /  Thum- 
prediger  zu  Augspurg.     1550. 

Augustae  Rhetioae  Philippus  Vlhardus  in  vioo  kyriaco 
D.  Vdalrici  excudebat. 

17.  Ordnung  /  Statuten  vnd  Edict  /  Keiser  Carols  des  fünfften  / 
publicirt  in  der  narnhafften  Stat  Brüssel  .  .  .  den  4.  Oc- 
tobris  1540. 

Auf  dem   Titelblatt    der  kaiserliche   Adler.     O.  Dr. 

18.  Ordenung  vnd  Mandat  Keiser  Caroli  V.  vernewert  im 
April  1550.  Zu  aussrotten  vnd  zu  vertilgen  /  die  Seelen 
vnd  Spaltung  /  .  .  .  Auf  Bogen  E  und  F  das  ^> Register 
von  den  bösen  verhottenen  Büchern«. 

19.  Römischer  Keiserlicher  Maiestat  .  .  .  ernstUchs  Mandat  / 
zu  erhaltung  der  alten  wharen  Christlichen  wolhergebrachten 
Religion  vnd  glauben  etc.  wider  die  vnruhige  Burgermeister 
vnd  Rhat  der  Stadt  Hildeßheim  /  zu  Wormbs  itzo  jüngst 
ausgangen.     Anno   1543.     O.  Dr. 

NB.  Auf  dem  Yorderdeckel  des  Sammelbandes  die 
Inschrift:  „15.  A.  50.  Soll  vn  schickh  Dich.  Georg 
Schachner  zu  Valckhenberg." 

80.    Sammelband.     Holzband    in    Quart    mit    Lederpressung    und 
Schließen.     Inhalt  desselben: 

1.  Ain  schöne  Epistel  Oecolampadii  an  Caspar  Hedion  /  das 
es  zymlieh  /  nutz  vn  gut  sey  /  das  die  Epistel  vn  das 
Euangelium  in  dem  ampt  der  Meß  /  ^V^  teutscher  sprach  / 
dem  volok  vorgelesen  vnd  verkündet  werd  durch  Johanem 
Diepolt  zu  Vlm  verteutscht.     1522.     O.  Dr. 

Titelbl.  in  Holzschnittrahmen. 

2.  Vrsach  j  warumb  Erasmtts  van  Roterodam  /  in  einer 
schrifft  an  den  Bepstlichen  Legaten  vnd  Cardinal  Com- 
pejum  /  bedenckt  /  Das  es  nich  gut  sein  sol  das  Rom. 
Key.  Maiestat  /  die  Lutherische  /  vnd  andere  lere  mit  dem 
schwerdt  dempffe.     In  Sibenzehen  Artickel  gestellet. 

4  Bl.   o.  J.  u.  Dr. 

3.  Christenliche  vermanung  vnd  vnderricht  j  ivie  zu  disen 
geferliche  zeitten  die  Christgleubige  Mensche  xu  Christen- 
licher  Piieß  /   vnd  andechtigem  gebett  /  zu  vnderweisen  / 


64 


vnnd  zuuermanen  seien.  Durch  M.  Hainrichen  Muelich  / 
.  .   .    Hofpredicanten. 

Gedruckht  in  der  Kuniglicher  Klainern  Stat  Prag  / 
durch  Bartholomeum  Netholitzer  /  Burger  daselbs.    1546. 

4.  Ain  gut  vnderricht  vnd  getrewer  Ratschkig  /  .  .  .  tveß  man 
sich  in  disen  xiviirachten  j  vnnser?i  hailigen  glauben  vnnd 
Christliche  leer  betreffend  /  halten  soll  ....  Geschriben 
an  ain  Erbern  /  Weysen  Rhat  der  löblichen  Stat  Nürnberg 
durch  jre  prediger.     MD.  XXV. 

Titelblatt  in  Holzschnittrahmen.    O.  Dr. 

5.  Von  der  Hoffnung  aines  Christlichen  gemüts.  Durch  .  .  . 
Bernhardino  Ochino  /  kurtz  verschiner  zeit  in  Italianischer 
sprach  /  jm  selbs  /  vnd  andern  guthertzigen  zu  trost  gestellt. 

8  Bl.     1547. 

Getruckt    zu    Augspurg    /     durch    Philipp    Vlhart. 

6.  Oration  an  alle  Stende  des  Reichs  /  Vom  Römischen  Neben- 
hauj)t  I  im  Keyserthumb  erwachsen.  Durch  Baptistam 
Lasdenum.    1542.    41  Bl.  o.  Dr. 

7.  Ein  vberauß  feine  schöne  vermanmig  zur  büß  vnnd 
besserung  j  vnser  sü?idilichen  lebens  /  .  .  .  Durch  Jo- 
hannem  Klopffer,  Pfarrer  zu  Bolhaim  /  .  .  .  geprediget  / 
zur  zeit  der  Kriegsrüstunge  /  1546. 

Gedruckt  zu  Augspurg  bey  Heynrich  Steyner. 

8.  Zwo  Schöne  vnd  Tröstliche  predigt  D.  Martini  Lutheri  / 
Die  erste  /  Von  der  Tauffe  Christi  /  .  .  .  Die  andere  / 
Von  der  Bekerung  S.  Pauli  /  wider  die  Mönchen.  Gethan 
zu  Hall  in  Sachssen  /  den  6.  vnd  26.  Januarii  /  im  1546, 
hart  vor  seinem   seligen  Abschied  /   von  diesem  Jamertal. 

Gedruckt  zu  Wittemberg  /  durch  Georgen  Rhaw.  1546. 
Auf  der   Rückseite    des   Titelbl. :     Luthers    Bild 
in  Holzschnitt. 

9.  Ain  Klagred  /  vnd  hertxliche  bitt  zu  Qott  /  .  .  .  über 
den  79.  Psalmen.  Durch  Nicodemum  Noricum.  O.  J.  u.Dr. 

10.  An  die  Christliche  Kirche  xu  Regenspurg  /  von  rechtem 
brauch  des  Nachtmals  Christi.  Wider  D.  Pauls  Hirß- 
becken  lesterliches  lügenbuch  warhaffter  bericht  /  Durch 
Vitum  Dietrich  zu  Nürnberg  Prediger.     1545. 


65 

11.  Von  den  losen  Füchsen  dieser  ivelt  I  .  .  .  Darinnen  alle 
sündtliche  lasier  der  ietxschivebender  bösen  Welt  erkennet 
werden  /  alle  stende  der  tnenscfien  helangent  /  Durch 
seltxame  Figuren  /  imd  gesichte  I  .  .  .  für  31.  jarea  auff 
niderlendische  sprach  beschrieben  vnnd  gedruckt.  Jetzt 
aber  in  gute  teutsohe  Sprach  tranßferiert. 

Gedruckt  zu  Franckfort  bey  Herman  Gylfferioh.  1546. 

Auf   dem   Titel    Holzschnitt:    zwei    Füchse,    mit 

roter    Farbe    bemalt.       10    Holzschnitte     im    Text. 

12.  Predigten  vber  die  Epistel  Pauli  zu  den  Galatern  j  von 
Bernhardino  Ochino  von  Senis  /  zu  Augspurg  öffentlich 
in  Welsch    gepredigt  vnd  verteutscht. 

Gedruckt  zu  Augspurg  durch  Valentin  Othmar.  1546. 
Titel  in  Holzschnittrahmen. 

13.  Vieler  schönen  Sprüche  aus  Göttlicher  Schrifft  auslegung  / 
daraus  Lere  vnd  Trost  zu  nemen  /  Welche  der  Ehrwirdige 
Herr  Doctor  Martinus  Luther  seliger  /  vielen  in  jre 
Biblien  geschrieben.     1547. 

Gedruckt  zu  Wittenberg  /  durch  Hans  Lufft. 

81.    Sammelband.    Holzband    in    Quart    mit    Lederpressung    und 
Schließen.     Inhalt  desselben: 

1.  Auslegung  vber  den  XIX.  Psalm  Dauids.  Das  allein  die 
Heilige  Schrifft  der  gewisse  Grundt  sey  vnsers  Christlichen 
Glaubens.     Durch  D.  Tilemannum  Heßhusium. 

Gedruckt  zu  Jena  /  durch  Güntherum  Hüttich.  1571. 

2.  Acht  Predigten.  Vom  Erkentnis  Gottes.  Durch  D.  Tile- 
mannum Heshusium. 

Gedruckt  zu  Jhena  /  durch  Christian  Rödinger.  1570. 

3.  Vier  Predigten.  Vom  Heiligen  Nachtmahl  Jhesu  Christi. 
Durch  D.  Tilemanum  Heshusium. 

Gedruckt  zu  Jhena  /  durch  Ernst  von  Gera.     1573. 

4.  Kurtxer  j  einfeltiger  vnd  ivarhafftiger  Bericht  Des  Streits  j 
vber  dem  heiligen  Abendtmal  /  vnnd  der  Person  Christi  / 
zwischen  den  reinen  Kirchen  /  vnd  den  Sacramentirern. 
Durch   die  Würtembergischen  Theologen. 

Getruckt    zu    Tübingen    /     1575.      Druckerzeichen. 
87  sign.  Seiten. 

5 


66 

5.  Abfertigung  der  antwort  Heinrich  Bullingers  j  vnd  der 
Zitrycher  Predicanten  /  zvider  die  Rettung  deß  Testaments 
D.  Joannis  Brentii  außgangen.  Durch  Jacobum  Andree  / 
Probst  zu  Tübingen. 

Getruckt  zu  Tübingen  /   durch  Georgium  Gruppen- 
bach.    1575.     26  signierte  Seiten. 

6.  Warnung  vor  dem  Zwinglischen  I?Tthu?nb  /  .  .  .  . 
Lucas  Oslander  D. 

Zu  Tübingen   /    bey   Georgen    Gruppenbach.     1575. 
139  sign.  Seiten. 

7.  Epistola  ad  Illgricum  verteutscht.  Ein  Sendhrieff  D.  Jacobi 
Andree  /  an  M.  Matth.  Flaccium  Illyricum.  Von  der 
Erbsünde. 

Getruckt  zu  Tübingen  /  durch  Georg  Gruppenbach. 

1574.  22  Bl. 

8.  Christliche  Eritmerunge  /  von  der  Bekentnus  der  Theologen  in 
Meissen  j  vom  Äbendmal.  Durch  D.  Johannem  Wigandum. 

Gedruckt  zu  Königssperg  in  Preussen   /   bey  Johan 
Daubmans  Erben.     1575. 

9.  Bericht  von  derErbsünde Durch  Jacobum  Andree  / 

D.  Probst  zu  Tübingen. 

Getruckt  zu  Tübingen  /   durch  Georg  Gruppenbach. 

1575.  112   S. 

10.  Schmalcaldische  Artickel  j  So  da  betten  sollen  auffs  Con- 
cilium  zu  Mantua  /  .  .  .  von  vnsers  Theils  wegen  vber- 
antvvortet  werden  .  .  .  Geschrieben  durch  D.  Martin  Luth. 
vnd  von  vielen  Gelarten  auff  den  Tag  zu  Schmalcalden 
vnterschrieben  /  vnd  erstlich  im  Druck  ausgangen  /  Anno  1537. 
Gedruckt  zu  Wittenberg  /  durch  Giemen  Sohleich 
vnd  Antouium  Schöne.     1575. 

82.    Der  herrliche  Prophet  Esaias  /  in  diesen  schweren  vnd  kümmer- 
lichen Zeiten  /  zur  lehre  /  zum  trost  /  vnd  zum  gewissen 
vnd  waren  vnterricht  in   den  geferlichen   Spaltungen  /   so 
in  die  Kirchen  von   alten  vnd  newen  Rottengeistern  ein- 
'  gefnret  werden.     Durch  Nicolaum  Selneccenun.     1569. 
Gedruckt   zu    Leipzig    /    durch    Jacobum    Berwaldt. 
Holzband    in    4®    mit    schöner    Lederpressung    und 
Schließen. 


67 

83.  Das  ander  Buch   Mosi  j   Exodus   j  genant   /   vormals   durch 

H.  Johansen   Brentzen    in  lateinischer  sprach   außgelegt  / 
iet^und  vertewtsch  durch  Sebastian  Ooccium. 

Getruckt  zu  Hagenaw.     1540,  bei  Valentin  Kobian. 

435  sign.  Blätter.  Titel  in  schönem  Holzschnittrahmen. 

Holzband  in  Quart  mit  Lederpressung  und  Schließen. 

84.  Sammelband.     Holzband    in    Quart    mit.  Lederpressung    und 

Schließen.     Inhalt: 

1.  A7idreae  Fricii  Modrevii  libi'i  tres  (de  Peccato  originis, 
de  libero  hominis  arbitrio  et  de  prouidentia  et  praedesti- 
natione  Dei  aeterna).  Ejusdem,  De  Mediatore,  libri  III. 
Anno  M.D.LXn.     152  sign.  Seiten.     O.  Dr. 

2.  And.  Fricii  Modreuij  Secretarij  Regii,  de  Mediatore  libri 
tres.     1562.     84  S.  o.  Dr. 

3.  Disputatio  de  originali  peccato  et  libero  arbitrio,  inter 
Mathiam  Flacium  Illyricum  et  Victorinum  Strigelium 
publice  Viniariae   .  .  .     Anno  1560  habita.     1562. 

395  sign.  S.  u.  Index.     O.  Dr. 

4.  Verae  et  sanae  confessionis  de  praesentia  corporis  Christi 
in  coena  Dornini,  pia  defensio  ad  versus  cauillos  et  calumnias, 

I.  Johannis  Caluini, 
n.  Petri  Boquini, 
JH.  Theodori  Bezae, 
IUI.  Wilhelm!  Cleinwitzii. 

Authore  D.  Tilemano  Heshusio. 
Magdeburgae,    ex    officina    typographica  Wolffgangi 
Kirchener,  1562. 

85.  Sammelband.  Holzband  in  Quart  mit  Lederpressung,  Schließen 

und  Marginalien.     Inhalt  desselben: 

1.  Welchs  die  Einig  Recht  /  Kirche  Christi  sey  ....  Auß 
latin   Phi.  Me.  verdeutschet  durch  Justum  Jonam  Doct. 

Gedruckt  zu  Regenspurg  durch  Hansen  Khol.  1553. 

2.  Das  in  der  Schrifft  ausdrücJdich  verkündigt  ist  /  Das  die 
Römische  Kirche  vom  Chi'istUcheti  glauben  abfallen  / 
Christum  vnd  sein  Wort  verleugnen  vnd  vei'dammen  soll. 
Niclas  von  AmsdorfF.    1555. 

Gedruckt  zu  Jhena  durch  Christian  Rödinger. 

3.  Eine  Trostschrifft  vnd  Erinnerung  von  der  waren  vnd 
falschen  Kirchen  /    .   .   .   .     Durch    Doct.  Georg    Maior. 

Wittemberg.     Gedruckt    durch    Hans    Lufft.     1556. 

5* 


68 


4.  Ein  register  der  hundert  beschwer fmgefi  /  damit  Deudsch- 
land  von  dem,  Bapst  vnd  den  seinen  jernerlich  beschwert  / 
vnd  vberladen  /  ja  gentzlich  verterbt  wird  /  aiiflPm  Reichs- 
tage zu  Nürnberg  Anno  1523.  von  dem  Reich  dem  Bapst 
vbersendet.     Magdeburg  bey  Christian  Rödinger. 

5.  Artikel  /  so  du  hetten  sollen  aufs  Concilium  zu  Mantua  .  .  . 
vberantivortet  werden.    1538.  Vorrede  D.  Martini  Lutheri. 

Ohne  Druckort. 

6.  Vrsache  /  Waru^nb  die  gemainde  j  vnd  Kirchen  Christi  / 
vngegrünten  CondUen  nit  sollen  stadtgeben,  sondern  bey 
der  Bibel  /  das  ist  /  bey  dem  Rainen  wort  Gottes  /  fest- 
halten vnd  bleyben  /  auß  Latein  Ph.  Me.  verdeutschet 
durch  Justum  Jonam  Doct. 

Gedruckt  zu  Regenspurg  durch  Hannsen  Khol.  1553. 

7.  RecAisationschrifft  der  Christlichen  Augspurgische?i  Con- 
fessions  verwandten  Stende  /  loider  das  vermeint  /  von  Bapst 
Paulo  dem  dritten  /  weiland  %u  Trieyit  indicirt  vnd  an- 
gefangen Concilium  /  sampt  einer  gebürlichen  Prouocation 
vnnd  erbietimg  /  auff  ein  allgemein  oder  National  /  frey  / 
Christlich  vnnd  vnparteisch  Concilium  inn  Deutschen 
Landen.  Mit  einer  Vorrede  Math.  Fla.  Illyr.  vnd  Nicolai 
Galli.  .  .  .  nachgedruckt  durch  Michael  Lotther  zu 
Magdeburg.     1 55 1 . 

8.  Was  von  dem  ietzt  ausgeschriebenen  Tridentinischeyi  Con- 
cilio  zu  halten  sey  j  Drey  gesprech.    1552.    O.  Dr. 

9.  Artikel  der  Euangelischen  Lere  /  so  da  hetten  sollen  auffs 
Concilium  vberantwort  werden  I   .  .  . 

.  .  .  aus  Fürstlichem  befehl   zu  Weymar  /  durch  die 
Hoffprediger  daselbst  in  Druck  geben.     1553. 

Gedruckt   zu   Magdeburgk    /    bey   Michael   Lotther. 

10.  Ein  newer  Antichristischer  radtschlag  oder  bedencken  /  des 
Saltzburgischeti  Bischoffs  vnd  anderer  Verfolger  Christi  / 
wie  sie  die  Warheit  des  heiligen  Euangelii  auszurotten 
gedencken.    Mit  einer  Vorrede  M.  Flacii  Illyrici. 

Gedruckt  zu  Magdeburg  bey  Michael  Lotther.   1554. 

11.  Auff  die  Vermanung  Julii  des  Bepstlichen  Bischoffs  j 
darin  er  die  Euangelischen  vermanet  /  das  sie  sich  wider 
zur  Bepstischen  Synagoga  bekeren  wollen.  Antwort 
M.  Flacii  Illyrici. 

Gedruckt  zu  Jhena  /  durch  Christian  Rödinger.   1554. 


69 

12.  Ware  Abconterfeytung  vnd  vergleichung  des  Bapstumhs  / 
Mit  andern  grossesten  Ketxereie7i.  Ohne  Jahr  und  Druckort. 

13.  Provocation  oder  erbieten  der  Adiaphorischen  sacken  halben  / 
auff  erkentnis  vnd  vrteil  der  Kirchen.  Durch  Mat.  Fla. 
Uli.  vnd  Nie.  Gallum.     1553. 

Gedruckt  zu  Magdeburg  bey  Michael  Lotther. 

14.  Vnterschi'eibung  des  Herrn  Niclas  Amsdorffs  der  Sechsischen 
Idrchen  Censurn  vnd  meinung  /  wider  Doctor  Georg 
Maiors  Antichristische  lere  von  guten  wercken  als  zur 
Seligkeit  nötig.     1553. 

Gedruckt  zu  Magdeburg  /  bey   Christian  Rödinger. 

15.  Das  die  Euangelischen  Prediger  gute  wercke  nicht  ver- 
bieten noch  verwerten  /  wie  sich  Herr  Boneuentur  / 
Thomasprediger  zu  Dantzk  in  seinen  predigten  zum  offtermal 
hören  lesst  /  ein  kurtzer  bericht  durch  Joannem  Serrarium. 
Mit  einer  Vorrede  Matth.  Flac.  Uli. 

Gedruckt  zu  Magdeburgk  /  durch  Michael  Lotther. 

16.  Apologia  Matihie  Flacii  Illyrici  vnd  Nicolai  Oalli.  Das 
die  Adiaphoristen  /  vnd  nit  sie  /  trennung  in  vnsern 
Kirchen  der  Augspurgischen  Confession  /  vnd  vneinigkeit 
angericht 

Gedruckt  zu  Regenspurg  durch  Hansen  Khol.  O.  J. 

17.  Auff  die  newe  subtile  verfelschung  des  EuangeUi  Christi  / 
in  Doctor  Maiors  Comment  /  vber  seine  Antichristische 
Proposition  /  damit  er  leret  /  Das  /  vnnd  wie  gute  werck  / 
zur  Seligkeit  nötig  sein  sollen.  Erklerung  vnd  antwort 
Nicolai  Galli.     Ohne  Jahr  und  Druckort. 

Auf  dem  Titelblatte  unten  die  Inschrift:  „An 
Herrn  Georgen  von  Perkhaim  zu  württing,  Rosegg  vnd 
Weidenholz." 

18.  Das  Doctor  Porner  vnd  Doctor  Maior  mit  iren  Adiupho?'isten 

ergernis    vnnd    xurtrenmitig     angericht Niclas 

von  AmsdorflF  Exul.    1551.    Ohne  Druckort. 

19.  Auff  des  Herrn  D.  Maiors  veranttvortung  vnd  Declaration 
der  Leipt'ugischen  Proposition  /  wie  gute  werck  zur  Selig- 
keit nötig  sind  /  .  .  .  .  Antwort  Nicolai  Galli.  Basel, 
1552.     O.  Dr. 

20.  Wider  den  Euangeliste?i  des  heiligen  Chorrocks  /  D.  Geitz 
Maior.     Matth.  Fla.   Uly.     Basel,  1552.     Ohne  Drucker. 


70 


21.  Ein  kurtxer  vnterricht  auf  D.  Georgen  Maiors  Antwort  / 
das  er  nit  vnsckuldig  sey  /  wie  er  sich  tragioe  rhümet. 
Niclas  von  Amssdorff  Exul.  Basel,  1552.  Ohne  Drucker. 

22.  Bedencken  /  das  diese  Proposition  oder  Lere  /  nicht  tiütz  / 
not  I  noch  war  sey  j  vnnd  one  ergernis  in  der  Kirchen 
nicht  möge  geleret  werden.     Das  gute  werck  zur  Seligkeit 

nötig  sind Gestellet  durch  die  Prediger  zu  Mans- 

felt  /  Vnnd  vnterschrieben  von  andern  Predigern  derselben 
Herrschaflft. 

Gedruckt  zu  Magdeburgk  durch  Michel  Lotther.  1553. 

23.  Der  Prediger  in  der  herrschafft  Mansfelt  antwort  auff 
Stephani  Ägricole  Pfarhers  zu  Helbra  aussgegangene 
Schlussreden  vnd  schmeschrifften  /  die  newen  lere  in  vnsern 
Kirchen  /  Das  gute  iverck  xur  Seligkeit  nötig  sein  /  belangende. 

Gedruckt  zu  Magdeburgk  bey  Michael  Lotther.  1553. 

24.  Verlegung  der  Apologiä  Sydonii  /  damit  er  seinen  Catechis- 
mum  verteidinget.  Matth.  Flacius  Illyricus.   1553.   O.  Dr. 

25.  Vo?i  der  H.  Schrifft  vnd  jrer  würckung  /  wider  Caspar 
Schwenckfeld    j    Durch    Matthiam    Flacium    lUyricum. 

1554.    Ohne  Druckort. 

26.  Verlegung  der  kurtxen  antwort  des  Schwenckfeldts  /  durch 
Matthiam  Flacium  Illyricum.     1554. 

Gedruckt  zu  Magdeburgk  durch  Michael  Lotther. 

27.  Vom  fürnemlichen  stücke  /  pmict  /  oder  artickel  der 
Schwenckfeldischen  schwermerey.    Durch  M.  Flacium  Uly. 

Ohne  Jahr  und  Druckort. 

28.  Ein  Sendtbrieff  des  .  .  .  Fürsten  Johann  Albrechten  von 
Mechelburg  an  Illyricum  geschriben  /  von  der  Osiandrische?i 
Ketxerey  /  wie  die  ist  durch  sondere  Gottes  gnade  in 
Preussen  gestillet  worden.     1556. 

Gedruckt  zuNürenberg  durch  Georg  Merckel  /  wonhafft 
auff  dem  Newen  baw  bey  den  Kalckhütten.  Druckerzeichen. 

29.  Etwas  neus.  Ein  sehr  andechttige  Predig  /  welche  der  heylig 
Weyhbischoff  xu  Bamberg  in  eygner  person  bey  S.  Martin . . . 

gethan  hat  am  Palmen  Sontag  1555 Auch  darbey 

des  H.  Mans  vberauß  wunderbarlicher  Treume  zwene  / 
auß  welchen  man  künstlich  Kochen  vtid  Lachen  lernen 
mag.  .   .   .     Ohne  Druckort. 

Auf  dem  Titelblatt  die  Inschrift:  „An  Herrn  Georgen 
von  Perckhaimb." 


71 

30.  Ein  nützliches  gesprech  eines  Christlichen  Fürsten  mit 
seynen  Reten  /  Predigern  /  vnd  einem  Barfusser  Mönich  / 
Von  vrsach  des  gegenwertigen  vngluclis  in  Teutschen  landen  / 
auch  wie  man  demselben  begegnen  möcht.  Gestellet  durch 
M.  Hyeronimum  Rauscher.  F.  G.  Hoffprediger  zu  Amberg. 
Gedruckt  durch  Christian  Rödinger.    Ohne  Jahr. 

86.   Sammelband.      Holzband    in    Quart    mit    Lederpressung    und 
Schließe.     Inhalt  desselben: 

1.  Der  gantx  Prophet  Esaias.  Außgelegt  durch  Vitum 
Dietrich.     1548. 

Gedruckt  zu  Nürnberg  /   durch   Johan  vom  Berg  / 
vnd  Virich  Newber. 

Holzschnitt  auf  dem  Titelblatt:  Himmelfahrt  Christi. 

2.  Von  der  Beicht  oh  die  der  Bapst  macht  habe  tzu  gepietenn, 
Doctor  Martinus  Luther.  Wittenberg.    O.  J.  u.  Dr. 

3.  Das  Sprichwort  /  Man  muß  entwer  ein  konig  oder  aber 
ein  narr  gehorn  werden  /  Mit  seiner  außlegung  /  von  Herrn 
Erasmo  Roterodamo  beschriben  .  .  . 

Titel  in  Holzschnittrahmen.   1521.  Druckerzeichen? 

Gedruckt    in    der    Kayserlichen    Statt    Augspurg    / 

Durch  Sigismunden  Grynä  Doctor  /  vnd  Marxen  Wirsung. 

4.  Herr  Erasmus  von  Roterdam  verteutschte  außlegung 
über  disen  spruch  Christi  vnsers  Herrn  /  .  .  .  von  den 
Phariseyeren Von  heyltumb  etc. 

Titelblatt    m    schönem    Holzschnittrahmen    mit    der 
Jahrzahl  1519  und  gezeichnet  H.W.  2  Bl.  Text  ohne  Drucker. 

5.  Erasmi  Roterodami  Paraclesis  Teütscht  wie  ein  teuberlich 
vnaussprechlich  schätz  vnd  klainet  sey  das  Ewangelium 
vnd  haylig  wort  gottes.  Auf  dem  Titelblatt  in  Holzschnitt: 
Christuskopf,  auf  dem  Mantel  die  Umschrift:  MRJNVDW. 
13  Bl.  Text  ohne  Jahr  und  Drucker. 

6.  Hern  Erasmus  vö  Roterdam  verteutschte  außlegung  / 
über  das  götlich  vnd  Tröstlich  wort  vtisers  lieben  Herren 
vnd  Säligkmachers  Christi.  Nement  auff  euch  mein  joch 
vnd  lernent  von  mir.     1521.    Ohne  Druckort. 

7.  Euchiridion  oder  handtbüchlin  eins  tvarefi  Chfistenlichen 
vn  strytbarlichen  lebens  /  in  Latyn  anfencklich  beschriben 
durch  Doctor  Erasmum  vö  Roterdam  /  dannethin  durch 
Johannem   Adelphum    Doctor  vnd   stattartzt   zu   Schaff 


72 

husenn  vormals  /  vn  demnach  durch  Leone  Jud  Pfar- 
herren  zu  Eynsidlen  abermals  /  getzlich  de  latin  nach  ver- 
tütscht.  Zu  Basel  im  jar  1521.  Titel  in  sehr  schönem 
figurenreiohen  Holzschnittrahmen.  CI  signierte  Blätter 
mit  dem  Kopftitel  „T)er  Christenlich  Ritter". 

87.  Sammelband.     Holzband  mit  Lederpressung  in  Quart.     Lihalt 
desselben : 

1.  Die  Vnuerfelschete  Augspurgische  Confessio  vnd  Schmal- 
caldische  Artickel  /  Sampt  einer  Vermanung  Joachimi 
Magdeburgii  /  an  eine  Ersame  Landschafft  Oesterreich. 
Gedruckt  im  Jar  1566.  Nach  der  Vorrede  des  „  Joachimus 
Magdeburgius  /  die  zeit  Prediger  der  Deutschen  Reuter 
zu  Raab"  die  halbe  Seite  mit  handschriftlichen  Bemerkungen. 

Am  Schluß  Druokerzeichen,  darunter:  Zu  Regens- 
purg  /  druckts  Heinrich  Geißler  1566. 

2.  GaisÜiche  Kriegsrüstang  /  Das  ist  /  Christliche  Büß  vnnd 
Trostpredigen  ....  wider  den  grausamen  Tyra7inen  vnd 
Ertzfeind  .  .  .  de7i  Türeken  Durch  Vrban  Bischouen 
ZU  Gurgk. 

Gedruckt  zu  Wienn  durch  Caspar  Stainhofer.  1567. 
CVin  signierte  Blätter.     23  Predigten. 

3.  Widerlegung  /  Des  Orewlichen  vnd  Gottslesterlichen 
Papistischen  Irthumbs  /  vom  Merito  Congrui  /  oder  Freyen 
tvillen  ....  Joachimus  Magdeburgius. 

Gedruckt  zu  Regenspurg  /  durch  Heinrichen  Geißler. 

4.  De  Sectis,  dissensiotiibus,  contradictionibus  et  confusionibus 
doctrinae  reUgionis,  scriptorum  et  doctorum  Pontificiorum 
liber.     Authore  Matthia  Flacio  Illyrico. 

Basileae,  per  Paulum  Queckum.  1 565.  344  sign.  Seiten. 

88.  Beschaydne  v?id  diser  xeyt  /  sehr  7iothwendige  erklärung  dreyer 

Hauptarticul  Christlicher  lehr Durch  Martinum 

Eisengrein   /   Der  H.  schrifft  Lioentiatum,   vnd  Propst 
zu  Altenötinff. 

Gedruckt  zu  Ingolstatt  /  durch  Alexander  Weissen- 
horu,  1568.  307  signierte  Seiten.  Holzband  in  4^  mit 
Lederpressung  und  Schließen. 

89.  Sammelband.    Holzband  in  Quart  mit  Lederpressung,   Margi- 

nalien und  Schließen.     Inhalt  desselben: 
1.   Apologia  M.  Fl.  Illyriei  /  auf  zwo  vnchristliche  Schrifften 
Jmti  Menü  j  Darinnen  von  den  grewlichen  Verfelschungen 


73 

der  Adiaphoristerey  viid  Maioristerey  allerley  nützliohs  ange- 
zeigt wird.  Gebessert.  D.  Mart.  Luther  vber  Genesin. 
1558.    Ohne  Druckort. 

2.  Warhafftige  xeitung  vom  auffgang  des  Euangelii  /  vnd 
straffen  der  abgejagten  desselben  Feinden  der  Papistischen 
Pfaffen  in  Schottland  /  aus  einem  Latinischen  Sendebrieff 
Guilielmi  Coli  /  an  den  Achtbarn  vnd  hoohgelarten  Herrn 
Johaunem  Baleum  /  weiland  Bischoffen  in  Engeland  / 
itziger  zeit  aber  Exulem  zu  Basel  /  verdeudscht. 

Genefe,  1559.     3  Bl.  ohne  Drucker. 

3.  Warhafftiger  Bericht  /  von  dem  Christlichen  vnd  Säligen 
abschied  /  des  . .  .  Fürsten  Christian  zu  Dennemarcken  /  etc. 
Seliger  gedechtnus  /  auffs  kurtzest  verfasset.  1559.  6B1.  o.Dr. 

4.  Erklerimg  vnd  Consens  vieler  Christlicher  Kirche?i  /  der 
Äugspurgischen  Confession  /  auff  die  newe  verfelschung  der 
Lehre  vom  Freyen  tvillen  /  •  .  .     1559. 

Gedruckt  zu  Regenspurg  /  durch  Heinrichen  Geißler. 

5.  8enndschriffte7i  der  Kün.  May.  xu  Franckreich  etc.  an  die 
Chiir  vnd  Fürsten  /  Stennd  vnnd  Stette  des  Heyligen 
Römische  Reichs  Teütscher  Nation  daruon  sy  sich  jrer 
yet'xigen  Kriegs  Rüstufig  halbenn  /  auff  das  kurtzest  erklert. 
1552.    Ohne  Druckort. 

6.  Ausschreiben  etlicher  Churfürsten  /  Fürsten  vnnd  Stende  / 
des  heyligen  Römischen  Reichs  /  Darinn  angezeigt  sein  / 
die  vrsachen  /  derwegensie  j  vnnd  andere  Christliche  Könige  / 
Potentaten  (  .  .  .  xu  gegenwertigem  Veldxug  vnnd  Kriegs- 
rüstung gedrungen  worden.     1552.     Ohne  Druckort. 

7.  Des  .  .  .  Fürsten  vnnd  Herrn  Albrechten  j  Marggraffen  xu 
B7'a7idenburg  des  /  jüngerri  /  zu  Stetin  /  Pommern  /  .  .  . 
gemein  Ausschreiben  vnd  vrsachen  dieser  fürgenmnmen 
Expedition.     1552.    Ohne  Druckort. 

8.  Copey  ivie  Landgraff  Wilhelm  xu  Hessen  /  sich  gegen  der 
Keyserlichen   Mayestat   verivaret.     1552.    Ohne   Druokort. 

9.  Abdruckh  der  Römischeii  .  .  May.  vnnd  Herrn  Moritxen 
Hertxogen  xu  Sachssen  .  .  .  ver'warnungschrifft  j  gegen  Marg- 
graf Albrechten  xu  Brandenburg.     1553. 

Gedruckt   zu  Wien    in   Osterreych    /    durch    Michel 
Zimmermann. 


74 


10.  Copei  I  Eines  Vertrags  /  so  die  Römische  Kayserliche 
Maiestat  vnd  Marcky7nff  Albrecht  zu  Brandenburg  im 
52.  jar  des  monats  Nouembris  haben  auffgericht. 

Anno  1553.     2  Blatt  ohne  Druckort. 

11.  Die  Geschichten  vnnd  Ritterlichen  Thaten  I  sampt  den 
Dreitzehen  Heerzügen  /  Vnd  Begrebnus  /  Des  .  .  .  Fürsten 

vnd  Herrn  Moritzen  /  Hertzogen  zu  Sachssen Inn 

Sprüche  verfast  /  Gantz  kurtzweylig  vnd  lustig  zulesen  / 
Durch  Leonhart  Reutter.  Auf  dem  Titel  das  Herzogs- 
wappen.    1553.     7  Bl.  in  Versen. 

12.  Des  .  .  .  Fürsten  vnd  Herrn  Albrechts  des  Jüngern  / 
Marggrauen^  zu  Brandenburg  etc.  Öffentliche  warhaffte 
vnd  gegründte  bericht  /  Welcher  gestalt  /  die  beide  Bischoff 
Bamberg  vnd  ]Vürtzburg  /  sampt  jren  Thumbcapiteln  / 
wider  jre  Brieff  vnd  Sigel  /  .  .  .  .  irewloß  /  vnd  Sigel- 
brüchig  worden   .  .  .     1553.     Ohne  Druckort. 

13.  Beschreibüg  der  gantxen  kriegshandlung  /  .  .  .  .  von  anfang 
des  Schmalkhaldischen  bundts  her  j  biß  auff  diß  gegen- 
tmrtig  53.  jar  .  .  .  /  auch  von  der  Statt  Metz  v?ind  von 
jr  belegerüg  ordenlich  beschriben.  Am  Schluß:  Jacobus 
Weiber  von  Weinbach. 

14.  Abdruck  des  Passawischen  Vortrags  /  so  den  andern  Monats- 
tag Augusti  /  Anno  LH.  auffgericht  worden.    21  Bl.  o.  Dr. 

15.  Ains  Erbarn  Raths  der  Stat  Nürmberg  /  Bestendiger  war- 
hafter Bericht  /  der  la^idfridbrüchigen  Empörung  /  vheind- 
licher  thaten  vnd  handlungen  /  so  Marggraf  Albrecht  zu 
Brandenburg  etc.  der  Jünger  /  ivider  ainen  Rhat  vnd 
gemelte  Stat  Nürmberg  /  .  .  .  .  1552  vnd  1553  geübt  hat. 

Auf  dem   Titel    das   Stadtwappen.     Ohne   Drucker. 

16.  Andere  ains  Ei'barn  Raths  der  Stadt  Nürmberg  warhaffte 
Verantwortung  /  gegenbericht  vnd  ablaimmg  j  vff  des 
erclerten  vnd  verrufiften  Echters  vnd  Landfridprechers 
Marggraf  Albrechts  des  jungem  von  Brandenburg  /  V7ieer- 
liche  I  leichtuertige  vnd  erdichte  lasterschriften  /  .  .  . 
M.D.Lini.    Ohne  Drucker. 

17.  Der  Hochwirdigen  Fürsten  vnd  Herren  Weiganden  Bischouen 
zu  Bamberg  Vnd  Melchiorn  Bischouen  zu  Würtzburg  vnd 
Hertzogen  zu  Francken  Auch  Ains  Erbarn  Raths  zu 
Nürmberg  Hochuerursachte  Verantwortung  /  .  .  .  auf  des 


75 

erclerten  Echters  /  Marggraf  Albrechten  des  Jüngern  von 

Brandenburg  /  erdiciite  Verunglimpfung  /   .  .  .     MDLV. 

3  Wappen  auf  dem  Titelblatt.    Ohne  Drucker. 

18.  ChnsÜiche  erkentnus  vnd  hekentnus  Marggraff  Albrechts 
der  begangner  Verfolgung  /  jm  zu  Ehren  /  vnnd  andern 
armen  Sündern  zur  Warnung  /  .  .  .  .  1557.   4  Bl.  o.  Dr. 

19.  Abschied  /  Der  gesandten  Augspurgischer  Confession  /  zum 
Colloquio  inn  Wormbs  /  .  .  .  4  Bl.   1557.   Ohne  Druckort. 

20.  Vom  Abscheid  des  Colöquii  oder  Gesprechs  zu  Wormbs  / 
Bericht  der  Theologen  vnd  Gelerten  der  Augspurgischen 
Confession  zugethan.     1557.     4  Bl.  ohne  Druckort. 

21.  Votn  Abschiedt  des  Colloquii  xu  Wo7'mbs  1557.  Warhafftiger 
gegenbericht  auff  das  Büchlin  zu  Franckfurt  am  Mein 
den  VI.    Decembris    ausgapgen.     6    Bl.    ohne    Druckort. 

22.  Proposition  der  Rom.  Kön.  Mai.  den  Churfürsten  des 
Reichs  /  auff  dem  nechstgehaltenen  tage  xu  Franckfurt 
beschehen  /  sampt  der  Instruction  des  Printzen  von 
Vranien  /   .  •  •     1558.     8  ßl.  ohne  Druckort. 

23.  Wie  I  vnd  in  welcher  gestalt  /  der  Komischen  Kayserlichen 
Mayestat  f  Landtgraff  Philips  von  Hessen  /  auff  den  19.  tag 
Junii  /  xu  Hall  in  Sachsen  den  füßfall  gethon.  1547.  4  Bl. 

Am   Schluß:    „Hans   Bawman   Buchtrucker   gesell   / 
yetzo  deß  Duco  de  Alba  trabant." 

24.  Newe  Zeyitung.  So  sich  xwischen  der  K.  Mayestat  vnd  dem 
Babst  I  vor  dem  Schloß  Belliano  /  inn  Italien  zugetragen. 
Von  Eroberung  /  Der  Stadt  S.  Quintin  /  . . .  1557.  4  Bl.  o.  Dr. 

25.  Grundtlicher  vnd  warhaffter  Bericht  /  von  eroberung  der 
statt  S.  Quintin  /  Durch  ein  namhafften  auß  dem  Leger 
geschriben.    1557.     8  Bl.  ohne  Drucker. 

26.  Newe  xeytu?igen  von  der  Schlacht  so  zwischen  Küniglicher 
Wierde  zu  Engelland  /  vnnd  dem  Khünig  auß  Franck- 
reich  /  bey  der  vesten  Oräflingen  beschehe  /  .  •  •     1558. 

Getruckt    zu  Wienn    in   Osterreich    durch    Michaeln 
Zimmermann  in  S.  Annenhof.     4  Bl. 

27.  Warhafftige  vnd  grüntliche  xeytungen  /  auß  der  Königk- 
lichen  Mayestatt  zu  Hyspanien  vnd  Engellatidt  Veldt- 
leger  /  .  .  .  .  was  sich  in  demselben  /  von  dem  14.  tag  Julii 
an  biß  auff  den  ersten  tag  Octobris  1557  zugetragen  .  .  . 


76 


Gedruckt  in  der  Keyserlich en  Reichstatt  Nürmberg  / 
durch  Johan  Weygel  /  Burger  /  Formschneyder  vnnd 
Brieifmahler  daselbst  /  1557. 
28.  Der  Römischen  zu  Vngern  vnnd  Behaim  /  Kön.  May. 
Fünff  Niderösterreichischen  Ei-blandt  zu  diesem  alhie  in 
Regenspurg  haUunde7i  Reichstag  verordetite  Gesandten  / 
an  die  Stendt  /  Des  Römischen  Reichs  /  angebrachte 
Werbung  vnnd  vbergebne  Instruction.     1556. 

Gedruckt    zu    Regenspurg    /    durch    Hansen    Khol. 

90.   Sammelband.    Holzband  in  Quart  mit  Lederpressung,   Margi- 
nalien und  Schließen.     Inhalt  desselben: 

1.  Von  J herlicher  Visitation  /  vnd  was  hiedurch  für  menget  / 
vnd  gebrechen  /  fast  an  allen  orten  mögen  befunderi 
werden  /  .  .  .  .  Geschrieben  zur  beförderung  einer  Dis- 
ciplin  /  durch  Erasmum  Sarcerium  /  Superintendenten 
der  alten  vnd  löblichen  Graffschafift  Mansfelt. 

Auf  dem  Titelblatt  die  Inschrift  quer:  „Ex  B  ^ 
D.D.  Statuum  Aust£^  Sup.  115."  Nach  der  Vorrede  das 
Porträt  des  Autors  in  Holzschnitt.    Gezeichnet:  IVB. 

Gedruckt  zu  Eisleben  /  durch  Vrbanum  Kaubisch  / 
In  der  löblichen  vnd   alten   GraffschaiFt  Mansfelt.     1555. 

2.  Ein  Büchlein  /  von  dem  Banne  /  tmd  andern  Kirchen- 
straff eyi  /  .  .  .  .  Durch  Erasmum  Sarcerium  Superinten- 
denten zu  Eisleben  /  gestellet. 

Gedruckt  zu  Eisleben  /  durch  Vrbanum  Kaubisch.  1 555. 

3.  Etliche  Artickel  zu  Notwendiger  Kirchenordnung  gehörig  / 
welcher  sich  die  Pfarherr  vnd  Diener  der  Kirchen  zu 
Magdeburg  /  .  .  .  .  einmütiglich  vereiniget  /  vnd  ent- 
schlossen haben  /  darüber  mit  Gottes  hülff  hinförder  auch 
fleissiglich  zu  halten.     6  Bl.  o.  J.  u.  Dr. 

4.  Der  Prophet  Micha  /  Durch  den  Ehrwirdigen  Herren 
Doctor  Martin  Luther  zu  Wittemberg  in  Lateinischer 
sprach  gelesen  /  vnd  letzt  erstlich  .  .  .  verdeutscht  .  .  . 
Durch  Magister  Stephan  Reich  Predicanten  zu  Kala.  1542. 

Gedruckt  zu  Nürmberg  /  bey  M.  Joachim  Heller  / 
im  1555.  Jar. 

5.  Klagrede  D.  Martini  Lutheri  vnd  vrteil  /  von  gegen- 
tvertigen  etlichen  hendeln  vnd  iamer  dieser  zeit. 

Gedruckt  zu  Regenspurg  /  durch  Hansen  Khol.  O.  J. 


77 

6.  Ein  gut  newe  Jar  /  den  grossen  Herrn  in  dieser  Welt 
geschanckt.     Durch  Niclas  von  Amsdorfif. 

1554.  Gedruckt  zu  Jhena  /  durch  Christian  Rödinger. 

7.  Ein  Gnadenreich  vnd  Gottseliges  Neives  Jahr  j  von 
dem  Neugebo7'nen  kindlein  /  imserni  eynigen  Miller  imnd 
Heylandt  Jhesu  Christo  /  .  .  .  .  Durch  M.  Casparum 
Aquilam  /  Pfarherm  zu  Salfeldt.  Auf  dem  Titelblatt 
ein   kleiner  Holzschnitt:  Christi  Geburt.     1556. 

Gedruckt  zu  Nürmberg  /  bey  Magister  Joachim  Heller. 

8.  Vnterricht  vnd  Vermanung  auffs  newe  Jar  /  so  ich  vor 
zweien  jaren  den  grossen  Herrn  dieser  Welt  geschanckt  habe. 
Niclas  von  AmsdorfiF.    1555. 

Gedruckt  zu  Jhena  /  durch  Christian  Rödinger. 

9.  Einer  aus  den  hohen  Artikeln  des  Allerheiligesten  Bepst- 
lichen  glaubens  /  genant  /  Donatio  Constantini  /  Durch 
D.  Marti.  Luther  Verdeutscht  /  jnn  das  auffgeschobene 
Concilium  von  Mantua.    Wittemberg,  1537. 

Titel  in  Holzschnittrahmen. 

Gedruckt  zu  Witemberg  durch  Hans  Lufft.  Drucker-Z. 

10.  Die  rechte  Merckxeichen  dobey  heyde  der  Christ  /  vnd 
Antichrist  eigentlich  zuerkennen.    Petrus  Arbiter.    1552. 

5  Bl.  ohne  Druckort. 

11.  Die  ziven  vnd  Sibentzig  namen  Christi. 

Holzschnitt  auf  dem  Titelblatte.  Hans  Sachs. 
6  Bl.     Reimgedicht. 

Gedruckt  zu  Nürnberg  durch  Friderich  Gut- 
knecht.   1554. 

12.  Vo7n  Basilisketi  zu  Magdeburg.  Item  vom  Hauen  eyhe  / 
daraus  ein  Basilisck  wirt  /  mit  seiner  Bedeutung  aus  der 
heiligen  Schriflft.  An  den  standhafftigen  Bekenner  Christi 
M.  Caspar  Aquilae  geschriebe  /  durch  Erasmum  Alberum. 

Auf  dem  Titelblatt  derber  Holzschnitt:  Basilisk. 
Auf  dessen  Rückseite  das  Magdeburger  Wappen. 
Gedruckt  zu  Hamburg  durch  Joachim  Lewe. 

91.   Sammelband.     Holzband  in   Quart  mit  Lederpressung  (1566) 
und  Schließen.    Inhalt  desselben: 
1.   Bericht  von  der  ivaren  gegenwertigkeit  des  leibs  vnd  Muts 
V7is€rs    Herrn    Jesu    Christi    in    seinem    H.    Abendmal  j 
gestellt  durch  M.  Nicolaura  Selnecker. 


78 


Gedruckt  in  der  Churfürstlichen  Statt  Heidelberg  / 
durch  Johannem  Maier  /  im  jar  1565. 

2.  Widerlegung  /  Eines  Kleine?i  Deutschen  Caluinischen  Ca- 
techismi  /  so  in  disem  1563.  Jar  /  sampt  etlichen  andern 
Tractetlin  ausgangen.     M.  Flacius  lUyricus. 

Zu  Eegensburg  druckts  Heinrich  Geißler. 

3.  De  officio  pii  viri  in  hoc  religionis  dissidio.  Das  ist  / 
Wie  sich  ein  yeder  Gottsfurchtiger  /  vnd  des  gemeinen 
Friedes  Liebhaber  /  in  ietzigem  werentem  zweispalt  der 
Religion  halten  soll.     1562,  ohne  Druckort. 

4.  Verzeichnuß  /  Der  beschiverlichen  Puncten  /  in  D.  Georg 
Maiors  Vorrede  /  Vber  die  newe  Postill  der  Sontag 
Euangelien Durch  Wolffgangum  Waldnerum. 

1562.     Ohne  Druckort. 

5.  Warhafftiger  /  vnd  gründtlicher  Bericht  /  von  dem  Ge- 
sprech  xivischen  deß  Churfürsten  Pfaltxgraffeji  /  vnd  deß 
Hertxogen  zu  Wirtemherg  Theologe  /  von  deß  Herrn  Nacht- 
7nal  zu  Maulbronn  gehalten.  Gestellt  durch  die  Wirtem- 
bergische  Theologen.     1564. 

Getruckt  zu  Franckfurt  am  Main  /  bey  Peter  Brubach. 

92.   Sammelband.     Holzband  in   Quart  mit  Lederpressung,   Mar- 
ginalien und  Schließen.     Inhalt: 

1.  Viertxig  kurtxe  Predig  /  Vber  den  gantxen  Catechismum. 
Für  die  Hausuätter  /  jr  gesinde  xu  lehren. 

Gedruckt  zu  Nürnberg  /  durch  Johan  vom  Berg  / 
vnd  Virich  Newber.  1556.  5  Teile.  Am  Schluß  ein  Holz- 
schnitt mit  dem  Psalm:  „Wol  dem  Volck  das  jauchtzen  kan." 

2.  Das  achtxehend  vnd  neunxehend  Capitel  /  vnd  ein  Stück 
aus  dem  zwentzigsten  S.  Johannis  von  dem  Leiden  / 
Sterben  /  vnd  Äufferstehung  vnsers  Herrn  Jhesu  Christi. 
Gepredigt  vnd  ausgelegt  durch  Doct.  Mart.  Luth. 

Anno  1528  vnd  29.  Vorhin  nie  im  Druck  aus- 
gangen vnd  jetzt  allererst  zusamen  bracht. 

Gedruckt  zu  Jhena  durch  Christian  Rödingers 
Erben.    1557. 

3.  Auß  dem  Newen  vnd  vorhin  nochniegetruckten  Epitome 
oder  Summario  /  etlicher  Altkirchischen  /  Wolgegrünten  / 
vnd    Sehrifftreichen  Postillen:   Nemlich  auß   den  Predigt- 


79 

büchern  der  .  .  .  Herren  D.  Johan  Fabri,  Eocii,  vnd 
Herren  D.  Jodoci,  Clichtovei  Neoportuensis,  seligen 

Durch  M.  Henrich  Pflegern  /  der  Keyserlichen 
San  et  Bartholomes  Stifftkirchen  zu  Franckfurt  am  Meyn  / 
dieser  zeit  Ordenlichen  Predicanten  vnd  Canonicum. 

Meyntz.  Druckts  Franciscus  Behem  zum  Maul- 
baum.   1557. 

4.  Von  Jherlicher  Visitation  /  vnd  was  hiedurch  für  menget  / 
vnd  gebreciien  /  fast  an  allen  orten  mögen  befunden 
werden  /  .  .  .  .  Geschrieben  zu  beforderung  einer  Dis- 
ciplin  /  durch  Erasmum  Sarcerium  /  Superintendenten 
der  alten  vnd  löblichen  Graffschafft  Mansfelt. 

Gedruckt  zu  Eisleben  /  durch  Vrbanum  Kaubisch.  O.  J. 

5.  Erasmi  Sarcerii  Büchlein  /  von  der  rechten  vnd  wai'eti 
Bekentnis  der  Warheit  /  Einer  ansehelichen  Person  zu 
trost  geschrieben. 

Gedruckt  zu  Eisleben  /  durch  Vrbann  Kaubisoh.  1557. 
Auf  dem   Titelblatt   Porträt    des   Sarcerius    in 
Holzschnitt. 

6.  Beider  Antichrist  /  des  Constantiriopolitanischen  /  vnd 
Bosnischen  /  einstimmig  vnd  gleichförmig  Leer  /  Glauben  / 
vnd  Beligion  /  Wieder  Christum,  den  Son  deß  lebendigen 
Gottes.    Durch  D.  Andream  Musculum.    1557. 

Titelblatt-Holzschnitt:  Türkische  Soldatengreuel. 
Gedruckt  zu  Franckfurt   an   der  Oder   /   durch  Jo- 
hann Eichorn  /  Anno  1557. 

7.  Gedencken  vonn  dem  Kriege  j  der  Anno  /  etc.  sechs  / 
siben  /  vnd  viertzig  im  land  xu  Meisseri  und  Sachsen 
gefürt  ist  /  wofür  er  zuhalten  sey  /  gestalt.  Durch  Christian 
Aleman  /  mit  einer  kurtzen  vorrede  Christoff  Cunrads. 

Gedruckt  zu  Basel,  1557. 

93.  Sammelband.  Holzband  in  Quart  mit  Lederpressung;  auf  beiden 
Buchdeckeln  in  Pressung  das  Porträt  des  Christoph 
Herzog  zu  Württemberg  im  54.  Lebensjahr,  in 
schöner  Ausführung.     Inhalt: 

1.  Protokoll  des  Gesprächs  zwischen  den  Pfältxischen  vnd 
Würtenbergischen  Theologen  /  im  Aprill  des  1564.  Jars 
XU  Maulbrun  gehalten. 

Getruckt  zu  Tübingen  /  1565.    303  sign.  Seiten. 


80 


2.  Christliche  vnd  in  Qoites  Wort  gegründte  Erklärung  / 
Der  Würtenbergischen  Theologen  Bekanndtnuß  /  von  der 
Maiestet  des  Menschen  Christi  /  zu  der  Gerechtigkeit 
des  Vatters  /  vnnd  der  warhaiftigen  Gegenwert] gkeit  seines 
Leibs  vnd  Bluts  im  heiligen  Abendtmal. 

Tübingen,  1565.     CCIII  signierte  Seiten. 
Gedruckt  zu  Tübingen  /  bey  Virich  Morharts  Wittib. 

3.  Leiste  Antwort  der  Würtenbergischen  Theologen  /  Wider  die 
Haidelbergische  Theologen  /  von  der  Maiestet  des  Menschen 
Christi  zur  Gerechten  der  allmächtigen  Krafft  Gottes  / 

Getruckt  zu  Tübingen  /  1566.     126  sign.  Seiten. 

4.  Bestendige  widerholung  vnd  grundtliche  erklärung  der 
Kirchen  vnd  Schulen  im  Fürstenthumb  Würtemberg  Lehr 
vnd  Bekanntus  /  Von  der  Person  vnd  beeden  Naturen 
vnsers  Herrns  vnnd  Heilands  Christi  /  .  .  .  .  Gestelt  von 
den  Würtembergischen   Theologen.      255   signierte   Seiten. 

Getruckt   zu   Tüwingen  /   durch  Georgen  Gruppen- 
bach.    1572. 

5.  Zwo  Christliche  Predigen  /  Von  Oottseliger  einigkeit  der 
Kirchendiener:  Von  der  Maiestet  des  Menschen  Christi  j 
xur  Hechten  der  Krafft  Gottes  ....  Gehalten  zu  Mem- 
mingen durch  Jacobum  Andree,  D.  Probst  zu  Tübingen 
vnd  bey  der  Vniuersitet  daselbsten  Cantzler.    179  sign.  S. 

Getruckt  zu  Tübingen  /bey  Georg  Gruppenbach.  1573. 

6.  Ein  Christliche  Predig  /  Von  dem  Eingesalzten  H.  Euan- 

gelischen  Kirchendienst  j  Lehr  vn  Predigampt 

Gethon  zu  Geißlingen  .  .  .  1572  durch  Ludouicum  Rabus. 
D.  Der  Kirchen  zu  Vlm  Superintendenten. 

Getruckt  zu  Vlm  /  bey  Joh.  Anthonii  Vlhart.    1573. 

94.   Sammelband.     Holzband  in   Quart  mit  Lederpressung,    Mar- 
ginalien und  Schließen.     Inhalt: 

1.  Eyn  kurtxer  außzug  /  auß  dem  Bebstlichen  rechten  der 
Beeret  vnd  Decretalen  /  In  den  artickeln  /  die  vngeuerlich 
Gottes  wort  vn  Euägelio  gemeß  sein  /  oder  zum  wenigsten 
nicht  widerstreben.     1530. 

Titelblatt  in  Holzschnittrahmen.     Ohne  Druckort. 

2.  Vnnderricht  deren  so  in  kranckheiten  vnd  tods  nötten  lige 
von  dem  hayligen  Sacrament  des  leybs  vnnd  bluts  Christi/. . . 
Johann.  Pomer.    Wittemberg.    1527. 

Titel  in  schönem  Holzsohnittrahmen.  Ohne  Druckort. 


ofewberXocbatPbilpuRtion 

f.    ^         tu*  2>»  Wrt^ 


Jahreslericlit  des  Museum  Francisco- Carolinum  in  Linz,  1903. 


81 

3.  Ein  predig  Mart.  Luthers  /  das  man  kinder  xur  Schulen 
hauen  solle.     M.D.XXX.     26  Bl.  ohne  Druckort. 

4.  An  den  durchleuchtigen  christlichen  Fürsten  vnd  Herren  / 
Oeörgen  Marggraffen  zu  Brandenburg  etc.  das  sich  sein 
fürstlich  gnad  durch  die  raenig  vn  betroung  der  wider- 
christen  /  nit  erschrecken  noch  helligen  wolle  lassen. 
Ermauung    Martin   Meglin   Pfarrers    zu   Kitzing.     1529. 

Titel  in  Holzschnittrahmen.  Jobst  Gntknecht.  (Drucker.) 

5.  Der  Hüdert  vnnd  Eylfft  Psalm  außgelegt  durch  Doct.  Martin 
Luther  zu  Wittemberg.    1530. 

Titel  in  schönem  Holzschnittrahmen.  Ohne  Druckort. 

6.  Ob  man  für  dem  sterben  fliehen  muge.  Mart.  Luther. 
Wittemberg.    1527.     Titel  in  schönem  Holzschnittrahmen. 

Gedruckt  zu  Wittemberg  durch  Hans  Lufft. 

7.  Das  der  war  leyb  Christi  vnd  seyn  heiliges  blut  j  im 
Sacramet  gegetiivertig  sey  /  .  .  .  .  Jacobus  Strauß.  Zu 
Markgraff  Baden.    1527. 

Titel  in  originellem  Holzschnittrahmen.     O.  Dr. 

8.  öetrewe  ermanung  /  So  etlich  christlich  personen  /  auff 
yetz  gehalten  Reychstag  zu  Speyer  den  Fürsten  Teutschs 
Landts  zugeschriben  haben.     1526. 

Titel  in  Holzschnittrahmen.     Ohne  Druckort. 

9.  Ein  bruderlich  ermanung  zu  den  die  sich  nenen  Ewan- 
gelisch  /  wie  der  Christenlich  glauben  sei?i  an  fang  hab 
V071  dem  haupt  Christo  / .  .  .  Durch  Johan  Freyberger  .... 
gepredigt  am  AufParttag  1523. 

Gedruckt  zu  Landßhut. 

10.  Die  Artickel  vnd  beiverung  der  selbigen  /  so  die  Prelaten  / 
Ebt  I  Stifft  vnd  Clöster  haben  eyngelegt  /  in  Lutherischen 
Sachen  /  am  tag  des  gesprechs  vor  dem  .  .  .  Fürsten 
Casimir,  Marggraffen  etc.    1525.    Ohne  Druckort. 

11.  Chronica  von  vil  vnnd  mancherlay  historien  vnd  in  vil 
landen  vnd  gegenden  geschehen,  von  dem  Jar  nach  Christi 
geburt  biß  auff  das  1519  /..  . 

Titel  in  Holzschnittrahmen.    Ohne  Druckort.    30  Bl. 

12.  Von  der  Widertauffe  an  zwen  Pfarherrn  /  Eyn  brieff. 
Marti.  Luther.  Wittenberg.    1528. 

Titel  in  Holzschnittrahmen.    Ohne  Druckort. 

6 


82 

13.  Ein  anzaigen  auß  lautrer  gegründter  geschrifft  /  des  Oött- 
lichen  /  OaystUchen  /  vnyid  Weltlichen  gewalts  /  Auch  der 

erwölung  der  Diener  /  oder  Richter  /  in  den  selbigen 

90  signierte  Blätter.     1527.    Ohne  Druckort. 

14/a.  Histori  oder  das  warha,ftig  geschieht  /  des  leydens  vnd 
Sterbens  Lienhart  Keysers  seligen  I  etwen  Pfarrers  zu 
Waytzenkirchen  /  von  des  heyligen  Euangelii  vnd 
Götlicher  warheyt  wegen  zu  Passaw  verurteylt  /  vnd  zu 
Scherding  verbrandt  /  am  Freytag  nach  Laurentii  /  im 
jar  1527.  Item  ein  trostbrieff  Doctor  Martini  Luthers  / 
gemeltem  Lienhardt  Keyser  seligen  /  in  seynem  gefenok- 
nuß  zugeschickt.     6  Bl.  ohne  Druckort. 

14/b.  warhaffte  hystorien.  Von  dem  friimen  zeugen  vn  marterer 
Christi  Johansen  Heuglein  von  Lindaw  /  so  vmb  Christen- 
licher  warheyt  willen  durch  den  bischoff  von  Costentz 
zu  Merspurg  /  verprent  ist  worden  /  auff  den  zeheden 
tag  May  im  1527.  Jar. 

Titelblatt  in  Holzschnittrahmen.  Zum  Schluß  ein 
Reimspruch.     8  Bl.  ohne  Druckort. 

15.  Trostunge  an  die  Christen  zu  Halle  vber  Er  Georgen  yhres 
Predigers  tod.    Marti.  Luther.   Wittemberg.    1527. 

Titel  in  schönem  Holzschnittrahmen. 

16.  Absagbrief  des  Fürsten  dyser  weit  etc.  wider  Martinum 
Lutther. 

Holzschnitt  auf  dem  Titel:  Ein  Bote  übergibt 
M.  Luther  einen  Brief.    5  Seiten  Text  ohne  Jahr. 

Am  Schluß:  Getruckt  zu  Saltzpurg  /  durch  den 
geweichten  Krumbschnabel  bey  der  Roßschwemb. 

17.  Radschlag  vber  den  Lutherischen  handel  /  Dem  .  .  .  Fürsten 
Ludwigen  Pfaltxgrawen  am  Rheyn  /  Hertxogenjnn  Beyern  j 
.  .  .  gemacht  auff  Speyerischen  reychstage  /  durch  seyner 
P.  G.  Landschreyber  Guttenberger  gemeynschaflft  / 
Jacob  Schorren.     1526. 

Titel  in  schönem  Holzschniltrahmen.  Ohne  Druckort. 

D5.  Drey  vnd  dreissig  Predigten  Von  den  fürnemsten  Spaltungen 
in  der  Christlichen  Religion  /  so  sich  zwischen  den 
Bäpstischen  /  Lutherischen  /  Zwiuglischen  /  Schwenck- 
feldem  vnd  Widerteuffern  halten.  Geprediget  zu  Eßlingen  / 


83 

durch  Jacobum  Andree  /    D.  Probst  zu  Tübingen  /  vnd 
bey   der  Vniuersitet  daselbsten  Cantzlern. 

Gedruckt  zu  Tübingen.     1589.     5  Teile. 

Holzband  in  Lederpressung :  Mariens  Verkündigung.  4^. 

96.    Sammelband.     Holzband    in    Quart    mit    Lederpressung    und 
Schließen.     Inhalt: 

1.  Notwendige  Erinnerung  Von  der  Teutschen  Bibel- 
dolmetschung  I  sampt  Widerlegung  aller  der  Vrsachen  j 
darumb  die  Bäpstischen  den  Layen  die  Bibel  zulesen  ver- 
bleiten. Durch  Jacobum  Andree  /  D.  Probst  zu  Tübingen. 

Getruckt    zu   Tübingen    /    1568.      98    sign.   Seiten. 

2.  Orundtliche  Widerlegung  der  vermeindten  Vrsachen  /  Darumb 
etilich  von  der  Christlichen  j  vnd  in  Gottes  Wort  gegründter 
Augspurgischen  Confession  zum  verdampten  Bapstumb 
abgefallen.  Gestelt  durch  Jacobum  Andree  /  D.  Probst 
zu  Tübingen.     1568.     164  sign.   Seiten. 

Getruckt  zu  Tübingen  /  bey  Virich  Morharts  Wittib. 

3.  ConfessionschHfft :  Etlicher  Pr'edicanten  in  den  Herrschafften 

Graitx    /    Geraw    /    Schonburg  /    vnd   anderer 

1567.     O.  Dr. 

4.  Vom  alten  vnd  newen  Glauben.  Ein  Predig  auff  den 
ersten  Sontag  deß  Aduents  /  .  .  .  .  Durch  Jacob  Heer- 
brand /  der  H.  Schrifft  Doctor  vnd  Professor  der  Hohen- 

•  schul    Tübingen    /    auch    Prediger    der    Kirchen    daselbst. 
Getruckt  zu  Tübingen.     1569.     O.  Dr. 

5.  Gratulation  /  Das  die  Prediger  vnd  Lehrer  im  Hertxog- 
thumb   Bayern   Lutherisch    tvorden.     D.  Jacob   Andree. 

Getruckt    zu    Tübingen.      1568.      28    sign.    Seiten. 

6.  Warnung  /  Vor  der  falschen  Lehr  /  viid  Phariseischen 
Gleißnerey   der  Jesuiter.     Lucas  Oslander  /  D.     1568. 

164  sign.  Seiten. 

Getruckt  zu  Tübingen  /  bey  Virich  Morharts  Wittib. 

7.  Ein  bescheidener  /  historischer  /  vnschmälicher  Bericht  / 
a7i  alle  Churfürsten  j  Fürsten  vnd  Stende  deß  Reichs. 
Von  des  Bapstumbs  auff  vnd  abnemen  j  desselben  ge- 
schicklichheit  /  Vnd  was  endtlich  darauß  folgen  mag. 
Durch  Johannem  Schlsidanum. 

Getruckt  im  Jar  1567.     O.  Dr. 

6* 


84 

97.    Sammelband.    Holzband  in  Quart  mit  Lederpressiing,    Margi- 
nalien und  Schließen.     Inhalt: 

1.  Warhafftige  historie  j  wie  das  Eiiangelium  xu  Münster 
angefangen  /  vnd  darnach  durch  die  Widderteuffer  ver- 
störet I  Widder  auffgehört  hat.  Durch  Henrioum  Dorpium 
Monasteriensem.     1536,     O.  Dr. 

2.  Äuff  die  Neive  Zeittung  von  Münster  D.  Martini  Luther 
Vorrhede.    Wittemberg.     1535.     4  Bl.  o.  Dr. 

3.  Etliche  Propositiones  ivider  die  lehr  der  Widerteuffer 
gesteh    durch    Philip.    Melanth.     1535.     4   Bl.    o.    Dr. 

4.  Newe  Zeittung  von  den  Widerteuffern  xu  Münster.    1535. 

10  Bl.  o.  Dr. 

5.  Etliche  Propositiones  .  .  .   wie  bei  Z.  3. 

6.  Historia  der  belegerung  vnd  eroberung  der  Statt  Münster 
Anno  1535. 

Holzschnitt  auf  dem  Titelbl. :   Einname  der  Stadt. 
Getruokt   17.  Julii.     4  Bl.  o.  Dr. 

7.  Verlegimg  etlicher  vnchristlicher  Artikel:  Welche  die  Wider- 
teuffer fürgeben.     Philippus  Melanthon.     20  Bl. 

Gedruckt     zu    Wittemberg     durch     Georgen    Rhaw. 

8.  Newe  xeyttung  /  Wie  die  Statt  Münster  eroberet  vnnd  ge- 
wunnen  tvorden  ist  /  am  Freytag  nach  Sant  Johannes 
des  TeuflPers  tag  /  den  25.  Junii  1535. 

Titel-Holzschnitt:     Greuelszenen    der    eroberten 
Stadt.     3  Bl.  o.  Dr. 

9.  Acta  :  Handlungen  :  Legation  vnd  schriffte  :  so  durch  den 
.  .  .  Fürsten  Philipsen  j  Landgrawen  zu  Hessen  etc.  hin 
der  Münsterschen  sache  geschehen  /  zusamen  gepracht. 
Durch  Antonium  Coruinum.  Item  •  Gespreche  vnd  di- 
sputation  Antonii  Coruini  vnd  Joannis  Kymei  /  mit  dem 
Münsterischen  König  j  mit  Knipperdolling  j  vnd  Krechting  / 
ehe  denn  sie  gerechtfertigt  worden  sein  /  gehalten  Im 
Jener  Anno.  1536.     42  Bl.  o.  Dr. 

10.  Oesprech  oder  disputation  Antonii  Coruini  /  vnd  Johannis 
Kymei  /  mit  Johan  von  Leida  j  dem  Münsterischen  König 
zu  Beuerger  gehalten.     32  Bl. 

Gedruckt    zu    Wittemberg    durch     Georgen    Rhaw. 


85 

11.  Warhaffthiger  gegrünier  keg~ehericht  d.  Magdeburgischen 
Stadthalters  j  vnd  heimuerordenten  Reihe  /  wider  Anthoni 
Schenitz  /  jüngst  zu  Wittemberg  außgangen  Schädtbuch  / 
wie  sich  die  Sachen  mit  Hansen  Schenitz  seins  brudern 
Rechtfertigung  zugetragen  /  Vnd  womit  er  den  Galgen 
wol  verdient  bat  /  vnnd  jm  an  seinem  leib  noch  gute  / 
jnn   dem    kein   vnrecht   geschehen   sey.     1538. 

Gedruckt  zu  Cölne  durch  Peter  Quentel. 

12.  Wider  den  Bischoff  xu  Magdeburg  Älbrecht  Cardinal. 
D.  Mar.  Luth.     1539. 

Titel   in  schönem  Holzschnittrahmen. 
Gedruckt  zu  Wittemberg  durch  Hans  Lufft. 

13.  Änthonii  Schenitx  Notwehre  /  auff  das  ertichte  Buch  / 
vnter  Graff  Philipsen  von  Mansfelt  Stathalters  /  vnd  beider 
StiiFte  Magdeburg  vnd  Halberstad  Hofrhete  namen  /  aus- 
gegangen. Wittemberg.    1539.  Titel  in  Holzschnittrahmen. 

Gedruckt  zu  Wittemberg  durch  Hans  Lufft. 

14.  Verantwortung  dreyer  gegenivurff  der  Papisten  xu  Braun- 
swig  j  darinn  fast  jr  gröster  grund  ligt  /  zu  dienst  dem 
Ersamen  Veisen  Oschersleuen  /  D.  Vrbanum  Regium  / 
Celle  Saxonum.     1536. 

Titel   in  schönem  Holzschnittrahmen. 
Gedruckt  zu  Wittemberg  durch  Joseph  Klug. 

15.  Warhafftig  berichi  /  an  alle  Stende  Deutscher  Nation  /  tvie 
vnd  in  was  gestalt  /  die  löbliche  Stette  des  Königreichs 
Denmarck  /  Copenhagen  vnd  Elbagen  /  xu7n  ytxigen  Krieg 
gedrungen  vnd  genötiget 

Gedruckt     24.    Nouembris.      1535.      8    Bl.    o.    Dr. 

16.  Ain  schöfier  dialogus  oder  gesprech  /  so  ain  Prediger  münch 
Beinbus  genant  /  vnd  ain  Burger  Silenus  /  vnd  sein  Narr 
mit  ainander  habeni, 

Titel  -Holzschnitt:  Gespräch  dieser  drei  Personen. 
4  Bl.  o.  J.  u.  Dr. 

17.  Ain  kurtxi  anred  xu  allen  my ßgÜ7istigen  Doctor  Luthers 
vn  der  Christenlichen  freyheit. 

Satirischer  Holzschnitt  auf  dem  Titelblatte. 

4  Blätter;  die  drei  letzten  Seiten  in  Reimen.    1532. 

18.  Ermanung  zum  Creutx  in  der  xeyt  der  Verfolgung.  Durch 
Thomam  Venatorium.     1530.    8  Bl.  o.  Dr. 


86 

19.  Wie  in  Ehesache  vnd  inn  den  feilen  /  so  sich  derhalben 
xutragen  /  nach  Götlichen  billiohen  rechten  /  Christenlich 
%u  handeln  sey.  Johan.  Brentius.  Mit  eyner  Vorrede 
M.  Luthers.    1531. 

Titel  in  Holzschnittrahmen. 

Gedruckt  zu  Nüremberg  durch  Künigund  Hergotin. 

98.  Sammelband,    Holzband    in    Quart    mit    Lederpressung    und 

Schließen.     Inhalt: 

1.  Agend  Büchlein  für  die  Pfarrherren  auff  dem  Land.  Durch 
Yitum  Dietrich.     1556. 

Nürnberg,   Johann    vom   Berg   vnd   Vlrioh   Newber. 
Titel  in  Holzschnittrahmen. 

2.  EynfeÜige  belcantniß  vnd  vniierfelschter  Euangelischer 
Bericht  /  der  waren  Christlichen  /  Apostolischen  vnnd 
alt  Catholischen  mutter  Kirchen  /  Welcher  gestalt  man 
das  heylige  Nachtmal  vnsers  herrn  Jesu  Christi  außteylen 
vnd  entphahen  solle  /  .  .  .  Durch  Petrum  Lo  /  von 
Eluerueld  abgezogen. 

Getruokt  zu  Marpurg  /    im  jar  1556  vff  Hymelfart 
Marie  bei  Andreas  Colben. 

3.  Widder  die  verfluchte  lere  der  Carlstader  j  vnd  alle  für- 
nemste  Heubter  der  Sacramentirer  /  Rottengeyster  /  widder- 
teuffer  \  Sacramentlesterer  /  Eheschender  /  Musikaverechter  / 
Bildstürmer  /  feiertagfeinde  /  vnd  verwüster  aller  guten 
Ordnung.     Erasmus  Alberus  Doctor. 

Getrucket  zu  Newenbrandenburg  bei  Anthonio  vnd 
Walthero  Brenner  gebrüdern  /  1556. 

99.  Sammelband.     Holzband     mit     schöner     Lederpressung     und 

Schließen.     Inhalt: 

1.  Christliche  j  notwendige  vnd  ernstliche  Erinnerung  /  Nach 
dem  Lauff  der  jrdischen  Planeten  gestelt  /  Darauß  ein  jeder 
einfaltiger  Christ  zusehen  /  wa^  für  Glück  oder  Vnglück  / 
Teutschlandt  diser  zeit  zugewarten.  Durch  Jacobum  Andree 
D.  Probst  zu  Tübingen. 

Tübingen  /  1567.     O.  Dr.     207   bez.  Seiten. 

2.  Drey  Christliche  /  tröstliche  Predigen  j  Vber  der  Leich  / 
weilund  des  .  .  .  Fürsten  Christoffen,  Hertzogen  zu  Wür- 
temberg   /    .    .    .     Durch  Wilhelmum    Bidembach    /    D. 

Getruokt  zu  Tübingen   /    1569. 


87 

3.  Widerlegung  der  vermeindten  Ahleinung  /  so  D,  Oeorgius 
Lautherius    wider    D.    Jacoben    Ändree    /    Probsts     vnnd 

Cantzlers    zu    Tübingen    Gratulation    gestellet 

Lucas    Oslander    /     D.    Prediger    zu     Stuttgarten     bey 
Sanct  Lienhart. 

Getruckt  zu  Tübingen,  1569.   120  sign.  Seiten,  o.  Dr. 

4.  Von  dem  Concilio  xu  Trient.  Canon  j  Regel  vnd  Proceß  / 
Wie  der  Babst  mit  seinen  Geistlichen  /  in  dem  selben  vn 
andern  seinen  Concilien  /  Kirchen  vn  Religion  saohe  pflegt 
zu  handeln  /  die  Kirch  zu  reformiren  vnd  Religionstreite 
zu  vrtheilen.    Matth.  Flacius  Illiricus.    Nicolaus  Gallus. 

1563.  Gedruckt  zuRegenspurgdurchHeinrichen  Geißler. 

100.    Sehr  schöner  Holzband  mit  Lederpressung,  aufgedrucktem  Adels- 
wappen, Messingecken  und  Schließen.   Quart.    Er  enthält: 

1.  Confessionsschrifft.  Nach  welcher  bißhero  in  den  Reusischen 
Kirchen  /  vermöge  Heiliger  Schrifft  /  Augspurgischer 
Confession  /  vnd  des  Hocherleuchten  Teuren  Mannes 
Gottes    D.  Martini    Lutheri    Schrifften    /    geleret   worden. 

Gedruckt  zu  Jehna  durch  Tobiam  Steinmann  / 
Anno  Christi  1599. 

Titel  in  schönem  Holzschnittrahmen.  311  sign.  Seiten. 
Druckerzeichen  am  Schluß. 

2.  Eine  Christliche  Predigt  Voji  des  frommen  vnd  Gottseligen 
Königes  Josaphats  im  Königreich  Juda  angestelleter  Visi- 
tation vnd  Policey  Ordnung  /  Gehalten  zum  Lobenstein  / 
den  7.  Decemb.  des  jüngst  verschienen  98.  Jahrs  .... 
Durch  Fridericum  Glaser  /  Reussischen  Gerawischen 
Hoffpredigern. 

Gedruckt    zu    Jhena    /    durch    Tobiam    Steinmann. 
Titel  in  Holzschnittrahmen. 


-SSJJfjiJlfHj^Ö'B 


\ 


I.  Sachregister. 


(Die  beigesetzten  Zahlen  bedeuten  die  Nummern  der  Bände.) 


Abgötterei  49/15. 

Absagebrief  wider  Martin  Luther  94/16. 
Adiaphoristen  85/13,  16,  17  u.  18.  89/1. 
Agendbüchlein  für  die  Pfarrer  auf  dem 

Lande  98/1. 
Amberg,  neue  Zeitung  von.  49/20. 
Antibellarminus  4. 
Arithnetik.   Von  Peter  Ramus  48/5. 
Auferstehung  der  Toten  60. 
Au{fsbiirg,  Bischof  Christoph  von  51/3. 

—  Interim  61/1—5.    79/1. 

Babilonia,  Einnahme  der  Stadt  49/24. 

51/22. 
Balaams  Eselin  49/2. 
Basel,  Conzil  zu  50/13. 

—  Mandat  der  Stadt  gegen  den  Bi- 

schof 50/34. 

Basilisk  zu  Magdeburg  90/12. 

Bayern,  Gratulation  an  die  luther.  Pre- 
diger 48/1.  96/5. 

Beschtcerden,  hundert,  über  den  Papst 
85/4. 

Bibellesen  96/4. 

Böse  Zungen  blj\l. 

Brabant,  Einfall  in  46/10,  12. 

Brautpredigten  von  Spangenberg  32. 

Breslau,  Schlußreden  zu  49/14. 

Bulla  des  Antichrists  77/10. 

—  des  Papstes  Paul  IIL  77/11. 
Bücher,  verbotene  79/18. 

Calvinischer  Katechismus  91/2. 
Christliche  Erinnerung.    Von  Bucerus 
45/1. 


Chronica  von  mancherlei  Historien  bis 

1519     94/11. 
Clavis  scripturae  S.    Von  Flacius  6. 
Comödien  (.Tosephus  und  Ruth).    Von 

Hunnius   3. 
Concilium  zu  Basel  50/13. 

—  zu  Mantua  46/1.  51/17  u.  23.  85/5. 

—  zu  Trient  46/3.  79/13.  85/7-9.  99/4. 

—  zu  Vicenza  46/7. 

Concordanx  und  Zeiger  über  die  heil. 
Schrift  22.  33. 

Consensus  orthodoxus  sacrae  scrip- 
turae 17. 

Corpus  doctrinae  Christianae.  Von  Me- 
lanchthon  29. 

Dänemark,  Krieg  1535    97/15. 
Deutsch  Theologia  53/1. 
Disciplin.  Von  Sarcerius  25. 
Disputation  zwischen  einem  Chorherrn 

und  einem  Schuhmacher.    Von 

Hans  Sachs  50/30. 
Disputationes  theologicae  62. 
Donatio  Constantini.  Von  M.  Luther  90/9. 
Doria  Andreas  49/31. 
Druckerxeichen  3.  6.  7.  8.  9.  10/1  u.  2. 

13/1  u.  2.  15.  16.  17.  20.  22. 

Ehespiegel.   Von  Spangenberg  32. 
Ehestand,\om.  heiligen.Von  Sarcerius  30. 
Eidgenossenschaft,  Krieg  der  49/39. 51/29 
und  33. 

—  Sendbrief  an  den  Bischof  von  Kon- 

stanz 50/3. 

—  Episteln  an  die  50/32  u.  33.  51/19. 


90 


Enchiridion.  Von  Erasmus  von  Rotter- 
dam 86/7. 

Erbsünde,  von  der  81/7  u.  9. 

Esaias,  Prophet  8.  82.  86/1. 

Esel,  Lob  desselben.  Von  Agrippa  51/31. 

Evangelia  quatuor.    Von  Osiander   42. 

Evangelienbuch.  Von  Geiler  von  Kaisers- 
berg 40. 

Evangeliorum  explicatio  20. 

Exodm,  das  zweite  Buch  Mosis  83. 

Exechielis  templum  18. 

Feldxtig  in  Deutschland  1552     89/6. 
Frankfurt,  Reichstag  zu  1558    89/22. 
Frankreich,  Krieg  mit  51/11.  89/5. 
Fücfise,  lose,  dieser  Welt  80/11. 

Geistliche,  deren  Scheinwerke.  Von  Hans 

Sachs  50/31. 
Genesis  10/2. 
Gräflingen,  Schlacht  bei  der  Veste  89/26. 

Hagenau,  vom  Tag  zu  1540  46/2.  58/6,7. 
Harmonia  ex  tribus  Evangelistis  12. 
Hausbuch    für    die    einfältigen    Haus- 
väter 27. 

—  mit  50  Predigten  28. 
Heiligenanrufung  50/25. 

Himmel  und  Hölle.  Von  Musculus  47/3. 
Hiob,  die  ersten  12  Kapitel  59. 
Historien  der  Heiligen   und  Märtyrer 

69/2,  3,  4. 
Hochzeit-Predigten  76/1. 
Holzschnitte.  AufTitelblättern:  10/2. 

11.  ll'/ü-  21.  25. 31.  36.  40.  46/11, 
14 u.  18. 47/6.  48/5. 49/2, 18,33,42. 
50/4,  17,  18,  24,  30.  51/8,  13,  14, 
27,  30.  53/1.  57/2  u.  11.  61/11  u. 
14.  63/4.  80/11.  86/1,5.  90/7,11, 

12.  92/6.  94/16.  97/6,  8  und  16. 
Satirische:  79/14  u.  15.  97/17. 
Im  Text:  20.  41.  46/20.  49/33. 
69/2,  3  und  4.  80/11.  Am 
Schluß:    38.   40.   46/17.   50/25. 

Jesuiten,  Lehre  der  96/6. 
Inschriften  auf  dem  Buchdeckel  3.  18. 
39.  79/19. 

—  auf  dem  Titel  42.  57/3.  90/1. 
Interim  zu  Augsburg  61/1 — 5.   79/1. 


Itinerarium  der  kaiserlichen  Botschaft 

in  Konstantinopel  49/33. 
Judieum  liber.  19. 
Julius,  Papst  85/11. 

Kammergericht,  Beschwerung  des  46/5 

und  9. 
Karnöffelspiel  des  Teufels  67/1. 
Kindertaufe  50/9. 
Kirchen    in    Reuß,    Konfessionsschrift 

100/1. 
Kirchen- Agenda  Augsb.  Konfession  71. 
Kirchenordnung  zu  Magdeburg  90/3. 
Kirchenstrafen  90/2. 
Königreiche,  die  vier  namhaftesten  46/17. 
Kopenhagen,  Eroberung  von  49/22. 
Kriegsleute,  vom  Beruf  und  Stand  der 

63/4. 
Kriegsrüstung,  geistliche  87/2. 
Kupferstiche  18.  71  (Kilian). 

Landeswappen,  oberösterr.,  auf  Buch- 
deckeln 3.  18.  19. 

Landsknechte,  Holzschnitte  51/13  u.  30. 
63/4. 

Lehrbüchlein  Zwingiis  über  Knaben- 
erziehung 50/24. 

Leiehenpredigten  76/2,  3,  4,  6,  7. 

—  über  Herzog  Christoph  von  Würt- 

temberg 1569.     99/2. 

Leipzig,  Konvent  zu  1632.    66/3. 

Libellus  consequentiae.  Von  Kedd  66/1. 

Jjuther,  Dialogus  von  Luther  und  der 
Botschaft  aus  der  Hölle  50/4. 

Lutheraner,  ewiges  Elend  der  un- 
bußfertigen 66/2. 

Maulbronn,  Gespräch  zu  1564  91/4.  93/1. 

Mercur,  der  Kaufleut  Abgott.  Reim- 
gedicht 51/37. 

Merspurg,  Hans  Heuglein  dort  ver- 
brannt 1527     94/14. 

Messe,  Buße,  Beichte  54/1,  2,  3.  56. 

Metz,  Belagerung  von  1553    89/13. 

Miltenberg,  Sendbrief  an  die  Gemeinde 
49/9,10.  50/35. 

Moses,  librum  primum.  Von  M.  Luther 
10/1. 

Münster,  Eroberung  von  49/18. 

—  Wiedertäufer  97. 


91 


Narrenschiff.  Von  Geiler  von  Kaisers- 
berg 41. 

Nieder'österreich,  Supplication  der  Aus- 
schüsse an  König  Ferdinand  in 
Religionssachen  46/19. 

Nürtiberg,  Verhandlung  mit  den  Prädi- 
kanten  49/6. 

—  Beschwerde    gegen    Albrecht   von 

Brandenburg  89/15, 16. 

Oesterreich,  Artikel  der  Landgerichte 
des  Fürstentums.  1520.  (Aus 
Gmunden.)   46/16. 

—  Joachim  Magdeburg  an  die  Land- 

schaft in  87/1. 
Orgeln,  Pauken  und  Glocken,  Gebrauch 
von  50/21. 

Papsttum,  Auf-  und  Abnehmen  96/7. 
Paradoxa,    280,    aus   der   hl.   Schrift 

51/1.  53/3. 
Passau,  Vertrag  von  1552    89/14. 
Porträte,    Melanchthon  2.  29. 

—  Brentius  5. 

—  Herzog  Hans  Wilhelm  zu  Sachsen 

22. 

—  Joachim  Mörlin  23. 

—  Georg  Fürst  von  Anhalt  23V2- 

—  Michael  Coelius  24. 

—  Erasmus  Sarcerius  25.  47/1.  90/1. 

92/5. 

—  Kaiserbild  51/6. 

—  Martin  Luther  61/10. 

—  auf  dem  Buchdeckel:  Herzog  Chri- 

stoph zu  Württemberg  93. 
Postill  über  die  Evangelien  34. 
Praedieanten  in  Greiz,  Gera  1567   96/3. 
Predigten  von  Michael  Coelius  24. 

—  von  Heinrich  Bullinger  28. 

—  des  Fürsten  Georg  zu  Anhalt,  Dom- 

propst zu  Magdeburg  23V2- 

—  von  Caspar  Huberinus  64. 

—  verschiedene  50/1,  2.  81.  93.  95. 

—  40  über  den  ganzen  Katechismus 

92/1. 
Preussen,  wider  die  Götter  in  52/5. 

—  Pasquille  aus  52/10,11. 
Priesterehen  4idlll. 
Prophet  Micha  90/4. 

—  Die  Propheten.  Von  Osiander  43. 


Psalm,  der  46.    58/1. 

—  der  51.,  Davids  61/15. 

—  der  103.    61/14. 

Psalter  Davids,  21.  Predigten  hierüber 
23.  37.   Auslegung  44.  50/7.  73. 

Purppeln,  von  den  welschen.  Reim- 
gedicht 46/20. 

Quentin.    Eroberung  der  Stadt  89/25. 

Rechenkunst,  von  Peter  Bamus  48/5. 
Regensburg,  CoUoquium  zu.  1546.  45/7. 

—  Reichstag  zu.   1556.    89/28. 
Regum  über  secundus  16. 
Reichstag  zu  Augsburg.   Frangepan  als 

Orator  51/32. 

—  zu  Speier  46/11,13. 
Reimgedichte:  Von  den  welschen  Purp- 
peln 46/20. 

—  Von  Hans  Sachs  49/42. 

—  Mercur,  der  Kauf  leut  Abgott  51/37. 

—  Von  den  Lastern  und  Tugenden 

des  Weibes  63/3. 

—  Die  72  Namen  Christi.  Von  Hans 

Sachs  90/11. 
Reue,  Beichte  und  Buße  49/13. 
Ritter,  der  christenlich  86/7. 
Römische   Kaiser.      Reimgedicht    von 

Hans  Sachs  49/42. 
Rom,     Eroberung    der    Stadt    49/40. 

51/24  und  27. 

Sacrament  sub  utraque  specie  61/6. 

Sacramentierer  55. 

Salve  regina  49/27. 

Salxburger  Bischof,  Bedenken  85/10. 

Samuelis  liber  primus  16. 

Saufteufel,  wider  den  63/5. 

Schiff  der  Pönitenz.  Von  Geiler  von 
Keysersberg  38. 

Schlesien,  Ungewitter   in  49/28.  51/20. 

Schleswig,  Stadt.  Wunderbare  Erschei- 
nung 51/14. 

Schmalkaldische  Artikel  81/10.  87/1. 

—  Bund  89/13. 
Schwäbischer  Bund  49/35. 
Seelen-Paradies.  Von  Geiler  von  Key- 
sersberg 36. 

Sermones  von  Bullinger  7. 

—  von  Geiler  von  Keysersberg  39. 


92 


Sonnen,  drei,  mit  ihren  Regenbogen 
und  Ringen  46/18. 

Speier,  Reichstag  zu  94/8. 

Spiegel  der  Hauszucht  35. 

Spielteufel  63/6. 

Stände,  o.-ö..  Schreiben  an  König  Fer- 
dinand 1538   58. 

Supputafio  annorum  mundi.  Von 
Luther  70. 

Symbolum  Apostolorum.  Von  Lasius 
68/1. 

Syntagma.  Von  Johann  Wigand  42V2- 

Tag,  vom  jüngsten  47/7. 

Teufel,  neue  Zeitung  vom  63/7. 

Theatrum  diabolorum  31. 

Thesaurus  theologicus.    Von  Vogel  9. 

Thorheit,  Lob  der  53/2. 

Testamentum  novum.  Von  Lossius  11. 

—  catholica     expositio     ecclesiastica 

IIV2. 
Trostspiegel  der  armen  Sünder  25. 
Türkennot  46/6.  51/4  u.  8. 
Türkenbüehlein  49/29. 

—  neues  63/8.  74/3. 
Türkenkriege    49/24,    32.       51/15,    22, 

25,  34. 
Tunis,   Vertrag   mit   dem   König  von 
49/26.  51/5  u.  35. 

—  Kaiserlicher  Sendbrief  wegen  49/37, 

38.  51/26. 

—  Sieg  des  Kaisers  51/36. 


Universitäten  Leipzig  und  Wittenberg. 
Erklärung  wegen  der  Augsbur- 
gischen Konfession  48/4. 

Venedig,  türkische  Botschaft  in  51/21. 

Vesperpsahnen,  die  54/4. 

Visitation,  jährl.,  Gebrechen  dabei  90/1. 

Vorsteckblatt  mit  einem  Schreiben  der 
oberösterr.  Stände  an  König  Fer- 
dinand 1538    58. 

Waixenkirehen,  Verbrennung  des  Pfar- 
rers Leonhart  Kaiser  1527  94/14. 

Wappen  in  Holzschnitt:  11.  23V2.  24. 
45/5.  46/1,  3,  5,  6, 15.  59.  63/8. 

Weiber,  Tugenden  und  Laster  der  63/3. 

Weissagung  des  Ant.  Torquati   51/18. 

Wiedertäufer  in  Münster  97. 

Wiedertaufe  an  zwei  Pfarrern.  Ein  Brief 
von  Martin  Luther  94/12. 

Wittenberg,  Katechismus  55/4,  5,  7,  8. 
—  Ordnung  der  Stadt  49/5. 

Worms,  CoUoquium  in  1557  89/19, 
20,  21. 

Württemberg,  neue  Landesordnung  46/15. 

Zeichen  am  Himmel  49/23. 

Zeitungen,  neue:  46/14.  49/18,  20,  22, 
25,  28  u.  31.  51/7,  9,  11,  13,  14, 
16  u.  34.  63/7.  89/24—27.  97. 
(Wiedertäufer.) 

Zinsen  und  Zinsnehmen  48/2, 


II.  Namenregister. 


J.«fe/pAt<«  Johannes  in  Schaffhausen  86/7. 
Agricola  Stephan  85/23. 
Agrippa  Heinrich  Cornelius  51/31. 
Älber  Erasmus  57/9.  90/12.  98. 
Albrecht  Markgraf  zu  Brandenburg  89/7, 

10,  12  u.  15.    89/16,  17  u.  18. 
Aleman  Christian  92/7. 
Amsdorf  Niclas  von  63/1.  85/2, 14  u.  18. 

90/6  u.  8. 
Andree  Jakob  47/4,  5,  7.  67/2,  3.  81/5, 

7,  9.  93/5.  95.   96/1,  2  u.  5.  99/1. 
Aquila  Caspar  zu  Salfeld  90/7  u.  12. 


Arbiter  Petrus  90/10. 

Athanasius,  Bischof.  Büchlein  über  den 

Psalter  50/7. 
Augustin   hl.,  Büchlein  von  den  zehn 

Geboten  50/8. 

Bamberg,  Bischof  Weigand  zu  89/17. 
Bembus,  Predigermönch  97/16. 
Bidembach  Wilhelm  98/2. 
Bodenstain  Andreas  49/41. 
Brentius  Joannes.    Opera  5. 
—  Explicatio  psalmorum  44. 


93 


Brentim  52/6,  7.  74/3.  81/5.  97/19. 

Brunner  Lienhart  zu  Worms:  Con- 
cordanz  33. 

Bucerus  Martin:  Ein  christliche  Er- 
innerung 45/1. 

—  Verschiedene  Schriften  45/2,  5  u.  7. 
Bugenhagen  Johann  37.  65.  72. 
Bullinger  Heinrich   in  Zürich    7  (Ser- 

mones).    28. 

Calvinus  Joannes:  Commentaria  12. 

Carolstadt  Andre  49/17. 

Castenpaur  Stephan  50/36. 

Christiati vonDänemsirk,  Ableben  89/3. 

Oivil'ius  79/11. 

Coccius  Sebastian:  Exodus  83. 

Coelestinus  Johann  Friedrich  55/6. 

Coelius  Michael  24.  61/14. 

Coliis  Wilhelm  89/2. 

Corvimts  Anton  97/9, 10. 

Creutxiger  Caspar  61/15. 

Grosner  von  Colditz  Alexius  49/1, 

Oulmann  Leonhard:  Contiones  14. 

Diepolt  Johann  zu  Ulm  50/15,  80/1. 
Dietrich  Vitus  80/10.  86/1.  98/1. 
Distelmair  Konrad  50/26. 
Dorpius  Heinrich  97/1. 

Eberlin  Johann  50/11. 

Eck  Johann  von.     Predigten  51/36. 

Eisengrein  Martin  88. 

Faber  Johannes  von  Heilbronn.  79/16. 

—  Michael  Jakob  60. 

Fischer  Christoph:  Psalter  Davids  21. 
Flacius     Matthias     lUyricus:      Clavis 
scripturae  S.  6. 

—  52/4—9.  61/8.   77/2,  5,  7,  8,  9.  79/1, 

2,  3,  6,  8,  9,  12,  13,  14,  15.  84/3. 

85/11,13,16,24—27.  87/4.  91/2. 

99/4. 
Franck  Sebastian  51/1  u.  31. 
Freyberger  Johann  94/9. 
Fricius  Andreas:  libri  tres  84/1,2. 

Oallus  Nikolaus  52/9, 12.  57/4, 12.  63/2. 

79/1, 10.  85/19. 
Oast  Hiob  58/1. 
Oedultig  Peter  22. 


Qeiler  von  Keysersperg.  Seelen -Para- 
dies 36. 

—  Schiflf    der    Poenitenz    38,     Ser- 

mones  39. 

—  Evangehenbuch40,  Narrenschiff41. 
Oeorg  Fürst  zu   Anhalt,    Dompropst. 

Predigten  23  Vj. 

Oernhardits  Bartholomäus :  Vom  jüng- 
sten Tage  47/7. 

Gerung  Christoph  von  Memingen  49/3. 

Geymann  Hans  Christoph  zu  Gallspach 
1582     23. 

Glaser  Friedrich  100/2. 

Griti  Ludovico  49/36. 

Grünpeck  Josef,  Dr.  49/34. 

Gutienberger,  Landschreiber  94/17. 

Hafenreffer  Matthias :  teraplum  Ezechie- 

lis  18. 
Heerbrand  Jakob,   Predigt   74/5.   96/4. 
Heinrich  VHI.,  König  von  England  46/7, 
Hertxberger  Anton  Otto  in  Nordhausen 

52/8. 
Heß  Johannes,    Domherr    zu   Breslau 

49/14. 
Heuglein  Johann  von  Lindau  94/14. 
Huberinus  Caspar  35.  64. 
Hubert  Samuel:  Antibellarminus  4. 
Hug  Michel  zu  Lindau  50/27. 
Hunnius  Aegidius:  opera  latina  3. 

—  Comödien  „Josephus"  u.  „Ruth"  3. 

Johann  Friedrich,  Herzog  zu  Sachsen 

46/4. 
Jonas  Justus  46/7.  85/1. 
Josaphat,  König  in  Juda,  Predigt  100/2. 
Jud  Leo,  Pfarrer  zu  Einsiedeln  86/7. 

Kaiser  Leonhard,  Pfarrer  zu  Waizen- 

kircheu  94/14. 
Karl  F.,  Edikt  vom  4.  Okt.  1540  79/17, 

18, 19. 
Kedd  Jodok,  Soc.  Jesu  66/1,  2. 
Klopfer  Johannes  80/7. 
Korn  Gallus  50/5.  ■« 

Kurx  Franz,    Leichenpredigt  auf  74/4. 

Lasdenus  Baptista  80/6. 
Lasius  Christoph  68/1. 
Linek  Wenzel:  Vom  christlichen  Adel 
50/20,  21,  22,  23. 


94 


Lo  Petrus  98/2. 

Lossiuß  Lucas:  Novum  testamentum  11. 
Loytxer  Sebastian  zu  Memingen  50/28. 
Luther  Martin,  Dr.:  Opera  omnia  1. 

—  Mosis  über  primus  10/1. 

—  Genesis  10/2.  89|1. 

—  Evangeliorum  explicatio  20. 

—  Concordanz  und  Zeiger  über  die 

hl.  Schrift  22. 

—  Das  18.  und  19.  Capitel  Johannis 

47/2.  92/2. 

—  Letzte  Predigt  61/9. 

—  Etliche  Briefe  an  die  Theologen  auf 

dem  Reichstag  zuAugsburg  6 1/10. 

—  Supputatio  annorum  mundi  70. 

—  Zwei  Predigten  80/8. 

—  Sprüche  80/13. 

—  Schmalkaldische  Artikel  81/10. 

—  Von  der  Beicht  86/2. 

—  Prophet  Micha  90/4. 

—  Klagrede  90/5. 

—  Donatio  Constantini  90/9. 

—  Predigt    94/3.     Der    111.    Psalm 

94/5,  6. 

—  Von    der    Wiedertaufe     an     zwei 

Pfarrern  94/12. 

—  Trostbrief    an    Leonhard    Kaiser 

94/14. 

—  Trostbrief  an  die  Christen  zu  Halle 

94/15. 

—  Wider  den  Bischof  zu  Magdeburg 

97/12. 

—  Von  der  christlichen  Freiheit  97/17. 

—  Vorreden:  47/6.  49/28.  53/1.  74/2. 

85/5.   97/2,  19  u.  20. 

Magdebfj,rg  Joachim,  Prediger  zu  Raab 

87/1  u.  3. 
Maj<»-  Georg  58/3.  85/3, 17—21. 
Maria,  Königin  von  Ungarn  46/10  u.  12. 
Mathesius  Johann  76/1,  2,  3. 
Mayer  Sebastian  57/1. 
Mecklenburg,  Johann  Albrecht  Fürst  von 

85/28. 
Meglin  Martin  94/4. 
Melanchthon  Philipp.    Opera  omnia  2. 

—  Corpus  doctrinae  Christianae  29. 

—  Von  der  Kirche  und  alten  Kirchen- 

lehrern 58/4. 


Melanchthon  Philipp.    Über  die  Lehre 
der  Wiedertäufer  97/2,  5,  7. 

—  Verschiedenes  65/5,  7. 

—  Vorreden:  10/2.  23V2. 
Mencelius  Hieronymus  67/4. 
Menüis  Justus  52/1. 

Mörlin  Joachim,  Predigten  23. 

Moibanus  Ambros  74/2. 

Moritx  Herzog  von  Sachsen  89/9, 11. 

Mülich  Heinrich  80/3. 

Musculus  Andreas  47/3.  63/4.  92/6. 

Noricus  Nikodemus  80/9. 

Ochino  Bernhardino  8/5.  80/12. 
Oecolampadius  50/15  u.  16.  80/1. 
Oslander  Lucas.  Quatuor  evangelia  42. 
Propheten  43. 

—  Gegenschriften  gegen  ihn  51/2 — 6. 

—  Leichenpredigten  74/4,  6,  7. 

—  81/6.  96/6.  99/3. 

Paulus  in,  Papst  46/1.   49/30.  51/23. 

77/13. 
Pellicanus  Chuonrad:  Opera  13/1,  2. 
Pfeffinger  Johann,  Leichenpredigt  auf 

76/3.  79/12. 
Pfleger  Heinrich  92/3. 
Philipp  Landgraf  von  Hessen  89/23. 
Policarius  Johannes,  Prediger  zu  Weis- 

senfels  25.  52/3.  57/6,  11. 
Pomer  Johann  94/2. 

Eabus  Ludwig  von  Memmingen  69/2, 

3,4.  93/6. 
Ramus  Peter:  Rechenkunst  48/5. 
Rauscher  Hieronymus  47/6.  85/30. 
Regius  Urban    15.  49/18.   74/1.   97/14. 
Reich  Stephan  90/4. 
Reinhart  Martin  50/13  u.  14. 
Rentier  Leonhard  89/11. 

—  Simon  von  Schleiz  50/6. 
Rotingius  Michael  20. 

Rotterdam,  Erasmus  von  86/3—7.  80/2. 

—  Lob  der  Torheit  53/2. 
Rychssner,  Weber  50/29. 

Sachs   Hans.     Disputation   mit   einem 
Chorherrn  50/30. 

—  Von  den  Scheinwerken  der  Geist- 

lichen 50/31. 


95 


Sachs  Hans,  Reimgedicht  49/42. 
—  Die  72  Namen  Christi  90/11. 
Sarcerius  Erasmus  25.  26.  27.  30.  47/1. 

90/1,2.   92/4,5. 
Schenck  Jakob  58/5. 
Schenitx  Anton  97/11,  13. 
Schleidaniis  Johannes  96/7. 
Schmidt  Niclaus  63/3. 
Schönichen  Georg  zu  Eulenburg  49/16. 
Schorren  Jakob  94/17. 
Schwenckfeld  Caspar  49/8.  85/27. 
Selneccerm  Nikolaus  48/3.  55/1.  82.  91/1. 
Serrarius  Johannes  85/15. 
Snepßus  Theodorich  8.  73. 
Spalatinus  Georg  50/8. 
Spangenberg  Cyriacus  24.  32.  55/9.  67/1. 
Specker  Melchior  78. 
Stamhaim  Hans  von.     Leichenpredigt 

auf  ihn  76/6. 
Staphyhis  Friedrich  67/2. 
Staupitz  Johann :  Von  der  Liebe  Gottes 

50/19. 
Staygmayr  Hans  zu  Reitlingen  49/12. 
Strauß  Jakob  94/7. 

Tauler  Johannes  49/19.  50/12. 
Tilemanus  81/1,  2,  3.  84/4. 

XJrban,  Bischof  von  Gurk  87/2. 
Ursus  Joh.:  Ordnung  von  Zinsen  48/2. 


Faw»^^^/s  Valentin,  Pfarrer  in  Canstatt  56. 
Venatorius  Thomas  97/18. 
Vermilius  Florentinus  19. 
Viseher  Christoph  75. 
Vogel    Matthäus:    Thesaurus    theolo- 
gicus  9. 

Waldner  Wolfgang  91/4. 

Weller  Hieronymus  16  (Samuelis  liber). 

59. 
Westerburg  Gerhard  von  Köln  45/6. 
Westphalus  Joachim  77/1. 
Wicelius  Georg  54/1,  2,  3,  4. 
Wigand  Johann  42 V«  (Syntagma).  57/7. 

81/8. 
Wilhelm  Landgraf  zu  Hessen  89/8. 
Winnistede  Johann    zu   Quedlingburg 

57/5. 
Wömer  Johann:  Postill  34. 
Wolder  Simon  63/8. 
Würtemberg  Eva  Christina  Gräfin  von. 

Leichenpredigt  76/7. 
Würxburg,  Bischof  Melchior  89/17. 
Wurm  Matthias:  Balaams  Eselin  49/2. 
Wurstisizis  Christian  48/5. 

Zeuleysen  Ulrich  50/25. 

Ziegler  Clement  zu  Straßburg  49/15. 

Zwingli  Ulrich:  Lehrbüchlein  50/24. 


III.  Buchdrucker. 


Apiarius  Samuel  in  Bern  28.   In  Basel 

48/5. 

Behem  Franz  zu  Mainz  92/3. 

Berg  Johann  vom,  in  Nürnberg  35.  59. 
64.  86/1.  92/1.  98/1. 

Berwald  Jakob  in  Leipzig  25. 27. 48/3. 82. 

Brenner  Anton  und  Walter  in  Neu- 
brandenburg 98/3. 

Brubach  Peter  in  Frankfurt  a.  Main 
16,  91/5. 

Bwi  Siegmund  in  Straßburg  58/2. 

Colbe  Andreas  in  Marburg  98/2. 
Orato  Johannes  in  Wittenberg  2. 
Oreutxer  Veit  in  Wittenberg  52/3. 


Daubmann  Johann  in  Königsberg  81/8. 

Egenolphus  Christian  in  Frankfurt  11. 

46/17. 
Eichhorn  Johann  in  Frankfurt  a.  0.  47/3. 

63/4,  5,  6.  92/6. 
Emmel  Samuel  in  Straßburg  24.  32. 

57/6.  69/2,3,4. 
Emmeus  Johannes  in  Freiburg  54/2,  3. 
Ernst  von  Gera  in  Jena  81/3. 

Feierabend  Siegmund  in  Frankfurt  am 

Main  29. 
Froschauer  Christoph,  Tiguri  7.  13/1,2, 

17.  19. 


96 


Oeißler  Heinrich  in  Eegensburg  57/4, 12. 

63/2.  87/1,3.  89/4.  91/2.  99/4. 
Oerlatx  Dietrich  in  Nürnberg  76/1, 2. 
Qrieninger  Johannes  in  Straßburg  40. 
Orunenberg   Johannes    in    Wittenberg 

53/1. 
Oruppenbach  Georg  in  Tübingen  5.  8. 

9.  42.  43.  62.   73.  76/4,  5,  6,  7. 

81/5,  6,  7,  9.   93/4,  5. 
Grymm  Sigismund,   Dr.,  in  Augsburg 

50/7,  8.  86/3. 
Guldenmund  Hans  in  Nürnberg  49/28. 

51/30. 
Qutkneclit  Friedrich  in  Nürnberg  90/11. 

94/4. 
Oylfferich  Hermann  in  Frankfurt  80/11. 

Hantxsch  Georg  in  Leipzig  57/11,  63/3. 
Hein  Gabriel  in  Nürnberg  47/6. 
Heller  Joachim  in  Nürnberg  90/4,  7. 
Hergotin  Kunigunde  in  Nürnberg  97/19. 
Hervagiana  officina  in  Basel  6. 
Hörn  Conrad  in  Heinrichstadt  55/10. 
Hüttich  Günther  in  Jena  81/1. 

Kaubisch  Urban  in  Eisleben  25.  26.  30. 

47/1.  67/1,4.  90/1,2.  92/4,5. 
Khol  Hans  in  Eegensburg  85/1,  6, 16. 

89/28.  90/5. 
Kirchener  Wolfgang  in  Magdeburg  84. 
Klug  Josef  in  Wittenberg  46/7.  58/3,  5. 

74/1.  97/14. 
Kobian  Valentin  in  Hagenau  83. 
Köpphl  Wolf  in  Straßburg  33. 
Kriesstein  Melcher  in  Augsburg  49/32. 
Kröner  Michael  in  Vissen  (Füßen)   21. 
Kürner  Johann  Jakob  in  Wien  66/1,  2. 

Lau  Joachim  in  Hamburg  57/9.  90/12 

(Lewe). 
Lotther  Michael  in  Magdeburg  52/6, 7, 9. 

61/2,11.  77/1,4.   79/1,5,6,7,13. 

85/7,  9, 10, 13, 15,  22,  23,  26. 
Ltifft  Johannes  in  Wittenberg  1.  48/4. 

80/13.  90/9.  94/6.  97/12,13. 

Maier  Johannes  in  Heidelberg  91/1. 
Martorff  Johann  in  Leipzig  76/3. 
Mechler  Esaias  in  Erfurt  23. 
Merckel  Georg  zu  Nürnberg  85/28. 


Montanus  Johannes  zu  Nürnberg  10/1,2. 

14.  15.  16.  20. 

Morhard  Ulrich  in  Tübingen  44.  47/4,  b. 

48/2.  56.  67/2,3.  93/2.   96/2. 
Müller  Crafft  in  Straßburg  45/2. 
Muller  Georg  in  Wittenberg  3. 

Netholitxer  Bartholomäus  in  Prag  80/3. 
Neuber  Ulrich  in  Nürnberg  10/1,  2 — 14. 

15.  16.    20.    35.    59.    64.    86/1. 
92/1.  98/1. 

Oporiniana  officina  in  Basel  42^2- 
Otniar  Johann  in  Augsburg  38. 
Othmar  Valentin  in  Augsburg  80/12. 

Paltheniana  officina  in  Frankfurt  3. 
Paul  S.  zum  bunten Lawen  in  Erfurt  47/7. 
Petreus  Johann  in  Nürnberg  58/1. 
Petrus  Adam  in  Basel  37.  72, 

—  Andreas  in  Eisleben  55/9. 
Preuß  Hans  zu  Straßburg  46/5. 

Queek  Paul  in  Basel  87/4. 
Quentel  Peter  in  Colin  46/8.  97/11. 

—  Johann  in  Colin  54/4. 

Rab  Georg  in  Frankfurt  a.  Main  22. 

231/2.  60. 
Rasch  Johann  in  Frankfurt  a.  M.   29. 
Rau   Georg    in  Wittenberg    46/1.    70. 

74/2,3.  80/8.   97/7,10. 
Rebart  Thomas  in  Jena  57/5. 
Rihel  Wendelin  in  Straßburg  45/4,  6. 
Rödinger  Christian  in  Jena  47/2.  81/2. 

85/2,11.   90/6,8.  92/2. 

—  Christian  in  Magdeburg  52/4, 8, 12. 

61/6,  7,  8.      77/2,  5,  6,  7,  9,  11. 
85/4, 14, 30.   79/2, 12, 15. 

Sachs  Melchior  in  der  Archen  Noe 
zu  Erfurt  61/14. 

Schirlentx  Nicolaus  in  Wittenberg  51/16. 

Schleich  Clemens  in  Wittenberg  81/10. 

Schmid  Peter  in  Frankfurt  a.  Main  31. 

Schmuck  Michael  in  Schmalkalden  75 

Schöne  Anton  in  Wittenberg  81/10. 

Schürer  Mathias,  Magister  in  Straß- 
burg 36. 

Stainhofer  Caspar  in  Wien  87/2. 


Steinerliemnch  in  Augsburg  46/18. 80/7. 
Steinmann  Tobias  in  Jena  100/1,  2. 
Stephanm    Henricus,     Fuggeri    typo- 
graphus  11 V2- 
—  Robertus  in  sua  officina  12. 
Stürmer  Gervasius  in  Erfurt  52/1.  61/15. 

Tirolt  Anton  in  Marburg  45/5. 

Ulhard  Philipp  79/16.  80/5.  93/6. 

Vamier  Johann  in  Ulm  51/1.  53/1. 
Vogd  Johannes  in  Goslar  4. 


97 

Walther  Hans  in  Magdeburg  77/3. 
Weissenhorn  Alexander  zu  Ingolstadt 

45/8.  88. 
—  in  Augsburg  51/32,36. 
Werlin  Theodorich  18.  71. 
Weygand  in  Frankfurt  am  Main  23'/,. 
Weygel  Johann  in  Nürnberg  89/27. 
Weyß  Hans  in  Wittenberg  65/7. 
Wirsung  Marx  in  Augsburg  50/7.  86/3. 
Wolrab  Nicolaus  61/1. 

Zimmermann  Michel  in  Wien  89/9.  26. 
Zöpfel  David  in  Frankfurt  am  Main  29. 


IV.  Druckorte. 


Augsburg   38.    46/18.    49/32.    50/7,  8. 

51/32,36.  80/12.  86/3. 
Augusta  Rhetica  79/16. 
Basel  6. 37. 42 V2. 48/5. 72. 86/7. 87/4. 92/7. 
Bern  28.  55/2. 
Cöln  46/8.  54/4.  97/11. 
Eislehen  25.   26.   30.   47/1.   55/9.  67/1. 

90/1,2.  92/4,5. 
Erfurt  23.  47/7.  52/1.  61/14, 15. 
Frankfurt  am  Main  3.  11.  16.  22.  23^1^. 
29. 31.  46/17.  60.  63/8.  80/11.  91/5. 
Frankfurt  a.d.Oder  47/3.  61/1.  63/4,5,6. 

92/6. 
Freiburg  i,  Br.  54/2,  3. 
Füssen  (Vissen)  21. 
Ooslar  4. 
Hagenau  83. 
Hamburg  biß.  90/12. 
Heidelberg  91/1. 

Heinrichstadt  bei  Wolfenbüttel  55/10. 
Jena  47/2.  55/3,7.  57/5.  63/1.  81/1,2,3. 
85/2,11.   90/6,8.   92/2.   100/1,2. 
Ingolstadt  45/8.  88. 
Königsberg  52/2.  81/8. 
Landshut  94/9. 

Leipxig  25.  27.  48/3.  57/11.  63/3.  76/3.  82. 
London  51/17. 

Magdeburg  52/4,  6,  7,  8,  9, 12.  61/2.  6,  7, 
8,11.  77/1—9,11.  79/1,2,5,6,7, 


12, 13,  15.   84.   85/4,  7,  9, 10, 13, 
14, 15,  22,  23,  26,  30. 
Mainz  92/3. 
Marburg  ^bjb.  98/2. 
Neubrandenburg  98/3. 
Nürnberg  10/1,2.  14.  15. 16.  20. 35.  47/6. 
49/28,37,38.  51/30.  57/1.  59.  64. 
76/1, 2.  80/5,7.  85/28.  86/1.  89/27. 
90/4,7, 11.  92/1.  94/4.  97/19.  98/1. 
Prag  80/3. 

Regensburg   blj^,  12.    63/2.    85/1,  6, 16. 
87/1,3.  89/4,28.  90/5.  91/2.  99/4. 
Rmi  77113. 
Salzburg  94/16. 
Schmalkalden  75. 

Straßburg  24.  32.  33.  36.  40.  45/2,4,6. 
46/5.   57/6.  58/2.   69/2,  3,  4.   78. 
Tiguri  (i.  e.  Zürich)  7.  13/1,  2.   17.  19. 
Tübingen  5.  8.  10.  18.  42.  43.  44.  47/4,5. 
48/1,2.  56.  62.  67/2,3.  71.   73. 
76/4—7.  81/4,5,6,7,9.  93/1—5. 
95.  96/1—6.  99/1,2,3. 
Ulm  51/1.  53/3.  93/6. 
Wien  66/1,  2.  87/2.  89/9,  26. 
Wittenberg  1.  2.  3.  46/1,7.  48/4.  51/16. 
52/3.  58/3,5.  65/7.  70.  74/1,2,3. 
80/8,13.  81/10.  85/3.  90/9.  94/6,15. 
97/1, 10, 12, 13, 14. 
Zürich  50/9. 


I 


Z-U.3? 


Ikonographie  der  florianslegende. 


Von 

2)r.  }(ermaLnn  Ubell. 


-S=i*»j>»^ 


J^as  Museum  Franoisoo-Carolinum  hat  im  November  v.  J. 
zwei  auf  der  Vorder-  und  Rückseite  bemalte  Holztafeln  mit  vier 
Darstellungen  aus  der  Legende  des  hl.  Florian  erworben,  die  augen- 
scheinlich dem  ersten  Drittel  des  16.  Jahrhunderts  entstammen. 

Nun  sind,  wie  schon  Robert  Stiaßny  in  seinem  Aufsatz  „Aus 
einer  österreichischen  Klostergalerie"  ^)  hervorgehoben  hat,  zusammen- 
hängende bildliche  Darstellungen  der  Florianslegende  aus  jener  Epoche 
der  deutschen  Kunst  eine  große  Seltenheit.  Ihm  waren  damals  nur 
zwei  Bildwerke  dieser  Art  bekannt:  drei  Bilder  aus  der  glänzenden 
Folge  jener  Gemälde,  die,  in  der  Stiftsgalerie  von  St.  Florian  ver- 
wahrt, gewöhnlich  dem  Albrecht  Altdorfer  zugeschrieben  werden 
(von  denen  aber,  wie  wir  sehen  werden,  nur  zwei  der  Legende 
des  hl.  Florian  angehören  dürften),  und  vier  Reliefs  (nicht  „Flügel- 
geraälde",  wie  Stiaßny  schreibt)  eines  Flügelaltars  in  der  Kirche 
St.  Florian  im  Bezirksamt  Rosenheim  in  Oberbayern.  Zu  diesen 
Denkmälern  tritt  nun  als  drittes  unsere  neue  Erwerbung  hinzu. 

Die  Seltenheit  der  Darstellung  der  Geschichte  eines  so  popu- 
lären Heiligen,  wie  es  der  hl.  Florian  in  unseren  Alpenländern  ist, 
wo  sein  wohlbekanntes  Bild  in  manchen  Gegenden  von  der  Eingangs- 
wand fast  eines  jeden  Bauernhauses,  von  jedem  „Brunnenstöokl" 
herabgrüßt,  müßte  noch  mehr  verwundern,  wenn  sie  nicht  nach- 
weishch  durch  einen  Zufall  der  Überlieferung  bewirkt  wäre.  Albin 
Czerny2)  zählt  allein  vier  gemalte  Zyklen  aus  dem  Leben  des  großen 
Lorcher  Heiligen  auf,  die  sich  ehedem  im  Stifte  St.  Florian  befanden, 
samt  und  sonders  aber  zugrunde  gegangen  sind.  So  mag  denn  das 
Thema  auch  anderwärts  häufiger  behandelt  worden  sein,  als  der 
trümmerhafte  Zustand  unserer  Überlieferung  erraten  läßt. 

Wie  dem  auch  sei,  jedenfalls  gewinnen  die  oben  aufgezählten 
Monumente  gerade  durch  die  Seltenheit  ihrer  Darstellungen  eine 
erhöhte  Bedeutung,  die  es  rechtfertigen  dürfte,  daß  im  folgenden 
eine  Untersuchung  ihrer  Behandlung  des  Stolfes  versucht  wird. 

^)  Lützows  „Zeitschrift  für  bildende  Kunst",  1891,  S.  259. 
^)  „Kunst  und  Kunstgewerbe  im  Stifte  St.  Florian  von  den  ältesten  Zeiten 
bis  zur  Gegenwart",  S.  115. 


I. 

In  der  ältesten  uns  überkommenen  Fassimg,  deren  Ent- 
stehung von  Mühlbacher  1)  zwischen  dem  ausgehenden  fünften  und 
dem  neunten  Jahrhundert  angesetzt  wird  und  die  nach  demselben 
Historiker  auf  eine  noch  ältere,  wahrscheinlich  literarische  Quelle 
zurückgeht,  lautet  die  Legende  des  hl.  Florian  wie  folgt: 

„In  den  Tagen  der  Kaiser  Diocletian  und  Maximinian  erhob 
sich  eine  Verfolgung  gegen  die  Christen.  Die  Christen  aber,  in  ver- 
schiedenen Qualen  sich  bewährend,  duldeten  gern  für  den  Herrn 
die  Martern,  um  der  Verheißungen  Christi  teilhaftig  zu  werden. 
Als  daher  der  Befehl  der  gotteslästernden  Fürsten  ins  Ufernoricum, 
das  unter  der  Verwaltung  des  Statthalters  Aquilin  stand,  gekommen 
war,  begab  sich  dieser  in  die  Stadt  Lorch  und  begann  strenge 
nach  Christen  zu  forschen.  Es  wurden  von  ihm  nicht  weniger  als 
vierzig  Bekenner  ergriffen,  welche  nach  sehr  langen  Feinen  und 
vielen  Martern  in  den  Kerker  geworfen  wurden.  Ihrem  Bekenntnisse 
folgte  freudig  der  heilige  Florian;  denn  als  er  von  diesen  Vorgängen 
in  Lorch  hörte,  sprach  er  zu  den  Seinen:  »Ich  muß  nach  Lorch 
gehen  und  dort  für  den  Namen  Christi  verschiedene  Martern  dulden.« 
Als  er  dort  angelangt  und  zu  seinen  Kameraden,  mit  denen  er 
früher  Kriegsdienste  geleistet  hatte,  gekommen  war  und  von  ihnen 
hörte,  daß  sie  Christen  suchten,  damit  diese  den  Göttern  opfern 
sollten,  sagte  er  zu  ihnen:  »Was  sucht  ihr  lange?  Denn  auch  ich 
bin  ein  Christ.    Gehet  hin  und  saget  es  dem  Statthalter.« 

Als  aber  der  Statthalter  davon  hörte,  ließ  er  ihn  zu  sich 
rufen  und  befahl  ihm,  Weihrauch  zu  opfern.  Da  er  ihn  nicht  dazu 
bewegen  konnte,  ließ  er  ihn  mit  knotigen  Stöcken  schlagen.  Obgleich 
nochmals  geschlagen,  blieb  er  standhaft.  Dann  befahl  er,  seine 
Schulterblätter  mit  spitzigen  Eisen  zu  zerbrechen.  Aber  auch  das 
alles  ertrug  freudig  der  heilige  Florian  und  pries  Gott.  Dann  befahl 
der  verruchte  Statthalter,  ihn  zum  Ennsflusse  zu  führen  und  dort 
von  der  Brücke  hinabzustürzen.  Der  heilige  Florian  ging,  als  das 
Todesurteil  über  ihn  gesprochen  worden  war,  freudig  und  jubelnd 
zum  Tode;  denn  er  glaubte  sich  zum  ewigen  Leben  bestimmt. 

Als  er  nun  zu  dem  Orte  gekommen  war,  wo  er  hinabgestürzt 
werden  sollte,  bat  er  die  Soldaten,  ihm  noch  Zeit  zum  Gebete  zu 
lassen.  Man  gewährte  ihm  dies  und  er  betete  etwa  eine  Stunde. 
Nachdem  man   ihm   aber   einen  großen  Stein   an  den  Hals  gehängt 


*)  Engelbrecht  Mühlbacher  „Zur  ältesten  Kirchengeschichte  des  Landes 
ob  der  Enns"  in   der   „Theologisch-praktischen  Quartalschriff  1868,   S.  433  ff. 


JahrestericM  des  Museum  Erancisco-Carolinum  in  Linz,  1903.  Tafel  I 


disi 


hatte,  stürzte  ihn  ein  wütender  Jüngling  in  den  Fluß  und  sogleich 
erblindeten  dessen  Augen.  Der  Fluß  aber  erschrak,  da  er  den 
Märtyrer  Christi  empfing,  und  mit  gehobenen  Wogen  legte  er  seinen 
Leichnam  auf  einen  hervorragenden  Felsen.  Dann  kam  auf  Gottes 
Befehl    ein  Adler  ^)   und   schützte   ihn    mit    ausgebreiteten   Flügeln. 

Aber  der  heilige  Florian  erschien  in  einer  Vision  einer  gott- 
ergebenen Matrone  und  zeigte  ihr  den  Ort,  wo  sie  ihn  begraben 
sollte.  Auf  die  Mahnung  dieses  Gesichtes  spannte  nun  das  Weib 
sogleich  die  Zugtiere  an,  fuhr  zum  Flusse,  verbarg  ihn  (den  Leich- 
nam) unter  Gesträuch  und  führte  ihn  zu  dem  Orte,  wo  sie  ihn 
begraben  sollte.  Doch  als  die  Zugtiere  ermatteten,  bat  das  Weib 
zitternd  den  Herrn,  ihr  zu  helfen.  Und  sogleich  entsprang  am 
selben  Platze  eine  reichliche  Quelle  und  die  erquickten  Tiere  führten 
ihn  zu  jenem  Orte  und  sie  begrub  ihn.  An  diesem  Orte  aber 
geschehen  viele  Heilungen  und  alle,  die  im  Glauben  bitten,  werden 
Gottes  Barmherzigkeit  erlangen;  denn  die  Heiligkeit  des  Lebens 
und  die  Standhaftigkeit  des  Glaubens  krönt  die  Kämpfer  Christi 
und  führt  sie  mit  der  Palme  des  Martertodes  zum  ewigen  Leben 
durch  die  Hilfe  des  ewigen  Königs,  des  Herrn  Jesu  Christi,  der 
mit  dem  Vater  und  dem  heiligen  Geiste  lebt  und  wahrer  Gott 
bleibt  in  Ewigkeit.    Amen." 

Diese  älteste  Fassung  der  Legende  ist  zugleich  die  knappste; 
alle  späteren  sind  Erweiterungen.  Gemeinsam  ist  ihnen  die  Ten- 
denz, die  Stellung  des  heiligen  Florian  zu  heben:  „Die  zweiten 
Akten  der  Legende  nennen  ihn  bereits  princeps  officii,  die  dritten 
militiae  princeps.  Nach  der  jüngsten  Bearbeitung  ist  er  schon 
Befehlshaber  der  kaiserlichen  Truppen  im  östlichen  Bayern.  Im 
vierzehnten  Jahrhundert  heißt  er  tribunus  militum,  im  sechzehnten 
eques  Pannonicus  et  Noricorum  militiae  praefectus."  2)  Wir  werden 
sehen,  daß  die  bildlichen  Darstellungen  bis  ins  16.  Jahrhundert 
hinein  dieselbe  Tendenz  verfolgen. 

Der  Name  der  „gottergebenen  Matrone",  die  den  Leichnam 
des  Heiligen  birgt,  begegnet  zuerst  in  einer  metrischen  Bearbeitung 
der  Legende,  die  Altmann,  ein  Chorherr  des  Stiftes  St.  Florian, 
im  12.  Jahrhundert  vorgenommen  hat.  Dieser  Name  (Valeria)  kehrt 
(mit  dem  Zusatz  vidua)  in  einer  in  der  Krypta  von  St.  Florian 
eingemauerten  Grabinschrift  wieder,  deren  (gotische)  Charaktere  auf 


^)  Der   Adler  bildet   nun    mit    dem    zweigeteilten   Kreuze   das   Kapitel- 
wappen des  Stiftes  St.  Florian. 

2)  Mühlbacher  a.  a.  0.  S.  435. 


das  13.  Jahrhundert  hinweisen;  doch  glaubt  Wilhelm  Kubitschek/) 
der  zuletzt  über  die  Inschrift  gehandelt  hat,  daß  in  ihr  die  im 
13.  Jahrhundert  erfolgte  Erneuerung  eines  älteren  Originals  vorliege. 
So  viel  genüge  über  die  Legende  selbst;  wir  wenden  uns  nun 
ihren  bildlichen  Darstellungen  zu. 

IL 

Die  beiden  oben  erwähnten,  seit  kurzer  Zeit  im  Besitze  des 
Museums  befindlichen  Holztafeln  von  der  Größe  39  :  60  cm ,  die 
offenbar  einst  zu  den  Flügeln  eines  größeren  Altarwerkes  gehörten, 
stammen  angeblich  aus  Dimbach.  Sie  befanden  sich  in  einem  sehr 
schlechten  Erhaltungszustand,  aber  was  an  ihnen  noch  zu  retten 
war,  wurde  durch  die  kundigen  und  umsichtigen  Bemühungen  Josef 
Strabergers  gerettet,  so  daß  sie  sich  heute  wieder  in  der  alten 
klaren  Frische  ihrer  Bemalung  präsentieren.  An  den  beschädigten 
Stellen  zeigte  sich,  daß  die  Holztafeln  mit  einer  kreidegrundierten 
Leinwand  überzogen  und  darauf  erst  die  Farben  (in  Eitempera) 
gesetzt  sind. 

Von  den  vier  Bildern  weisen  zwei  noch  den  alten  Goldgrund 
(mit  einem  Brokatmuster),  die  anderen  bereits  einen  realistisch 
farbigen  Hintergrund  auf.  Jene  eröffnen,  diese  beschließen  die 
Erzählung.  Diese  selbst  greift  die  folgenden  vier  Szenen  der  Legende 
auf:  Gefangennehmüng,  Verhör,  Marter  und  Überführung  der  Leiche 
nach  ihrem  Begräbnisort.  Sämtliche  Szenen,  besonders  aber  die 
drei  ersten,  gehören  der  typischen  Auswahl  an,  die  die  christliche 
Kunst  in  ihrer  Legendendarstellung  von  jeher  bevorzugt  hat;  es  ist 
überflüssig,  auf  die  berühmten  Beispiele  dies-  und  jenseits  der  Alpen 
besonders  zu  verweisen. 

Das  erste  Bild,  das  die  Gefangennehmung  darstellt  (Tafel  I), 
eröffnet  den  Blick  auf  eine  augenscheinlich  mehrbogige,  aus  Quadern, 
die  mit  Eisenklammern  verbunden  sind,  aufgeführte  Brücke  mit 
niedrigem  Geländer  in  Ziegelbau;  links  verwehrt  ein  Schlagbaum 
Wagen  und  Reitern  den  Weg.  Im  Hintergrunde  links  sind  ein 
baumbestandener  Hügel  und  an  seinem  Fuß  ein  paar  stattliche 
Gebäude  angedeutet,  rechts  erhebt  sich  ein  von  Bäumen  und  einem 
festen  Schloß  bekrönter  Fels. 

Auf  der  Brücke  nun  wird  der  Heilige  (kenntlich  an  dem 
gelben  Nimbus)  von  zwei  Schergen   und   ihrem  Anführer  gefangen 


')  Kubitschek  „Römerfunde  aus  Oberösterreich"  (Mitteilungen  der  Zentral- 
kommission,  dritte  Folge,  Bd.  II,  S.  270  ff.). 


Jaliresl3ericht  des  Museum  Erancisco-Carolinum  in  Linz,  1903.         Tafel  II. 


genommen.  Mit  sanft  zur  Seite  geneigtem  Kopfe  läßt  er  (im  Ein- 
klang mit  der  Legende)  willig  über  sich  ergehen,  was  er  selbst 
herausgefordert  hat;  zu  diesem  Ausdruck  der  Milde  stimmt  vor- 
trefflich das  blonde,  langgelookte  Haupthaar  und  der  kurze  blonde 
Vollbart.  Auffallend  ist  seine  Tracht:  Ritterrüstung,  roter  Mantel 
und  roter  Hut  mit  hermelinbesetzter  Krempe. 

Ihm  gegenüber  der  Hauptmann  hält  in  der  Linken  eine  Arm- 
brust, in  der  Rechten  das  eine  Ende  der  Fessel  gefaßt,  die  um  die 
Handgelenke  des  Heiligen  geschnürt  ist.  Nicht  ganz  klar  ist  die 
Hantierung  der  beiden  Häscher,  die  jedenfalls  die  Fesselung  zu  ver- 
mehren und  zu  verstärken  geschäftig  sind.  Der  Hauptmann  trägt  über 
einer  roten  Haube  eine  weiße  runde  Filzmütze  mit  Straußenfedern, 
einen  hellroten,  geschlossenen  und  gegürteten  Rock,  enganliegende 
weiße  Beinkleider  und  hohe  lederne  Stulpenstiefel.  Von  den  beiden 
Schergen  ist  der  eine  gepanzert,  der  andere  mit  grünem  Rock,  an  dessen 
Gürtel  eine  Tasche  hängt,  und  knappen  gelben  Hosen  bekleidet. 

Im  zweiten  Bilde,  der  Darstellung  des  Verhörs  (Tafel  H),  wird 
der  gefesselte  Heilige  vor  den  Statthalter  Aquilin  geführt.  Die 
Szene  geht  in  einem  gemauerten  Innenraume  vor  sich,  aus  dem 
zwei  Fenster,  ein  kleines  rechts  und  ein  sehr  breites  links,  den 
Blick  ins  Freie  führen:  rechts  auf  den  goldgrundierten  Himmel, 
links  in  eine  hügelige  Flußlandschaft  mit  Gebäuden. 

Unter  einem  grünen  gemusterten  Thronhimmel,  auf  einem 
durch  vier  Stufen  über  den  Boden  erhöhten  Podium  thront  der 
Statthalter  auf  niederem  Sitz,  der  mit  einem  goldbrokatenen,  troddel- 
verzierten Polster  belegt  ist;  ein  Goldbrokat -Teppich  hängt  über 
der  Schranke,  die  den  Thronsitz  gegen  das  Publikum  abschließt 
und  auf  die  der  Statthalter  breit  seine  Arme  auflehnt. 

Dieser  selbst  ist  weißbärtig  und  von  auffallend  großen  Gesichts- 
formen (Mund,  Nase,  Ohr);  sein  roter  Mantel  hat  weite  Ärmel, 
darin  sich  wechselseitig  die  Hände  verbergen,  sein  Haupthaar  ist 
unter  einer  goldbrokatenen  Haube  verborgen,  auf  der  das  kühn- 
geschweifte  rotsamtene  Barett  sitzt. 

Florian  wird,  an  den  Händen  gefesselt,  dem  Statthalter  von 
zwei  Schergen  vorgeführt;  es  sind  nicht  die  nämlichen,  die  ihn 
arretiert  haben;  dagegen  wird  an  der  Erscheinung  des  Heiligen 
selbst  das  Bemühen  des  Künstlers  deutlich,  an  der  im  vorhergehenden 
Bilde  gegebenen  Schilderung  festzuhalten.  Freilich  ist  diese  Absicht 
nicht  pedantisch  durchgeführt,  weder  was  das  Gesicht,  noch  was 
Einzelheiten  der  Tracht  angeht  (so  fehlen  z.  B.  hier  der  Hermelin- 
krempe  des  Hutes  die  charakteristischen   schwarzen   Schwänzchen). 


8 

Ruhig  und  aufmerksam  betrachtet  der  Heilige  den  Richter, 
der  seinerseits  dem  Vortrage  des  einen  Schergen  zu  lauschen  scheint. 
Dieser,  der  zur  Rechten  Florians  steht,  den  er  am  Strick  gefesselt 
hält,  begleitet  seine  Rede  mit  einer  bezeichnenden  Bewegung  der 
Rechten;  bärtig  und  kahlköpfig,  scheint  er  seiner  Tracht  nach  eine 
höhere  Charge  zu  bekleiden  als  seine  Gefährten.  Seine  Beinkleider 
sind  enganliegend  und  weiß,  sein  Wams  aus  zweierlei  Tuch,  einem 
weißen,  grüngestreiften  und  einem  gelblichen,  an  den  Oberarmen 
gebauschten.  In  seinem  Gürtel  steckt  ein  kurzer  Dolch.  Sein  Be- 
gleiter (zur  Linken  des  Heiligen)  in  derbem,  grünem  Rocke  und 
gelben  Hosen,  mit  einem  dicken  froschähnlichen  Gesicht,  lüftet 
ehrerbietig  die  Mütze  vor  dem  Statthalter.  Im  Hintergrunde  dieser 
Gruppe  tauchen  noch  zwei  andere  bärtige  Köpfe  auf. 

Das  dritte  Bild,  das  das  Martyrium  des  Heiligen  darstellt 
(Tafel  IH),  überrascht  zunächst  durch  den  blauen  Himmelshintergrund. 
Am  diesseitigen,  abschüssigen  Ufer  eines  Flusses  (oder  Sees?  dies 
geht  aus  dem  Bilde  selbst  nicht  hervor),  an  dessen  jenseitigem  Rande 
ein  begrünter  Berg  mit  einer  Ortschaft  zu  seinen  Füßen  sich  erhebt, 
ist  vor  einem  großen  grünen  Baume  eine  Gruppe  von  drei  Figuren 
angeordnet.  Unter  ihnen  sind  auf  den  ersten  Blick  Florian  und 
Aquilin  erkennbar,  obwohl  auch  hier  an  dem  früher  geschilderten 
Typus  nicht  gerade  ängstlich  festgehalten  wird. 

Auf  der  Rasenböschung  des  Ufers  sitzt  der  Heilige,  nackt 
bis  auf  einen  weißen  Schurz,  der  seine  Lenden  verhüllt.  Seine 
Hände  sind  auf  dem  Rücken  gefesselt,  sein  Oberkörper  wird  durch 
die  schwere  Last  eines  gewaltigen  braunen  Mühlsteines  vornüber- 
gebeugt, der  mit  einer  Eisenkette  am  Halse  des  Märtyrers  befestigt 
ist.  Köstlich  naiv  ist  der  Zug,  daß  Florian,  in  schaudernder  Angst 
vor  dem  Wasser  und  mit  einer  instinktiven  Bewegung,  das  rechte 
Bein  emporhebt  und  zurückzieht.  Sein  Antlitz  drückt  Kummer  aus. 
Der  ganzen  Darstellung  des  Martyriums  haftet  nichts  von  jenen 
Übertreibungen  an,  mit  denen  die  altdeutsche  Kunst  in  ähnlichen 
Fällen  auf  die  allerdings  sehr  starken  Nerven  ihres  robusten  Publi- 
kums zu  wirken  suchte. 

Noch  sitzt  der  Heilige  auf  der  Böschung,  aber  im  nächsten 
Moment  wird  ihn  der  mächtige  Stein,  der  bereits  ins  Wasser  sinkt, 
mit  hinabgezogen  haben.  Doch  noch  schneller  hat  die  Strafe  Gottes 
den  Henker  ereilt,  der  (in  gelben  Hosen  und  gelbem  Rock,  den 
Kopf  mit  einer  schwarzen  Haube  bedeckt)  im  Hintergrunde  die 
Arme  mit  jener  hilflos  tappenden  Bewegung  vorstreckt,  die  für  den 
plötzlich  Erblindeten  charakteristisch  ist.     Dies  ist  unleugbar  vom 


Ja]ires])ericlit  des  Museum  Francisco-Carolinuni  in  Linz,  1903.        Tafel  III. 


f 


9 

Maler  fein  beobachtet;  recht  naiv  ist  dagegen  wieder  die  Schilderung 
des  physiologischen  Vorganges  der  Erblindung  selbst:  die  Augen 
sind  aus  ihren  Höhlen  gefallen  und  rinnen  über  die  Wangen;  unter 
den  geschlossenen  Lidern  dringt  das  Blut  hervor. 

Während  dies  geschieht,  öffnet  sich  der  Himmel  und  in  den 
Wolken  erscheint  Christus  in  der  Glorie,  um  für  seinen  Bekenner 
zu  zeugen.  Auf  diese  himmlische  Erscheinung  ist  der  Blick  Aquilins 
gerichtet,  auf  sie  bezieht  sich  die  staunende  Gebärde  seiner  Rechten. 

Im  Mittelgrunde  des  Bildes  aber  ruht  auf  einer  kleinen  Er- 
hebung im  Flusse  die  angeschwemmte  Leiche  des  Heiligen;  über 
ihr  schwebt  ein  großer  schwarzgefiederter  Adler  mit  gelbem  Sohnabel 
und  gelben  Krallen. 

Wir  sehen  also  hier  zwei  zeitlich  auseinander  liegende  Momente 
der  Erzählung  auf  einem  und  demselben  Bilde  dargestellt,  vermöge 
einer  künstlerischen  Freiheit,  die  sich  die  Malerei  älterer  Zeiten 
oft  genommen  hat  und  die  nun  der  Gegenwart  wunderlich  vorkommt. 

Auch  das  letzte  Bild  des  Zyklus,  das  die  Bergung  des  Leich- 
nams durch  die  heilige  Valeria  darstellt  (Tafel  IV),  führt  uns  ins 
Freie.  Umzäunte  Wiesen,  ein  felsiger  Hügel  mit  Bäumen  und  ein 
festes  Gebäude  mit  Turm  und  Erkern  bilden  den  Mittel-  und  Hinter- 
grund; vorn  zieht  eine  steinige  Straße,  diesseits  welcher  eine  Quelle 
fließt  (nach  der  Legende:  entspringt).  Vor  dieser  Quelle  nun  macht 
ein  Ochsengespann  mit  einem  Leiterwagen  Halt,  der  mit  Laubwerk 
beladen  ist,  aus  dem  der  Kopf  des  Heiligen  hervorragt.  Die  Lenkerin 
des  Gespanns,^)  eine  stattliche  Frau  in  rotem  Mantel  und  weißem 
Kopftuch,  sucht  ihre  Tiere  mit  der  Gerte  anzuspornen;  aber  in 
demselben  Moment  trifft  ihr  Blick  den  Adler,  der  sich  vorn  an 
der  Quelle  niedergelassen  hat  und  gleichsam  auffordernd  zu  der 
Matrone  aufsieht. 

Blutlose  Lippen,  blasse  Wangen  und  die  geschlossenen  Augen 
charakterisieren  hier  den  Tod  im  Antlitz  des  heiligen  Florian,  das 
aus  den  früheren  Darstellungen  blühend  hervorleuchtete, 

III. 

Auf  den  ersten  Blick  lehren  uns  die  geschilderten  vier  Bilder, 
daß  wir  es  in  ihnen  nicht  mit  den  Werken  eines  Künstlers,  sondern 
mit  den  treufleißigen  Arbeiten  eines  Handwerkers  zu  tun  haben. 
Freilich  aber  merken  wir  auch  ihnen  an,  daß  zu  ihrer  Zeit  Kunst 
und  Handwerk  nicht  so  scharf  voneinander  geschieden  waren  wie 
heute  und  neben  ihren  Schwächen  stehen  ebenso  unleugbare  Vorzüge. 

^)  Die  obere  Hälfte  dieser  Figur  ist  leider  stark  zerstört. 


10 

Zu  jenen  gehört  der  Mangel  perspektivischer  Kenntnisse,  der 
besonders  in  dem  Unvermögen,  einen  Innenraum  richtig  zu  schildern, 
deutlich  wird.  Ferner  eine  Unfähigkeit,  die  auftretenden  Figuren 
in  eine  enge  Beziehung  zueinander  zu  bringen;  ihre  Blicke  suchen 
sich  gegenseitig,  ohne  sich  zu  finden.  Einzelheiten  wie  das  Ochsen- 
gespann (Tafel  IV)  lassen  viel  zu  wünschen  übrig,  die  Schilderung 
des  landschaftlichen  Elements  bewegt  sich  durchaus  in  schematisohen 
Formen,  die  Erzählung  könnte  mitunter  lebhafter  sein. 

Dagegen  fehlt  es  den  Bildern  aucht  nicht  an  wahrhaft  künst- 
lerischen Qualitäten,  die  so  stark  sind,  daß  sie  den  überwiegend 
angenehmen  Eindruck  der  Malereien  bestimmen. 

Vor  allem  ist  die  farbige  Gesamthaltung  der  Bilder  vorzügUch, 
mit  wirklichem  Sinn  für  koloristische  Werte  und  die  abgewogene 
Austeilung  warmer  und  kalter  Töne;  besonders  schön  gestimmt  sind 
die  beiden  Malereien  auf  Goldgrund.  Die  Vorliebe  für  satte,  kräftige 
Farben  teilt  ihr  Urheber  mit  der  ganzen  deutschen  Kunst  seiner  Zeit. 

Ferner  erfreuen  charakteristische  Einzelheiten,  wie  zum  Bei- 
spiel der  famose  Kopf  des  Schergen,  der  seine  Kappe  zieht  (Tafel  II) 
oder  die  vorzügliche  Schilderung  der  Ruhe  des  Richters  auf  der- 
selben Darstellung.  In  solchen  Dingen,  auf  deren  manche  schon 
oben  hingewiesen  wurde,  bewährt  sich  die  eigentümlichste  Kraft  der 
altdeutschen  Malerei,  die  aus  ihrem  engen  und  festen  Zusammenhange 
mit  der  Naturbeobachtung  entsprang  und  die  nicht  nur  das  hohe 
Kunstwerk  der  Dürerschen  Werkstatt  verklärte,  sondern  auch  einen 
Schimmer  auf  die  Arbeit  des  kleinen  ländlichen  Meisters  fallen  ließ. 

Mit  besonderer  treuer  Liebe  hat  der  Maler  den  Kopf  des 
Heiligen  behandelt,  der  einzige,  der  mit  Bewußtsein  einer  gewissen 
idealen  Schönheit  angenähert  ist.  Wie  fromm  blickt  er  bei  der  Ver- 
haftung drein,  wie  gleichmütig  ergeben  auf  den  Richter,  wie  traurig 
vor  seinem  Tode!  Mit  welcher  liebevollen  Sorgfalt  sind  insbesondere 
seine  schönen  langen  blonden  Haarlocken  gemalt,  mit  ihren  spitz- 
pinselig  aufgesetzten  Lichtern.  Diese  Art  der  Haarmalerei  war  ja 
bekanntlich  ein  Ruhm  der  altdeutschen  Kunst,  wie  viele  Exempel 
und  die  hübsche  kleine  Geschichte  von  Dürers  Begegnung  mit 
Giovanni  Bellini  in  Venedig  lehren. 

Was  das  Verhältnis  des  Malers  zu  seinem  Stoffe  betrifft,  so 
fallt  in  die  Augen,  daß  im  allgemeinen  der  Anschluß  an  die  Legende 
sehr  eng  ist.  Erst  beim  genauesten  Vergleichen  ergeben  sich  einige 
Abweichungen. 

So  weiß  die  Legende  in  der  uns  vorliegenden  ältesten  Form 
einerseits  nichts  davon,  daß  der  heilige  Florian  auf  der  Ennsbrücke 


Jahresbericht  des  Museum  Irancisco-Carolinum  in  Linz,  1903.         Tafel  IV. 


I 


11 

verhaftet  wird  (vgl.  dagegen  Tafel  I),  anderseits  läßt  sie  ihn  von 
der  Ennsbrücke  hinabgestürzt  werden  (vgl.  aber  Tafel  III).  Diese 
seltsame  Divergenz  läßt  sich  am  ehesten  durch  eine  Verwechslung 
auf  Seiten  des  Malers  erklären ;  ihm  war  die  Geschichte  des  Heiligen 
gewiß  nur  mündlich  überliefert  worden  und  da  konnte  ihm  der 
kleine  Irrtum  leicht  passieren. 

Ferner  fällt  auf,  daß  der  Maler  den  Adler  auch  dort  einfuhrt, 
wo  die  Legende  nichts  mehr  von  ihm  weiß:  bei  der  Überführung 
des  Leichnams  des  Heiligen  (Tafel  IV).  Hier  hat  er  aber  augen- 
scheinlich bloß  die  Funktion,  die  heilige  Valeria  auf  den  wunder- 
baren Quell  aufmerksam  zu  machen,  der  die  ermatteten  Zugtiere 
erquickt,  die  dann  ihren  Weg  fortsetzen  bis  zu  der  Stelle,  die  sich 
der  Heilige  selbst  zum  Grabe  bestimmt  hatte  und  an  der  sich 
heute  das  herrliche  Barockstift  St.  Florian  erhebt. 

Die  entschiedenste  Abweichung  vom  ältesten  Texte  der  Legende 
liegt  aber  in  der  äußeren  Ausstattung  der  Persönlichkeit  des  heiligen 
Florian  selbst.  Während  dort  nichts  auf  einen  höheren  Hang  des 
Mannes  hindeutet,  tritt  er  hier  (siehe  Tafel  I  und  II)  nicht  nur 
als  Ritter,  sondern  geradezu  als  Fürst  auf;  er  trägt  über  der  Rüstung 
den  roten  Mantel  i)  und  auf  dem  Haupte  die  rote  Fürstenmütze 
mit  aufgeschlagener  Hermelinkrempe. 

Aber  mit  dieser  Auffassung  des  Heiligen  steht  unser  Maler 
durchaus  nicht  vereinzelt  da.  Wir  saheu,  daß  die  späteren  Bearbeiter 
der  Legende  ihr  insofern  vorgearbeitet  hatten,  als  sie  bemüht 
waren,  die  Stellung,  die  der  Heilige  schon  in  seinem  irdischen 
Dasein  eingenommen  hatte,  zu  erhöhen.  Und  wir  können  an  einer 
ganzen  Reihe  von  Einzeldarstellungen  des  heiligen  Florian  aus  dem 
15.  Jahrhundert  nachweisen,  daß  das  gleiche  Streben  damals  auch 
die  bildkünstlerische  Gestaltung  seines  Typus  bestimmte.  Ein  kurzer 
Gang  durch  die  interessante  Kunstkammer  von  St.  Florian  kann 
uns  darüber  lehrreichen  Aufschluß  geben. 

In  einem  der  gotischen  Glasfenster,  die  aus  der  durch  ihre 
Schnitzaltäre  berühmten  Leonhardskirche  in  Pesenbach  stammen 
und  dem  Jahre  1486  angehören,  erscheint  der  heilige  Florian  in 
grünem  Rock  mit  goldenem  Gürtel,  roten  Beinkleidern,  rotem,  weiß- 
gefüttertem  Mantel  und  rotem  Herzogshut  mit  weißgefütterter  Krempe. 
In  der  Linken  hält  er  die  Fahne,  mit  der  Rechten  den  Schild.  2) 


')  Auch  der  rote  Mantel   ist  für  den  fürstlichen,  ja  königlichen  Rang 
im  15.  Jahrhundert  charakteri>ttisch ,  vgl.  Weiß,  Kostümkunde  III,  1,  S.  258  ff. 
«)  Vgl.  Czerny  a.  a.  O.  S.  68. 


12 

Gleichfalls  in  rotem  Mantel  und  rotem  Herzogshut  mit  weißer 
Krempe  zeigt  ihn  ein  Flügelaltar  von  1487  mit  dem  Monogramm  WS. 
Ein  blondlockiger  Kitter  mit  Fahne  und  Schwert,  hält  er  hier  bereits 
den  Wasserkübel  in  der  Linken,  um  ihn  über  ein  rechts  unter  ihm 
befindliches  (sc.  brennendes)  Gebäude  auszuschütten.  Dieser  Zug  ist 
für  ihn  bekanntlich  bis  auf  den  heutigen  Tag  charakteristisch  geblieben. 

Rüstung,  Mantel  und  Herzogshut  zeichnen  ihn  auch  an  der 
reizenden  Marmorstatuette  des  15.  Jahrhunderts  (aus  der  ab- 
gebrochenen Kirche  in  Rohrbach)  aus,  die  zum  Teil  (zum  Beispiel 
an  den  Locken)  Vergoldungen  zeigt,  i)  Er  gießt  den  Eimer  über  ein 
gegiebeltes,  spitzbogiges  Haus  aus  und  lehnt  dabei  in  einer  etwas 
koketten  Bewegung  Oberkörper  und  Kopf  stark  zurück. 

Wieder  als  gepanzerter  Ritter  mit  Helm  und  Helmbusch, 
Schwert,  Panier  und  Kübel  tritt  er  auf  dem  rechten  Seitenflügel 
eines  Tafelbildes  des  15.  Jahrhunderts  auf.  Hier  setzt  er  den 
linken  Fuß  auf  einen  Fels,  im  Hintergrunde  ragt  eine  Burg  auf. 

Damit  vergleiche  man  die  Darstellung  des  Heiligen  in  der 
Miniaturmalerei  des  12.,  13.  und  14.  Jahrhunderts  und  man  wird 
finden,  daß  auch  hier  durchaus  die  Tendenz  vorherrscht,  die  Würde 
seiner  äußeren  Erscheinung  zu  steigern.  Wir  verzeichnen  hier  die 
Typen,  die  sich  im  Handschriftensohatze  des  Stiftes  St.  Florian 
vorfinden,  nach  der  Beschreibung  Czernys. 

A)  (Vespertinale  des  12.  Jahrhunderts.)  „Große  Figur  des 
heiligen  Florian,  der  Panier,  Siegespalme  und  Schild  mit  dem  Stifts- 
wappen trägt."  2) 

BJ  (Missale  des  13.  Jahrhunderts.)  „In  langer  Tunika  und 
Mantel,  mit  Palme,  Schwert  und  Goldnimbus.  Lange  Haare  um- 
schatten das  runde,  unbärtige  Gesicht."  Ebenda  eine  zweite  Dar- 
stellung: „Mit  rundem  Kopf,  frischem,  jugendlichem  Antlitz,  langem 
Rock  und  Mantel,  hoher  runder  Mütze,  Palme  und  Schwert."  ^) 

CJ  (Missale  der  Florianer  Kirche,  13.  Jahrhundert.)  „In  langer 
Toga,  Purpurmantel,  Spitzmütze,  in  der  Linken  Schild  und  Palme, 
in  der  Rechten  das  Panier;  das  Gesicht  rund,  jugendlich,  heiter, 
mit  Nimbus  und  langem  Haar. "  ^) 

D)  (Missale  von  Heinrich  von  Marbach,  1306.)  „Der  Heilige 
in  Kettenhemd  und  Kettenhosen,  einen  weiten,  geschlitzten,  grünen 


1)  Vgl.  Czerny  a.  a.  O.  S.  94. 

2)  Ebenda  S.  32  ff. 

3)  Ebenda  S.  69  ff. 
*)  Ebenda  S.  71. 


13 

Waffenrock  darüber,  die  Linke  am  Schwertgriff,  die  Rechte  mit 
Panier  und  Tartsche.  Das  lange,  reiche  Haupthaar,  welches  ein 
frisches,  helles  Gesicht  umwallt,  bedeckt  eine  niedrige,  graue  Mütze 
mit  aufgeschlagener,  weiß  gefütterter  Krempe.  Auf  der  Brust  trägt 
er  einen  ganz  kleinen  Schild  mit  dem  Stiftswappen."  ^) 

In  diese  Typenreihe  gliedern  sich  die  beiden  merkwürdigen, 
überlebensgroßen  Holzstatuen  aus  dem  13.  Jahrhundert,  die  die  Stifts- 
tradition als  Darstellungen  des  heiligen  Florian  bezeichnet,  zwanglos 
ein.  2)  Wenn  es  sich  uns  um  eine  Geschichte  der  Entwicklung  des 
Floriantypus  (als  einer  Einzelfigur)  in  der  bildenden  Kunst  handeln 
würde,  so  müßten  wir  diesen  beiden  wichtigen  Werken  eine  eingehende 
Untersuchung  widmen;  für  unseren  Zweck  genügt  es,  darauf  auf- 
merksam zu  machen,  daß  das  größere  dieser  Bildnisse  auch  den 
Herzogshut  und  über  der  Rüstung  den  roten  Mantel  zeigt. 

Diese  Beispiele  könnten  leicht  vermehrt  werden,  aber  schon 
die  angeführten  dürften  genügen,  um  erkennen  zu  lassen,  daß 
der  Maler  unserer  Tafelbilder  mit  seiner  Auffassung  des  Heiligen 
nicht  geneuert  hat,  sondern  mitten  in  einer  alten  und  langen 
Tradition  steht. 

Erst  in  der  Zeit,  da  man  sich  in  der  Kunst  wieder  eng  an  die 
historisch-literarische  Überlieferung  anzuschließen  begann,  verlor  der 
heilige  Florian  nicht  nur  sein  altdeutsches  Kostüm,  sondern  auch 
seinen  hohen  Rang  und  sinkt  in  den  Darstellungen  der  Barocke 
zum  römischen  Soldaten  hinab,  als  den  ihn  die  fiteste  Fassung 
seiner  Legende  zeigt.  — 

In  dieselbe  Zeit,  als  der  Stil  der  vier  Tafelbilder,  weist  uns 
das  Kostüm  ihrer  Figuren.  Die  breiten  und  „maulichten"  Schuhe,^) 
das  Barett  mit  der  kostbaren  Unterkappe*)  führen  in  die  erste 
Hälfte  des  16.  Jahrhunderts,  wogegen  weder  die  noch  unzerschlitzten, 
engen,  langen  Beinkleider  sprechen,  die  sich  auch  in  dieser  Zeit 
noch  „bei  allen  Ständen  forterhalten",  5)  noch  der  „Tappert",  der 
auch  noch  lange  unverdrängt  neben  der  Schaube  weiter  existiert. 
Zwanglos  fügen  sich  dieser  Zeitbestimmung  die  Form  der  Rüstung 
(Plattenpanzer)  und  des  Schwertes  mit  seiner  einfachen  5- förmigen 
Parierstange. 


1)  Vgl.  Czerny  a.  a.  O.  S,  72  ff. 

^)  Genaue  Beschreibung  bei  Czerny,  S.  57  ff. 

3)  Weiß,  Kostümkunde,  III.  2,  S.  606  und  618. 

*)  Ebenda  S.  618. 

s)  Ebenda  S.  609. 


14 

IV. 

Szenen  aus  dem  Leben  des  heiligen  Florian  erzählen  ferner 
die  vier  Hochreliefs  auf  der  Innenseite  der  Flügel  des  Choraltars 
der  Kirche  St.  Florian  in  Bayern,  i)  Es  handelt  sich  um  den  Schmuck 
eines  „gotischen  Flügelaltars  aus  den  ersten  Jahren  des  16.  Jahr- 
hunderts. Alt  ist  nur  der  Schrein  mit  den  Flügeln,  das  übrige  ist 
modern  gotische  Ergänzung."  ^) 

Im  Schrein  sind  unter  dem  Baldachin  drei  bemalte  Holzfiguren 
aufgestellt:  links  (vom  Beschauer)  der  heilige  Wolfgang  mit  dem 
Bischofstab  in  der  Rechten,  dem  Beil  in  der  Linken,  zu  seinen 
Füßen  die  Kirche;  in  der  Mitte  die  heilige  Anna  selbdritt  im  viel- 
verbreiteten reizvollen  Typus  jener  Zeit  (von  dem  zum  Beispiel  unser 
Museum  allein  vier  Exemplare  aufbewahrt),  das  heißt  in  matronaler 
Tracht  und  das  Christuskind  auf  dem  linken,  Maria  aber  in  Gestalt 
eines  jungen  Mädchens  auf  dem  rechten  Unterarm  wiegend;  rechts 
der  heilige  Florian  selbst,  in  ritterlicher  Rüstung,  mit  Mantel,  Barett, 
Fahne  und  Kübel.  Das  von  langen  Locken  umwallte  jugendliche 
Gesicht  ist  auch  in  den  Relief bildern  festgehalten,  desgleichen  die 
Tracht,  die  ihn  auch  hier  als  großen  Herrn  bezeichnet. 

Die  Auswahl  der  Szenen  aus  dem  Leben  des  Heiligen  deckt 
sich  nicht  ganz  mit  jener  auf  unseren  Florianbildern.  Die  Gefangen- 
nehmung auf  der  Ennsbrücke,  das  Verhör  vor  Aquilinus  und  der 
Todessturz  in  die  Enns  sind  auch  hier  geschildert,  aber  an  Stelle  der 
Überführung  der  Leiche  nach  St.  Florian  ist  ihre  Auffindung  durch 
die  heilige  Valeria,  also  ein  vorangehender  Moment,  herausgegriffen. 

Wir  beginnen  mit  der  ersten  Szene,  der  Gefangennehmung 
(Tafel  V  links  oben).  Diese  ist  von  den  Herausgebern  der  ..Kunst 
im  Königreich  Bayern"  mißverstanden  worden;  sie  wird  dort  so 
beschrieben:  „Der  Heilige  wird  von  den  Häschern  auf  die  Brücke 
geführt."  Es  hätte  aber  wirklich  wenig  Sinn  gehabt,  der  Schilderung 
des  Sturzes  von  der  Brücke  die  völlig  gleichgültige  Erzählung  des 
Hinführens  auf  die  Brücke  voranzuschicken.  Auch  würde  dann  das 
Auge  des  Beschauers  aufs  wunderlichste  kreuz  und  quer  geführt, 
da  es  rechts  oben  mit  der  Betrachtung  beginnen,  sie  rechts  unten 
fortsetzen  und  dann  wieder  nach  links  oben  umspringen  müßte. 
Was  zu  diesem  Erklärungsirrtum  führte,   ist  klar:    von   einer  Ver- 

^)  Abgebildet  auf  Tafel  219  der  „Kunstwerke  im  Königreich  Bayern". 
Erwähnt  bei  Sighart  „Geschichte  der  bildenden  Künste  in  Bayern"  S.  429,  502,  580. 
Sighart  scheint  sie  aber  nicht  aus  eigener  Anschauung  gekannt  zu  haben,  da  er 
an  der  letzterwähnten  Stelle  von  Tafelbildern  aus  dem  Leben  des  Heiligen  spricht. 

2)  Text  dazu  S.  1661. 


Co 

EH 


CO 

<=> 

OS 


5=1 


PR 


CO 

Ha 


15 

haftung  auf  der  Ennsbrücke  weiß  die  Legende  nichts.  Aber  die 
uns  vorliegende  bildliche  Tradition  scheint  nun  einmal  an  diesem 
Zuge  festzuhalten. 

Sowohl  die  auf  fünf  Pfeilern  ruhende,  quaderngemauerte  Brücke 
als  auch  die  Landschaft  im  Hintergrunde  sind,  verglichen  mit  den 
Figuren  des  Heiligen  und  der  fünf  Schergen,  die  ihn  fesseln,  von 
einer  un verhältnismäßigen  Kleinheit;  die  Pfeiler  der  Brücke,  auf 
der  die  sechs  Figuren  sich  zusammendrängen,  sind  etwa  so  hoch 
wie  die  Unterschenkel  der  Figuren.  Diese  stilistische  Seltsamkeit 
fallt  auf  den  Reliefs  jener  Zeit  öfter  auf  und  ist  so  zu  erklären. 
Wollte  der  Schnitzer  das  landschaftliche  Element  in  seine  Schilde- 
rungen mit  einbeziehen  und  damit  naturalistisch -illusionistische 
Wirkungen  erzielen,  so  hätte  er  ihm  die  größere  Hälfte  des  ver- 
fügbaren Bildraumes  opfern  und  die  Gestalten  der  auftretenden 
Personen  sehr  klein  halten  müssen;  da  es  ihm  aber  gerade  wesent- 
lich an  diesen  Gestalten  und  der  Darstellung  ihrer  Handlung  lag, 
er  aber  anderseits  auf  das  landschaftliche  Element,  das  sich  gerade 
zur  Zeit  Dürers  übermächtig  in  die  deutsche  Kunst  eindrängte, 
nicht  verzichten  wollte,  entschloß  er  sich  zu  diesem  Auswege,  auf 
welchem  allerdings  das  Lokale  zum  Charakter  des  Attributiven 
herabgedrückt  wurde. 

Der  Typus  der  Landschaft  im  Hintergrunde  bleibt  sich  auf 
allen  vier  Bildern  ungefähr  gleich;  es  sind  Hügel,  die  sich  nach 
rückwärts  emporziehen,  mit  Wegen,  die  auf  ihren  Höhen  hinführen, 
mit  Baumgruppen,  vereinzelten  Häusern  und  einer  festummauerten 
kleinen  Stadt  mit  hohem  Torturm. 

Das  zweite  Relief  (Tafel  V  rechts  oben)  erzählt  das  Verhör 
vor  Aquilin  in  ungefähr  derselben  Weise  wie  auf  unserem  Bild 
(Tafel  IT),  nur  daß  hier  der  Schauplatz  ins  Freie  verlegt  ist  und 
der  Statthalter  links  im  Bilde  sitzt.  Einige  Einzelheiten  stimmen 
auffällig  überein:  wie  dort  thront  Aquilin  unter  einem  brokat- 
geschmückten Baldachin,  wie  dort  wird  ihm  der  heilige  Florian  von 
zwei  Schergen  vorgeführt,  deren  einer  die  Fessel  hält,  während  der 
andere  vor  dem  Richter  die  Kappe  lüftet.  Nur  daß  hier  Aquilin 
nicht  so  gleichmütig  verharrt  wie  auf  unserem  Bilde,  sondern  die 
Linke  erhebt,  verwundert,  einen  seiner  Großen  als  Gefangenen  vor 
sich  zu  sehen.  Auch  hier  werden  im  Hintergrunde  noch  einige 
Begleiter  sichtbar. 

Der  Sturz  in  die  Enns  (Tafel  V  rechts  unten)  vollzieht  sich 
hier  in  engerem  Anschluß  an  die  Legende  von  der  Brücke  aus 
(Vergl.   dagegen   Tafel  III).     Im  Vordergrunde    bücken  sich    zwei 


16 

Kriegskneohte,  um  den  heiligen  Florian  an  den  Schultern  zu  fassen 
und  über  den  Brückenrand  zu  stoßen.  Er  ist,  Vom  Gewicht  des 
Mühlsteines  (der  hier  allerdings  in  sehr  kleinem  und  zierlichem  Maße 
gehalten  ist)^)  niedergezogen,  mit  gefesselten  Händen  in  die  Knie 
gesunken;  aber  sein  Antlitz  ist  ruhig  und  gottergeben  emporgewandt. 
Im  Hintergrunde  dieser  Gruppe  assistieren  vier  weitere   Schergen. 

Am  ansprechendsten  hat  der  Künstler  seine  Aufgabe  in  dem 
Relief  gelöst,  das  die  Aufßndung  der  Leiche  des  Heiligen  darstellt 
(Tafel  V  rechts  unten);  hier  liegt  eine  wunderbar  milde  und  fried- 
liche Stimmung  über  dem  Ganzen.  Ein  Fluß  durchzieht  die  Land- 
schaft, an  dessen  jenseitigem  Ufer  sich  ein  hügeliges  Gelände  erhebt; 
ein  Weg  schlängelt  sich  bergan,  feste  Bauten  sind  in  die  Gegend 
verstreut.  Hart  am  jenseitigen  Ufer  des  Flusses  werden  (in  richtiger 
perspektivischer  Verkleinerung)  zwei  Gestalten  sichtbar,  in  deren 
einer  wir  Aquilin,  in  deren  anderen  wir  einen  seiner  Trabanten 
erkennen.  Erstaunend  öfiPnet  der  Statthalter  seine  Rechte,  mit  der 
Linken  zeigt  er  auf  den  Gegenstand  seiner  Verwunderung,  den  Vor- 
gang auf  dem  diesseitigen  Ufer  des  Flusses. 

Hier  erblickt  man  den  Leichnam  des  Heiligen,  den  der  Fluß 
wieder  ausgeliefert  hat,  auf  dem  Boden  ruhend,  ganz  in  der  Stellung 
eines  friedlich  Schlummernden,  unzerstört  von  den  Gewalten  des 
Wassers;  noch  schmücken  ihn  Mantel  und  Barett,  noch  hängt  aber 
auch  der  Mühlstein  an  seinem  Halse.  Mit  ausgebreiteten  Schwingen, 
drohend  geöffnetem  Schnabel  und  gezückten  Krallen  schwebt  ein 
mächtiger  Adler  über  ihm,  bereit,  jede  Unbill  von  dem  kostbaren 
Leichnam  abzuwehren.  Zu  dessen  Häupten  aber  steht  seine  Retterin, 
eine  innige,  rührende  Gestalt  in  Rock  und  weitem  Mantel,  die  zarten 
Hände  still  über  der  Brust  faltend;  gar  anmutig  dringt  ihr  junges 
Gesicht  aus  der  dichten  Verhüllung  des  kleidsamen  Kopfbunds 
hervor.  Es  liegt  wie  ein  goldener  Abglanz  des  Wunders  über  dem 
Frieden  dieses  Bildes. 

Das  künstlerische  Verdienst  dieser  Reliefs  ist  nicht  gering. 
Sie  haben  ihre  unleugbaren  Mängel,  gewiß;  die  Figuren  sind  mit- 
unter (zum  Beispiel  im  Verhör)  ungeschickt  in  einen  Klumpen  geballt, 
ihre  Stellungen  und  Bewegungen  könnten  mitunter  freier  und  natür- 
licher, der  Ton  der  ganzen  Erzählung  lebhafter  sein;  so  ist  zum 
Beispiel  die  Person  des  heiligen  Florian  in  den  ersten  drei  Szenen 
ein  bißchen  gar  zu  phlegmatisch  und  temperamentlos  aufgefaßt,  es 
ist  ein  beinahe  behäbiger  Typus  aus  ihm  geworden. 

')  D.  h.  er  hat  dieselbe  attributive  Kleinheit  der  Proportionen  wie  die 
Brücke  und  aus  demselben  Grunde. 


JahrestericM  des  Museum  Francisco-Carolinum  in  Linz,  1903.         Tafel  VI. 


17 

Die  Stärke  dieses  Künstlers  liegt  offenbar  nach  einer  ganz 
anderen  Seite,  nach  der  Seite  der  Schilderung  des  ruhig  Zuständ- 
lichen  und  Idyllischen  hin.  So  ist  denn,  wie  wir  schon  hervorhoben, 
der  Ton  der  Erzählung  im  dritten  Bilde  ganz  wunderbar  getroffen. 
Aber  auch  sonst  ist  manches  zu  loben,  vor  allem  die  reiche  und 
realistische  Charakteristik  der  Einzelheiten,  als  Köpfe,  Trachten  usw. 
Im  ganzen  verdient  das  Werk  vollauf  das  hohe  Lob,  das  ihm  von 
Seiten  der  Herausgeber  der  „Kunstwerke  im  Königreich  Bayern" 
gespendet  wird.^) 

Zum  Schlüsse  sei  noch  der  Vermutung  Raum  gegeben,  daß 
die  Verschiedenheit,  die  zwischen  unserem  und  dem  bayerischen 
Zyklus  in  der  Auswahl  der  letzten  Szene  für  die  Darstellung  der 
Legende  besteht,  wohl  mit  der  Entstehung  unserer  Tafeln  innerhalb 
des  Patronatbezirkes  des  Stiftes  St.  Florian  zusammenhängen  dürfte. 
Das  eigentliche  Wunder  besteht  ja  in  der  Rettung  und  Auffindung 
des  Leichnams  und  diese  Momente,  nicht  aber  die  Überführung 
nach  St.  Florian,  finden  wir  in  den  bayerischen  Reliefs  mit  Recht 
herausgegriffen;  dagegen  hatte  die  Darstellung  der  Überführung  für 
ein  Werk  größeres  Interesse,  das  in  der  Umgebung  des  Stiftes  auf- 
gestellt zu  werden  bestimmt  war. 

V. 

Die  Gemäldegalerie  des  Stiftes  St.  Florian  bewahrt  als  ihre 
höchste  Zierde  einen  Zyklus  von  zwölf  gleich  großen  (110:  93  cm) 
und  auch  stilistisch  eng  zusammengehörigen  Tafelbildern  aus  dem 
Anfange  des  16.  Jahrhunderts.  Sie  bildeten  ursprünglich  als  sechs 
auf  beiden  Seiten  bemalte  Holztafeln  Bestandteile  eines  großen 
Altars  ä  doubles  battants;  erst  durch  Engert,  den  Direktor  des 
Belvedere,  der  mit  ihrer  Restaurierung  betraut  war,  wurden  sie 
auseinandergesägt. 2)  Die  Bilder  tragen  kein  Monogramm,  noch  sind 
sie  datiert;  aber  eines  der  Bruchstücke  eines  kleineren  Flügelaltars, 
dessen  Gemälde  augenscheinlich  von  der  Hand  desselben  Künstlers 
stammen,  der  jene  zwölf  Bilder  gemalt  hat,  trägt  die  Jahreszahl  1518; 
damit  stimmt  die  Stiftstradition  überein,  die  diese  Malereien  sämt- 
lich dem  großen  Regensburger  Meister  Albrecht  Altdorfer  zuschreibt.^) 

Acht  von  den  Darstellungen  sind  der  Leidensgeschichte  Christi 
entnommen,  zwei  führen  das  Martyrium  des  heiligen  Sebastian  vor, 
zwei  andere  betreffen  die  Legende  des  heiligen  Florian. 

»)  Textband  S.  1661  ff. 
=»)  Czerny  a.  a.  O.  S.  112. 
^)  Czerny  ebenda. 


18 

Von  diesen  beiden  zeigt  eines  das  Verhör  vor  Aquilin,  das 
andere  die  Auffindung  der  Leiche  durch  die  heilige  Valeria;  man 
sieht,  wir  bleiben  innerhalb  der  Szenenauswahl,  die  für  die  Dar- 
stellung dieser  Legende  charakteristisch  ist;  und  wir  dürfen  annehmen, 
daß  unter  den  verloren  gegangenen  Bildern  sich  auch  eine  Schilderung 
der  Gefangennehmung  auf  der  Ennsbrücke,  sowie  des  Todessturzes 
des  Heiligen  sich  befand. 

Das  Verhör  des  Heiligen  (Tafel  VI)  geht  in  einem  Saal  vor 
sich,  der  sich  mit  einem  breiten  Bogen,  dessen  Kassetten  mit  Ro- 
setten verziert  sind,  gegen  eine  gotische  Vorhalle  im  Mittelgrunde 
öffnet,  die  ihrerseits  den  Blick  auf  einen  freien  Platz  mit  Spazier- 
gängern, auf  allerlei  Gebäude  und  Berge  im  Hintergrunde  frei  läßt. 

Links  vorn  in  diesem  Räume  ist  unter  einem  rotsamtenen 
Baldachin,  dessen  grüner  Vorhang  zurückgenommen  ist,  das  Tribunal 
aufgerichtet.  Hier  thront  in  reichem  Prunksessel,  dessen  Armlehne 
in  Form  eines  Hahnes  gestaltet  ist,  Aquilinus,  der  von  Gold  und 
Purpur  starrt.  Phantastisch  ist  sein  Hut  geformt,  über  dem  rot- 
samtenen Gewände  trägt  er  einen  ,,Goller"  von  Goldbrokat  und 
goldbrokatene  Ärmel;  in  der  gesenkten  Rechten  hält  er  einen 
zepterartig  verzierten  Stab,  seine  linke  Hand  ist  staunend  erhoben: 
offenbar  ist  er  überrascht,  einen  seiner  Großen  von  Schergen  vor- 
geführt zu  sehen;  es  ist,  als  ob  er  seinen  Augen  nicht  traute.  Der 
dunkle,  sich  emporsträubende  Knebelbart  verleiht  seinem  Antlitze 
etwas  Tyrannisches. 

Zwei  Gewaffnete  führen  ihm  den  heiligen  Florian  vor,  indem 
sie  ihn  an  den  Oberarmen  festhalten ;  der  Kopf  eines  Dritten  erscheint 
hinten  zwischen  ihnen.  Die  Krieger  gehen  sehr  glimpflich  mit  ihrem 
Häftling  um,  wie  sie  ihn  denn  auch  nicht  gefesselt  haben:  sie 
respektieren  noch  immer  in  ihm  den  großen  Herrn.  Dem  entspricht 
denn  auch  ganz  und  gar  sein  eigenes  imposantes  Auftreten  und 
seine  Tracht. 

Florian  trägt  auch  hier  über  dem  blauen  Wams  eine  rote, 
pelzverbrämte  Schaube;  das  grüne  Barett  hält  er  in  der  Linken, 
grüne  Strümpfe,  Kuhmäuler  und  ein  Degen  vollenden  seine  Aus- 
stattung. Er  ist  reich  geschmückt:  an  der  doppelten  Halskette 
hängt  eine  große  goldene  Medaille,  um  seine  Brust  ist  eine  doppelte 
goldene  Ehrenkette  gelegt,  die  Finger  seiner  Hände  sind  beringt. 
Lange  aschblonde  Locken  wallen  auf  seine  Schultern  nieder. 

Die  energische  Gebärde  seiner  Rechten  scheint  eine  Zumutung 
abzuwehren,  die  ihm  Aquilinus  gestellt  hat;  die  Zumutung,  den 
heidnischen    Göttern    zu    opfern    (Vergleiche    die   Legende).    Über- 


Jahresbericlit  des  Museum  Prancisco-Carolinum  in  Linz,  1903.      Tafel  VII. 


19 

haupt  ist  sein  ganzes  Auftreten  selbstbewußt,  ja  großartig.  Hierin 
unterscheidet  sich  die  Auffassung  des  Malers  wesentlich  von  der- 
jenigen der  oben  behandelten  Bildwerke,  in  denen  der  Akzent  auf 
die  fromme  Ergebenheit  und  Milde  des  Heiligen  gelegt  ist.  Aber 
im  übrigen  deckt  sich  das  ikonographische  Schema  unseres  Bildes 
so  sehr  mit  der  entsprechenden  Darstellung  auf  dem  Linzer  Bilde 
und  an  dem  bayerischen  Altar,  daß  man  beinahe  versucht  ist,  ein 
gemeinsames  älteres  Vorbild  für  diese  drei  Gestaltungen  der  Ver- 
hörszene anzunehmen. 

An  künstlerischem  Verdienst  übertrifft  freilich  das  Florianer 
Bild  jene  Bildwerke  weitaus.  Nicht  als  ob  es  keine  Fehler  hätte: 
der  Scherge,  der  Florians  rechten  Arm  hält  und  mit  der  eigenen 
Rechten  auf  den  Statthalter  weist,  ist  gründlich  verzeichnet  und 
vor  allem  viel  zu  klein  geraten;  auch  sonst  hapert  es  in  der  per- 
spektivischen Zeichnung,  zum  Beispiel  des  Thronsessels.  Der  aus 
gotischen  und  Renaissance -Elementen  gemischte  architektonische 
Innenraum  hängt  nicht  logisch  und  durchsichtig  in  sich  zusammen 
(was  übrigens  durchaus  nicht  gegen  die  Urheberschaft  des  Regens- 
burger Baumeisters  Albreoht  Altdorfer  sprechen  würde,  wie  ein 
Blick  auf  seine  Augsburger  „Geburt  der  Maria"  lehrt.  ^)  Aber  diese 
Mängel  werden  durch  große  Vorzüge  reichlich  wett  gemacht.  Klar 
und  frisch  strahlen  die  Farben,  nicht  anders,  als  ob  das  Bild  gestern 
gemalt  wäre,  deutlich  und  lebhaft  ist  die  Erzählung  des  Vorganges, 
voller  Leben  die  psychologische  Charakteristik,  reich  und  malerisch 
die  Schilderung  der  Trachten  und  des  Milieus.  Und  wenn  oben 
gesagt  ist,  daß  das  Palastinterieur  eine  Prüfung  auf  seinen  organischen 
Zusammenhang  hin  nicht  verträgt,  so  muß  doch  auch  anderseits 
betont  werden,  daß  es  dem  Künstler  (im  Gegensatze  etwa  zu  den 
Malern  der  italienischen  Hochrenaissance  wie  Raffael)  auch  gar  nicht 
darauf  ankam,  sondern  daß  er  sich  hier  mit  der  Erweckung  eines 
Eindruckes  im  ganzen  und  großen  (nicht  gar  viel  anders  als 
die  modernen  Impressionisten)  begnügte  und  daß  er  dieses  Ziel 
hier  wie  anderwärts  mit  so  großem  Erfolge  erreicht  hat,  daß  man 
ihn  füglich  zu  den  Initiatoren  der  deutschen  Architekturmalerei 
rechnen  darf. 

Das  Bild,  das  die  Auffindung  der  Leiche  durch  die  heilige 
Valeria  schildert  (Tafel  VII),  ergreift  dieselbe  Szene  wie  das  ent- 
sprechende Relief  des  bayerischen  Altars;  aber  weiter  erstreckt  sich 

^)  Diesen  Mangel  teilt  A.  A.  mit  seinem  groi3en  Zeitgenossen  Dürer. 
Wie  viele  von  den  Innenräumen  in  seinem  „Marienleben"  zum  Beispiel  sind 
auch  nur  architektonische  Möglichkeiten  ? 


20 

der  Zusammenhang  zwischen  den  beiden  Bildwerken  nicht.  Dort 
ging  die  Szene  in  freier  Landschaft  vor  sich,  hier  spielt  sie  sich 
vor  dem  burgartigen  Hause  Valerias  ab;  dort  war  die  Witwe  allein, 
hier  ist  sie  von  einem  Schwärm  dienender  Frauen  und  Mägde 
umgeben;  dort  sahen  aus  der  Ferne,  vom  jenseitigen  Flußufer,  der 
Statthalter  und  ein  Gefolgsmann  dem  Wunder  zu,  hier  deutet  alles 
darauf  hin,  daß  die  Bergung  des  Leichnams  heimlich  und  in  aller 
Eile  geschieht. 

Das  kalte  Licht  der  ersten  Morgenfrühe  beleuchtet  die  Szene, 
die  Nacht  ist  kaum  vergangen,  wie  uns  die  Kerzen  und  Laternen 
in  den  Händen  der  Frauen  sagen.  Die  Legende  erzählt  ja,  daß 
Valeria  im  Traume  zu  ihrem  Werke  aufgefordert  worden  sei;  da  hat 
sie  sich  nun,  erzählt  der  Maler  weiter,  im  ersten  Morgengrauen  mit 
ihren  Begleiterinnen  aufgemacht,  um  den  Heiligen  zu  suchen.  Der 
Fluß  strömt  in  der  Nähe  ihres  Palastes  vorbei  und  hier,  an  einer 
seichten  Uferstelle,  finden  sie  den  toten  Märtyrer. 

Der  Zusammenhang  der  (an  und  für  sieh  sehr  malerisch 
Avirkenden)  Architekturen  im  Mittel-  und  Hintergrunde  des  Bildes 
ist  wieder  undurchsichtig.  Rechts  vorn  steigt  ein  aus  Ziegeln 
gemauerter  halber  Bogen  auf,  links  tragen  Pfeiler  einen  kleinen 
schuppenartigen  Bretterverschlag;  von  diesen  ruinenhaften  Bauten  im 
Vordergrunde  führt  eine  zinnenbewehrte  Mauer  zu  einem  getürmten 
festen  Gebäude  im  Hintergrunde,  von  dem  weiter  links  noch  eine 
kleine  säulengetragene  Vorhalle  sichtbar  wird,  zu  der  eine  steinerne 
Treppe  emporführt.  Die  Tür  ist  offen,  hier  scheinen  Valeria  und 
die  Ihrigen  den  Palast  verlassen  zu  haben. 

Drei  von  den  dienenden  Frauen,  mit  aufgeschürzten  Röcken 
imd  Armein,  sind  beschäftigt,  die  angeschwemmte  Leiche  aus  der 
Wasserlache  zu  heben,  während  vier  andere  Frauen  leuchten  und 
zusehen.  Valeria  selbst,  durch  ihre  Schönheit  und  reiche  Tracht 
sofort  kenntlich,  kniet  am  Kopfende  des  Leichnams,  gegen  den  sie 
sich  mit  anbetend  gefalteten  Händen  vorneigt.  Der  Leichnam  ist 
mit  schonungslosem  Realismus  gemalt:  grau  mit  grünlichen  und 
gelblichen  Tönen,  von  dem  durch  blutige  Beulen  entstellten  Kopfe 
hängen  die  Haare  in  dicken,  nassen  Flechten  nieder.  Freude  und 
Demut  strahlen  im  Antlitze  Valerias,  die  überaus  prächtig  gekleidet 
ist;  unter  ihrem  Kopfschleier,  an  dessen  Zipfeln  Perlen  hängen, 
schimmert  eine  edelsteingeschmückte  goldene  Haube  durch,  Rock 
und  Leibchen  sind  von  grünem  Samt  mit  Ärmeln  und  Brustsaum 
von  Goldbrokat,  goldene  Troddeln  hängen  am  Gürtel  nieder;  das 
Untergewand,  das  auch  an  den  geschlitzten  Unterärmeln  in  weitem 


21 

Bausche  hervorquillt,  ist  blaßrosa;  an  dem  goldenen  Halsband  ist 
ein  Rubin  befestigt. 

Auch  an  diesem  Bilde  fallen  allerhand  Verzeichnungen  auf, 
ohne  doch  den  vorzüglichen  Gesamteindruck  empfindlich  zu  beein- 
trächtigen. Und  auch  hier  schließt  sich  die  Darstellung  nicht  so 
eng  an  den  frommen  Ton  der  Legende  an  wie  im  Relief  des  baye- 
rischen Altars,  es  fehlt  zum  Beispiel  der  wunderbare  Adler,  sondern 
es  ist  vielmehr  eine  gewisse  weltliche  Freude  des  Malers  an  prächtiger 
Ausstattung  seiner  Szene  durch  Anbringung  reicher  Hintergründe, 
vieler  Figuren  und  mannigfaltiger  Trachten  zu  spüren. 

Czerny  (a.  a.  O.  S.  111)  nimmt  mit  großer  Wahrscheinlichkeit 
an,  daß  die  Bilder,  zu  denen  die  beiden  besprochenen  gehören, 
Überbleibsel  des  Altares  sind,  den  der  kunstsinnige  Propst  von 
St.  Florian,  Peter  Maurer,  im  Jahre  1509  zu  Ehren  des  heiligen 
Sebastian  weihte.  Auf  den  heiligen  Sebastian  bezieht  sich  nicht 
nur  die  unter  diesen  Bildern  befindliche  Darstellung  des  von  Pfeilen 
durchbohrten  römischen  Märtyrers,  sondern  auch  die  Darstellung 
seiner  Mißhandlung  mit  Stockprügeln,  welcher  der  von  den  Pfeilen 
unverwundete  Heilige  schließlich  erlag.  Bis  jetzt  wurde  dieses 
Bild  immer  für  die  Florianlegende  in  Anspruch  genommen;  nur 
der  feinsinnige  Czerny  äußerte  gesprächsweise  (wie  ich  einer  freund- 
lichen Mitteilung  des  Stiftshofmeisters  von  St.  Florian,  des  Herrn 
Johann  B.  Langthaler,  entnehme)  seinen  Zweifel  an  dieser  Erklärung. 
Diesen  Zweifel  können  wir  jetzt  mit  um  so  größerer  Bestimmtheit 
aussprechen,  als  unsere  Untersuchung  gezeigt  hat,  daß  eine  Dar- 
stellung der  Stäupung  des  Heiligen  im  ikonographischen  Schema 
seiner  Legende  in  der  deutschen  Kunst  der  ersten  Hälfte  des  16.  Jahr- 
hunderts keinen  Platz  hat. 

Allerdings  zeigt  die  Darstellung  der  Stäupung  die  gleichen 
architektonischen  Motive  wie  jene  des  Verhörs;  dies  beweist  aber 
gar  nichts,  da  genau  dieselben  Motive  (helle  Pfeiler  mit  braunen 
Verkröplüngen,  Tonnengewölbe  mit  vergoldeten  Rosetten  in  den 
Kassetten,  Fensterrosen  und  Mosaikfußboden)  sich  auch  in  der  dem 
Passionszyklus  angehörigen  Darstellung  der  Dornenkrönung  wieder- 
finden. Wir  sehen  daraus,  daß  diese  Motive  sozusagen  dem  Formen- 
repertoire des  Meisters  dieser  zwölf  Bilder  angehörten. 

Wir  dürfen  mit  großer  Wahrscheinlichkeit  annehmen,  daß  sich 
unter  den  verloren  gegangenen  Bildern  des  Sebastianaltars  auch  die 
Darstellungen  der  Gefangennehmung  und  des  Martyriums  des  heiligen 
Florian  befanden.  Wie  der  Maler,  der  auf  jeden  Fall  dem  Albrecht 
Altdorfer    und    seiner  Werkstatt    sehr    nahe    stand,    den    Sturz   des 


22 

Heiligen  von  der  Ennsbrücke  dargestellt  haben  mag,  davon  können 
wir  uns  ganz  gut  vor  einem  Bilde  Altdorfers  eine  Vorstellung 
machen,  das  den  Sturz  des  kroatischen  Heiligen  Quirinus  von  der 
Günsbrücke  darstellt;  es  befindet  sich  in  der  Galerie  von  Siena  und 
schildert  die  Szene  höchst  eindrucksvoll.  Der  Augenpunkt  ist  sehr 
tief  genommen,  wir  sehen  durch  die  hölzernen  Pfeiler  der  Brücke 
auf  den  Fluß  und  die  Uferberge,  hoch  oben  am  Brückenrand,  in 
schwindelnder  Höhe  über  dem  Flusse,  kniet  der  nackte,  an  einen 
mächtigen  Mühlstein  gekettete  Bischof  von  Sisseg,  dicht  umdrängt 
von  einer  höhnenden  Schergen-  und  Zuschauerschar,  i) 

Die  Frage,  ob  die  interessante  Bilderreihe  des  Stiftes  St.  Florian 
von  der  Tradition  mit  Recht  dem  Regensburger  Meister  zugeschrieben 
werde,  ist  im  Laufe  der  letzten  Jahre  verschiedentlich  beantwortet 
worden.  Robert  Stiaßny,  dem  das  Verdienst  gebührt,  zuerst  weitere 
Kreise  auf  den  Florianer  Zyklus  aufmerksam  gemacht  zu  haben, 
hat  es  bezweifelt  („Zeitschrift  für  bildende  Kunst",  1891,  S.  256  fF. ; 
ebenda  1893,  S.  239).  Aber  sowohl  Max  Friedländer  2)  als  auch 
T.  Sturge  Moore  ^),  die  beiden  Altdorfer  Monographen,  haben  ihn 
in  den  Katalog  der  Werke  des  Meisters  aufgenommen;  jener  freilich 
mit  dem  Vermerke,  daß  die  Zuteilung  noch  einer  Nachprüfung 
bedürfe.  Volle  Sicherheit  wird  uns  erst  eine  genaue  stilkritische 
Vergleichung  der  Bilder  des  Zyklus  mit  den  sicheren  Werken  Alt- 
dorfers  geben;  wir  hoffen,  eine  solche  Untersuchung  im  nächsten 
Jahresberichte  den  Lesern  vorlegen  zu  können. 

Dr.  Hermann  Ubell. 


I 


^)  Das  Gemälde  gehört  einem  Zyklus  von  Bildern  aus  der  Legende  des 
Heiligen  an,  die  in  den  Maßen  und  in  der  Behandlung  übereinstimmen.  Sie 
befinden  sich  in  Siena  und  im  Germanischen  Museum. 

^)  Max  Friedländer,  „Albrecht  Altdorfer,  der  Maler  von  Regensburg", 
Leipzig,  1891,  S.  37  ff. 

»)  „Altdorfer"  by  T.  Sturge  Moore,  London  1900,  8.  47. 


Das  Vorkommen 
von  Cordierit  und  Cordierit- Gesteinen 

bei  Linz 

und  ein  Vergleich   mit  den  diesbezüglichen 
Vorkommnissen  im  Bayerischen  Wald 

nebst  einer 

Erklärung  ihrer  Entstehungsweise. 


Von 

Rud.  Handmann  S.  J. 


-►-♦-*- 


J_Jie  verschiedenen  Arten  von  Cordierit  und  Cordieritgesteinen 
sind  zweifelsohne  zu  den  interessantesten  Mineralien,  beziehungsweise 
Gesteinen  zu  rechnen.  Daß  das  diesbezügliche  Vorkommen  bei 
Linz  keineswegs  ein  bloß  untergeordnetes  ist,  werden  nachfolgende 
Auseinandersetzungen  zeigen.  In  denselben  soll  zunächst  das  Vor- 
kommen von  Cordierit  und  der  betreffenden  Gesteinstypen  dargelegt 
und  hierauf  nach  Schilderung  der  Verhältnisse  im  fast  angrenzenden 
Bayerischen  Wald  (nach  den  Beobachtungen  und  Untersuchungen 
Dr.  Oümbels)  die  Cordieritgesteine  beider  Lokalitäten  in  Vergleich 
gezogen  werden.  Da  in  neuester  Zeit  Üniversitäts-Professor  Doktor 
E.  Weinschenk  die  petrographischen  und  geologischen  Verhältnisse 
des  Bayerischen  Waldes  einer  genaueren  Prüfung  unterworfen  und 
auf  Grund  seiner  Untersuchungen  eine  Erklärung  für  die  Entstehungs- 
weise der  Cordieritgesteine  des  Bayerischen  Waldes  gegeben,  so  sollen 
auch  diese  Untersuchungen  hier  eingehender  gewürdigt  und  im 
Anschlüsse  daran  die  Genesis  der  betreffenden  Linzer  Gesteine  be- 
sprochen werden. 

Bei  diesen  Auseinandersetzungen  wurde  vor  allem  andern  auf 
die  makroskopisch-petrographische  Beschaffenheit  der  Gesteine  Rück- 
sicht genommen,  dieselben  wurden  aber  auch  einer  mikroskopischen 
Prüfung  unterzogen  und  sind  die  Resultate  derselben  gelegentlich 
verwertet  worden.  Die  beigegebenen  mikroskopischen  Abbildungen 
einiger  Dünnschliffe  zeigen  die  Mikrostruktur  der  im  Texte  be- 
sprochenen Cordieritgesteine  des  Kürnberger  Waldes. 

1.  Allgemeines  Vorkommen  von  Cordierit  in  Oberösterreich 

(außer  Linz). 

Das  Vorkommen  von  Cordierit  (Dichroit)  in  den  Gesteinen  von 
Oberösterreich  erwähnt  bereits  Herr  Direktor  J.  Commenda  in  seiner 
Übersicht   der   Mineralien   Oberösterreichs^),   und   zwar   findet   sich 


^)  J.  Cotnmenda,  Übersiclit  der  Mineralien  Oberösterreichs.  Separatabdruck 
aus  dem  35.  Jahresberichte  des  k.  k.  Staatsgymnasiums  zu  Linz,  Wien  1886, 
Komm,  von  Pichlers  Witwe  &  Sohn,  S.  9. 

1* 


derselbe  nach  einer  zitierten  Angabe  von  C.  W.  Oümhel^)  „fein 
verteilt  in  manchen  Granit-  und  Gneisgesteinen  des  Mühlviertels, 
so  in  einem  Zuge,  welcher  zwischen  der  Großen  und  Kleinen  Mühl 
hinstreicht". 

Desgleichen  streicht  ihm  zufolge  „ein  Zug  von  Gneis,  der  durch 
die  Beimengung  von  Dichroit  und  anderen  Mineralien  ausgezeichnet 
ist  und  von  ihm  Dichroitgyieis  genannt  wird,  von  Passau  an  das 
ganze  linke  Donauufer  bis  zur  Landesgrenze  und  mit  ergiebigen 
Graphitlagern  bereichert  über  die  Grenze  von  Wegscheid  gegen 
Kollerschlag  und  PeiMein".'^)  Herr  Direktor  Commenda^)  fand  auch 
Zersetzungsprodukte  von  Cordierit  in  Aschach. 

Bei  der  Tiefbohrung  in  Wels  wurde  der  Schlier  unterteuft  und 
in  beiläufig  1000  m  Tiefe  Cordieritgestein  angebohrt.  (Siehe  unten.) 
Dies  scheint  darauf  hinzuweisen,  daß  derartige  Gesteine  in  Ober- 
österreich wahrscheinlich  eine  ziemlich  ausgedehnte  Verbreitung 
besitzen. 

2.  Das  Cordieritvorkommen  bei  Linz. 

Was  das  Cordieritvorkommen  bei  Linz  betrifft,  so  wird  eben- 
falls schon  von  Herrn  Direktor  Commenda^)  Linz  als  Fundort  von 
Dichroit  (Cordierit)  angegeben  —  nach  brieflichen  Mitteilungen  des 
Herrn  P.  Fr.  Resch  S.  J. 

Auf  letzteres  Vorkommen  durch  Herrn  Professor  Dr.  H.  Graber 
aufmerksam  gemacht,  erschien  dem  Verfasser  gegenwärtiger  Zusammen- 
stellungen der  Gegenstand  von  weiterem  Interesse;  ich  suchte  deshalb 
das  Vorkommen  von  Cordierit  bei  Linz  noch  genauer  zu  verfolgen. 

Bei  Durchmusterung  der  Mineralien  und  Gesteine  des  natur- 
historischen Museums  auf  dem  Freinberg  bei  Linz  fanden  sich  einige 
kleinere  Stücke  von  Cordierit  mit  Etiketten  aus  der  Hand  des 
P.  Resch  (1884),  sowie  ein  größeres  Stück,  das  seinerzeit  P.  L.  Cornet 
S.  J.  als  „Cordieritgneis"  in  die  Sammlung  eingereiht.  Die  Funde 
stammen  aus  den  Steinbrüchen  bei  Margarethen  und  der  sogenannten 
„Anschlußmauer" . 


»)  C.  W.  Oümbel,  Geognostische  Beschreibung  des  ostbayerischen  Grenz- 
gebietes oder  des  Bayerischen  und  Oberpfälzer  Waldgebirges,  Gotha  1868,  Perthes, 
S.  236. 

^)  J.  Commenda,  Materialien  zur  Urographie  und  Geognosie  des  Mühl- 
viertels, Linz  1884,  S.  15:  Bei  einem  Begehen  der  Strecke  Peilstein— Julbach 
fand  ich  selbst  nur  gewöhnlichen  Granit  oder  Gneis  und  nur  einmal  schien  ein 
Block  am  Wege  an  Cordieritfels  zu  erinnern. 

^)  Nach  mündlichen  Mitteilungen. 

*)  J.  Comrnenda,  Übersicht  etc.,  S.  9  (8.  34). 


Ein  weiteres  Nachforschen  ergab  nun  ein  teilweise  sehr  häufiges 
Vorkommen  von  Cordierit  und  Cordieritgesteinen  bei  Linz  mit 
anderen  sehr  interessanten  Begleitmineralien, 

Die  Farbe  des  Cordierits  —  um  hier  in  Kürze  alle  Beob- 
achtungen zusammenzufassen  —  ist  meist  bläulichgrau,  bei  einigen 
frischeren  Exemplaren  blau  bis  schwärzlichblau  und  violett;  die 
pinitisierten  zeigen  eine  grünliche  Farbe. 

Das  Mineral  erscheint  entweder  derb  oder  in  mehr  oder  weniger 
abgerundeten  Körnern ;  selten  finden  sich  Kristallflächen.  Die  Kristalle 
sind  meist  klein,  nur  in  einem  grobkörnigen  Gestein  fanden  sich 
größere,  1  bis  2  crn  lange  Kristalle  (Pinit),  in  einem  andern  ein 
etwa  3  cm  langer  Kristall  von  bläulicher  Farbe.  Bisweilen  sind 
derartige  (pinitisierte)  Kristallbildungen  weich,  blätterig  und  chlorit- 
ähnlich ;  daneben  kommen  auch  (in  demselben  Gestein)  große  gold- 
gelbe Glimmersäulen  vor,  die  vielleicht  ebenfalls  (wie  der  Gigantolith) 
als  eine  Metamorphose  nach  Cordierit  erklärt  werden  können.  Einmal 
fand  sich  ein  Cordieritkristall  von  weißlicher  Farbe  —  ein  Prisma 
mit  der  basischen  Endfläche  darstellend,  welche  Form  sich  im 
polarisierten  Lichte  als  ein  DurchkreuxungsdrilUng  erweist.^) 

3.  Die  Gordieritgesteine  bei  Linz. 

Die  Gordieritgesteine  der  Linzer  Gegend  gehören  den  bisherigen 
Nachforschungen  zufolge  dem  petrographisch  als  „Gneis"  bezeich- 
neten Gebirgszuge  am  rechten  Ufer  der  Donau  an  und  es  kann 
insbesondere  der  Gebirgsstock  des  Kü7'nberger  Waldes  -)  als  derjenige 
angesehen  werden,  wo  sich  hauptsächlich  Gordieritgesteine  zwischen 
Graniten  eingelagert  finden.^) 

Was  die  Gestei?istypen  betrifft,  so  weisen  die  Gordieritgesteine 
von  Linz,  ähnlich  wie  anderwärts,  einen  verschiedenen  geognostisch- 
petrographischen  Charakter  auf.  Man  kann  folgende  HaupttypeW^) 
unterscheiden : 


^)  Vgl.  Dr.  Weinschenk,  Die  gesteinsbildenden  Mineralien,  Freiburg  1901, 
S.  124. 

*)  Unter  „Kümberg"  oder  auch  „Kürnberger  Wald"  verstehen  wir  den 
ganzen  Gebirgszug  von  Margarethen  bis  Wilhering,  der  einerseits  zwischen  der 
Donau  und  anderseits  dem  Mühlbache  (von  Dörnbach  bis  Wilhering)  liegt. 

■■)  Die  Gordieritgesteine  des  „Kürnberger  Waldes"  scheinen  sich  in  der 
Tiefe  gegen  Wels  hinzuziehen.  Einige  Bohrproben,  die  mir  zur  Besichtigung 
vorlagen,  weisen  auf  den  hier  angeführten  Typus  1  und  2  (Cordierithomfels  etc. 
mit  Kies)  hin. 

•*)  Zur  weiteren  und  eigentlichen  Begründung  derselben  vergleiche  man 
die  späteren  Erörterungen,  sowie  die  beigegebenen  Tafeln. 


6 

Erster  Typus.  Der  körnige,  graublaue  bis  bläuliche  oder  auch 
blaue  Cordierit  ist  mit  mehr  oder  weniger  Quarz  gemengt,  ohne 
Glimmer,  Das  Gestein  hat  eine  etwas  glasige  Beschaffenheit,  ist 
sehr  fest  und  besitzt  eine  dunkle  Farbe  mit  einem  grünlichen 
Anstrich. 

Dieser  Typus  ist  Cordieriihornfels  in  granitischer  Ausbildung 
(granitischer  Cordierithornfels) ,  weist  jedoch  auch  auf  Cordierit- 
granit  hin.  Diese  granitische  Ausbildung  tritt  teils  grob-,  teils 
feinkörnig  auf. 

Nicht  selten  findet  sich  in  diesem  Gesteinstypus  Graphit  vor, 
bisweilen  in  radialför7niger  Gruppierung;  seltener  tritt  eine  ganze, 
1  bis  2  cm  dicke  Graphitlage  auf,  welche  dann  oft  eine  holzähnliche 
Struktur  aufweist.  Dieser  größere  Graphitgehalt  findet  sich  (einer 
Angabe  nach)  in  den  tieferliegenden  Partien. 

Andere  Begleitmineralien  (in  den  Cordieritgesteinen  oder  in 
den  damit  in  Verbindung  steh eo den  Nebengesteinen)  sind:  Magnetkies, 
Hornblende,  trikliner  Feldspat  (grünlich  bis  bläulich);  auch  fand  sich 
mit  diesem  Gesteinstypus  verbunden  körniger  Kalzit  und  letzterer 
mit  Tremolit  und  einigen  Einschlüssen  kleiner  Kristalle,  die  noch 
einer  näheren  Bestimmung  unterzogen  werden  müssen.  Größere  an- 
grenzende Quarzpartien  (grünlich  etc.)  enthalten  nicht  selten  Graphit 
(bisweilen  ebenfalls  mit  radialförmiger  Ausbildung).  Auch  in  dem 
soeben   erwähnten   Kalzit    finden   sich    Einlagerungen   von   Graphit. 

Dieser  interessante  granitische  Typus  findet  sich  als  eine  nicht 
so  häufig  vorkommende  Bildung  in  den  Graniten,  beziehungsweise 
„Gneisen"  von  Margarethen. 

Ztveiter  Typus.  Der  erste  Typus  von  granitischem  Cordierit- 
hornfels nimmt  reichlich  dunklen  Glimmer  (Biotit)  auf  und  wird 
„gneisartig". 

Man  kann  diesen  Typus  im  allgemeinen  als  glimmerreichen 
Cordierithornfels  bezeichnen  und  er  kann  als  ein  Übergang  von  Granit 
(oder  Gneis)  zu  Cordierithornfels  oder  auch  umgekehrt  betrachtet 
werden;  anderseits  zeigt  er  Übergänge  zum  dritten  Typu^.  Die 
Cordieritkörner  sind  meist  bläulichgrau,  von  einem  geflossenen,  fett- 
quarzähnlichen  Aussehen.  Bisweilen  kommen  frischere  von  bläulicher 
Farbe  vor. 

Dieser  Typus  findet  sich  wie  der  erste  besonders  in  den  Stein- 
brüchen von  Margarethen  bei  Linz,  jedoch  auch  in  dem  bei  der 
„Anschlußmauer".  Bei  letzterer  trifft  man  auch  granatführende 
Gesteine  an.  Dieser  Typus  wird  gewöhnlich  als  „Cordieritgneis" 
bezeichnet  und  ist  wohl  einer  der  häufigsten  Typen  dieser  Art. 


Es  verdient  bemerkt  zu  werden,  daß  manche  Gesteinsstücke 
dieses  Typus  an  den  Grenzflächen  mit  Blätterkalk  belegt  sind,  in 
welchem  häufig  Pyrit  erscheint,  während  die  Stücke  inwendig  von 
Magnetkies  durchsetzt  sind. 

Dritte?'  Typtis:  Granit  mit  mehr  oder  weniger  Cordierit. 

Der  Cordierit  ist  von  bläulicher  bis  violblauer  Farbe;  nebst 
dunklem,  aber  spärlich  vertretenem  Glimmer  finden  sich  mehr  oder 
weniger  reichlich  einzelne  kristallinische  Graphitblättehen  eingespreut, 
ebenso  auch  Granatlwrner  (Almandin);  bisweilen  tritt  Sillimanit 
(Fibrolith)  dazu;  nicht  selten  sind  ferner  grünliche  bis  bläuliche 
Partien  einer  hornfelsähnlichen  Masse  eingelagert. 

Dieser  Typus  „Granit  mit  Cordierit"  muß  jedoch  in  zwei 
wesentlich  voneinander  verschiedene  Arten  getrennt  werden,  nämlich 
1.  in  eigentlichen  Cordieritgranit,  d.  i.  Granit  (oder  Pegmatit)  mit 
mehr  oder  weniger  deutlich  ausgeschiedenen  Cordieritkristallen  (meist 
pinitisiert)  und  2.  in  Cordierithornfels  mit  Granit,  Letztere  Art  ist 
ein  Gemisch  von  Cordierithornfels  und  Granit.  Der  eigentliche 
Cordieritgranit  enthält  bisweilen  Granaten,  ist  jedoch  (als  solcher) 
frei  von  Sillimanit  und  Graphit;  letztere  sind  charakteristische 
akzessorische  Bestandteile  der  zweiten  Art. 

Cordieritgranit  (Pegmatit)  findet  sich  in  der  Nähe  der  Anschluß- 
mauer (Steinbruch  und  in  weiterer  Entfernung);  die  zweite  Art 
ebendaselbst,  aber  nur  dort,  wo  der  folgende  vierte  Typus  auftritt. 

Vierter  Typus.  Der  Gehalt  an  Sillimanit  nimmt  zu,  so  daß 
das  Gestein  mehr  oder  weniger  schieferig  wird:  Schieferiger  Cordierit- 
hornfels. 

Der  Sillimanit  ist  von  faseriger  Struktur  (Fibrolith)  und  von  weiß- 
licher Farbe;  häufig  ist  derselbe  mit  Cordierit  verwachsen  und  sind  die 
Gesteinspartien  auch  nicht  selten  gewunden  und  gefaltet.  Almandin 
und  Graphitblättchen  treten  wie  beim  vorliegenden  3.  Typus  (2.  Art)  auf. 

Dieser  Typus  (mit  der  2.  Art  des  3.  Typus)  scheint  sich  nur 
auf  einen  zwischen  Granit  liegenden  Stock  zu  beschränken,  der 
etwas  entfernter  von  der  „Anschlußmauer"  sich  befindet;  er  tritt 
aber  hier  äußerst  charakteristisch  auf  und  kann  als  Muster  meta- 
morpher Gesteine  aufgestellt  werden.  Wir  werden  deshalb  auch 
später  auf  diese  Verhältnisse  zurückkommen  und  dabei  auch  manche 
andere  Einzelheiten  derselben  zur  Sprache  bringen. 

Die  Mikrostruktur  dieser  Gesteinstypen  ist  aus  den  unten 
beigegebenen  Tafeln  ersichtlich  und  verweisen  wir  hier  auf  die  Er- 
klärungen derselben,  sowie  auf  die  im  Verlaufe  dieser  Arbeit  vor- 
kommenden Ausführungen. 


8 

4.  Das  Vorkommen  von  Gordierit^esteinen  im  Bayerischen  Wald. 

(Nach  den  Beobachtungen  und  Untersuchungen  Dr.  C.  W.  Oümhels.) 

Es  wurde  schon  oben  (unter  1)  eines  Gebirgszuges  mit  Cordierit- 
gesteinen  erwähnt,  der  sich  von  Bayern  über  die  oberösterreichische 
Grenze  erstreckt  und  so  dem  Gebiete  des  Kürnberger  Waldes  nahe 
kommt.  Dies  bestimmte  uns,  auch  die  Verhältnisse  des  Bayerischen 
Waldes  in  den  Kreis  unserer  Erörterungen  zu  ziehen,  zumal  in  bezug 
auf  dies  berühmt  gewordene  Bayerische  Waldgebirge  von  Dr.  Oümhel 
und  neuerdings  auch  von  Dr.  Wmischenk  uns  gründliche  Unter- 
suchungen vorliegen,  aus  welchen  sich  nicht  unwichtige  Folgerungen 
auch  für  die  Cordieritgesteine  von  Linz  ergeben  und  die  zum 
besseren  Verständnisse  dieser  interessanten  Gesteinstypen  überhaupt 
nicht  wenig  beizutragen  imstande  sind. 

Es  erschien  uns  hier  zweckdienlich,  zuerst  die  Untersuchungen 
und  Ansichten  Dr.  Oümhels  darzulegen  und  später  dieselben  durch 
die  Dr.  Weinschenks  zu  ergänzen. 

Nach  Dr.  Gümbel^)  ist  der  „Dichroitgneis"  im  Bayerischen 
Wald  eine  ebenso  ausgezeichnete  wie  weitverbreitete  Gesteinsart; 
dieselbe  ist,  wie  der  Name  besagt,  durch  Beimengungen  von  Dichroit 
(Cordierit)  oder  von  demselben  entstammenden  Mineralien  charakte- 
risiert und  schließt  sich  dem  allgemeinen  Habitus  nach  an  den  (von 
Gümbel)  aufgestellten  Körnel-  und  Sckuppengneis  an,  in  welche  sie 
auch  streichend  zu  verlaufen  pflegt. 

Als  Typus  dieser  Gesteinsvarietät  betrachtet  Gümbel  ein  körnig- 
streifiges  Gestein,  welches  aus  wechselnden  Lagen  von  körnigen,  an 
Feldspat  und  Quarz  reichen  Streifen  und  von  feinschuppigen, 
glimmerreichen  Lamellen  zusammengesetzt  und  seltener  als  eine 
ziemlich  gleichförmig  gemengte  mittelkörnige,  granitartige  Felsart 
entwickelt  ist. 

Den  wesentlichen  Gemengteilen  des  Gneises  gesellen  sich  bei 
dieser  Varietät  in  putzen-  oder  knollenartigen,  selten  vollkommen 
auskristallisierten  Partien,  welche  ganz  nach  Art  des  Quarzes  auf- 
treten, der  Dichroit  in  fast  steter  Begleitung  von  Almandin  (Eisenton- 
granat) und  einem  aspasiolithartigen  Mineral  oder  von  den  diesem 
verwandten  Mineralien  bei. 2) 


*)  Dr.  C.  W.  Gümbel,  Geognostische  Beschreibung  des  ostbayerischen 
Grenzgebirges  oder  des  Bayerischen  und  Oberpfälzer  Waldgebirges  etc.,  S.  236  ff. 

*)  Dr.  Qümbel  bringt  (a.  a.  O.  S.  237)  einen  Naturselbstdruck  von  Dichroit- 
gneis,  wobei  die  kleineren  rundlichen  Flecken  die  eingemengten  Granaten,  die 
größeren  rundlichen  Flecken  den  Dichroit  und  die  zackigen  in  die  Länge  ge- 
zogenen Partien  den  Quarx  darstellen. 


Die  Hauptfeldspatart  dieses  typischen  Dichroitgneises  ist 
Orthoklas  ^)  und  nur  untergeordnet  tritt  ti'ikliner  Feldspat  hinzu; 
letzterer  ist  besonders  in  dem  cordieritführenden  Gestein  des  Vorderen 
Waldes  und  Donaugebirges  ziemlich  konstant. 

Der  zweite  Hauptbestandteil  ist  brauner,  sehr  intensiv  gefärbter 
Mag7iesiaglimmer,  der  in  der  Regel  deutlich  „schuppig"  ist 
(„Schuppengneis");  neben  diesem  dunkelfarbigen  Magnesiaglimmer 
kommt  auch  im  Dichroitgneis,  aber  meist  spärlich,  silberweißer, 
optisch  einachsiger  Glimmer  vor. 

Der  dritte  wesentliche  Gemengteil  des  „Dichroitgneises",  Quarz, 
bietet  in  der  Regel  keine  Eigentümlichkeiten  bei  seinem  Vorkommen 
in  diesem  Gestein.  Nur  nimmt  er  bisweilen  (wie  auf  den  Kieslager- 
stätten von  Bodenmais)  die  Beschaffenheit  des  Fettquarzes  an  und 
bricht  in  kleinen  rundlichen  Körnchen  oder  auch  in  mehr  oder  weniger 
ausgebildeten  Kristallen,  deren  Außenflächen  ein  geschmolzenes  Aus- 
sehen (wie  schmelzende  Eiskörner)  aufweisen.  Nach  Gümbel  dürften 
jedoch  viele  für  Fettquarz  angesehene  Stücke  (namentlich  Kristalle) 
farblosem  Dichroit  angehören. 

Zu  diesen  Hauptbestandteilen  des  Gneises  gesellt  sich  im 
„Dichroitgneis"  als  charakteristischer  akzessorischer  Bestandteil  der 
Dichroit  oder  Cordierit.  Seine  Färbung  ist  gewöhnlich  dichroitisch 
grau  und  hlau,  jedoch  häufig  auch  farblos  (quarzähnlich).  Er  bricht 
meist  in  engster  Verbindung  mit  Quarz  oder  Feldspat  in  rundlichen 
größeren  oder  kleineren  Körnern  von  einem  geflossenen  Aussehen. 
Zuweilen  findet  er  sich  in  so  großen  derben  Partien  mit  mehr  oder 
weniger  Quarz,  Orthoklas  und  Granat  innigst  gemengt,  daß  dadurch 
der  sogenannte  Dichroitfels  entsteht;  derselbe  besitzt  jedoch  im 
Bayerischen  Wald  nur  eine  ganz  lokale  Ausbreitung  und  geht  in 
typischen  „Dichroitgneis"  über.  Die  Dichroitkörner  sind  meist  mit 
einer  grünlichen  weichen  Schicht  überkleidet  —  einem  Umwandlungs- 
produkte des  Dichroits  (Pinit).-') 

Neben  Dichroit  bricht  im  typischen  Dichroitgneis  des  Bayerischen 
Waldes  weist  auch  Älmandin  in  stets  rötlich  gefärbten,   rundlichen 

^)  Neben  dem  hellfarbigen  Orthoklas  tritt  auch  eine  intensiv  spangrüne 
Feldspatart  auf,  die  nach  Dr.  Gümbel  (a.  a.  0.  S.  238)  wahrscheinlich  Breithaupts 
Mikroklin  angehört.  Eine  andere  lauchgrüne  Art  scheint  ihm  zufolge  trikliner 
Feldspat  zu  sein.  Spangrüner  Feldspat  (Mikroklin)  findet  sich  vorzüglich  am 
Silberberg  bei  Bodenmais  in  Bayern  (siehe  unten).  —  Mikroklin  wird  bekanntlich 
gegenwärtig  nach  den  Untersuchungen  von  Descloiseaux  als  triklin  angesehen, 
wenn  auch  sonst  als  mimetisch  monoklin  bezeichnet.  Er  ist  durch  seine  aus- 
gezeichnete Gitterstruktur  erkenntlich. 

^)  Vgl.  Oümbel,  a.  a.  0.  S.  242  f. 


10 

Körnern.  Der  Granat  kommt  jedoch  nicht  überall  und  regelmäßig, 
selbst  nicht  im  typischen  Dichroitgneis  des  Hinteren  Waldes  und 
bei  Passau  vor,  ja  in  dem  oberen  Teile  des  Vorderen  Waldes  scheint 
er  im  Dichroitgneis  fast  ganz  zu  fehlen.  Nicht  selten  mengt  sich  auch 
im  Dichroitgneis  in  welligen  Lamellen  Faserkiesel  (Buchholzit)  i)  bei. 

Auch  Andalusit  ist  nach  Gümbel  eine  nicht  seltene  Beimengung 
im  Dichroitgneis,  obwohl  seine  häufigste  Fundstätte  der  Glimmer- 
schiefer ist.    (Siehe  unten.) 

Hornblende  u.  a.  (Strahlstein,  Anthophyllit,  Asbest)  fehlen  selten 
ganz;  auch  Turmalin  ist  im  Dichroitgneis  ein  häufiger  Begleiter  des 
Quarzes,  sobald  derselbe  in  linsenförmigen  Massen  ausscheidet. 

Über  das  Vorkommen  von  Graphit  bemerkt  Dr.  Gümbel^) 
nachfolgendes:  „Eine  der  bemerkenswertesten  Beimengungen  des 
Gneises  ist  der  Graphit,  welcher,  wie  wohl  sehr  selten,  auch  im 
Dichroitgneise  von  Bodenmais  vorkommt.  Hier  erscheint  der  Graphit 
streifenweise  in  den  quarz-  und  feldspatreicheren  Lamellen  neben 
Dichroit  und  Granaten  an  der  Stelle  des  braunen  einachsigen 
Glimmers.  Besonders  deutlich  ist  diese  Stellvertretung  an  den  Granat- 
ausscheidungen, welche  sehr  häufig  von  dichten  Glimmerschuppen 
eingehüllt  zu  werden  pflegen.  Genau  in  gleicher  Weise  bedeckt  hier 
der  Graphit  die  Oberfläche  der  Granate.  In  den  von  Graphit  durch- 
zogenen Partien  bemerkt  man  nur  untergeordnet  Glimmer;  oft 
scheint  er  darin  ganz  zu  fehlen.  Wo  jedoch  glimmerführende  und 
graphithaltige  Streifchen  sich  begrenzen,  kann  man  die  Beobachtung 
machen,  daß  Glimmerputzen  teilweise  durch  Graphit  ersetzt  sind, 
sowie  daß  Glimmer-  und  Graphitsubstanz  ineinander  überzugehen 
scheinen.  Ich  konnte  Glimmerschüppchen  loslösen,  die  mit  Graphit- 
teilchen noch  zusammenhingen,  gleichsam ,  als  sei  der  Graphit  nicht 
bloß  Stellvertreter,  sondern  Ersatz  des  Glimmers  —  eine  Pseudo- 
morphose  desselben."  Beobachtet  man  die  Graphitschüppchen  unter 
einer  guten  Lupe  oder  unter  dem  Mikroskop,  so  bemerkt  man  auf 
ihrer  Oberfläche  eine  Facettierung  mit  zahlreichen  glatten,  spiegeln- 
den Kristallflächen,  die  unter  ein-  und  ausspringenden  Winkeln  sich 
aneinander  anschließen  —  nach  Dr.  Gümbel  ein  Beweis,  daß  „der 
Graphit  eine  selbständige  kristallinische  Ausscheidung  ist".  Derselbe 
Geognost^)  macht  hier  auch  darauf  aufmerksam,  daß  das  Vorkommen 
von  graphithaltigem  Gestein  überhaupt  nicht  ohne  Beziehung  zu  der 


^)  Sillimanit,  Fibrolith. 
^)  A.  a.  0.  S.  245. 
")  A.  a.  0.  S.  247. 


11 

Nachbarschaft  von  körnigem  Kalke  sei;  der  körnige  Kalk  des  Ur- 
gebirges  umschließe  in  der  Regel  größere  oder  geringere  Massen 
von  Graphit. 

Die  ürkalklager,  die  im  gleichen  Gebirgszuge  mit  Oraphitgnds 
in  der  Gegend  von  Passau  und  in  nächster  Nähe  des  Graphits  bekannt 
sind,  machen  ebensowenig  wie  jene  im  Fichtelgebirge  bei  Wunsiedel 
eine  Ausnahme  von  dieser  allgemeinen  Vergesellschaftung.  Es  sei 
daher  denkbar,  daß  der  Kohlenstoff,  welcher  die  Kohlensäure  des 
Kalkes  lieferte,  auch  bei  der  Bildung  des  Graphits  beteiligt  gewesen. 

Schließlich  kommen  im  Dichroitgneis  auch  Erzeinlagerungen, 
besonders  Schwefelmetalle  vor,  am  häufigsten  Magnet-  und  Schwefel- 
kies, Kupferkies,  Zinkblende,  Bleiglanz,  Magneteisen,  Titaneisen, 
Kreittonit  (Zinkspinell)  und  Zinnerz  neben  anderen  sekundären 
Bildungen.  Als  Hauptrepräsentant  dieser  Erzeinlagerung  kann  die 
Kiesellagerstätte  am  Silberberg  bei  Bodenmais  gelten. i) 

Außer  dem  oben  angeführten  typischen  Dichroitgneis  unter- 
scheidet Dr.  Gümbel  auch  noch  andere  Arten,  wie  denn  überhaupt 
ihm  zufolge  der  Dichroitgneis  eine  ganze  große  Reihe  von  Gesteins- 
varietäten aufweist.  2)  Unter  diesen  können  für  unseren  Zweck  nach- 
folgende hervorgehoben  werden: 

a)  Der  Almandin  fehlt,  die  Struktur  ist  eine  gleichmäßig  körnige 
(Anschluß  an  „Körnelgneis")  und  nähert  sich  der  des  Granits;  der 
Cordieritgehalt  ist  noch  ziemlich  häufig.  Diese  Varietät  verbreitet 
sich  hauptsächlich  im  Vorderen  Walde  längs  der  Donau.  Diesen 
dichroith altigen  granitartigen  „Gneis"  nennt  daher  Gümbel  zum 
Unterschied  von  den  normalen  des  Hinteren  Waldes  „  Vorderivald- 
gneis".  Es  gibt  Übergänge  ohne  Dichroit,  die  aber  sonst  den  Normal- 
typus aufweisen  (Übergangsform  in  Körnelgneis). 

b)  Bei  einer  anderen  Varietät  sind  in  einer  anscheinend  gleich- 
förmigen dichten  Grundmasse  porphyrartig  zahlreiche  Partien  von 
Feldspat,  Dichroit,  Quarz  und  Granat  ausgeschieden;  der  Glimmer 
tritt  fast  ganz  zurück.  Er  ist  dem  von  H.  Fischer  aufgestellten 
Kinzigit^)  ähnlich  (Schenkenzeil  im  Schwarzwald  etc.),  ohne  jedoch 

^)  Oümbel,  a.  a.  0.  S.  248  flf.    (Siehe  unten.) 

*)  Oümbel,  a.  a.  0.  S.  263  ff. 

3)  Nach  H.  Rosenbusch  (Elemente  der  Gesteinslehre,  2.  Aufl.,  Stuttgart  1901, 
S.  496)  sind  die  Kmxigitc  sehr  granatreiche,  meistens  quarzarme  „Paragneise" 
von  sehr  wechselnder  Zusammensetzung  mit  hohem  Gehalt  an  dunklem  Glimmer, 
dem  hie  und  da  farbloser  Glimmer  beigemengt  ist,  akzessorischem  Cordierit, 
Sillimanit,  auch  Spinell  und  selten  mit  herrschendem  Kalifeldspat  (auchMikrokhn), 
weit  öfter  mit  herrschendem  Plagioklas  (Oligoklas),  stets  graphithaltig  und  oft 
graphitr&ieh. 


12 

die  Selbständigkeit  eines  eigentlichen  Gesteins  zu  erhalten.  Gümbel 
bezeichnet  diese  Modifikation  als  porphyrähnlichen  Dichroitgneis.^) 
Diese  Varietät  ist  auf  den  Hinterwaldzug  beschränkt. 

c)  Eine  dritte  Gesteinsbildnng,  die  auch  nicht  selbständig 
auftritt  und  im  Dichroitgneis  nur  mehr  oder  weniger  große  Aus- 
scheidungen aufweist,  kann  als  Dichroitfels  unterschieden  werden, 
der  auch  schon  oben  erwähnt  worden.  Derselbe  besteht  in  vor- 
waltender Menge  aus  Quarz  und  Dichroit  (zum  Teil  Pinit),  mit 
Granat,  Feldspat  und  wenig  Glimmer.  Das  Gestein  hat  meist  eine 
dunkle  Färbung  und  geht  in  normalen  Dichroitgneis  über. 

Es  soll  später  dargelegt  werden,  inwieweit  diese  von  Dr.  Oümhel 
dargelegten  Ansichten,  besonders  in  bezug  auf  „Dichroitgneis" 
berichtigt  werden  müssen. 

5.  Vergleich   der  Cordieritgesteine   des  Bayerischen  Waldes  mit 

den  diesbezüglichen  Gesteinstypen  der  Linzer  Gegend,  insbesondere 

des  Kümberger  Waldes. 

Aus  dieser  naturhistorischen  Schilderung  der  Cordieritgesteine 
des  Bayerischen  Waldes  ergibt  sich  eine  große  Ähnlichkeit  mit  den 
Cordieritgesteinen  der  Linzer  Gegend,  insbesondere  des  Kürnberger 
Waldes,  so  daß,  auch  abgesehen  von  der  nicht  so  großen  Entfernung 
beider  Gebirgszüge,  an  einem  genetischen  Zusammenhang  derselben 
nicht  gezweifelt  werden  kann. 

Uns  liegt  eine  ziemlich  reiche  Suite  von  Cordieritgesteinen  des 
Bayerischen  Waldes,  insbesondere  vom  Silberberg  bei  Bodenmais 
vor,  die  wir  durch  eine  besondere  Güte  der  königlich  bayerischen 
Hüttenverwaltung  in  Bodenmais  erhielten,  und  es  sei  dafür  an  dieser 
Stelle  der  wärmste  Dank  ausgesprochen.  Eine  noch  größere  Anzahl 
verschiedener  Cordieritgesteine  der  Linzer  Gegend  hat  der  Verfasser 
selbst  gesammelt. 

Vergleicht  man  die  Gesteinsarten  beider  Lokalitäten  —  des 
Bayerischen  Waldes  (Silberberg)  und  der  Linzer  Gegend  (Kürnberger 
Wald)  —  miteinander,  so  müssen  besonders  einige  Typen  fiir  ganz 
identische  Bildungen  erklärt  werden.  Wir  kommen  später  im  be- 
sonderen darauf  zurück.  Um  hier  zunächst  einige  Unterschiede 
hervorzuheben,  so  sind  im  allgemeinen  die  uns  vorliegenden  Hand- 
stücke von  Bodenmais  frischer  und  enthalten  auch  vielfach  Cordierit 
in  frischem  Bruch  mit  schönen  dichroitisch  blauen  Farben;  bisweilen 
finden  sich  ausgebildete  Kristallsäulen.     Diese  Gesteine  entstammen 


1)  Oümbel,  a.  a.  O.  S.  265. 


13 

aber  auch  einer  größeren  Tiefe  des  Bergbaues  am  Silberberg  (einer 
Angabe  nach  aus  etwa  170  m  Tiefe),  während  die  Linzer  Exemplare 
entweder  an  der  Oberfläche  oder  doch  nur  in  den  wenig  in  die 
Tiefe  gehenden  Steinbrüchen  des  Kürnberger  Reviers  gesammelt 
werden  konnten.  (Nur  selten  befinden  sich  darunter  ganz  frische 
Exemplare  und  es  gehören  diese  meist  dem  Typus  1  an.)  Es  dürfte 
jedoch  kein  Zweifel  bestehen,  daß  sich  auch  bei  Linz  Cordierit- 
gesteine  in  einem  noch  frischen  Zustande  auffinden  ließen,  wenn  in 
größere  Tiefen  gegraben  würde.  ^) 

Die  Cordieritgesteine  vom  Silberberg  erscheinen  ferner  (in 
Übereinstimmung  mit  einer  diesbezüglichen  Mitteilung  der  königlichen 
Bergverwaltung  in  Bodenmais)  im  allgemeinen  mehr  von  massiver 
Struktur  als  die  von  Linz,  welch  letztere  besonders  in  einigen 
Varietäten  wieder  eine  mehr  schieferige  Struktur  aufweisen;  damit 
stimmt  überein,  daß  am  Silberberg  Cordieritgesteine  mit  vielem 
Glimmer  nicht  anzutreffen  sind'^),  während  einige  Varietäten  der 
Linzer  Gesteine  sehr  glimmerreich  sich  erweisen. 

Ein  Hauptunterschied  der  Gesteinsformen  beider  Lokalitäten 
besteht  in  dem  reichen  Erzgehalt  (Magnetkies  etc.)  der  Gesteine  von 
Silberberg  ^)  denjenigen  von  Linz  gegenüber,  die  nur  untergeordnet 
und  in  einigen  Varietäten  von  Erz  durchsetzt  sind,  dagegen  durch 
einen  bisweilen  sehr  reichen  Oraphitgehalt  sich  auszeichnen,  während 
Graphit  in  den  Cordieritgesteinen  am  Silberberg  nicht  oder  doch 
sehr  selten  anzutreffen  ist.  Hier  ist  im  allgemeinen  der  Graphit 
durch    Erz    vertreten,    welches    nicht    selten    auch    in    sehr    kleinen 


*)  Die  obenerwähnten  Proben  der  Tiefbohrungen  von  Wels  (aus  etwa 
1000  m  Tiefe)  zeigen  zwar  (den  Bohrstückchen  zufolge,  die  mir  vorlagen)  auch 
keine  große  Frische  des  Gesteins.  Die  betreffenden  Cordieritgesteine  setzen 
aber  auch  erst  in  dieser  Tiefe  ein,  so  daß  die  diesbezüglichen  Proben  wohl  nur 
den  obersten  Schichten  derselben  entstammen,  abgesehen  von  der  hohen  Über- 
lagerung des  Schliers,  beziehungsweise  der  marinen  Sedimente,  die  auch  auf 
die  unterteufenden  Schichten  einen  entsprechenden  Einfluß  werden  ausgeübt 
haben.  —  Übrigens  kann  hier  bemerkt  werden,  daß  einer  diesbezüglichen  Mit- 
teilung zufolge  die  Arbeiten  am  Silberberg  mehr  im  Erzlager  selbst  sich  bewegen, 
während  die  typischen  Cordieritgesteine  mehrere  Meter  im  Hangenden  oder 
Liegenden  der  Erze  anzutreifen  sind  ;  bisweilen  finden  sich  jedoch  auch  Cordierite 
in  der  Erzmasse  selbst  auskristallisiert  vor. 

'-')  Einer  weiteren  Mitteilung  zufolge  kommen  die  Cordieritgesteine  am 
Silberberg  und  Umgebung  mit  vielem  Olimmer  nicht  vor;  gleichwohl  stehen 
besonders  bei  Verdrückungen  und  Quetschungen  des  Gesteins  nicht  selten 
abnorme  Glimmergesteine  an,  denen  auch  Cordierit  beigemengt  ist;  im  allgemeinen 
überwiegt  hier  die  granitische  und  hornfelsartige  Struktur. 

^)  Einzelne,  selbst  größere  Handstücke  zeigen  fast  nur  Magnetkies. 


14 

Partien  das  Gestein  bereichert  und  so  an  das  Vorkommen  des 
Graphits  in  den  Cordieritgesteinen  der  Linzer  Gegend  erinnert. 

Da  der  Graphitgehalt  der  Linzer  Gesteine  als  charakteristisch 
hervorgehoben  werden  kann,  so  soll  hier  dieser  Gegenstand  noch 
eingehender  besprochen  werden. 

Nach  H.  Rosenbusch '^)  enthalten  die  „Cordieritgneise"  „stets 
auch  Sillimanit,  oft  Granat,  auch  Epidot  und  sehr  oft  OraphiP'. 
Der  Gehalt  an  Graphit  ist  wohl  sehr  variierend.  Nach  Dr.  Qümbel 
kommt  Graphit,  wie  oben  schon  bemerkt  worden,  im  „Dichroitgneis" 
von  ßodenmais  „sehr  selten"  vor.  Dr.  Weinschenk,  welcher  die 
Gesteine  des  Silberberges  einer  genauen  Untersuchung  unterzogen, 
schreibt  darüber  folgendes 2):  „Mir  ist  das  Mineral  in  dieser  Form 
(Imprägnation  der  Gneise)  am  Silberberg  nicht  bekannt  geworden; 
dagegen  liegt  mir  ein  anders  beschaffenes  Vorkommen  desselben  vor; 
ein  Haufwerk  größerer  Graphitblättchen  ist  eingewachsen  in  einem 
frischen,  ziemlich  stark  mit  Erz  imprägnierten  Gneis.  Eigentümlich 
ist  die  Farbe  desselben,  die  rötlichbleigrau  erscheint,  so  daß  man 
zuerst  Molybdänglanz  vor  sich  zu  haben  glaubt;  ebenso  lichte  Farben 
finden  sich  z.  B.  auch  an  einzelnen  großblättrigen  Graphiten  von 
Ceylon."^)  Ein  anderes  Vorkommen  als  dieses  vereinzelte  scheint 
Dr.  Weinschenk  unbekannt  zu  sein.  Auch  nach  einer  brieflichen 
Mitteilung  der  königlichen  Hüttenverwaltung  in  Bodenmais  ist  ein 
anderwärtiges  Vorkommen  von  Graphit  in  den  Cordieritgesteinen  am 
Silberberg  nicht  bekannt. 

Der  große  Graphitgehalt  der  Gesteine  des  Kürnberger  Waldes, 
welche  sonst  denen  vom  Silberberg  sehr  ähnlich  erscheinen,  muß 
daher  als  eine  besondere  Eigentümlichkeit  derselben,  beziehungsweise 
als  ein  charakteristischer  Hauptunterschied  zwischen  beiden  Gesteins- 
typen betrachtet  werden.^) 

*)  H.  Rosenbusch,  Elemente  der  Gesteinslehre,  2,  Aufl.,  S.  496. 

*)  Dr.  E.  Weinschenk,  „Die  Kieslagerstätte  im  Silberberg  bei  Bodenmais" 
iu:  Abhandl.  der  königl.  bayer.  Akad.  d.  Wiss.  II.  Kl.,  XXI.  Bd.,  II.  Abt., 
München  1901,  S.  380.  —  Vgl.  auch  desselben  Schriften  „Über  die  Graphitlager- 
stätten der  Umgebung  von  Passau  und  die  Erzlagerstätten  am  Silberberg  in 
Bodenmais",  Essen  1898,  und  „Der  Bayerische  Wald  zwischen  Bodenmais  und 
dem  Passauer  Graphitgebiet",  München  1899. 

^)  Meines  Wissens  wird  der  blaugraue  „Graphit"  von  Ceylon  jetzt  tatsächlich 
für  Molybdänit  gehalten;  es  scheinen  Einlagerungen  in  dem  eigentlichen  Graphit- 
lager zu  sein. 

*)  Es  sei  hier  bemerkt,  daß  ich  in  Dünnschliffen  einiger  Granite  Ober- 
österreichs ebenfalls  Graphit  —  gewöhnlich  mit  Glimmer  verbunden  —  vor- 
gefunden habe;  so  z.  B.  in  einem  Granit  von  Perg  und  ziemUch  reichlich  in 
einem  grauen  Granit  von  Mauthausen. 


15 

Insbesondere  zeigen  einige  Typen  (Typus  3  und  4)  des  Kürn- 
berger  Waldes  zahlreiche  kristallinische  Oraphitschüppchen,  die 
durch  das  ganze  Gestein,  ähnlich  wie  sonst  Glimmerschüppchen  in 
Gneisarten,  zerstreut  sind.  Diese  Graphitschüppchen  sind  meist 
voneinander  gänzlich  getrennt  oder  jedes  derselben  für  sich  isoliert. 
Diese  erscheinen  besonders  in  jenen  Partien,  in  welchen  Cordierit 
und  Sillimanit  auftreten,  und  sie  folgen  allen  Biegungen  und  Faltungen 
dieser  Mineralien.  Die  Dünnschliffe  zeigen  oft  lang g es f redete  Indivi- 
duen von  Graphitbildungen,  die  mit  den  begleitenden  Sillimanit- 
nadeln  nach  einer  Richtung  hin  streichen.  Derartige  Graphit- 
schüppchen findet  man  sonst  auch  an  den  Flächen  anderer  Begleit- 
mineralien wie  Granat,  Feldspat  und  Quarz;  sie  kommen  sowohl  in 
den  Fugen  und  Rissen,  als  mitten  im  Gestein  in  allen  Richtungen 
vor.  Die  Blättchen  selbst  sind  meist  sehr  dünn,  teils  abgerundet  — 
wie  dies  gewöhnlich  der  Fall,  teils  auch  mit  einigen  Kantenwinkeln 
versehen;  bisweilen  stellen  sie  sechsseitige  oder  auch  rhomboidale 
Täfelchen  dar;  einige  erscheinen  in  langgestreckten  Formen  —  teils 
sechsseitig,  teils  rhomboidisch;  letztere  sind  besonders  in  Dünn- 
schliffen u.  d.  M.  zu  beobachten  und  erweisen  sich  hier  als  mehr 
oder  weniger  scharf  ausgeprägte  Säulchen  mit  schief  kantigen  Enden ; 
ein  Dünnschliff  zeigte  u.  a.  eine  rhomboidale  Fläche  (ein  wenig  ab- 
gerundet). Alle  diese  Formen  scheinen  darauf  hinzuweisen,  daß 
Graphit  nicht  hexagonal,  wie  bisher  gewöhnlich  angenommen  wird, 
sondern  monoklin  kristallisiert,  wie  denn  auch  schon  Nordenskjöld 
für  die  Graphitkristalle  im  körnigen  Kalk  von  Pargas  in  Finnland 
Winkel  angegeben,  welche  nach  Dr.  Tschermak^)  für  eine  monokline 
Form  sprechen.  Nordenskjöld  gibt  einen  Kantenwinkel  von  c»  P  = 
122''  24'  an.  Einige  Messungen,  die  der  Verfasser  gegenwärtiger 
Zusammenstellungen  an  mehreren  schärfer  ausgeprägten  Graphit- 
säulchen  u.  d.  M.  ausgeführt,  stimmten  damit  vollkommen  überein  ^) 
und  es  werden  weitere  Messungen  dieses  Resultat  noch  mehr  be- 
stätigen ;  es  dürften  gerade  die  Cordieritgesteine  von  Linz  über  diese 
kristallographischen  Verhältnisse  bemerkenswerte  Aufschlüsse  geben 
können,  insbesondere  jene  Partien  derselben,  die  eine  größere  Aus- 
scheidung der  Mineralien  zeigen,  da  dann  meist  auch  Graphit- 
blättchen  von  schärferen  Konturen  anzutreffen  sind;  behufs  desselben 


i)  Dr.  Oust.  Tsehermak,  Lehrbuch  der  Mineralogie,  5.  Aufl.,  1895,  S.  335. 

*)  Diese  Messungen  wurden  in  der  Weise  ausgeführt,  daß  ein  Winkel- 
ausschnitt von  122  °  24'  auf  den  Mikrometer  des  Mikroskops  gelegt  und  durch 
Verschiebung  der  Objekte  der  Kantenwinkel  eines  Graphitkriställchens  mit  dem 
betreffenden  Ausschnitt  zur  Deckung  oder  in  Parallelstellung  gebracht  worden. 


16 

Zweckes  kann  die  Anfertigung  und  Untersuchung  der  Dünnschliffe 
von  den  oben  angegeben  Typus  1   und  2  empfohlen  werden. 

Für  gewöhnlich  zeigen  die  Graphitbildungen  unregelmäßige, 
mehr  oder  weniger  abgerundete  oder  zerrissene  Formen;  einige 
stellen  tropfenähnliche  Gebilde  dar. 

Von  den  Glimmerschüppchen,  mit  welchen  Graphitblättchen 
nicht  selten  verwachsen  erscheinen,  unterscheiden  sich  die  letzteren 
teils  durch  ihre  charakteristische  schwarze  Farbe  und  Opazität,  teils 
durch  den  reflektierenden  metallischen  Glanz  und  durch  ihr  Abfärben, 
beziehungsweise  ihre  geringe  Härte.  Es  wurde  schon  früher  bemerkt, 
daß  der  Graphitgehalt  der  Gesteine  mit  den  tieferen  Schichten 
stellenweise  zuzunehmen  scheint;  vielleicht  befindet  sich  auch  in 
größerer  Tiefe  ein  bedeutenderes  Graphitlager. i) 

Von  den  anderen  vielen  Begleitmineralien  der  Gesteine  des 
Bayerischen  Waldes,  beziehungsweise  des  Silberberges  bei  Bodenmais 
sind  bisher  nur  wenige  in  denen  des  Kürnberger  Waldes  bei  Linz 
aufgefunden  worden,  was  wohl  bei  der  bergmännischen  Förderung 
der  Gesteine  am  Silber berg  nicht  so  auffallend  erscheinen  wird; 
jedenfalls  dürften  bei  Schürfungen  in  größere  Tiefen  auch  bei  Linz 
noch  manche  andere  Mineralarten  als  die  obenerwähnten  (makro- 
skopisch) zum  Vorschein  kommen. 

Über  einige  dieser  Begleitmineralien  seien  nachfolgende  Be- 
merkungen beigefügt: 

Turmalin  ist  in  den  Cordieritgesteinen,  wie  u.  a.  sehr  charak- 
teristisch in  denen  von  Haddam  in  Connecticut  der  Vereinigten 
Staaten  Nordamerikas,  eine  sonst  häufigere  Erscheinung;  in  den 
Cordieritgesteinen  des  Kürnberger  Waldes  habe  ich  dieses  Mineral 
bisher  noch  niemals  gefunden.  Da  jedoch  nach  einer  Mitteilung 
des  Herrn  Direktors  Cojnmenda  Turmalin  am  Pöstlingberg  und  bei 
Steyregg  (im  Pegmatit)  gefunden  worden  —  auch  ein  Handstück  des 
Freinberger  Museums  zeigt  Turmalin  (Schörl)  in  einem  Pegmatit 
von  Steyregg  mit  rötlichem  Orthoklas  und  einem  pinitähnlichen 
Mineral  — ,  so  ist  das  Vorkommen  desselben  in  den  Cordieritgesteinen 
des  Kürnberger  Waldes,  besonders  in  den  Pegmatitgängen  nicht 
unwahrscheinlich. 2)  Es  zeigen  jedoch  auch  die  mir  vorliegenden 
Gesteinstypen  vom  Silberberg  im  Bayerischen  Wald  ebenfalls  kein 
Vorkommen  dieser  Art,   so  daß  es  jedenfalls  daselbst  kein  häufiges 


')  Über  das  Vorkommen  von  Graphit  in  Oberösterreich  überhaupt,  siehe 
J.  Commenda,  Übersicht  der  Mineralien  Oberösterreichs,  S.  15  und  35. 

2)  Über  das  Vorkommen  von  Turmalin  in  Oberösterreich,  vgl.  J.  Commenda 
Übersicht  etc.,  S.  32. 


17 

sein  wird.  Nach  Dr.  Weinschenks  ^)  Untersuchungen  finden  sich 
hier  auch  nur  hin  und  wieder  Prismen  von  Turmalin  (Schörl)  in 
Erz  eingewachsen  oder  in  mikroskopischen  Individuen  in  den  Ge- 
steinen des  Silberberges. 

Was  Andalusit  —  bekanntUch  ein  heteromorphes  Magnesium- 
Aluminium-Silikat  wie  Cordierit  —  betrifft,  so  ist  nach  Dr.  Weinschen/c  2) 
auch  das  Vorkommen  dieses  Minerals  in  den  Cordieritgesteinen  am 
Silberberg  ziemlich  vereinzelt  geblieben,  und  er  bemerkt  zu  der 
Beobachtung  Dr.  Oümbels,  daß  Andalusit  zu  den  häufigeren  Minera- 
lien der  Waldgneise  gehöre,  es  beziehe  sich  seinen  eigenen  Er- 
fahrungen zufolge  dieses  Vorkommen  auf  die  zahlreichen  Pegmatit- 
gänge,  welche  jene  Schiefer  allenthalben  durchsetzen  und  in  denen 
Andalusit  nur  selten  fehle,  in  den  „Gneisen"  jedoch  hätte  er  ihn 
niemals  gefunden.  Auch  die  mir  vorliegenden  Handstücke  der 
Cordieritgesteine  von  Bodenmais  zeigen  keinen  Andalusit;  es  liegen 
mir  nur  Stücke  eines  Pegmatits  von  Bärenloch  (bei  Bodenmais)  vor, 
welche  Andalusit  in  langgestreckten  Säulen  aufweisen.  Die  großen 
Andalnsitsäulen  von  gelblicher  (inwendig  von  bläulicher  oder  licht- 
rötlicher) Farbe  finden  sich  in  diesem  Gestein  mit  bläulichem  Feldspat 
und  weißem  Glimmer  zusammen.  Obwohl  im  Kürnberger  Wald 
Pegmatite  ähnlichen  Charakters  vorkommen,  so  scheint  doch  hier 
Andalusit  gänzlich  zu  fehlen.  Nur  bei  einem  Handstücke  von 
granitischem  Cordieritfels  (Typus  1),  welcher  auch  sonst  andere 
Mineralspezies  ausgeschieden  enthält,  dürfte  ein  ziemlich  dicksäuliger 
Kristall  von  gelblichbraunrötlicher  Farbe  im  Bruche  hieher  gestellt 
werden  können. 

Der  in,  beziehungsweise  neben  den  Cordieritgesteinen  des 
Kürnberger  Waldes  vorkommende  Feldspat  ist  teils  monokliner,  teils 
trikliner  Art.  Der  monokline  Orthoklas  ist  besonders  in  den 
Pegmatiten  vertreten  und  kommt  bisweilen  in  großen  Individuen 
vor;  Dünnschliffe  zeigen  hie  und  da  u.  d.  M.  perthitische  Ver- 
wachsungen, viel  seltener  die  Gitterstruktur  von  Mikroklin. 

Der  trikline  Plagioklas  ist  nicht  selten,  besonders  in  den 
granitischen  Ausbildungen  oder  den  Grenzschichten  der  Cordierit- 
gesteine des  Kürnberger  Waldes  anzutreffen.  Die  Farbe  desselben 
ist  teils  weiß,  teils  bläulich,  auch  gelblich  bis  grünlich,  und  er  weist 
bisweilen  eine  sehr  feine  Zwillingsstreifung  auf.  Auch  in  den 
(granitischen)  Gesteinen  des  Bayerischen  Waldes  ist  nach  Dr.  Wein- 


^)  Dr.  Weinschenk,  Die  Kiesellagerstätte  etc.,  S.  390. 
*)  Dr.  Weinschenk,  Ebend.,  S.  389. 


18 

schenks  Untersuchungen  neben  Orthoklas,  Mikroklin,  Kryptoperthit 
(Anorthoklas  mit  perthitischen  Verwachsungen)  und  Plagioklas  ver- 
treten.^) Der  Mikroklin  kommt  hier,  wie  schon  früher  erwähnt 
worden,  in  einer  ausgezeichneten,  spangrünen  Varietät  sehr  häufig 
vor.  Ich  habe  letztere  im  Kürnberger  Revier  bisher  noch  nicht 
gefunden.  2) 

In  bezug  auf  Almandin  als  akzessorischen  Gemengteil  der 
Cordieritgesteine  des  Bayerischen  Waldes  wurden  schon  am  Anfange 
die  diesbezüglichen  Beobachtungen  Dr.  Gümhels  mitgeteilt  und 
stimmen  damit  die  Dr.  Weinschenks  überein.  Während  in  sonstigen 
Vorkommnissen,  bemerkt  letzterer  3),  gerade  der  Almandin  fast  stets 
in  deutlich  ausgebildeten  Kristallen  vorkommt,  findet  man  ihn  in 
den  „Gneisen"  des  Bayerischen  Waldes  vorherrschend  in  Körnern 
von  unregelmäßiger  Form  oder  in  wenig  gut  begrenzten  Ringen, 
welche  zum  Teil  arm  an  Einschlüssen  sind  und  dann  mit  tiefblau- 
roter Farbe  durchsichtig  erscheinen,  bald  wieder  massenhafte  Ein- 
sclilüsse  beherbergen  und  ein  schmutziges  Rotbraun  zeigen.  Sie 
erreichen  häufig  bedeutende  Größe  (bis  mehrere  Zentimeter  im  Durch- 
messer), sind  aber  stets  sehr  brüchig  und  von  Rissen  durchzogen. 
Die  Granaten  (Almandine)  der  Kürnberger  Gesteine  zeigen  im  all- 
gemeinen denselben  Charakter.  Bei  Typus  1  und  2  scheinen  sie 
gänzlich  zu  fehlen,  während  sie  wieder  bei  Typus  3  und  4  regel- 
mäßig auftreten.  Die  unregelmäßig  kristallisierten  Granatkörner  von 
bräunlich-  bis  pfirsichblutroter  Farbe  sind  dann  bald  mehr,  bald 
weniger  eingestreut  und  zeigen  eine  Größe  von  2  bis  5  mm  im 
Durchmesser.  Sie  erreichen  jedoch  (den  mir  vorliegenden  Stücken 
zufolge)  nie  die  Größe  noch  Menge,  wie  sie  in  einem  bei  Bodenmais 
vorkommenden  Oranatgestein  angetroffen  werden.*)  Mitunter  kommen 

')  Nach  Dr.  Weinschenks  Beobachtungen  kommt  Plagioklas  in  den  eigent- 
lichen Cordierithornfelsarten  nicht  vor;  auch  die  Hornfelse  des  Kürnberger 
Waldes  bestätigen  diese  Beobachtungen;  die  Vorkommnisse  von  Plagioklas  in 
Cordieritgranit  gehören  eben  den  granitischen  Intrusionen  an  und  nicht  den 
Hornfelsen,  die  einen  anderen  charakteristischen  Habitus  zeigen.  Finden  sich 
daher  Plagioklase  in  Hornfelsen,  so  deuten  dieselben  eine  derartige  Intrusion 
an,  die  bis  zu  einer  mehr  oder  weniger  innigen  Vermischung  der  verschiedenen 
Gesteinsarten  gehen  kann.     (Siehe  unten.) 

^)  Nach  einer  Mitteilung  des  Herrn  Direktors  Commenda  hat  derselbe 
eine  ähnliche  spangrüne  Feldspatart  bei  Aschach  aufgefunden  und  es  dürfte 
dieselbe  hieher  zu  stellen  sein. 

*)  Dr.  Weinsehenk,  Die  Kiesellagerstätte  etc.,  S.  390. 

*)  Nach  Commenda,  Übersicht  der  Mineralien  etc.,  S.  15,  wurde  bei 
Margarethen  (bei  Linz)  ein  schöner  Ehombendodekaeder  von  1  cm  Seitenlänge 
Aufgefunden. 


19 

jedoch  auch  in  den  Gesteinen  des  Kürnberger  "Waldes  größere  nester- 
artige Granatanhäufungen  vor,  besonders  in  den  angrenzenden 
Granit-  oder  Pegmatitpartien. 

Die  Granaten  sind  nicht  selten  von  Cordierit-  und  Sillimanit- 
schichten  kapselartig  umgeben  und  eingeschlossen,  ähnlich  wie  dies 
auch  einige  granatführende  Gesteine  des  Silberberges  zeigen.  Die 
vorkommenden  Granaten  sind  wohl,  wenigstens  zum  großen  Teil, 
zu  Almandin  zu  stellen;  gleichwohl  dürften  auch  Arten  darunter 
vorkommen,  die  (ebenso  wie  am  Silberberg)  ^)  dem  manganreicheren 
Spessartin  sich  nähern. 


Zup  Entstehungsweise  der  Cordierit- 
gesteine  (Hornfels  etc.). 

Geologische  Verhältnisse  des  Bayerischen  und  Kürnberger  Waldes. 

Was  die  Genesis  oder  Entstehungsweise  der  Cordieritgesteine 
betrifft,  so  haben  einige  Forscher,  wie  insbesondere  Professor  Doktor 
E.  Weinschenk  in  München''^)  diesen  ein  hohes  Interesse  bean- 
spruchenden Gegenstand  eingehender  zu  beleuchten  und  zu  erörtern 
gesucht.  Es  mögen  deshalb  zunächst  die  begründeten  Ansichten  dieses 
Forschers  über  die  Bildung  der  Cordieritgesteine  im  Bayerischen 
Wald  mitgeteilt  werden,  und  dies  umsomehr,  als  dieselben  auch  für 
die  Genesis  und  wissenschaftliche  Erklärung  der  Cordieritgesteine 
im  Kürnberger  Wald  als  ganz  zutreffend  erklärt  werden  müssen  und 
darauf  (unter  Berücksichtigung  der  verschiedenen  Verhältnisse)  ihre 
volle  Anwendung  finden,  wie  gegen  Schluß  dieser  Znsammenstellung 
ausführlicher  dargelegt  werden  soll. 

a)  Der  Bayerische  Wald. 

Was  den  geologischen  Aufbau  des  Bayerischen  Waldes  anlangt, 
so  wird  nach  Dr.  Weinschenk  das  Gebirge  fast  ausschließlich  von 
„Oranit"  und  „Oneis"  in  ihren  gegenseitigen  Wechselbeziehungen 
zusammengesetzt. 


^)  Vgl.  Dr.  Weinschenk,  Die  Kiesellagerstätte  etc.,  S.  390. 

^)  Dr.  E.  Weinschenk,  Die  Kiesellagerstätte  etc.  Ein  Beitrag  zur  Eut- 
stehungageschichte  der  „Falbänder",  1901.  —  Vgl.  auch  desselben  Verfassers 
„Grundzüge  der  Gesteinskunde",  1.  Teil,  „Allgemeine  Gesteinskunde",  1902 
(u.  a.  Kontaktmetamorphismus,  S.  941?.  und  8.  57  ff.).  —  H.  Rosenbusch  „Elemente 
der  Gesteinslehre",  2.  Aufl.,  1901. 

2* 


20 

Der  Oranit  trägt  bei  sonst  verschieden  ausgebildeten  Ab- 
änderungen (massig,  schieferig,  porphyrartig  etc.)  den  allgemeinen 
Charakter  eines  echten  Lagergranites  an  sich. 

Der  von  Dr.  Oümhel  als  „Gneis''  bezeichnete  Gesteinstypus 
zeigt  etwas  mehr  Abwechslung,  und  es  gehören  die  verschiedenen 
Varietäten  desselben  recht  mannigfaltigen  Gesteinstypen  an. 

Das  bayerisch-böhmische  Waldgebirge  hat  man  als  den  ältesten 
Vertreter  der  Formation  der  kristallinischen  Schiefer,  als  die  eigent- 
liche Erstarrungskruste  unserer  Erde  hingestellt,  die  hier  in  ihrer 
typischen  Entivicklung  sich  darbiete. 

Die  „Gneise"  des  Bayerischen  Waldes  sind  jedoch  nach  Doktor 
Weinschenks  Untersuchungen  nichts  anderes  als  entweder  schieferige 
Ausbildungsformen  der  Granite  oder  aber,  und  dies  weit  vor- 
herrschend, Kontaktgesteine,  deren  kristallinische  Struktur  durchaus 
den  Stempel  einer  späteren  Bildung  an  sich  trägt  und  deren  minera- 
logische Zusammensetzung  so  wenig  wie  die  Art  ihres  geologischen 
Vorkommens  an  ihrem  kontaktmetamorphischeyi  Ursprung  Zweifel 
aufkommen  läßt. 

Ungeachtet  aller  Eintönigkeit  in  geologischer  Beziehung  liegt 
in  der  eigenartigen  Beschaffenheit  dieser  „Gneise"  für  den  Petro- 
graphen  ein  Material  vor,  welches  in  hohem  Maße  zu  eingehenden 
Studien  anregt. 

Über  einen  direkten  Kontakt  zwischen  Granit  und  Gneis  bildet 
stellenweise  der  Silberberg  bei  Bodenmais  im  Bayerischen  Wald  vor- 
zügliche Aufschlüsse.  Insbesondere  findet  man  am  Eingange  der 
„Barbara",  daß  der  Granit,  welcher  am  Fuße  des  Berges  noch  eine 
körnige  Beschaffenheit  hat,  gegen  den  Kontakt  zu  als  „Kristallgranit", 
d.  h.  porphyrisch  ausgebildet  und  durch  das  Hervortreten  zahlreicher 
großer  Feldspatkristalle  wie  gefleckt  erscheint.  Es  fehlen  hier  fast 
ganz  die  sonst  üblichen  Erscheinungen  magmatischer  Spaltung,  und 
es  lassen  diese  Lagergranite,  wie  anderswo,  in  der  Zusammensetzung 
des  Erstarrungsgesteins  keinen  großen  Wechsel  erkennen. 

In  den  Grenzxotien  beobachtet  man  öfters  außer  der  Ent- 
wicklung einer  porphyrartigen  Struktur  die  Aufnahme  von  Cordierit 
oder  Granat,  welcher  in  einzelnen  Individuen  als  akzessorische 
Gemengteile  eintreten  und  die  dem  umgebenden  „Gneis"  entstammen. 
Der  „Gneis"  tritt  in  der  typischesten  Form  der  von  Gümbel 
als  Körnelgneis  oder  speziell  als  Dichroitgneis  (siehe  oben)  ausge- 
schiedenen Gesteinsgruppe  auf,  welche  einen  charakteristischen 
Horizont  seiner  „hercynischen  G?ieisformation"  darstellt.  Diese 
Gesteinstypen  nun  zeichnen  sich  durch  bunten  Wechsel  und  Farben- 


21 

kontraste  aus,  indem  z.  ß.  bei  einigen  größere  Almandinkörner,  bei 
anderen  lebhaft  blauvioletter  Cordierit,  bei  anderen  wieder  spangrüner 
Orthoklas  (Mikroklin)  ^)  hervortreten. 

Einige  dieser  Bildungen  sind  infolge  eines  großen  Reichtums 
an  Biotit  ganz  dünnschieferig,  andere,  namentlich  dichte,  von  horn- 
feisartiger  Beschaffenheit  lassen  mit  bloßem  Auge  keine  Spur  von 
Schieferung  und  Schichtung  erkennen,  noch  mehr  fallt  dabei  eine 
durch  abwechselnde  helle  und  dunkle  Lagen  hervorgebrachte  Bänder- 
struktur auf,  die  bei  den  hornfelsartigen  Bildungen  völlig  vermißt 
wird.  Ungeachtet  dieser  Schieferung  brechen  die  Gesteine  sehr  leicht 
quer  zur  Schieferung  durch  und  im  Bruche  beobachtet  man  dann 
häufig  schwach  seidenglänzende,  feinverfilzte  Aggregate  von  Faser- 
kiesel (Fibrolith,  Sillimanit),  welche  hin  und  wieder  die  farbigen  Mine- 
ralien ganz  verdrängen,  so  daß  weiße  SilUmanitschiefer  hervorgehen. 

Die  glimmerreichen  Lagen  sind  im  allgemeinen  reich  an  großen 
Individuen  von  Almandin,  die  äußerst  selten  ausgebildete  Kristall- 
formen (meist  2  O  2)  aufweisen,  gewöhnlich  aber  tmregehnäßig  be- 
grenzt sind,  oder  sie  enthalten  Cordierit  von  matt  graulichblauem 
Aussehen,  so  daß  er  von  Quarz  nur  sehr  schwer  unterschieden  werden 
kann.  Spaltflächen  von  Feldspaten  beobachtet  man  in  diesen  Bildungen 
nur  wenig. 

Abweichend  davon  sind  die  Verhältnisse  der  lichten  Bänder, 
die  nach  ihrer  Struktur  und  Zusammensetzung  schon  makroskopisch 
sich  als  granitische  Gesteine  erkennen  lassen,  in  dem  deutlich  Quarz 
und  Feldspat  neben  einem  oder  zwei  Glimmermineralien  diese  Lagen 
zusammensetzen,  in  welchen  außerdem  auch  lebhaft  blau  gefärbte 
oder  in  Pinit  umgewandelte  Kristalle  von  Cordierit  oder  Ikositetraeder 
von  Granat  verbreitet  sind.  Der  Biotit  bietet  einzelne,  meist  sehr 
vollkommen  umgrenzte  Kristalle,  die  richtungslos  dem  Gestein  ein- 
gestreut sind. 

„Faltungserscheimmgen"  an  diesen  „Gneisen"  des  Silberberges 
werden  sehr  häufig  beobachtet.  Die  schichtenartige  Verbindung  von 
Granit  und  „Gneis"  zeigt,  daß  hier  nicht  zwei  gleichwertige,  nur 
in  schichtenartigem  Wechsel  auftretende  Gesteine  vorliegen,  sondern 
sich  als  voneinander  ganz  verschiedene  erweisen;  die  lichten  Bänder 
weisen  nur  im  allgemeinen  die  Form  konkordanter  Einlagerungen 
auf  und  man  beobachtet,  daß  sie  die  dunklest  schieferigen  Lagen 
umso  häufiger  quer  durchbrechen,  je  mehr  man  sich  der  Grenze 
gegen  den   Oranit  nähert.   Hier  sind  es  bald  größere,  bald  kleinere 


0  Siehe  oben  S.  9. 


22 

Schollen  der  Schiefer,  welche  in  dem  lichten  Gestein  zu  schwimmen 
scheinen  und.  in  welche  dasselbe  auf  zahllosen  Adern  und  Klüften 
eindringt;  schließlich  tritt  eine  so  innige  Mischung  von  Schiefer- 
und Granitmaterial  ein,  daß  die  beiden  Gesteine  geradezu  miteinander 
verschmelzen,  wie  denn  auch  überhaupt  eine  Aufnahme  von  Schiefer- 
material durch  den  Granit  die  allenthalben  in  letzterem  verbreiteten 
Kristalle  von  Cordierit  und  Granat  überaus  wahrscheinlich  gemacht 
wird.  Der  „Dichroitgneis'^  des  Bayerischen  Waldes  erweist  sich 
somit  schon  makroskopisch  als  zusammengesetzt  aus  zwei  verschiedenen 
Oesteinstypen :  einem  unter  allen  Umständen  sehr  feldspatarmen  bis 
feldspatfreien,  zum  Teil  hornfelsartigen ,  zum  Teil  schieferigen 
Kontaktgesteine  und  aus  Apophysen  der  Granitmassive,  welche  das 
Liegende,  beziehungsweise  das  Hangende  der  Schiefer  bilden.  Diese 
„  Oneise"  zeigen  eine  innige  Durchtränkung  ursprünglich  sedimentärer 
Gesteine,  die  eine  kontaktmetaphorische  Umwandlung  erfahren  haben, 
mit  dem  noch  schmelzflüssigen  granitischen  Magma.  Die  verschiedene 
Intensität  der  Injektion  des  granitischen  Schmelzflusses,  die  wechselnde 
Resorption  der  Schiefer  durch  den  Granit  ergibt  den  abwechslungs- 
reichen Habitus  der  Gesteine,  welche  ursprünglich  wohl  auch  ge- 
schichtet und  in  verschiedenartig  zusammengesetzte  getrennt,  doch 
nicht  den  schon  beim  ersten  Anblick  erstaunlichen  Wechsel  zeigten, 
den  sie  heute  aufweisen. 

Die  Gesteine  des  Silberberges  sind  durch  große  Härte  und  im 
allgemeinen  durch  große  Frische  ausgezeichnet;  der  Feldspat  zeigt 
adularähnliche  Beschaffenheit,  die  Glimmer  (auch  Biotit)  zeigen  einen 
hohen  Grad  von  elastischer  Biegsamkeit  und  nur  der  Cordierit  läßt 
in  den  granitischen,  nicht  aber  in  den  schieferigen  Lagen  öfter  die 
typische  Umwandlung  in  Pinit  erkennen.  In  großem  Maße  auf- 
fallend ist  nach  Dr.  Weinschenk  diese  Härte  und  Zähigkeit  der  Ge- 
steine, wenn  man  sie  mit  anderen  stark  dislozierten  Gesteinen  alpiner 
Gebiete  in  Vergleich  zieht;  zeigen  hier  sonst  schon  das  äußere  Ver- 
halten der  Gesteine  eine  innere  Zerrüttung  und  Zermalmung  an,  so 
ist  dagegen  an  jenen  des  Silberberges  von  einer  derartigen  Lockerung 
des  Gefüges  nicht  das  Geringste  zu  ersehen. 

Bemerkenswert  ist  auch  die  Erscheinung,  daß  die  mannig- 
faltigen Stauchungserscheiiiungen,  welche  die  Schiefergesteine  oft 
erkennen  lassen,  von  Schicht  zu  Schicht  ganz  außerordentlich 
wechselnde  sind.  Während  im  allgemeinen  die  glimmerreichsten 
Lagen  die  intensivste  Faltung  erlitten  haben,  erscheinen  die  eigent- 
lichen Hornfelse  äußerlich  wenigstens  ziemlich  ebenschiohtig.  Die 
ganze   Art  der  Ausbildung  der  Gesteine  des  Silberberges  zeigt  in 


23 

einer  geradezu  klassischen  Art  und  Weise,  wie  ein  und  derselbe 
Prozeß  der  Faltung  verschiedenartige  Gesteine  in  durchaus  ver- 
schiedener Weise  beeinflußt,  wie  die  Schichten  imstande  sind,  unter 
der  Wirkung  eines  einheitlichen  Druckes  sich  gegeneinander  und 
übereinander  zu  verschieben. 

Was  die  Lagerungs Verhältnisse  der  Erzkörper  (Magnetkies  etc.) 
im  Silberberg  betrifft,  welche  seinem  Zwecke  nach  Dr.  Weinschenk 
weitläufiger  behandelt  (a.  a.  O.  S.  360  ff.),  so  seien  hier  in  Rücksicht 
auf  die  diesbezüglichen  Verhältnisse  bei  Linz  nur  nachfolgende 
Umstände  erwähnt. 

Es  setzen  sich  im  kleinen  außerordentlich  häufig,  sehr  selten 
in  größerem  Maßstabe  in  das  Nebengestein,  besonders  wenn  dies  ein 
Hornfels  oder  Granit  ist,  Abzweigungen  des  Erzes  hinein;  in  gröber 
körnigen  Gesteinen  besonders  beobachtet  man,  daß  das  ganze  Gestein 
in  seinem  innersten  Gefiige  erschüttert  ist  und  alle  Risse  und  Sprünge 
von  feinen  Erzadern  erfüllt  werden,  mit  welchen  diese  Gesteine 
völlig  imprägniert  erscheinen.  Die  Erze  des  Silberberges  erweisen 
sich  nach  Dr.  Weinschenk  als  jüngere  Bildungen;  sie  sind  an  die 
injizierte  Grenzzone  zwischen  Schiefer  und  Granit  gebunden  und 
wurden  als  feurigflüssiges  Erzmagma  in  die  Gesteine  hineingepreßt. 

Die  Gesamtheit  aller  bisher  besprochenen  Erscheinungen  zeigt 
nach  Dr.  WewischeJik  folgendes  kurzes  Bild  der  geologischen  Ver- 
hältnisse des  Silberberges:  Ein  Schichtenkomplex  von  ziemlich 
wechselnder  Zusammensetzung  wurde  von  granitischen  Massen  durch- 
brochen; das  schieferige  Dach  der  lagerförmigen  Masse  —  des  Lak- 
kolithen  —  blätterte  in  den  Granit  hinein  und  innerhalb  der  im 
Zusammenhang  mit  der  vulkanischen  Tätigkeit  getauchten  und  ge- 
falteten Schiefer  wurden  alle  Hohlräume  von  der  granitischen  Schmelz- 
masse erfüllt,  welche  vorzugsweise  parallel  zu  den  Schichtenfugen 
eindrangen.  Dann  kamen  Pegmatite,  welche  mit  dem  Nachlassen 
der  vulkanischen  Energie  der  Bildung  von  Quarzaggregaten  Platz; 
machten.  Erst  nach  diesen  kamen  die  Erze,  schließlich  entstanden 
nach  den  Erzen  noch  untergeordnete  Gangfüllungen. 

Gibt  über  alle  diese  Verhältnisse  der  makroskopische  Habitus 
der  Gesteine  des  Bayerischen  Waldes,  insbesondere  des  Silberberges 
genügende  Aufschlüsse,  so  gestatten  nach  Dr.  Weinschenk  die  mikro- 
skopischen Verhältnisse  in  noch  viel  höherem  Maße  die  Genesis 
dieser  Gesteine  zu  verfolgen.  Was  die  makroskopische  Forschung 
einigermaßen  wahrscheinlich  machen  könnte,  wurde  ihm  zufolge  durch 
die  mikroskopischen  Befunde  gerade  zur  Gewißheit. 


24 

Diese  mikroskopischen  Untersuchungen  lassen  zunächst  mit 
unzweifelhafter  Sicherheit  hervortreten^  daß  zwischen  dem  Material 
der  schieferigen  Gesteine  und  demjenigen  der  dazwischen  ein- 
gedrungenen granitischen  Masse  ein  tiefgreifender  Unterschied  vor- 
handen ist. 

Was  die  „Cordieritgneise"  überhaupt  betrifft,  so  sind  all  ihre 
Bildungen  in  den  maßgebenden  Erscheinungen  vollständig  gleich 
und  das  Unterscheidende,  welches  äußerlich  so  stark  hervortritt, 
verliert  sich  mehr  und  mehr  bei  einem  eingehenden  Studium  unter 
dem  Mikroskop;  abgesehen  von  Einzelheiten  erscheint  der  ganze 
Gesteinskomplex  als  äußerst  einförmig,  so  wechselvoll  seine  Be- 
schaffenheit auch  bei  oberflächlicher  Beobachtung  zu  sein  schien;  die 
mikroskopischen  Einzelheiten  zeigen  in  makroskopisch  recht  ab- 
weichend erscheinenden  Gesteinen  oft  völlige  Übereinstimmung. 

Struktur  und  Zusammensetzung  erweisen  sich  auch  unter  dem 
Mikroskop  als  ziemlich  wechselnd,  aber  was  vor  allem  bei  der  Be- 
trachtung der  Dünnschliffe  in  die  Augen  fällt,  ist  der  fast  voll- 
ständige Mangel  einer  Trümmer  struktur,  welche  man  in  so  stark 
gefalteten  und  gefalteten  Schichten  doch  vor  allem  erwarten  sollte. 
Dabei  erscheinen  größere  Individuen  von  Cordierit  und  Quarz  erfüllt 
von  Einschlüssen  von  Sillimanit,  Biotit,  Titaneisen  und  Zirko7i,  oft 
in  solchem  Maße,  daß  selbst  in  sehr  dünnen  Schliffen  das  Haupt- 
individuum kaum  mehr  durchschimmert,  und  es  ist  namentlich  im 
polarisierten  Licht  diese  Erscheinung  deutlich  hervortretend.  Auch 
die  Anordnung  dieser  Einschlüsse  ist  sehr  bezeichnend:  die  dioht- 
verfilzten  Schnüre  des  Sillimanits,  die  dünnen  Lamellen  des  Biotits, 
wie  die  langgestreckten  Körner  von  Titaneisen  bilden  Zälge  durch 
das  ganze  Gestein,  die  von  der  Orientierung  der  Quarz-  und  Cordierit- 
Individuen  (welche  die  Grundlage  bilden)  in  nichts  heei^ip^ußt  er- 
scheinen. Dieses  optisch  einheitliche  Verhalten,  welches  die  Quarz-, 
beziehungsweise  Cordieritkörner  zeigen,  die  weder  mit  der  ursprüng- 
lichen Schichtung,  noch  mit  der  Fältelung  des  Gesteines  irgendwelche 
Beziehungen  aufweisen,  sprechen  nach  Dr.  Weinschenk  mit  Sicherheit 
dafür,  daß  die  Schichtenverbiegungen,  welche  die  Oestei?ie  makro- 
sJcopiseh  in  so  intensivem  Maße  erkentien  lassen,  vollendet  geivesen 
sein  müssen,  bevor  Quarz  und  Cordierit  auskristallisiert  sind,  bevor 
also  die  Gesteine  ihre  kristallinische  Beschaffenheit  erreicht  haben. 
Die  kristallinische  Beschaffenheit  derselben  ist  deshalb  als  eine 
sekundär  erivorbene  Eigenschaft  zu  betrachten,  und  man  wird  nach 
Dr.  Weinschenk  wohl  kaum,  weder  vom  geologischen,  noch  vom 
petrographisohen  Standpunkte  aus  hier  berechtigt  sein,  die  Gesteine 


25 

schlechthin  als  „kristallinische  Schiefer''  zu  bezeichnen,  zumal  wenn 
sie  in  nächster  Nachbarschaft  eines  Granitmassivs  auftreten.  Man 
muß  sie  vielmehr  mit  demjenigen  Namen  bezeichnen,  welcher  ihrer 
petrographischen  Stellung  entspricht  —  es  sind  Kontaktgesteine  im 
eigentlichen  Sinne  des  Wortes. 

Die  meisten  ,. Gneise"  aus  den  verschiedensten  Teilen  des  in 
Betracht  kommenden  Gebietes  lassen  eine  ähnliche  Anordnung  der 
Einschlüsse  erkennen ;  sieht  man  hier  ja  sonst  die  gewundenen  Züge 
der  Sillimanitnadeln,  welche  die  Verbiegung  und  Faltung  des  Ge- 
steines bezeichnen,  als  ein  Charakteristikum  der  Mikrostruktur  des 
Cordierits  an;  auch  die  mineralogische  Zusammensetzung  aus 
vorherrschendem  Quarz  und  Cordiei'it  neben  Olimmer  und  Silli- 
manit  ist  diejenige  echter  Hornfelse  und  ebenso  ihre  Struktur. 
Die  Gesteine  dürfen  deshalb  nach  Dr.  Weinschenk  auch  in  dieser 
Beziehung  nicht  als  „Gneise''  bezeichnet  werden,  da  der  Feldspat 
(Orthoklas,  beziehungsweise  Plagioklas)  höchstens  rein  akzessorisch 
vorkommt. 

Auch  die  schon  makroskopisch  als  granitische  Gesteine  er- 
kannten lichten  Bänder  zeigen  unter  dem  Mikroskop  ihren  Charakter 
sehr  deutlich.  Als  hauptsächlichste  Gesteinsgemengteile  ersieht  man: 
Quarz,  Orthoklas,  Mikroklin,  Kryptoperthit  (Anorthoklas  mit  perthi- 
tischen  Verwachsungen)  und  Plagioklas,  etwas  Olimmer  und  abge- 
rundete Kristalle  von  Cordierit;  letztere  lassen  außer  abgerundete 
Individuen  von  Quarz-  und  Zirkonmikrolithen  mit  pleochroitischen 
Höfen  weitere  Einschlüsse  nicht  erkennen.  Vor  allem  fehlen  hier 
die  Bänder  von  Sillimanit  vollständig,  was  den  bezeichnendsten 
Unterschied  gegenüber  von  dem  Cordierit  in  den  Schiefertl  darbietet, 
abgesehen  davon,  daß  die  Kristallform,  die  der  Cordierit  in  den 
Oraniten  nie  vermissen  läßt,  dem  Mineral  in  den  Hornfelsen  abgeht. 
Die  Individuen  des  Cordierits  im  Oranit  sind  somit  nicht  Reste 
oder  Bruchstücke  des  etwa  teilweise  resorbierten  Nebengesteins, 
sondern  sie  sind  vielmehr  aus  dem  granitischen  Schmelzfluß  selbst 
ausgeschieden,  nachdem  dieser  allerdings  wohl  die  Bestandteile  des- 
selben aus  den  Schiefern  gelöst  hatte.  Überall  fehlen  aber  auch  hier 
alle  Anzeichen  einer  dynamischen  Umformung,  selbst  der  Quar^, 
dieser  feinste  Gradmesser  für  alle  mechanischen  Einflüsse,  zeigt  keine 
Spur  von  Kataklase,  und  dies  in  Gesteinen,  welche  in  schmalen, 
auf  das  mannigfaltigste  gebogenen  und  gewundenen  Bändern  zwischen 
den  Schichten  der  Schiefer  eingeklemmt  sind.  Die  Faltung  und 
Pältelung  der  Schiefer  erweist  sich  somit  auch  durch  diese  Anzeichen 
als  älter  gegenüber  der  Verfestigung  des  Granites. 


26 

Die  Hornfelse,  beziehungsweise  Schiefer  mit  ihren  Zügen  von 
Sillimanit  und  ihrer  typischen  Kontaktstruktur  und  diese  Granite 
mit  ihren  so  bezeichnenden  Eigenschaften  wechseln  in  den  Gesteinen 
des  Silberberges  in  jedem  Maßstabe  miteinander  ab,  wobei  die 
ersteren  im  kleinen  wie  im  großen  die  Form  von  Scholleti  haben, 
welche  von  dem  granitischen  Gestein  allenthalben  durchbrochen 
werden  und  in  welche  das  granitisehe  Material  auf  allen  Klüften 
und  Sprüngen  eindringt;  schließlich  geht  die  Vermischung  so  weit, 
daß  beide  Gesteine  auch  unter  dem  Mikroskop  nicht  mehr  neben- 
einander erkannt  werden  und  daß  die  Eigenschaften  der  Hornfelse 
sich  mit  denen  des  Granites  aufs  innigste  verbinden.  Indes  ist  das 
letztere  trotz  der  innigen  Durchtränkung  der  Schiefer  nicht  das 
Gewöhnliche,  sehr  viel  häufiger  haben  beide  Gesteine  nebeneinander 
ihre  Individualität  gewahrt  und  nur  einzelne  Kristalle  von  Cordierit 
in  Granit,  einzelne  Feldspatindividuen  im  Hornfels  deuten  die  gegen- 
seitige Beeinflussung  an. 

In  bezug  auf  die  mikroskopische  Beschaffenheit  der  einzelnen 
Mineralien  sei  zu  dem  bereits  oben  Gesagten  noch  hinzugefügt  und 
im  besonderen  hervorgehoben,  was  Dr.  Weinschenk  ^)  in  bezug  auf 
Cordierit  und  Sillimanit  bemerkt. 

Cordierit  ist  im  Dünnschliff  stets  farblos  und  läßt  sich  daher 
nur  schwer  von  Quarz  unterscheiden. 2)  Der  ungemein  große  Reichtum 
indes  an  Einschlüssen  von  Zirkon  und  Rutil  mit  den  stets  um  die 
selben  auftretenden  pleochroitischen  Höfen  (im  Polarisations-Mikroskop) 
verrät  ihn  fast  immer. 

Einzelne  Körner  enthalten  selbst  Hunderte  solcher  Mikrolithen, 
jeder  umgeben  von  einer  bald  mehr,  bald  minder  kräftig  von  farblos 
bis  gelb  pleochroitischen  Zone,  bei  welcher  die  Doppelbrechung 
stark  erniedrigt  ist.  So  massenhaft  der  Cordierit  auch  sonstige  Ein- 
schlüsse beherbergt,  so  findet  man  die  pleochroitischen  Höfe  doch 
ganz  ausschließlich  um  die  eingeschlossenen  Zirkon-  und  Rutilkristalle. 

Wo  der  Cordierit  als  Bestandteil  der  grayiitischen  Lagen  auf- 
tritt,  fehlt   ihm,    wie   schon   früher  erwähnt,    diese  charakteristische  | 

■l 


')  A.  a.  0.,  S.  373. 

*)  Bei  dickeren  Schliffen  kann  man  zur  Untersuchung  des  Pleochroismus 
die  von  Dr.  Tschermak  (Sitzungsbericht  der  Wiener  Akademie,  Bd.  59.  —  Lehr- 
buch der  Mineralogie,  5.  Aufl.,  1897,  S.  201)  empfohlene  Methode  in  Anwendung 
bringen,  indem  man  einen  einzigen  Nicol,  und  zwar  den  unteren  (unter  dem 
Tisch  des  Mikroskops)  im  Kreise  dreht.  —  Vgl.  auch  Dr.  Weinschenk.  Die 
gesteinsbildenden  MineraUen,  Freiburg  1901,  S.  124.  —  Dr.  Ferd.  Zirkel,  Die 
mikroskopische  Beschaffenheit  der  Mineralien  und  Gesteine. 


27 

Mikrostruktur  gänzlich.  Hier  sind  es  meist  größere,  ringsum  aus- 
gebildete Kristalle,  welche  (wenn  nicht  pinitisiert)  schon  makro- 
skopisch durch  ihre  klare  blaue  Farbe  hervortreten.  Dieselben  sind 
allerdings  stets  stark  gerundet,  oft  mit  Löchern  und  tiefen  Ein- 
buchtungen versehen,  aber  doch  bemerkenswert  gegenüber  der  eigen- 
tümlichen Formlosigkeit  des  Cordierites  der  Hornfelse.  Unter  dem 
Mikroskop  erkennt  man  hier  wieder  die  Zirlconndkrolithen  mit  ihren 
Höfen  und  einzelne  zum  Teil  recht  große  gerundete  Kristalle  von 
Quarz;  weitere  Einschlüsse  pflegen  zu  fehlen. 

Der  Sillimanit  übernimmt  in  den  Kontaktgesteinen  des 
Bayerischen  Waldes  die  Stelle  des  sonst  häufigeren  Ändalusites  (siehe 
oben).  Bisweilen  sind  die  Sillimanitnadeln  so  verfilzt,  daß  sie  selbst 
im  dünnsten  Schlifi'  nicht  mehr  durchsichtig  werden  und  so  eine 
optische  Bestimmung  nicht  mehr  möglich  wird.  Sonst  kommen  auch 
einzelne  Sillimanit- Kristalle  mit  hoher  Licht-  und  Doppelbrechung  vor. 

b)  Der  Kürntaerger  Wald  und  seine  Grenzgebiete. 

Schon  oben  wurde  aus  der  Nähe  beider  Gebirgszüge,  des 
Bayerischen  und  Kürnberger  Waldes,  sowie  aus  der  Oleichartigkeit 
ihrer  Gesteine  ein  Schluß  auf  den  genetischen  Zusammenhang  beider 
Gebiete  gezogen.  Daß  die  Gesteinstypen  beider  Lokalitäten  eine 
Identität  aufweisen,  zeigt  die  gleiche  Beschaffenheit  dieser  Typen, 
wie  sie  früher  zur  Darstellung  gebracht  werden  und  wie  auch  aus 
dem  Nachfolgenden  noch  mehr  erhellen  wird. 

Es  ist  dem  Zwecke  gemäß,  den  sich  gegenwärtige  Ausführungen 
gestellt,  noch  eingehender  zu  untersuchen,  ob  und  wie  die  geologischen 
Verhältnisse  der  Gesteine  des  Linzer  Gebietes  mit  denjenigen  des 
Bayerischen  Waldes  sich  in   tjbereinstimmung  befinden. 

Die  Gesteine  des  Kürnberger  Waldes  liegen  besonders  in  den 
Steinbrüchen  aufgeschlossen  vor,  die  sich  bei  Linz  —  Margarethen 
längs  des  Donauufers  bis  zur  sogenannten  „Anschlußmauer"  und 
darüber  hinaus  mehr  oder  weniger  unterbrochen  aneinander  reihen. 
Bei  näherer  Untersuchung  der  Gesteine  fallen  vor  allen  anderen  zwei 
Hauptgesteinstypen,  ein  granitischer  und  ein  gneisartiger  Typus,  auf. 

Der  erste  Steinbruch  bei  Margarethen  (in  der  Nähe  der  Stadt) 
zeigt  einen  ziemlich  grobkörnigen  Granit  mit  sehr  vielen  etwa 
bohnengroßen  Feldspatkristallen  von  weißlicher  bis  bläulicher  Farbe; 
dunkler  Glimmer  ist  reichlich,  Quarz  wenig  vertreten.  Diese  Granitart 
scheint  als  Ganggranit  aufzutreten. 


28 

Daneben  findet  sich  ein  feinkörniges,  gneisartiges  Gestein  mit 
ebenfalls  dunklem  Glimmer;  letzteres  Gestein  weist  hinwieder  Ein- 
lagen auf,  die  an  Hornfels  erinnern,  und  es  ist  bisweilen  mit  Magnet- 
kies imprägniert. 

Der  folgende  zweite  und  dritte  Steinbruch  zeigt  ein  mehr  oder 
weniger  bläulichgraues,  mittelkörniges,  granit-  und  gneisartiges 
Gestein.  Einlagen  lassen  hornfelsartige  Bildungen  erkennen;  auch 
finden  sich  hier  lichtere  und  dunklere  Lagen,  erstere  bisweilen  mit 
blaugeförbten  Cordieritkörnern,  beziehungsweise  mehr  oder  weniger 
ausgebildeten  Kristallen.  Die  Gesteinswand  weist  eine  schieferig- 
plattenförmige  Absonderung  der  Schichten  auf. 

Der  vierte  Steinbruch  (in  der  Nähe  des  Kalvarienberges)  ist 
im  allgemeinen  den  vorhergehenden  in  bezug  auf  die  Gesteine  ähnlich, 
das  hier  vorkommende  Gestein  erscheint  jedoch  dunkler,  bläulicher, 
besonders  in  den  unteren  Schichten;  es  ist  ein  mehr  oder  weniger 
glimmerreicher  Cordierithornfels  von  bald  granitischem,  bald  gneis- 
artigem Habitus  (Typus  1  und  2)  oder  auch  in  Verbindung  mit 
Granit;  die  Gesteine  sind,  wie  schon  früher  bemerkt  worden,  teil- 
weise imprägniert  mit  Magnetkies  und  Graphit;  bisweilen  findet  sich 
in  den  Dünnschliffen  Mikroklin  und  Plagioklas,  wie  dies  die  Granite 
der  Grenzgebiete  (Steyregg  etc.)  zeigen. 

Geht  man  über  die  Schlucht  des  Kalvarienberges  weiter  hinaus, 
so  steht  hier  Granit  von  ganz  anderem  Habitus  an;  derselbe  ist  ein 
lichtgefarbtes  (gelbliches)  Gestein,  wenn  auch  der  Glimmer  eine 
meist  dunkle  Farbe  aufweist;  Cordierit  fehlt  oder  es  dürften  nur 
einzelne  Körner  als  Cordierit  bezeichnet  werden  können.  Ein  ähnlicher 
mittelkörniger  Granit  findet  sich  im  Grenzgebiete,  am  Freinberge, 
und  es  scheint  derselbe  überhaupt  die  Höhenzüge  der  Umgegend 
zu  bilden. 

Überblickt  man  die  bisher  geschilderten  Gesteinsschichten  in 
ihrem  Zusammenhange,  so  scheinen  die  geologischen  Verhältnisse 
derselben  zur  Annahme  zu  drängen,  daß  man  es  hier  mit  einem 
von  Granit  umschlossenen  und  mehr  oder  weniger  durchbrochenen 
Schichtenkomplex  zu  tun  habe,  dessen  Schollen  infolge  der  vul- 
kanischen Tätigkeit  und  des  Kontaktes  mit  glutflüssigen  Granitmassen 
wenigstens  zum  Teil  zu  hornfelsartigen  Gesteinen  umgewandelt  wurden, 
daß  somit  die  betreffenden  Partien  für  metaniorphe  Kontaktgesteine 
zu  erklären  sind. 

Diese  Auffassung  wird  durch  die  Beschaffenheit  und  die  geolo- 
gischen Verhältnisse  der  sich  noch  weiter  anschließenden  Gesteins- 
bildungen des  Kürnberger  Waldes  in  vollem  Maße  bestätigt. 


29 

Der  Verlauf  des  genannten  Gebirgszuges  vom  Kalvarienberg 
bei  Margarethen  bis  zum  Steinbruch  in  der  Nähe  der  „Anschluß- 
mauer" liegt  nicht  aufgeschlossen  und  ist  ein  meist  dichtbewaldetes 
Terrain.  Einzelne  Felsblöcke,  die  längs  des  Weges  angeschlagen 
wurden,  zeigten  nur  lichtere  Granite  und  konnte  in  denselben 
(makroskopisch)  kein  Cordierit  gefunden  werden.  Die  Entfernung 
des  Steinbruches  vom  Fuße  des  Kalvarienberges  dürfte  auf  etwa 
25  Minuten  zu  veranschlagen  sein.  Ob  die  dazwischen  liegenden 
Schichten,  besonders  in  weiterer  Tiefe  gegen  den  Gebirgsstock  hin, 
nicht  auch  metamorphe  Cordieritgesteine  enthalten,  konnte  bisher 
nicht  ermittelt  werden;  es  ist  jedoch  dies  sehr  wahrscheinlich  und 
scheinen  die  Verhältnisse  des  Steinbruches  bei  der  „Anschlußmaner" 
darauf  hinzuweisen. 

Was  letzteren  Steinbruch  betrifft,  so  sind  die  Aufschlüsse 
desselben  nicht  wenig  instruktiv  und  zeigen  zum  Teil  neue  Ver- 
hältnisse in  bezug  auf  den  geologischen  Aufbau  des  Kürnberger 
Waldes. 

Ais  Hauptgestein  können  hier  gneisartige  Massen  bezeichnet 
werden,  welche  bald  dickere,  bald  dünnere  dunkle  und  lichte 
Wechsellagen  zeigen  und  die  teilweise  sehr  verschoben  und  gefaltet 
erscheinen.  Der  Glimmer  ist  meist  von  dunkler  Farbe.  Links  vom 
Eingang  steht  ein  kristallinisches  Gestein  an,  mit  großen  Aus- 
scheidungen von  Feldspat,  Quarz  und  Glimmer;  letzterer  ist  meist 
dunkel,  bisweilen  jedoch  auch  lichtweiß,  besonders  an  gewissen 
Grenzflächen.  Dieses  grobkörnige  Gestein  stellt  einen  Pegmatitgang 
dar,  der  das  gneisartige  Gestein  durchsetzt.  In  diesem  pegmatitischen 
Gestein  finden  sich  zerstreut  chloritähnliche  pinitische  Bildungen, 
bisweilen  auch  gut  ausgebildete  Kristalle  (Prisma  mit  basischer  End- 
fläche, nach  Cordierit). 

Derartige  Pegmatitgänge  (etwa  30  bis  40  cm  im  Durchmesser) 
zeigen  in  einiger  Anzahl  (3  bis  4)  sehr  deutlich  die  oben  bloßgelegten 
Schichten  des  Steinbruches.  Die  Ausscheidungen  von  Quarz  und 
Feldspat  sind  bisweilen  auffallend  groß.  Der  Feldspat  ist  nicht 
selten  bläulich  gefleckt  und  zeigt  mitunter  bei  gelblicher  Farbe  eine 
gewisse  geflammte,  holzähnliche  Struktur.  In  dem  Gestein  fallt  auch 
die  Ausscheidung  eines  großen,  langgestreckten  (bis  fingerlangen) 
Glimmers  auf  von  dunkelbrauner  bis  goldgelber  Farbe.  Andalusit 
scheinen  diese  Gänge  nicht  zu  enthalten;  dagegen  kommen  in  den- 
selben außer  den  obenerwähnten  pinitisierten  Cordieritsäulen  auch 
mehr  oder  weniger  große  Nester  von  Cordierit  (Pinit)  vor,  so  daß 
einzelne   Handstüoke    eine    grünliche    Färbung    aufweisen    oder   wie 


30 

gefleckt  erscheinen;  besonders  sind  diese  Bildungen  an  den  Grenzen 
gegen  das  Nebengestein  hin  zu  bemerken,  i) 

Das  pegmatitische  Gestein  von  Bodenmais  (siehe  oben)  weist 
eine  große  Ähnlichkeit  mit  diesem  des  Kürnberger  Waldes  auf;  der 
mir  vorliegende  Pegmatit  von  Bärenloch  bei  Bodenmais  zeigt  bläulich 
gefleckte  Feldspate;  einige  Feldspatbildungen  vom  Silberberg  (von 
weißlicher  Farbe)  erscheinen  ebenfalls  wie  geflammt;  während  hier 
der  lichte  Glimmer  vertreten  ist,  herrscht,  wie  schon  erwähnt,  in 
den  Pegmatiten  des  Kürnberger  Waldes  dunkler  Glimmer  vor  und 
nur  bisweilen  ist  weißer  vertreten. 

Das  schieferige,  gneisartige  Gestein  des  Steinbruches  enthält 
teils  Cordieritkörner  von  blauer  oder  grünlicher  Farbe,  teils  hornfels- 
artige  Bildungen,  und  es  schließt  sich  dasselbe  an  Typus  1  und  2 
an  (siehe  oben). 

Die  meist  gleichmäßig  mehr  oder  weniger  eben  geschichteten 
Partien  mit  dunklen  und  lichten  Wechsellagen  zeigen  hier  zum 
ersten  Male  kleine  Granaten  eingestreut,  teils  in  den  lichten,  teils 
auch  in  den  dunklen  Lagen. 

Erzim'prägniermigen  scheinen  hier  zu  fehlen;  auch  Graphit  wird 
selbst  in  den  Dünnschliffen  u.  d.  M.  ziemlich  selten  wahrgenommen. 

Es  verdient  hier  noch  angeführt  zu  werden,  daß  die  Schichten 
senkrecht  aufgerichtete  Platten  darstellen  und  daß  sich  um  die 
Gangmassen  des  Pegmatits  das  schieferige  Gestein  mit  seinen  Lagen 
beiderseits  parallel  zur  Gangrichtung  anlegt,  wenn  auch  sonst  viele 
Biegungen,  Faltungen  und  Auskeilungen  sich  bemerkbar  machen; 
dabei  findet  man  nicht  selten  Handstücke,  die  Rutsch-  oder  Quetsch- 
flächen mit  parallelen  Furchen  an  den  Endzonen  aufweisen,  alles 
wohl  ein  Beweis  des  großen  gegenseitigen  Druckes  und  der  viel- 
seitigen Verschiebungen  dieser  Gesteinsmassen. 

Verfolgt  man  den  Gebirgszug  längs  der  Donau  noch  weiter 
hinauf,  so  finden  sich,  soviel  die  Besichtigung  ergab,  wieder  lichtere, 
mittelkörnige  Granite  anstehend,  ähnlich  denjenigen  in  der  Nähe  des 
Kalvarienberges  (siehe  oben),  und  besitzt  der  Glimmer  dunkle  Farben. 

*)  Ein  Handstück  des  Freinberger  Naturalien-Kabinetts  zeigt  sehr 
charakteristisch  große  Feldspatkristalle,  umgeben  von  blauem  und  grünlichem 
(pinitisiertem)  Cordierit  (in  Kristallen  oder  auch  in  derber  Form)  und  daneben 
eine  Partie  von  mittelkörnigem  Granit;  dasselbe  weist  überdies  einen  etwa  nuß- 
großen Einschluß  eines  etwas  erdigen  (zum  Teil  schon  verwitterten),  graugrünen, 
an  Smaragdit  (Amphibol)  -erinnernden  Minerals  mit  einigen  Granatkörnern  auf. 
Letzterer  Einschluß  ist  vielleicht  ein  Rest  des  ursprünglichen  Gesteins  oder  aus 
der  Tiefe  mit  den  Granitmassen  emporgehoben  worden;  den  Mineralien  gemäß 
deutet  er  auf  Eklogit  hin. 


31 

Noch  weiter  entfernt  trifft  man  jedoch  Felsmassen  an  von  ganz  eigen- 
tümlicher Beschaffenheit;  es  ist  die  charakteristischeste  Stelle  des  ganzen 
Kürnberger  Gebietes,  soweit  dasselbe  bisher  untersucht  werden  konnte. 
Es  finden  sich  hier  in  der  buntesten  Abwechslung  alle  Gesteinstypen 
zugleich  vor  mit  bemerkenswerten  Einschlüssen  und  Bildungen;  hier 
scheint  eine  Hauptgebirgsstauung  und  Faltung  der  Gesteine  statt- 
gefunden zu  haben.  Es  gehören  hieher  besonders  der  3.  und  4.  der 
anfangs  erwähnten  Gesteinstypen;  es  sind  metamorphe  Kontalägesteine 
in  klassischer  Form,  und  es  haben  dieselben  auch  unter  allen  mit  den 
Cordieritgesteinen  des  Bayerischen  Waldes  die  meiste  Ähnlichkeit. 

Das  Charakteristische  dieser  Gesteinstypen  wurde  schon  oben 
in  bezug  auf  das  Wesentlichste  dargelegt;  hier  sollen  noch  ihre  be- 
sondere Beschaffenheit  und  die  geologischen  Verhältnisse  derselben 
etwas  eingehender  geschildert  werden. 

Das  Hauptgestein  ist  durch  seine  Partien  von  Granit  mit  Cor- 
dierit,  Granat  und  Graphit,  sowie  von  schieferigen  Lagen  mit  Co7'dierit- 
Sillimanit-Büd'ungen  charakterisiert.  Der  Sillimanit  (Fibrolith)  stellt 
ein  faseriges  Aggregat  von  meist  weißlichgelblichen  oder  bläulichgrauen 
Nadeln  dar  und  legen  sich  dieselben  in  dünnen  Lagen  schichteoförmig 
aufeinander,  gewöhnlich  eine  bläulichviolette  Cordieritmasse  da- 
zwischen, oder  mit  derselben  innig  verwachsen.  Die  Sillimanitlagen  sind 
bisweilen  gehäuft  und  bilden  so  eine  dickere  Schichte,  doch  nicht  in  so 
ergiebiger  Weise,  wie  dies  einige  Handstücke  von  Bodenmais  zeigen. 

Die  Verwachsungen  von  Sillimanit  mit  Cordierit  folgen  allen 
Faltungen  des  Gesteins,  die  hier  sehr  zahlreich  auftreten.  Dazwischen 
liegen,  ebenfalls  den  Faltungen  des  Gesteins  folgend,  in  großer  An- 
zahl teils  unregelmäßig  geformte,  teils  kristallinische  Oraphitbläitchen, 
nicht  selten  mit  Kanten  winkeln  (siehe  oben  S.  15).  Einige  langgestreckte, 
scharf  ausgebildete  Formen  dieser  Art  scheinen  auf  Titaneisen  hin- 
zudeuten.i)  Länger  gestreckte  Graphitbildungen  streichen  mit  Silli- 
manitnadeln  oft  in  einer  und  derselben  Richtung.  Betrachtet  man  ein 
größeres  Handstück  dieser  Lokalität,  so  findet  man  auch  hier  wieder 
neben  dunlden  Partien  von  Hornfelsbüdungen  (Cordierit,  Sillimanit  etc.) 
mehr  oder  weniger  iveißliche  granitische  Massen,  so  daß  das  Gestein 
oft  einen  sehr  bunten  Wechsel  zur  Schau  trägt.  Es  liegt  hier  offen- 
bar eine  Mischung  eines  granitischen  Gesteins  mit  einem  schieferigen 
vor,  nicht  selten  findet  sich  eine  dünne  schieferige  Sillimanit-Cordierit- 
lage  mitten  in  einer  Granitmasse.  Es  kann  dies  wieder  nicht  anders 


1)  Gleichwohl  konnte  an  ähnlichen  Formen  bei  Behandlung  mit  Salz- 
säure keine  Zersetzung  beobachtet  werden,  noch  irgend  eine  diesbezügliche 
Polarisations-Erscheinung. 


32 

erklärt  werden,  als  daß  noch  glutflüssige  Granitmassen  ein  schieferiges 
Gestein  durchbrochen,  die  Spaltmassen  desselben,  zumal  kleinere 
Bruchstücke  metamorphisiert  und  teilweise  aufgesogen  haben,  bis 
nur  noch  ein  blätteriger  Rest  von  einer  Sillimanit-Cordieritschichte 
oder  sonst  eine  Hornfelsmasse  übrig  geblieben. 

Neben  den  dunklen  metamorphen  Gesteinen  finden  sich  dann 
auch  größere  Massen  von  lichtem  Granit,  teils  in  unmittelbarer  Nähe, 
teils  in  weiterer  Entfernung.  Die  Granitmassen  in  unmittelbarer  Nähe 
weisen  bläulichen  Cordierit  (nicht  selten  pinitisierte  Kristalle),  Al- 
mandin  und  Graphit  auf;  Glimmer  tritt  sehr  zurück,  umsomehr  macht 
sich  Feldspat  bemerkbar.  Die  Granite  in  weiterer  Entfernung  zeigen 
einen  mehr  normalen  Typus,  ohne  Cordierit,  Almandin  und  Graphit. 

Auch  diese  Verhältnisse  zeigen  wieder,  daß  in  jenen  charakte- 
ristischen Bildungen  nichts  anderes  als  metamorphe  Kontaktgesteine  vor- 
liegen. Da  in  denselben  die  kristallinischen  Bildungen  allen  Faltungen 
des  Gesteins  folgen,  ohne  von  denselben  eine  gewaltsame  Beeinflussung 
erfahren  zu  haben,  so  kann  auch  hieraus  in  bezug  auf  die  Cordierit- 
gesteine  des  Kürnberger  Waldes,  ebenso  wie  Dr.  Weinschenk  in 
bezug  auf  die  Gesteine  des  Bayerischen  Waldes  (siehe  oben  S.  24), 
der  Schluß  gezogen  werden,  daß  die  Faltungen  jener  Gesleinsmassen 
bereits  vollendet  waren,  bevor  Cordierit  und  andere  Begleitmineralien 
auskristallisierten.  Damit  in  Übereinstimmung  findet  sich  die  Beob- 
achtung, daß  die  Dünnschliffe  dieser  Gesteine  unter  dem  Mikroskop 
keine  Kataklasstruktur,  sondern  die  helixitische  Struktur  der  Hornfelse 
zeigen  (vgl.  die  Tafeln);  diese  Gesteine  sind  demnach  auch  als  echte 
Hornfelsbildungen  anzusehen  und  nicht  als  „Gneise"  zu  bezeichnen. 

Von  besonderem  Interesse  erscheint  hier  die  Bildung,  be- 
ziehungsweise Entstehungsweise  der  kristallinischen  Oraphitblättchen 
in  den  Cordieritgesteinen  des  Kürnberger  Waldes.  Nach  Dr.  Wein- 
schefik^)  findet  ein  Zusammenhang  zwischen  den  bekannten  Oraphit- 
lagerstätten  der  Gneise  in  der  Umgegend  von  Passau  und  den  Erz- 
lagerstätten am  Silberberg  bei  Bodenmais  statt. 

Der  Graphit  erweist  sich  im  Passauer  Gebiete  als  Bestandteil 
eines  Oneises,  welcher  von  den  geringsten  Spuren  an  bis  60  und 
selbst  70%  Graphit  enthalten  kann.  Der  Gneis,  in  welchem  solche 
Einlagerungen  enthalten  sind,  ,,Qraphitgneis" ,  ist  nach  Dr.  Wein- 
schenks  Beobachtungen  fast  überall  durch  und  durch  zersetzt,  nicht 
nur  in  der  gewöhnlichen  Weise  in  Kaolin,  vielmehr  in  viel  kom- 
plizierterer Weise,    so    daß    nicht    selten    aus    dem    ursprünglichen 

^)  Dr.  E.  Weinschenk,  Über  die  Graphitlagerstätten  der  Umgegend  von 
Passau  und  die  Erzlagerstätten  am  Silberberg  bei  Bodenmais,  Essen  1898. 


33 

Alkalitonerde-Silikatgestein  ein  Aggregat  wasserhaltiger  Silikate  von 
Eisenoxyd  und  Manganoxyd  hervorging.  Wo  aber  die  Beschaffenheit 
und  Struktur  des  ursprünglichen  Gneises  noch  deutlicher  ist,  da 
beobachtet  man  eine  eigenartige  Verteilung  des  Graphites  im  Gestein. 
Auf  allen  Rissen  und  Fugen,  auf  den  Spaltrissen  des  Glimmers, 
auf  den  Grenzen  zwischen  den  einzelnen  Quarz-  und  Feldspatkörnern 
haben  sich  die  Blättchen  von  Graphit  angesiedelt  und  die  ganze 
Art  dieser  Verteilung  beweist  nach  Dr.  Weinschenk  mit  Sicherheit, 
daß  der  Graphit  dem  fertigen  Oestein  durch  spätere  Prozesse  erst 
zugeführt  worden  ist.  In  Begleitung  dieser  Graphitschiefer  findet 
man  eruptive  Plagioklasgesteine  (Porphyrite),  die  noch  völlig  frisch 
und  unverändert  und  als  jüngere  Bildungen  erst  na^h  Absatz  des 
Graphits  emporgedrungen  sind;  letztere  wurden  eben  von  den  um- 
wandelnden Prozessen,  welche  die  Graphitbildung  begleiteten,  nicht 
mehr  in  Mitleidenschaft  gezogen. 

Die  gesamten  Beobachtungen  zusammenfassend,  zieht  Dr.  Wein- 
schenk folgende  Schlüsse:  Der  Graphit  der  Passauer  Graphitlager- 
stätten  ist  nicht  durch  Umwandlungen  von  Kohlengesteinen  entstanden, 
sondern  vielmehr  im  Zusammenhange  mit  einer  granitischen  Intrusion 
den  Gesteinen  zugeführt  worden,  wobei  die  intensivste  Imprägnation 
in  denjenigen  Partien  erfolgte,  welche  an  sich  den  Agentien  den 
leichtesten  Zugang  gewährten.  Die  intensiven  Zersetzungen  und  vor 
allem  die  massenhaften  Ablagerungen  hochoxydierter  Metallverbindungen 
beweisen  ihm  zufolge  mit  Sicherheit,  daß  diese  Agentien  nicht 
Kohlenwasserstoffe  waren,  vielmehr  scheinen  alle  Anzeichen  darauf 
hinzuweisen,  daß  der  Graphit  durch  Zersetzung  von  Kohlenoxyd- 
verbindungen  entstanden  ist,  und  zwar  von  KohlenstofiVerbindungen 
von  Eisen  und  Mangan,  welch  letztere  bei  dieser  Zersetzung  in 
Form  von  Oxyden  ausgeschieden  wurden. i) 

Vergleicht  man  die  Art  des  Auftretens  der  Graphitlager  bei 
Passau  mit  jener  der  Erzlager  am  Silberberg  bei  Bodenmais,  so 
haben  beide  die  Form  linsenförmiger  Einlagerungen  gemeinsam  und 
scharen  sich  auch  gern  in  ganz  gleicher  Weise  an  der  Grenze  des 
Gneises  gegen  den  Granit  zu;  hierin  liegen  aber  nach  Dr.  Wein- 
schenk einige  gemeinsame  Züge  beider  Lagerstätten  und  somit  An- 
deutungen eines  allgemeinen  Zusammenhanges. 


*)  Dr.  Weinschenk  verweist  hier  auf  eine  Erscheinung,  welche  bei  Hoch- 
ofenprozessen nicht  selten  ist,  wobei  die  Chamottesteine  durch  Ablagerung  von 
Graphit  in  ihrem  innersten  Gefüge  erschüttert  werden;  auch  hier  führe  man 
mit  Recht  die  Bildung  des  Graphits  auf  die  Zersetzung  der  leichtflüchtigen  und 
so  außerordentlich  reaktionsfähigen  Karbonyle  zurück. 

3 


34 

Es  kann  nun  dasselbe,  wenigstens  zum  Teil,  auch  in  bezug 
auf  die  Graphitbildungen  iu  den  Cordieritgesteinen  des  Kürnberger 
Waldes  bemerkt  werden.  Die  kristallinischen  Ausscheidungen  der 
Graphitblättchen  weisen  wohl  auch  hier  auf  eine  Bildung  aus 
Kohlenstoffverbindungen  hin.  Das  isolierte  Vorkommen  vieler  Graphit- 
blättchen nebeneinander  macht  jedoch  hier  den  Eindruck  einer  Aus- 
scheidung aus  einer  flüssigen  Lösung.  Auch  verdient  beachtet  zu 
werden,  daß  zwar  die  intensivste  Ablagerung  von  Graphit  den  bis- 
herigen Beobachtungen  gemäß  ebenfalls  an  einer  Bruchzone  statt- 
gefunden und  daselbst  auch  einige  etwas  mehr  angegriffene  Gesteine 
anzutreffen  sind;  gleichwohl  findet  man  in  nächster  Nähe  frische 
Grenzausscheidungen  mit  schönen  Kristallrosetten  von  Graphit  und 
dieselben  auch  in  sehr  frischen,  unzersetzten  Gesteinsmassen.  Es 
kommen  ferner  diese  Graphitblättchen  zwar  auch  in  den  mit  den  Horn- 
felsen  in  Verbindung  stehenden  Granitmassen  vor,  jedoch  seltener 
und,  wie  es  scheint,  nur  an  den  Grenzflächen,  während  Graphit 
in  den  Hornfelsen  gerade  am  häufigsten  mit  Sillimanit  und  Cordierit 
verbunden,  auftritt,  so  daß  es  den  Anschein  hat,  auch  der  Oraphit 
habe  sich  hier  bei  Intrusion  der  Granitmassen  gleichzeitig  oder  doch 
unmittelbar  hierauf,  als  der  Faltungsprozeß  der  Gesteinschichten 
schon  erfolgt  war,  mit  Cordierit,  Sillimanit  etc.  ausgeschieden.  Ob 
dabei  dem  Eisengehalt  der  Gesteine,  wie  denselben  die  Menge  der 
eingestreuten  Almandjne  oder  Eisentongranaten  ^)  dartun,  eine  Rolle 
zugewiesen  werden  könne,  soll  hier  nicht  näher  untersucht  werden.  Erz- 
imprägnierungen kommen  in  diesem  Gebiete  ganz  untergeordnet  vor. 

Aus  allem,  was  bisher  gesagt  worden,  ergibt  sich  wohl  mit 
großer  Sicherheit,  daß  nicht  nur  die  petrographischen,  sondern  auch 
die  geologischen  Verhältnisse  der  Cordieritgesteine  des  Linzer  Gebietes 
mit  denjenigen  des  Bayerischen  Waldes  sich  in  völliger  Überein- 
stimmung finden  und  nur  einige  besondere  Unterschiede  eine  charakte- 
ristische Ausbildung  der  Gesteine  aufweisen.  Man  ist  wohl  auch 
berechtigt,  hieraus  den  Schluß  zu  ziehen,  daß  beide  Gebirgszüge, 
der  Kürnberger  und  der  Bayerische  Wald,  in  einem  genetischen 
Zusammenhange  stehen,  daher  auch  wenigstens  in  bezug  auf  die 
wesentlichen  Verhältnisse  beide  auf  dieselbe  Weise  ihre  ursächliche 
Erklärung  finden  müssen. 


*)  Älmandin  (Eisentongranat)  besteht  aus  43-3  Eisenoxydul,  204  Tonerde 
und  36'3  Kieselsäure.  Es  wurde  schon  früher  bemerkt,  daß  auch  das  Vor- 
kommen von  Mangantongranaten  (Spessartinj  in  den  Cordieritgesteinen  des 
Kürnberger  Waldes  wahrscheinlich  sei. 


Zur  Erklärung  der  Tafeln.^) 


Zxx    ISTr-   1. 

Wurmförmige  Quarzbildang  („Quartz  vermieule"). 

Schriftgranitähnliche  (myrmeki tische)  Verwachsung  von  Quarz  und  Feld- 
spat (Plagioklas  z.  T.)  aus  einem  injizierten  Hornfels.    (Vgl.  u.  2.) 

Plagioklas:  mit  Zwillingsstreifen ;  kleine,  dünne  Nadeln:  Sillimanit;  die 
größeren  und  dickeren  (schwarzen)  Säulchen  etc. :  kristallinische  Graphitbildungen. 

Gestein:  Schieferiger  Cordierithornfels  mit  Sillimanit,  Graphit  etc.  und 
einer  Granitintrusion  (mit  Plagioklas  und  gelblichem  Quarz  etc.). 

Linz-Margarethen,  „Anschlußmauer"  (b). 


.i.^aiM>aik4Habkjb^ . 


ZiJi    ISTr.   S- 

Granitpartie,  in  Kontakt  mit  schieferigem  Cordierithornfels. 

Granulitische  Struktur  (mit  deutlich  umgrenzten  Quarzkörnern);  kugel- 
förmige Qnarzbildungen  („Quartz  globulaire")  und  einige  Verwachsungen  von 
„Quartz  vermieule'  etc. 

Gestein :  Granit,  glimmerarm,  sehr  quarz-  und  feldspatreich  (z.  T.  Pla- 
gioklas).   Hornfels  mit  Sillimanit,    Almandin,   kristallinischen  Graphitblättchen. 

Linz-Margarethen,  „Anschlußmauer"  (b). 


')  Von  oinigen  Dünnschliffen  der  Linzer  Cordieritgesteine  hat  Herr  Universitäts- 
Profes.sor  Dr.  E.  Weinschenk  die  Güte  gehabt,  die  interessantesten  Hauptpartien  derselben 
photographisch  aufzunehmen  und  die  Photograinine  dieser  Tafeln  darzustellen,  wofür  der 
gebührende  Dank  hier  abgestattet  sei.  Die  Vergrößerung  ist  bei  allen  50/i  und  die  Beob- 
achtung in  polarisiertem  Licht.  Den  Erklärungen  wurde  der  Typus  der  Gesteine 
hinzugefügt,  von  welchen  der  betreffende  Dünnschliff'  angefertigt  worden. 

In  Betreff  des  Fundortes  sei  bemerkt,  daß  die  Angabe  „Anschlußmauer"  (a)  sich 
auf  den  Steinbruch  in  der  Nähe  der  „Anschlußmauer",  —  während  die  Bezeichnung  „An- 
schlußmauer" (b)  auf  eine  etwa  15  Minuten  weiter  gelegene  Stelle  sich  bezieht. 

(In  bezug  auf  die  Abbildungen  der  Tafeln  sind  die  Rechte  dem  Verfasser  vorbehalten.) 


angen  der 

düng    aus 

V>UiioHen  fsr^V»#»nHiuji!:  '^*^^  einer  Aub- 

/^^j^  .(»elffoiflWOT  sdifiwP«)  anufilidsifiup  a^aJUBiöloiiirl/^achtet  zu 

'^>  daß   jf  g  _jj    jgY^    .(^fatmoH  nai-wisfi/ii  t  Ve^Iioi^ßm  ißqR 

sfb    ;4iitßhfrirr8   -.ahhaV.  annf/b  .oaigW     i    "■  iiiv/A  jtm'SyifißfeßTT; 

fi'JSnublidJfilffinO  9ii'-)8iurlIj{;tHiii{  : .0*6  neil  , ui^^üi^^iöllSSS)  I^PteiöSoi§ 

biiii  .oi9  jiilquiO  ,Jfai«atni8  iim  alä>'tu-u)iijriyilno'Jri»g|h«*eiridSälTte9ifofeche 


i  Verbin- 
.?   efl  8ci^ 
tornfe!«f 
verbundwi,  : 


•'.ÄfgäfSS^/^  Es 
r  auch  in  den  mit  den  Hom- 
la^en  V'  '  ^  h  seltener 
.HänVion  ^    Gr.'inhit 

,  iaat,  auch  der  (' 

tusgesohieden.    Ob 

^en  die  Menge  der 

.^firinn,  eine  Rolle 

rden.  Ers?- 


ieningen  koi/ 


.S    .ilXL    jltS 


M'iin-iodiivi. j  .  idoe  iim  j.. 

-legiijf   ;(in9uiü>[s-iiUJi>)  iisJMiai^mu    lioilJnab  Jim, 
flov  nfi'y(rrr)^f[')i!7/'i'-)T  ')''>fiir-)    firrif    (■■•nrrJiKrdP"    \)-n 


ti*q#ffliw^ 


-ßl'i     .1     .N;     lt')i'nM;i{HI>|0|     Jpflfl    -X-lJ!llp    ■U\-' 

.aed'jiiHldUdqt/ir)  nodomnllaMiTL  ,nibn/:/ 

.{d)    '"iOUHLniiiiid-Ji- 


.ftWßfei 


-flA„ 


ib  itfßj   ,\0ö  aoÜR  iod  iei   ^njjioflö-i^-ioV  ai<I    .ia«  Jfitt«J89sdJ5  isiri  >liijs(l  obaBMliid'iv, 
'  jD  ^^Ä>  ti/iq^T  rgf)  fiirsu^r  ito'^iiitAlätiL  naCI    .JrfoiJ   m  9  )  i  9  ig  iiß  lo  q  ni  'gaukhn 
.a-jh-tofr  }7>iJio'ia§nß  ftilrf;)«iin/jü  aßnoftaiiocf  lab  iiorfalaw  noy  ,i^n9siisiiiil 
(*)  "i9i/«rnajfIrfo?fT/.,.  •iiir.^ttA  aib  flßb    ^t^honfad   ios   «  .tnofirnF'i  p^oF)  Tta-ftaa—fil 

'lriT-iab«^>iUf^Jid^4(4yirt'^j»«t*iDÄ     dö» 


^1 


Tafel   nSTr.  1. 


Tafel   ISTr.   S. 


Zwillingslamellen  in  Cordierit. 

Breitere  durchgehende  Parallelstreifen   (weiß);    Cordierit   durchsetzt   von 
Sillimanitschnüren  (Nadeln),  einige  Graphitpartien  (schwarz). 

öestem:  Schieferiger  Cordierithornfels  mit  Sillimanit,  Granat,  Gruphit  etc. 
Linz-Margarethen,  „Anschlußmauer'  (b). 


Tafel   ISTr-  3. 


Linse  von  Cordierit  zwischen  Sillimanitschnüren. 

Wechsellagerung  von  (violblauem)  Cordierit  und  weißlichen,  dicht- 
gedrängten Sillimanitnadeln.     Helizitische  Struktur. 

Oestein:  Schieferiger,  stark  gefalteter  Cordierithornfels  mit  Graphit, 
sehr  reich  an  Sillimanit. 

Linz-Margarethen,  „Anschlußmauer"  (b). 


Ta.f 


JiieibioO  ai  aellemßlz-gaillmS, 

nov    isJeeifo-iub    iti-iyibioO    ;(Üi37/)    nsYie-iMdllsiin'i   ehudde'gdoiub  Qioihiil 

.(siiä'wdoB)  flarifßqJiflq/nO  s^inis  ,(nl9bß/l)  nsiiinrioBtinßmilliS 
.yj9  JidqßiO  ^inaniD  ,iiftiimjlli8  Um  nioimodiiieibioO  ■is-giviieidoQ  -.maiasT) 

.(cf)  'lorjKmtlnf'f-»"/       ii'^nfteiiägißM-sniJ 


.a6iäado6iiaamiUi&  üexlsalws  ;fhei6io3  noT  oaniJ 

-Jd-nh     ,fi9jf'jiftli9w    bau     JnsibioO    (raeiißldloiv)    ao7    gnina^ßibaxfoaV/^ 

.TfiJ/[inJ8  fjdoerJisilsH     .nlsbßiiJiaßxnrlliS  n9;tgajjibs§ 
,.Jiriq«if)    Jim    «I^tmodihaibioO    Tiisil&is'g    jfißJa    ji9^ii9*i9irio8   •.maSa'iV^) 

.JiHßmJIIfS  a&  doiar  idsa 
.(d)  "T)Ußfnüijfdop.aA„  ,n9rii9iß^ißM-saiJ 


Tafel  KTr.  3. 


Tafel    KTr.  4. 


Cordierit  in  beginnender  Pinitbildnng. 

Eisblumenälinliche  Bildungen  (Pinit),  in  polarisiertem  Licht  buntfarbig 
gefleckt,  mit  pleochroi tischen  Höfen  z.  T. 

Gestein:  Pegmatitgang  mit  bläulichem  Feldspat  und  grünlichen  Pinit- 
kristallen  (nach  Cordierit);   Gang  im  Cordieritgestein. 

Linz-Margarethen,  „AnschluUmauer"  (a). 


Tafel  :: 


Titanit  in  nengebildetem  Uralit. 

Ta^it:  Mit  rautenförmigen  Durchschnitten  und  pleocbroitischen  Höfen. 
(Höfe  im  "polarisierten  Licht:  bräunlich,  verschwommen;  in  der  Photographie: 
schwärzliche  Einfassungen). 

Uralit  (Amphibol):  Neubildung  (aus  Pyroxen),  gewellt- faserig. 

Gestein:  Granitisch  (ohne  Glimmer),  mit  Quarz,  Plagioklas,  Magnetkies, 
Graphit,  Amphibol  etc.     Einlagerungen  in  Cordierithornfels. 

Linz-Margarethen,  Kalvarienberg. 


."gaabliiiiiai*!  lebaeaavged  ai  iiieibioO 

•gidißliiaijd  idoiJ.  xusi-iaiBmIoq   ni   ,(Jini*I)   ns^aublia  sdoilad&aQinuldeiSi 

.T  .s  nalöH  aod'js'iJUndooelq  Um  ^Hoehe-g 
-fia'i^   nadoilaih-g   bnn   iuqsble'i   tnedoiluhld   fiia   gußgJiiüfligaSi   •.  maiasö 

.niaiasgJhaibioO  mi  -gaar)  iiinsibioO  rloßa)  aaÜÄtahi 
.(ß)  "laußfflüuIiIoöaA,,  jaadJaiagiBM-sniJ 


.0   .tr"P^    jltS 

.iilaiü  meieblldB-^naa  ai  iiaaüT 

.naIöH  fioiloeiiioiffoo4fq  htm  n9«inrioerfoiij(J  nsgionö'ias^ußi  üM  -.iswöV^ 
:8idqm§oJoin;  lob  ni    •,mmiaoffdoaiay  ,doiIauJJi(f  .-JdoiJ  asjisiahßloq  mr  aiöH) 

.(nagnueBßtatS  9fIaiIsiSwd»8 
•Snaeßl-JHawas  .(usxot^'^I  euß)  ^aublidüsVI   :(I()didqmA)  ViWv\3 
,89i3(*6nsßM  ,8ßl3for§ßl*I  ,sißoP  Jim  ,(i9nifniIO  9ndo)  doeiJinßiO  -.mafeaO 

.elalmodliiaibioO  al  ae-gauis-gßlaiS.     .oia  lodidqmA  ,*idqßiO 
.giadagiißYlßH  ,n9dJ9ißgißM-sa(J 


OTafel   ISTr.  5. 


Tafel  IsTr.  6. 


Beiträge 


Moosflora  von  Oberösterreich. 


I.  Teü. 


Zusammengestellt 


Franz  Matouschek, 

Gymnasialprofessor  in  Eeichenberg  (Böhmen). 


J^eit  den  bryologisoh- floristischen  Arbeiten  von  J.  S.  Pötsch 
und  K.  B.  Schiedermayi'  erschienen  keinerlei  nennenswerte  Beiträge 
auf  diesem  Gebiete.  Nur  in  Exsikkatenwerken  (Flora  exsiccata 
austro  -  hungarica  auotore  A.  Kerner  et  C.  Fritsch,  Kryptogamae 
exsiccatae  editae  a  museo  palatino  Vindobonensi ,  Kryptogamae 
Germaniae,  Austriae  et  Helvetiae  exsiccatae  editae  a  W.  Migula) 
sind  Moose  aus  Oberösterreich  ausgegeben  worden.  Bei  Durchsicht 
älterer  Herbarien  und  der  Bearbeitung  mir  zur  Revision  gesandter 
Aufsammlungen  konnte  ich  in  zwei  floristischen  Arbeiten  ^)  eine 
Anzahl  von  noch  nicht  veröfientlichten  Funden  aus  diesem  Kron- 
lande mit  aufnehmen.  Auch  ein  Teil  der  von  mir  1897/98  gemachten 
Funde  wurde  hiebei  berücksichtigt.  Seit  dieser  Zeit  erhielt  ich 
wiederum  Moosmaterial  zur  Durchsicht  oder  Bestimmung,  und  zwar 
von  folgenden  Damen  und  Herren:  Julie  von  Haßlinger  (Prag; 
das  Herbar  enthielt  auch  Funde  von  Amia  Pehersdorfer  in  Steyr), 
Professor  Dr.  Karl  Fritsch  (Graz),  Adjunkt  Dr.  K.  R.  von  Keissler 
(Wien),  Demonstrator  Heinrich  F7'eiherr  von  Handel  -  Maxzetti  (Wien), 
Superior  P.  Pius  Strasser  (Sonntagberg),  Oberlehrer  Anton  Topitx 
(St.  Nikola),  der  recht  emsig  gesammelt  hat,  Fabrikant  F.  Cypers 
von  Landrecy   (Harta)   und   stud.  rer.  nat.  Josef  Stadimann  (Linz). 

Es  war  mir  auch  infolge  der  Liebenswürdigkeit  der  Herren 
Professoren  P.  Gabriel  Strobl  in  Admont  und  P.  Raphael  Hoch- 
wallner  in  Seitenstetten  vergönnt,  einen  großen  Teil  der  in  den 
betrefienden  Benediktinergymnasien  aufbewahrten  Moosherbarien  zu 
revidieren.  Ich  stieß  auf  Funde,  die  wert  sind,  veröfientlicht  zu 
werden;  sie  rühren  her  von  P.  K.  Erdinger,  Felicetti,  Gallasch, 
Hauenschild,  von  Heuffler,  Jakob  Juratxka,  von  Moerl,   Oberleitner, 


^)  Bryologisch  -  floristisclie  Mitteilungen  aus  Österreich  -  Ungarn ,  der 
Schweiz  etc.,  I.  und  II.,  erschienen  in  den  Verhandlungen  der  k.  k.  zoologisch- 
botanischen Gesellschaft  in  Wien,  Jahrgang  1900,  Seite  219  bis  254,  und 
Jahrgang  1901,  Seite  186  bis  198. 


P.  Hermann  Patxalt,  J.  S.  Pötsch,  R.  Rauscher,  Sauter,  J.  Schropp, 
P.  Pius  Strasser,  P.  Gabriel  Strobl  und  P.  Bernhard  Wagner. 
Außerdem  benützte  ich  ältere  und  neuere  Funde  aus  meinem  Her- 
bare, sowie  einen  Teil  meiner  eigenen  Funde. 

All  den  oben  Genannten  danke  ich  nochmals  für  die  gütige 
Unterstützung, 

Bezüglich  der  Abkürzungen  bemerke  ich: 

n.  A.  und  H.  S.  =   Herbarien   der   Stiftsgymnasien    zu 

Admont,   bezw.  Seitenstetten; 
/  =   von  mir  gesammelt; 
*  =    Grenzstandort; 
c.  fr.  =   mit  Kapseln. 
Alle    in    folgendem    aufgezählten    Moose    habe    ich    teils    de- 
terminiert, teils  revidiert.    Proben  derselben  liegen  in  meinem  Her- 
bare,   falls  der  Aufbewahrungsort  (zum  Beispiel  H.  A.  oder  H.  S.) 
nicht  besonders  angeführt  ist. 

Jederzeit  bin  ich  gern  bereit,  oberösterreichisches  Moos- 
material zu  revidieren  oder  zu  bestimmen.  Recht  interessante  Funde 
sind  zum  Beispiel  von  folgenden  Lokalitäten  zu  erwarten:  Höhere 
Alpengipfel,  Ufer  der  Traun  und  der  Steyer,  Umgebung  von  Kirch- 
schlag und  Aigen,  Zell  am  Moos. 

I.  Hepaticae. 

Duvalia  rupestris  Nees.  An  schattigen  Nagelfluefelsen  und  Hügeln 
bei  Steyr  (Nr.  85  der  Breutelschen  Hepaticae  Europaeae, 
legit.  Sauter,  im  H.  A.). 

Orimaldia  fragrans  Corda.  Auf  verwitterter,  feuchter  Erde  der 
Nagelfluehügel  bei  Steyr  (Nr.  332  der  obigen  Ex- 
sikkatensammlung,  legit.  Sauter,  im  H.  A.). 

Fegatella  conica  (L.)  Corda.  Kalvarienberg  bei  Steyr,  c?  {Pehersdorfer,. 
1898).  —  Schoberstein  bei  Trattenbach  (Haßlinger);  Dorf 
Trattenbach,  9  (!).  —  Auf  Mauern  bei  den  sieben 
Quellen  nächst  Kremsmünster,  9  {Strohl,  15.  März  1865, 
im  E.  A.).  —  Otterbachgraben  bei  Schärding,  zwischen 
Pellia  {Strasser).  —  Gießenbachtal  bei  Struden  {Topitz).  — 
*  „Schwarze  Wände"  gegenüber  St.  Nikola  an  einem 
Waldbächlein,  d  (Topitz). 

Preissia  eommutata  Nees.  Steinmauer  bei  Klaus  nächst  Kirchdorf 
{Pötsch,     1854).    —    Auf    feuchten     Stellen     gegenüber 


Sarmingstein  bei  St.  Nikola,  c?  (Topitx).  —  *  „Schwarze 
Wände"  gegenüber  St.  Nikola,  an  Wiesenmauern,  Wellsand, 
c?  und   9    (Topitz). 

Marchantia  polymorpha  L.  St.  Nikola,  im  Dietrichhofe  zwischen 
Pflastersteinen  {Topitz).  —  Auf  feuchter  Erde  im  Naarn- 
tale  bei  Perg,  $  {Topitz).  —  Mauern  bei  Kremsmünster, 
cT  und  9  {Gallasch,  1859,  im  H.  A.).  —  Linz,  9  {RauscJier, 
1874).  —  Linzer  Lehrerbildungsanstalt,  im  Hofe,  (5*  und  9 
{To2)itz). 

Metzgeria  furcata  Lindb.  Auf  Eschen  bei  Hallstatt  {Keissler,  1902).  — 
Vöcklabruck,  in  einem  Wäldchen  auf  Buchen  (Finder  ?, 
1864,  im  H.  A.).  —  Traunfall  und  Hohenstein  bei 
Pulgam  (!J.  —  *  „Schwarze  Wände"  gegenüber  Sankt 
Nikola,  auf  Felsen,  in  Begleitung  von  Sohistidium  apo- 
carpum  {Topitz). 

Metzgeria  conjugata  Lindb.  In  Rasen  von  Plagiopus  Oederi  bei  Groß- 
raming  gegen  den  Almkogel,  an  Kalk,  400  m  {Handel, 
22.  Mai  1899).  —  Magdalenaberg  bei  Kirchdorf  {Hauen- 
schild, im  H.  A).  —  Auf  den  Bergen  um  Linz,  beim 
Traunfalle,  bei  Gaisbach -Wartberg  gemein  (!). 

Metzgeria  pubescens  Baddi.  Bei  Gaisbach -Wartberg /^/^. —  *  „Schwarze 
Wände"  gegenüber  St.  Nikola,  auf  feuchten  Felsen  {Topitz). 

Aneura  pinguis  Dum.  Nasse  Stellen  im  Pollmannsgraben  bei  Krems- 
münster {Strobl,  21.  März  1865,  im  H.  A.). 

Pellia  epiphylla  Gotische.  Steyr,  c.  fr.  {Pehersdorfer,  März  1900).  — 
Gießenbachtal  bei  Struden,  auf  feuchter  Erde.  —  Sankt 
Nikola:    „Sattel"  {Topitz). 

Pellia  Fäbroniana  Eaddi  (i=  Pella  calycina  Nees).  An  einer  Quelle 
bei  Kremsmünster  {Strobl,  Juni  1865,  im  H.  A.). 

Sarcoscyphus  eniarginatus  Spruce.  Gießenbachtal  bei  Struden,  auf 
einer  Felswand  {Topitz). 

Haplozia  Taylori  (Hook.)  Warnst.  Hallstatt,  auf  Felsen  im  Waldbach- 
strub  {Strasser). 

Haplozia  riparia  Dum.  Oberregau,  auf  feuchten  Kalkfelsen  {Moerl, 
August  1865,  teste  Juratzka,  im  H.  A). 

Haplozia  autumnalis  Heeg.  In  der  Pestleiten  bei  Kremsmünster 
{Strobl,  Jänner  1866,  im  H.  A.). 


Plagioehila  asplenoides  Dum.  In  einem  Lärchen  Wäldchen  bei  Krems- 
münster {Strohl,  im  H.  A). 

var.  majcyr  Nees.  Otterbach  bei  Schärding  {Strasser,  1903). 

Plagioehila  interrupta  Dum.  Auf  Nagelfluefelsen  bei  Steyr  {Sanier^ 
Nr.  48  der  Gottsche-Rabenhorstschen  Hepaticae  Euro- 
paeae). 

Scapania  nemorosa  Nees.  Schafberg  {Wagner,  August  1876,  im  J?.  S.).  — 
Im  Sattel wege  bei  St.  Nikola  auf  Granitfelsen  {Topitz).  — 
Otterbach  bei  Schärding  am  Inn   {Strasser). 

Scapania  aspera  Bernei.  Gießenbachtal  bei  Struden,  an  feuchten 
Felswänden   {Topitz). 

Scapania  aequiloha  Dum.  Am  rechten  Ennsufer  bei  Kleinreifling 
(Wagner,  August  1884,  im  H.  S). 

Jungermannia  ventricosa  Dicks  (=Lophozia  ventricosaDum).  Dimbachtal 
bei  St.  Nikola,  mit  Georgia  pellucida  auf  einem  alten 
Baumstrunke  {Topitz). 

Jungermannia  porphyroleuca  Nees  (=  Lophozia  porphyroleuca  [Nees]). 
Auf  mulmigem  Baumstrunke  im  Walde  bei  Schörfling 
{Moerl,  teste  Juratzka,   im  H.  Ä). 

Jungermannia  Mülleri  Nees  (=  Lophozia  Mülleri  [Nees]).  Am  Fuße 
des  PoUmannsgrabens  bei  Kremsmünster  {Strohl,  April  1865, 
im  H.  A.). 

Cephalozia  hicuspidata  Dum.  Vöcklabruck,  im  Walde  bei  Oberregau 
und  bei  Ungenach,  c.  fr.  {Moerl,  März  1864,  im  H.  A).  — 
Otterbach  bei  Schärding  am  Inn,   c.  fr.  {Strasser,   1903). 

Blepharostoma  trichophyllwn  Dum.  Mit  Lophocolea  bidendata  am 
Farnberge  bei  Linz  {Stadimann).  —  Schörfling,  in  einer 
Schlucht,  auf  Sphagnum  cuspidatum  {Moerl,  April  1864, 
teste  Juratzka,  im  H.  A).  —  Im  Walde  in  der  Wartburg,  in 
einem  Hohlwege  {Moerl,  Mai  1861,  im  H.  A).  —  Über 
Plagioehila  asplenoides  auf  Waldboden  bei  Otterbach 
nächst  Schärding  {Strasser,  1903). 

Lophocolea  bidentata  Dum.  In  einem  Bächlein  auf  dem  Wartbergerweg 
bei  Kremsmünster  {Strohl,  März  1865,  im  H.  A.). 

Chiloscyphus  polyanthus  Corda  var.  rivularis  Nees.  Gmunden:  Moor- 
wässer am  Laudachsee  (900  m)  und  an  Steinen  im 
Wenigbache  (700  bis  800  m)   {Loitlesherger,  August  1898). 


Chüoscyphus  palleseens  Nees.  Kremsmünster,  schattige  Stellen,  c.  fr. 
{Patxalt,  Mai  1862,  im  H.  S);  in  der  Pestleiten  {Strohl, 
Jänner  1866,  im  H.  A.). 

Lepidoxia  reptans  Dum.  Sarmingtal  bei  Sarmingstein,  auf  moderigem 
Holze;  *  „Schwarze  Wände"  gegenüber  St.  Nikola,  mit 
Georgia  pellucida,  c.  fr.  {Topitx).  —  Spital  gegen  Pyrgas, 
auf  vermodertem    Holze    {Slrohl,  Juni  1865,  im  H.  Ä.). 

Pleuroschisma  trilohatum  Dum.  Teufelsleiten  bei  Kremsmünster,  an 
feuchten  Orten  {Patxalt,  Mai  1863,  im  H.  S.).  —  Hallstatt: 
Waldbachstrub  {Wagner,  August  1876,  im  H.  S).  — 
Schorf ling;  Wildberg  bei  Kirchschlag  {Keissler).  —  In 
Rasen  von  Sphagnum  acutifolium  im  Sattelwege  bei 
St.  Nikola   {Topitz). 

Ptüidium  ciliare  (L.)  Hampe.  unter  dem  Hohenstein  bei  Linz 
±   500  m   (!j. 

Trichocolea  iomentella  Nees.  Pestleiten  bei  Kremsmünster  {Strohl,  1865, 
im  H.  Ä).  —  Dimbachtal  bei  St.  Nikola,  am  Waldrande 
{Topitx). 

Badula  complanata  Gotische.  Auf  Buchen  und  Hainbuchen  in  Ge- 
sellschaft von  Amblystegium  subtile  und  FruUania  di- 
latata  im  „Saurüssel''  nächst  Grein;  *  „Schwarze  Wände" 
gegenüber  Sarmingstein,  stets  fruchtend  {Topitx).  —  „Franz 
im  Holz"  bei  Gmunden,  auf  Birnbäumen,  c.  fr.  (!). 

Madotheca  platyphylla  Dum.  Im  „Saurüssel"  bei  Grein,  auf  Carpinus 
Betulus  {Topitx).  —  Kremsmünster,  auf  dem  Strünke 
einer  Haselnußstaude  und  auf  Konglomeratfelsen  beim 
Lärchenwäldchen  {Strohl,  1864  bis  1865,  im  H.  A).  — 
Pulgam-Hohenstein  bei  Linz,   ±   420  m  (!). 

Frullania  Tamarisd  Dum.  Weg  von  Gmunden  zum  „Franz  im  Holz", 
c.  spor.  ff).  —  Hallstatt:   auf  Bäumen  im  Waldbachstrub 

{Strasser,   im  II.  S.). 

Frullania  dilatata  Dum.  Hallstatt:  Waldbachstrub,  auf  Bäumen 
{Wagner,  1876,  im  H.  S).  —  Vöcklabruok  {Moerl,  Jänner 
1864,  im  H.  A).  —  Kremsmünster:  Obstbäume  beim 
Weingärtnerhäuschen  {Strohl,  1865,  im  H.  A.).  —  Linz: 
Traxlmayer,  Gröbelsweg;  Gmunden:  Aufstieg  zum  „Franz 
im  Holz"  auf  Buchen  und  Ahornen,  c?  und  9  (!).  — 
Im  „Saurüssel"  bei  Grein,  mit  Amblystegium  subtile 
und  Radula   complanata  auf  Hainbuchen  {Topitx). 


8 

Frullania  dilatata  Dum  var.  mierophylla  Nees.  Losenstein  bei  Tratten- 
bach {Felicetti,  im  H.  A). 

Lejeunea  cavifolia  Lindb.  Auf  Ijebermoosen  bei  Steyr  (Nr.  46  der 
Gottsche  -  Rabenhorstschen  Hepaticae  Europaeae,  legit. 
Sauter).  —  *  In  Rasen  von  Plagiopus  Oederi  auf  Felsen 
gegenüber  St.  Nikola  (Topüz). 

Calypogeia  tricJiomanis  Corda.  Gießenbachtal  bei  Struden,  auf  feuchter 
Erde  {Topitx). 

II.  Spha^a. 

Sphagnum  cymbifolium  {Ehrh.  ex  p)  Wst.    Sarmingtal  bei  St.  Nikola, 

an  Wassergräben   {Topit%). 
Sphagnum    squarrosum   Pers.     Kreuzen,     an    schattigen    Waldstellen 

{Patxalt,  September  1864,  im  H.  S.). 
Sphagnum  mspidatum  {Ehrh)  Wst.   Otterbach  bei  Schärding  {Strasser, 

1903). 
Sphagnum  Girgensohnü  Buss.    Dimbachtal  bei  St.  Nikola,  Waldrand, 

e.  fr.  {Topüz). 
Sphagnum  rubellum  Wils.  Ebenda,  auf  sumpfiger  Wiese  {Topitz,  1903). 
Sphagnum  quinquefarium  {Lindb.)  Wst.    Schorf ling  beim  Attersee,   in 

Fichtenwäldern  {Keissler).  —  „Kalter  Ort"  bei  St.  Nikola 

{Topitz). 
Sphagnum  aeutifolium  {Ehrh.  ex  p.)  Russ.  et  Wst.  Hallstatt :  Waldbach- 

strub  {Strasser,  1883,  im  H.  S.).    Um   St.  Nikola  häufig, 

zum     Beispiel     im     Sattel wege,    Dimbachtal,     Struden- 

Gießenbachklamm,    hier  auch  in  der  var.  rubrum.  {Brid.) 

Wst.,  c.fr.  {Topitz,  1903). 

III.  Brsrineae  (Musci  veri). 

Phascum  cuspidatum  Schreb.    Sarmingstein  bei  St. Nikola,  c.fr.  {Topitz). 
Astomum  crispum  Hpe.   In  einem  gegen  das  Befahren  einer  Wiese  bei 

Vöcklabruck  aufgeworfenen  Graben,  mit  Hymenostomum 

microstomum,   Pottia  truncatula  und   mit  folgender  Art, 

c.  fr.  {Moerl,  März  1864,  im  H.  A). 
Pleuridium  alternifolium  Bob.  Ebenda.  —  Pöstlingberg  bei  Linz,  c.  fr. 

{Haßlinger). 
Hymenostomum    microstomum,    R.  Brown.     An    demselben    Orte    wie 

Astomum.  —  St.  Nikola:  Donauleiten  auf  nackter  Erde; 

Sarmingstein,  c.  fr.  {Topüz). 


9 

Gymnostomum  calcareum  Br.  eur.  An  der  Kirchhofmauer  von  Krems- 
münster, c.  fr.  {Strobl,   1865,  im  H.  A). 

Hymenostylium  curvirostre  Lindb.  In  einer  forma  mierocarpa  bei  Sankt 
Wolfgang,  c.  fr.  {Sanier,  im  H.  A.). 

Weisia  viridula  Iledw.  Auf  Lehmboden  im  Lärchen  Wäldchen  bei 
Kremsmünster,  c.  fr.  [Strobl,  April  1865,  im  //.  ^4.).  — 
,  JJvtahvwänd,  Steinbrüche,  c.  fr.  {Stadimann).  —  *  „Schwarze 
Wände"  bei  St.  Nikola,  auf  Erde,  c.  fr.  {Topitx). 

Eucladium  vertidllatum  Br.  eur.  Auf  Kalktuif  bei  Kremsmünster,  c.  fr. 

{Juratzka,  1860,  im  H.  S.). 
Cynodontium  polycarpum  {Ehrh)  Schimp.    St.  Nikola:  Sarmingtal,   auf 

Granit  {Topitz).  —  Wilheringer  Granitwände  bei  Linz  (/). 

Stets  fruchtend. 

Dichodontium  j^^^iucidum  Schimp.  Otterbach  bei  Schärding,  c.  fr. 
{Strasser,    1903). 

Dicranella  Schreberi  Schimp.  Sandiger  Boden  auf  feuchten  Gehängen 
bei  Steyr,  c.  fr.  (legit  Sauter,  Nr.  263  der  Breutelschen 
Musci  frondosi  exsicc,  im  H.  A). 

Dicranella  varia  Schimp.  Damberg  bei  Steyr  {PeJiersdorfer).  —  Windisch- 
garsten  {Hauenschild,  im  H.  A).  —  Linz  {As])öck,  im  Herbare 
des  natiirforschenden  Vereines  in  Brunn).  —  Krems- 
münster, auf  Mauersteinen  beim  Brunnenhäuschen  vor 
Kirchberg  {Strobl,  April  1865,  im  H.  A.).  —  Auf  Lehm 
im  Mühlsteinbruche  bei  Perg  {Topitz).  —  Otterbach  bei 
Sohärding  {Strasser,  1903).     Stets  fruchtend, 

Dicranella  subulata  Schimp.  Auf  Lehmboden  bei  Kremsmünster,  c.  fr. 
{Patzalt,  Oktober  1863,  im  H.  S.). 

Dicranella  heteromalla  Schimp.  Vöcklabruck,  am  Gerichtberge  {Moerl, 
September  1864,  im  H.  A.).  —  Wälder  der  Rosenpoint 
{Strobl,  September  1865,  im  H.  A).  —  Otterbach  bei 
Schärding  {Strasser).     Lnmer  fertil, 

Dicranum  undulatum  Ehrh.  Nadelwälder  bei  Steyr  {Sauter,  im  H.  A.).  — 
Pulgarn,  Hohenstein,  521  m;  Pfennigberg  bei  Steyregg  {.'). 
Stets  fruchtend. 

Dicranum  Bonjeani  De  Not.  Grasige  Abhänge  bei  Vöcklabruck,  c.  fr. 
{Moerl,  Februar  1863,  im  H.  A.). 

Dicranum  scoparium  Hedw.  Struden,  auf  Granitfelsen  in  der  Gießen- 
bachklamm, c.fr.  {Topitz).  —  Pestleiten  bei  Kremsmünster, 
c.  fr.  {Strobl,  Juli  1864,   im  H.  A.). 


10 

Dicranum  fulvum  Hook.  Gießenbachtal  bei  Grein,  auf  Granit  {Eeuffler, 
1862,  im  Herbare  des  naturforschenden  Vereines  in  Briinn). 

Dicranum  longifolium  Ehrh.    Linz,  Hohensteingipfel    521  m  (!). 

Dicranum  Sauteri  Schimp.  Massenhaft  an  Laubbäumen  am  Almkogel 
bei  Weyer,  1000  bis  1500  m,  c.fr.  [Handel,  22.  Mai  1899). 

Leucobryum  glaucum  Schimp.  Otterbach  bei  Schärding  {Strasser).  — 
Kremsmünster,  im  Walde  in  Schachen,  c.  fr.  [Patzalt, 
März  1864,  im  H.  Ä.);  Ziegelmaiers  Häuschen  [Strahl, 
März  1865,  im  H.  Ä.). 

Fissidens  hryoides  Hedw.  *  Behamberg,  im  Pfarrwalde,  c.  fr.  [Wagner, 
April  1878,  im  H.  S.). 

Fissidens  incurvus  Starke.  Agerwald  bei  Kremsmünster,  c.  fr.  [Moerl, 
April  1864,  teste  Juratzka,  im  H.  A.). 

Fissidens  pusillus  Wils.  *  Auf  Sandsteinklötzen  im  Pfarrwalde  von 
Behamberg,    c.  fr.  [Wagner,    30.  April   1878,    im   H.  S.). 

Fissidens  adiantoides  Hedw.  Uferdamm  bei  Wilhering,  c.  fr.  (!)  — 
Schoberstein  bei  Trattenbach,  c.  fr.  [Haßlinger).  —  Krems- 
münster, in  der  Pestleiten,  c.  fr.  [Strohl,  April  1865, 
im  H.  A). 

Fissidens  decipiens  De  Not.  Auf  Kalkfelsen  am  Wege  von  Großramiug 
auf  den  Almkogel,  800  m  [Handel,  22.  April  1899.  — 
Trattenbach  (!  und  Haßlinger).  —  Hallstatt,  auf  Kalk- 
felsen mit  Plagiopus  Oederi  [Keissler,  1902).  —  Waldbach- 
strub,  mit  Mnium  orthorrhynchum  [Strasser,  August  1883, 
im  H.  S).     Stets  fruchtend. 

Fissidens  taxifolius  Hedw.  Freinberg  und  Steinbrüche  bei  Urfahrwänd 
nächst  Linz  ff). 

Seligeria  pusilla  Br.  eur.  Auf  Kalkfelsen  am  Wege  von  Großraming 
auf  den  Almkogel,  800  w,   c.  fr.  [Handel,  22.  Mai  1899). 

Seligeria  reeurvata  Br.  eur.  Agerwald  bei  Kremsmünster,  c.  fr.  [Moerl, 
Mai  1864,  teste  Juratzka,  im  H.  A.).  —  *  Auf  ver- 
wittertem Sandstein  im  Pfarrwalde  von  Behamberg,  c.  fr. 
[Wagner,  30.  April  1878,  im  H  S.). 

Ceratodon  purpureus  Brid.  Großraming,  am  Almkogel,  ±  1300  m., 
c.  fr.  [Handel).  —  Traunfall,  Weg  zum  Fallholz  (.').  —  Sankt 
Nikola,  Sarmingstein  auf  Granit,  auf  Aschenresten  nächst 
der  Jubiläumsquelle  bei  Grein,  Saxenklammschlucht  usw., 
c.fr.  und  d*   [Topitz). 


11 

Diirichum  homomallum  Hpe.  Damberg  bei  Steyr,  mit  Pogonatnm 
aloides  (Haßlinger).  —  St.  Nikola:  Waldweg  nach  Moos- 
bach {Topitz).     Fertil. 

Ditrichum  flexkaule  Hpe.  var.  densum  Br.  eur.  In  typischem  Rasen, 
an  Kalkfelsen  bei  Großraming  gegen  den  Almkogel, 
900m  {Handel,  22.  Mai  1899).  —  In  der  Normalform: 
Hallstatt,  auf  Kalkfelsen  mit  Hypnum  molluscum  [Keissler, 
1902). 

Distichium  capillaeeum  Br.  eur.  Steyr,  c.  fr.  [Pehersdorfer).  —  *  „Schwarze 
Wände"  gegenüber  St.  Nikola,  in  Felsspalten  mit  Myurelia 
julacea  und  Hypnum  molluscum,  c.  fr.  {Topitz,  April  1903). 

Pottia  truneatula  Ldndb.  Holzschlag  am  Almkogel  bei  Weyer,  auf 
Kalk  {Handel,M2ii  1899).  —  Linz:  Pöstlingberg  {Haßlinger); 
Königsweg  und  Urfahrwänder  Steinbrüche  (/  und  Stadi- 
mann). —  Yöcklabruck:  Angerwald  {Strobl,  teste  Juratzka, 
im  H.  A.);  auf  einem  gegen  das  Befahren  aufgeworfenen 
Graben  {Moerl,  1864,  im  H.  A.).  —  St.  Nikola,  auf  erd- 
bedecktem Granit  {Topitz).     Immer  mit  Kapseln. 

Pottia  intermedia  Fürnr.  Lehmausstich  einer  Ziegelei  bei  Schärding, 
c.  fr.  {Strasser,   1903). 

Pottia  lanceolata  C.  M.  Kremsmünster,  an  Wegrändern ,  c.  fr.  {Patzalt, 
März  1864,  im  H.  S). 

Didymodon  rubelkis  Br.  eur.  Großraming  gegen  den  Almkogel,  auf 
Kalk,  ±  900  m  {Handel,  1899).  —  Traunkirchen  am 
Gmundener  See  {Haßlinger).  —  Urfahr,  Heilham,  auf 
Steinmauern  ff).  —  Unter  dem  Behamberge  bei  Steyr, 
360  m,  auf  Baumwurzeln  und  Waldboden  {Handel,  No- 
vember 1899).  —  *  Im  Hößgang  gegenüber  Struden, 
auf  Ufermauern   {Topitz).     Stets   fertil. 

Didymodon  rigidulus  Hedw.  Hallstatt,  auf  Kalkfelsen,  c.  fr.  {Keissler, 
Juli  1902).  —  *  Auf  Granit  der  Wörther  -  Insel  bei 
Struden,  c.  fr.  {Topitz). 

Tm-tella  inclinata  Lpr.  Kalkfelsen  am  Fuße  des  Hislok  bei  Hallstatt, 
c.  fr.  {Keissler,  Juli  1902). 

Tortella  tortuosa  Lpr.  Sohafberg,  c.  fr.  {Wagner,  1876,  im  H.  S.).  — 
Hallstatt,  auf  Kalkfelsen,  c.  fr.,  aber  auch  auf  Salix  mit 
Leucodon  {Keissler,  1902).  —  Traunfall,  auf  Konglomerat 
(!).  —  Mit  Orthothecium  rufescens  an  Felsen  bei  Groß- 


12 

raming  gegen  den  Almkogel,  häufig  auf  Kalk,  600  bis 
1000  m  {Handel,  Mai  1899).  —  Speikwiese  bei  Windisch- 
garsten,  auf  Kalk,  c.  fr.  {Strobl,  August  1865,  im  H.  A.). 

ßarhula  unguiculata  Hedw.  Linz:  Mauern  bei  Heilham,  Turmleiten  weg 
zum  Freinberge  (!).  —  Steyr  {Pehersdorfer).  —  Auf  Eschen 
(!!)  bei  Sohärding-Brunnental  {Strasser,  1903).  —  Sankt 
Nikola,  am  Donauufer  auf  Granitkugeln  {Topitz).  Stets 
mit  Kapseln. 

Barhula  fallax  Hedw.  Schön  fruchtend  am  Wege  von  Großraming 
gegen  den  Almkogel,  auf  Kalkfelsen,  ±  900  m  {Handel, 
22.  Mai   1899). 

Barbula  paludosa  Schleich.  Ebenda,  800  m  {Handel).  —  Wald  am 
Pyhrn  bei  Spital,  c.  fr.  {Strobl,  1865,  teste  Juratzka,  im 
H.  A.).  —  Hallstatt,  c.fr.,  auf  Kalk  {Keissler,  Juli  1902). — 
Ufer  des  Traunsees  bei  Ebensee,  c.  fr.  {Haßlinger,  1895). 

Aloina  rigida  Kindb.  *  Auf  Granitsand  eines  Steinbruches  in  Neuhaus 
bei  Schärding,  c.  fr.  {Strasser,   1903). 

Desmatodon  latifolius  Br.  eur.  In  Felsklüften  der  Speikwiese  am 
Warscheneck  bei  Windischgarsten,  c.  fr.  {Strobl,  August 
1865,  im  H.  A.). 

Tortula  muralis  Hedw.  Umgebung  von  Sarmingstein  und  St.  Nikola 
gemein  {Topitz). 

Tortula  suhulata  Hedw.  Pfennigberg  bei  Linz,  Wilhering  und  Traun- 
fall  häufig  (!  und  Stadimann). 

Tortula  ruralis  Ehrh.  Um  Linz  gemein  (!).  —  St.  Nikola,  Uferfelsen 
im  Donaubette  {Topitz).     Stets  fertil. 

Tortula  aciphylla  Hartm.  Steinblöcke  an  der  Wurzalm  am  Warscheneck 
bei  Windischgarsten    {Strobl,    August  1865,    im    H.  A.). 

Cinclidotus  fontinaloides  P.  B.  Auf  zeitweise  überfluteten  Kalkfelsen 
im  Bette  der  Enns  bei  Kieinreifling,  ±  400  m  {Wagner, 
August  1884,  im  H.  S).  —  Auf  Granitfelsen  im  Fluß- 
bette des  Inn  bei  Schärding  {Strasser,  1903).  —  Sankt 
Nikola,  auf  den  mitunter  überfluteten  Dietrichkugeln  in 
der  Donau;  *  am  rechten  Donauufer  bei  Grein  und  an 
anderen  Stellen  an  der  Donau  {Topitz).  Stets  sehr  reich 
fruchtend. 

Schistidium  apocarpum  Br.  eur.  Hallstatt,  auf  Kalk  {Keissler).  — 
Linz:  St.  Margarethen  gemein;  Uferdämme  bei  Ottens- 
heim    (!).    —    St.    Nikola,     auf    Granit    häufig,     z.   B. 


13 

Struden   am  rechten  Donauufer  bei  Grein,    *  „Schwarze 

Wände",    mitunter  in  Gesellschaft  der  vorigen  Art    und 

dann  mit   sehr  schwach  entwickeltem  Haare  {Topiiz).  — 

Auf  Kalk   am   Ennsufer   bei   Kleinreif ling   {Wagner,    im 

//.  S.).     Immer  mit  Kapseln. 
Schistidium  grazile  Lpr.     Hallstatt:  Waldbachstrub ,   auf  Kalk,   c.  fr. 

{Strasser,  26.  August  1883,  im  H.  S.). 
Schistidium  confertum  Br.  eur.  Damischbachturm  bei  Steyr,  auf  Kalk, 

c.  fr.  {Strasser,    30.  Juni  1883,   im  H.  S.). 
Cosdnodon  cribrosus  Spruce.     Auf  Felsblöcken  am   rechten  Ennsufer 

bei  Kleinreif  ling,  e.  fr.  {Wagner,  im  H.  S.). 
Grimmia   commutata  Hüb.     Sarmingstein   und   Struden,    auf  Granit, 

c.fr.  {Topitz). 
Grimmia  pulvinata  Sm.   Ebenda  {Topitz).  —  *  Granitsand  in  Neuhaus 

bei     Schärding     {Strasse7-).    —    Linz:     Steg,    Wilhering, 

Ottensheim,   auf  Granit  (fj.     Immer  fertil. 
Racomitrium  acieulare  Brid.     Sarmingtal,    auf   Granit,    c.  fr.   {Topitz). 
Bacomitrium  affine  Lindb.    Ebenda,  c.  fr.  {Topitz).    Ein  recht  seltener 

Fund. 
Bacomitrium  heterostichum  Brid.    Urfahr:  Steinbrüche,  c.  fr.  (!). 
Bacomitrium  canescens  Brid.     Ebenda    (!).   —    Schaf berg,    hier    auch 

mit  der  var.  ericoides  Br.  eur.  {Wagner,  August  1876,  im 

H.  S.). 
Hedwigia  albicans  Lindb.   Gipfel  des  Hohenstein  (521  m)  bei  Pulgarn 

und  oberhalb  St.  Magdalena  bei  Linz,   c.fr.  (!). 
var.  leucophaea  Br.  eur.  St.  Nikola:  Donauleiten,  Baumgarten- 
berg, auf  Granit,  c.  fr.  {Topitz). 
Ulota   crispa   Brid.     Auf  Laubbäumen    bei    Großram ing    gegen    den 

Almkogel,  800  w  {Handel,  Mai  1899).  —  Ebenda  {Erdinger, 

26.  Juli  1872,  im  H.  S.).  —  Struden,  auf  Betula  verrucosa 

{Topitz).     Stets  fruchtend. 
Ulota    crispula   Bruch.      Eichen    bei    Kremsmünster,     e.  fr.    {Batxalt, 

Juni  1863,   im  H.  S.). 
Orthotrichum   anomalum  Hedw.     St.  Nikola  und  Struden,  auf  Granit 

{Topitz).  —  Urfahrwänd,  Buchenau  (!).     Fertil. 
Orthotrichum  leucomitrium  Br.  eur.     St.  Nikola,    auf  Prunus   cerasus, 

c.fr.  {Topitz). 
Orthotrichum  stram,ineum  Hornsch.    Im   ,, Saurüssel''  nächst  Grein,  auf 

Rotbuchen  mit  Radula  complanata,  c.  fr.  {Topitz). 


14 

Orthotrichum  pumilum  Sw.  St.  Nikola:  Donauleiten  auf  Kirschbäumen 
(Topitz).  —  Auf  Acer  campestre  im  Schloßparke  zu 
Kammer  am  Attersee  (Keissler).     Fruchtend. 

Orthotrichum  affine  Sehr.  Hohenstein  bei  Pulgarn  (!).  —  St.  Nikola: 
im  Dietrichgraben  auf  Pirus  communis;  auf  der  Wörther- 
Insel  beim  Donaustrudel  auf  Weiden,  c.  fr.  {Topitz). 

Orthotrichum  speciosum  Nees.  Auf  Fraxinus  bei  Brunnental  nächst 
Schärding,  e.  fr.  {Strasser,  1903).  Die  zylindrischen 
Brutkörper,  die  sich  in  den  Rasen  befinden,  rühren  von 
Orthotrichum  ohtusifolium  Schrad.  her  und  sind  durch 
Regen  wohl  in  jene  hineingeschwemmt  worden. 

Orthotrichum  leiocarpum  Br.  cur.  Waldhausen,  auf  einem  Stumpfe  von 
Salix  fragilis  {Topitz).  —  An  Bäumen  am  Behamberge 
bei  Steyr  [Wagner,  April  1878,  im  H.  S).  —  Auf  Eichen 
bei  Traxlmayr  am  Pfennigberge  bei  Linz  (!).  Stets  fertil. 

Encalypta  commutata  Br.  gerni.  Auf  Kalkstein  der  Speikwiese  bei 
Windischgarsten,  c.  fr.  {Strohl,  im  H.  Ä,). 

Encalypta  vulgaris  Hoffm.  Struden,  auf  einem  Raine  {Topitz).  —  Steg 
bei  Linz,  auf  Mauern,  c.  fr.  {Stadimann,  1898). 

Encalypta  contorta  Lindh.  Kranawettsattel  bei  Ebensee,  c.  fr.  {Patzalt, 
18.  September  1858,  im  H.  S).  —  Ufer  des  Traunsees 
bei  Ebensee,  c.  fr.  {Haßlinger,  1895).  —  Prellmauern  bei 
Gmunden;  „Franz  im  Holz"  (!).  —  Mauern  bei  Steyr 
und  Trattenbach,  c.  fr.  {Pehersdorfer).  —  Linz :  Heilham, 
Mauern  des  Schlosses  Steyregg,  Wilheringer  Donau- 
dämme, c.  fr.  (!). 

Georgia  pellucida  Rah.  Schorf ling,  Kammer  und  Seewäldchen  beim 
Attersee,  c.  fr.  {Keissler),  —  St.  Nikola:  Dimbachtal, 
Gießenbachtal  bei  Struden,  *  „Schwarze  Wände"  {Topitz). 
Stets  fertil  auf  vermodertem  Holze. 

Tetraplodon  mnioides  Br.  eur.  var.  Brewerianus  Br.  eur.  Sehr  schön 
fruchtend  auf  der  Zwieselalpe  bei  Hallstatt  {Haßlinger). 

Physcomitrium  pyriforme  Brid.    Sarmingstein,  auf  Erde,  c.  fr.  {Topitz). 

Funaria  hygrometrica  Sibth.  St.  Nikola:  Ach-  und  Donauleiten  und 
Dimbachtal  auf  Aschenhaufen;  Sarmingtal  und  Jubiläums- 
quelle bei  Grein  auf  Kohlen-  und  Aschenresten  {Topitz).  — 
Linz:  in  der  Stadt,  Wilhering,  Ottensheim,  Urfahr  entlang 
der  Donau  (!  und  Topitz).  —  Am  Behamberge  bei  Steyr 
{Wagner,  1878,  im  H.  S.).     Immer  fertil. 


15 

Leptobryum  pyrifor-me  Schimp.  Mauern  in  Steyr,  c.  fr.,  mit  Funaria 
hygrometrioa,     dem    so    häufigen    Begleiter    [Haßlinger). 

Plagiobryum  Zierii  Lindh.  Auf  Kalkfelsen  am  Wege  von  Großraming 
auf  den  Almkogel,  800  m,  in  Gesellschaft  von  Barbula 
paludosa  {Handel,  22.  Mai  1899).     Steril. 

Webera  cruda  Bruch.  Speikwiese  bei  Windischgarsten,  c.  fr.  {Strobl, 
12.  August  1865,  im  H.  A.). 

Webera    nutans   Hedw.     Weißenbach    beim    Attersee,    c.  fr.   [Keissler). 

Mniobryum  albicans  Wahl.  *  Auf  Wellsaud  am  Donauufer  gegenüber 
Sarmingstein,   c?   {Topiiz,  Mai  1903). 

Bryum  pendulum  Schimp.  Auf  Kalk  der  Speikwiese  bei  Windisch- 
garsten, c.  fr.  {Strobl,   12.  August  1865,  im  H.  A.). 

Bryum  cirratum  H.  et  H.  Warscheneck  bei  Spital  am  Pyhrn,  c.  fr. 
(Finder  ?,  im  Herbare  des  Reichenberger  Vereines  der 
Naturfreunde). 

Bryum  capillare  L.  Hallstatt,  auf  Salix  {Keissler).  —  Pergern  bei 
Steyr,  c.  fr.  {HafSlinger).  —  St.  Nikola:  *  „Schwarze 
Wände",    auf   verschiedenem    Substrate,     c.  fr.   {Topitz). 

Bryum  caespiticimn  L.  Linz:  Steg,  Farnberg  (!).  —  St.  Nikola  und 
Dimbachtal,  c.  fr.  {Tointz). 

Bryum  atropurpureum  Wahl.  *  Am  Inndamme  bei  Neuhaus  nächst 
Schärding,  c.  fr.  {Strasser,   1903). 

Bryum  argenteum  L.  *  Neuhaus  bei  Schärding,  auf  Granitsand 
{Strasser).    —    St.  Nikola,    Wegränder    {Topitx).      Fertil. 

var.  maius  Br.  eur.     Hallstatt,  c.  fr.  {Keissler). 

var.  lanatum   Br.  eur.     Struden,    im    Markte    selbst    auf 

nackter  Erde,  c.  fr.;  St.  Nikola,  c.  fr.  {Topitz). 

Bryum  Duvalii  Voit.    Kirchschlag  (!  und  /.  Schropp  im  H.  S.). 

Bryum  pallens  Sw.  *  „Schwarze  Wände",  gegenüber  Grein  am 
Donauufer,  auf  Wellsand  oder  nassen  Waldstellen ,  c.  fr. 
{Topitz). 

Bryum  turbinatum  Schwgr.  Wurzalm  am  Warscheneck  bei  Windisch- 
garsten, c.  fr.  {Strobl,  August  1865,  im  H.  A.). 

Bryum  pseudotriquetrum  Schwgr.  Tratte nbach,  c.  fr.  [Haßlinger).  —  Aji 
einem  Wasserlaufe  am  Wege  Großraming  —  Almkogel, 
900  m,  häufig,  c.  fr.  {Handel,  Mai  1899).  Die  Rasen 
zeigen    Jahresringe.    —    Kirchschlag    bei    Linz    (!).    — 


16 

Obertraun  bei  Lambach,  auf  überrieselten  Felsen,  mit 
Hypnum  commutatum  (Keissler).  —  Nussensee  bei  Ischl 
(Keissler). 

Mnium  orthorrhynehum  Brid.  Hallstatt:  Waldbaohstrub,  mit  Fissidens 
decipiens  {Strasser,  August  1883,  im  H.  S.). 

Mnium  hornum  L.     Donauauen  bei  Wels,  c.  fr.  (!  1897). 

Mnium  serratum  Schrad.    Am  Damberge  bei  Steyr,  c.  fr.  {Pehersdorfer). 

Mnium  undulatum  Weis.  Großraming,  gegen  den  Almkogel,  Kalk, 
±  800  m,  c.  fr.  [Handel,  Mai  1899).  —  Otterbach  bei 
Schärding  {Strasser).  —  *  „Schwarze  Wände"  bei  Sankt 
Nikola,    auf  Waldboden    und    feuchtem    Gesteine,    c.  fr. 

{Topitz). 

Mnium  rostratum  Sckrad.  St.  Nikola:  *  ebenda,  c.  fr.  {Topitz).  — 
Steyr,  c.  fr.  {Pehersdorfer).  —  St.  Konrad  bei  Gmunden, 
c.  fr.  {Patzalt,   September  1863,  im  H.  S). 

Mnium  cuspidatum  Leyss.  Linz:  Freinberg  (!).  —  St.  Nikola:  Baum- 
gartenberg, Klammschlucht  bei  Grein,  *  „Schwarze 
Wände"  {Topitz).     Stets  fertil. 

Mnium  Seligeri  Jur.  Dimbachtal  bei  St.  Nikola,  in  Wiesengräben 
{Topitz,   1903). 

Mnium  stellare  Eeich.  Steyr  und  Neuzeug,  auf  Waldboden,  c.  fr. 
{Pehersdorfer).  —  Linz  {Boresch,  1878,  im  Herbare  von 
Cypers).  —  *  „Schwarze  Wände"  bei  St.  Nikola,  mit 
Lepidozia  auf  morschem  Holze  {Topitz). 

Mnium  punctatum  L.  St.  Konrad  bei  Gmunden,  mit  Mnium  rostratum 
{Patzalt,  1863,  im  H.  S.).  —  Otterbach  bei  Schärding 
{Strasser).  —  Pulgarn  -  Hohenstein  auf  Buchen  (!).  — 
St.  Nikola:  Moosbach,  Gießenbach tal  bei  Grein,  im 
„Sattel"  {Topitz).    Immer  fertil. 

Meesea  trichodes  Spr.  var.  alpina  Br.  eur.  An  den  Wetterlucken  am 
Fuße  des  Hohen  Elm  bei  Warscheneck,  c.  fr.  [Strobl, 
August  1865,  im  H.  A.). 

Aulacomnium  palustre  Schwgr.  St.  Magdalena  bei  Linz,  c.  fr.)  Kirch- 
schlag, c.  fr.  (!). 

var.    polycephalum    Br.   eur.      Auf    Moorgrund    um     die 

Brunnsteineralm    am  Warscheneck    {Strobl,    12.    August 
1865,  im  H.  A.), 


17 

Bärtramior .  pomiformis  Hedw.  Konglomerat  beim  Traunfall,  c.  fr., 
selten  (!  1898^  —  St.  Nikola:  im  Sattel wege;  Sarming- 
stein,  c.  fr.  (Topitz). 

Plagiopus  Oederi  Lp:  Steyr,  Steinmauern  bei  Sand;  am  Ternberge 
{Pehersdorfer,  1897);  —  Massenhaft  auf  Kalk  beim  Aus- 
gange des  Dorfes  Trattenbach  gegen  den  Schoberstein; 
Abhänge  am  Steyerflusse  bei  Steyr  (!).  —  Hallstatt,  auf 
Kalk  mit  Fissidens  deoipiens  {Keisskr,  1902).  —  Wald- 
bachstrub  {Wagner,  1876,  Strasser,  1883,  im  K  S.).  — 
Großraming  gegen  den  Almkogel  an  Kalkfelsen,  400  m, 
(Handel,  Mai  1899).  —  *  ,,  Sehwarze  Wände"  gegen- 
über St.  Nikola  {Topitx).     Stets  fruchtend.  .      o.   .: 

Phüonotis  calcarea  Sehimp.  Nüssensee  bei  Ischl  (Keissler).  —  Weißen- 
bach am  Attersee,  c?  (Moerl,  1862). 

Philonotis  fontana  Brid.  Sarmingstein,  an  Steinmauern,  c?  und  c.  fr.', 
Donauleiten  auf  überrieseltem  Gestein,  d  {Topitz).  — 
Am  Traunflusse  beim  Traunfalle,  c.  fr.  (!).  —  In  den 
Moorwiesen  gegenüber  Burgstall  bei  Vöcklabruck,  c.  fr. 
{Moerl,  Februar  1863). 

Catharinaea  undulata  W.  et  M.  Gießenbachklamm  bei  Struden  und 
bei  Sarmingstein,  c.  fr.  (Topitz). 

Pogonatum  aloides  P.  B.  Damberg  bei  Steyr,  mit  dem  so  häufigen 
Begleiter  Ditrichum  homomallum  {Haßlinger).  —  Steyregg, 
Pfennigberg;  Traunfall  (!).  —  Farnberg  bei  Linz,  d*  (Stadl- 
mann).  —    Sarmingstein    (Topitz).     Immer    mit    Kapseln. 

Pogmmtum  urnigerum  P.  B.  Damberg  bei  Steyr  (Haßlinger).  — 
Kefermarkt  (Gymnasiast  Brunner).  —  Traunfall,  im 
Walde  (!).  —  Schaf berg  (Wagner,  August  1876,  im 
H.  S.).  — ;  Gießenbachklamm  bei  Struden,  Dimbachtal 
bei  Waldhausen  (Topitz).  —  *  Kapsreiter  Granitsteinbruch 
bei  Neuhaus  nächst  Schärding,  in  der  Normalform  und 
in  einer  gedrungenen  Form  mit  kürzeren  Seten  (Strasser). 
Immer  fertil. 

Polytrichum  formosum  Hedw.  Struden -Gießenbachklamm,  Achleiten 
und  auf  dem  Sattel  bei  St.  Nikola  (Topitz).  —  Otterbaoh 
bei  Schärding  {Strasser,    1903).     Fertil. 

Polytrichum  gradle  Dicks.  Warscheneck  bei  Windischgarsten,  c.  fr. 
(Oherleitner,  im  H.  S.). 

2 


18 

Polytrichum  piliferum   Schreb.     Königsweg    bei   Urfahr   c.  fr.   (!  und 

Stadlmann). 
Polytrichum  juniperinum   Willd.     St.  Nikola,    auf  einem  Holzschlage, 

c.  fr.  {Topitz). 
Polytrichum  commune  L.  Im  Dimbachtale  bei  Grein,  zwischen  Sphagnen, 

c.  fr.  (Topitz). 
Diphyscium  sessile  Lindb.     Oberhalb  Pulgarn  gegen  den  Hohenstein, 

420  m    (!).   —    Lehmboden    bei   Kremsmünster    {Patzalt, 

Mai  1864,   im  H.  S.).     Fruchtend. 
Fontinalis   antipyretica  L.     Fruchtend    bei   Sohwanenstadt    (/,  1897). 
Leucodon    sciuroides    Schwgr.      Linz:     Pfennigberg;     Fallholz     beim 

Traunfall   (/,  1897).     Fertil. 

Neckera  pennata  Hedw.  Traunkirchen  [Haßlinger).  —  Auf  Buchen 
beim  ,.Franz  im  Holz"  oberhalb  Gmunden  (/,  1898). 
Fruchtend. 

Neekera  crispa  Hedw.  Traunsee  {Haßlinger).  —  „Franz  im  Holz"  bei 
Gmunden  und  beim  Laudachsee  (/,  1898).  —  Schober- 
stein bei  Trattenbach  [Haßlinger).  —  Immer  mit  Kapseln. 

Neckera  complanaia  Hüb.  Mauern  und  Felsen  des  Schlosses  Steyregg; 
St.  Margarethen  bei  Linz  ff).  —  Traunkirchen  (Haßlinger). 

Homalia  trichomanoides  Br.  cur.  Pfennigberg  bei  Linz,  c.  fr.  (Stadlmann). 

Myurella  julacea  Br.  eur.  *  Sehr  spärlich  in  Distichium  capillaceum- 
Rasen  in  den  „Schwarzen  Wänden"  gegenüber  Sarming- 
stein,  auf  Granit  (Tojntz,  2.  April  1903). 

Leskea  nervosa  Myr.  Steyr  (Pehersdorfer).  —  Mit  Leudon  und  steriler 
Ulota  auf  Salix  bei  Hallstatt  (Keissler,  1902). 

Leskea  catenulata  Mitt.  Auf  Kalk  am  Steineck  östlich  von  Gmunden 
(Patzalt,  September  1863,  im  H.  S.). 

LesJcea  polycarpa  Ehrh.  var.  2Jciludosa  Schpr.  St.  Margarethen  bei  Linz 
und  auf  den  Donaumauern  um  Linz  sehr  gemein  (fj.  — 
Auf  zeitweise  überfluteten  Granitfeisen  am  Donauufer 
bei  St.  Nikola  mit  Cinclidotus  (Topitz).  —  Auf  alten 
Pappeln    in    Schärding    (Strasser,    1903),      Immer    fertil. 

Anomodmi  viticulosus  H.  et  T.  Geröll  bei  Pergern  nächst  Steyr 
(Haßlinger).  —  Im  Dorfe  Trattenbach,  gemein  und  sehr 
schön  fruchtend  (!).  —  *  „Schwarze  Wände"  gegenüber 
von  St.  Nikola,  auf  bemoostem  Granit  (Topitz).  Fruchtend. 


19 

Anomodon  attenuatus  Hüb.  *  Felsen  gegenüber  St.  Nikola,  zwischen 
Plagiopus  (Topitz).  —  Hallstatt,  auf  Buchen  mit  Am- 
blystegium  subtile  (Keissler),  —  „Franz  im  Holz"  bei 
Gmunden  (f). 

Pterigynandrum  ftliforme  Hedw.  Hallstatt,  auf  Fagus,  e.  fr.  [Keissler, 
1902). 

Thuidium  tamariseinum  Br.  eur.  Sonnersdorfer  Au  bei  Kremsmünster, 
c.  fr.  [Juratzka,  September  1860,  im  H.  S.).  —  Mühlbach 
bei  Linz  [Boresch,  1878,  im  Herbare  von  Cypers).  — 
Kürenberg,  Steyregg  -  Pfennigberg ,  Pulgarn  (!J.  Stets 
mit  Kapseln.  —  Gießenbachtal  bei  Grein  [Topüx).  — 
Otterbachgraben  bei  Schärding  {Strasser). 

Pylaisia  polyantka  Br.  eur.  Wilhering  und  Steg  bei  Linz  (!).  — 
Pergern  bei  Steyr,  auf  Buchen  [Haßlinger).  —  Kammer 
am  Attersee  auf  Weiden  und  Kirschbäumen,  mit 
Frullania  dilata  [Keissler).     Immer  fertil. 

Orthothedum  rufescens  Br.  eur.  In  einzelnen  Stämmchen  zwischen 
Tortella  tortuosa  auf  Kalk  bei  Großraming  gegen  den 
Almkogel,  auf  Kalk,  600—1000  m  [Handel,  1899).  — 
Windischgarsten   [Niessl). 

Climacium  dendroides  W.  et  M.  Fruchtend  bei  Trattenbach  (!).  — 
Dimbachtal- St.  Nikola,    an   einem   Grabenrand    [Topitz). 

Isothecium  myurum  Brid.    Gmunden:    „Franz  im  Holz";   bei  Urfahr, 

c.  fr.  (!). 

Homalothecium  sericeum  Br.  eur.  Straße  Urfahr  —  Buchenau;  Schloß- 
mauern  und  Felsen  in  Steyregg  {/).     Fruchtend. 

Camptothecium  lutescens  Br.  eur.  Traunfall,  auf  Konglomerat,  c.  fr. 
(!).  —  Hallstatt,   auf  Kalk  [Keissler). 

Braehythedum  salebrosum  Br.  eur.  Grünmühle  bei  Steyr  [Pehersdorfer).  — 
Auf  Strohdächern  bei  Steyr  (legit.  Sauter,  Nr.  388  der 
Breutelschen  Musci  frondosi  exsicc).  —  Auf  Strohdächern 
bei  Kremsmünster  (/.  S.  Pötsch,  22.  November  1859  in 
der  Rabenhorstschen  Bryothek  Nr.  350).    Fertil. 

Braehythedum  popuhum  Br.  eur.  Grein,  Klammerschlucht  und  Naarn- 
tal  bei  Perg,  auf  Granit  mit  dem  häufigen  Begleiter 
Braehythedum  rutabulum   [Topitz).     Fruchtend. 

Braehythedum  velutinum  Br.  eur.  Sarmingstein;  *  „Schwarze  Wände" 
gegenüber  von  St.  Nikola  [Topitz).     Fertil. 


20 

Brächythecium  rutabulum  Br.  eur.  Kleinmüjichen  bei  Linz  {Boresch, 
1878,  im  Herbare  von  Cypers).  : —  St.  Margarethen  und 
Urfahr-Buchenau,  hier  auch  in  einer  an  die  vär.  flavescens 
erinnernden  Form  (!  und  Stadimann),  —  Grein,  Sarming- 
stein,  *  „Schwarze  Wände"  in  der  Umgebung  von 
St.  Nikola,    überhaupt  nicht  selten  (Topitz).     Fruchtend. 

Scleropodium  purum  Lpr.  Zwischen  Hylocomium  splendens  bei 
Otterbach  nächst  Schärding  {Strasser).  —  Auf  Wald- 
boden im  Schacher  bei  Kremsmünster  {Pötsch,  23.  De- 
zember 1858,    Nr.  494    der  ßabenhorstschen  ßryothek). 

Eurhynchium    striaium    Schimp.     Pergern    bei    Steyr    (Haßlinger).  — 

Weißenbach     beim    Attersee     (Keissler).    —    „Franz     im 

Holz"    bei   Gmunden^  Wilheringer    Granitwände    (!j.  — 

:-  *    „Schwarze   Wände"    gegenüber    St.    Nikola    [Topitz). 

Stets  mit  Kapseln. 

Eurhynchium  praelongum  Br.  eur.    Urfahrwänd,   am  Königs  weg,  c.  fr. 
•  {Stadhnann). 

Wiynchostegiüm  mu/rale  Br.  eur.    Steyr,  c.  fr.  [Pehersdorfer). 

Ehynchostegium  rusciforme  Br.  eur.  Hallstatt:  an  Waldbächen  und 
Waldbachstrub,  hier  mit  dreiteiliger  Blattrippe,  c.  fr. 
{Keissler).  —  Donauufer  bei  St.Nikola,  mit  Cinclidotus 
{Topitz).  —  Massenhaft  unterhalb  der  Donaubrücke  bei 
Steyregg,  auf  Felsen  beim  Ufer,  c.  fr.  (!). 

Thamnium  alopecurum  Br.  eur.  Otterbach  bei  Schärding,  auf  zeit- 
weilig überfluteten  Granitfelsen  {Strasser,  September 
1903).     , 

Plagiothecium  silvaticum  Br.  eur.  St.  Nikola:  Quellengestein  im  Sattel; 
Gießenbachtal  bei  Struden  an  einer  Quelle,  c.  fr.  {Topitz), 

Piagiothedum  denticulatum  Br.eur.  Auf  dem  letzterwähnten  Standorte 
{Topitz).     Fruchtend. 

Plagiothecium  silesiacum  Br.  eur.  St.  Nikola,  auf  einem  ßaumstrunke 
mit   Georgia,  c.  fr.  {Topitz). 

Amblystegium  subtile  Br.  eur.  Buchen  bei  Pergern  nächst  Steyr 
{Haßlinger);  auf  Kalkstein  bei  der  Stadt  selbst  {Sauter, 
im  Herbare  des  Museum  Ferdinandeum  in  Innsbruck); 
•  Pfarrwald  von  Behamberg  {Wagner,  April  1878,  im 
H.  S.).  —  Hallstatt,  auf  Rotbuche  {Keissler).  —  Grein, 
im.  Saurüssel  auf  Hainbuche  {Topitz).    Stets  fertil. 


21 

Ambiystegium  fHidnum  De  Not.  St.  Nikola:  Dietrichgarten  beim 
Springbrunnen  {Topitx). 

Ambiystegium  serpens  Br.  eur.  St.  Nikola,  Steinmauern  (Topitx).  — 
Auf  Weiden  bei  Hallstatt  [Keissler).     Fruchtend. 

Ambiystegium  Juratzkamum  Schimp.  St.  Nikola:  Donauleiten  in 
Mauerspalten;     gegenüber    Sarmingstein,     c.   fr.   {Topitz). 

Hypnwn  Halkri  Sw.  Almkogel  bei  Weyer  {Erdinger,  im  H.  S.).  — 
Linz  [Haßlinger,  1895).  Hieher  durch  Wasser  oder 
Sumpfvögel  verschleppt. 

Hypnum  uncinatum  Hedw.  Attergee,  Weißenbach  auf  Buchen,  c.  fr. 
{Keissler).  —  St.  Nikola,  auf  einer  Parapetmauer  im 
Dimbachtale,  c.  fr.  {Topitz).  —  Ürfahr-Buchenau,  auf 
Granit  an  der  Straße  (/). 

Hyprmm  commutatum,  Hedw.  Nussensee  bei  Ischl,  auf  überrieselten 
Kalkfelsen ;  Obertraun,  hier  mit  Bryum  pseudotriquetrum 
{Keissler). 

Hypnum  sulcatum  Schimp.  Auf  Moorgrund  in  der  Wurzalm  am 
Warscheneck  bei  Windischgarsten  {Strobl,  August  1865, 
teste  Breidler,  im  H.  Ä.). 

Hyjmum  cristchcastrensis  L.  Kremsmünster:  auf  einem  Strohdaohe 
(Nr.  147  der  Rabenhorstschen  Bryothek,  legit  Pötsch) 
und  über  tertiärem  Konglomerat  in  einer  wasserreichen 
Schlucht  (Nr.  349  desselben  Exsikkatenwerkes,  legit 
Pötsch  am  4.  Juni  1859  in  einer  zarten  Form). 

Hypnum  molluscum  Hedw.  Hallstatt,  auf  Kalk  {Keissler).  —  Enns 
und  Donaudämme  bei  Linz,  c.  fr.  (!).  —  *  Am  Wald- 
rande der  „Schwarzen  Wände"  gegenüber  St.  Nikola, 
mit  Distichium,   c.  fr.  {Topitz). 

Hypnum  cupressiforme  L.  St;^  Nikola  und  Struden,  auf  Granitsand 
{Topitz). 

var.  tectorum  Br.  eur.   St.  Nikola,  auf  Stroh-  und  Schindel- 
dächern,  c.  fr.  {Topitz). 

var.  undnnatulum  Br.  eur.     Hallstatt,    auf  einem  Dache 

{Keissler,   1902). 

var.  filiforme  Brid.  Weißenbach  am  Attersee,  auf  Buchen, 

c.fr.  {Keissler).   —    Pulgarn -Hohenstein;   auf  Buchen  bei 
Buchenau;  „Franz  im  Holz"  bei  Gmunden  (!). 


22 

Hypnum  palustre  Huds.  Attersee,  Pfosten  im  See  bei  Kammer,  c.  fr.; 
auf  Kalk  bei  Hallstatt  {Keissler).  —  St.  Nikola:  auf 
Granit  bei  Struden,  *  auf  Kugeln  von  Granit  gegenüber 
Grein  an  der  Donau,  *  „Schwarze  Wände"  {Topitz). 
Stets  fertil.  —  Otterbach  bei  Schärding  {Strasser). 

var.  hamulosum  Br.  eur.     *  „Schwarze  Wände"  gegenüber 

St.  Nikola,    c.  fr.  [Topitz). 

— —       var.  Icuxum   Br.  eur.    Nussensee  bei  Ischl,  Kaas  [Keissler^ 
1901). 

var.  subsphaericarpon   Br.  eur.    Hallstatt,  auf  vom  Wasser 

bespülten  Salixwurzeln,   c.  fr.  {Keissler,  1902). 

Hypnum  trifarium  W.  et  M.  Bei  Rohr  nächst  Kremsmünster  {Pötsch, 
1863). 

Äeroeladium  cuspidatum  Lindh.  Fruchtend  auf  feuchtem  Waldboden 
bei    St.  Nikola    {Topitz). 

Hylocomium  splendens  Br.  eur.  Gmunden:  Laudach  see,  c.  fr.  {Bechinger, 
Juli  1888,  im  Herbare  des  Professors  K.  Fritseh).  — 
Struden:    Felsen    der    Gießenbachklamm,    c.  fr.   {Topitz.) 

Hylocomium  Schreberi  De  Not.  Pöstlingberg  bei  Linz,  c.  fr.  (!).  — 
Auf  Waldboden  im  Schacher  bei  Kremsmünster,  c.  fr. 
(legit  Pötsch,  3.  Dezember  1858,  Nr.  298  der  Rabenhorst- 
schen  Bryothek). 

Hylocomium    hreum    Br.    eur.     Otterbach    bei    Schärding    {Strasser). 


iJ^^^^^r®" 


(^ 


^/  / 


AS6,?1f5A?i(5A?K.?xS?->3,?f^,,?'6„?1f5.; 


"^"^ 


65.  jjalires-  Beric^^ 


des 


Museum  Francisco-Carollnuin. 


Hebst  der  57.  Lieferung 


Beiträge  zur  Landeskunde 


Österreich  ob  der  Enns. 


W^ 


Die  wirkliehen  Mitglieder  des  Museums  -  Vereines  haben  das  Recht, 
die  Bibliothek  unter  den  Bestimmungen  der  Bibliotheksordnung  auch  außer- 
halb der  Lokalitäten  des  Museums  (gegen  Entrichtung  der  Zusendungsgebühr 
bei  Versendung  an  andere  Orte),  sowie  das  Archiv  nach  Maßgabe  der  Archivs- 
ordnung im  Museum  zu  benützen,  die  Protokolle  und  Geschäftsbücher  des 
Vereines  einzusehen  und  für  ihre  Studien  und  Forschungen  die  tunlichste 
Unterstützung  des  Museums  in  Anspruch  zu  nehmen.  Den  wirklichen  Mit- 
gliedern wird  ferner  für  ihre  Person  freier  Eintritt  in  die  Sammlungen  an  den 
für  den  Besuch  derselben  festgesetzten  Tagen  gewährt  und  kann  jedes  Mitglied 
einen  Block  mit  zehn  Eintrittskarten  zur  freien  Verfügung  zum  Preise  von 
2  Ä^  an  der  Tageskasse  beziehen.  Außerdem  erhält  jedes  Mitglied  den  Jahres- 
bericht samt  den  wissenschaftlichen  Beiträgen  unentgeltlich  und  frankiert  zu- 
gesendet.   Der  Jahresbeitrag  beträgt  8  if  40  h. 


63.  Jahres- Bericht 


des 


Museum  Francisco -Carolinum, 


hebst  der  57.  Lieferung 

der 

Beiträge  zur  Landeskunde 


Österreich  ob  der  Enns. 


U 


Linz  1905. 
Verlag  des  Vereines  Museum  Francisco -Carolinum. 


Druck  von  J.  Wimmer. 


Verwaltungsbericht. 


Der  nachfolgende  Bericht  betrifft  die  Tätigkeit  des  Museums 
in  der  Zeit  vom  1.  April  bis  zum  Abschlüsse  des  vorliegenden 
Jahrbuches  Ende  März  1905. 

Die  prähistorische  Abteilung  des  Museums  ist  durch  Auf- 
stellung neuer  Schränke,  welche  vorwiegend  Steinzeitfunde  ent- 
halten, erweitert  worden.  Bei  der  Ausgestaltung  der  Sammlungen 
ist  besonderes  Gewicht  auf  die  kunstgewerbliche  Abteilung  gelegt 
worden,  welche  einer  systematischen  Ergänzung  bedurfte  und  heuer 
namentlich  in  der  Gruppe  der  Keramik  und  Metallarbeiten  eine 
namhafte  Vermehrung  erfuhr.  Eine  weitere  höchst  überraschende 
und  ansehnliche  Bereicherung  steht  aber  dieser  Abteilung  durch 
die  Munifizenz  der  Allgemeinen  Sparkasse  und  Leihanstalt  in  Linz 
noch  bevor.  Das  Präsidium  der  Allgemeinen  Sparkasse  hat  nämlich 
aus  eigenem  Antriebe  eine  alte  Linzer  Privat- Antiquitätensammlung, 
die  Sammlung  Hafnei^  deren  Veräußerung  nach  dem  Auslande 
drohte,  käuflich  erworben,  um  sie  für  Linz  zu  erhalten,  und  sodann 
hat  die  Generalversammlung  dieses  für  das  Museum  so  oft  schon 
hilfreichen  Institutes  über  Ansuchen  der  Museumsverwaltung  die 
Schenkung  der  ganzen  Sammlung  an  das  Museum  kürzlich  be- 
schlossen. 

Die  Überführung  der  Sammlung  in  das  Museum  erfolgt  in 
nächster  Zeit  nach  Abschluß  des  vorstehenden  Berichtes  und  sodann 
wird  die  Aufstellung  und  Katalogisierung  in  Angriff  genommen. 
Auf  Wunsch  des  Spenders  wird  die  Sammlung  Hafner  zunächst  in 
ihrer  Gänze  im  Festsaale  des  Museums  zur  Besichtigung  ausgestellt 
und  darnach  erst  in  die  einzelnen  Abteilungen  eingeordnet.  Die 
Sammlung  Hafner  wird  für  nahezu  alle  Gruppen  der  kulturgeschicht- 

A* 


IV 

liehen  Abteilung  einen  Zuwachs  bringen,  sie  besteht  vorzugsweise 
aus  mittelalterlichen  Bildtafeln,  gotischen  Einrichtungsstücken,  Truhen 
und  Kästchen,  Schnitzereien,  Eisenarbeiten,  Steinzeug-  und  Fayence- 
Geßißen,  Zinn-  und  Messingarbeiten,  Gegenständen  der  Kleinplastik, 
Angriffs-  und  Schutzwaffen,  enthält  aber  auch  prähistorische  Fund- 
stücke und  Römisches  (skulptierte  Marmor-Brunnenschale  aus  Enns). 
Eine  weitere  Vermehrung  der  Museumssammlungen  steht  infolge 
des  Legates  des  kürzlich  verstorbenen  Herrn  Eugen  Sehott,  Haupt- 
kassiers der  österreichisch  -  ungarischen  Bank  a.  D.  in  Wien,  in 
Aussicht,  welcher  laut  Mitteilung  des  Testamentsvollstreckers  dem 
Linzer  Museum  ein  Schiffsmodell,  Waffen  und  zahlreiche  prä- 
historische und  römische  Fundstücke  aus  anderen  österreichischen 
Ländern  vermacht  hat. 

Was  die  naturhistorischen  Sammlungen  anbelangt,  so  wurden 
Schritte  unternommen,  um  neue  Präparate  der  Fischfauna  des 
Landes  zu  erlangen,  und  die  Museumsverwaltung  hat  sich  diesfalls 
mit  der  Vorstandschaft  des  Landes  -  Fischereivereines  ins  Ein- 
vernehmen gesetzt. 

Eine  Anzahl  Stopfpräparate  von  Säugetieren  (Waschbär,  Faul- 
tiere, Borstengürteltier,  Ameisenbär  usw.)  wurde  instand  gesetzt 
und  neu  aufgestellt. 

In  der  Schmetterlingssammlung  wurde  die  Neuordnung  der 
paläarktischen  Fauna  in  74  Laden  zum  Abschlüsse  gebracht  und 
die  Neuaufstellung  und  Bezettelung  der  Exoten  in  25  Laden  durch- 
geführt. Zur  Mitwirkung  an  diesen  mühevollen  Arbeiten  hat  der 
Referent  Herr  Hauder  den  Herrn  Mandatar  Huemer  gewonnen, 
dem  hiefür  der  besondere  Dank  gebührt.  Bei  Gelegenheit  dieser 
Neuordnung  sind  durch  Geschenke  hiesiger  Sammler  (Herren  Ing. 
Kautz  und  Himsl)  über  300  Arten  der  Museumssammlung 
zugewachsen.  Gleichzeitig  wurde  auch  ein  Sammlungsverzeichnis 
über  die  im  Museum  vorhandenen  Schmetterlinge  und  Raupen 
angelegt. 

Für  die  botanische  Abteilung  wurden  behufs  weiterer  Aus- 
gestaltung der  vorhandenen  Sammlungen  von  Exsikkaten  im  Sinne 
der  modernen  Systematik  vier  Zenturien  des  Herbarium  normale 
von  Dörfler  erworben,  welches  sowohl  neue  österreichische  Arten, 
Varietäten  und  Hybriden,  als  auch  ausländische  europäische  Formen 
enthält.  Dieses  Herbarium  bietet  zum  Teil  Ersatz  für  die  Flora 
exsiccata  Aust.  Hung.,  welche  dem  Museum  bisher  stets  zugekommen 
ist,  aber   leider   zu    erscheinen   aufgehört   hat.     Zahlreiche  Spenden 


phauerogamer  Pflanzen  aus  früherer  Zeit,  gesammelt  von  den  Bo- 
tanikern Dr.  Schiedermayr,  Ullepitsch,  Oberlettner,  Ritxherger  u.  a., 
wurden  einer  neuerlichen  Durchsicht  unterzogen,  systematisch  ge- 
ordnet und  eingereiht. 

Das  Archiv  erfuhr  durch  die  Erwerbung  von  Khevetihiller- 
schen  Familien-  und  Gutsakten  und  von  zahlreichen  Akten  aus  dem 
Arohiv  Altenhof,  die  mit  Unterstützung  der  k.  k.  Zentralkommission 
für  Kunst-  und  historische  Denkmale  angekauft  wurden,  ferner 
durch  die  Schenkung  des  Referenten  Freiherrn  v.  Handel- Maxzetti 
(Archiv  Hageiiau  -  Hueb ,  492  Urkunden-  und  17  Schuberbände- 
Akten)  und  manche  andere  Zuwendungen  einen  beträchtlichen  Zu- 
wachs. Die  neuen  Erwerbungen  wurden  registriert  und  ist  auch 
die  Registrierung  der  vorhandenen  Adels-  und  Familienakten  fort- 
gesetzt worden. 

Die  Vorarbeiten  für  den  9.  Band  des  oberösterreichischen 
Urkundenbuches  sind  nun,  nachdem  in  den  vorangegangenen  Jahren 
von  dem  genannten  Herrn  Referenten  eine  große  Anzahl  von  öffent- 
lichen, Familien-  und  Klosterarchiven  nach  einschlägigem  Material 
durchforscht  worden  war,  zum  Abschlüsse  gelangt.  Das  Werk, 
welches  780  Urkunden  und  Regesten,  betreffend  die  Zeit  vom  Jahre 
1376  bis  1380,  enthalten  wird,  befindet  sich  bereits  in  der  Druck- 
legung. Zu  diesem  wahrhaft  patriotischen  Unternehmen,  welches 
nicht  nur  für  die  historische  Forschung  überhaupt,  sondern  auch 
für  Namenkunde,  Rechts-  und  Wirtschaftsgeschichte  u.  dgl.  von 
Bedeutung  ist,  hat  Seine  Majestät  der  Kaiser  als  Beitrag  zu  den 
Druckkosten  huldvollst  den  Betrag  von  2500  Kronen  aus  Aller- 
höchsten Privatmitteln  zu  spenden  geruht.  Der  Rest  der  Kosten 
wird  vom  Museum  aus  dem  Diplomatarfonds  bestritten. 

Aus  den  Mappenbeständen  wurde  die  Gruppe  der  Landkarten 
bearbeitet  und  mit  668  Nummern  katalogisiert.  Der  Bestand  an 
den  Verlagswerken  des  Museums  wurde  inventarisiert  und  ist  eine 
Übersicht  derselben   auf  dem  Umschlage  des  Jahrbuches  enthalten. 

Als  „Beitrag  zur  Landeskunde  in  Einzeldarstellungen"  bringt 
das  vorliegende  Jahrbuch  eine  Geschichte  des  „Dramas  und  Theater- 
wesens in  Oberösterreioh"  von  Professor  Dr.  Konrad  Schiffmann 
und  hiebei  wurde  auch  für  eine  entsprechende  bildliche  Ausstattung 
gesorgt.  Den  Besitzern  der  Originale,  die  die  Abbildung  freund- 
lichst gestatteten,  sei  an  dieser  Stelle  noch  bestens  gedankt.  Zur 
Erwerbung  weiterer  Beiträge  für  die  folgenden  Jahrbücher  wurden 
die  erforderlichen  Schritte  eingeleitet. 


Vi 

Das  Museum  veranstaltete  auch  im  abgelaufenen  Berichtsjahre 
wieder  eine  Reihe  von  Sonder- Ausstellungen : 

1.  Eine  Ausstellung  des  im  k.  k.  Unterrichts  -  Ministerium  zu- 
sammengestellten „Wander-Museums",  d.  i.  eine  Sammlung  von 
Reproduktionen  von  Gemälden  der  hervorragendsten  Maler  des 
1 9.  Jahrhunderts.  Diese  Ausstellung  erfolgte  in  drei  Serien  und 
wurde  von  erläuternden  Vorträgen  des  Kustos  Dr.  Uhell  über 
die  Malerei  des  19.  Jahrhunderts  begleitet. 

2.  Eine  an  die  Ausstellung  des  neu  erworbenen  Dachstein-Reliefs 
von  Major  Pelikan  sich  angliedernde  Exposition  von  zahlreichen 
photographischen  Aufnahmen  aus  dem  Dachstein  -  Gebiete,  ins- 
besondere Originalaufnahmen  des  Herrn  Buchbinders  Wurm  in 
Urfahr  und  der  Firma   Wuer'thle  <&  Sohn  in  Salzburg, 

3.  Eine  Ausstellung  von  modernen  Buchumschlägen  als  Übersicht 
über  die  künstlerische  Ausstattung  von  broschierten  Büchern 
der  Gegenwart 

4.  Eine  Ausstellung  von  Original  -  Radierungen  von  Max  Klinger 
(insbesondere  der  wichtigsten  Zyklen,  „Intermezzi",  „Hand- 
schuh", „Eine  Liebe",  „Vom  Tode",  „Brahms- Phantasie"), 
zum  Teil  in  vortrefflichen  Frühdrucken  nebst  einigen  signierten 
Handzeichnungen  des  Künstlers  und  Reproduktionen  seiner 
Gemälde  und  Skulpturen.  Die  Blätter  wurden  von  der  Firma 
Artaria  &  Co.  in  Wien  dem  Museum  zur  Verfügung  gestellt. 
Kustos  Dr.  Ubell  erläuterte  die  Ausstellung  in  zwei  gutbesuchten 
Vorträgen. 

5.  Eine  Ausstellung  von  Zeichen-  und  Malstudien  von  Schülern 
der  österreichischen  staatlichen  Gewerbeschulen,  zusammengestellt 
von  der  Lehrmittelanstalt  des  k.  k.  österreichischen  Museums 
in  Wien.  Hier  interessierten  besonders  die  Studien  nach  der 
Natur  und  die  Anwendung  für  die  kunstgewerbliche  Dekoration. 
Das  Ausstellungs-Material  zerfiel  demnach  in  zwei  Gruppen :  Freie 
Pinselübungen  (Pflanzen-,  Tier-  und  Aktstudien)  und  Stilisier- 
übungen. Die  Ausstellung,  welche  nicht  nur  den  Festsaal,  sondern 
auch  den  Korridor  füllte,  bildete  einen  besonderen  Anziehungs- 
punkt für  Schulmänner,  da  in  ihr  das  neue  Unterrichtsverfahren, 
wonach  in  der  Regel  nicht  nach  Vorlagen,  sondern  gleich  nach 
der  Natur  gezeichnet  und  gemalt  wird,  trefflich  veranschaulicht  war. 

6.  Eine  Darstellung  der  photomechanischen  Reproduktions  -  Ver- 
fahren, insbesondere  der  Autotypie,  des  Lichtdruckes,  der  Helio- 
gravüre etc.,  wobei  namentlich  die  einzelnen  Stadien  der  Arbeit 


vn 

entsprechend  zur  Anschauung  gebracht  waren.  Das  Material  zu 
dieser  Ausstellung  war  von  den  ersten  österreichischen  und 
deutschen  Kunstanstalten  beigestellt. 

Die  dritte  und  sechste  der  genannten  Ausstellungen  waren 
Wander-Ausstellungen  des  Verbandes  der  österreichischen  Provinz- 
Museen  kunstgewerblicher  Richtung.  Bei  der  letzten  in  Reichen- 
berg abgehaltenen  Konferenz  dieses  Verbandes  war  das  Linzer 
Museum  durch  die  Herren  Dr.  Kränzl  und  Dr.  Ubell  vertreten. 
Vom  Museum  in  Reichenberg,  welches  zu  derselben  Zeit  eine  reich- 
haltige Sonder  -  Ausstellung  von  historischen  und  modernen  Be- 
leuchtungskörpern veranstaltet  hatte,  ist  für  diese  Ausstellung  eine 
Anzahl  von  einschlägigen  Objekten  vorübergehend  entlehnt  worden. 

In  der  Frage  der  Gründung  einer  Meisterwerkstätte  für 
künstlerische  Stahlbearbeitung  in  Steyr  durch  den  bekannten  Eisen- 
schnitt-Künstler Michael  Blümelhuber  haben  sich  das  Linzer  Museum 
und  der  Museen -Verband  nach  Kräften  für  das  Zustandekommen 
einer  solchen  privaten  Kunstschule  eingesetzt. 

Die  Sammlungen  unseres  Museums  wurden  im  Jahre  1904 
von  10.429  Personen  besucht. 

Was  die  persönlichen  Verhältnisse  an  unserem  Institute  an- 
belangt, so  ist  leider  vor  kurzem  der  Referent  für  die  Münzen- 
und  Medaillen-Sammlung,  Direktor  Dr.  Thalmayr,  nach  Ried  über- 
setzt worden.  Verwaltungsrat  Wildmoser  hat  das  Referat  für  die 
Hausverwaltung  übernommen.  Die  höchst  bedauerliche  mehrmalige 
längere  Erkrankung  des  Vize -Präsidenten  Straberger  nötigte  die 
Museumsverwaltung,  für  eine  Vertretung  desselben  im  Präsidium 
vorzu  sorgen,  und  der  bisherige  Sekretär,  Verwaltungsrat  Dr.  Kränxl, 
wurde  zur  Führung  der  Präsidialgeschäfte  und  zur  Leitung  in 
Verhinderung  des  Präsidiums  bevollmächtigt. 

In  den  Verwaltungsrat  wurde  in  der  letzten  Vollversammlung 
des  Vereines  neugewählt  Herr  Dr.  Schiffmann  (früher  Landes- 
Delegierter),  während  die  Regierung  den  Herrn  k.  k.  Statthaltereirat 
Berger  als  Vertreter  der  staatlichen  Unterrichtsverwaltung  ent- 
sendet hat. 

Die  definitive  Anstellung  des  provisorischen  Kustos  Dr.  Ubell 
wird  der  nächsten  Vollversammlung  vorgeschlagen. 

Auch  in  diesem  Jahre  durfte  das  Museum  sich  wieder  der 
vollen  Unterstützung  seitens  der  geldspendenden  Faktoren  erfreuen. 
Aber  auch  über  die  regelmäßigen  Subventionen  hinaus  hat  die  All- 
gemdne    Sparkasse    durch    das    großartige    Geschenk    der   Hafner- 


VIIT 

Sammlung,  sowie  durch  kleinere  Geschenke  des  Präsidiums  dieser 
Anstalt  (zu  Ankäufen  für  die  kunstgewerbliche  Abteilung)  das  Mu- 
seum kräftigst  gefördert  und  hat  ferner  der  oberösterreichische 
Landtag  als  Beitrag  zu  den  vorjährigen  Restaurierungskosten  jene 
Quote  derselben  dem  Museum  zugewendet,  um  welche  diese  Kosten 
den  normalen  jährlichen  Hauserhaltungs-Beitrag  überstiegen,  nämlich 
den  Betrag  von  4180  Kronen. 

Wärmster  Dank  gebührt  somit  allen  Wohltätern  des  Institutes, 
bei  denen  die  Museumsverwaltung  stets  volles  Verständnis  für  ihre 
Bestrebungen  und  Bedürfnisse  gefunden  hat,  wärmster  Dank  nicht 
minder  den  Spendern  von  Sammlungs-Gegenständen  und  den  frei- 
willigen Mitarbeitern  des  Museums,  welche  ihre  Kräfte  dem  Museum 
zur  Förderung  der  guten  Sache  zur  Verfügung  gestellt  haben. 


1 


Rechnungs-Abschluß 


für  das 


Jahr  1904. 


Soll 


A.  Kasse- 


^ 


o 


An  Kassestand 

Mitgliederbeiträgen 

Zinsen  der  Wertpapiere 

Eintritts-  und  Garderobegebühren 

Erträgnis  des  Führers 

Büchererlös  und  verschiedenen  Einnahmen  .    .    . 
Subventionen: 

a)  des  Staates    

b)  des  Landes 

c)  der  Stadt  Linz      

d)  der  Allgemeinen  Sparkasse  Linz     .    .    .    . 
Geschenken   aus  dem  Dispositionsfonds  des 

Präsidiums   der  Allgemeinen   Sparkasse  und 

Leihanstalt  Linz 

Sparkasse-Rückzahlungen 


An  Kassestand 


K 


1.642 
4.928 
1.292 
1.515 

519 

6.000 
8.635 
1.000 
4.000 


600 
12.300 


42.620 


1.643 


84 
60 
40 
40 

20 


44 


61 


Linz,   am  1,  Jänner  1905. 


XI 


Konto  1904. 


Haben 


!2i 

OS 

o 


1 
2 
3 
4 
5 
6 
7 
8 
9 

10 
11 
12 
13 
14 
15 
16 
17 
18 
19 
20 
21 
22 


Für  Gehalte  und  Löhne      

„     Kanzlei-Auslagen 

„     Auslagen  der  Kustodie 

„     Hauserhaltungskosten 

„     Ankäufe  für  die  Sammlungen 

„  Dotation  der  entomologischen  Abteilung 

„     Bibliothek 

„  Buchdrucker-Rechnungen    .    .    .    .    .    .    . 

„     Buchbinder-Rechnungen 

„     Assekuranz      

„     Dienerkleidung 

„     Krankenkasse 

„     Gewölbewache 

„  Erhaltungskosten  des  Buch-Denkmales   . 

„     Schriftsteller-Honorar 

„     Ausgrabungskosten    .    , 

„     Sparkasse-Darlehenszinsen 

„  Auslagen  aus  dem  Diplomatarfonds     .    . 

„  .,            „       „      Geologiefonds     .    .    . 

„  „            „       „      Bibliothekfonds  .    .    . 

„     Sparkasse-Einlagen 

Kassestand 


K 


9.950 

647 

1.600 

9.248 

3.111 

400 

725 

1.997 

146 

880 

586 

111 

100 

39 

400 

48 

100 

1.670 

918 

292 

8.000 

1.643 


42.620 


60 

77 

70 
75 

41 

77 
49 
30 
40 

84 

60 


74 
69 

77 

61 


44 


Richard  Wildmoser 

Verwaltungsrat  und  Kassier. 


XII 


B.  Bilanz -Konto. 


§' 

K 

h 

K 

h 

1 

I.  Aktiva. 

Wertpapiere : 

fl.  12.500  =  K  25.000   Notenrente  Februar- 

coupon ä  100-30  . 
„     2.400  =    „     4.800   Notenrente  Mai- 

25.075 

— 

coupon  ä  100-20  . 
200  =   ;,        400   Silberrente  Jänner- 

4.809 

60 

coupon  ä  100-30  . 
„        100  =   „        200  Silberrente  April- 
coupon ä  100-30  . 
200  =   „        400  2/^  1860er Los  äl87-— 

401 

200 
748 

20 
60 

„        100  =^   „        200   IDonauregulierungs- 
Lo8  ä  275-^    .    . 

275 

2 
3 
4 

Zinsen  bis  1.  Jänner  1905 

487 

22 

31.996 

1.643 

15.592 

253 

62 
61 

64 
80 

Bargeld 

Sparkasse-Einlagen 

Postsparkasse-Einlage     .    .    .    .    .    .    .    ...    .    . 

49.486 

67 

II.  Passiva. 

1 

An  unbezahlten  Rechnungen 

6.952 

65 

Vermögensstand  am  1.  Jänner  1905  einschließlich 
der  Fonds  laut  Tabelle  C 

42.534 

02 

C.  Stand  der  Fonds. 


00 

1 

2 
3 

Diplomatarfonds. 

Rest  vom  Jahre  1903 

K 

h 

K 

h 

5.960 
1.050 

18 

5.389 

1.870 
749 

44 
37 
23 

Landessubvention  pro  1904 

Ausgaben  pro  1904 

7.010 
1.670 

18 

74 

Stand  des  Fonds  pro  1905 

1.739 
1.050 

06 

Qeologiefonds. 
Rest  vom  Jahre  1903 

Landessubvention  pro  1904 

Ausgaben  pro  1904 

2.789 
918 

06 
69 

Stand  des  Fonds  pro  1905 

622 
420 



Bibliothekfonds. 
Rest  vom  Jahre  1903 

Landessubvention  pro  1904 

Ausgaben  pro  1904 

1.042 
292 

77 

Stand  des  Fonds  pro  1905 

Protektor: 

Seine  kaiserlielie  und  königliclie  Holieit  der  durchlauclitigste  Herr 

Erzherzog  Franz  Ferdinand 

Erzherzog  Yon  Österreicli-Este,  Ritter  des  goldenen  Vlieses,  &roßkreuz  des 
königlich  ungarischen  St.  Stephan -Ordens,  Besitzer  des  Militär- Yerdienst- 
kreuzes  und  der  JuMläums- Erinnerungsmedaille,  Großkreuz  des  groß- 
herzoglich toskanischen  Ordens  vom  heiligen  Josef,  Großkreuz  und  Ehren- 
Bailli  des  souveränen  Johanniter- (Malteser-) Ordens  (mit  der  Distinktion 
für  Jerusalem),  Besitzer  der  Seereise-Denkmünze  1892/93,  Ritter  des  russisch 
kaiserlichen  St.  Andreas-,  des  St.  Alexander -Newsky-,  des  weißen  Adler-, 
des  St.  Annen-  und  des  kaiserlich -königlichen  russischen  St.  Stanislaus- 
Ordens  I.  Klasse,  Ritter  des  königlich  preußischen  schwarzen  Adler-Ordens 
und  des  königlich  italienischen  Ordens  der  Aunuuziata,  Besitzer  des  kaiser- 
lich japanischen  Haus -Ordens  vom  Chrysanthemum,  Ritter  des  königlich 
bayerischen  St.  Hubertus- Ordens,  des  königlich  sächsischen  Ordens  der  Rauten- 
krone und  des  königlich  schwedischen  Seraphinen -Ordens,  Großkreuz  des 
Ordens  der  königlich  württemhergischen  Krone  und  des  königlich  belgischen 
Leopold-Ordens,  Besitzer  des  königlich  siamesischen  Chak-kri-Ordens,  Groß- 
kreuz des  herzoglich  sächsisch  Ernestinischen  Haus -Ordens,  Besitzer  der 
Erinnerungsmedaille  an  das  60jährige  Regierungsjubiläum  Ihrer  Majestät 
der  Königin  von  Großbritannien  und  Irland,  Kaiserin  von  Indien,  und  der 
königlich  württembergischen  goldenen  Jubiläumsmedaille,  k.  k.  General 
der  Kavallerie  zur  Disposition  des  Allerhöchsten  Oberbefehles,  Inhaber  des 
k.  u.  k.  Infanterie -Regimentes  Nr.  19,  des  k.  u.  k.  Ulanen -Regimentes  Nr.  7 
und  des  k.  u.  k.  Korps -Artillerie -Regimentes  Nr.  6,  kaiserlich  russischer 
General -Major  und  Chef  des  kaiserlich  russischen  Bugschen  Dragoner- 
Regimentes  Nr.  26,  Chef  des  königlich  preußischen  Posenschen  Ulanen- 
Regimentes  Prinz  August  von  Württemberg  Nr.  10,  ä  la  suite  des  königlich 
preußischen  Ostpreußischen  Ulanen  -  Regimentes  Graf  von  Dohna  Nr.  8. 


Personalstand 

am  31.  xMärz  1905. 


Präsident: 
Seine    Exzellenz    Dr.    Gandolf  Graf  Kuenburg,   k.  k.   Minister  a.   D., 
k.  u.  k.    wirkl.   geheimer   Rat,   Senatspräsident   des   k.    k.    Obersten 
Gerichtshofes  i.   P.,   Mitglied   des  Herrenhauses,   Ritter  des  Ordens 
der  Eisernen  Krone  I.  Kl.,  d.  Z.  in  Salzburg. 


Die  Mitglieder  des  Yerwaltungsrates. 

A.  Durch  die  Wahl  der  Generalversammlung. 

Präsident-Stellvertreter : 
Straberger  Josef,  Ritter  des  Franz  Josef-Ordens,  k.  k.  OberpostkontroUor 
i.  P.  in  Linz,  Konservator  der  k.  k.  Zentralkommission  für  Kunst- 
und  historische  Denkmale  (I.  Sekt.),  korresp.  Mitglied  des  k.  k.  archäo- 
logischen Instistutes  etc.  etc.,  Fachreferent  für  die  kulturhistorischen 
Sammlungen  (Ehrenmitglied  des  Museums). 


Binder   Eduard,  Bergingenieur  i.  P.  in  Linz,  Bibliotheks-Referent. 

Commenda  Hans,  Direktor  an  der  k.  k,  Staats-Oberrealschule  in  Linz, 
Besitzer  des  gold.  Verdienstkreuzes  m.  d.  Kr.,  Korrespondent  der 
geologischen  Reichsanstalt,  Referent  für  Oberösterreich  der  Erdbeben- 
Kommission  der  Akademie  der  Wissenschaften,  Fachreferent  für 
Mineralogie,  Geologie  und  Paläontologie. 

Gissinger  Theodor,  Professor  der  k.  k.  Staats-Oberrealschule,  Referent 
an  der  zoologischen  Abteilung. 

Handel-Mazzetti  Viktor  Freiherr  v.,  k.  u.  k.  Oberst  d.  R.  in  Linz, 
Konservator  der  k.  k.  Zentralkommission  für  Kunst  und  historische 
Denkmale  (III.  Sekt.),  Referent  für  das  Archiv  (Ehrenmitglied  des 
Museums). 

Hauder  Franz,  Lehrer  I.  Klasse  an  der  Knabenvolksschule  Linz- Wald  egg, 
Referent  an  der  entomologischen  Abteilung. 


XVI 

Jeblinger  Raimund,  fürsterzbischöf lieber  Bauinspektor  in  Freiburg  i.  Br., 
Korrespondent  der  k.  k.  Zentralkommission  für  Kunst-  und  bistoriscbe 
Denkmale. 

Kränzl  Emil,  Dr.  d.  R.,  k.  k.  Postdirektions-Sekretär  in  Linz,  Korrespondent 
der  k.  k.  Zentralkommission  für  Kunst-  und  historische  Denkmale, 
Referent  für  musikalische  Altertümer  und  Kunstgewerbe  (zur 
Leitung  in  Verhinderung  des  Präsidiums  bevollmächtigt). 

Markl  Andreas,  k.  u.  k.  Major  d.  R.,  derzeit  in  Wien  (Ehrenmitglied  des 
Museums). 

Munganast  Emil,  k.  k.  Ober-Postkontrollor  in  Linz,  Fachreferent  für 
Entomologie  (Ehrenmitglied  des  Museums). 

Newald  Richard,  Dr.  d.  R.,  Hof-  und  Gerichtsadvokat,  Präsident  der  ober- 
österreichischen Advokaten-Kammer. 

Nicoladoni  Alexander,  Dr.  d.  R.,  Hof-  und  Gerichtsadvokat  in  Linz. 

Pröll  Laurenz,  Dr.  d.  Ph.,  Chorherr  des  Stiftes  Schlägl,  k.  k.  Gymnasial- 
Direktor  a.  D. 

Rupertsberger  Matthias,  regul.  Chorherr  von  St.  Florian,  Pfarrvikar  in 
Ebelsberg. 

Schiff  mann  Konrad,  Dr.,  Weltpriester,  Professor  am  CoUegium  Petrinum 
in  Urfahr-Linz,  Korrespondent  der  k.  k.  Zentralkommission  für  Kunst- 
und  historische  Denkmale. 

Schnopfhagen  Franz,  Dr.  d.  Med.,  Primararzt  der  oberösterreichischen 
Landes-Irrenanstalt  in  Niedernhart,  Sanitätsrat,  Referent  an  der  zoolo- 
gischen Abteilung. 

Thalmayr  Franz,  Dr.  d.  Ph.,  Gymnasial-Direktor,  Referent  der  Münzen- 
Sammlung,  d.  Z.  in  Ried. 

Wastler  Franz,  k.  k.  Schulrat,  Professor  i.  P.  in  Linz,  Referent  für  Botanik. 

Wildmoser  Richard,  Kaufmann  in  Linz,  Besitzer  des  gold.  Verdienst- 
kreuzes m.  d.  Kr.,  Kassier  d.  Museums  und  Referent  für  die  Haus- 
verwaltung. 

B.  Delegierter  des  k.  k.  Ministeriums  für  Kultus  und 
Unterricht. 

Berger  Gottfried,  k.  k.  Statthaltereirat,  Referent  im  k.  k.  oberösterreichi- 
schen Landesschulrat. 


C.  Die  Delegierten  des  oberösterreichischen  Landes- 
ausschusses. 

Grasböck  Theobald,  Abt  des  Zisterzienserstiftes  Wilhering,  Landes- Aus- 
schuß, Komtur  des  Franz  Josef- Ordens  m.  d.  St.,  Mitglied  des 
Herrenhauses. 

Esser  Hermann,  Dr.  d.  R.,  Hof-  und  Gerichtsadvokat  in  Linz,  Landtags- 
Abgordneter. 

Krackowizer  Ferdinand,  Dr.  d.  R.,  kaiserl.  Rat,  Landesarchivar  i.  P. 
in  Linz,  Konservator  der  k.  k.  Zentralkommission  für  Kunst-  und 
historische  Denkmale  (IH.  Sekt.). 

Zibermayr  Ignaz,  Dr.,  Landesarchivar  in  Linz. 


XVII 

D.  Die  Delegierten  des  Gemeinderates  der  Landes- 
hauptstadt Linz. 

Jäger    Ernst,    Dr.  d.  ß.,    Hof-  und  Gerichtaadvokat  in  Linz,    Landeshaupt- 
mann-Stellvertreter, Landesausschuß,  Gemeinderat  der  Stadt  Linz. 
Feilerer   Karl,   Fabrikbesitzer,  Gemeinderat. 

E.  Delegierter  der  Allgemeinen  Sparkasse  In  Linz. 

W immer  Julius,   Buchdruckerei-Besitzer,   Präsident  der  Allgemeinen  Spar- 
kasse und  Leihanstalt  in  Linz. 


F.  Rechnungsrevisoren. 

Eeininger  Karl,   Präsident  der  Handels-  und  Gewerbekammer,  Kaufmann. 
Drouot  Hans,    Besitzer   der  k.   u.   k.   Hof  buchdruckerei  Jos.   Feichtingers 
Erben. 

G.  Sammlungsrevisoren. 

Hauck  Josef,   k.  k.  Hofrat  i.  P. 

Jeglinger  Karl,   Besitzer  des  Ordens  der  Eisernen  Krone  HL  Kl.  und  des 

kaiä.  Ottoman.  Medschidje-Ordens,  k.  k.  Hofrat  i.  P. 
Neweklowsky   Max,   k.  k.  Finanzkommissär. 

H.  Beamte. 

Kustos:   Üb  eil  Hermann,  Dr.,   Korrespondent  der  k.  k.  Zentralkommission 

für  Kunst-  und  historische  Denkmale. 
Kanzlei-Adjunkt:  Kirchler  Ida. 

I.  Diener. 

Portier :  Hackl  Johann. 
Diener:  Brunmayr   Josef. 

„        Grünerjohann. 

„        Nenning   Ignaz. 

„       Winter  Johann. 


xyiii 

Die  P.  T.  Herren  Mandatare. 

1882  Herr  Älmoslechner  Hermann,  Oberpostmeister  in  Perg. 

1904  „      Brunswyk  Romeo  de  Korompa,  k.  k.  Oberingenieur. 

1897  „      Denk  Karl,  Dr.,  praktischer  Arzt  in  Scharnstein. 

1890  „  Engl  Isidor,  k.  k.  Obersteiger  i.  P.  und  Besitzer  des  silb.  Verdienst- 
kreuzes m.  d.  Kr.  in  Hallstatt. 

1870  „  Fuchs  Theodor,  Dr.,  Privatdozent  für  Paläontologie  an  der  k.  k.  Uni- 
versität in  Wien. 

1898  „      Qallois  Ludwig  v.,  Fabrikdirektor,   Kleinmünchen,  Besitzer  des  gold. 

Verdienstkreuzes  m.  d.  Kr. 
1880      „      Oreil  Hans,   Direktor  der  k.   k.  Fachschule    für  Holzindustrie  in 

Ebensee,  Eitter  des  Franz  Josef-Ordens. 
1882      „      Qrienberger  Karl,    Ehrendomherr,    Konsistorialrat,    Ritter  des  Franz 

Josef-Ordens,  Dechant  und  Stadtpfarrer  in  Eferding. 
1882      „      Heindl  Leopold,  Bürgermeister,   Landtagsabgeordneter   und  Besitzer 

des  gold.  Verdienstkreuzes  m.  d.  Kr.,  in  Mauthausen. 
1882      „     Horvdt  Gustav  v.,  k.  u.  k.  Kämmerer  in  Kammer. 

1905  „      Huemer  Hans,  Privatier  in  Linz. 

1882      „      Hutter  Bartholomäus,  k.  k.  Oberbergrat  in  Salzburg. 

1882      „     Jeglinger  Karl,  k.  k.  Hofrat  i.  P.,   Eitter  des  Ordens   der  Eisernen 

Krone  III.  Kl. 
1885      „      KagermiÜler  Johann,  Gastwirt  in  Eferding. 
1880      „      Koch  Friedrich,  evangelischer  Pfarrer  in  Gmunden. 
1882      „     Köttl  Karl,  Oberpostmeister,  Besitzer  des  goldenen  Verdienstkreuzes 

m.  d.  Kr.,  in  Lambach. 
1882      „      Mathes  Karl  Ritter  v.,  k.  k.  Oberbaurat  in  Linz. 
1897      „      Melnitxky  Karl,  Bergingenieur  in  Graz. 
1872,  1893  Herr  Mittendorfer  Rudolf,    Werks-  und  Gemeindearzt,  Besitzer  des 

gold.  Verdienstkreuzes,  in  Großraming. 

1901  Herr  Moser  Emil,  steierm.  landsch.  Professor  a.  D.  in  Graz. 
1905      „      Pachinger  Anton,  Privatier  in  Linz. 

1882      „     Poth  Jtdius  v.,  Postmeister  in  Altheim. 

1885  „  Preen  Hugo  v.,  Kunstmaler  und  Korrespondent  der  k.  k.  Zentral- 
kommission für  Kunst-  und  historische  Denkmale  in  Osternberg 
bei  Braunau. 

1903  „  Richard  Alexander,  Direktor  der  Süddeutschen  Verlagsanstalt, 
München. 

1882  „  Roßmann  J.  O.,  Oberpostmeister  und  Besitzer  d.  gold.  Verdienst- 
kreuzes m.  d.  Kr.  in  Mauerkirchen. 

1897      „      Schraml  Karl,  k.  k.  Ober-Bergverwalter  in  Hallstatt. 

1899  „      Seyrl  Hugo,  Gutsbesitzer  in  Schloß  Starhemberg. 

1902  „      Wegrosta  Karl,  Oberlehrer  in  Spital  am  Pyhrn. 

1902      „      Wendling  Ludwig,  Gemeindearzt  in  Ach  a.  d.  Salzach. 


XIX 

Verzeiclmis  der  Mitglieder. 

(Stand  am  1.  April  1905.) 

Die  F.  T.  Ehrenmitglieder. 

Herr  Columbus  Christoph  Freiherr  v.,  Sekretär  weiland  Seiner  k.  u.  k.  Hoheit 
des  Erzherzogs  Franz  Karl,  k.  k.  Hofrat  etc.  etc.  (Ernannt  am 
14.  Juni  1854.) 

Seine  Exzellenz  Helfert  Josef  Freiherr  v,,  Dr.,  k.  u.  k.  geheimer  Rat,  Präsident 
der  k,  k.  Zentralkommission  für  Kunst-  und  historische  Denkmale, 
Mitglied  des  Herrenhauses  und  der  kaiserl.  Akademie  der  Wissen- 
schaften etc.  etc.    (Ernannt  am  14.  Juni  1854.) 

Herr  Kenner  Friedrieh,  Dr.,  k.  u.  k.  Hofrat,  Direktor  der  Münzen-,  Medaillen- 
und  Antiken  -  Sammlungen  des  Allerhöchsten  Kaiserhauses,  Mitglied 
der  kaiserl.  Akademie  der  Wissenschaften  und  der  bildenden  Künste 
in  Wien,  der  k.  k.  Zentralkommission  für  Kunst-  und  historische 
Denkmale  etc.  etc.  in  Wien.  (Ernannt  am  4.  August  1874.) 
„  Reiter  Fdtnund,  kaiserl.  Rat,  Ehrenmitglied  der  entomologischen  Gesell- 
schaft in  Berlin,  korresp.  Mitglied  mehrerer  gelehrter  Gesellschaften 
und  entomologischer  Vereine  des  In-  und  Auslandes  in  Paskau  (Mähren). 
(Ernannt  am  30.  November  1875.) 

Seine  Exzellenz  Wilczek  Hans  Oraf,  Frei-  und  Bannerherr  zu  Hultschin  und 
Guttenland,  k.  u.  k.  geheimer  Rat  und  Kämmerer,  Mitglied  des 
Herrenhauses,  Kurator  des  k.  k.  österreichischen  Museums  für  Kunst 
und  Industrie  etc.  etc.   (Ernannt  am  22.  März  1882.) 

Herr  Mueh  Matthäus,  Dr.,  k.  k.  Regierungsrat,  Ritter  des  Ordens  der  Eisernen 
Krone  IH.  Kl.,  Realitäten -Besitzer,  Mitglied  der  k.  k.  Zentral- 
kommission für  Kunst-  und  historische  Denkmale  etc.  etc.  (Ernannt 
am  16.  Mai  1885.) 

Seine  Exzellenz  Qautsch  Paul  Freiherr  v.  Frankenthurn,  Dr.,  k.  u.  k.  geheimer 
Rat,  k,  k.  Ministerpräsident,  Mitglied  des  Herrenhauses,  Präsident  des 
Obersten  Rechnungshofes  etc.  etc.  in  Wien.  (Ernannt  am  16.  Mai  1893.) 

Seine  Exzellenz  Madeyski  Stanislaus  Ritter  v.  Poray,  Dr.,  k.  u.  k.  geheimer 
Rat,  k.  k.  Minister  a.  D.,  ständiges  Mitglied  des  Reichsgerichtes  in 
Wien  etc.    (Ernannt  am  16.  Mai  1895.) 

Seine  Exzellenz  Puthon  Viktor  Freiherr  v.,  k.  u.  k.  geheimer  Rat,  Besitzer  des 
Großkreuzes  des  Ordens  der  Eisernen  Krone,  Ritter  des  Franz  Josef- 
Ordens,  Statthalter  für  Oberösterreich  a.  D.  etc.  in  Salzburg. 
(Ernannt  am  16.  Mai  1895.) 

Herr  Poche  Franx,  Altbürgermeister  der  Landeshauptstadt  Linz,  Ritter  des  Ordens 
der  Eisernen  Krone  III.  Kl.  in  Graz.    (Ernannt  am   16.  Mai   1895.) 

Seine  Exzellenz  Kuetiburg  Qandolf  Oraf,  Dr.,  k.  u.  k.  geheimer  Rat,  Senats- 
präsident des  Obersten  Gerichts-  und  Kassationshofes  i.  P.,  Ritter 
des  Ordens  der  Eisernen  Krone  I.  Kl.  etc.  in  Salzburg.  (Ernannt 
am  16.  Mai  1895.) 

Herr  Handel- Maxxeiti  Viktor  Freiherr  v.,  k.  u.  k.  Oberst  d.  R,  etc.  in  Linz. 
(Ernannt  am  16.  Mai  1895.) 

B* 


XX 

Herr  Stäche  Guido,  k.  k.  Hofrat  i,  P.,  Ritter  des  Ordens  der  Eisernen  Krone 
III.  Kl.,  Kommandeur  des  tun.  Nischan-Iftihair-Ordens,  Mitglied  der 
Ungarischen  geologischen  Gesellschaft  in  Budapest  und  der  natur- 
historischen Gesellschaft  „Isis"  in  Dresden.  (Ernannt  am  18.  Mai  1899.) 

„      Markl  Andreas,  k.  u.  k.  Major  i.  P.  in  Wien.    (Ernannt  am  18.  Mai  1899.) 

„      Munganast  Emil,  k.  k.  Ober-Postkontrollor.    (Ernannt  am  18.  Mai  1899.) 

.,  Meindl  Konrad,  Abt  des  Ohorherrenstiftes  Reichersberg,  Konservator  der 
k.  k.  Zentralkommission  für  Kunst-  und  historische  Denkmale  in 
"Wien  etc.    (Ernannt  am  21.  Mai  1901.) 

„  Benndorf  Otto,  k.  k.  Hofrat,  Komtur  des  Franz  Josef-Ordens,  Ritter  des 
Leopold -Ordens,  Mitglied  der  kais.  Akademie  der  Wissenschaften, 
Direktor  des  k.  k.  archäologischen  Institutes,  Mitglied  der  k.  k.  Zentral- 
komraission  für  Kunst-  und  historische  Denkmale  etf.  etc.  in  Wien. 
(Ernannt  am  21.  Mai  1901.) 

,,  Steindachner  Franx,  k.  k.  Hofrat,  Ritter  des  Leopold-Ordens,  Ritter  des 
Ordens  der  Eisernen  Krone  und  des  Franz  Josef-Ordens,  Phil.-Dr., 
wirkl.  Mitglied  der  kais.  Akademie  der  Wissenschaften,  Intendant  des 
k.  k.  naturhistorischen  Hofmuseums  in  Wien  etc.  etc.  (Ernannt  am 
21.  Mai  1901.) 

„  Moser  Emil,  steierm.  landsch.  Professor  a.  D.  in  Graz.  (Ernannt  am 
9.  Mai  1902.) 

„  Straberger  Josef,  Ritter  des  Franz  Josef-Ordens,  k.  k.  Ober-Postkontrollor  i.  P., 
Vizepräsident  des  Museums,  Konservator  der  k.  k.  Zentralkommission 
für  Kunst-  und  historische  Denkmale  (I.  Sektion)  etc.  etc.  (Ernannt 
am  7.  Mai  1904.) 

;,  Spann  Max  Freiherr  v.,  Ritter  des  Ordens  der  Eisernen  Krone  III.  Kl., 
des  Franz  Josef-Ordens,  der  französischen  Ehrenlegion  und  des  königlich 
belgischen  Leopold-Ordens,  k.  k.  Kommerzialrat,  Fabrikbesitzer  etc.  etc. 
in  Klostermühl,     (Ernannt  am  7.  Mai  1904.) 

,,  Weinleehner  Josef,  Dr.,  k.  k.  Hofrat  und  Universitäts-Professor  i.  P.  in 
Wien,  Ritter  des  Franz  Josef-Ordens,  Besitzer  des  gold.  Verdienst- 
kreuzes mit  der  Krone  und  des  Donat-Kreuzes  des  Malteser-Ordens, 
Offizier  des  Ordens  „Stern  von  Rumänien"  etc.  etc.  (Ernannt  am 
7.  Mai  1904.) 

(Verstorbene.) 

Seine  kaiserl.  Hoheit  Erzherzog  Karl  vo?i  Österreich f  1847 

Seine  kaiserl.  Hoheit  Erzherzog  Johann  von  Österreich t  1859 

Seine  kaiserl.  Hoheit  Erzherzog  Ludwig  von  Österreich f  1864 

Seine  kaiserl.  Hoheit  Erzherzog  Maximilian  von  Österreich- Este     .    .    .  f  1863 
Seine  Gnaden  Hochw.  Herr  Altmann  Arrigler,  Abt  des  Stiftes  Göttweih  f  1846 
Seine  Exzellenz  Baldacci  Anton  Freiherr  v.,  Präsident  des  k.  k.  General- 
Rechnungs-Direktoriums  in  Wien f  1841 

Seine   Exzellenz  Baumgartner  Andreas  FVeiherr  v.,  Dr.,  k.  k.  Hofrat 

in  Wien f  ^865 

Herr  Bischoff  Ignaz  v.  Altenstein,  Dr.,  k.  k.  Regierungsrat  in  Wien  f  1850 
Seine  Durchlaucht  Colloredo- Walsee  Rudolf  Fürst,   1.  Obersthofmeister 

Seiner  Majestät  des  Kaisers  Ferdinand  I.  in  Wien f  1843 


« 


XXI 

Seine  Exzellenz  Dietrich  stein- Proskau  Leslie  Moritx  Oraf,  1.  Obersthof- 
meister der  Kaiserin  Maria  Anna  in  Wien f  1864 

Seine  Exzellenz  Eichhoff  Josef  Freiherr  v.,  k.  k.  Hofkammerpräsident 

in  Olmülz •  •    •    t  1866 

Herr  Endlicher  Stephan,  Dr.,  Kustos  im  k.  k.  Hof- Naturalienkabinett 

in  Wien t  1849 

„      Ens  Faustin,  Professor  am  k.  k.  Gymnasium  in  Troppau  .    .    .    .    f  1858 
,,      Erb  Frartx  Ritter  v.,  Dr.,  k.  k.  Hofrat,  Direktor  des  Haus-,  Hof- 

und  Staatsarchivs  in  Wien      -j-  1872 

Hochw.  Herr  Hallaschka  Kassian,  Dr.,  k.  k.  Hofrat  in  Wien ■\  1847 

Herr  Hammer- Purkstall  Josef  Freiherr  v.,  k.  k.  Hof-  und  Ministerialrat 

in  Wien f  1856 

Seine  Exzellenz  Hardegg  Qlatx  und  im  Machland  Ignax  Qraf,  Präsident 

des  k.  k.  Hofkriegsrates  in  Wien      . f  1848 

Seine  Exzellenz  Hauer  Josef  Freiherr  v.,    Vizepräsident  der  k.  k.  Hof- 
kammer in  Wien    .;..;...;... f  1863 

Seine  Exzellenz  Hügel  Karl  Freiherr  v.,  Dr.,  a.  o.  Gesandter  am  groß- 

berzogl.  tosk.  Hofe t  1870 

Seine  Exzellenz  Inxaghi  Karl  Oraf  v.,  k.  k.  Hofkanzler  in  Graz  .    .    .    f  1856 

Seine  Exzellenz  Hochw.  Herr  Jüstel  Josef  Alois,  Dr.,  k.  k.  Staats-  und 

Konferenzrat  in  Wien +  1858 

Herr  Kollar  Vinxenx,  k.  k.  Regierungsrat  in  Wien f  1860 

Seine  Exzellenz  Kolowrat-Liebsteinsky-  Franx  Anton  Graf,  k.  k.  Staats- 
minister in  Wien f  1861 

Seine  Exzellenz  Kübeck  Karl  Freiherr  v.  Kübau,  Präsident  der  k.  k.  all- 
gemeinen Hofkammer  in  Wien f  1855 

Herr  Littrow  Josef  Johann  Fidler  v.,  Dr.,  Direktor  der  k.  k.  Universitäts- 
Sternwarte  in  Wien f  1840 

Seine    Durchlaucht    Lobkowitx   August   Longin   Fürst,    Präsident    der 

k.  k.  Hofkammer  in  Wien      f  1842 

Seine  Exzellenz  Mayr  Josef  Freiherr  v.  Qravenegg,   Vizepräsident  der 

k.  k.  Hofkammer  in  Wien -j-  1870 

Seine  Durchlaucht  Metternich  Winneburg  Wenxel Lothar  Fürst,  k.  k.  Staats- 
minister in  Wien f  1859 

Seine  Eminenz  Milde  Vinxenx  FJdtiard,  Dr.,  Fürsterzbischof  von  Wien    f  1853 

Seine  Exzellenz  Mittrowsky  v.  Mittrowix  und  Nemischl  Friedrich  Graf, 

oberster  Kanzler  der  k.  k.  Hofkanzlei  in  Wien -f  1842 

Hochw.   Herr  Muchar  Albert  v.,   Dr.,   Kapitular   des  Stiftes   Admont, 

k.  k.  Professor  in  Graz -j-  1849 

Herr  Natterer   Josef,   I.    Kustos    am    k.    k.    zoologischen   Hofkabinett 

in  Wien t  1852 

„      Partsch  Paul,   Kustos    und  Vorstand    am   k.    k.  Hof-iNaturaKen- 

kabinett  in  Wien t  1856 

Seine   Exzellenz   Pillersdorf  Franx  Freiherr  v.,    k.    k.  Premierminister 

in  Wien f  1862 

Seine    Eminenz   Pirker   Ladislaus   v.    Felsö-Eör,   Dr.,    Patriarch,   Erz- 
bischof von  Erlau t  1847 

Seine    E>zellenz    Salis   Zixers   Rudolf   Graf,    Obersthofmeister   Seiner 

k.  u.  k.  Hoheit  des  Erzherzogs  Franz  Karl  in  Wien  .    .    .    .    f  1846 


XXII 

Herr  Seheis  B.  Johann,  k.  k.  Oberstleutnant  und  Bibliothekar  des  Hof- 

Kriegsarchives  in  Wien t  1847 

„      Schreibers  Karl  Ritter  v.,  Dr.,  Direktor  der  k.  k.  Hof-Naturalien- 
kabinette in  Wien t  1852 

Seine  Exzellenz  Sedlnitxky  Josef  Graf  Freiherr  v.    Choltitx,   Präsident 

der  k.  k.   obersten  Polizei-  und  Zensurhofstelle  in  Wien  .   .    f  1855 

Seine  Exzellenz    Taafe   Ludwig    Oraf,   Präsident   der   k.   k.   obersten 

Justizstelle  in  Wien t  1855 

Seine  Exzellenz  Talatxko   Johann  Freiherr   v.  Qestiticx,   Präsident   der 

niederösterreichischen  Landesregierung  in  Wien f  1858 

Herr  Weiß  Johann  v.  Starkenfels,  Dr.,  k.  k.  Staats-  und  Konferenzrat 

in  Wien t  1847 

Seine  Exzellenz    fVilcxek   Friedrich    Oraf,   k.   k.   Hofkammerpräsident 

in  Wien t  1861 

Seine  k.  u.  k.  Hoheit  Erxherxog  Albrecht  von  Österreich,  k.  u.  k.  Feld- 
marschall in  Wien t  1895 

Seine  k.  u.  k.  Hoheit  Erxherxog  Josef  von  Österreich,  Palatin  Ton  Ungarn    f  1847 

Seine  k.  u.  k.  Hoheit  Erxherxog  Rainer  von  Österreich,  k.  k.  Feldzeug- 
meister         t  1853 

Seine  k.  u.  k.  Hoheit  M-xherxog  Stephan  von   Österreich,  k.  k.  Feld- 
marschall-Leutnant      t  1867 

Herr  Bergmann  Josef  Ritter  v.,    Dr.,    Direktor    des   k.    k.  Münz-    und 

Antikenkabinettes  in  Wien t  1872 

Seine  Gnaden  Hochw.  Herr  Eder  Wilhelm,  Abt  des  Stiftes  Melk     .    .    f  1866 

Seine  Exzellenz  Falkenhayn  Eugen  Isidor  Oraf,  Obersthofmeister  Seiner 

kaiserl.  Hoheit  des  Erzherzogs  Franz  Karl  in  Wien  .    .    .   .    f  1853 

Herr  Heckel  Jakob,  Kustosadjunkt  des  k.  k.  Hofkabinettes  in  Wien  .    .    f  1857 

Seine  Eminenz  Sommerau-Beckh  Max  Josef  Freiherr  v.,   Dr.,  Kardinal, 

Fürsterzbischof  von  Olmütz t  1853 

Hochw.  Herr  Filx  Michael,   Kapitular  und  Prior  des  Stiftes  Michael- 

beuern t  1854 

Herr  Pausinger  Franx  v.,  Gutsbesitzer  von  Frankenburg f  1850 

„      Fisehhof  Josef,  Professor  am  Konservatorium  in  Wien f  1857 

„      Haidinger  Wilhelm  Ritter  v.,  Dr.,  k.  k.  Hofrat  und  Direktor  der 

geologischen  ßeichsanstalt  in  Wien t  1871 

„      Mancher  Ignax,  k.  k.  Landesgerichtsrat  in  Wien t  1860 

Seine  Exzellenz   Bach  Äleocander  Freiherr  v.,   Dr.,  k.   k.    Minister   des 

Innern  in  Wien f  1893 

Seine  Exzellenz  Thun-Hohenstein  Ijco  Oraf,  k.  k.  Minister  für  Kultus 

und  Unterricht  in  Wien     t  1888 

Herr  Russegger  Josef  Ritter  v.,   k.  k.  Ministerialrat  und  Vorstand   der 

Berg-,  Forst-  und  Güterdirektion  in  Schemnitz,  Ungarn    .    .    f  1863 

„       Unger  Franx,  Dr.,  k.  k.  Hofrat  in  Graz t  1870 

„       Würth  Josef  Edler  v.,  Dr.,  k.  k.  Oberlandesgerichtsrat  in  Wien  .    f  1855 

Seine  Exzellenz    Thimfeld  Ferdinand  Freiherr   v.,    k.    k.  Minister   für 

Landeskultur  und  Bergwesen  in  Wien t  1868 

Seine  Exzellenz  Bitol  Schatienstein  Karl  Ferdinand  Oraf,  k.  k.  Minister 

des  Äußern  in  Wien f  1865 

Herr  d'Elvert   Christian  Ritter,  k.  k.  Hofrat  in  Brunn t  1896 


XXIII 

Seine  k.  u.  k.  Hoheit  Erzherzog  Karl  Ijudwig  von  Österreich,  Protektor 

des  Museums  Francisco-Carolinum  in  Linz f  1896 

Seine  Majestät    Kaiser    Maximilian    L    von    Mexiko,    Erzherzog    von 

Österreich t  1867 

Seine  königl.  Hoheit  Maximilian  Herzog  von  Bayern f  1888 

Herr  Bischoff  Josef,  kaiserl.  Rat,  Bürgermeister  von  Linz f  1855 

Seine  Exzellenz  Orüne  Karl  Graf,  k.  k,  Feldzeugmeister  in  Wien    .    .  f  1884 
Seine  Exzellenz  Kempen  Johann  Freiherr  von  Fichtenstamm,  k.  k.  Feld- 
zeugmeister in  Wien t  1863 

Herr  Klar  Paul  Alois,  k.  k.  Kreisrat  in  Prag t  1860 

„      Liebig  Jtostus  Freilierr  v.,  Präsident  der  königl,  bayer.  Akademie 

der  Wissenschaften  in  München t  1873 

„      Phillips  Georg,  Dr.,  k.  k.  Hofrat  in  Wien t  1872 

Seine  Eminenz  Rauscher  Otmar  Ritter  v.,  Kardinal  und  Fürsterzbisehof 

von  Wien t  1875 

Seine  Exzellenz  Werner  Josef  Freiherr  v.,  k.  k.  a.   o.  Gesandter   am 

Hofe  zu  Dresden t  1871 

Herr  Redtenbacher  Ludwig,  Dr.,  k.  k.  Regierungsrat  in  Wien     .    .    .    .  f  1876 
„      Hörnes   Moritx,    Dr.,    I.    Kustos    und  Vorstand    des   k.    k,  Hof- 

Mineralienkabinettes  in  Wien f  1868 

Hochw.  Herr  Oberleitner  Frßnz,  Pfarrer  in  Ort  am  Traunsee    .   .   .    .  f  1897 

Herr  Neilreich  August,  Dr.,  k.  k.  Oberlandesgerichtsrat  in  Wien   .    .   .  f  1871 
„      Brandt  Friedrich  Ritter   v.,  Dr.,  kaiserl.   russischer  Staatsrat   in 

Petersburg f  1879 

Hochw.  Herr  Cori  Johann  Nep.,  k,  k.  Militärpfarrer  und  Ehrendomherr 

von  Budweis f  1887 

Herr  Lindenschmit   Ludwig,    Dr.,    Direktor    des    röm.-germ.    Zentral- 

Museums  in  Mainz f  1893 

„       Grösse  Johann  Theodor,  Dr.,  königl.  sächsischer  Hofrat  in  Dresden  f  1 885 
Seine  Durchlaucht  Friedrich  Karl  Josef  Fürst  zu  Hohenlohe-  Waldenburg- 

Schillingsfürst,  kaiserl,  russischer  General-Leutnant     .   .   .   .  f  1884 
Seine  Exzellenz  Folliot  de  Grennville  Franz  Graf,  k.  k.  Oberstkämmerer 

in  Wien f  1888 

Herr  Wiser  Karl,  Dr.,  Bürgermeister  von  Linz f  1889 

,,      Sacken  Eduard  Freiherr  v.,  Dr.,  k.  k.  Regierungsrat  in  Wien  .    .  f  1883 

Seine  Exzellenz  Bombelles  Karl  Graf  v.,  k.  k,  Vizeadmiral  in  Wien     .  f  1889 

Herr  Knörlein  Josef,  k.  k.  jubilierter  Baurat  in  Linz f  1883 

Seine  Eminenz  Ganglbauer  Cölestin  Josef,  Dr,,  Kardinal,  Fürsterzbischof 

von  Wien f  1889 

Herr  Wtirzbaeh  Konstant.  Ritter  v.  Tannenberg,  k.  k,  Regierungsrat  in 

Berchtesgaden t  1893 

Seine  Exzellenz  Hye  Glumek  Anton  Freiherr  v.,  Dr,,  k,  k.  Minister  a.  D. 

in  Wien f  1894 

Herr  Simony  Friedrich,  Dr.,  k.  k.  Hofrat  in  Wien f  1896 

Seine  k.  u.  k.  Hoheit  Erzherzog  Johann  (Johann  Ort), 

Herr  Schiedermayr  Karl,  Dr,,   k.   k.  Statthaltereirat  i.  P.   in  Kirchdorf  f  1895 

„      Hafner  Josef,  Privat  und  Realitätenbesitzer  in  Linz f  1891 

„      Ilg  Albert,  Dr.,  k.  k.  Regierungsrat  in  Wien f  1896 


XXIV 

Herr  Dürrnberger  Adolf,  Dr.,  Hof-  und  Gerichtsadvokat,  Vizepräsident 

des  Museums  Francisco-Carolinum  in  Linz t  1^96 

Seine  Exzellenz  Arneth  Alfred  Ritter  v.,   k.  u.  k.  Hofrat  und  Direktor 

des  Haus-,  Hof-  und  Staatsarchives  iu  Wien    » t  1^^'^ 

Herr  Obermüllner  Karl,  k.  k.  Hofrat  i.  P.,  Vizepräsident  des  Museums 

.  Francisco-Carolinum t  1898 

Kerner  Anton   Ritter  v.  Marilaun,   Dr.,   k.   k.    Hofrat   und   Uni- 

versitäts-Professor  in  Wien t  1898 

Hauer  Franz  Ritter  v.,    Dr.,   k.    k.   Hofrat   a.  D.,    Mitglied   des 

Herrenhauses  etc.  in  Wien t  1899 

öxerny  Albin,    Konsistorialrat,   reg.    Chorherr    und   Bibliothekar 

des  Stiftes  St.  Florian  etc t  1900 

Boeheim  Wendelin,  Direktor  der  Sammlungen  von  Waffen  undkunst- 

industr.  Gegenständen  des  Allerhöchsten  Kaiserhauses    etc.  .    f  1900 
Krones  Franx  Ritter  v.  Marehland,  Dr.,  k.  k.  Hofrat  und  ordentl. 

Professor  der  österr.  Geschichte  an   der  Universität  in  Graz    f  1902 
Wichner  Jakob,   P.,   Kapitular   des  Stiftes  Ädmont,   Besitzer  der 

goid.  Medaille  für  Kunst  und  Wissenschaft  etc f  1903 

„  Irieß  Gottfried,  Dr.,  Kapitular  des  Stiftes  Seitenstetten,  Meister 
des  freien  deutschen  Hochstiftes  zu  Frankfurt  a.  M.,  Kon- 
servator der  k.  k,  Zentralkommission f  1904 

,,      Zittel  Karl  Alfred,  Dr.,  Professor  der  Geologie  und  Paläontologie 

an  der  Universität  zu  München  etc f  1904 

„      Dierxer  Emil  Ritter  v.  Traunthal,  Landeshauptmann-Stellvertreter, 

Fabrikbesitzer  etc. '. f  1904 

Seine  Gnaden  Herr  Aehleuthner  Leonard,   P.,   Abt  des  Stiftes  Krems- 
münster etc.  etc .....'. t  1905 


Die  F.  T.  korrespondierenden  Mitglieder. 

1878  Herr  Clessin  S.,  königl.  Bahninspektor  in  Ochsenfurt   in  Bayern,   Eegbz. 

Unterfranken.  ... 

1885      „      Oanglbauer  Ludwig,  Kustos  am  k.  k.  naturhistorischen  Hofmuseum 

in  Wien. 

1902  „      Ilackel  Alfred,  Dr.  phil.,  k.  k.  Professor  in  Steyr. 

1885      „      Hackel  Eduard,  k.  k.  Gymnasial-Professor  i.  E.  in  Graz. 

1903  „      Mayr  Sebastian,  P.,  Kapitular  des  Stiftes  Kremsmünster  und  k.  k.  Gym- 

nasial-Professor, Besitzer  des  gold.  Verdienstkreuzes  m.  d.  Kr. 
1863      „      Meindl  Konrad,  Abt  des  Chorherren-Stiftes  Reichersberg,  Konservator 

der  k.  k.  Zentralkommisaion  für  Kunst-  und  historische  Denkmale. 
1868      „      Möhl  H.,  Dr.,  Lehrer  der  Geognosie  und  Technik  in  Kassel. 
1873      ,^     Redtenbacher  Anton,  Dr.,  Privat  in  Wien,- 

1888      „•     Redtenbacher  Josef ,  Professor  am  k.  k.  Elisabeth-Gymnasium  in  Wien. 
1873      „      Rupertsberger  Matthias,   Chorherr   von    St.    Florian    und  Pfarrvikar 

in  Ebelsberg. 
1885      „      Schnür rer  Franx,  Dr.,  Skriptor  der  k.  u.  k.   Familien- Fi deikommiß- 

Bibliothek  in  Wien. 


XXV 

1868  Herr  Temple  Rudolf,  Oberbeamter  der  j,A8sicurazione  generali"  in 
Budapest. 

1886  „  Tschusi  Viktor  Ritter  von  und  xu  Schmidhoffen,  Präsident  des 
Komitees  für  ornithologische  Beobachtungs-Stationen  in  Öster- 
reich-Ungarn etc.  in  Hallein. 

1873      „      Walter  August,  k.   u.   k.  Oberwundarzt   i.    P.   in  Stein  bei  Laibach. 


Die  P.  T.  ordentlichen  Mitglieder. 

*  bedeutet  die  neuen  Beitritte. 
Die  Mitglieder,  bei  welchen  eine  Ortsangabe  fehlt,  sind  in  Linz  wohnhaft. 

Herr  Ächleitner  Franz,  Stadtpfarrer  in  Vöcklabruck. 

„     *ÄekerlJosef,  reg.  Chorherr  und  Kustos  der  naturhistorischen  Sammlungen 

in  St.  Florian. 
„     Aichelburg- Labia   Franx  Freiherr   von   und   xu,    k.    u.    k.  Kämmerer    und 

k.  k.  Statthaltereirat. 
.,     *Aichinger  Christian,  Rentner,  Regensburg. 
.,     Albel  Franx,  Lehrer  I.  Kl.  an  der  Kaiser  Franz  Josef-Schule. 
Frau  *Althann  Karola  Oräßti  von. 
Herr  Altwirth  Theodor,  k.  k.  Hofsekretär  in  Wien. 
„     *Angele  Theodor,  Ingenieur. 
„     Apfelthaler  Rudolf,  Kaufmann. 
„     Arneth  Rektor  Ritter  v.,  Med.-Dr.  in  Wien. 
Frau  Arnexeder  Marie,  Schneidermeisterin. 

Herr    Asenstorfer   Franx,    Professor    und    Bibliothekar,     Chorherr    des    Stiftes 
St.  Florian. 
„     *  Asser  Adolf,  Maler  und  Zeichner. 
Seine   Durchlaucht   Auersperg   Franx    Fürst,    k.  u.  k.  Kämmerer,    Herrschafts- 
besitzer in  Wien. 
Ihre  Durchlaucht  Auersperg  Wilhelmine  Fürstin,   geb.   Gräfin    Kinsky,   k.  u.  k. 

Sternkreuzordens-  und  Palastdame  in  Wien. 
Seine  Durchlaucht  Auersperg  Karl  Fürst,  Mitglied  des  österreichischen  Herren- 
hauses, Herrschaftsbesitzer  in  Wlaschim. 
Ihre  Durchlaucht  Auersperg  Eleonore  Fürstin,   geb.    Gräfin   Breunner,   k.    u.   k. 

Sternkreuzordens-  und  Palastdame  in  Wlaschim. 
Seine  Exzellenz  Babic  Stephan,  k.  u.  k.  Feldmarschall-Leutnant  und  Komman- 
dant der  3.  Infanterie-Truppen-Division. 
Seine  Exzellenz  Baernreither  J.  M.,  Dr.,  k.  k.  Minister  a.  D.  in  Wien. 
Herr  Bahr  Hermann,  Schriftsteller  in  Wien. 

„     Bauernberger  Hermann,  Professor  am  Collegium  Petrinum  in  Urfahr. 
„     Baumgartner  Anton,  Kaufmann. 
,,     Baylaender  B.,  Fabrikinspektor. 

„     Beaulieu-Marconnay  Olivier  Freiherr  v.,  k.  u.  k.  Kämmerer. 
„     Becker  Karl,  Buchbinder. 
Seine   Exzellenz   Beckers  xu  Westerstetten  Emil  Graf,   k.    u.  k.  Kämmerer  und 

Feldmarschall-Leutnant  d.  R. 
Seine  Exzellenz  Bellegarde  Franx  Oraf,  k.  u.  k.  geheimer  Rat  und  Kämmerer, 
Herrschaftsbesitzer  in  Wien. 


XXVI 

Herr  Benesch  Ludwig,  Privat. 
,,    Berger  Franx,  Dr.,  Professor. 

„    Berger  Gottfried,  k.  k.  Statthaltereirat,  Referent  im  k.  k.  oberösterreichi- 
schen Landesschulrat. 
„     Berger  Leopold,  oberösterreichischer  Landes-Rechnungaassistent. 
„    Beurle  Karl,  Dr.,  Hof-  und  Gerichtsadvokat,   Reichsrats-  und   Landtags- 
Abgeordneter. 
.,     Beyer  Andreas  Franz,  Kaufmann. 
„     Binder  Eduard,  Bergingenieur  i,  P. 

„    Bittinger  Andreas,  Fachlehrer  an  der  Kaiser  Franz  Josef-Schule. 
„     Blittersdorff  Philipp  Freiherr  v.,  k.  u.  k.  Oberleutnant  und  Kämmerer. 
„     Blum  Heinrich  sen.,  Hutmacher. 
,,     Bohr  C,  Apotheker. 
Seine  Exzellenz  Bolxuno  Friedrich  Edler  von  Kronstadt,  k.  u.  k.  Feldmarschall- 
Leutnant  d.  R. 
Herr  Boschan  Louis  Ritter  v.,  Gutsbesitzer  in  Achleiten. 

„     Böheim  Josef,  Landtags-  und  Reichsrats-Abgeordneter,  Uhrmacher. 
Braunau  Stadtgemeinde. 

Herr  Brenner  Alexander,  Med.-Dr.,  Primararzt  des  Allgemeinen  Krankenhauses. 
„     Brunner  Eduard,  Beamter  der  Allgemeinen  Sparkasse. 
„     Brunthaler  Ferdinand,  Kaufmann. 

„     Buchmair  Rupert,  Spiritual  des  bischöflichen  Priesterseminars. 
„     Buchmayr  Franx,  Fachlehrer  an  der  Jubiläumsschule. 
„     Buschmann  Anton,  Dr.,  Hof-  und  Gerichtsadvokat. 
Seine  Exzellenz   Bylandt-Rheidt  Artur  Qraf   k.    k.  Minister,   k.  u.  k.  geheimer 
Rat  und  Kämmerer,  Mitglied   des   Herrenhauses,   Ritter   des  Ordens 
der  Eisernen  Krone  I.  Kl.  etc.  in  Wien. 
Herr  Carneri  Bartholomäus  Ritter  v.  in  Marburg,  Steiermark. 

„     Chiari  Max,  Dr.,  k.  k.  Ober-Finanzrat. 
Seine  Exzellenz  Chlumecky  Johann  Freiherr  v.,  k.  u.  k.  geheimer  Rat,  Minister 

a.  D.,  Mitglied  des  österreichischen  Herrenhauses  etc.  in  Wien. 
Herr  Christ  Ludwig,  Kaufmann,  kais.  Rat. 
„     Commenda  Hans,  Direktor  der  k.  k.  Staats-Oberrealschule,  Korrespondent 
der  k.  k.  geologischen  Reichsanstalt  in  Wien,   Besitzer  des  goldenen 
Verdienstkreuzes  m.  d.  Kr. 
,,     Commenda  Liudwig,  Lehrer  in  Grein. 
„     Deißinger  Eduard,  Dr.,  Stadtarzt  in  Urfahr. 
„     Denk  Karl,  Med.-Dr.,  Augenarzt. 
„     *Deubler  Josef,  k.  k.  Gymnasial-Professor. 
„Deutscher  Klub",  Verein,  Linz. 
Frau  *Dierxer  von  Traunthal  Pauline,  Private. 

Herr  Dimmel  Franx,  Privat,  Besitzer  des  gold.  Verdienstkreuzes  m.  d.  Kr. 
„     Doblhoff-Dier  Heinrich  Freiherr  v.,  Gutsbesitzer,  Ritter  des  Leopold-Ordens, 

Reichsrats-Abgeordneter  in  Wien. 
„     Doblinger  Max,  Dr.,  Privat. 

„     Dobretsberger  Alois,  Herrenkleidergeschäfts-Inhaber. 
Seine  Exzellenz  Doppelbauer  Franx  Maria,  Bischof  von  Linz,  k.  u.  k.  geheimer 
Rat,  Seiner  päpstlichen  Heiligkeit  Hausprälat,  Ritter  des  Ordens  der 
Eisernen  Krone,  Kommandeur  des  Leopold-Ordens,  Dr.  etc. 


XXVII 

Herr  Drouot  Hans,  Besitzer  der  k.  u.  k.  Hofbuchdruckerei  Jos.  Feichtingers  Erben. 
„     Dullinger  Leopold,  Domscholaster  und  Stadtpfarrer. 

„     Dungl  Adalbert,  Dr.,  Abt  des  Stiftes  Göttweih,  Generalabt  des  Benediktiner- 
Ordens,  kaiserl.  Rat,  Besitzer  der  Medaille  für  Kunst  und  Wissenschaft, 
Konservator  der  k.  k.  Zentralkommission  für  Kunst-  und  historische 
Denkmale,  Reichsrats-Abgeordneter. 
Frau  Dürekheim  Montmartin  Franxiska  Gräfin,  Gutsbesitzerin  in  Hagenberg. 
Herr  Dürrnberger    Johann,    päpstlicher   Hausprälat,    Konsistorialrat,    Vorstadt- 
pfarrer und  Dechant  in  Steyr,   Ehrendomherr  des  Linzer  Kathedral- 
kapitels, Ritter  der  Franz  Josef-Ordens. 
Frau  Dürrnberger  Olga,  Hof-  und  Gerichtsadvokatens- Witwe. 
Herr  Dworxak  Hans,  Gutsbesitzer,  Landtags- Abgeordneter,  Schloß  Aistersheim. 
„    Ebenhoch  Alfred,  Dr.  jur.,  Landeshauptmann  im  Erzherzogtume  Österreich 

ob  der  Enns,  Komtur  des  Franz  Josef-Ordens  m.  d.  St. 
„     Eder  Gustav,  Apotheker,  Bürgermeister  der  Landeshauptstadt  Linz,  Offizier 

des  Franz  Josef-Ordens. 
,,     Eder  Johann  Michael,  Privat. 

,,     Edlbacher  Ludwig,  k.  k.  Gymnasial-Professor  i.  P, 
„     Edlinger  Franx,  Bankdirektor. 
Eferding  Sparkasse  der  Stadt. 

Herr  Effenberger  Anton,  Dr.,  Direktor  der  Handelsakademie,  kaiserl.  Rat. 
„     Ehrentletxberger  Siegmund,  Kaufmann. 
„     Ehrl  Friedrich,  Dr.,  Arzt. 

„     Eibensteiner  Florian,  Oberlehrer  in  Pabneukirchen. 
„     *Elßler  Hermann,  k.  u.  k.  Oberleutnant  d.  R. 
„     Fhderle  Jtdius,  Dr.,  Professor  am  städt.  Gymnasium  in  Wels. 
„     Fhdlicher    Emanuel,    Magister    der    Pharmazie,    Apotheker    in    Aschach 

a.  Donau. 
„     Endlweber  Johann,  k.  k.  Eichoberinspektor  in  Wien. 

„     F}ngl  Siegmund  Graf  von  und  xu  Wagrein,  k.  u.  k.  Kämmerer  und  Guts- 
besitzer. 
Enns  Stadtgemeinde. 
Enns  Sparkasse  der  Stadt. 
Herr  FJrhard  Alois,  Dr.,  Arzt. 

„     Esser  Hermann,   Dr.,  Hof-  und  Gerichtsadvokat,  Landtags-Abgeordneter. 
„     Estermann  Anton  jun.,  Spediteur  in  Urfahr. 

„     Ewert  Theodor,  Repräsentant  der  Triester  k.  k.  priv.  Allgemeinen  Assekuranz. 
„     Eyermann  Franx  v.,  Hausbesitzer  in  Wien. 
Frau  Fkdorf  Sidonie  Gräfin,  geb.  Freiin  Borowiczka  von  Themau,  k.  k.  Hofrats- 

Gattin. 
Herr  Fasbender  Matthias,  Ingenieur. 
„     Feder  Georg,  Dr.,  Stadtarzt. 
„     Feilerer  Karl,  Fabrikbesitzer,  Gemeinderat. 
„     Fellner  August,  städtischer  Chemiker. 
Firma  Fink  Vinxenx,  k.  k.  Hofbuchhandlung. 
Herr  Fiorioli  Josef,  Weinhändler. 
,,     Fischer  Eduard,  Kaufmann. 
,,     Fischer  Rupert,  Cafetier. 
„     Fischill  Eduard,  Apotheker  in  ürfahr. 


XXVIII 

<S^.  Florian  Sparkasse  des  Bezirkes. 
Herr  Foltz  Albert,  Buchhändler. 

„     Forster  Leopold,  Dr.,  k.  k.  Hofrat  i.  P. 

„     Forstner-Dambenois  Ernst  Freiherr  v.,  k.  u.  k.  Oberstleutnant  d.  R. 
„     Förehtgott  Alfred,  k.  k.  Postamtsdirektor,  Besitzer  des  gold.  Verdienstkieuzes 
m.  d.  Kr. 
Herren  Heinrich  Franck  Söhne,  Fabrikbesitzer. 
Herr  Franz  Adolf,  Dr.,  Prälat  in  Gmunden. 

„     Fraundorfer  Qeorg,  Hausbesitzer  und  Buchbindermeister. 
„     Fränkl    Ignax,    Dr.,    Besitzer    der    Kneippschen    Anstalt    am    Eiesenhof 
in  Urfahr. 
JVeistadt  Stadtgemeinde. 
Freistadt  Sparkasse  der  Stadt. 

Herr  Füger  Max  Ritter  v.,  k.  k.  Statthaltereirat,  Ritter  des  Franz  Josef-Ordens. 
j,     Führlinger  Johann,  k.  k.  Geiichtssekretär  in  Ried. 
„     Fürböck  Ernst,  Lehrer. 

„     Fürlinger  Matthias,   Kapitular   des  Siiftes   und  k.  k.  Professor  in  Ktems- 
münster. 
Seine   Erlaucht   Fürstenberg    Eduard   Egon   Landgraf  xu,    k.    u.  k.  Kämmerer, 

Mitglied  des  Herrenhauses,  Güterbesitzer  in  Wien. 
Herr  Gabi  Ludwig,  Dr.,  k.  k,  Professor  i.  R.,  Korrespondent  der  k.  k.  Zentral- 
kommission für  Kunst-  und  historische  Denkmale. 
„     Oagern  Karl  Freiherr  v.,  k.  u.  k.  Legationsrat  a.  D.,  Landtags- Abgeordneter, 

Komtur  des  Franz  Josef-Ordens  in  Windern. 
„     Oamlich  Emanuel,  Kaufmann. 
„     Qeistberger  Jofiannes,   P.,   Benediktiner   von  Kremsmünster,   Pfarrvikar  in 

Steinerkirchen  bei  Fischlham. 
„     *  Geister  August,  k.  u.  k.  Hauptmann  i.  d.  Res. 
Firma  Geyer  Julius  Nachfolger,  Mode-  und  Konfektionsgeschäft. 
Herr  Geyer  Karl,  fürstl.   Starhemb ergscher  Forstmeister,  Besitzer  des  goldenen 
Verdienstkreuzes  m.  d.  Kr. 
„     Gissinger  Theodor,  Professor  der  k.  k.  Staats-Oberrealschule. 
„     Glanx  Anton  Ritter  v.,  Dr.,  Hof-  und  Gerichtsadvokat. 
Gmunden  Kommunal-Gymnasium. 
Gmunden  Stadtgemeinde. 
Gmunden  Sparkasse  der  Stadt. 
Herr  Görner  Karl  Ritter  v.,  Dr.,  Chefredakteur  der  „Tages-Post''. 

,,     Göttner  Josef,  Baurat  der  k.  k.  oberösterreichischen  Statthalterei. 
-    „     Graf  Karl,  k.  k.  Hofrat  i.  P.,  Ritter  des  Ordens  der  Eisernen  Krone  III.  Kl. 
und  des  Franz  Josef-Ordens.j 
„     Grasböek    Theobald,   Abt   des  Stiftes  Wilhering,   geistlicher   Rat,   Mitglied 
des  Herrenhauses,   Landtags-Abgeordneter,   Komtur  des  Franz  Josef- 
Ordens  m.  d.  St, 
„     Grienberger  Karl,  Ehrendomherr  und  Konsistorialrat,  emeritierter  Dechant 
und  Stadtpfarrer  in   Eferding,   Ritter   des   Franz   Josef-Ordens,  Kor- 
respondent  der  k.  k.  Zentralkommission   für  Kunst-   und   historische 
Denkmale. 
Grieskirchen  Sparkasse  der  Stadt. 
Herr  Grillmayr  Johann,  Gutsbesitzer  in  Schwanenstadt. 


XXIX 

Herr  Orimus  August  Ritter  v.  Orimburg,   Dr.,   k.  k.  Hofrat,   Ritter  des  Ordens 
der  Eisernen  Krone  TU.  Kl.  und  des  Franz  Josef-Ordens. 
„     Orimus  Wilhelm  Ritter  v.  Orimburg,   k.   k.  Oberbaurat   i.   R.,   Ritter   des 

Ordens  der  Eisernen  Krone  III.  Kl. 
.,     Orohmann  Heinrich,  Architekt,  k.  k.  Professor  i.  R. 
.,     Großer  Karl,  Lithograph. 
„     Orubbauer  Karl,  Prokurist. 
Orünburg  Sparkasse  der  Gemeinde. 

Herr  Orünner  Karl,  Oberlehrer  an  der  Knaben- Volksschule. 
„     Ostöttner  Franz,  Maler. 
,,     Ouggenberger  Edmund,  stud.  med.,  Graz. 

„     Gumpelmayer  Josef,  Weltpriester,  Direktor  des  Priesterseminars. 
„     Outmann  M.,  Kaufmann. 

„     Oyri  Adolf,   Apotheker,   Besitzer  des  gold.  Verdienstkreuzea  m.  d.  Kr.   in 
Wien. 
Herren  Haas  &  Söhne  Philipp,  Inhaber  der  k.  k.  priv.  I.  Teppich-  und  Möbelstoff- 
Fabriken. 
Herr  Haberl  Alois,  Pfarrer  in  Riedau,  Korrespondent  der  k.  k.  Zentralkommission 
für  Kunst-  und  historische  Denkmale. 
„     Hacket  Alfred,  Dr.  phil.,  k.  k.  Professor  in  Steyr. 
„     Hagenavsr  Simon,  Dr.,  Hof-  und  Gerichtsadvokat  in  Wien. 
.,     Hager  Evermod,  Dr.,  Chorherr  von  Schlägl,  Professor  an  der  k.  k.  There- 
sianischen Akademie  in  Wien. 
,,     Hahn  Hugo,  Fabrikbesitzer  in  Helfen berg. 
„     Haidenthaller  Josef,  Dr.,  Landes-Badearzt  in  Bad  Hall. 
„     Hallek  Paul,  Oberlehrer  i.  P.  in  Urfahr. 

„     *Hamann  Heinr.,  Dr.,  Gemeindearzt  in  Prambachkirchen  bei  Eferding. 
Seine  Exzellenz   *Handel  Erasmus  Freiherr  v.,   k.  k.  Statthalter  in  Oberöster- 
reich, k.  u.  k.  geheimer  Rat,   Ritter  des  Franz  Josef-Ordens  etc.    etc. 
Herr  Handel  Franz  Freiherr  v.,  Gutsbesitzer  in  Almegg. 
Frau  Handel  Marie  Freiin  i\,  geb.  v.  Guaita,  in  Almegg. 

,,     Handel  Klothilde  Freiin  v.,  geb.  Gräfin  Berchem,  Landesgerichts-Präsidentens- 
Witwe,  Besitzerin  des  Elisabeth-Ordens  IL  Kl. 
Herr  Handel  Friedrieh  Freiherr  v.,  k.  u.  k.  Oberst  d.  R.  in  Salzburg. 
Frau  Handel  Fanni  Freiin  v.,  geb.  Gräfin  St.  Julien  in  Salzburg. 
Herr  Handel-Mazxetti  Viktor  Freiherr  v.,  k.  u.  k.  Oberst  d.  R.,  Konservator  der 
k.  k.  Zentralkommission  für  Kunst-  und  historische  Denkmale. 
„.    Handmann  Rud.,  P.,  S.  J.,  Linz,  Freinberg. 
„     Hanrieder  Norbert,  Pfarrer  in  Putzleinsdorf. 
,,     Hanß  Bernhard,  k.  u.  k.  Hauptmann  d.  R.,  Schloß  Ranariedl. 
Frau  Hardtmuth  Hedwig  v.,  Schloß  Buchenau  bei  Linz. 
Seine   Exzellenz  Harrach  Alfred  Reichsgraf,    k.  u.  k.  geh.  Rat  und  Kämmerer, 

Rittmeister  a.  D.,  Gutsbesitzer  in  Aschach  a.  Donau. 
Ihre    Exzellenz   Harrach   Anna   Reichsgräfin,    geb.    Prinzessin    Lobkowitz,    in 

Aschach  a.  d.  Donau. 
Frau  Hartivagner  Luise,  Bankierswitwe,  Besitzerin   des  Elisabeth-Ordens  IL  Kl. 
Herr  Haslroither  Oerhard,  Abt  des  Stiftes  Schlierbach. 
.,     Hatschek  Ludwig,  Fabrikbesitzer  in  Vöcklabruck. 
„     Hauder  Franz,   Lehrer  I.  Kl.  an  der  Knaben -Volksschule  Linz -Waldegg. 


XXX 

Herr  Hauer  Julian,  Konviktspräfekt  und  k.  k.  Professor  in  Kremsmünster. 
„     Haük  Josef  Karl,  k.  k.  Hofrat  i.  P. 

„     Hayden    Siegmmid    Christian   Freiherr  von  und  xu   Dorff,   k.  u.  k.  Ober- 
leutnant  d.  R.,    Gutsbesitzer,   Reichsrats-Abgeordneter  in    Dorflf  bei 
Schlierbach. 
„     Heidlmair  Heinrich,   Dr.,   Ministerialrat  im  k.  k.  Ministerium  für  Kultus 
und  Unterricht  in  Wien,  Besitzer  des  kais.  russ.  St.  Stanislaus-Ordens 
n.  Kl.  m.  d.  St. 
„     Hein  Robert  IVeiherr  v.,  k.  k,  Landespräsident  von  Kärnten  in  Klagenfurt. 
.,     Heindl  Leopold,  Besitzer  des  gold.  Verdienstkreuzes  m.  d.  Kr.,  Realitäten- 
Besitzer,   Landtags-Abgeordneter  und  Bürgermeister  in  Mauthausen. 
Heinisch  Ämandus  sen.,  Kaufmann. 
Heinisch  Ämandus  jun.,  Kaufmann, 
Heiser  Anton,  Dr.,  Arzt. 
*Heitxmann  Otto,  Klavierfabrikant. 
Helletxgruber  Josef,  Privatier  und  Hausbesitzer. 

Hessinger  Franx,  k.  k.  Postamtsdirektor,  Ritter  des  Franz  Josef-Ordens. 
Heyß  Karl,  k.  k.  Hofrat  i.  P.,  Ritter  des  Leopold-Ordens. 
Fräulein  Hin^hofer  Emilie,  Bürgerschul-Direktorin. 

Herr  Hinsenkamp  Heinrich,  Dr.,  Advokat  und  Bürgermeister  der  Stadt  Urfahr, 
Landtags-Abgeordneter,  Ritter  des  IVanz  Josef-Ordens. 
„     Hirsch  Wilhelm,  Kaufmann. 
„     Hittmair  Rudolf,  Dr.,  Professor  der  Theologie. 
,,     *Hlavae  Adolf  Edler  v.,  Dr.,  k.  k.  Finanzprokuraturs-Sekretär. 
Frau  Hofstätter  Anna,  Haus-  und  Apotheke-Besitzerin. 
Herr  Höbarth  Karl,  Baumeister. 

„     Höhnet  Wilhelm,  akademischer  Maler. 

„     Hörwarter  Albert,  k.  u.  k.  Hauptmann  d.  R.  in  Nußdorf  am  Attersee. 
„     Hochhauser  Johann,  Dr.,  Advokat  in  Steyr. 
,,     Hofmann  Hermann,  Privat. 
..     Hofmann  Richard,  Fabrikbesitzer. 

.,     HoUy  Karl,  Kanonikus  und  Hauptpfarrer  in  Vöcklamarkt. 
„     Horeicka  Adalbert,  Dr.,  Professor  am  k.  k.  Elisabeth- Gymnasium  in  Wien. 
„     Homstein  Bernhard  Freiherr  v.  Bußmannshausen,  k.  u.  k.  Kämmerer. 
.,     Horxeysehy  Adalbert,  Dr.,  k.  k.  Finanzrat. 

„     Huemer  Qeorg,  Kapitular  und  Musikdirektor  in  Kremsmünster. 
„     Huster  Josef,  Kaufmann. 

„     Hutter  Bartholomäus,  k.  k.  Oberbergrat  in  Salzburg. 
„    Bg  J.,  Dr.,  Professor  am  Collegium  Petrinum  in  Urfahr. 
„     Irk  Franx,  Chorherr  von  St.  Florian,  Pfarrvikar  in  Walding. 
Ischl  Sparkasse  des  Marktes. 

Herr  Jäger  Ernst,  Dr.,  Hof-  und  Gerichtsadvokat,  Landeshauptmann -Stell- 
vertreter, Landtags-Abgeordneter,  Landesausschußmitglied. 
„  Jeblinger  Raimund,  füraterzbischöflicher  Bau-Inspektor,  Korrespondent  der 
k.  k.  Zentralkommission  für  Kunst-  und  historische  Denkmale  in 
Freiburg  i,  Br. 
„  Jeglinger  Karl,  Besitzer  des  Ordens  der  Eisernen  Krone  III.  Kl.,  k.  k.  Hof- 
rat d.  R. 


XXXI 

Herr  St.  Julien  Ärttir   Oraf,  k.  u.  k.  Kämmerer,   Bergrat  im  k.  k.   Ackerbau- 
Ministerium  in  Wien. 
Frau  St.  Julien  Marie  Agnes    Gräfin,  geb.   Gräfin  Wickenburg,  k.  u.  k.  Stern- 

kreuzordensdame  in  Wien. 
Seine   Exzellenz   St.  Julien -Wallsee  Klemens    Qraf,   k.   k.  Landeepräsident   im 

Herzogtum  Salzburg,  k.  u.  k.  geh.  Rat  und  Kämmerer. 
Herr  Jurasky  Johann,  k.  k.  Postsekretär  in  Brunn. 

„    Kahane  J.,  Direktor  der  k.  k.  privilegierten  Assicurazioni  generali  in  Bukarest. 
.,     Kaiser  Benedikt,  em.  Pfarrer  in  Wilhering. 
„     *Karigl  Ferdinand,  Dr.,  k.  k.  Realschullehrer. 
Seine  Exzellenz  Käst  Michael  Freiherr  v.,    k.  k.  Ackerbauminister  a.  D.  und 

k.  u.  k.  geheimer  Rat  in  Ebelsberg. 
Herr  Kaunitx  Georg  Graf,  k.  u.  k.  Kämmerer. 

„    Kautsch  Jakob,  Leiter  der  Filiale  der  Allgemeinen  Depositenbank  in  Steyr, 
Korrespondent  der  k.  k.  Zentralkommission  für  Kunst-  und  historische 
Denkmale. 
„     *Keimehnayer  Karl,  Realitätenbeaitzer. 
„    Kempf  Josef,  Baurat,  Stadtbauamtsleiter. 
„     Keppelmayr  Max,  Med. -Dr. 
„     Kerbler  Viktor,  Oberlandesrat. 
„     Kern  Franz,  Kaufmann. 

„     Khuen  Gaston  Graf,  k.  u.  k.  Oberstleutnant  d.  R. 
„     Kinsky  Rudolf  Graf,  k.  u.  k.  Kämmerer  und  Leutnant  d.  R.  in  Wien. 
Frau  Kinsky  Marie  Gräfin,  geb.  Gräfin  Wilczek,  in  Wien. 
Kirchdorf  Marktkommune. 
Kirchdorf  Sparkasse  der  Marktkommune. 
Herr  Kirchmayr  Friedrich,  Kaufmann. 

Kißling  Adolf  Ritter  v.,  Dr.,  Gerichtsarzt. 
Kleinschmidt  Albert,  Goldarbeiter,  Sparkasse-Schatzmeister. 
Klopf  Johann,  Privat. 
Knechtl  Karl,  Med.-Dr.  in  Traun. 
Knitl  Ferdinand,  Med.-Dr.  in  Ebelsberg. 
Knörlein  Friedrich,  Med.-Dr.  in  Schärding. 
„    Koch  August  G.,  evangelischer  Pfarrer. 
„     Koch  Jakob  Ernst,   Superintendent  und  evangelischer  Pfarrer  in  Wallern, 

Ritter  des  Ordens  der  Eisernen  Krone  IH.  Kl. 
„     Koch  Friedrich,  Senior  und  evangelischer  Pfarrer  in  Gmunden. 
„    Koch  Ludwig,  k.  k.  Postmeister  und  Realitäten-Besitzer  in  Ischl. 
„     Kohlmünxer  Ernst,  k.  k.  Regierungsrat. 
„     König  Anton,  Dr.,  k.  k.  Gymnasial-Professor. 
„    König  Emil,  Landes-Oberbaurat,  Ritter  des  Franz  Josef-Ordens. 
„     Königbauer  Anton,  Landesbaurat  i.  P.  in  Prag. 
„     Königstorfer  Alois,  Lehrer  an  der  Jubiläumsschule. 
„     Körbl  Karl,  Med.-Dr.  in  Wien,  kaiserl.  Rat,  Badearzt  in  Hall. 
„     Körner  Reinhold,  General-Repräsentant  des  „Anker". 
„     Korb  Heinrich,  Buchhändler. 
„     Kortüm  A.,  Rentner  in  Urfahr. 
Frau  Kottulinsky  Dora  Gräfin,  geb.  Freiin  Mayr  v.  Meinhof,  in  Graz. 
Herr  Krackowixer  Ferdinand,  Med.-Dr.  in  Gmunden. 


XXXII 

Herr  Krackotvixer  Ferdinand,  Dr.,  kaiserl.  Eat,  Landesarchivar  i.  P.,  Konservator 
der  k.  k.  Zentralkommission   für  Kunst-  und  historische  Denkmale. 
,,      Kränxl  Emil,  Dr.,  k.  k,  Postsekretär,   Korrespondent  der  k.  k.  Zentral- 
kommission für  Kunst-  und  historische  Denkmale. 
„      Kränxl  Friedrick,  Med.-Dr.  in  Sierninghofen. 
Kronsmünster .  Marktgemeinde. 
Kremsmünster  Sparkasse  der  Marktgemeinde. 
Herr  Krütxner  Zdenko,  Gutsbesitzer  in  Buchenau  bei  Linz. 
,,      Krüxner  Ferdinand  Karl,    Verwaltuugsrat   der   Bank   für   Oberösterreich 

und  Salzburg. 
,,      Kuhinger  August,  Dr.,  k.  k.  Landesgerichtsrat  in  Wels. 
„      Kubech  Max  Freiherr  v.,  k.  u.  k.  Legationsrat,   Gutsbesitzer,  Reichsrats- 
Abgeordneter  in  Wien. 
Seine  Exzellenz  Kuenburg  Oandolf  Oraf,  Dr.,  Minister  a.  D.,  k.  u.  k.  geheimer 
Rat,  Senatspräsident  des  Obersten  Gerichts-  und  Kassationshofes  i.  P., 
Ritter  des  Ordens  der  Eisernen  Krone  I.  Kl.,  Mitglied  des  österreichischen 
Herrenhauses,  Präsident  des  Museums. 
Ihre  Exzellenz  Kuenburg  Marie  Gräfin,  geb.  Gräfin  St.  Julien,  in  Salzburg. 
Herr  Kühn  Moritx,  Färbereibesitzer. 
„      Kurxwernhart  Robert,  Domdechant,  Besitzer  de3  Ritterkreuzes  des  Leopold- 
Ordens. 
„      Kyrie  Eduard,  Apotheker  in  Schärding. 
„      Laingruber  Franx,  Kaufmann. 
Lambach  Benediktinerstift. 
Lambach  Sparkasse  des  Marktes. 

Seine  Exzellenz  Lamberg  Heinrich  Graf,  Herrschaftsbesitzer  in  Steyr. 
Herr   Lampl   Franz,    Dr.,   Hof-   und   Gerichtsadvokat,    Vizebürgermeister   der 
Stadt  Linz. 
„      Landerl  Philibert,  Dr.,  Konviktspräfekt  und  k.  k.  Professor  in  Kremsmünster. 
„      Lang  Franx,  Pfarrer  in  St.  Martin  bei  Ried. 
,,      Langsteiner  Franx,  Med.-Dr.  in  Urfahr. 
„      Langthaler  Karl,  k.  k.  Oberingenieur. 
„      Langthaler  Johann  B.,   Stiftshofmeister  und  Kustos  der  Kunstsammlung 

in  St.  Florian. 
„      Laveran-Stiebar  Rudolf  Ritter  v.,  k.  k.  Staatsanwalt  in  Salzburg. 
„      Lechleitner  Hans,  Dr.,  k.  k.  Professor  an  der  Lehrerbildungsanstalt. 
„      Lehner  Franx  Xaver,  k.  k.  Gymnasial-Professor. 
„      Leitl  Josef,  Kaufmann  in  Neumarkt  bei  Freistadt. 
Leonfelden  Sparkasse  der  Marktkommune. 
Frau  Lettmayr  Marie,  Hausbesitzerin  und  Baumeisters-Witwe. 
Herr  Liebherr  Max,  Kanzleichef  der  Firma  H.  Franck  Söhne. 

„      Lindner  Heinrich,  Landhaus-Inspektor. 
Linx  Aktienbrauerei  und  Malzfabrik. 

Linx  Aktiengesellschaft  der  Lokomotivfabrik  Krauß  &  Co. 
Linx  Allgemeine  Sparkasse  und  Leihanstalt. 
Linx  Allgemeine     österreichische    Gasgesellschafts-Lokaldirektion     des    Linzer 

Gaswerkes. 
Linx  *Bank  für  Ober  Österreich  und  Salzburg. 
Linx  Bischöfliches  Priesterseminar. 


xxxm 

LinK  Filiale  der  k.  k.  priv.  Böhmischen  Union-Bank. 

Linx  Linzer  Ruder  verein  „Ister". 

Lin'X.  Ober  österreichische  Baugesellschaft. 

Linx,  Oberösterreichischer  Gewerbeverein. 

Lin'X,  *0berö8terreichische  Glasmalerei. 

Linx  Oberösterreichischer  Volkskredit. 

Ldnx  Stadtgemeinde. 

Ldnx  Städtische  Sparkasse. 

Linx-Urfahr  Tramway-  und  Elektrizitäts-Gesellschaft. 

Herr  Locker  Julius,  Dr.,  Hof-  und  Gerichtsadvokat,  Reichsrats-Abgeordneter. 

„  Lohninger  Josef,  Dr.,  Rektor  des  deutschen  National-Institutes  S.  Maria 
dell'  Anima  in  Rom. 

„  Loos  Josef,  Dr.,  k.  k.  Landes-Schulinspektor,  Besitzer  des  Ordens  der 
Eisernen  Krone  III.  Kl. 

,,      Lorenx  Edtiard,  Professor  am  Mädchen-Lyzeum. 

„      Lötsch  Karl,  Dr.,  k.  k.  Notar  in  Eferding. 

,,      Ludwig  Karl,  Dr.,  Professor  an  der  Handels-Akademie. 

„      Lychdorff  Vinxenx  v.,  k.  k.  Professor  i.  P.  in  Urfahr. 

„      Mae  Newin  0' Kelly  Franx  Reichsfreiherr  v.,  k.  u.  k.  Kämmerer,  Regierungs- 
rat i.  R.  in  Klagenfurt. 
Frau  Mac  Neicin  0' Kelly  Eleonore  Freiin  v.,  geb.  Gräfin  Montfort,  in  Klagenfurt. 
Herr  Magner  Eduard,  Dr.,  k.  k.  Hofrat  i.  P.,  Ritter  des  Franz  Josef-Ordens. 

„      Mainxer  Johann,  Direktor  der  Ackerbauschule  Ritzlhof  i.  P.  in  Marchtrenk. 

„      Markl  Andreas,  k.  u.  k.  Major  d.  R.  in  Wien. 

„      Mathes  Karl  Ritter  v.,  k.  k.  Oberbaurat,  Ritter  des  Franz  Josef-Ordens. 

,,      Matosch  Anton,  Dr.,  Bibliothekar  an  der  k.  k.  geologischen  Reichsanstalt 
in  Wien. 
Mattighofen  Marktgemeinde. 
Mattighofen  Sparkasse  des  Marktes. 
Herr  Matxinger  Theodor,  Med.-Dr.  in  Aschach  a.  Donau. 

„      Maurhard  Hermann,  Dr.  jur.,  Kaufmann. 
Mauerkirchen  Marktgemeinde. 
Mauthausen  Marktgemeinde. 
Mauthausen  Sparkasse. 

Herr  Mayböck  Joh.  Nep.,  Dr.,  Domherr,  Konsistorialrat,  Regens  des  bischöflichen 
Priesterseminars. 

„      Mayer  Philipp,  k.  k.  Postamtsdirektor  in  Triest. 

,,  Mayr  Georg,  Ritter  des  Franz  Josef- Ordens,  Konsistorialrat  und  Stadt- 
pfarrer in  Gmunden. 

„      Mayr  Josef,  Pfarrer  in  Hagenberg. 

„  Mayr  Michael,  Dr.,  k.  k.  Statthai  terei- Archiv  direkter  und  Univeraitäts- 
Professor  in  Innsbruck,  Ritter  des  Franz  Josef-Ordens. 

„  Mayr  Philipp,  regul.  Chorherr  von  St.  Florian,  Konsistorialrat,  Dechant 
und  Schuldistrikts -Aufseher  des  Dekanates  Enns,  Stiftspfarrer  von 
St.  Florian,  Ritter  des  Franz  Josef-Ordens. 

„      Mayr  Sebastian,  Kapitular  des  Stiftes  und  k.  k.  Professor  in  Kremsmünster. 

„      Mayrhofer  Bernhard,  Dr.,  Zahnarzt. 

„      Mayrhuier  Johann,  geistl.  Rat,  Pfarrer  in  Pram. 

„      Meran  Johann  Oraf,  Herrschaftsbesitzer  in  Brandhofen  in  Steiermark. 

C 


XXXIV 

Herr  Messerklinger  Hans,  Dr.,  k.  k.  Hofrat  und  Staatsbahndirektor. 

„      Miller  xu  Aichholx  Viktor  Ritter  v.,  Dr.,  in  Wien. 

„      Minkus   Friedrieh,   Dr.,   Besitzer   des  gold.   Verdienatkreuzes   m.   d.   Kr., 
Kunsthistoriker  in  Wien. 

„      Mittendorfer  Rudolf,  Werks-  und  Gemeindearzt,   Besitzer  des  gold.  Ver- 
dienstkreuzes in  Großraming. 

„      Mladota  Adalbert  Freiherr  von  Solopisk,  k.  u.  k.  Kämmerer. 
Moser  Josef,  Pfarrer  in  Zell  bei  Zellhof. 

„      Mostny  Leopold,  Likörfabrikant  in  Urfahr. 

„      Müller  Fritz,  Tapezierer  und  Dekorateur. 

„      Müller  Franz,  Med.-Dr.,  Stadtarzt. 

„      Müller  J.  M.,  Kunst-  und  Möbeltischler,  Besitzer  des  goldenen  Verdienat- 
kreuzes. 

„      Müller  Ludwig,  Tändler. 

„      Munganast  Emil,  k.  k.  Oberpostkontrollor. 

„      Nebinger  W.  F.,  Verwaltungsrat  der  Bank  für  Oberösterreich  und  Salzburg. 
Neufelden  Sparkasse  des  Marktes. 
Herr  Neukirch  Heinrieh,  fürstl.  Starhembergacher  Kontrollor. 

„      Newald  Riehard,  Dr.,  Hof-  und  Gerichtsadvokat. 

„      Neweklowsky  Max,  k.  k.  Finanzkommissär. 

„      Nicoladoni  Alexander,  Dr.,  Hof-  und  Gerichtsadvokat. 

„      Niedereder  Franz,  Lehrer  in  Vorderstoder. 

„      Nuslco  Johann,  Dr.,  k.  k.  Hofrat  und  Finanzdirektor. 
Frau  Oberdörfer  Marie,  Doktoragattin  in  Saalfelden. 
Herr  Obermayr  Paul,  Kaufmann  in  Freistadt. 

„      Obermüller  Alois,  reg.  Chorherr  von  St.  Florian,  Pfarrvikar  in  St.  Marien- 
kirchen bei  Wels. 

„      Obermüller  Anton,  Pfarrer  in  Feldkirchen  bei  Mattighofen. 

„      Obermüller  Friedrich,  Dr.,  k.  k.  Notar. 
Frau  Obermüllner  Hermine,  k.  k.  Hofratswitwe. 
Herr  Obersinner  Oustav,  Chorherr  von  Schlägl,  Pfarrer  in  Aigen. 

„      Ohn  Hans,  Gutsbesitzer,  Schloß  Oberweis  bei  Gmunden. 

„      Öhn  Hermann,  Wirtschaftsbesitzer  am  Attersee. 

„      Oldrini  Franz,  k.  u.  k.  Major  d.  R. 

„      Ortner  Karl,  Privat, 

„      Paar  Ludwig  Oraf  Dr.,  k.  u.  k.  Kämmerer  und  k.  k.  Bezirkskommisaär. 

„      Paul  Johann,  Professor  am  Mädchen-Lyzeum. 

„      Pauli  iMdwig,  k.  k.  Landesgerichtsrat  in  Gmunden. 

„      Pauly  Max,  Fachlehrer. 

„      Pechan  Oeorg,  Photograph  in  Urfahr. 
Fräulein  Pehersdorfer  Anna,  Fachlehrerin  in  Steyr. 
Herr  Peter  Josef,  Redakteur  der  „Liozer  Zeitung". 

„      Petz  Josef,  Sparkasse-KontroUor  in  Steyr. 

„      Peyrer  Hans  Ritter  v.  Heimstatt,  Dr.,  Rechtsanwalt  in  Grieakirchen. 

„      Pfeiffer-Weißenegg  Karl  Edler  «'.,  k.  u.  k.  Truchseß  und  Großgrundbesitzer, 
Ritter  des  Ordens  der  Eisernen  Krone  HI.  Kl.  in  Wien. 

,,      Pia  Julius  V.,  Dr.,  k.  k.  Landesgerichts-Präsident. 

„      Pierer  Ignaz  Leo,  Dr.,  Privat. 

„      Pinzger  Anton,  Dompropst. 


XXXV 

Herr  *Pirngruber  Richard,  F.  S.-L.  Hof-,  Buch-  und  Kunsthändler. 
„      Piskacek  Ludivig,   Dr.,  Primararzt   der  Hebammen -Lehranstalt  in  Wien. 

Ritter  des  Franz  Josef-Ordens. 
„      Planck  Edler  v.  Planckburg  Eduard,  Gutsbesitzer  in  Neuhaus  a.  d.  Donau, 
„      Planck  Edler  v.  Planckburg  Karl  Maria,  k.  k.  Ministerial -Vizesekretär  im 

Ministerium  des  Innern,  Wien. 
„      Planitx  Bernhard  Edler  v.  d.,  Privat. 
„      Poche   Franx,    Altbürgermeister   der   Landeshauptstadt   Linz,    Ritter   des 

Ordens  der  Eisernen  Krone  IIL  Kl.  in  Graz. 
„      Poche  Matthias,  Kaufmann,  kaiserl.  Rat. 
„      Pöll  Alfred,  Dr.,  prakt.  Arzt. 
,,      Pöschl  Florian,  Dr.,  Advokat  in  Ried. 

„     Pöschl  Rudolf,  Fabrikbesitzer  in  Rohrbach,  Landtags-Abgeordneter. 
„      Poschacher  Josef,  Brauereibesitzer. 
„      Pott  Ludwig,  k.  k.  Oberlandesgerichtsrat  i.  P. 

„      Prechtl  Hermann,  Schriftleiter  der  „Innsbrucker  Nachrichten"  in  Innsbruck. 
„      Preen   Hugo   v.,   Kunstmaler,    Gutsbesitzer   in    Osternberg    bei    Braunau, 
Korrespondent  der  k.  k.  Zentralkommission  für  Kunst-  und  historische 
Denkmale. 
„      Prohaska  Rudolf,  Dr.,  Hof-  und  Gerichtsadvokat. 
Frau  *Prohaxka- Stockher  Mathilde. 

Herr    Pröll   Laurenx,    Dr.,    Chorherr    des    Stiftes    Schlägl,    k.    k.    Gymnasial- 

Direktor  i.  P.,  Korrespondent  der  k.  k.  Zentralkommission  für  Kunst- 

und  historische  Denkmale. 

„      Pruckmüller  Robert,  k.  k.  Bezirkshauptmann,  Ritter  des  Franz  Josef-Ordens. 

Fräulein  Piditxer  Jidie,  ÜbungsschuUehrerin,  Besitzerin  des  gold.  Verdienstkreuzes. 

Herr  Pupp  Ernst,  Konditor  und  Hausbesitzer. 

Seine  Exzellenz  Puthon    Viktor  Freiherr  v.,  k.  u.  k.  geheimer  Rat,  k.  k.  Statt- 
halter in  Oberösterreich  i.  P.,  Ritter  des  Ordens  der  Eisernen  Krone 
I.  Kl.,  Ritter  des  Franz  Josef-Ordens,  Herrenhausmitglied  in  Salzburg. 
Ihre  Exzellenz  Puthon  Sophie  Freiin  v.,  geb.  Gräfin  Bombelies,  in  Salzburg. 
Herr  Quirein  Moritx,  Verlagsbuchhändler. 
„      Ramsauer  Alois,  Bäckermeister. 
„      Ramsdorfer  Anton,  k.  k.  Hofrat. 
„      Rau  Hugo,  k.  k.  Oberrechnungsrat  i.  P. 
Frau  Reibmayr  Marie,  geb.  v.  Dierzer,  Med.-Dr.-Gattin. 

Herr  Reichel  Karl,  Generaldirektor  der  Kleinmünchener  Aktiengesellschaft  für 
Baumwollspinnerei  und  mechanische  Weberei. 
Reif  Josef,  Pfarrer  in  Klam. 
Reininger  Franx,  Kaufmann. 

Reininger  Karl,  Fabrikbesitzer,  Landtags- Abgeordneter  etc. 
Reiß  Hermann,  Med.-Dr.,  Sanitätsrat  und  Bahnarzt. 
Rexabek  Sebastian,  k.  k.  Übungsschullehrer,  Bezirksschulinspektor. 
Rexac  Franx,  Maler. 
Ried  Stadtgemeinde, 

Herr  Rieder  Eduard,  Tabakhauptverleger. 
„      Rigele  Cfustav,  Dr.,  k.  k.  Notar,  Ritter  des  Franz  Josef-Ordens. 
„      Ritxberger  Albert,  Kunstmaler. 
„      Ritxberger  Fmgelbert,  Drogenhändler. 

C* 


XXXVI 

Herr  Rixner  Äleocander,  k.  u.  k.  Hof-  und  Kammerbuchbinder,  k.  u.  k.  n.  a.  Leutnant. 
Bohrbach  Bezirks-Lehrerbibliotb  ek. 

Herr  RoUeder  Anton,  Professor  und  k.  k.  Bezirksschulinspektor  in  Steyr,  Besitzer 
des  gold.  Verdienstkreuzes  m.  d.  Kr. 

„      Rosenbauer  Konrad,  Kaufmann. 

„      Ruckensteiner  Friedrich,  emeritierter  k.  k.  Bezirksrichter. 

„      Ruclccr  Franx,  Privat. 
Frau  Rucker  Marie,  Private. 

Herr   Rupertsberger   Matthias,    reg.  Chorherr   von    St.   Florian,    Pfarrvikar   zu 
Ebelsberg. 

„  RiÜing  Hans  Freiherr  v.,  k.  u.  k.  Leutnant  d.  E.  in  Schloß  Einöd, 
Steiermark. 

„      Sachsperger  Josef,  Buchhändler. 

„      Sadleder  Karl,  Privat. 

„  *Sadler  Karl,  Dr.,  k.  u.  k.  Stabsarzt,  Chefarzt  der  3.  Infanterie-Truppen- 
Division. 

„      Sailer  Josef,   Propst  und  lat.  Abt  des  reg.  Chorherrenstiftes  St.  Florian. 

„  Salhurg  Julius  Oraf,  k.  u.  k.  Kämmerer,  Bezirkshauptmann  und  Statt- 
haltereirat in  Gmunden. 

,,      Sames  Josef,  Eevident  der  k.  k.  Staatsbahnen. 

Samhaber  Edward,  Professor  an  der  k.  k.  Lehrerbildungsanstalt. 

„      Sander  Otto,  Privat. 

„      Sarauer  Josef,  k.  k.  Notar  in  Mödling. 

„  Sassy  Moritx,  Dr.  phil.,  k.  u.  k.  Leutnant  d.  R.  in  Freihof  -  Steindlbach, 
Post  Peuerbach. 

„      Saxinger  Hermann,  Kaufmann. 

„      Schaehermayer  Matthias,  Hausbesitzer  und  Schlossermeister. 

„      Schachinger  Oeorg  Julius,  Realitätenbesitzer  in  Hinterstoder. 

„  Schachinger  Norbert,  Abt  des  Stiftes  Schlägl,  Sr.  k.  u.  k.  Apost.  Majestät 
Rat,  Ritter  des  Leopold-Ordens  etc. 

„      Schadler  Karl,  Tonwarenfabrikant. 

„      Sehamberger  Hans,  Lehrer  in  Lohnsburg. 

„  Scharfen  Gustav  Ritter  v.  Hennedorf,  Vizepräsident  des  k.  k.  Oberlandes- 
gerichtes in  Wien. 

„      Schauer  Franx,  Direktor  des  k.  k.  Staatsgymnasiums  in  Freistadt. 

„  Schauer  Johann,  Dr.,  Ritter  des  Ordens  der  Eisernen  Krone  IH.  Kl.  und 
des  Franz  Josef-Ordens,  Advokat  und  Bürgermeister  in  Wels,  Landtags- 
Abgeordneter. 

„  Sehedle  Anton,  k.  k.  Oberingenieur  und  Baubezirksleiter  in  Wels,  Besitzer 
des  gold.  Verdienstkreuzes  m.  d.  Kr. 

„      Scheiblhofer  JaJcob,  Küchen-  und  Kellermeister  des  Stiftes  Schlägl. 

„      Scheichl  Franx,  Dr.,  Professor  an  der  Handels-Akademie. 

„      Scheinig  Franx,  Betriebsleiter  der  Elektrizitätswerke. 

„      Seherxl  Johann  Nep.,  Realitätenbesitzer. 

„  Sehiefthaler  Franx,  Architekt,  Direktor  der  k.  k.  allgemeinen  Staats- 
Handwerkerschule,  Konservator  der  k.  k.  Zentralkommission  für 
Kunst-  und  historische  Denkmale. 

„      Schießer  Anton,  Dr.,  Professor  des  k.  k.  Staatsgymnasiums  in  Linz. 


XXXVII 

Herr  Schiffmann  Konrad,  Dr.,  Weltprieater,  Professor  am  Collegium  Petrinum 

in  Urfahr-Linz. 
„      Schiller  Edward,  Dr.,  Konzeptsadjunkt. 

„      Schmidbauer  Lambert,  Konsistorialrat  und  Pfarrer  in  Altmünster. 
„      Schmidel    Edmund,    k.  k.  Landesgerichtsrat    a.  D.  und  Konservator  der 

k.  k.  Zentralkommission  für  Kunst-  und  historische  Denkmale  in  Steyr. 
„      Schmiedegg  Franx  Öraf,  k.  u.  k.  Kämmerer  in  Gmunden. 
,,      Schmiedegg  Oustav  Qraf,  k.  k.  Bezirkshauptmann  in  Kirchdorf. 
„      Schmieder    Pius,    Dr.,    Kapitular    des    Stiftes   Lambach,    Benefiziat    zu 

Stadl-Paura. 
„      Schmit  Heinrieh,  Dr.,  k.  k.  Professor  und  Primararzt. 
„      Schneiderbauer   Paul,   Seelsorger   der  Waisenkolonie  in   Hart,   Kooperator 

in  Leonding. 
„      Schnopfhagen  Franz,  Med.-Dr.,  Landes-Sanitätsrat,  Primararzt  der  Landes- 
irrenanstalt in  Niedernhart. 
„      Schönbaß  Josef,  Pfarrer  in  Rainbach  bei  Freistadt. 
„      Schöppl  August,  Schulleiter  i.  P. 
„      Schrack  Karl,  kaiserl.  Rat,  Ritter  des  Franz  Josef-Ordens,  Oberinspektor 

a.  D.  der  k.  k.  österreichischen  Staatsbahnen. 
„      Schrack  Karl,  Dr.,  Oberbezirksarzt. 
„      Schröckenfux   Gottlieb,    Werksbesitzer  in   Roßleithen  bei  Windischgarsten, 

Besitzer  des  gold.  Verdienstkreuzes  m.  d.  Kr. 
„      Schuhbaur  Roman,  Kaufmann  in  Enns. 
„      Schulter  Josef,  Med.-Dr.,  k.  k.  Oberbezirksarzt  in  Steyr. 
„      Schücker  Franz  Edler  von  Hunnwall,  k.  u.  k.  Oberstleutnant  d.  R. 
„      Schwab  Oeorg,  Schieferdeckermeister. 
Sehwanenstadt  Stadtgemeinde. 
Herr  Schwarz   Ludwig,    Senior    und   evangelischer  Pfarrer   in   Gallneukirchen, 

Ritter  des  Franz  Josef-Ordens. 
„      Schweiger  Josef  Ritter  v.  Montevento,  k.  k.  Statthaltereirat,  Wels. 
„      Schweitzer  Ludwig,  Buchhalter. 

„      Seidel  Rudolf,  techn.  Direktor  der  Oberösterreichischen  Baugesellschaft. 
„      Sekker  Franz,  k.  k.  Major  in  Pisek. 
„      Seile  Friedrich,  Dr.,  evang.  Pfarrer  in  Steyr. 
„      Semsch  Max,  Dr.,  Privat  in  Urfahr. 

„      Seyrl  Hugo,  Jurist,  Hannsberg  bei  St.  Johann  am  Windberg. 
„      Seyrl  Ludwig,  Schloi3  Starhemberg  bei  Haag. 
„      *Sigl  Josef,  Pfarrer,  Garsten  bei  Steyr. 
„      Silber  Matthias,   regul.  Chorherr,   Novizenmeister,  Kustos  der  Stiftskirche 

in  St.  Florian. 
„      Sommerhuber  Karl,  Kaufmann. 
„      Sonnleithner  Andreas,   Dr.,   Amtsdirektor  der  Allgemeinen  Sparkasse  und 

Leihanstalt. 
„      Soyka  Karl  v.,  k.  u.  k.  Oberst  a.  D. 
„      Spaun  Ludwig  Ritter  t>.,  k.  k.  Ministerialrat  und  Mitglied  der  statistischen 

Zentralkommission  in  Wien. 
„      Spaun   Max  Freiherr  v.,   Ritter  des  Ordens  der  Eisernen  Krone  HL  Kl., 

k.  k.  Kommerzialrat,  Fabrikbesitzer  in  Klostermühl. 


XXXVIII 

Herr  Sprinxenstein  Max  Graf,  k.  u.  k.  Kämmerer,  Oberleutnant   d,  K.,    Kitter 

des  Ordens  der  Eisernen  Krone  III.  Kl. 
Frau  Sprinxenstein  Almerie  Gräfin,  geb.  Gräfin  Schlick. 
Staats  -  Oberrealschule  k.  k. 
Herr  Stadibauer  Julius,  Jurist,  Wels. 
„      Stagl    Alexander,     Generalagent    der   Versicherungs- Gesellschaft    „Öster- 
reichischer Phönix". 
Seine   Durchlaucht  Herr  Starhemberg  Ernst  Fürst,   Herrenhausmitglied,   Guts- 
besitzer etc. 
Herr  Starke  Gustav,  Feinmechaniker  in  Grub  am  Hallstätter  See. 
„      Staubitxer  Georg,  Privat. 
„      Steinberger  Friedrieh,  Disponent. 
„      Steinberger  Gustav,  konz.  Baumeister. 
„      Steiner  Josef,  Privat. 

,,      Stehl  Peregrin,  k.  k.  Ober-Forstkommissär. 

„      Stengl  Karl,  Magister  der  Pharmazie,  Chef  der  Firma  Paul  Kern. 
Steyr  Stadtgemeinde. 
Steyr  Sparkasse  der  Stadt. 
Herr  Stieglitz  Franx,  Konsistorialrat,  Domherr. 
„      Stifter  Theodor,  Dr.,  k.  k.  Auskultant  in  Grein. 

„      Stockhammer  Emmerich,  Med.-Dr.,  k.  k.  Landes-Sanitätsrat  und  Stadtarzt. 

„      Stockhammer   Gustav,   Oberinspektor   der   österreichischen   Nordwestbahn, 

Korrespondent  der  k.  k.  Zentralkommission  für  Kunst-  und  historische 

Denkmale  in  Floridsdorf  bei  Wien. 

„      Stourxh   Alois   Edler  v.,    Dr.,    Vizepräsident    des   k.   k.   Kreisgerichtes  in 

Korneuburg. 
„      Straberger  Alfred,  k.  k.  Landesgerichtsrat  i.  P.  in  Urfahr. 
.,      Straberger  Josef,   k.  k.  Ober-Postkontrollor  i.  P.,   Eitter   des  Franz  Josef- 
Ordens,    Konservator   der   k.  k.  Zentralkommission    für    Kunst-    und 
historische  Denkmale,  Vizepräsident  des  Museums. 
„      Strachtcitx  Zdenko  Graf,  k.  u.  k.  Kämmerer,  Rittmeister  a.  D.,  Gutsbesitzer 

in  Mamling  bei  Braunau. 
„      *Strauß  Franx,  Dr.,  Professor  der  k.  k.  Staats-Oberrealschule. 
„      Strnadt  Julius,  k.  k.  Oberlandesgerichtsrat  i.  P. 
„      Strobl  Johann,  Konsistorialrat  und  Stadtpfarrer  in  Steyr. 
„      Suttner  Ferd.,  niederösterr.  Landesbeamter. 
„      Taxis  Johann  Graf,  Gutsbesitzer  in  Graz. 
.,      Teutsehmann  Karl,  Dr.,  Advokat  in  Amstetten. 
„      Thalmayr  Franx,  Dr.,  Direktor  des  k.  k.  Staatsgymnasiums  in  Ried. 
„      Titxe  Julius,  Fabrikant. 
Frau  Töpfer  Johanna,  Antiquitäten-Händlerin. 
Herr  Trauner  Jakob,  Kaufmann. 
„      Tscherne  Fritx,  Kaufmann,  k.  u.  k.  Hoflieferant,  kais.  Rat. 
„      Tscherne  Rudolf,  Dr.,  Apotheker. 
TJrfahr  Stadtgemeinde. 
Urfahr  Sparkasse  der  Stadt. 
Herr   Van-Zel  v.  Arlon  Artur,  k.  u.  k.  Oberstleutnant  im  78.  Inft.-Rgmt.  in  Foßa, 

Bosnien. 
Vöckldbruck  Bezirks-Lehrerbibliothek, 


XXXIX 

Vöeklabruck  Stadtgemeinde. 

Herr  Vomciller  Heinrich,  Gutsbesitzer  auf  Schloß  Lichtenau  bei  Haslach. 
„      Wagner  Karl,   Med.-Dr.,  Hausarzt  der  oberösterr.  Landes-Irrenanstalt  in 

Niedernhart  bei  Linz. 
,,      Wagner  Karl,  Maler  in  Wels, 
Waixenkirchen  Marktkommune. 

Herr  Waleher  Alois,   Direktor   der  k.  k.  Taubstummen-Lehranstalt,   Ritter   des 
Franz  Josef-Ordens. 
Wasmer  Johann  v.,  k.  u.  k.  Oberst  d.  R. 
.,      Wasserburger  Franx.,  Dr.,  praktischer  Arzt. 
„      Wastler  Franz,  k.  k.  Schulrat,  Professor  i.  P. 
.,      Wegrosta  Karl,  Oberlehrer  in  Spital  am  Pyhrn. 

„      Weidenweber  Theodor,  Maschinenfabrikant,   Installateur  und  Hausbesitzer. 
„      Weidinger  Josef,  Zahnarzt. 
„      Weikl  Franx,  Baumeister. 

„      Weingärtner  Josef  M.,  Brauereibesitzer  in  Hagen. 
,,      Weingärtner  Robert,  Fabrikant. 

„      Weinmayr  Franx,  Ritter  des  Ordens  der  Eisernen  Krone  HI.  KL,  päpstlicher 
Hausprälat    und    päpstlicher    geheimer    Kämmerer,    Ehrendomherr, 
Konsistorialrat,  Dechant  und  Pfarrer  in  Ischl. 
„      Weiß  Julius,  Privat. 

„      Weiß  Karl,  Supplent  am  CoUegium  Petrinum  in  Urfahr. 
„      Weiß  Ludwig,  Privat  in  Wien. 
„      Weiße  Moritx,  k.  k.  Bezirksrichter  i.  P. 

„      Weißenwolff  Konrad  Reichsgraf   IJyigiiad  v.,    k.  u.  k.   Kämmerer,   Oberst- 
Erbland-Hofmeister  in  Österreich  ob  der  Enns,    Mitglied  des  Herren- 
hauses   des    österreichischen    Reichsrates,     Landtags  -  Abgeordneter, 
Komtur  des  Franz  Josef-Ordens  m.  d,  St.,   Gutsbesitzer  in  Steyregg. 
Wels  Stadtgemeinde. 
Wels  Sparkasse  der  Stadt. 

Herr  Wendling  Ludwig,  Gemeindearzt  in  Ach  an  der  Salzach. 
Wenger  Leopold,  Dr.,  praktischer  Arzt  in  Urfahr. 
„      Werkowitsch  Konstantin,  kaiserl.  Rat,  Sekretär  des  o.-ö.  Landeskulturrates. 
„      Werthei7ner  Julius,  Gutsbesitzer  in  Ranshofen. 
.,      Wertheimer  Philipp,  Gutsbesitzer  in  Ranshofen. 
Weyer  Sparkasse. 

Herr  Wickenburg  Max  Oraf,  Dr.,  k.  k.  Statthalterei -Vizepräsident. 
.,      Wieninger  Qeorg,  Realitätenbesitzer  in  Schärding,  Ritter  des  Franz  Josef- 
Ordens. 
„      Wilcxek  Hans  jun.  Qraf,  k.  u.  k.  Kämmerer  in  Wien. 
Frau   Wilcxek  Elisabeth  Gräfin,  geb.  Gräfin  Kinsky,  in  Wien. 
Herr  Wildauer  Ernst  Ritter  v.,  Dr.,  Advokat  in  Perg. 
„      Wildmoser  Richard,  Kaufmann,   Kassier  des  Museums,  Besitzer  des  gold. 

Verdienstkreuzes  m.  d.  Kr, 
,,       Wimhölxel  Arnold  Kajetan,  k.  u.  k.  Leutnant  d.  R. 
„      Wimmer  August,  k.  k.  Finanz-Rechnungsoffizial. 

„      Wimmer  Julius,  Buchdruckerei-Besitzer,   Präsident  der  Allgem,  Sparkasse 
und  Leihanstalt. 
Windischgarsten  Sparkasse  der  Marktkommune. 


XL 

Herr  Winkler  Adolf,  k.  k.  Postmeister. 

Winkler  Friedrich,  k.  k.  Finanz-Rechnungsrat. 
Frau  Wit  v.  Döring  Johanna,  geb.  Baronin  Kotz. 
Herr  Wittrich  Karl,  Kaufmann. 

.,      Wahrer  Justinus,  P.,  Dr.,  Bibliothekar  des  Stiftes  Wilhering. 

„      Wolfinger  Leopold,  Hotelier. 

„  Wötxl  Alois,  Dr.,  k.  u.  k.  Oberstabsarzt  d.  E.,  Ritter  des  Ordens  der 
Eisernen  Krone  HI.  Kl.,  Korrespondent  der  k.  k.  Zentralkommission 
für  Kunst-  und  historische  Denkmale. 

„      Wurm  Hans,  Hotelier. 

„       Wmehko  Ernest,  Pfarrer  in  Spital  am  Pyhrn. 

,.       Würfl  Christoph,  k.  k.  Gymnasial-Direktor. 

„      Zeehenter  Klemens,  Dr.,  k.  k.  Sanitätsassistent. 

,,      Zeisx  Heinrich,  Direktor  der  Linzer  Aktienbrauerei. 

„      Zeitlingers  Sohn  Michael,  Sensenfabrikant  in  Blumau  bei  Kirchdorf. 

„      Zeller  Emil,  Apotheker  in  Windischgarsten. 

„      Zellner  Heinrich,  königl.  Rentamtmann  in  Freising,  Bayern. 
Zentralverhand  der  Sensen-,  Sichel-  und  Strohmesser-Gewerke  in  Oberösterreich. 
Herr  Zibermayr  Ignax,  Dr.,  Landesarchivar. 

„  Zoechbauer  Johann,  Dr.,  Direktor  am  CoUegium  Petrinum  in  Urfahr, 
Ritter  des  Franz  Josef-Ordens. 

„      Zoepf  Franx,  k.  k.  Regierungsrat,  Landes-Kulturinspektor. 

„      Zötl  Anton,  Dr.,  Konzeptsadjunkt. 


Stand  der  Mitglieder  am  31.  März  1905. 

Ordentliche  Mitglieder 587 

Ehrenmitglieder 22 

Mandatare 29 

Korrespondierende  Mitglieder 14 


i 


XLI 


Sterbefälle. 


Seine   Exzellenz   Äbetisperg   und    Traun   Hugo    Oraf,    Ritter   des   gold.  Vlieses, 
Mitglied  des  Österreichischen  Herrenhauses,    k.  u.  k.   geh.  Bat   und 
Kämmerer,  Oberstkämmerer,  Herrschaftsbesitzer  in  Wien. 
Seine  Gnaden  Herr   Aehleuthner  Leonard,   P.,   Abt   des   Stiftes  Kremsmünster, 
Mitglied  des  österreichischen  Herrenhauses  etc.  etc.    (Ehrenmitglied.) 
Herr  Brechler  Albrecht  Ritter  v.  Troscovic,  k.  u.  k.  Hauptmann  i.  P. 
„      Köhler  August,  emerit.  Wund-  und  Geburtsarzt. 
„      Kottulinsky  Adalbert  Oraf,  k.  u.  k.  Kämmerer,  Gutsbesitzer,  Graz. 
.,      Lamberg  Karl  Oraf,  Herrschaftsbesitzer,  Wien. 
„      Mörl  Max  v.,  k.  k.  Notar  in  Mauthausen. 

Oxlberger  Josef,  k.  k.  Hofrat  i.  P. 
„      Planck  Edler  von  Planckburg  Hermann,  Gutsbesitzer  in  Feyregg. 
„      Pröll  Ferdinand,  Dr.,  emerit.  k.  k.  Notar,  Salzburg. 
„      Eeitinger  Matthias,  Privat. 
Seine  Exzellenz  Revertera  de   Salandra  Friedrich   Oraf,   k.  u.   k.  geh.  Rat  und 

Kämmerer,  Mitglied  des  Herrenhauses  etc.,  Parsch  bei  Salzburg. 
Herr  Rußegger  Anton,  Ritter  des  Franz  Josef-Ordens,  Bergwerksdirektor  i.  P.  etc. 
(Mandatar.) 
„      Saxeneder  Josef,  geistl.  Rat  und  Pfarrer  in  Neukirchen.  (Mandatar.) 
„      Schachner  Anton,  k.  k.  Postmeister  i.  P.  in  Schwanenstadt.    (Mandatar.) 
„      Steinbauer  Matth.,  k.  u.  k.  Major  d.  R. 
„      Thürheim  Andreas  Oraf,  Oberst-Erbland-Falkenmeister,  k.  u.  k.  Kämmerer, 

Major  a.  D.,  Schloß  Weinberg. 
„      JJitx  Karl,  Gutsbesitzer  in  Irnharting. 
Frau  Wildmoser  Karoline,  Kaufmannswitwe. 


Verzeichnis 

der 

wissenschaftlichen  Gesellschaften  und  Anstalten 

mit  welchen  Schriftenaustausch  stattfindet. 


Aachen.     Aachener  Geschichtsverein. 

Agram.     Gesellschaft  für  südslawische  Geschichte  und  Altertumskunde. 

—  Societas   historica   naturalis   croatica.     (Kroatischer   naturwissenschaftlicher 

Verein.) 
Altenburg.     Die    Geschichts-    und     altertumaforschende    Gesellschaft    des 

Osterlandes. 
Augsburg.     Naturwissenschaftlicher  Verein  für  Schwaben  und  Neuburg. 

—  Historischer  Verein  im  Kegierungsbezirke  Schwaben  und  Neuburg. 
Baden  bei  Wien.    Gesellschaft  zur  Verbreitung  wissenschaftlicher  Kenntnisse. 
Bamberg.     Historischer  Verein  für  Oberfranken. 

—  Naturforschende  Gesellschaft. 

Basel.     Historische  und  antiquarische  Gesellschaft. 

Berlin.     Königlich  preußische  Akademie  der  Wissenschaften. 

—  Verein  für  Geschichte  der  Mark  Brandenburg. 

—  Gesellschaft  naturforschender  Freunde. 

—  Botanischer  Verein  der  Provinz  Brandenburg. 

—  Der  deutsche  Herold. 

Bern.     Schweizerische  naturforschende  Gesellschaft. 

—  Naturforschende  Gesellschaft  in  Bern. 
Bistritz  in  Siebenbürgen.     Gewerbeschule. 

Bonn.     Naturhistorischer   Verein   der  preußischen  ßheinlande   und  Westfalen 
(vordem  ., Niederrheinische  Gesellschaft   für  Natur-  und  Heilkunde"). 
Boston.     Society  of  natural  history. 

—  American  Academy  of  arts  and  sciences. 
Braunschweig.     Verein  iür  Naturwissenschaften. 
Bregenz.     Museumsverein  für  Vorarlberg. 
Bremen.     Naturwissenschaftlicher  Verein. 

Breslau.     Verein  für  Geschichte  und  Altertum  Schlesiens. 

—  Schlesische  Gesellschaft  für  vaterländische  Kultur. 
Brooklyn.     Museum  of  the  Brooklyn  Institute  of  arts  and  sciences. 


XLIII 

Brunn.     Museumssektion   der  k.  k.  mährischen  Gesellschaft  zur  Beförderung 
der  Landwirtschaft,  der  Natur-  und  Landeskunde. 

—  Museum  Francisceum. 

—  Mährischer  Landesausschuß. 

—  Der  Verein  für  die  Geschichte  Mährens  und  Schlesiens. 

—  Naturforschender  Verein. 

—  Mährisches  Gewerbemuseum. 

Brüssel.     Soci^t^  royale  malacolique  de  Belgique. 

—  Academie  royale  des  sciences,  des  leltres  et  des  beaux  arts. 
Budapest.     Ungarisches  National-Museum. 

—  Königlich  ungarische  Akademie  der  Wissenschaften. 

—  Mathematische  und  naturwissenschaftliche  Berichte  aus  Ungarn. 

—  Königlich  ungarische  geologische  Anstalt. 

—  Szekesfövaros  Tanäcsa. 
Budweis.    Städtisches  Museum. 

Buenos  Aires.    Bureau  gön^ral    de  statistique   de  la  province   de  Buenos 

Aires. 
Cambridge,  Massachusetts.     Museum  of  comparative  zoology. 
Chemnitz.     Naturwissenschaftliche  Gesellschaft. 

—  Verein  für  Chemnitzer  Geschichte. 

Cherbourg.     Soci^t^  nationale  des  sciences  naturelles  de  Cherbourg. 

Chicago.     Academy  of  sciences. 

Christiania.     Königlich  norwegische  Universität. 

Chrudim.     Kaiser  Franz  Josef-Gewerbemuseum  für  Ostböhmen. 

Chur.     Historisch-antiquarische  Gesellschaft  von  Graubünden. 

Cincinnati.     Museum  Association. 

—  The  lloyd  museum  and  library, 
Czernowitz.     K.  k.  Franz  Josef-Universität. 
Dan  zig.     Naturforschende  Gesellschaft. 

Darmstadt.     Historischer  Verein  für  das  Großherzogtum  Hessen. 
DavenportJova,  U.  S.  A.     Academy  of  natural  sciences. 
Dillingen  a.  D.     Historischer  Verein  für  Dillingen  und  Umgebung. 
Donaueschingen.     Verein   für  Geschichte   und  Naturgeschichte    der  Baar 

und  der  angrenzenden  Landesteile. 
Dresden.    Königliche  Sammlungen  für  Kunst  und  Wissenschaft. 

—  Königlich  sächsischer  Altertumsverein. 

—  Naturwissenschaftliche  Gesellschaft  „Isis". 

Dürkheim.     .,Polichia",  naturwissenschaftlicher  Verein  der  Eheinpfalz. 
Düsseldorf     Naturwissenschaftlicher  Verein. 

Eisleben.     Verein   für  Geschichte  und  Altertümer   der  Grafschaft  Mansfeld. 
Elberfeld.     Naturwissenschaftlicher  Verein. 

Emden.     Gesellschaft    für    bildende    Kunst    und   vaterländische    Altertümer 
Ostfrieslands. 

—  Naturforschende  Gesellschaft. 

E  n  n  8.     Musealverein  für  Enns  und  Umgebung. 

Erfurt.     Königliche  Akademie  gemeinnütziger  Wissenschaften. 

Erlangen.     Physikalisch-medizinische  Sozietät. 

Florenz.     Societä  Entomologica  Italiana. 

Frankfurt  a.  M.     Verein  für  Geschichte  und  Altertumskunde. 


XLIV 

Frankfurt  a.  M.     Senckenbergsche  naturforschende  Gesellschaft. 

Frauenfeld.    Thurgausche  naturforschende  Gesellschaft. 

Freiburg  im  Breisgau.     Gesellschaft     für   Beförderung    der    Geschichts-, 

Altertums-   und  Volkskunde   von   Freiburg,   dem   Breisgau   und   den 

angrenzenden  Landschaften. 

—  Naturforschende  Gesellschaft. 

Freistadt.     Kaiser  Franz  Josef-Staatsgymnaaium. 

Friedrichshafen.     Verein   für  Geschichte   des  Bodensees  und  seiner  Um- 
gebung (Lindau). 
Gallen  St.  (Schweiz).    Historischer  Verein. 

—  Naturwissenschaftliche  Gesellschaft. 

Gießen.    Oberhessische  Gesellschaft  für  Natur-  und  Heilkunde. 

—  Oberhessischer  Geschichtsverein. 

G  munden.     Forstverein  für  Österreich  ob  der  Enns. 

—  Kommunal-Gymnasium. 

Görlitz.    Gesellschaft  für  Anthropologie  und  Urgeschichte   der  Oberlausitz. 

—  Naturforschende  Gesellschaft. 

Göttingen.     Königl.  Gesellschaft  der  Wissenschaften. 
Graz.     Landesmuseum  „Joanneum"  für  Steiermark. 

—  Steiermärkisches      kulturhistorisches      und      Kunstgewerbe  -  Museum      im 

„Joanneum". 

—  Historischer  Verein  für  Steiermark. 

—  Verein  der  Ärzte  Steiermarks. 

—  Naturwissenschaftlicher  Verein  für  Steiermark. 
Greifawald.    Rügisch-pommerscher  Geschichts  verein. 

—  Geographische  Gesellschaft.         • 

—  Naturwissenschaftlicher  Verein  für  Neu-Vorpommern  und  Rügen. 
Güstrow  (Mecklenburg-Schwerin).     Verein  der  Freunde  der  Naturgeschichte. 
Halle  a.  d.  S.     Kaiserlich  Leopoldinisch-Karolinische  deutsche  Akademie  der 

Naturforscher. 

—  Thüringisch-sächsischer  Verein   für  Erforschung   des  vaterländischen   Alter- 

tums und  Erhaltung  seiner  Denkmale. 

—  Verein  für  Erdkunde. 

Hamburg.    Verein  für  hamburgische  Geschichte. 

—  Verein  für  naturwissenschaftliche  Unterhaltung. 

Hanau.     Wetterauer  Gesellschaft  für  die  gesamte  Naturkunde. 
Hannover.     Naturhistorische  Gesellschaft. 
Heidelberg.     Historisch-philosophischer  Verein. 
Hermannstadt.     Verein  für  siebenbürgische  Landeskunde. 

—  Verein  für  Naturwissenschaften. 
Innsbruck.     Museum  Ferdinandeum. 

—  K.  k.  Statthaltereiarchiv. 

Jena.     Verein  für  thüringische  Geschichte  und  Altertumskunde. 

—  Geographische  Gesellschaft  für  Thüringen, 

Jurjeff  (Dorpat,  russ.  Livland).    Naturforscher-Gesellschaft. 
Kassel.     Verein  für  Naturkunde. 

Kiel.     Schleswig  -  Holstein  -  Lauenburgische     Gesellschaft     für    vaterländische 
Geschichte. 

—  Naturwissenschaftlicher  Verein  für  Schleswig-Holstein. 


XLV 

Kiel.     Schleswig-Holsteinisches  Museum  vaterländischer  Altertümer. 

Kiew.     Gesellschaft  der  Naturforscher. 

Klagen  fürt.     Naturhistorisches  Landesmuseum  von  Kärnten. 

—  Geschichtsverein  für  Kärnten. 

Klausenburg.    Medizinisch-naturwissenschaftliche  Sektion  des  siebenbürgi- 

schen  Museumvereins. 
Knin  (Dalmatien).     .,Staro-Hrvatska  Prosvjeta." 
Köln.     Historischer  Verein  für  den  Niederrhein. 
Königsberg.     Physikalisch-ökonomische  Gesellschaft. 
Kopenhagen.     Soci^t^  royale  des  antiquaires  du  nord. 
K  r  a  k  a  u.     Akademie  der  Wissenschaften. 
Kremsmünster.     K.  k.  Obergymnasium  der  Benediktiner. 
Laib  ach.     Musealverein  für  Krain. 
Landshut.     Historischer  Verein  von  und  für  Niederbayern. 

—  Botanischer  Verein. 
Leipzig.     Verein  für  Erdkunde. 

Leisnig  (Sachsen).     Geschichts-  und  Altertumsverein. 
Leyden.     Maatschappij  van  Nederland'sche  Letterkunde. 
Lindau,  siehe  Friedrichshafen. 
Linz.     Landeskulturrat  für  Österreich  ob  der  Enns. 

—  K.  k.  oberösterreichische  Landwirtschaftsgesellschaft. 

—  Handels-  und  Gewerbekammer  für  Österreich  ob  der  Enns. 

—  Verein  für  Naturkunde. 

—  K.  k.  Staatsgymnasium. 

—  K.  k.  Staats-Oberrealschule. 

—  K.  k.  Lehrer-  und  Lehrerinnen-Bildungsanstalt. 

—  K.  k.  allgemeine  Staatshandwerkerschule. 

—  Öffentliche  Handels-Akademie. 

—  Bischöfliches  Knabenseminar  „CoUegium  Petrinum". 

—  Mädchen-Lyzeum. 

—  Oberösterreichischer  Gewerbeverein. 

—  Oberösterreichisches  Landesarchiv. 
London.     British  museum  (natural  history). 
St.  Louis.     Academy  of  science. 

—  Botanical  garden. 

Lübeck.    Geographische  Gesellschaft. 

Luxemburg.     „Fauna",  Verein  Luxemburger  Naturfreunde. 

—  La  soci^t^  G.-D.  de  Botanique  du  Grand-Duch^  de  Luxembourg. 

L  u  z  e  r  n.    Historischer  Verein  der  fünf  Orte  Uri,  Schwyz,  Unterwaiden,  Luzern 

und  Zug. 
Mainz.    Verein  zur  Erforschung   der  rheinischen  Geschichte   und  Altertümer. 
Marburg.    Gesellschaft  zur  Beförderung  der  gesamten  Naturwissenschaften. 
Meißen.    Verein  für  Geschichte  der  Stadt  Meißen. 
Metz.     Verein  für  Erdkunde. 

—  Gesellschaft  für  lothringische  Geschichte  und  Altertumskunde. 
M  i  1  w  a  u  k  e  e.     Public  museum  of  the  City  of  Milwaukee. 
Montevideo.     Museo  nacional. 

Montreal  (Kanada).     Soci4t4  de  numismatique  et  d'arch^ologie. 
Moskau.    Kaiserliche  Gesellschaft  der  Naturforscher. 


XL  VI 

München.     Königlich  bayerische  Akademie  der  Wissenschaften. 

—  Historischer  Verein  von  und  für  Oberbayern. 

—  Geographische  Gesellschaft. 

—  Ornithologische  Gesellschaft  in  Bayern. 

—  Bayerische   botanische   Gesellschaft  zur  Erforschung  der  heimischen  Flora. 
Münster.      Redaktion     des    „Literarischer    Handweiser",    zunächst    für    das 

katholische  Deutschland. 
Neisse.     Wissenschaftliche  Gesellschaft  „Philomathie". 
Neuburg  a.  D.     Historischer  Verein. 
Nürnberg.     Germanisches  Museum. 

—  Naturhistorische  Gesellschaft. 
Offenbach.     Verein  für  Naturkunde. 
Osnabrück.     Naturwissenschaftlicher  Verein. 
Paris.     Museum  d'histoire  naturelle. 
Passau.     Naturhistorischer  Verein. 
Petersburg.     Comit^  g^ologique. 

Posen.     Historische  Gesellschaft  für  die  Provinz  Posen, 
Prag.     Königlich  böhmische  Gesellschaft  der  Wissenschaften. 

—  Verein  für  die  Geschichte  der  Deutschen  in  Böhmen. 

—  Naturwissenschaftlicher  Verein  „Lotos". 

—  Direktion  der  k.  k.  Sternwarte. 

—  Museum  des  Königreiches  Böhmen. 

—  Kunstgewerbliches  Museum  der  Handels-  und  Gewerbekammer. 
Preßburg.     Verein  für  Heil-  und  Naturkunde, 
ßegenaburg.     Naturwissenschaftlicher  Verein. 

—  Königlich  botanische  Gesellschaft. 

—  Historischer  Verein  von  Oberpfalz  und  Regensburg. 
Reichenberg.     Verein  der  Naturfreunde. 

—  Nordböhmisches  Gewerbemuseum. 
Ried.     K.  k.  Staatsgymnasium. 
Rio   de   Janeiro.     Museo  nacional. 
Rom.    Academia  dei  Lincei. 
Salzburg.     Städtisches  Museum  Carolino  Auguateum. 

—  Gesellschaft  für  salzburgische  Landeskunde. 
Salz  wedel.    Altmärkischer  Verein  für  vaterländische  Geschichte  und  Industrie 

(Abteilung  für  Geschichte). 
San  Jos^  (Costa  Rica,  Zentralamerika,).     Museo  national. 
San  Salvador.     Imprenta  national. 

Sarajevo.     Direktion  des  bosnisch-herzegowinischen  Landesmuseums. 
Schwäbisch-Hall.     Historischer  Verein  für  das  württembergische  Franken. 
Schwerin.     Verein  für  mecklenburgische  Geschichte  und  Altertumskunde. 
Seitenstetten.     K.  k.  Obergymnasium  der  Benediktiner. 
Spalato.     Archäologisches  Museum. 
Stavanger  (Norwegen).     Museum. 
Steyr.     K.  k.  Staats-Oberrealschule. 
Stockholm.     K.   svenska   vetenskaps   academien.     (Acad^mie   royal  su^doise 

des  Sciences.) 

—  K.  vitterhets  historie  och  antiquitets  academien. 
Straßburg.  Gesellschaft  für  Erhaltung  der  geschichtlichen  Denkmale  im  Elsaß. 


xLvn 

Straßburg.     Kaiserliche  Universitäts-  und  Landesbibliothek. 
Stuttgart.     Verein  für  vaterländische  Naturkunde  Württembergs. 

—  Württembergische  Vierteljahrshefte  für  Landesgeschichte. 

—  Meteorologische  Zentralanstalt. 

—  Württembergischer  Anthropologischer  Verein. 
Te  plitz.     Museumgesellschaft. 

Troppau.     Kaiser  Franz  Josef-Museum  für  Kunst  und  Gewerbe. 
Ulm.     Verein  für  Kunst  und  Altertum  in  Ulm  und  Oberschwaben, 

—  Verein  für  Mathematik  und  Naturwissenschaften. 
Upsala.     Königliche  Universität. 

Venedig.     Del  reale  instituto  veneto  di  scienze,  lettere  ed  arti. 
Verona.     Accademia  d'agricultura,  arti  e  commercio. 
Washington.     U.  S.  National-Museum. 

—  National  academy  of  sciences. 

—  U.  S.  Geological  survey. 

—  Bureau  of  ethnology. 

—  U.  S.  Departement  of  agriculture. 

—  Smithsonian  Institution. 
Wels.     Städtisches  Gymnasium. 

Wien.     Kaiserliche  Akademie  der  Wissenschaften. 

—  K.  k.  Hofbibliothek. 

—  K.  k.  Familien-Fideikommiß-Bibliothek. 

—  Bibliothek  des  k.  k.  Ministerrats-Präsidiums. 

—  Bibliothek  des  k.  k.  Ministeriums  des  Innern. 

—  Bibliothek  des  k.  k.  Ministeriums  für  Kultus  und  Unterricht. 

—  K.  k.  Universitäts-Bibliothek. 

—  K.  k.  geologische  Reichsanstalt. 

—  K.  k.  naturhistorisches  Hofmuseum. 

—  K.  k.  österreichisches  Museum  für  Kunst  und  Industrie. 

—  K.  k.  statistische  Zentralkommission. 

—  K.  u.  k.  Heeresmuseum. 

—  K.  k.  Zentralkommission   zur   Erforschung   und   Erhaltung   der  Kunst-  und 

historischen  Denkmale. 

—  K.  k.  geographische  Gesellschaft. 

—  K.  k.  zoologisch-botanische  Gesellschaft. 

—  K.  k.  heraldische  Gesellschaft  „Adler". 

—  K.  k.  hydrographisches  Zentralbureau. 

—  Anthropologische  Gesellschaft. 

—  Altertumsverein. 

—  Verein  für  Landeskunde  in  Niederösterreich. 

—  Verein  zur  Verbreitung  naturwissenschaftlicher  Kenntnisse. 

—  Verein  der  Geographen  an  der  k.  k.  Universität. 

—  Wissenschaftlicher  Klub. 

—  Gesellschaft  für  die  Geschichte  des  Protestantismus  in  Osterreich. 

—  Akademischer  Verein  deutscher  Historiker. 

—  Numismatische  Gesellschaft. 

—  Österreichische  Gesellschaft  für  Münz-  und  Medaillenkunde. 

—  Wiener  entomologischer  Verein. 

—  Verein  für  österreichische  Volkskunde. 


XLVIII 

Wien.     Österreichische  Gesellschaft  für  Meteorologie. 

Wiesbaden.    Verein  für  nassauische  Altertumskunde  und  Geschichtsforschung. 

—  Verein  für  Naturkunde  im  Herzogtume  Nassau. 
Wisconsin.     Naturhistorischer  Verein. 

Würzburg.     Historischer  Verein  für  Unterfranken  und  Aschaffenburg. 

—  Physikalisch-medizinische  Gesellschaft. 

Zürich.    Antiquarische   Gesellschaft    (Gesellschaft    für   vaterländische   Alter- 
tümer). 

—  Schweizerisches  Landesmuseum. 

—  Naturforschende  Gesellschaft. 
Zwickau.     Verein  für  Naturkunde. 

—  Altertumsverein  für  Zwickau  und  Umgebung. 


Vermehrung  der  Sammlungen. 

(1.  April  1904  bis  Ende  März  1905.) 


Archiv. 

A.  Erwerbung  aus  dem  Archiv  im  Schlosse  Aurolzmünster  mit  Vorbehalt  des 
Eigentums  für  diese  Herrschaft. 

(Vergleiche  Jahresberichte  1898  und  1900.) 

a)  16  Perg,  u.  Pap.  Or.  Urkunden  des  15. — 17.  Jahrh.  (letzte  Nachlese). 

b)  Aktenmateriale  für  14  Schuberbände  vom  Anfang  des  16.  Jahrh.  her. 

Hervorzuheben: 

1.  S.  d.  (um  1500)  Anschlag  über  die  Meß  zu  Offenperg  im  Schloß  so  Barbara 
Wittwe  des  Georg  Satelpoger  zu  Offenberg  geb.  Freiberg  gestiftet  hatte. 

2.  1525.  Orig.  Urbar  u.  Stiftregister  der  Güter  in  Rieder  u.  Mauerkircher  Gt. 
80  Amalia  geb.  v.  Rottau  Wittwe  des  Moriz  v.  Tannberg  z.  Aur.  u.  Wasen 
und  ihre  Tochter  Eufrosina,  beide  Convent-Schwestern  im  Regelhause  zu 
Landshut,  dem  Peter  Baumgartner  zum  Fraunstein  satzweise  übergeben,  mit 
Ablösungsrecht  für  Georg  u.  Burkhard  Gebrüder  von  Tannberg. 

3.  1538 — 1541.  Verhandlungen  der  Brüder  Georg  u.  Burkhart  von  Tannberg 
gegen  ihres  Vatersbruders  Wilhelms  von  T.  vier  Töchter,  wegen  Schloß, 
Markt  u.  Burgfried  Aurolzmünster,  nach  dem  erblosen  Tode  ihres  Bruders 
Franz,  mit  vielen  wichtigen  Tannberg'schen  Urkunden-Copien  de  1486 — 1531. 

4.  1545  12/8.  Urbar  aller  Güter  von  f  Balthasar  u.  David  v.  Tannberg  her- 
rühren, so  Georg  u.  Burkhart  v.  T.  unvertheilt  genossen  und  letzterer  dem 
Ersteren  verkauft  hatte. 

5.  1546.  Urbar  u.  Stiftbuch  Georgs  von  Tannberg  zu  Aur.  u.  Off". 

6.  1556 — 1563.  Bestand  des  Mayerhofs  zu  Schwertperg,  Stift  und  Dienst- 
register Wolfen  von  Tannberg  daselbst.  (3  Stück.) 

7.  1598.  Unterthanen- Verhandlungs-Protokoll  bei  der  Hofmark  Sulzbach. 

8.  1604 — 1607.  Drei  Geld-  und  Getreiderechnungen  von  Aurolzmünster.  (1607 
des  untern  Schlosses.) 

9.  1607—1618.  Zechentbäuser-Verzeichniß,  dann  Stiftbüchel  der  zu  und  um 
Braunau  gelegenen  einschichtigen  Güter  (Julbacher  Gericht).  Hohenfeld — 
Tannberg. 

D 


10.  1613—1623.    Schloß    und  Hofmark   Wasen    u.  St.  Peter  betreffende  Rech- 
nungen  etc. 

11.  1638—1641,    1679—1682.    Zwei   Verhörs-Protokolle    und   Nottlbücher   von 
Aurolzmünster. 

12.  S.  d.  c.  1648.    Salbuch   beider  Landgüter  Aurolzmünster   und  Forchtenau. 

13.  1673.  Anschlag  über  die  Gräfl.  Törring'sche  Hofmark  Unter-Eiczing.  Gt.  Ried. 

14.  1687 — 1722.    Verhörsprotokoll    des    Freih.    Schrenckh'schen    Herrschafts- 
gerichts Vilsässing. 

15.  1690  circa.  Stiftlibell  und  summarischer  Anschlag  des  Grf.  v.  d.  Wahl'schen 
Guts  Forchtenau. 

16.  1737.  Stift-  und  Urbarbuch   der  Grf.  v.  d.  Wahl'schen  Landgüter  u.  Hof- 
marken Laufenbach,  Häutzing,  Rainting,  Rainbach  und  Neuhaus. 

17.  Grf.   V.  d.  Wahl'sche  Akten:    1664  3/3.   Theillibell,  Hofmark  Teinz,    Senk- 
hofen  etc. 

B.  Geschenk  des  Herrn  Johann  Grillmayer,  Fabrikbesitzer  zu  Schwanenstadt. 

1.  (Fase,  der  Urk.)  1642.  Linz  9/4.  Verkaufsbrief  des  Hanns  Christof  Weiss 
zu  Wiertting  an  Egid  von  Seeau  über  Ämter  der  Herrschaft  Polheim  in 
Wels.  1778  28/12.  1795  20;  5.  Wiertting.  Zwei  Urkunden  über  die  gräflich 
Seeau'sche  Spitalsstiftung  zu  Offenhausen. 

2.  (Top.  stat.  bist.  Matrik.)  Wiertting.  1628—1652.  Kucheldienst-Robot- 
geld-Dienstregisters;  Steuerregister  über  Amt  Jebing,  Urbarium  über  das 
Tempelamt,  Copie  der  Gülteneinlage,  nebst  neueren  Stücken  des  19.  Saec, 
darunter  1898  Assekuranzschätzung  über  Gebäude -Hochbauten  etc.  der 
Herrschaft  Wiertting.  1666.  Schreibkalender  eines  Hr.  von  Seeau  mit 
Familien-  und  Wirtschaftsnotizen. 

3.  (Farn.  Select.)  Seeau.  Rittermäßige  Adelsprobe  des  Seeau'schen  Namens 
und  Stammes  (Gebr.  Joh.  Friedr.  und  Job.  Ernd.  Grafen  von  Seeau  mit 
mehreren  Kopien  von  Diplomen,  Stiftungs-Urk.,  Grabstein -Inschriften. 
Or.  Coli.  1700  24/7. 

4.  (Manuskript.)  Offenhausen.  Pfarrliche  Sterbe-  und  Tiau-Matrik. 
1715—1763. 

C.  Geschenk  des  k.  u.  k.  Oberst  d.  R.  Viktor  Baron  Handel-Mazzetti. 
(Aufgestellt  und  registriert  als  „Archiv  Hagenau-Hueb".) 

1.  492  Perg.  und  Pap.  Or.  Urk.  2  des  14.,  62  des  15.,  100  des  16.,  267 
des  17.  und  61  des  18.  Jahrhunderts,  nebst  134  losen  Siegeln. 

2.  Aktenmaterial e,  beginnend  von  c.  157  für  17  Schuberbände. 

Die  Urkunden  und  Akten  betreffen  hauptsächlich  die  ausgestorbenen 
Familien  der  Grafen  von  Altenfraenking  und  Freiherren  von  Ruesdorf,  alle 
mit  ihnen  verwandten  und  angeheirateten  Familien  und  deren  Güter  und 
Lehen,  im  ganzen  Innkreis,  dann  des  angrenzenden  Ober-  und  Nieder- 
Bayerns  und  Salzburgs. 

3.  Manuskripte. 

a)  1438.  Stiftregister  des  Erasmus  Ahaimer  zu  Wildenau  im  Gerichte 

Ried,  schmalfol.  perg.  (fasc.  der  Urbare.) 
h)  16.-16.  Saec.  4'*  pap.   Vier  Lehenbücher   Ahaim'scher   Stammen- 

und  Ritterlehen.  (fasc.  Lehenbücher.) 


LI 

c)  1610—1612.  4<'pap.  Tagebuch  des  Wolf  Wigoleus  von  Aham  zu 
Wildenau  und  Neuhaus  auf  seiner  Reise  nach  und  in  ItaKen. 
(fasc.  Tagebuch.) 

d)  1568 — 1661.  Verzeichnis  der  Landleute  Niederösterreichs 
Ritterstands  nebst  Notizen  über  die  Geschlechter.  (Prot. Pap. fol.) 

e)  1627—1645.  Kopialbuch  über  alle  dem  Graf  Tserclas-Tilly  und 
Deszendenz  verliehenen  Privilegien  und  Diplome.  (Prot.  Pap.  fol.) 

f)  1626.  Beschreibung  des  Forstgerichtes  Burghausen.  Im  An- 
schlüsse daran  Beschreibung  der  Pfleg-  und  Landgerichtsgrenzen,  der 
Schlösser,  Hof  marken,  Burgfriede  etc.  im  Renntamte  Burg- 
hausen. (Dickes  Pap.  Prot,  fol.) 

g)  1557 — 1679.  Bayerische  Dekrete  in Gejaidsachen.  (Pap.  Prot,  fol.) 
h)  1512 — 1801.  Kopialbuch  von  Urkunden  für  Naters  in  Tirol  bei 

Innsbruck,  behandelt  auch   das  Gericht  Sonnenberg.  (Pap.  Prot,  fol.) 
4.    (Adels-  u.  Fam.-Select.) 

a)  Hochberg  (vom  13. — 19.  Jahrb.).  Stammtafel  dieser  in  einer  Linie 
(Feldegg)  auch  in  Oberösterreich  begütert  gewesenen  Familie. 

b)  Hannawer.  1545  12/6.  Wappenbrief  für  Wolf  Hannawer,  ausgestellt 
vom  Comes  palatinus  Appianus,  dem  berühmten  bayerischen  Topo- 
graphen. 

D.  Kauf  von  der  Firma  Gilhofer  und  Ranschburg  in  Wien  durch  Unterstützung 
der  k.  k.  Zentpalkommission. 

1.  1569—1745.  Fünfzehn  Stück  Graf  Khevenhillersche  Familien- 
akten (Or.  u.  Cop.),  so  auch  auf  die  Ob.  Ost.  Güter  der  Familie  bezug 
haben.    Hervorzuheben  sind. 

a)  1569  31/12.  Erbschaftstheilung  der  Brüder  Hanns,  Bartlme  und  Moriz 
Christof.    Or. 

b)  1593  19/7.  Prag.  K.  Rudolf  erhebt  Frankenburg  mit  Kogl  und  Kammer 
zur  Grafschaft  Frankeuburg  und  Hanns  Khevenhiller  zum  Graf  von 
Frankenburg.    Or.  Coli. 

cj  1729  Madrid  10(12.  Don  Bernardo  de  Linares  berichtet  an  Exe.  Graf 
Königsegg  über  die  Auffindung  des  unversehrten  Leichnams  des  vor 
123  J.  8  M.  verstorbenen  Kais.  Orators  Hanns  Khevenhiller,  im 
Kloster  St.  Gieronimo  (spanisch). 

d)  s.  d.  gleichzeitige  Kopien  (2)  jenes  Briefes  der  Kaiserin  Maria 
Theresia,  den  der  Großherzog  von  Toskana  samt  der  Kaiserin  und 
des  jungen  Erzherzogs  Contrefait  dem  kommandierenden  General 
Ludwig  Andreas  Graf  Khevenhiller  zu  Linz  überreicht  hatte,  nach 
der  Affaire  von  Braunau  und  Deggendorf. 

2.  1580—1750.  115  Acten,  speciell  die  Graf  Khevenhiller'schen 
Güter  Rannaridl,   Kammer,  Kogl  und  Frankenburg  betreffend 

Hervorzuheben  sind: 

a)  1580 — 1581.  Kaiserl.  Verkauf  der  Herrschaften  Kammer,  Kogl, 
Frankenburg  und  Rannaridl  an  Hanns  Hr.  von  Khevenhiller  Freiherrn 
zu  Aichlberg  (36  Stücke). 

b)  1654.  Confraternitätsbrief  des  P.  Minoritenprovintial  für  Anna  PoUixena 
Gräfin  v.  Krosigk,  geb.  Gräfin  Scherflfenberg. 

D* 


LII 

c)  ein  französischer  Brief  5/9  (1742—43?)  pres  de  Straubing  über  Kriegs- 
Ereignisse  (Br.  Trenck). 

d)  1784 — 87.  Grf.  Khevenhiller'sche  Correspondenz  wegen  Posseßuahme 
des  Fideicommiß. 

e)  s,  d.  ein  Stück  betreffend  die  N.  Ö.  Herrschaft  Neudorf,  (Khiellmann 
von  Khielmannsegg.) 

3.  1492  30/1.  Erbrechtsverkaufbrief  des  Kolman  List,  Priester  der  Grüentaler 
Kapelle  zu  Steyr  auf  einen  Hof  zu  Oberau,  gen.  „zum  Puchmayr". 
(fasc.  d.  Urk.) 

4.  1584  20/6.  Aus  Melchior  Röschen,  gew.  Pflegers  von  Eferding  Rechnung, 
Extrakt  über  dessen  Ausgaben  in  Malefiz-  und  Landgerichtssachen  [eine 
Kindesmörderin  betreffend].  (Archiv  Schaunberg-Eferding.) 

5.  1600  Linz  3/2.  5/2.  Zwei  Zuschriften  des  Ob.  Ost.  Landeshauptmanns 
Löbl.  Frh.  v.  Greinburg  an  die  Verordneten  der  2  oberen  politischen 
Stände  in  Religionsangelegenheiten.  Or.  (fasc.  Stände  u.  Landschaft.) 

6.  1686.  Verhörsprotokoll  des  kurfürstl.  Bayer.  Forstgerichtes  Burghausen, 
betrifft  Forstämter  in  Weilhart.  [fol.  pap.  Prot.]  (bist.  top.  stat.  Matrik.) 

7.  1713  u.  fortgesetzt  Nachrichten  von  der  kais.  Hofkapelle  in  Hallstadt, 
durch  M.  St.  Cappus,  enthält  3  Ablaßcopien  14 — 15  Saec,  zahlreiche  Nach- 
richten über  Berg-  u.  Salzwesen  (Nomenclaturen),  die  dortigen  Beamten  etc. 
vom  15.  Jahrb.  herwärts  u.  Erdbebennotizen,  (bist.  top.  stat.  Matrik.) 

E.  Sonstige  Erwerbungen. 

1.  Urkunden  u.  Urk.-Copien. 

a)  1269  6/9.  1281  Linz  1/6.  1373  Kremsmünster  6/2.  (Verbrüderung 
zwischen  Kremsmünster  und  Seckau.)  1381  30/4.  1383  14/8.  1385  12/8. 
24/4.  und  1429  17/10.  (Heirathsbrief  des  Georg  von  Starhemberg  mit 
Catharina  von  Stubenberg.)  Sämtliche  Abschriften  besorgt  nach 
Or.  im  Landesarchiv  zu  Graz,  Stiftsarchiv  Admont  und  Archiv  des 
k.  k.  Ministeriums  des  Innern  und  geschenkt  von  Dr.  Max  Doblinger 
in  Graz. 

b)  1461  26/1.  Verkaufsbrief  des  Thoman  Pirchinger  von  Siegharting 
gesessen  zu  Zierberg  über  ein  Gut  i.  d.  Pf  Andorf,  Herrschaft 
Schaerding.  Org.  Perg.  (Geschenk  des  Herrn  Dr.  Albert  Figdor  in 
Wien.) 

c)  1574  24/3.  Wien.  K.  Max  II  vererbrechtet  die  landesfürstliche  Tafern 
zu  Obern wang  sammt  Zugehör  dem  Stefan  Khirchpüchler,  wogegen 
dieser  dem  Kloster  „Mansee"  (Mondsee)  jährlich  3  Dukaten  und  den 
Opferwein  zum  Altar  in  jede  Kirche  sowie  gegen  Entgelt  alle  Fische 
aus  den  zur  Tafern  gebrauchten  u.  gefischten  Bächen,  bes.  die 
„Verchen"  zu  liefern  hat.  Or.  Perg.  ohne  S.  (Kauf  von  L.  Kende  in 
Wien. 

d)  1648  Linz  5/11.  Gerhabschaftsraitungsquittung  der  Landschaft  ob 
d.  Enns  an  die  Gerhaben  der  Kinder  des  Landschaftsballmeisters 
Franz  Jorel.  Or.  Perg.  (Geschenk  des  Hrn.  Franz  Schmidbauer, 
Direktors  der  Kaiser  Franz  Josef-Bürgerschule,  Linz.) 

2.  Fasc.  Stände  und  Landschaft. 

a)  1572  Schloß  Preßburg  27/9.  Ausführlicher  Befehl  K.  Max  II  an  alle 
Amtleute,    insbes.    an    die    Flecken   Lauffen,    Haalstat,    Yschl    und 


:i 


LIII 

Gmunden,  wegen  des  „Haalstetter"  und  neuangehenden  Yschler'schen 
Salzlindens  und  des  Salzhandels  u.  der  Salzverfrachtungsstraßen 
halber.  Or.  Pap. 

b)  1610  Mauthausen  im  Quartier  13/9.  Schreiben  des  s.  g.  Hager  an 
die  Stände  wegen  schlechter  Besoldung  und  Verpflegung  seiner 
Soldaten;  stellt  die  angeschuldigten  Ausschreitungen  derselben  als 
unwahr  hin.  Or.  Pap. 

c)  1634  Wien  16/3.  Franz  Christoph  Graf  Khevenhiller  an  die  Stände 
wegen  Soldatenquartiere  auf  seinen  Ob.  Ost.  Herrschaften.  Tavigni'sche 
Raiter  u.  2  Suisische  Fuß-Compagnien.  Or.  Pap.  (Kauf  v.  L.  Kende 
in  Wien.) 

3.  Familien-Select.  3  Stücke  Personal-Documente  der  Familie  Spendou  1834 
bis  1853.  Joseph.  N.  O.  Reg.  R.,  Dompr.  u.  Dechant  von  Kirnberg,  Jacob, 
k.  k.  Bezirksrichter.   (Geschenk   des  Hrn.  Sanitätsrates  Dr.  Reiß   in   Linz.) 

4.  Neuere  Manuskripte. 

a)  „Die  Sammelbände  aus  der  Reformationszeit  im  Landesarchiv  in 
Linz."  Siehe  Jahresbericht  1904.  (Geschenk  des  Verfassers  Herrn 
kais.  Rat  Dr.  Ferdinand  Krackowizer  in  Linz.) 

b)  „Es  ist  gelungen."  Posse  in  1  Akt  nach  einer  Novelle  von  Friedrich 
R.  V.  Dornfeld.  (Von  demselben.) 

c)  Mehrere  Gedichte  und  poetische  Erzeugnisse  von  Ignaz  Redtenpacher, 
1848 — 1879.  (Geschenk  des  Hrn.  Josef  Redtenbacher,  k.  k,  Gymnasial- 
professor in  Wien.) 

5.  Miszellaneen. 

a)  1816  Ried  9/5.  Unkostenberechnung  für  die  Feierlichkeiten  der  Markt- 
gemeinde Ried  bei  Publicierung  des  Allerh.  Patents  über  die  Besitz- 
ergreifung des  Innkreises.  [bist.  top.  stat.  Matrik.]  (Geschenk  des 
Herrn  Dr.  Kränzl.) 

b)  Grabsteinphotographien  und  Zeichnungen. 

Aus  Coli.  Stiftskirche  Mattsee:  zwei,  samt  Grundiißzeichnung  der 
dortigen  Kirche.  14.  Hanns  Paukaritz  (Richter  in  Weilhart).  1565  13/2. 
Pfarrer  Georg  Grärockh.  (Geschenk  des  hochw.  Hrn.  Karl  Holly, 
Pfarrer  in   Pfaffing-Vöcklamarkt.)   Aus  der  Pfarrkirche  Altenfelden: 

1355  Gedräut   die der   Stainbeck.   Aus   der   Pfarrkirche 

St.  Anna  am  Steinbruch:  Starhemberg'sche  Gruftplatte.  1522  Regens- 
burg  t  Gregor  von  Starhemberg,  1644  4/3.  f  Niclas  Peckh.  (Geschenk 
des  hochw.  Hrn.  Dechant  Franz  Berger  in  Altenfelden.) 
e)  „Feuersegen. '•  Moderne  Abschrift  eines  solchen  ex  1696.   (Kauf.) 

Münzen  und  Medaillen. 

(Geschenke.) 

L.  2  Pfennnig-Stück,  Königreich  Bayern,  Maximilian  IL,  Jahr  1860. 
1  „  „  n  .1  H  y,      1862. 

1  „  „  „  „         Ludwig  n.,  „      1868. 

Eine    Erinnerungs-Medaille  (Aluminium)   zur    50.   Jahresfeier   des    German. 

National-Museums  in  Nürnberg,  Jahr  1902. 
1  Festabzeichen  hiezu.  (Herr  Vizepräsident  Straberger  in  Linz.) 


LIV 

2.  1  Silber-Denar  von  K.  Domitian,  Imp.  XIIII,  Cos.  XIV.,  Nr.  1002. 

1  „  n      ,5     Trajan,  Cos.  VI.,  Nr.  1001.   (2  römisclie  Fundmünzen 

von  Spital  a.  P.,  1904.)  (Herr  Karl  Wegrosta,  Oberlehrer  in  Spital  a.  P.) 

3.  Eine  Bronze-Medaille,  Erinnerung  an  die  Stadterhebungsfeier  von  Amstetten, 

Jahr  1898.  (Herr  Oberrevident  Rüti  in  Linz.) 

4.  Messing-Medaille  zum  32.  oberösterr.  Landesfeuerwehrtag  in  Enns,  Jahr  1901, 

K.  945.  (Frau  Johanna  Töpfer  in  Linz.) 

5.  Silber-Medaille     zum   25jähr.    Jubiläum    der    Kleinkinder-Bewahranstalt    in 

Kleinmünchen,  Jahr  1904.  K.  946. 

(Frau  Marie  Löwenfeld,  Private  in  München.) 

6.  Römer,  Constans  IL  Virtus  exercitus,  Petitbronze,  Nr.  1003,  Fundmünze  von 

Lorch,  Jahr  1904.    (Herr  Realschul-Direktor  H.  Commenda  in  Linz.) 

7.  Bronze-Medaille,   Vermählung  Maximilians   I.   mit  Maria  von  Burgund   o.  J. 

Jahr  1477. 
Silber-Medaille,  Alexander  Joan  I.,  Prinz  von  Rumänien,  Jahr  1865,  Regional- 

Ausstellung  in  Jassy.    Von  Pittner. 
Silber  -  Medaille ,  IV.  österreichisches  Bundesschießen   in  Brunn,  Jahr  1892, 

Von  Neudeck, 
Bronze-Medaille,    österr.  Nordpol-Expedition    unter   Weiprecht    und    Payer, 

Jahr  1874. 
Bronze-Medaille,  Graf  Ferdinand  CoUoredo-Mannsfeld,  Oberkurator  der  Spar- 
kasse, zum  70.  Geburtstag,  Jahr  1847.     Von  Böhm. 
Bronze -Medaille,     Wiener    Wäschermädchen,     von    A.    Scharff,     126     mm, 

Jahr  1878. 
Bronze-Medaille,  Haitzinger  Amalie,  Hofburgschauspielerin,    von  A.  Scharff, 

120  mtn,  Jahr  1883. 
Bronze -Medaille,    Laroche    Karl,    Hofburgschauspieler,    von    A.     Scharff", 

120  mm,  Jahr  1885. 
Bronze-Medaille,  Ballerine,  von  A.  Scharff',  126  mm,  Jahr  1887. 

(Herr  Hofrat  Prof.  Dr.  Josef  Weinlechner  in  Wien,) 

8.  Blei-Medaille,  Lambach,  Renovation  der  Stiftskirche,  Jahr  1656.  K.  947. 

(Herr  Anton  Pachinger,  Linz.) 


Prähistorisches. 

(Geschenke.) 

1.  Eiserne   Schwertklinge,   bei  Aufdeckung  von  Hügelgräbern    der   Hallstätter- 

Periode    im    Roiderholze  bei  Ranshofen  gefunden,   90  cm   lang,    ein- 
schließlich der  8  cm  langen  Griffangel,  an  welcher  noch  2  kleine  Bronze- 
nägel erhalten  sind.  (Herr  Ph.  Wertheimer,  Ranshofen,  durch  Ver- 
mittlung des  Herrn  H.  v.  Preen,  Osternberg.) 

2.  Steinhammer,  gefunden  im  Donauschotter  des  Linzer  Winterhafens. 

(Herr  K.  M.  Georg  Ziebland,  Kapitän,  Linz.) 

(Ankauf.) 
1.  Bronze-Palstab,  gefunden  bei  den  Donauregulierungsarbeiten  bei  Niederranna. 


LV 
Römisches. 

(Geschenke.) 

1.  Große,  flache  Schüssel  aus  terra  sigillata  mit  gewelltem  Rand. 
Hochwandige  Schüssel   aus    terra  sigillata   mit   eingepreßten  figuralen  Orna- 
menten. 

Flaches  Näpfchen  mit  Fuß,  schwarz  gefirnißt,  aus  Ton,    Am   oberen  Eande 

langstielige  Blätter  eingepreßt. 
Kleine  eiserne  Wurfspeerspitze,  47  em  lang. 

Fundort:  Wels.  (Frau  Agathe  Hofmann •  Schwabenau,  Linz.) 

2.  Henkelkrug  und  Deckel.  Fundort:  Wels.  (Herr  Pichert,  Linz.) 

(Ankauf.) 
1.  Bronzefigur,  den  siegreichen  Herakles  darstellend.  Fundort:  Höftbergerleithe 
bei  Watzing,  Gemeinde  Gaspoltshofen,  Ober  Österreich. 

Keramik. 

(Geschenke.) 

1.  Weihbrunnkessel,    blau  und  braun  bemalt,   mit  Eeliefdar Stellung  des  Kruzi- 

fixus,   Oberösterreich.     (Herr  kaiserl.  Rat  Dr.  F.  Krackowizer,  Linz.) 

2.  Ofenkacheln,    sieben    verschiedene,    mit    volkstümlich    stilisierten    Blumen- 

Ornamenten  auf  weißem  Grund,  der  auf  den  rötlichen  Scherben  auf- 
patroniert  ist,  das  Ganze  dann  grün  glasiert.  Aus  dem  Großherzog- 
tum Baden,  18.  Jahrh.  (?)  (Herr  Hugo  v.  Preen,  Osternberg.) 

3.  Räuchergefäß,  Fayence  mit  Lüster-Glasur,  arabischer  Inschrift,  Deckel  durch- 

brochen. (Herr  Prof.  Emil  Moser,  Graz.) 

4.  Räucherflasche,   aus  leichter  roter  Siegelerde,   mit  ausgestochenem  Ornament- 

Band,  Deckel  durchbrochen,  palmettenartig  auslaufend,  arabisch. 

(Herr  Prof.  Emil  Moser,  Graz.) 

5.  Kaffee-Obertasse,   Porzellan,    königsblauer  Fond,   Rand  mit  Goldornamenten 

auf  weiß,  in  der  Mitte  ein  Kleeblatt  mit  Symbolen  von  Glaube,  Liebe 
und  Hoflfnung  aufgemalt.    Wien,  eingepreßter  Bindenschild,  1829. 

(Frau  Joh.  Töpfer,  Linz.) 

6.  Tee -Ober-   und  Untertasse,  japanisch,   Eierschalen  -  Porzellan,    bunt  bemalt, 

mit  Vergoldung  (Mann  und  Frau  sitzend,  dazwischen  Blumen);  auf 
der  Untertasse  japanische  Krieger.    (Herr  Prof.  Emil  Moser,  Graz.) 

7.  Kaffeekanne,  Steingut,  mit  grünem  Aufdruck  (Dorfansicht  und  Gebirgsland- 

schaft), Mitte  des  19.  Jahrh.  (Herr  Ant.  Pellizotti,  Linz.) 

(Ankäufe.) 

1.  Ofenkachel,  grün   glasiert,   mit  der  Relief-Figur  des  hl.  Florian  in  einer  von 

Ranken  gebildeten  herzförmigen  Umrahmung,  vermuthch  österreichisch, 
Anfang  des  18.  Jahrh. 

2.  Teller,   Fayence,    mit   gebuckeltem   Rand,   darauf  derb   gemalte  Blumen  in 

blau,  im  Spiegel  das  bayerische  Wappen  mit  dem  Vlies,  Marke  F 
in  blau. 

3.  Aufsatz,   Fayence,   mit  Fruchtbordüre   und  Streublümchen  in  Blau-Malerei, 

bayerisch,  18.  Jahrh. 


LVI 

4.  Krug,  Fayence,  blaßgrüo  glasiert,  mit  schweren  reliefierten  Barock-Ornamenten 

und  Masken  (nach  dem  Muster  eines  Silbergefäßes)  und  einem  in  eine 
Halbfigur  auslaufenden  Henkel. 

5.  Tonfigur,  Salz-  und  Pfefferweiberl,  bunt  bemalt  und  glasiert,  Gmunden. 

6.  Tongefäß,   durchbrochen,  in   Form  eines  Körbchens,   grüngefleckte  Glasur, 

2  Henkel,  oberösterreichisch. 

7.  Zuckerdose,  grün  glasiert,  mit  Kugelfüßen,  Henkeln  und  plastisch  verziertem 

Deckel. 

8.  Krug,   bauchig,    mit   der  Darstellung  Johannes   des  Täufers,   inmitten   von 

2  Prediger -Mönchen,  Zinndeckel  datiert  mit  1771,  oberösterreichisch, 
Bauern-Majolika. 

9.  Krug,  birnförmig,  mit  der  Darstellung  des  Gekreuzigten,  ringsherum  Blumen- 

ranken    (Farben:  blau,  gelb,   grün  und  mangan-violett),    Zinndeckel, 
Bauern-Majolika,  oberösterreichisch. 

10.  Deckelschale,   mit  Blumensträußen   bemalt,   Marke  H    in  blau   (Holics). 

11.  Deckelschale,    mit    grell    gemalten    Blumen,    der    Deckelknauf   plastisch, 

mährisch? 

12.  Schüsselchen,  mit  der  Madonna  und  dem  Jesuskind  als  Beschützerin  einer 

Kirche,  mit  Inschrift,  Majolika,  friaulisch? 

13.  Ober-  und  Untertasse,  weiß  glasiert,  bunt  bemalt  (Rosen),  Wischau. 

14.  Bauernteller,    bunt   bemalt    (Mann    zwischen   Blumen),    auf   dem    erhöhten 

Rande  Festous,  mährisch. 

15.  Bauernkrug,    bunt    bemalt    (über   der   Glasur),   mit   Muttergottes   zwischen 

bäuerlich  stilisierten  Blumen  (starkes  Rot,  grün,  gelb),  mit  gelb-blauem 
Rande,  mährisch,  Wischau. 

16.  Bauernkrug,   schlank,   mit  stark  eingezogenem  Hals,   hellgelb  glasiert,    mit 

weißer,  grüner  und  schwarzblauer  Bemalung  (Pflanzen-Motive),  mährisch, 
Trinitz. 

17.  Kanne,    weiß    glasiert,    mit   bunter   Blumenmalerei    über    der   Glasur,    be- 

zeichnet P.,  mährisch. 

18.  Porzellan -Untertasse,    mit  japanisierender   Blaumalerei    (seltenes   Muster), 

Blaumarke,  Wien  um  1750. 

19.  Porzellan -Teekanne,    gerippt,    mit    geflochtenem   Henkel   und    plastischer 

Blume  als  Deckelknauf,    Golddekor  und  bunten  Streublumen,   Blau- 
marke, eingepreßt  O,  Wien  um  1755. 

20.  Zwei  Porzellan -Rocaille -Väschen,    mit  Streublümchen,    Gold-  und  Purpur- 

Rocaillen  (Teil  eines  Tafel-Aufsatzes),  Wien  um  1760. 

21.  Porzellan-Teller  mit  blauer  Unterglasurmalerei  (frühes  Muster),  Blaumarke, 

Wien  um  1760. 

22.  Porzellan-Teller,   sogenannter  „Neubrandenstein",   mit  bunten  Streublumen, 

Rand  in  Flechtmusterung,  Blaumarke,  Wien  um  1760. 

23.  Porzellan -Schokolade -Einsatz -Tasse,   mit   Gold-   und  Purpurdekor,   Streu- 

blumen   und    Rokoko  -  Figuren     in    Landschaft,    Blaumarke,    Wien 
um  1760. 

24.  Große  Porzellan -Platte  mit  japanisierender  Blaumalerei   unter  der  Glasur, 

Blaumarke,  Wien. 

25.  Porzellan-Figur,  „Winter",  unbemalt,  Blaumarke,  Wien  um  1760. 

26.  Porzellan- Schäl chen,    sogen,  Türkenköpfchen    mit  buntem  japanisierenden 

Blumendekor,  Blaumarke,  Wien  um  1770. 


LVII 

27.  Porzellan-Kanne,  mit  bunten  Blumenbuketts  und  Streublümchen,  Ausguß  in 

Eocaillen-Form,  goldgehöht,  der  Deckel  mit  plastischer  Blume  (be- 
schädigt), Blaumarke,  Wien  um  1770. 

28.  Porzellan-Untertasse,  Dekor  in  japanisierender  Art  in  Unterglasurblau,  Rot 

und  Gold,  Blaumarke,  Wien  um  1780. 

29.  Porzellan-Kaffee-Ober-  und  Untertasse,    auf  den  Rändern  Banddekor  (weiß, 

rot),  im  Fond  goldene  Sternchen,  Blaumarke,  Wien  um  1792. 

30.  Porzellan-Oberskännchen,  geriefelt,  mit  Streublümchen  und  plastischer  Blume 

als  Deckelknauf,  ßlaumarke,  Wien,  18.  Jabrh.,  letztes  Drittel. 

31.  Suppen -Terrine,   Porzellan,   etwas  gerippt,   bemalt  mit  Blumenbuketts,  an 

den  Rändern  flechtwerkartige  Bordüren,  der  Deckelknopf  als  plastische 
rote  Rose,  die  Henkel  nach  abwärts  gebogen,  Blaumarke,  Wien, 
Ende  des  18.  Jahrb. 

32.  Große  ovale  Schüssel,   mit  bunten  Blumensträußen  bemalt  und  flechtwerk- 

artigem  Rand,  blauer  Bindenschild  unter  der  Glasur. 

33.  Porzellan-Oberskanne,  in  bauchiger  Form,  dekoriert  mit  bunten  Streublumen 

und  einer  bandartigen  Umschnürung  mit  Schleifen,  Deckel  mit 
plastischer  Birne  als  Knauf,  Blau  marke,  Wien. 

34.  Porzellan-Kaffee-Obertasse,  mit  Ansicht  des  Stephans-Domes  (von  der  Chor- 

seite), weißem,  golddekoriertem  Rand  und  königsblauem  Grund  und 
französischer  Inschrift,  Blaumarke,  Wien  um  1800. 

35.  Porzellan-Oberskanne,  mit  eckigem  Henkel,  um  den  Rand  ein  Blumenkranz 

von  großen  bunten  Blumen  und  Goldverzierung,  Blaumarke,  Wien 
um  1810. 

36.  Mokkaschälchen  mit  Untertasse,  Porzellan,  mit  buntem  Blumendekor,  Blau- 

marke, Wien. 

37.  Hand  der  berühmten  Tänzerin  Fanny  Elßler  (weiß  mit  schwacher  Fleischtönung 

und  aufgemaltem  Brasselett),  Porzellan,  eingepreßte  Marke,  Wien  1816. 

38.  Porzellan -Suppen -Terrine,    mit   blau-rot-grünen    Streublümchen    und    ein- 

gepreßter Bindenschildmarke,  Wien,  Empire  (beschädigt). 

39.  Kaffee-Obertasse,   Porzellan,   zylindrisch,   in   der  Mitte   ein  mit   Girlanden 

von  Vergißmeinnicht  und  Weinlaub  bemalter  Streifen,  Fond  hellgrün, 
Wien  1818. 

40.  Porzellan -Oberskanne,   Empire,   mit  mattgrünem  Grund  und  weißer,  gold- 

verzierter Bordüre  und  weißer  Girlande,  Wien  1819. 

41.  Porzellanschale  mit  Untertasse,  mit  bestellter  Widmung,  vergoldeten  Rändern 

und  plastisch  verziertem,  überhöhtem,  vergoldetem  Henkel  (Löwen- 
maske, Palmette  und  Traube),  Blaumarke,  Wien  1820. 

42.  Kaffeeschale  mit  Untertasse,  mit  Streublümchen,  blauer  Bindenschildmarke 

und  „P  36"  auf  der  Glasur. 

43.  Porzellan -Vase,    unten   zylindrisch,    oben   weit   ausladend,   auf  viereckiger 

Bodenplatte,  Ränder  und  Platte  vergoldet,  auf  der  Mantelfläche  bunt- 
farbige Blumen  in  sehr  sorgfältiger  Ausführung  auf  matt-goldenem 
Grunde,  Blaumarke,  Wien  1826. 

44.  Kaffee-Ober-  und  Untertasse,  becherförmig,  mit  überhöhtem  runden  Henkel, 

ganz  vergoldet,  oben  mit  Mattgolddekor  (Lorbeerzweige),  vorn  in 
Farben  Bildnis  des  Kaisers  Franz,  Wien,  Blaumarke,  dat.  1827  (weitere 
Ziffern  12  und  209);  Untertasse  ebenfalls  mit  Mattgolddekor  (in  der 
Mitte  ein  bekränztes  Liktoren-Bündel),  eingedrückte  Marke,  dat.  829. 


LVIII 

45.  Porzellan  -  Schäl chen ,    achteckig,    mit    Blaumalerei    unter    der    Glasur    in 

japanisierender  Art,  eingedrückte  Marke,  Wien  1859? 

46.  Porzellan-Ober-  und  Untertasse,  mit  buntem  Blumendekor  und  eingepreßtem 

ßautenschild,  Nymphenburg. 

47.  Porzellan-Ober-  und  Untertasse,  mit  bunten  Blumen  bemalt,  Nymphenburg. 

48.  Porzellan-Ober-  und  Untertasse,  mit  chinesischen  Blumen,  blaue  Schwerter- 

marke mit  Stern. 

49.  Porzellan -Teekanne,   mit  unterglasurblauer  Malerei,  japanisierendes  zartes 

Eankenwerk,  Marke  Rudolstadt  unter  der  Glasur. 

50.  Porzellan -Oberskanne,  gerippt,    mit  rotem  Blumendekor  in  japanisierender 

Manier,  Marke  E  über  der  Glasur  in  Rot,  Rudolstadt  um  die  Mitte 
des  18.  Jahrh. 

51.  Kaffee-Ober-   und  Untertasse,  Obertasse   mit   weit  ausladendem   Rand   und 

hoch  emporgehobenem,  in  der  Mitte  mit  einem  Stern  versehenem 
Henkel,  auf  der  Mantelfläche  mit  großen  bunten  Blumensträußen  be- 
malt, Ränder  stark  vergoldet,  eingestochene  Marke  S  (Schlackenwald). 

52.  Porzellan -Glockenzug -Griff",    in   einer   durchbrochenen,    aus  roten,    blauen 

und  weißen  Akanthus-Blättern  gebildeten  Nische  die  Figur  einer 
Schäferin,  Rokoko. 

53.  Porzellan -Schale,  zylindrische  Form,  mit  eckigem  Henkel  und  Ansicht  der 

Kapuzinerkirche  in  Linz,  mit  Widmung,  1851. 

54.  Steingut -Ober-   und   Untertasse,    mit    eingepreßter  Ankermarke   Davenport, 

Fond  schwarz  gestreift  und  Felder  mit  Blumen  in  japanischer  Manier, 
Aufdruck  in  Schwarz. 

55.  Steinzeug -Vase,    oben  ausgebaucht,   mit  grüner  gesprenkelter   und  brauner 

geflossener  Glasur  und  einem  relieüerten  Beeren -Muster,  modern, 
k.  k.  Fachschule  Teplitz-Schönau. 

56.  Steinzeug -Vase,  oben  sich  verjüngend,  mit  brauner  und  blau  gesprenkelter 

Glasur,  die  Handhaben  in  Form  von  kantigen  Rippen,  modern, 
k.  k.  Fachschule  Teplitz-Schönau. 

Griäser. 

(Geschenke.) 

1.  Henkelbecher   mit  Untertasse   aus   blauem  Glas,   mit   aufgemalten  goldenen 

Rokoko-Ornamenten. 
Dickwandiges   Glas   mit  konkav  geschliffenen  Facetten,   mit  Ausnahme   des 

Fußes  blaßrot  geätzt,  böhmisch,  Biedermeierzeit, 
Weinservice,  bestehend  aus  Flasche,  12  Gläsern  und  Untertasse,  Rubinglas, 

geschliffen,  mit  Goldrändern,  böhmisch,  Biedermeierzeit. 
Stengelglas,  grün,  mit  geschliffenem  viereckigen  Fuß, 

(Herr  Dr.  M.  Keppelmayr,  Linz.) 

2.  Bierglas   mit   volkstümlicher  Emailmalerei   (zwei  Herzen   mit  Palmenzweig). 

und  Aufschrift:  „nichts  schöners  zwischen  zwey  florirt,  als  wo  die  3 
gehalten  wird".  (Herr  Ant,  Pellizotti,  Linz,) 

(Ankäufe.) 
1.  Spiegel  in  geschweiftem  (ehemals  silberbelegtem)  Birnholz-Rahmen,  der  Rand 
des  Spiegels   durchwegs  in  Laub   und  Bändel  werk  -  Motiven   graviert, 
1.  Hälfte  des  18.  Jahrhunderts. 


LIX 

2.  Stengelglas  mit  ovalem  Grundriß,  facettiert,  mit  Goldrand  und  abgewaschener 

Vergoldung   mit  Sternen   und  Blumen,   rote   und   goldene  Fäden   im 
facettierten  Stengel,  böhmisch,  18.  Jahrhundert. 

3.  Deckelpokal  auf  hohem,   facettierten  Ständer,   mit   ovalem  Schliff  dekoriert. 

4.  Stengelglas  mit  rotem  Faden  im  Nodus,  mit  geschnittener  Darstellung  einer 

Taube  mit  Ölzweig  zwischen  Blumen  und  der  Inschrift:    „Ich  bringe 
den  Frieden-,  böhmisch. 

5.  Kelchglas  mit  flachem  Boden  und  weit  ausladendem  Kelch,  böhmisch. 

6.  Glasflasche  mit  Henkel,  zellenartig  gemustert,  mit  mehrfach  eingeschnittenem 

Bauch,  der  lange  Hals  mit  Schlifi"-Imitation,  mit  nicht  dazugehörigem 
Zinndeckel,  böhmisch,  Biedermeierzeit. 

7.  2  Weinflaschen,  klein,  ballonförmig,    mit    eingeschliffenen    und    vergoldeten 

Festons,  Biedermeierzeit. 

8.  Vase  von  grünem  Glas  mit  stilisierten  Kleeblättern   und  Vergißmeinnicht  in 

Tiefschnitt.     K.  k.  Fachschule  Steinschönau. 


Metallarbeiten. 

(Geschenke.) 

1.  Kleine  Teekanne,  japanisch,  mit  buntem  Zellenemail  in  Silber  (Schmetterling 

auf  blauem  und  Blumen  auf  grünem  Grund\  unten  geschuppt.) 

(Herr  Prof.  Em.  Moser,  Graz.) 

2.  Niello-Zierscheiben,  Silber,   mit  den  Brustbildern    eines  jugendlichen  Liebes- 

paares. (Das  Mädchen  mit  Haarnetz  und  Mantel,  der  Jüngling  mit 
Barett  und  Schaube.)  Italienisch.  15.  Jahrhundert.  Später  als 
Anhänger  gefaßt.  (Archit.  Bruno  Schmitz,  Berlin.) 

3.  Pokal,  Silber,  teilweise  vergoldet,  als  Deckelknauf  eine  Wappentafel,  beider- 

seits mit  den  Wappen  von  Linz  und  Oberösterreich,  in  gotisierenden 
Formen,  die  Felder  teilweise  guillochiert  und  graviert,  vorn  von 
einem  plastischen  Kranz  umgeben  die  Inschrift:  „Herrn  Eduard  Thum 
zur  Erinnerung  an  den  1.  November  1875  von  den  Gemeinderäten 
und  Armeninspektoren  der  Landeshauptstadt  Linz",  mit  Untersatz. 
(Geschenk  der  Herren  Otto  u.  Eduard  Thum,  Linz, 
aus  dem  Nachlasse  des  Stadtrates  Thum.) 

4.  Pokal  aus  Silber,   vom  5.  deutschen  Bundesschießen  in  Stuttgart  1875;    der 

Kelch  innen  vergoldet. 

(Aus  dem  Nachlasse  des  f  Herrn  Aug.  Köhler,    Arzt  in  Steyregg.) 

(Ankäufe.) 

1.  Dose,    Kupfer,   getrieben,    länglich,    mit  Bandelwerk   und   Chinesenköpfen 

dekoriert,    angeblich    Linzer  Arbeit,    Mitte    des    18.  Jahrhunderts. 

2.  Weihwasserkessel  aus  Zinn,   mit  reliefierter  frühbarocker  Ornamentik,   1680. 

3.  Weihwasserkessel  aus  Bronze,  versilbert,  barock. 

4.  Messingleuchter  mit  rosetten-,   stern-   und   blattartiger  Musterung   auf  dem 

Schaft,  um  1825. 

5.  Messingleuchter  mit  verschiedenartiger,  band-  und  flechtwerkartiger  Musterung, 

Empire. 

6.  Messingleuchter,  graviert,  Mitte  des  18.  Jahrhunderts. 


LX 

7.  Messingleuchter   mit   dreiseitigem,   muschelartig  dekoriertem   Schaft,    Ende 

des  18.  Jahrhunderts. 

8.  7  Messingleuchter  von  verschiedenen  Formen,  Empire  und  Biedermeierzeit. 

9.  17  Leuchter  aus  Zinn  in  Rokoko-  und  Empire-Formen. 

10.  2  hohe  Messingleuchter  mit  breiter  flacher  Basis. 

11.  2  Glocken-Leuchter,  Messing. 

12.  Schnellwage  aus  Bronze. 

13.  Kirchenampel,  Silber,  getrieben,  mit  durchbrochenem  Rankenwerk  und  drei 

Schildern    mit    den    Leidenswerkzeugen    in    Relief,    die    Henkel   mit 
Engelsköpfchen,  Barockzeit,  Augsburger  Arbeit. 

14.  Kirchenampel  von  besonderer  Größe,   Messing  und  versilbert,  mit  reichem, 

durchbrochenem  Laubwerk  und  blanken  Messingscheiben,  die  Henkel 
mit  Engelsköpfchen,  Barockzeit. 

15.  Kirchenampel,  Bronze,  versilbert,  mit  Gitterwerk  und  Rocaillen  durchbrochen 

gearbeitet     und    mit    blanken     Messingschildern,     die    Henkel     mit 
zackigen  Blättern  belegt,  Rokoko. 

16.  Kirchenampel,   dreiseitig,   versilbert,   in   der  Mitte   der  konkaven  Felder  je 

ein  Herzschild  in  Rocaille-Rahmen,  18.  Jahrhundert. 

17.  Kirchenampel,  Zinn,  mit  Engelsköpfen,  Mitte  des  18.  Jahrhunderts. 

18.  Kirchenampel,  Zinn,  mit  Festons  dekoriert,  Empire. 

19.  5  Metallrahmen  für  Miniaturen,  darunter  2  vergoldet. 


Holzarbeiten. 

(Geschenke.) 

1.  Tischchen,  braun  gebeizt,  Zarge  und  Fuß  geschnitzt. 

2.  Kassette,  reich  geschnitzt  (Arbeiten  des  Bildhauers  Keplinger  in  Ottensheim). 

(Aus  dem  Nachlasse  des  Herrn  Aug.  Köhler,  Arzt  in  Steyregg.) 

(Ankäufe.) 

1.  Kästchen  mit  Wismut-Malerei  (bunte,  volkstümliche  Blumenmalerei).  17.  Jahrh. 

2.  Prozessionsstange,  mit  glattem  Schaft  und  Akanthus-Kapitäl. 

3.  Zwei  Prozessionsstangen   aus  bemaltem  Holz,  mit  geschupptem  Schaft   und 

Akanthus-Kapitäl,   oben  holzgeschnitzte,   bemalte  Engelfiguren,  Ende 
des  16.  Jahrh. 

4.  Fünf  alte  Sessel  mit  Lederpolsterung  und  Kerbholzschnitzerei. 

5.  Standuhr  von  Matth.  Müllner,  Wien,  Gehäuse  zylindrisch,  Ständer  mit  vier 

ornamental  behandelten  Pfeilern,  mit  Alabaster-Einlagen  und  Bronze- 
beschlägen, Empire. 

6.  Holzlöifel  mit  Silberstiel,  17.  Jahrh. 

Musikinstrumente. 

(Ankäufe.) 

1.  Clavichord,    auf  den  Tisch  zu  legen,    mit  Messingstiften,  vier  Oktaven ;     die 

zwei  untersten  schwarzen  Tasten  geteilt  für  je  zwei  Saiten,  17.  Jahrh. 

2.  Alte  Zither,  in  Dreiecksform,  mit  schmalem  Griffbrett. 


LXI 

Bucheinbände. 

(Geschenk.) 

Zwei  persische  Lackdeckel  mit  figuralen  Darstellungen. 

(Herr  Vizepräsident  Jo3.  Straberger.) 

(Ankauf.) 

Gebetbuch,  schwarzer  Ledereinband  mit  Goldpressung  und  Silberbeschlägen 
und  Schließe.  Inhalt :  P.  Liborii  Siniscalchi  Bett-  und  Leßbuch.  3.  Aufl. 
Augsburg  1762. 

Kupfer-  und  Stahlstiche,  Holzschnitte,  Lithographien. 

(Geschenke.) 

1.  Lithographie,  Das  Treffen  bei  Ebelsberg  1809,  von  J.  L.  Rugendas  in  Leipzig. 
Holzschnitt,    Gedenk  blatt    zur    Befreiung    Wiens    von    der    Türkennot    im 

Jahre  1683. 
Stahlstich,  Schlacht  auf  dem  Lechfelde,  nach  Jul.  Frank. 

(Aus  dem  Nachlasse  des  Herrn  Aug.  Köhler,  Arzt  in  Steyregg.) 

2.  Kupferstich  mit  der  Darstellung  Kaiser  Franz  L  auf  dem  Totenbette   (mit 

Unterschrift).  (Frl.  Emma  Reichenbach,  Enns.) 

(Ankauf.) 

Stahlstich,  darstellend  das  Donaupanorama  von  Ulm  bis  Wien.  Gez.  von 
B.  Grueber,  k.  k.  Professor  in  Prag.  In  Stahl  gest.  von  H.  Winkles. 
Kartoniert,  ohne  Jahreszahl.  (Aus  den  Dreißiger-Jahren  des  19.  Jahrh.) 

Malerei. 

(Geschenke.) 

1.  Fünf    Gouachemalereien    auf  Pergament,    darstellend    die    „Fünf  Sinne"; 

vermutlich   vom   Linzer   Maler  Wolfgang  Josef  Kadorizi,    18.  Jahrh. 

(Herr  Dr.  Karl  R.  v.  Görner  in  Linz.) 

2.  Aquarell,    Gedenkblatt:    Vorstellung    des    Bürgerkorps    in    Steyregg    am 

15.  Mai  1802.  Gemalt  von  Em.  Müllner,  1889. 

(Aus  dem  Nachlasse  des  -f  Herrn  Aug.  Köhler,  Arzt  in  Steyregg.) 

(Ankäufe.) 

1.  Miniatur-Porträt,  Christoph  Harrandt   von  Poltschütz,   1631    (auf  Holz),   be- 

zeichnet: „Anno  1597  Aetatis  suae  34". 

2.  Miniaturbild  (auf  Papier),  Porträt  einer  jungen  Dame,  Ende  18.  Jahrh. 

3.  Miniaturbild  (auf  Elfenbein),  Porträt  einer  sitzenden  Dame,  Empire. 

4.  Miniatur    (auf  Papier),    Venus    mit  Schleier    und  Gürtel,    in    der  erhobenen 

Linken  den  Apfel  haltend,  Empire. 

5.  Ölgemälde,  Porträt  des  Vaters  des  weil.  Bürgermeisters  Dr.  Wiser. 


LXII 

Plastik. 

(Geschenke.) 

1.  Beinschnitzerei,  Christi  Geburt,  mitteldeutsche  Arbeit,  18.  Jahrh.  (Die  Figuren 

aus  flachen  Blättchen  geschnitten.)  (Herr  Dr.  M.  Keppelmayr,  Linz.) 

2.  Elfenbein-Miniaturschnitzerei,  Christus  am  Kreuz,    darunter  Maria,   Eokoko. 

(Herr  Dr.  M.  Keppelmayr,  Linz.) 

3.  Kruzifix,   holzgeschnitzt  und  bemalt   (oben  Gott  Vater  und  hl.  Geist,   unten 

hl.  Maria),  ländliche  Arbeit,  Ende  des  18.  Jahrh. 

(Herr  Anton  Pellizotti,  Linz.) 

4.  Bronze-Statuette,  Erzherzog  Karl  zu  Pferde,  Entwurf  für  das  am  Bnrgplatze 

zu  Wien  aufgestellte  Denkmal  des  Erzherzogs  Karl,  vom  Bildhauer 
Fernkorn  1847 ;  in  Bronze  ausgeführt  von  Hollenbach. 

(Herr  Hugo  Steinmaßler  Eitter  von  Steinwall, 
k.  k.  Bezirkshauptmann,  Linz.) 

5.  Statuette    (Gips),    Adalbert    Stifter,    Konkurrenz-Entwurf  des    Stifter-Denk- 

males in  Linz  (mit  dem  I.  Preis  gekrönt)  von  Otmar  Schimkowitz,  Wien. 
(Präsidium  der  AUgem.  Sparkasse  und  Leihanstalt  Linz,  angekauft 
aus  der  Ausstellung  der  Wiener  Sezession  im  Linzer  Kunstverein.) 

(Ankäufe.) 

1.  Madonnen-Statue,  aus  Holz  geschnitzt,   88  cm  hoch,   die  Gestalt  in  lebhaft 

bewegter  Haltung,  die  Hand  auf  die  Brust  legend  (offenbar  von 
einer  Kreuzigungsgruppe).  Nur  mehr  Reste  der  Bemalung  erhalten. 
Oberdeutsch,  Anfang  des  16,  Jahrh. 

2.  Gruppe:  Joachim  und  Anna,  Holzschnitzerei,  17.  Jahrh. 

3.  2  holzgeschnitzte  Engel  von  einem  Barockaltar,   mit  Resten  von  Bemalung. 

4.  Rehef,   aus  Speckstein  geschnitten,    Adam   und  Eva   unter   dem  Baum  der 

Erkenntnis,  süddeutsch,  16.  Jahrh. 

5.  Relief  büste  einer  Frau,  Holzschnitzerei,  Empire. 

6.  Perlmutterrelief,   oval,   mit  der  Darstellung   des  Besuches  der  Venus  in  der 

Schmiede  des  Vulkan,  Anfang  des  19.  Jahrh. 


Textiles. 

(Geschenke.) 

Eine  Anzahl  Stick-  und  Strickmuster,  sowie  Muster  von  genetzten,  genähten 
und   geklöppelten   Spitzen,    sämtlich   aus    dem  Ende   des   18.   Jahrh. 

(Frl.  Emma  Reichenbach,  Enns.) 

(Ankäufe.) 

1.  Patene  aus  rotem  Samt,  mit  Goldborten  und  barocker  Silberstickerei. 

2.  Mehrere  Kasein,  Kelchtücher  und  Stolen,  Barock  und  Rokoko. 


LXIII 

Trachtenstücke. 

(Geschenke.) 

1.  Frauenspenser  aus  rotbrauner  Seide,  Frauenrock  aus  weißer  Seide  mit  bunter 

Seidenstickerei  (angeblich  von  der  Großmutter  des  verstorbenen  Obersten 
ßancalari  im  Jahre  1790  als  Hochzeitskleid  getragen). 

(Familie  Bancalari.) 

2.  Drei  große  Steckkämme  aus  Holz,  schwarz  lackiert, 

(Franz  Woerndle,  Obernberg.) 

(Ankäufe.) 

1.  Weste   aus   rotem  Damast   mit  Goldborten  und  mit  Goldflinserln  besetzten 

Knöpfen.     (Für  Leibgardisten  oder  Läufer),  Rokoko. 

2.  Außenmieder  samt  Brustlatz  aus  reichem  Goldbrokat  mit  Goldborte. 

3.  Weste  aus  grünem,  gemusterten  TafFet  mit  echten  Goldborten,  Anfang  des 

19.  Jahrh. 

4.  Brusttuch  aus  schwarzer  Seide  mit  Bordüre  in  Goldstickerei  mit  Goldflinserln 

und  Steinen  besetzt,  oberösterreichisch,  Anfang  des  19.  Jahrh. 

5.  Frauenhut  aus  weißem  Filz,  zylinderförmig,  mit  breiter,  schwach  nach  abwärts 

gebogener  Krampe,  welche  innen  mit  gefaltetem  Seidenstoff  gefüttert 
ist;  oberösterreichisch,  erste  Hälfte  des  19.  Jahrh. 

6.  Spitzenhaube,   der  Boden   mit  Chenilleblumen  unter  schwarzen  Spitzen,   am 

Rande  eine  Goldborte  mit  eingewebten  Blumen,  Anfang  des  19.  Jahrh. 

7.  Ledergürtel,  in  grüner  Seidenstickerei  die  Jahreszahl  1807,  2  Sensen  und  die 

Buchstaben  K.  Z.,  umgeben  von  reicher,  den  ganzen  Gürtel  bedeckender 
Stickerei  mit  2  Schließen  aus  getriebenem  Silber;  12  cm  breit. 

Volkskunde. 

(Geschenke.) 

1.  Nähkissen  zum  Anschrauben,  volkstümliche  Drechslerarbeit. 

(Frau  Johanna  Töpfer,  Linz.) 

2.  Drei  oberösterreichische  Hochzeitsbuschen. 

(Frl.  Fanni  Hackl,  Lehrerin,  Brück  b/P.) 

(Ankauf.) 
Pferdekamm  aus  Messing,  figural  verziert. 

Verschiedenes. 

(Geschenke.) 

1.  Hornlöffel  (Doppellöffel)  zusammenlegbar,  auf  dem  großen  Löffel  eingeschnitten 

eine  Kruzifixdarstellung,  auf  dem  kleineren  die  Marterwerkzeuge  Christi. 
18.  Jahrh.  (Frau  Johanna  Töpfer,  Linz.) 

2.  Quodlibet-Ofenschirm   aus   der  späteren   Biedermeierzeit,    reich  beklebt   mit 

Kupferstichen,  Stahlstichen  und  Lithographien,  darunter  ein  kolorierter 
Punktierstich  und  eine  lithographische  Darstellung  der  Tänzerin  Fanni 
Elßler.  (Herr  Ludw.  Benesch,  Privat,  Linz.) 


LXIV 


(Ankauf.) 


Siegeltypar  mit  dem  in  Silber  gravierten    k.  k.  Adler  und  der  Umachrift: 
k.  k.  Kreisamt  d.  Hausruk  Virtel  in  Os.  ob  d.  Enns. 


Entomologie. 

(Geschenke.) 

1.  Ein  Stück  Daphnis  nerii  L,  gezogen  aus  in  Mondsee  gefundener  Raupe. 

(Frl.  Dora  Hofbauer,  Linz). 

2.  Eine  Kollektion  einheimischer  Groß-  und  Kleinschmetterlinge. 

(Herr  Hauder,  Linz.) 

3.  Eine  Kollektion  meist  einheimischer  Lepidopteren,  darunter  Belegstücke  von 

Cerura  bicuspis  Bkh.,  Exaereta  ulmi  Schiff.,  Hadena  geminea  Tr,, 
Larentia  firmata  Hb.  u.  a.,  deren  Vorkommen  in  Oberösterreich  in 
jüngster  Zeit  konstatiert  wurde.    (Herr  H.  Kautz,  Ingenieur,  Linz.) 

4.  Eine  Kollektion   einheimischer   Schmetterlinge,   darunter   die   seltene   Colias 

myrmidone  ab.  alba  Stgr.  (Herr  Ferd.  Himsl,  Linz.) 

5.  47  Arten  exotischer  Lepidopteren  in  89  Exemplaren. 

(Herr  H.  Fruhstorfer,  Berlin.) 

Botanik. 

(Ankauf.) 
Vier  Zenturien  (der  Jahre  1901  bis  1904)  des  Herbarium  normale. 

Mineralogie,  Geologie. 

(Geschenke.) 

1.  Bol,  gefunden  bei  Hagenberg. 
Feldspat-Zwillinge,  gefunden  bei  Hagenberg. 

(Eeferent  Direktor  Commenda,  Linz.) 

2.  Ostrea  crassissima  und  Haifischzähne,  Mettmach. 

(Oberst  Freih.  von  Handel-Mazzetti,  Linz.) 

3.  Fucoiden  im  Mergelkalk  des  Flysch  bei  Kirchdorf. 

(Herr  Lehrer  Franz  Hauder,  Linz.) 

4.  Kriechspuren  im  Sande,  Riesenedergut  in  Urfahr, 

Haifischzähne,  Rieseoedergiit  in  Urfahr.    (Herr  Franz  Rieseneder,  stud.  ing.) 

5.  Alabaster  vom  Bosrucktunnel.  (Herr  Ing.  von  Brunswyk,  Linz.) 
€.  Verwitterungsstück  im  Kalk,  Kleinreifling. 

Suite  von  56  Stück  Kordieritgesteinen  der  Gegend  von  Linz  mit  Sillimanit, 

Graphit  etc. 
Suite  von  4  Sp.  Dil.  Schnecken  aus  Ungarn. 

(Herr  P.  R.  Handmann  S.  I.) 
7.  Suite   von   55  Gesteinen    des  steiermärkischen  Teiles    des  Bosrucktunnels. 

(Herr  Oberlehrer  K.  Wegrosta,  Spital  a.  P.) 


LXV 

8.  Suite  von  32  Exemplaren  Bernsteinsorten   des  Samlandes   und  Einschlüsse 

desselben.       (Herr  Professor  Dr.  E.  Schellwien,  Königsberg  i.  Pr.) 

9.  Suite  von  100  Stück  Gesteinen  aus  Tirol.   ^ 

(Herr  Professor  Th,  Gissinger,  Linz.) 

(Ankäufe.) 

1.  Fergusonitstufe,  ßaade  in  Norwegen. 

2.  Columbit,  kristallisiert,  Raade  in  Norwegen. 

3.  Bröggerit,  lose  kristallisiert,  Eaade  in  Norwegen. 

4.  Silber,  gediegen,  Kongsberg  in  Norwegen. 

5.  Granat,  mOm,  Nordland,  Norwegen. 

6.  Astrophyllit,  Langesundfjord,  Norwegen. 


Bücherei. 

Folgende  Herren  haben  dem  Museum  von  ihnen  verfaßte  Werke  gespendet: 
Bahr  Hermann  („Unter  sich",  Ein  Arme  Leut-Stück) ;  Berger  Franx,  Theol.-Dr. 
(Der  oberösterreichische  Topograph  Joh.  E.  Lamprecht,  Der  Krieg  Maximilians  I. 
mit  Venedig  1510);  Handel -Maxxetti  Viktor  Freih.  v.  (Ein  vergessener  Linzer); 
Hauder  Franx  (H.  Beitrag  zur  Macrolepidopteren-Fauna  von  Österreich  o. d.E.); 
Höfken  Ritter  von  (Archiv  für  Bracteatenkunde,  Wesen  und  Entwicklung  der 
Bracteaten,  Passauer  Pfennige  u.  a.) ;  Kinnast  Flor,  G.  P.  (Dr.  Jakob  Wichner, 
Senior  etc.  der  Abtei  Admont);  Koch  Oust.  Ad.,  Dr.  (Zur  Eröffnung  der  Erz- 
herzogin Marie  Valerie-Quelle  in  Bad  Hall) ;  Markt  Andreas  (Weder  Mediolanum 
noch  Ticinum,  sondern  Tarraco);  Mayrhofer  B.,  Dr.  (Diverse  Broschüren); 
Oberchristi  Flor.  (Der  gotische  Flügelaltar  und  die  Kirche  in  Kefermarkt) ; 
Fächer  Paul  (Der  klägliche  Versuch,  Eugen  Dühring  totzuschweigen);  Pachitiger 
Anton  (Wallfahrts-  und  Weihemünzen  des  Erzherzogtumes  Osterreich  o.  d.  E., 
Medaillen  von  Peter  und  Paul  Seel,  Unedierte  Medaillen  auf  bayerische  Wallfahrts- 
orte) ;  Prechtl  Hertnatin  (Ins  Stubai,  Am  Brenner) ;  Paxaurek  Gust.,  Dr.  (Alte 
und  neue  Beleuchtungskörper);  Schiffmann  Konr.,  Dr.  (Zum  Meier  Helmbrecht); 
Wilcxek  Hans  Graf  (Erinnerungen  eines  Waffensammlers) ;  Ziötl  H.,  Dr.  (Die 
Waisenfürsorge  für  den  Gerichtsbezirk  Eferding). 

Weiter  bedachten  die  Bücherei  mit  Spenden  an  Büchern,  Broschüren, 
Landkarten,  Bildern  u.  dgl. :  Herr  Beckers  E.  Graf,  Linz ;  Herr  Blittersdorff 
Phil.  Freiherr  v.,  Linz;  Böhmerwaldbutid,  Deutscher,  Budweis;  Herr  Commenda 
Hans,  Direktor,  Linz ;  Herr  Danner  Kajetan,  Linz ;  Fink  Vinxenx,  k.  k.  Hof- 
buchhandlung, Linz ;  Herr  Görner  Karl  R.  v.,  Dr.,  Linz ;  Herr  Heberle 
J.  M.,  Köln;  Herr  Kinoshita  St.,  Dr.,  Kyoto;  Herr  Klopf  Johann,  Linz;  Herr 
Krackowixer  Ferd.,  Dr.,  Linz;  Herr  Kränxl  Emil,  Dr.,  Linz;  Herr  hychdoi-ff 
Vinxenx  V.,  Urfahr;  'S.qxx  Liebenwein  Max,  Burghauaen;  Preßverein,  Katholischer, 
Linz ;  Herr  Stockhammer  Gustav,  Floridsdorf ;  St.  Florian,  Chorherrenstift ;  Herr 
Straberger  Josef,  Linz ;  Herr  Tscherne  Friedrich,  Linz ;  Herr  Weiß  August,  Wien  ; 
Wien,  Kaiserl.  AJcademie  der  Wissenschaften;  Wien,  K.  k.  österr.  Museum  für 
Kunst  und  Industrie. 

Folgende  Behörden,  Körperschaften  u.  dgl.  spendeten  ihre  Veröffent- 
lichungen :  Bürgerkorps,  K.  k.  priv.,  Steyr ;  Dombauverein,  Linz ;  Gesellsefiaft  xur 
Eörderung    deutscher    Wissenschaft,    Kunst    und   Ldteratur    in   Böhmen,    Prag; 


LXVI 

Landesaussehuß  vcni  Oberösterreich,  Liaz;  Landes -Bi'ctndschaden- Versicherungs- 
anstalt, Linz;  Landes  -  Tierschutxverein,  Linz;  Oixlinariat,  Bischöfliches,  Linz; 
Reichsrat,  Wien ;  Sparkasse,  Allgemeine,  Linz  ;  Sparkasse,  Städtische,  Linz ;  Spar- 
kasse Urfahr;  Sparkasse  Kirchdorf;  Sparkasse  Leonfelden;  Stadtgemeinde- 
Vorstehung  Linz;  Turngaurat  von  Oberösterreich  und  Salxburg,  Linz;  Turnverein 
Linz;  Tramway-  und  Elektrixitäts- Gesellschaft,  Linz;   Verein  der  Techniker,  Linz. 

An  Tages-  und  Wochenblättern  wurden  der  Musealbibliothek  seitens  des 
betreffenden  Zeitungsverlages  unentgeltlich  zugewendet:  „Ave  Maria",  „Bauern- 
führer", „Deutscher  Michel",  „Linzer  Volksblatt",  „Linzer  Zeitung",  „Mühlviertler 
Nachrichten",  „Neue  Warte  aminn",  „Tages-Post",  „Linzer  Tierfreund",  „Volks- 
bote", „Wahrheit",    „Welser  Zeitung"    und  zu  ermäßigtem  Preise  „Alpenbote". 

Der  Ankauf  von  Büchern  beschränkte  sich  fast  nur  auf  solche  Werke, 
welche  sich  für  die  Arbeiten  in  den  einzelnen  Fachabteilungen  als  notwendig 
erwiesen. 


Drama  und  Theater  in 
Österreich  ob  der  Enns 

bis  zum  ]ahre  1803. 


Von     oooooooooo 

Dr.  Konrad  Schiffmann. 


Vorwort. 

Indem  ich  hier  dem  gebildeten  Publikum  meiner  Heimat  die 
Ergebnisse  mehrjähriger  Nachforschungen  und  Studien  vorzulegen 
mir  erlaube,  erfülle  ich  eine  selbstverständliche  Pflicht,  wenn  ich 
dabei  aller  derjenigen  dankbar  gedenke,  die  mich  in  meiner  Arbeit 
gefordert  und  ihre  Drucklegung  in  dieser  Form  ermöglicht  haben.  Es 
sind  dies:  Die  Bibliotheks -Verwaltungen  der  Stifte  Kremsmünster, 
Lambach  und  St.  Florian,  die  Direktion  der  Wiener  Hof  bibliothek, 
die  Chordirektoren  P.  G.  Huemer  in  Kremsmünster  und  P.  B.  Grüner 
in  Lambach,  Herr  Buchdruckerei  -  Besitzer  J.  Wimmer  und  Herr 
Lehrer  Fürböck  in  Linz,  Herr  Viktor  Melzer  in  Wien,  meine 
Kollegen  Prof.  Dr.  A.  HöUrigl  und  Dr.  J.  Ilg  und  nicht  zuletzt 
der  Verwaltungsrat  des  Museums  Francisco-Carolinum  in  Linz,  der 
die  Drucklegung  und  illustrative  Ausstattung  der  Arbeit  in  so  ent- 
gegenkommender Weise  beschlossen  hat. 

ürfahr,  31.  Juli  1904. 

Der  Verfasser. 


1* 


Einleitung. 


Es  ist  meine  Absicht,  eine  Geschichte  der  deutschen  Dichtung 
im  Lande  ob  der  Enns  zu  schreiben. 

Wenn  ich  nun  dieses  Versprechen  zunächst  mit  der  histo- 
rischen Darstelhing  der  Dramatik  einlöse,  so  geschieht  es  nicht 
etwa  in  der  Überzeugung,  daß  die  Dramatik  als  eine  von  der  Poesie 
verschiedene,  selbständige  Kunst  zu  betrachten  sei,  als  deren  wesent- 
lich voneinander  nicht  zu  scheidende  Bestandteile  sich  die  Kunst 
der  dramatischen  Komposition   und  die  Schauspielkunst  darstellten. 

Wenn  ich  gleichwohl  auch  dem  Mimen  Kränze  flechte,  tue 
ich  es,  weil  ich  mit  Kichard  Wagner  glaube,  daß  ein  Kunstwerk 
nur  dadurch  existiere,  daß  es  zur  Erscheinung  kommt,  und  dieses 
Moment  für  das  Drama  die  Aufführung  auf  der  Bühne  sei. 

Ich  habe  also  Drama  und  Theater  im  Auge,  verweile  lieber 
bei  „brettergerechten"  Stücken,  wie  Goethe  und  Schack  sich  aus- 
drückten, und  übergehe  bloß  von  Oberösterreichern  herrührende,  hier 
aber  nicht  nachweislich  aufgeführte  Stücke,  wie  die  Dramen  von 
M.  Denis,  oder  Literaturdramen,  wie  die  comoediae  elegiacae  des 
Mittelalters,  die  zwar  bei  uns  gelesen  worden  sind,  aber  nicht  für 
Aufführungen  bestimmt  waren. 

In  dem  ,, Vorspiel"  zu  „Faust"  läßt  Goethe  die  „lustige 
Person"  dem  um  ein  geeignetes  Thema  verlegenen  „Theaterdichter" 
den  bündigen  Rat  geben: 

Greift  nur  hinein  ins  volle  Menschenleben! 
Ein  jeder  lebt's,  nicht  vielen  ist's  bekannt, 
Und  wo  ihr's  packt,  da  ist's  interessant. 

Zwei  Punkte  sind  in  diesen  Worten  angedeutet:  der  Zweck 
des  dramatischen  Kunstwerkes  und  sein  Stoff  oder  Inhalt.  Es  soll 
„interessant"  sein,  d.  h.  es  soll  den  Zuschauern  ästhetischen  Genuß 


6 

gewähren.  Was  aber  seinen  Stoff  angeht,  so  ist  dieser  dem  mensch- 
lichen Leben  zu  entnehmen:  Tatsachen,  Begebenheiten,  Ereignisse 
aus  dem  Leben  der  Menschen  bilden  den  Gegenstand,  welchen 
uns  die  dramatische  Kunst  vorzuführen  hat. 

„Die  Tragödie",  heißt  es  bei  Aristoteles,  ,,ist  eine  Darstellung, 
welche  uns  nicht  Menschen  vorführen  will,  sondern  Handlungen 
und  das  Leben  mit  seinem  Glück  und  Unglück".^) 

Dasselbe  spricht  auch  Schiller  aus,  wenn  er  in  der  „Huldigung 
der  Künste"  die  „Schauspielkunst  mit  der  Doppelmaske"  sagen  läßt : 

Ein  Janusbild  laß  ich  vor  dir  erscheinen: 

Die  Freude  zeigt  es  hier  und  hier  den  Schmerz; 

Die  Menschheit  wechselt  zwischen  Lust  und  Weinen 

Und  mit  dem  Ernste  gattet  sich  der  Scherz. 

Mit  allen  seinen  Tiefen,  seinen  Höhen, 

Roll'  ich  das  Leben  ab  vor  deinem  Blick: 

Hast  du  das  Spiel  der  großen  Welt  gesehen, 

So  kehrst  du  reicher  in  dich  selbst  zurück; 

Denn  wer  den  Sinn  aufs  Ganze  hält  gerichtet, 

Dem  ist  der  Streit  in  seiner  Brust  geschlichtet. 

Und  in  der  Tat,  wir  vermögen  uns  nicht  zu  der  Lehre  zu 
bekennen,  daß  der  einzige  Zweck  der  Kunst  sie  selbst  oder,  wie 
Goethe  einmal  im  Vorübergehen  gemeint  hat,  höhere  Sinnlichkeit 
sei,  sondern  sind  geneigt,  die  Schaubühne  mit  Schiller  als  moralische 
Anstalt  zu  betrachten. 

Daß  in  Hellas,  wo  das  Drama  unter  der  Obhut  des  Staates 
stand,  die  Tragödie  von  jeher  im  Dienste  der  Religion  und  des 
ethischen  Lebens  arbeitete,  leuchtet  sogar  aus  der  Definition,  die 
der  Stagirite  von  ihr  gibt.  Es  ist  aber  auch  an  einen  beachtens- 
werten Gedanken  zu  erinnern,  den  wir  im  siebenten  der  Dialoge 
Piatos  finden. 

Was  jene  angeht,  sagt  dort  zu  seinen  zwei  Freunden  der 
Athener,  welche  ernste  Begebenheiten  darstellen,  die  Tragiker, 
wie  man  sie  nennt,  wenn  solche  sich  an  uns  wenden  und  uns 
fragen:  »Freunde,  ist  uns  in  eure  Stadt  und  euer  Land  der  Zutritt 
gestattet  oder  nicht?  Dürfen  wir  unsere  Theaterstücke  mitbringen 
und  sie  bei  euch  aufführen?  oder  wie  haltet  ihr  es  in  dieser  Be- 
ziehung?« —  was  wird  für  diese  guten  Leute  die  rechte  Antwort 
sein?    Ich  denke,  wir  müssen  so  sagen:  »Liebste  Freunde,   wir  be- 


*)  Arist.  de  arte  poet.  ed.  Buhle  cap.  7.  vulg.  6.  n.  11. 


fassen  uns  selber  mit  der  Aufführung  einer  Tragödie,  und  zwar 
einer  überaus  schönen  und  vorzüglichen.  Unser  ganzes  Gemeinwesen 
nämlich  ist  eine  Darstellung  der  besten  und  edelsten  Weise  zu  leben; 
das  ist  aber  in  der  Tat  im  vollsten  Sinne  des  Wortes  und  ganz 
eigentlich  eine  Tragödie.  Ihr  seid  Tragiker  und  wir  sind  es  gleich- 
falls; unsere  Aufgabe  ist  dieselbe  wie  die  eure  und  wir  ringen  mit 
euch  um  den  Preis  des  vollendetsten  Dramas.  Ein  solches  kann^ 
das  ist  unsere  Überzeugung,  nur  da  zustande  kommen,  wo  die 
wahren  und  richtigen  Grundsätze  befolgt  werden.  Darum  denket 
nicht,  daß  wir  euch  ohne  weiteres  erlauben  werden,  in  unserer 
Stadt  auf  öffentlichem  Platze  eure  Bühne  aufzuschlagen  und  dann 
eure  Schauspieler  auftreten  zu  lassen,  damit  sie  mit  ihrer  klang- 
vollen Stimme  die  unsrige  übertönen  und  vor  unseren 
Kindern  und  unseren  Frauen  und  der  gesamten  Volks- 
menge sich  über  die  nämlich  en  Fragen  ergehen  wie  wir, 
aber  nicht  in  dem  selben  Sinne,  sehr  häufig  vielmehr  in 
ganz  entgegengesetztem.  Denn  wir  müßten  ja  wahn- 
sinnig sein  und  mit  uns  die  ganze  Stadt,  wenn  ihr  frei 
auftreten  dürftet,  ohne  daß  vorher  der  Magistrat  in  eure  Stücke 
Einsicht  genommen  hätte,  um  sich  ein  Urteil  bilden  zu  können,  ob 
das,  was  ihr  öffentlich  vorzubringen  beabsichtigt,  verständig  und 
passend  ist  oder  nicht.  Darum,  ihr  Kinder  der  zarten  Musen, 
wollen  wir  jetzt  eure  Schöpfungen  zunächst  unserem  Magistrate 
vorlegen  und  sie  dort  mit  den  unsrigen  vergleichen;  ergibt  sich  dann, 
daß  sie  ebenso  gut  sind  wie  diese  oder  auch  besser,  so  möget  ihr 
auftreten;  andernfalls  aber,  gute  Freunde,  könnte  davon  in  keiner 
Weise  die  Rede  sein.«  Das  wären  die  Grundsätze,  schließt  der 
verständige  Mann,  welche  in  unserer  Gesetzgebung  bezüglich  des 
Theaterwesens  zum  Ausdruck  zu  kommen  hätten;  seid  ihr  ein- 
verstanden? 

Man  wird  diesen  Gedanken  sokratischer  Weisheit,  in  dessen 
Betonung  so  erlauchte  und  maßgebende  Geister  wie  Plato  und  Schiller 
zusammentreffen,  nicht  antiquiert  finden  dürfen  und  auch  ein  Wort 
des  Tadels  hinnehmen  müssen,  wenn  uns  auf  der  Bühne  Dinge 
begegnen,  die  der  obersten  Aufgabe  aller  Kunst,  die  Menschen  zu 
veredeln,  nicht  entsprechen. 

Wir  werden  uns  freilich  hüten,  immer  und  alles  mit  absoluten 
Maßstäben  zu  beurteilen,  und  uns  bemühen,  unverschuldet  in  den 
Ideen  ihrer  Zeit  befangene  Leute  als  solche  zu  fassen,  sofern  nur 
erkennbar  ist,  daß  sie  trotz  aller  Befangenheit  den  rein  menschlichen 
Gedanken  in  ihren  Werken  herauszuarbeiten  wußten. 


So  hoflPe  ich,  mit  dieser  historischen  Arbeit  einen  brauchbaren 
Baustein  zu  einer  künftigen  Kulturgeschichte  unseres  Landes  herbei- 
geschafft zu  haben. 

Daß  ich  die  Darstellung  gerade  bis  zum  Jahre  1803  geführt 
habe,  hängt  mit  dem  ursprünglichen  Plane  zusammen,  zum  Jubiläum 
unseres  Landestheaters  mit  einer  Gabe  mich  einzustellen. 


Dr.  Schiffmann. 


4 


I.  Das  Drama  im  Mittelalter  und  seine 
Ausläufer. 

Hat  die  Kunst  überhaupt  ihre  reichste  Befruchtung  durch  die 
Religion  erfahren,  so  auch  die  dramatische.  Das  war  schon  bei  den 
alten  Völkern  der  Fall  und  die  christliche  Kunstgeschichte  sagt  uns 
dasselbe.  Und  so  sind  —  so  paradox  es  klingen  mag  —  tatsächlich 
die  Tempel  und  Kirchen  die  ältesten  Schauspielhäuser. 

Die  liebreizenden  Szenen  mit  den  schlichten,  demütigen  Hirten 
auf  dem  Feld  in  der  hochheiligen  Weihnacht  und  mit  den  frommen 
Frauen  am  Auferstehungsmorgen  wollte  man  frühe  schon  dem  Volke 
anschaulich  machen  und  tief  ins  Herz  prägen.  Sie  waren  schon  im 
evangelischen  Bericht  dialogisch  und  es  bedurfte  sonach  nur  eines 
kleinen  Schrittes  zu  dramatischer  Auffassung.  Vermutlich  in  der 
Abtei  St.  Gallen  wurde  er  getan.  Dort  ersann  um  das  Jahr  900 
ein  Mönch  den  Tropus  und  bald  erklangen  im  Chore  die  schönen 
Antiphonen  der  Weihnachts-  und  Osterzeit  in  hehrem  Wechselgesange 
mit  den  neuen  figuralen  Einschüben  vor  dem  Bilde  des  Christ- 
kindes, zu  Ostern  angesichts  des  heiligen  Grabes:  Das  Weihnacht- 
und  Osterspiel  war  geboren,  i) 

Die  sinnige  Art,  den  Festesglanz  zu  erhöhen  und  das  Volk 
zu  erbauen,  fand  Beifall  und  weite  Verbreitung  in  deutschen  Gauen. 
Der  erfinderische  Geist  der  Mönche  wußte  bald  auch  die  heiligen 
drei  Könige  zu  rufen  und  ließ  sie  aufs  neue  dem  Christkind  ihre 
Gaben  opfern,'^) 

*)  Diesem  Ergebnisse  der  gründlichen  Untersuchungen  inL,  Gautters  H.iBtoire 
de  la  poesie  liturgique  au  moyen  äge,  I  les  Tropes  (1886)  stimmen  W.  Oreixenaeh, 
Geschichte  des  neueren  Dramas,  I.  Halle  1893,  p.  47,  und  W.  Meyer,  Fragmenta 
burana,  Berlin  1901,  bei:  Das  geistliche  Schauspiel  ist  eine  Erweiterung  des 
gesungenen  Tropus:  wie  dieser,  so  wird  auch  das  lateinische  Schauspiel  stets 
gesungen  (p.  37). 

^)  Im  ßenediktinerstifte  Lambach  (Oberösterreich)  wird  eine  Dreikönigfeier 
aus  dem  11,  Jahrhunderte  mit  Neumen  aufbewahrt,   die  ich  in  der  Zeitschrift 


10 

Das  Volk  wollte  aber  verstehen,  was  die  Hirten  und  die  Könige 
und  die  heiligen  Frauen  am  Grabe  sangen.  Schüchtern  wagt  sich 
nun  bald  der  eine  und  andere  deutsche  Vers  in  den  ludus  und  mit 
der  Zeit  siegt  die  Muttersprache  ganz.  Der  rituale  Charakter  wird 
in  derlei  Spielen  allgemach  durch  den  theatralischen  Typus  verdrängt. 

Die  fahrenden  Sänger  bemächtigen  sich  des  geistlichen  Spiels 
und  machen  der  Schaulust  der  Menge   weitgehende  Zugeständnisse. 

In  den  Antichristspielen  werden  gräßliche  Teufelslarven  und 
groteske  Totenerweckungen  die  Hauptsache,  in  den  Weihnachtspielen 
lacht  alles  übei  das  schreiende  Christkind  und  will  man  die  Mutter- 
gottes als  Kindbetterin  sehen,  in  den  Drei  königspielen  wird  der 
Kindermord  möglichst  anschaulich  gemacht  und  die  Buben  ergötzen 
sich,  wie  der  Herodes  auf  der  Bühne  greulich  wütet. 

Das  gesunde  religiöse  Gefühl  mußte  sich  sträuben,  solche  Dinge 
in  der  Kirche  zu  sehen.  In  den  Klöstern  wanderte  man  damit  in 
die  Refektorien,  und  wo  Laien  mittaten,  ging  das  Spiel  auf  dem 
Friedhof  oder  auf  dem  Platze  vor  sich. 

Das  Volk  fand  nichts  Ungehöriges  darin,  aber  der  Klerus 
rügte  doch  ernstlich  diese  immer  mehr  um  sich  greifende  possenhafte 
Verzerrung  geistlicher  Stoffe  imd  verbot  sie  oder  verbannte  sie 
wenigstens  aus  den  Kirchen. 

Es  ist  interessant,  daß  der  bekannte  Oerhoh,  der  einst  als 
Rektor  der  Augsburger  Domschule  dem  herrschenden  Geschmacke 
sich  nicht  hatte  entziehen  können,  40  Jahre  später  (1160)  als  Propst 
des  oberösterreichischen  Augustiner  -  Chorherrnstiftes  Reichersberg 
energisch  die  Entartung  des  geistlichen  Volksschauspiels  bekämpft. i) 
Es  scheint,  nicht  ohne  Erfolg.  Wenigstens  wird  100  Jahre  später 
im  Augustiner- Chorberrnstift  St.  Florian  der  ludus  paschalis,  die 
Osternachtfeier  in  ihrer  alten,  noch  ganz  durch  den  Ritus  der 
Kirche  bedingten  Form  aufgeführt. 

Stellen  wir  uns  im  Geiste  an  einen  Pfeiler  der  Stiftskirche  — 
etwa  um  das  Jahr  1280  —  und  denken  wir,  es  sei  die  Nacht  vor 
dem  Ostersonntag. 

Bald  füllen  sich  die  weiten  Hallen,  die  Pfarrholden  finden  sich 
zum  Besuche  des  heiligen  Grabes  ein,  welches  mit  schönen  Tüchern 

für  deutsches  Altertum,  Bd.  48,  Doppelheft  1/2,  veröffentlicht  habe.  Sie  dürfte 
indes,  wie  ich  a.  a.  O.  wahrscheinlich  zu  machen  versucht  habe,  mit  einem 
Kodex  in  den  ersten  Zeiten  des  Stiftsbestandes  von  Würzburg  durch  Schenkung 
dahin  gekommen  sein. 

^)  Oerhoh,  De  investigatione  Autichristi  (Opera  hact.  ined.  cur.  Scheibelberger, 
Tom.  I.  Lincii  187.5),  Cap.  V. 


11 

und  bunten  Bildwerken  geschmückt  ist.  Es  erscheinen  nun  im  hell- 
erleuchteten Chore  die  Brüder  von  St.  Florianshus  und  beginnen 
das  Offizium.  Nach  Vollendung  der  Terz  gehen  sie  alle  in  feier- 
licher Prozession  mit  Lichtern  zum  heiligen  Grabe,  darunter  sechs 
Mönche,  welche  sonderbar  gekleidet  sind:  einer  wie  ein  Engel  — 
ein  junger  Diakon  in  weißem  Festgewande  —  zwei  ältere  Chorherrn 
als  Apostel  und  wieder  drei  jüngere  —  die  drei  Frauen  am  Grabe. 
Sie  nehmen  ihre  Plätze  ein.  Nun  beginnt  der  ludus  paschalis.  Die 
drei  heiligen  Frauen  gehen  mit  Räucherwerk  zum  Grabe  und  stellen 
die  bekannte  Schwermutsfrage:  Wer  wird  uns  den  Stein  wegwälzen? 
Da  bemerken  sie  den  Engel  und  erschrecken.  Doch  seine  sanfte 
Stimme  ruft  ihnen  ermutigend  zu:  Erschrecket  nicht!  Ihr  sucht 
Jesus  von  Nazareth,  den  Gekreuzigten.  Er  ist  auferstanden,  er  ist 
nicht  hier.  Er  zeigt  sodann  in  das  geöffnete  Grab  mit  den  Worten: 
Sehet  den  Ort,  wohin  sie  ihn  gelegt  haben! 

Trauernd  und  angstvoll  gehen  die  heiligen  Frauen  vom 
Grabe  fort. 

Auf  dem  Heimwege  begegnen  sie  den  Aposteln  und  erst  auf 
die  dreimalige  Frage  derselben  verraten  sie,  daß  sie  das  Grab  des 
Auferstandenen  gesehen  hätten.  Eilends  begeben  sich  nun  die  zwei 
Apostel  zum  Schauplatze  des  Wunders,  überzeugen  sich  von  der 
Tatsache  der  Auferstehung,  und  indem  sie,  gegen  Klerus  und  Volk 
gewendet,  das  Schweißtuch  emporheben,  rufen  sie  frohlockend :  Sehet, 
o  Genossen,  hier  die  Linnen  und  das  Schweißtuch!  Der  Chor  singt 
nun  die  Antiphone  „Christus  resurgens",  das  Volk  aber  „Christ 
ist  erstanden".  Der  Klerus  begibt  sich  wieder  in  den  Chor  zurück 
und  ein  jubelndes  Tedeum  beschließt  die  Feier. 

Das  war  der  ludus  paschalis,  wie  ihn  die  Großeltern  schon 
gesehen;  nur  etwas  schöner  und  länger  war  er  geworden.  Atemlos 
hatte  die  Menge  dem  heiligen  Schauspiel  gelauscht  und  freute  sich 
nun,  daß  die  Klosterleute  den  alten  Brauch  wieder  auffrischten. 
Gefangen  von  all  dem  Glanz  und  Schimmer  und  noch  voll  der 
Andacht  von  den  ergreifenden  Choralmelodien  der  cantores  begab 
man  sich  nach  Hause,  um  bis  zum  Morgengrauen  noch  kurzen 
Schlafes  zu  pflegen.  Nur  eine  Seele  wachte  fort  die  ganze  stille 
Nacht  —   die  Klausnerin  Wilbirgis. 

Sie  lebte  in  ihrem  an  den  Chor  angebauten  Häuschen  nun 
schon  an  die  4ö  Jahre  als  Inclusa  ein  strenges,  abgeschlossenes 
Leben.  Die  heutige  Nacht  hatte  für  sie  etwas  Außerordentliches 
bedeutet.     Sie   war  ja   von    ihrem   kleinen  Fensterchen   aus  Zeugin 


12 

gewesen,  wie  man  nach  langer  Unterbrechung  wieder  das  tieferbauliche 
Mysterium  von  der  Auferstehung  des  Herrn  in  der  Kirche  aufführte. 
Was  mochte  es  Seligeres  geben  für  sie,  die  nur  dem  Heiligen  lebte 
und  die  hütende  Schwelle  nie  überschritt? 

Propst  Einwik  (1295 — 1313)  von  St.  Florian  hat  ihr  frommes 
Leben  beschrieben  und  uns  in  dieser  Vita  auch  Nachricht  von  der 
geschilderten  Aufführung  des  ludus  paschalis  gegeben. i) 

Der  Brauch  erhielt  sich  jahrhundertelang.  So  begegnet  er  uns 
wieder,  nur  wenig  erweitert,  in  der  liturgischen  Auferstehungsfeier 
im  Kodex  XI,  434   der  Stiftsbibliothek  aus   dem  14.  Jahrhundert. 

Der  Text 2)  lautet  hier  folgendermaßen: 

In  sancta  nocte  afite  pulsacionem  matutinarum  dam  surgitur 
et  a  senioribus  summa  reuerencia  crucifixus  cum  psalmis:  Domine 
quid  multiplicati,  ps.  Domini  est  terra,  ps.  Domine  probasti  me 
[uisitatur].  Deinde  exdpitur  de  sepulcro  cum  responsorio:  Surrexit 
pastor  bonus,  qui  posuit  animam  suam  pro  ouibus  suis  et  pro  suo 
grege  mori  dignatus  est.     Aeuia,  aeuia,  aeuia. 


»)  H.  Pe%,  Script,  rer.  austriac.  11,  286  (Vita  Wilbirgis).  Die  betreffende 
Stelle  lautet:  Item  quadam  nocte  dominicae  resurrectionis,  cum  in  monasterio 
ludus  paschalis  tarn  a  clero  quam  a  populo  ageretur,  quia  eidem  non  potuit 
corporaliter  interesse,  coepit  desiderare,  ut  ei  Dominus  aliquam  specialis 
consolationis  gratiam  per  resurrectionis  suae  gaudia  largiretur.  Et  vidit  quasi 
Dominum  ad  inferos  descendentem  et  inde  animas  eruentem,  quae  quasi  columbae 
candidissimae  circumvolantes  ipsum  comitabantur  et  sequebantur  ab  inferis 
redeuntem. 

Aus  diesem  Texte  hat  man  auf  ein  ziemlich  ausgebildetes  Osterspiel, 
das  die  Höllenfahrt  Christi  enthalten  habe  und  wenigstens  stellenweise  deutsch 
gewesen  sei,  schließen  zu  dürfen  geglaubt  (L.  Guppenberger,  Anteil  Ober-  und 
Niederösterreichs  an  der  deutschen  Literatur  seit  Walthers  von  der  Vogelweide 
Tod  bis  zum  Ende  des  14.  Jahrhunderts,  Kremsmünsterer  Gymn.-Progr.  1871, 
p.  55.  W.  Nagl- J.  Zeidler,  Deutschösterreichische  Literaturgeschichte.  Wien  1899, 
p.  138  f.). 

Allein  die  Gestalt  des  ludus,  wie  er  noch  zu  Anfang  des  16.  Jahrhunderts 
in  St.  Florian  alljährlich  in  der  Osternacht  gefeiert  wurde,  spricht  gegen  diese 
Vermutung. 

Das  Volk  nahm  insofern  Anteil,  als  es  am  Schlüsse  vor  dem  Tedeum 
den  deutschen  Ostergesang  „Christ  ist  erstanden"  sang,  ein  Brauch,  der  erst  der 
zweiten  Entwicklungsstufe  der  Osterfeiern  eigen  ist  und  ebenso  eine  Eücksicht- 
nahme  auf  das  zusehende  Volk  bedeutete,  wie  die  Anfügung  der  Szene  Joh.  20,  4 
(L.  Wirth,  Die  Oster-  und  Passionsspiele  bis  zum  16.  Jahrhundert,  Halle  1889, 
pag.  4). 

*)  Zuerst  in  Langes  Osterfeiern,  zuletzt  korrekt  gedruckt  bei  A.  Franz, 
Das  Rituale  von  St.  Florian  aus  dem  12.  Jahrhundert.    Freiburg  1904,  p.  195  f. 


13 

Siibmissa  uoce  ad  summum  altare  defertur  ibi  dicta  oracione: 
Deus  qui  hodierna  die  unigenitum. 

In  uisitatione  sepulcri  iterato  terdo  responsorio  fit  sollempnis 
processio  cum  luminibus  ad  sepulchrum. 

R.  Cum  transisset  sabbatum,  Maria  Magdalene  et  Maria  Jacobi 
et  Salome  emerunt  aromata,  ut  uenientes  ungerent  Jesum.  Aeuia,  aeuia. 

Sint  parati  VI  in  ornatu  cuüibet  competenti,  unus  in  persoiia 
angeli,  duo  i?i  figura  apostolorum,  tres  in  specie  Marie.  Stacione 
autem  facta  circa  sepulchrum  procedat  angelus  ad  caput  sepulchri 
cantante  choro  antiphonam: 

Sedit  angelus  ad  sepulchrum  Domini  stola  claritatis  coopertus, 
uidentes  eum  mulieres,   nimio   terrore  perterrite   astiterunt  a  longe. 

Deinde  procedunt  apostoli  ad  locum  aptuyn  cantante  clioro: 
Virtute  magna  reddebant  apostoli  testimonium  resurrectionis  Jesu 
Christi  domini  nostri.  Aeuia,  aeuia. 

Tandem  Marie  tres  procedunt  cum  thuribulis  cantante  choro 
responsorium :  Maria  Magdalene  et  altera  Maria  ibant  diluculo  ad 
monumentum.  Jesus  quem  queritis,  non  est  hie,  surrexit  sicut  locutus 
est,  precedit  uos  in  Galyleam,  ibi  eum  uidebitis.   Aeuia,  aeuia. 

Quo  finito  Marie  uenientes  ad  sepulchrum  stantes  contra  angelum 
cantent  antiphonam:  Quis  reuoluet  nobis  lapidem  ab  hostio  monumenti? 

Angelus  respondit:  Nolite  expauescere,  Jesum  queritis  Nazarenum 
orucifixum,  surrexit,  non  est  hie. 

Hie  discooperiatur  sepulchrutn:  Ecoe  locus  ubi  posuerunt  eum, 
sed  ite,  dicite  discipulis  eins  et  Petro,  quia  precedet  uos  in  Galyleam, 
ibi  eum  uidebitis  sicut  dixit  uobis. 

Tunc  Marie  redeuntes  a  sepulchro  ad  apostolos.  Antiphona:  Ad 
monumentum  uenimus  gementes,  angelum  domini  sedentem  uidimus 
et  dicentem,  quia  surrexit  Jesus. 

Tu7ic  querent  apostoli  caniando  antiphonam:  Die  nobis  Maria, 
quid  uidisti  in  uia? 

Respondent  Marie.  Antiphona:  En  angeli  aspectum  uidimus  et 
responsum  eius  audiuimus;  nam  testatur  dominum  uiuere,  sie  opportet 
te,  Symon,  credere. 

Die  nobis  Maria  quid  uidisti  in  uia? 

Galyleam  omnes  adibitis,  ibi  Jesum  uiuum  uidebitis,  quem  post 
mortem  uiuum  non  uidimus,  ibidem  uisuros  credimus. 

Herum  apostoli:  Die  nobis  Maria. 

Ut  prius  respondet:  Sepulchrum  Christi  uiuentis  et  gloriam 
uidi  resurgentis,  angelicos  testes,  sudarium  et  uestes. 

Surrexit  Christus  spes  mea,  precedet  suos  in  Galyleam. 


14 

Tunc  chorus  subsequitur:  Credendum  est  magis  soll  Marie 
uera  [ci]. 

Post  apostoli  ibunt  ad  sepulckrum  choro  cantanie  antiphonam: 
Currebant  duo  simul  et  ille  alius  discipulus  precucurrit  cicius  Petro 
et  uenit  prior  ad  monumentum.   Aeuia. 

Suh  qua  autem  uenientes  ad  sepulchi'um  et  diligenter  intuentes 
siidarium  ex  eo  recipiiint  et  ad  locum  eminenciorem  deferunt  et  populo 
ostendentes  cantent:  Cernitis  o  socii,  ecce  lintheamina  et  sudarium, 
et  corpus  non  est  in  sepulchro  inuentum. 

Respondet  chorus:  Christus  resurgens  ex  mortuis. 

Et  populus:  Christ  ist  erstanden.  Sicque  redibit  clerus  ad 
chonim. 

Noch  in  dem  1512,  also  knapp  vor  Beginn  der  Kirchenspaltung 
geschriebenen  Kirchendirektorium^)  des  Stiftes,  das  die  kirchlichen 
Funktionen  im  ganzen  Jahre  regelte  und  nach  allen  Kennzeichen 
auch  wirklich  in  Gebrauch  war,  sich  auch  mitunter  auf  alte  Hand- 
schriften beruft,  steht  die  alte  liturgische  Osternachtfeier  noch,  ein 
später  aber  um  so  wertvollerer  Zeuge  dafür,  daß  bis  zum  Hammer- 
schlag an  die  Tür  der  Schloßkirche  zu  Wittenberg  Klerus  und  Volk 
sich  bei  uns  zu  Lande  den  Sinn  für  das  Mysterium  der  Auferstehung 
in  einer  Jahrhunderte  alten  Form  bewahrt  hatte. 

Und  sollte  man  angesichts  dieser  Tatsache  zweifeln  dürfen,  ob 
unsere  wohlhabenden  Bürger  von  Eii7is^)  und  Stet/r,  von  Wels  und 
Linz  auch  schon  im  Mittelalter  Spiele  agiert  hätten  wie  die  von 
Bozen  und  Sterzing,  von  Frankfurt  und  Alsfeld?  Ich  glaube  nicht. 
Daß  wir  keine  Spielhandschriften  als  Zeugen  aufrufen  können,  haben 
die  Bauernaufstände  und  der  Dreißigjährige  Krieg  verschuldet.  Zu- 
dem liegt  unser  Land  ganz  offen  da  und  so  konnte  der  Strom  der 


')  Kod.  XI,  398,  der  Stiftsbibliothek. 

-)  Nach  einer  Stadtrechnung  vom  Jahre  1440  hat  der  Maler  Peter  „umb 
vier  flüg  zu  zwein  engln  und  umb  ain  tuech  anzustreichen,  da  man  den  Jesus 
ingenät  hat;  von  ainem  fürhang  zu  entwerffen"  9  ß  21  o  erhalten.  (K.  Oberleittier, 
die  Sladt  Enns  im  Mittelalter  vom  Jahre  900  bis  1493  im  Archiv  f.  k.  österr. 
Gesch.,  27.,  p.  76  des  Sonderabdruckes.) 

Möglicherweise  beziehen  sich  diese  Angaben  auf  ein  Weihnachtspiel  oder 
auch  auf  ein  Osterspiel,  bei  dem  man  ja  ein  Kreuz  in  Tücher  zu  hüllen  pflegte, 
als  ob  es  der  tote  Heiland  wäre.  Leider  findet  sich  die  älteste  Kirchenrechnung 
der  Ennser  Pfarrkirche  vom  Jahre  1472  nicht  mehr  und  die  jüngeren  von  1539 
an  enthalten  keinerlei  Hinweis  auf  geistliche  Volksschauspiele. 

In  den  übrigen  Städten  des  Landes  sind  aber  die  mittelalterlichen  Quellen 
fast  alle  dahin. 


^^  ^<^^tcd<M  ?fl?^Ätt4lt^  rS(miH^f(}o» 


Eine  Seite  aus  der  „Osterfeier"  des  Stiftes  St.  Florian  vom  Jahre  1512. 


15 

Zeiten  hier  leicht  fortspülen,  was  in  Tirols  Felsennestern  sicher 
geborgen  war. 

Aber  es  verbürgen  uns  auch  Nachrichten  aus  dem  16.  Jahr- 
hundert und  Spieltexte  aus  noch  späterer  Zeit  die  Tatsache  der 
Verbreitung  des  geistlichen  Volksschauspieles  in  Oberösterreioh  am 
Ausgange  des  Mittelalters. 

Als  Luthers  Geist  im  Lande  herrschend  geworden  war,  dachte 
niemand  mehr  an  eine  Aufführung  der  alten  Festspiele,  welche  außer 
einer  ruhigen  und  freudigen  Stimmung  auch  große  Opfer  an  Zeit 
und  Geldmitteln  erheischten.  Wo  der  Bildersturm  wütet,  da  räumt 
der  Fanatismus  mit  der  Blüte  der  bildenden  Kunst  auch  jene  der 
alten  Dramatik  hinweg.  Und  auch  in  den  Klöstern  schwindet  in 
dieser  Zeit  der  Sinn  für  die  alten  Mysterien.  Man  interessiert  sich 
für  Fastnachtpossen^)  und  Bauejmspiele,'^)  in  denen  sich  die  derbe 
Art  des  vergröberten  Neidhartspieles-^)  fortsetzt,  und  ein  Mondsee?' 
Mönch  schreibt  sich  gar  das  Rumpolt -Mareth- Spiel,  ein  Fastnacht- 
stück voll  Zoten,  fein  säuberlich  in  seinen  Sammelkodex.^)  Freilich 
kopiert  sich  zur  gleichen  Zeit  in  seiner  Zelle  zu  Lambach  der  Schwabe 


^)  In  einer  Eechnung  des  Stiftes  Kremsmünster  vom  Jahre  1561  heißt  es: 
„Item  der  duchraacher  ain  Fastnachtspiel  gehalten,  geben  1  Thaller." 

Th.  Hagn,  Das  Wirken  der  Benediktinerabtei  Kremsmünster  für  Wissen- 
schaft, Kunst  und  Jugendbildung.     Linz  1848,  p.  195. 

^)  In  einer  Rechnung  des  Stiftes  Kremsmünster  werden  einmal  zwei  Bauern- 
spiele erwähnt,  welche  die  Astanten  aufgeführt  haben.  {A.  Altinger,  Geschichte 
des  Gymnasiums  zu  Kremsmünster.     Kremsm.  Gymn.-Progr.  1902,  p.  31.) 

Auf  ein  Bauernspiel  scheinen  auch  die  im  Texte  nicht  selten  frivolen 
Liedermelodien  einer  Missa  5  vocum  super  „Der  Bauer  im  Mosertal"  von  Jakob 
Regnardt  (1552 — 1611)  zuweisen,  die  sich  handschriftlich  im  Musikarchive  dieses 
Stiftes  findet.  (G,  Huemer,  Die  Pflege  der  Musik  im  Stifte  Kremsmünster. 
Wels  1877,  p_  19  Anm.) 

3)  DerKod.  XXXII  c/261  s.  XV.  in  der  Stiftsbibliothek  von  St.  Paul 
enthält  ein  Neidhartspiel,  das  nach  A.  Schönbach  (Zs.  f.  d.  A.  40  [1896],  p.  368—370) 
um  1350  in  Obersteiermark  entstanden  sein  mag. 

Da  manche  Hss.  von  den  Mönchen  aus  St.  Blasien  bei  ihrem  Auszuge 
aus  dem  Stifte  Spital  a.  P.  nach  St.  Paul  mitgenommen  wurden,  ist  es  nicht 
ausgeschlossen,  daß  das  Stück  Oberösterreich  zuzuweisen  ist. 

*)  Kod.  3027  (Lun.  8».  89)  s.  XV.  et  XVL,  f.  283'— 297%  der  Wiener 
Hofbibliothek.     Ed.  Keller,  Stuttg.  lit.  Ver.  Bd.  46,  p.  246—264. 

Nach  Hoffmann  von  Fallersleben,  Verzeichnis  der  altdeutschen  Hss.  der 
k.  k.  Hofbibhoihek  zu  Wien.  Leipzig  1841,  p.  183  ff.,  ist  die  Schrift  aus  dem  Ende 
des  15.  Jahrhunderts;  Zwierxina,  Drei  Lieder  aus  Wiener  Hss.  in  der  Zs.  f.  d. 
A.  41  (1896),  p.  65  ff.,  setzt  das  Spiel  in  den  Anfang  des  16.  Jahrhunderts,  etwa 
1514 — 1524.  Dieser  Ansatz  scheint  A.  Kaiser,  Die  Fastnachtspiele  von  der  actio 
de  spoDSU.  Diss.  Göttingen  1898,  p.  6,  reichUch  spät  zu  sein. 


16 

Johannes  Oredtner  (1580 — 1601)  eine  Marienklage^)  aus  entschwun- 
denen Tagen,  wie  um  den  Faden  fortzuspinnen,  der  zur  Auferstehung 
katholischen  Lebens  hinüberführt.  Sonst  aber  läßt  man  die  Schul- 
meister ihre  Faschingskomödien  in  der  Tafelstube  agieren, 2)  und 
wenn  auch  da  und  dort  ein  Passionsspiel, ^)  eine  Susanna,^)  eine 
Tragödie  von  Kain  und  Äbel^)  erwähnt  wird,  so  sind  das  zwar 
religiöse  Stoffe,  aber  ohne  den  gläubig-innigen  Geist  der  alten  Zeit. 
Die  Schulmeister  wollen  Geld  verdienen. 

Dir  Gutes  hat  aber  doch  auch  diese  Schuldramatik  gehabt. 
Aus  ihrem  Stamme  wuchsen  nämlich  die  Zweige  einer  neuen  Volks- 
dramatik. 


^)  Kod.  476  der  Stiftsbibliothek.  In  der  Literatur  {Mone  Anzeiger  1838, 
Sp.  580  und  Seb.  Mayr,  Das  Lambacher  Paasionsspiel  nebst  einigen  Kirchen- 
liedern. Kremsmünsterer  Gymn.-Progr.  1883)  gewöhnlich  als  Passionsspiel 
bezeichnet. 

Ob  eine  in  Kremsmünster  aufbewahrte  Marienklage  aus  dem  14.  Jahrb., 
die  früher  als  Einband  eines  Curtius  Rufus  gedient  hat,  und  das  im  Kod.  VIII,  25, 
derselben  Stiftsbibliothek  enthaltene  Dorotheenspiel,  das  um  die  Mitte  des  14.  Jahrb. 
entstanden  ist  und  auf  md.  Ursprung  weist  [H.  Schachner,  Das  Dorotheaspiel, 
Zs.  f.  d.  Phil.  35  [1903],  p.  171),  für  die  oberösterreichische  Literaturgeschichte 
in  Frage  kommen,  ist  zu  bezweifeln.  Die  Marienklage  verrät  in  der  Sprache 
allerdings  österreichischen  Ursprung.  Eine  zweite  (Kod.  404)  aus  dem  15.  Jahrb. 
stammt  aus  dem  bayer.  Benediktinerstift  Wiblingen  und  ist  späte  Schenkung. 
{Seb.  Mayr,  Zwei  Marienklagen.     Kremsmünsterer  Gymn.-Progr.  1882.) 

^)  In  einer  Eechnung  des  Stiftes  Kremsmünster  heißt  es  1561:  Item  der 
Succentor  ain  spill  gehalten,  geben  1  Thaller.  {Hagn  a.  a.  0.,  p.  195.)  Im  Eait- 
buch  des  Stiftes  St.  Florian  vom  Jahre  1577  findet  sich  die  Bemerkung,  daß 
der  Meister  Caspar  Vischer  aus  Rosenheim  im  Jahre  1576  für  den  Stiftsschulmeister, 
offenbar  zu  einer  Komödie,  ein  Teufelskleid  samt  vier  Sceptern  um  1  Gulden 
gemalt  habe.  {Gxerny,  Kunst  und  Kunstgewerbe  im  Stifte  St.  Florian.  Linz  1886, 
p.  113.)  In  einer  Eechnung  des  Stiftes  Kremsmünster  vom  Jahre  1615  heißt  es: 
4.  Jan.  auf  Ihr  Gnaden  Befelil  dem  Schulmeister  von  Pettenbach,  so  in  der  Tafel- 
stuben ain  Comoedie  gehalten,  verehrt  1  fl.  30  kr. 

^)  Im  Augustiner -Chorherrnstift  Ranshofen  agiert  im  Jahre  1558  der 
Schulmeister  eine  Komödie  de  coena  Domini.  Kod.  Mon.  g.  1737  (Visitations- 
Protokoll).  In  einer  Eechnung  des  Stiftes  Kremsmünster  vom  Jahre  1604  heißt 
es:  Dem  Schneider,  so  zu  Ostern  zum  Spiele  ain  weiß  Klaid  gemacht,  darin  er 
die  Person  Salvatoris  agirt.     {Hagn  a.  a.  O.,  p.  121.) 

^)  Kod.  3027  (Lun.  S».  89)  der  Wiener  Hof  bibliothek,  derselbe,  in  welchem 
das  Eumpolt-Mareth-Spiel  steht,  enthält  auch  ein  deutsches  Susannenspiel 
(f.  159' — 171'),  welches  zwar  ins  15.  Jahrhundert  gesetzt  wird,  aber  doch  wie  das 
Eumpolt-Mareth-Spiel  vielleicht  dem  16.  Jahrhundert  angehört. 

^)  In  einer  Eechnung  des  Marktes  Kremsmünster  (aus  dem  16.  Jahrb.?) 
heißt  es  einmal:  Item  Steffan  Twenger,  Ludimoderator  zu  Haal,  welcher  die 
Tragedie  von  Cain  und  Abel  alhie  agiert,  zu  Verehrung  6  ß.  {Hagn  a.  a.  O.,  p.  195.) 


\^^ 


att. "aßj,ai^'^cUcar<j^  Ulla«.  ^^ö^'nÄm^-^  I 

n'^l^tltrXjol  *  Woc^.  TV  ^Tütc  ^rtt«  '^M   (*^k-  c^V&cxi  to^^rn 

VcIt  ^mC  «ri^t-  a-ä^  Vn  ^tiÄc^-     ^a-tiboi  \iir~(^a^(>on  fkn-pcrt* 
^ttufi  \>Mrtt^  rv<tt»iÖ  VJLwUexai*  ^Jcfa»cic"on"Ö9^  fo**r'  (h««JP»«c 

^cn  t^rftil  tx,n»»t   (H«    ^<m  »jÄtM- O^ar- «$p*»«»^  coc^öJ^ßc 

^&ti  ft>st4^*  Ortilß'  A  AcH^      t^.9ena»»r- '   ^*«^  ^  ^f 
-Ttt*^  ö'tfhinSiojit  -  l^ö  Ijky^-dbc  ihÄ  Vh -r*«  Ä>^Cn^  »-^dK»a|«i^<  I07' 

VHTVidt'  «Hben.  VtT-m«<r  *^-  SF  f^  t^i-'ayi^*^   . 


/  r 


ci 


Eine  Seite  aus  dem  „Dorotheaspiel". 

(Handschrift  des  14.  Jahrh.' in  der  Bibliothek  des  Stiftes  Krenisnüinster,  Cod.  81,' F.  8G'.) 


17 

Seit  dem  Ende  des  16.  Jahrhunderts  vollzog  sich  eine  langsame 
aber  stetige  Rückkehr  der  Klöster  zu  den  alten  Idealen,  wenn  auch 
teilweise  in  neuen  Formen. 

Um  sich  Nachwuchs  zu  sichern,  richteten  die  Abte  die  Kloster- 
schulen wieder  auf  und  gaben  ihnen  in  dem  geistlichen  Bildungs- 
ideale der  Jesuiten  auf  Jahrhunderte  eine  dauernde  Norm. 

Und  kaum  hat  die  Wiederbelebung  katholischen  Glaubenslebens 
im  Lande  begonnen,  kaum  sind  aus  den  Klöstern  die  ersten  katho- 
lischen Priester  nach  dem  langen  Interregnum  der  beweibten  lutherisch 
gesinnten  Pfarrer  auf  die  inkorporierten  Pfarren  hinausgegangen,  da 
erwacht  auch  bald  der  alte  Spieleifer  im  Volke,  der  nur  seit  den 
Tagen  des  Mittelalters  geschlummert  hatte  oder  durch  die  Macht 
der  Verhältnisse  unterdrückt  worden  war. 

Die  Mönche  nahmen  solche  Regungen  gern  in  den  Dienst 
ihrer  Bestrebungen  und  so  erwachten  unter  ihrem  Schutze  wie  die 
Blumen  im  Frühlinge  so  manche  in  den  Tagen  der  Kirchenspaltung 
in  Vergessenheit  geratene  uralte  religiöse  Volksbräuche. 

Zunächst  zwar  knüpfte  der  Klerus  an  die  ihm  von  Jugend  auf 
wohlbekannte  Klosterdramatik  an  und  die  frommen  Spiele,  die  der 
Pfarrer  oder  Kooperator  als  Schüler  im  Stifte  hatte  aufführen  sehen, 
wurden  jetzt  für  das  Volk  hergerichtet. 

Solche  zwieschlächtige  Erzeugnisse  bildeten  sich  dann  zu  einer 
neuen  Volksdramatik  weiter. 

Aber  in  diesen  Spielen  aus  der  Zeit  der  Gegenreformation 
steckt  doch  wohl  auch  ein  beträchtlicher  Teil  alten  Erbgutes. 

Mit  der  Predigt  und  dem  allzeit  beliebten  und  daher  wirk- 
samen geistlichen  Volksschauspiele  suchte  also  der  Klerus  die  Herzen 
der  Gläubigen  in  der  wiedergewonnenen  Liebe  zur  alten  Kirche  zu 
stärken.  Zweifelnde  und  Abseitsstehende  sanft  herüberzuführen. 

Man  besann  sich  wieder  auf  die  alten  Oster-,  Weihnacht- 
und  Dreikönigspiele,  von  denen  sich  in  abgelegenen  Gegenden,  den 
Bergen  nord-  und  südwärts  zu,  dort  und  da  der  gesunde  Sinn  des 
Volkes  aus  Großväterzeit  einen  Rest  bewahrt  hatte. 

Da  tauchte  denn  z.  B.  das  naive,  aber  doch  recht  deutsch- 
anmutige und  herzliche  Kindelwiegen  auf.  Das  Christkind  ist  das 
Universalbrüderchen  sämtlicher  Erdenkinder  und  diese  tun  nun  auch 
danach;  sie  schläfern  es  ein,  sie  liebkosen  und  wiegen  es,  sie  tanzen 
ihm  vor  und  springen  um  dasselbe  in  dulci  iubilo  herum.  Da  auch 
die  Hirten  von  Bethlehem  stets  als  kindlicher  Einfalt  voll  erscheinen, 
so  treiben  auch  diese  solcherlei  Spiel,  sie  blasen  dem  Kinde  auf  der 
Schalmei  vor,    nehmen  es  auf  den  Arm,   obwohl  ihnen  Maria  den 

2 


18 

Schatz  nicht  ohne  Besorgnis  darreicht,  und  zuletzt  folgt  munterer 
Hirtenreigen  um  die  Krippe;  so  im  Raaber  Spiel,  im  St.  Oswalde?^ 
Spiel,  im  Hirtenspiele  aus  dem  Salzkammergute  u.  a.^)  In  der 
Sakristei  von  Garsten  fand  sich  noch  um  die  Mitte  des  19.  Jahr- 
hunderts ein  Christkind  im  Körbchen,  das  sicherlich  einst  in  der 
geschilderten  Weise  der  Andacht  gedient  hat. 2) 

Von  den  Weihnachtspielen,  die  unser  verdienter  Pailler  im 
ganzen  Lande  gesammelt  hat,  weisen  manche  eine  alte  Überlieferung 
auf  und  sogar  das  Kampfspiel  von  Winter  und  Sommer  hat  sich  als 
ehrwürdiger  Überrest  uralter  Mittwinterfeier  in  vergilbten  Hand- 
schriften besonders  im  Innviertel  aus  grauen  Tagen  auf  unsere  Zeit 
vererbt.  8) 

Gewöhnlich  wurden  diese  Spiele  in  irgendeiner  „großen  Stube" 
auf  einem  eigens  hiezu  hergerichteten  Podium  aufgeführt.  Die  Hirten- 
spiele bedurften  keiner  Bühne,  keines  eigenen  Kostüms,  höchstens 
der  Engel  hatte  ein  weißes  Kleidchen  an. 

Tragen  diese  Volksspiele  durchwegs  einen  schlichten  und 
gemütlichen  Charakter,  weil  sie  eben  im  Volke  wurzeln,  so  fehlte  es 
auch  nicht  an  Schauspielen  für  das  Volk,  die  aus  fremden  Zonen 
gekommen  waren  und  deshalb  die  Herzen  vielleicht  zu  erschüttern, 
aber  nicht  dauernd  zu  fesseln  vermochten.  Da  führten  z.  B.  die 
Dominikaner  in  Steyr  öfter  Totentänze  auf.  Kloster  und  Kirche 
hatten  sie  über  ein  halbes  Jahrhundert  den  Protestanten  lassen 
müssen;  um  so  eifriger  arbeiteten  sie  seit  ihrer  Rückkehr. 

Ein  alter  Chronist  von  Steyr,  namens  Zell,  berichtet  uns  nun, 
die  Dominikaner  hätten  am  14.  November  1628  ein  Stück  von  einem 
König  und  seinen  drei  Söhnen  „sambt  einem  Todten  Tanz"  gespielt.'^) 

Totentanz  nennt  man  die  künstlerische  Darstellung  der  Idee 
vom  Tanze  des  Todes  mit  den  Lebenden,  wie  sie  uns  in  der  Literatur, 
der  Malerei  und  der  Plastik  des  Mittelalters  entgegentritt. 


^)  Veröffentlicht  in  den  Krippenspielen  aus  Ob  er  Österreich  und  Tirol 
(Innsbruck  1883)  von  W.  Pailler,  dem  wohl  kaum  ein  Überrest  dieser  Gattung 
entgangen  ist. 

*)  W.  Pailler  a.  a.  O.,  p.  4. 

")  Die  Abschrift  eines  alten  Sommer-  und  Winterspiels  aus  der  Brautmiter 
Gegend  verdanke  ich  meinem  Schüler  K,  Neumayer,  ein  ähnliches  Stück  aus 
Ostermieting  erwähnen  Nagl-Zeidler  in  der  Deutschösterreichischen  Literatur- 
geschichte, p.  730.  Ich  selbst  war  1898  als  Kooperator  in  Zell  an  der  Pram  Zeuge 
einer  Aufführung  dieses  Spieles  in  der  Gaststube  des  Wirtes  A.  Kienbauer.  Die 
Spieler  waren  von  Bayern  herübergekommen. 

*)  J.  Zetls  Chronik  der  Stadt  Steyr  (Ed.  L.  Edlbacher,  Linzer  Museal- 
Jahresber.  1878,  p.  101). 


19 

Der  Tod  ist  dabei  als  Person  gedacht,  eine  Auffassung,  der 
man  bei  den  Alten  und  in  der  heiligen  Schrift  wiederholt  begegnet 
(vgl.  Apok.  6,  8).  Solche  Reigen  des  Todes  wurden  nicht  nur  von 
Malern  und  Bildhauern  vielfach,  und  zwar  besonders  häufig  in 
Dominikanerklöstern  dargestellt,  sondern  auch  als  eine  Art  kirch- 
licher Spiele  wirklich  aufgeführt.  Der  Tod  als  Bote  Gottes  mußte 
Menschen  jedes  Alters,  Standes  und  Geschlechtes  einladen,  an  seinem 
Reigen  sich  zu  beteiligen.  Anfangs  bestand  das  Tanzen  des  Todes 
mit  seinen  Erkorenen  in  einem  einfachen  Einherschreiten  (Prozession) 
und  hatte  einen  feierlich-ernsten  Charakter,  später  nahm  der  Tod 
eine  mehr  springende  Haltung  an.  Dabei  wurden  Wechselgespräohe 
zwischen  dem  Tod  und  den  angeredeten  Personen  geführt. 

Ein  derartiger  Totentanz  fand  entweder  auf  dem  Kirchhofe 
vor  dem  Beinhause  oder  vor  dem  Kreuze  oder  auch  in  der  Kirche 
selbst  statt  und  hatte  folgenden  Verlauf: 

Zunächst  trat  auf  der  Kanzel  ein  Mönch  (Prediger)  auf  und 
hielt  eine  Einleitungsrede  über  die  Bedeutung  des  Totentanzes, 
welche  die  Hinfälligkeit  alles  Irdischen  und  die  Allgewalt  des  Todes, 
der  sich  niemand  entziehen  kann,  darstellen  solle.  Sodann  kamen 
aus  dem  Beinhause  mehrere  als  Tod  maskierte  Personen  heraus, 
die  mit  Trommel  und  Pfeife  zum  Tanze  aufspielten.  Eine  ebenfalls 
als  Tod  verkleidete  Person  trat  nun  in  den  Vordergrund  und  forderte 
alle  Menschen  auf,  ihr  zu  folgen  und  sich  dazu  mit  guten  Werken 
zu  rüsten.  Mit  dem  Papste  beginnend,  redete  sie  zuerst  die  Per- 
sonen geistlichen  Standes,  mit  dem  Kaiser  fortfahrend  die  weltlichen 
Standes  an  und  lud  jeden,  ihn  bei  der  Hand  fassend,  ein,  mitzugehen. 
Der  Angeredete  machte  jeder  in  seiner  Art  Einwendungen,  beklagte 
sein  Schicksal  und  fügte  sich  schließlich,  Gottes  Barmherzigkeit 
anrufend,  ins  Unvermeidliche.  Indem  der  Tod  den  ersten  mit  der 
einen  Hand  weggeleitet  hatte,  faßte  er  mit  der  andern  schon  den 
Nächstfolgenden,  also  nach  dem  Papst  den  Kardinal,  dann  den 
Bischof  usw. 

Die  als  Tod  fungierenden  Persönlichkeiten  trugen  jede  eine 
Totenmaske  und  waren  in  enganliegende  gelbe  Leinwand  gehüllt, 
die  so  bemalt  Avar,  daß  sie  einer  Leiche  oder  einem  Skelett 
ähnlich  sah. 

Den  Schluß  der  Aufführung  bildete  wiederum  eine  Predigt  mit 
der  Aufforderung  zur  Buße  und  Bekehrung.  Die  ursprüngliche  Zahl 
der  bei  diesen  Aufführungen  beteiligten  Personen  betrug  24;  im 
Laufe  der  Zeit  wurde  dieselbe  jedoch  vermehrt.   Solche  Totentänze 


20 

fanden  schon  im  Mittelalter,  im  15.  Jahrhundert,  statt  und  haben  sich 
bis  in  die  neuere  Zeit  hinein  erhalten.^)  Auch  die  Jesuiten  bedienten 
sich  derselben,  um  auf  die  Menge  zu  wirken.  2) 

Das  Konzil  von  Trient  hatte  die  neu  autorisierte  Fronleichnams- 
feier mit  zur  Bekehrung  der  Protestanten  angeordnet  und  als  sie  bei 
uns  wieder  ohne  Gefahr  begangen  werden  konnte,  stellten  sich  auch 
bald  geistliche  Schauspiele,  in  denen  biblische  Vorbilder  der  heiligsten 
Eucharistie  zur  Darstellung  kamen,  ein.  Solche  Präftgurationen^ 
auf  welche  die  spanischen  Autos  sacramentales  eingewirkt  zu  haben 
scheinen,  lassen  sich  bei  uns  seit  dem  17.  Jahrhundert  nachweisen.^) 

Wie  im  Mittelalter  bemächtigten  sich  auch  jetzt  wieder  die  Laien 
des  neuen  „Berufes".  Allerorten  schlugen  entsprechend  kostümierte 
Schauspieler-Gesellschaften  ihren  „Stand"  auf  und  erwarteten  für  ihre 
Darbietungen  Beifall  und  Gabe. 

So  war  es  z.  B.  im  Mühlviertel,  wo  das  Prämonstratenserstift 
Schlägl  in  dieser  Richtung  anregend  gewirkt  hat.  In  den  Rechnungs- 
büchern von  Rohrhach,  Haslach  und  Schlägl  erscheinen  beinahe  regel- 
mäßig in  der  Fastenzeit  Passionsspieler,  zu  Weihnachten  Weihnacht- 
spieler. So  sind  im  Marktbuch  von  Rohrbach  aus  dem  Jahre  1667 
wiederholt  Gebühren  für  Komödien  und  Prozessionen  verzeichnet 
und  wird  erwähnt,  daß  die  Agenten  vom  Kloster  Schlägl  Kleider 
entlehnt    hätten.'')     Auch   einer    Weihnachtskomödie    wird    gedacht. 


^)  W.  Bäumker,  Artikel  „Totentanz"  im  Herderschen  Kirchenlexikon. 
Freiburg  i.  B.  1899,  XI,  1833  ff. 

^)  In  Ingolstadt  erschien  1606  ein  von  einem  Jesuiten  verfaßter  Toten- 
tanz.  J.  Janssen,  Gesch.  des  deutschen  Volkes  VII,  126. 

^)  ZpM  a.  a.  0.,  p.  96:  „Am  Corporis  Christi-Tag  (1628)  ist  bey  den  Herrn 
Dominicanern  ein  Theatrum  aufgericht  vnd  ein  Comoedi  gehalten  worden  von 
den  Kindern  Israel,  wie  sie  in  der  Wüesten  wider  den  Moijsum  gemurret,  vnd 
Er  Moijsis  mit  dem  Stab  in  den  Felssen  geschlagen,  daß  das  frische  Wasser 
herausgesprungen,  waren  15  Persohnen  bey  disser  action." 

Ebenda,  p.  104:  „Den  17.  Juni  (1629)  alß  am  großen  Umbgang  ist  bey 
den  Herrnen  P.  P.  Dominicanern  ein  Comedi  gehalten  worden  von  dem  König 
Saul,  wie  Er  den  David  vervolgt  vnd  der  David  zu  dem  Propheten  Abimelech 
käme  in  die  Wüesten  vnd  ein  Brodt  seinen  Hunger  zu  stillen  von  ihme  begehrte, 
alßbalt  gab  ihm  der  Prophet  ein  Brodt  vnd  ein  Schwerdt,  welche  Geschieht 
eine  Vorbedeutung  deß  heyligen  vnd  zarten  Fronleichnambs  Christi  wäre." 

In  den  Kaitbüchern  von  Kremsmünster  finden  sich  Ausgaben  für  Fron- 
leichnamsspiele.     Altinger  a.  a.  0.,  p.  31. 

■*)  In  dem  erwähnten  Marktbuche  heißt  es,  daß  den  Personen,  welche  sich 
bei  der  Komödie  und  Prozession  gebrauchen  ließen,  den  Agenten  bei  der  Historie 
und  der  Reiterei  bei  der  Prozession  Bier  gezahlt  worden  sei  (10  Kandl  =^  30  kr.). 
„Als  man  am  Mittwoch  vor  dem  Antlespfingstag  auf  dem  Rathaus  das  andertmal 
probierte,  haben  die  Juden  verzehrt  an  Bier  und  Brot  21  kr.  Am  Antlespfingstag 


21 

welche  dreimal  von  Aigen  herabkam.^)  Hier  in  dieser  buckligen  Welt 
am  Südsaume  des  Böhmerwaldes  hat  sich  auch  das  urgemütliche 
St.  Osivalder  Christkindelspiel  erhalten,  das  in  seinen  ältesten  Teilen 
ohne  Zweifel  noch  ins  Mittelalter  zurückweist. 2)  Und  wenden  wir 
unseren  Blick  in  die  Berge  südwärts,  so  finden  wir  auch  hier  durch 
Generationen  mündlich  und  schriftlich  fortgepflanzte  geistliche  Yolks- 
schauspiele.  Das  Diözesanarchiv  zu  Linz  verwahrt  das  Dirigierbuch 
zu  einem  Fastenspiel  in  drei  Aufzügen  (18.  Jahrhundert)  samt  der 
Rolle  des  Annas  und  einer  Verrechnung  der  Auslagen,  die  uns  so 
recht  die  Einfachheit  des  szenischen  Apparates  vergegenwärtigt. 
Ferner  ist  noch  ein  Folioblatt  aus  einem  Passionsspiel,  gleichfalls 
aus  dem  18.  Jahrhundert,  im  Diözesanarchiv  aufbewahrt. 

Das  Gmuncle7ier  „Dreikönigspiel"  und  die  Sahkammer - 
gütler  „Theatralische  Vorstellung  der  Geburt  Christi 
in  7  Aktus"  sind  in  ihren  Anfängen  sicher  beträchtlich  älter  als 
Paillers  Vorlagen.^) 

In  Windischgarsten  wurde  um  1740  wiederholt  ein  Passion 
Christi  auf  dem  Marktplatze  gespielt  und  aus  demselben  Orte  stammt 
die  Abschrift  eines  Weihnachtspieles,  das  wohl  einer  langen  Reihe 
von  Geschlechtern  zur  Erbauung  gereicht  hat."^) 

In  Gm?indeti  brachte  man  am  Gründonnerstage  des  Jahres 
1752  eine  „Judith"  zur  Darstellung s)  und  aus  dem  benachbarten 
La7nbach  sind  uns  zwei  Passionsspiele  ^)  erhalten. 

und  vorher  wurde  auf  die  Spielleut,  Trompeter,  Juden  und  andere  Agenten  an 
Wein  gegeben  14 V2  Achtel  =  2  fl.  45  kr." 

^)  L.  Pröll,  Ein  Blick  in  das  Hauswesen  eines  österreichischen  Land- 
edelmannes aus  dem  ersten  Viertel  des  17.  Jahrhunderts.  Progr.  des  k.  k.  Staats- 
gymnasiums  im  VIII.  Bez.  Wiens  1888,  p.  41,  Anm. 

2)  PailUr  a.  a.  O.,  p.  227. 

3)  Ebenda,  p.  322,  284. 

*■)  Nagl-Zeidler  a.  a.  O.,  p.  354. 

^)  Kod.  Chart.  807  der  Stiftsbibliothek  in  Lambach.  Es  ist  eine  im  Stile 
der  mittelalterlichen  Präfigurationen  gehaltene  Darstellung,  wie  schon  der  lang- 
weilige Titel  besagt:  Victoria  Judith  decollando  Holofernem  persecutorem 
filiorum  Israel  seu  Prochemasis  supremae  victoriae  Jesu  Christi  Eedemptoris 
nostri  in  ara  crucis  de  elato  stygii  hostis  capite  triumphantis,  Daß  ist  der  Sig 
der  fromben  Judith,  da  sie  Holofernem,  einen  Verfolger  der  Kinder  Israel, 
endhaubtet,  alß  eine  lebhaffte  Vorbedeittung  deß  höchsten  Siges  Jesu  Christi 
unseres  Erlösers,  der  auf  dem  Creizbaumb  daß  Haubt  deß  höllischen  Holofernis 
durch  seinen  schmerzhaften  Todt  besiget  oder  daß  bittere  Leiden  und  Sterben 
unseres  Herrn  und  Heylands  Jesu  Christi  in  einer  Tragödie  aufgefihret  in  der 
kays.  und  landsfürstl.  Statt  Gmundten  am  Tag  deß  lezten  Abendmahls  in  Jahr 
nach  der  gnadenreichen  Geburt  Christi  deß  1752  Jahrs. 

^)  Kod.  Chart.  801   aus  dem  Jahre  1751   und  Kod.  chart.  802  aus  dem 


22 

Ja,  diese  geistlichen  Yolksschauspiele  reichten  trotz  dem  jose- 
finischen Kehrbesen  bis  ins  19.  Jahrhundert  hinein.^) 

Da  sich  das  Passionsspiel  in  Bayern  seit  jeher  besonderer  Pflege 
zu  erfreuen  hatte,  müßte  es  uns  wundern,  wenn  nicht  auch  im  Inn- 
viertel  Spuren  dieser  Kunstübung  sich  fanden. 

In  der  Tat  haben  sich  auch  hier  einige  Spielhandschriften 
erhalten,  von  denen  ich  nur  die  Uttendorfer-)  „Kreuz tragung 
Christi"  von  1732  erwähne,  dessen  Vorspiel  an  das  alte  Ober- 
ammergauer  Textbuch  erinnert. 

In  diesem  Vorspiele  beschließen  auf  Anstiften  der  Welt  der 
Zorn  und  der  Neid,  den  Heiland  zu  verderben.  Ein  Genius  spricht 
hierauf  den  Prologus,  der  mit  der  Einladung  schließt: 

Die  Tragoedi  zu  beschauen, 
Khommet  unverweilt  herbey! 
Da  secht,  wie  der  Welt  zu  trauen 
Und  wie  sie  so  treulos  sey. 
Khomb,  o  Seell,  dan  aus  den  Scenen 
Gnuegsamb  wirst  du  heut  erkhenen, 
Was  für  Schwizen  diser  Stamb 
Khostet  deinen  Breutigamb. 

Der  Passion  selbst  umfaßt  folgende  Szenen: 

1.  Die  hoche  Priester  halten  Rath  und  nachdem  sie  ihnen  Jesum 
vorstöllen  lassen,  schließen  die  schmerzliche  Creuztragung. 

2.  Die  schmerzhafFte  Muetter  claget  dem  Echo  ihr  Eilend,  wird 
von  Engel  Gabriel,  der  die  Stimb  des  Echo  an  sich  genommen, 
die  Creuztragung  geoflfenbaret. 

3.  Zorn  und  Neid  zimmern  Christo  das  schwere  Creuz,  wie  auch 
der  Zimmerman. 

4.  Pilatus,  voller  Reu  wegen  des  gefohlten  Urthel,  will  der  Creuz- 
tragung nit  consentiren,  wird  von  den  Hohenpriestern  gestörkht, 
gibt  lestlich  auch  sein  Consens. 


Jahre  1757  in  der  Stiftsbibliothek.  Beide  Stücke  wurden  von  der  Rosenkranz- 
bruderschaft zur  Aufführung  gebracht. 

^)  Das  Linzer  Diözesanarchiv  verwahrt  z.  B.  ein  umfangreiches  „Schauspiel 
über  die  Geburt  Jesu  Christi"  aus  dem  Jahre  1806,  welches  den  ganzen  Weih- 
nachtszyklus behandelt  und  aus  der  Gegend  um  Kremsmünster  stammen  soll 
(Aus  Lamprechts  Nachlaß). 

^)  Diese  Uttendorfer  Kreuztragung  wird  jetzt  im  Diözesanarchiv  zu  Linz 
verwahrt. 

Laut  Vermerk  auf  F.  54  a  schrieb  das  Stück  ßarthol.  Mairhauser,  Bürger 
und  Maler  in  Uttendorf  ab.  Verschiedene  Bühnenanweisungen  und  ein  Spieler- 
verzeichnis zeigen,  daß  das  Spiel  tatsächlich  aufgeführt  worden  ist. 


/M-. 


/n*^^  / 


jf:^  JU^.^^^  --^ 


Eine  Seite  aus  der  Uttendorfer  „Kreuztragung"  vom  Jahre  1732. 

(llrtiidsehvift  im  Diözesanarcliiv.) 


^ 


23 

5.  Der  Zorn  und  Neyd  zeigen  der  Weltt  durch  sohmerzhaflPte 
Verstöllungen,  wie  sie  mit  Christo  verfahren  wollen. 

6.  Der  schmerzvolle  Jesus,  nachdem  die  gottlosen  Juden  mit 
Schmach  und  Schmerzen  seine  Cleider  an  und  das  schwere 
Creuz  aufgelegt,  sinnkht  under  der  allzuschweren  Burth  seufzent 
und  clagent  zue  Erden. 

7.  Christus  mit  dem  Creuz  wirdt  zum  Todt  außgefiehrt,  falt  das 
erstemahl,  Simon  wird  gezwungen,  ihm  das  Creuz  nachzutragen. 

8.  und  9.  Die  andechtige  Frauen  beclagen  ihren  Breutigamb, 
werden  von  Johannes  zu  ihm  gefiehrt,  Jesus  truckht  Veronicae 
das  Haubt  ins  Schwaistuech. 

10.  Zorn  und  Neyd  zaigen  der  Welt  ferner s,  wie  sie  mit  Christo 
verfahren  wollen. 

11.  Joannes  und  die  Frauen  erzöhlen  Maria,  was  sich  mit  Jesu 
zuegetragen,  zaigen  ihr  das  in  das  Schwaißtuech  eingetrukhte 
Haubt.  Die  Juden  fiehren  Jesum  vorbey,  waryber  Maria  in 
Ohnmacht  fablet,  wird  wider  vom  Himmel  gestörkht. 

12.  Maria,  die  schmerzhaffte  Muetter,  begegnet  Jesu;  wird  ihr 
erlaubt,  mit  ihm  zu  reden,  bis  sie  beede,  er  under  dem  schweren 
Creuz,  Maria  aber  in  Ohnmacht  fahlen. 

Das  Stück  schließt  1)  mit  einem  gleich  dem  Prologe  gesungenen 
Epiloge,  dessen  erste  und  letzte  Strophe  lauten: 

Secht  dises  Schauspil,  khombt  herbey 
Insgsambt,  o  Adams  Künder, 
Khombt  her,  euch  allen  ist  da  frey 
Der  Zuegang  heut,  o  Sünder! 
Secht,  hier  ligt  Gott  als  Mensch  halb  todt 
Under  den  schweren  Stammen, 
Warzue  der  Grimb  ganz  ungestimb 
Der  Juden  derf  verdammen. 

Daher,  o  Sünder,  khombt  zugleich, 
Die  Creuz  Burt  abzunemmen, 
Steht  ab  von  Sünden,  geth  in  euch, 
Zur  Bueß  thuet  euch  bequemben, 
Ein  Linderung,  ein  Minderung 
Wird  Jesus  gwis  empfiudten, 
Wan  ihr  nit  mehr  so  offt  und  schwer 
Ihn  engstiget  mit  Sünden. 

Der  poetisch-formale  Wert  dieser  geistlichen  Volksdramatik 
ist  äußerst  gering  —  einzelne  Ausnahmen  bestätigen  auch  hier  die 
Regel  —  und  was  ihre  Wirkung  anlangt,  so  kann  auch  der  Hinweis 


^)  Angehängt  ist  noch  ein  Personenverzeichnis. 


24 

auf  das  Oberammergauerspiel,  das  ja  gewiß  auf  Tausende  noch 
Anziehungskraft  ausübt,  uns  nicht  darüber  hinwegtäuschen,  daß  sich 
die  Gattung  in  dem  religiösen  Empfinden  unserer  Tage  überlebt  hat. 
Mag  man  auch  in  der  starken  Ursprünglichkeit  und  anmutigen 
Naivität  mancher  Stücke  den  dichtenden  Volksgeist  noch  heraus- 
fühlen, wie  er  einst  auch  über  der  Wiege  deutscher  Heldensage 
gewaltet,  kann  man  sich  angesichts  der  vielen  Perlen  wahren  Volks - 
humors,  wie  er  sich  in  so  vielen  Weihnachtspielen  findet,  eines 
herzlichen  Lachens  nicht  erwehren,  so  muß  es  doch  von  anderem 
Standpunkte  aus  bedauert  werden,  daß  sich  das  Heiligste,  was  im 
Menschen  lebt,  die  Religion,  durch  Jahrhunderte  sich  vielfach  in  so 
albernen  A.nthropomorphismus  hüllen  mußte,  um  dem  Volke  ver- 
ständlicher zu  werden. 


II.  Humanismus. 

Schuldrama    der   Protestanten    und    Katholiken    in 
Stadt  und  Land.    Jesuitendrama. 

Die  Klöster  waren  nicht  nur  Mittelpunkte  des  religiösen  Lebens 
und  des  seiner  Förderung  und  Vertiefung  dienenden  geistlichen  Volks- 
schauspiels,  das  von  ihnen  mit  den  Schulen  die  Bürger  der  Städte  über- 
nahmen, sondern  sie  leiteten  vielfach  auch  andere  geistige  Strömungen 
weiter,  die  ihrem  Ursprung  und  Ziele  nach,  einer  anderen  Welt  an- 
gehörten. Sie  hatten  eben  doch  auch  im  Mittelalter  mit  der  großen 
Welt  genügend  Fühlung  ^)  und  bewahrten  sich  einen  offenen  Blick 
für  alles  Gute  und  Schöne,  kam  es  auch  anderswoher,  und  Lebens- 
freude, deren  sie  wohl  auch  bedurften. 

Bei  allem  Konservativismus  blieben  sie  also  die  Träger  und 
Vermittler  neuer  fruchtbarer  Ideen  in  Kunst  und  Leben. 

Sie  halten  den  Zusammenhang  mit  der  alten  lateinischen 
Komödiendichtung  aufrecht, 2)  wehren  aber  auch  nicht  dem  Latein 
der  Vaganten  und  Humanisten. 

In  Lambach  kennen  im  13.  Jahrhundert  die  Scholaren  noch 
die  Aulularia  des  Vitalis  und  die  AMa  des  Quilelmus  Blesensis,^) 
aber  zur  selben  Zeit  trägt  ein  Garstener  Benediktiner  Text  und  Noten 


^)  Daß  die  Leute  damals  weite  Keisen  nicht  scheuten,  zeigt  uns  z.  B.  der 
Abt  Wolfram  von  Kremsmünster,  der  812  dem  Aachener  Konzil  beiwohnte;  die 
Klausnerin  Wilbirgis  von  St.  Florian  (13.  Jahrb.),  welche  in  ihrer  Jugend  eine 
Wallfahrt  nach  St.  Jago  di  Compostella  gemacht  hatte  (A.  Czerny,  Zwei  Akten- 
stücke zur  Kulturgeschichte  Oberösterreichs  im  14.  Jahrb.  Linzer  Mus.Jahresb. 
39,  1881,  p.  107,  138);  der  Pfarrer  Albert  von  Niederwaldkirchen,  der  1323  um 
Reliquien  nach  Krakau  pilgerte,  und  der  Pfarrer  Oeorg  von  Grieskirehen ,  der 
dem  Basler  Konzil  (1434)  beiwohnte  (Strnadt,  Peuerbach,  p.  243). 

^)  In  den  Klosterschulen  des  Landes  wird  wie  anderwärts  im  Mittelalter 
fleißig  Terenz  gelesen,  wie   ich  in  meiner  Schulgeschichte  nachgewiesen  habe. 

")  Kod.  100  der  Stiftsbibliothek.  Vgl.  E.  Müllenbach,  Comoediae  elegiacae. 
Bonner  Diss.  1885,  p.  6,  13. 


26 

eines  Abschiedsliedes,  das  er  von  einem  Fahrenden  gehört,  auf  eine 
leergebliebene  Stelle  eines  Kodex  ein.^) 

Mit  Vorliebe  klopfen  die  clerici  vagantes  an  die  Klosterpforten 
und  ihr  sprudelnder  Frohsinn  schmuggelte  manch  heiteres  Lied  über 
die  heilige  Schwelle. 

Besonders  das  15.  Jahrhundert  bringt  viel  lustiges  Volk  ins 
Land,  das  von  Stadt  zu  Stadt,  von  Kloster  zu  Kloster  zieht. 2)  Diese 
Leute  waren  alles:  Jongleurs,  Sänger  und  Gaukler,  Musiker  und 
Quacksalber.  Gegen  Ende  des  Jahrhunderts  sind  unsere  Klöster  auch 
mit  dem  Humanismus  schon  bekannt  und  feiern  freudig  die  Urständ 
des  klassischen  Lateins  mit,  das  sie  solange  allein  und  treulich 
gehütet.^) 

Und  der  alte  Kaiser  Friedrich  III.  krönt  am  20.  Juli  1492 
auf  seiner  Burg  zu  Linx  in  Gegenwart  venezianischer  Gesandter 
Delius,  der  Verse  auf  ihn  rezitiert  hatte,  zum  Dichter.*) 

Nicht  viel  später  halten  in  diese  ehrwürdige  Burg,  die  an  der 
Stelle  des  einstigen  römischen  Kastells  Lentia  steht,  jene  ganz  im 
Charakter  der  italienischen  Renaissance  gedichteten  lyrisch-orchestralen 
Festspiele  ihren  Einzug,  die  ein  Präludium  der  ludi  caesarei  der 
Jesuiten  sind. 

Im  Frühjahre  1501  weilte  Kaiser  Max  mit  seiner  Gemahlin 
Bianca  Sforza,  umgeben  von  den  Fürsten  Mailands  und  dem  ganzen 
Hofstaate,  in  Linz.  Am  I.März  gedachte  er  dem  Schlesier  Viiixenz 
Lang  (Longinus)  den  Dichterkranz  aufs  Haupt  zu  setzen. s) 

Alles  freute  sich  darauf.  Als  der  Festtag  angebrochen  war, 
strömte  viel  Adel  in  prächtiger  Kleidung  zum  Schlosse. 

In  einem  großen  Saale  nahmen  der  Kaiser  und  seine  Gemahlin 
auf  erhöhten  Sitzen  Platz  und  der  Lucius  Dianae,  den  Celtes  Longinus 
zu  Ehren  hatte  drucken  lassen,  begann. 

Man  hat  wohl  im  Hinblick  auf  die  verwöhnten  Gäste,  die  in 
ihrer  italienischen  Heimat  für  solche  Spiele  die  dichterische  Form- 


^)  K  Schiffmann,  Ein  Lied  aus  den  carmina  burana.  Zs.  f.  d.  Phil.  35 
(1903),  p.  86  f. 

2)  Im  Eentbuche  des  Stiftes  St.  Florian  vom  Jahre  1404  findet  sich  eine 
eigene  Rubrik  für  Geldgeschenke  an  „ioculatores  et  vagi".  Auszugsweise  bei 
A.  Ckerny,  Zwei  Aktenstücke  zur  Kulturgeschichte  Oberösterreichs,  p.  27  Anm. 

^)  A.  Horawitx,  Zur  Geschichte  des  Humanismus  in  den  Alpenländern. 
Sitzungsber.  der  kais.  Akademie  der  Wissenschaften  1886  und  1887. 

*)  E.  Simonsfeld,  Itinerario  di  Germania  del  anno  1492.  Venedig  1903, 
p.  20  des  Sonderabdruckes. 

^)  J,  Kaltenbäck,  Die  Dichterkrönung  zu  Linz.  Österreichische  Zeitschrift 
für  Gesch.  und  Staatskunde  1835,  Nr.  3  und  4. 


X4tdU0  i^fanc  in  modum  Homcdic  co:am  ^l^ajctmiU^ 

anoiRbomanomm  iRcge  IRalcndis  iQ^arriid  7 

Hudie  fatumaUbud  ttt  arce  Htnftana  Danu^ 

t>^  actu0:Cleniendfrtmo  "S^cgc  'zIRcgi 

na  Ductbufc^  illufh'ibua  jO^cdio 

lani  totac^  iRegta  curia  fpc^ 

ctatonlDue:^  l^etrum 

^onomumlRc«' 

güCancel. 
3ofepb  ßmn^ 
pckiumTRca.Sccrc, 
Conradum  CeltenrlReg: 
l^oe.'^lfcniu  lp>biirmm:'^iti 
centtum  Eongmum  in  boc 
]ludo}laureaDona« 
tumfoelicito'eC 
iucundifn^ 
merepie 
fcnta 

IU0 


Titelblatt  des  „Ludus  Dianae"  von  K.  Celtes. 

(Nürnberger  Druck  aus  dem  Jahre  1500  in  der  Wiener  Hof  bibliothek.) 


. 


27 

gewaudtheit  Bellinoionis  und  die  Kunst  Leonardo  da  Vincis  zur 
Verfügung  hatten,  sein  Bestes  geboten. 

Die  Darsteller,  24  an  der  Zahl,  gehörten  zum  Kreise  der 
Wiener  Humanisten,  die  sich  damals  im  vollsten  Glänze  der  kaiser- 
lichen Gnade  sonnten,  u.  a.  Celtis,  der  Kanzler  Bonomus  aus  Triest 
imd  der  Friese  Theodor  Ulsenius  (Velsen). 

Das  Stück  wurde  durch  einen  in  Senaren  abgefaßten  Prolog, 
den  der  Hofkaplan  Joseph  Grünpeck  aus  Steyr  als  Mercuriits  vor- 
trug, eröffnet. 

Im  ersten  Akt  erscheint  Diana,  begleitet  von  Nymphen  und 
Faunen,  und  begrüßt  den  römischen  Kaiser,  den  gewaltigen  Jäger, 
als  ihren  Herrn  und  Meister.  Gesang  und  Tanz  beschließen  die  Szene. 

Im  zweiten  Akt  erscheint  Sylvanus  mit  Bacchus  (Vinzenz  Lang) 
und  den  Faunen. 

Der  Rezitation  ihrer  Huldigungsansprache  in  Distichen  folgt 
vierstimmiger  Gesang,  nach  den  modernen  Musikgesetzen  abgefaßt, 
der  wohl  das  Hauptinteresse  in  Anspruch  nahm.  Zitherspiel  und 
Instrumentalmusik  füllen  die  Pausen. 

Der  dritte  Akt  enthält  den  Höhepunkt  des  Stückes.  Longinus 
erscheint  als  Bacchus  mit  dem  Thyrsusstab,  begleitet  von  Silen 
und  den  Bacchantinnen,  wirft  sich  dem  Kaiser  zu  Füßen  und  bittet 
ihn  um  den  Dichterlorbeer: 

Si  qua  mihi  est  virtus  doctrinaque,  maxime  Caesar, 
Imponas  capiti  laurea  serta  meo. 
Per  superos  ego  iuro  tibi  et  per  Sceptra  Tonantis 
Cantabo  laudes  hie  et  ubique  tuas. 

Der  Kaiser  küßt  ihn  darauf,  reicht  ihm  den  Jaspisring  und 
kränzt  sein  Haupt  mit  der  Lorbeerkrone,  wofür  ihm  der  Chor  der 
Bacchantinnen  ein  Danklied  in  sapphischen  Strophen  singt. 

Der  vierte  Akt  sorgte  für  die  Komik,  indem  Silenus  auf  seinem 
Esel  stammelnd  und  halbtrunken  erschien.  Die  Diener  des  Hofes 
unterbrechen  ihn  und  bringen  in  goldenen  Bechern  und  Schalen 
Wein,  worauf  unter  Pauken  und  Hörnerschall  auf  das  Wohl  des 
Fürsten  getrunken  wird. 

Im  fünften  Akte  verabschiedet  sich  Diana  samt  allen  Mit- 
spielenden vom  Kaiser,  wünscht  —  wie  später  in  den  Lizenzen  von 
Epithalamien  typisch —  Bianca  möge  den  österreichischen  Landen  mög- 
lichst viel  Erzherzoge  schenken,  und  entschwindet  in  den  Wäldern.^) 

1)  J.  Zeidler,  Das  Wiener  Schauspiel  im  Mittelalter,  Wien  1903,  S.  30 
des  Sonderabdruckes,  und  IV.  Creixenach,  Geschichte  des  neueren  Dramas  II, 
Halle  1901,  p.  38. 


28 

Die  Beschäftigung  mit  den  lateinischen  Komödien  des  Altertums 
und  der  Renaissance  hat  um  diese  Zeit  noch  nicht  auf  die  deutsche 
Bühne  eingewirkt,  obgleich  schon  Übersetzungsarbeiten  erschienen 
waren,  die  einen  literarischen  Wert  beanspruchen  dürfen. 

Albrecht  von  Eyh,  der  uns  auch  als  Pfarrer  von  Schwanenstadt 
in  Oberösterreich  interessiert,  war  um  1455  in  Pavia  durch  Rasinus 
in  das  Verständnis  der  neu  entdeckten  Komödien  des  Plautus  ein- 
geführt worden  und  verfaßte  nach  seiner  Rückkehr  als  Domherr  von 
Eichstädt  ein  moralisches  Werk,  den  Spiegel  der  Sitten,  dem  er  als 
Anhang  die  Menächmen,  sowie  auch  eine  der  im  Norden  so  beliebten 
Frührenaissance-Komödien, ^)  nämlich  Ugolinos  „Philogenia",  beide 
in  deutscher  Übersetzung,  beifügen  wollte.  Doch  er  starb,  ehe  er 
sein  Werk  in  Druck  geben  konnte  (1475).  Erst  36  Jahre  später  ver- 
öffentlichte es  ein  anderer  Eichstädter  Domherr,  Johann  Huff,  der 
im  Anhang  außer  den  beiden  erwähnten  Komödien  auch  noch  die 
Bacchides  mitteilte,  von  denen  er  gleichfalls  eine  Tibersetzung  in 
Eybs  Nachlasse  vorgefunden  hatte.^)  Huffs  Ausgabe  war  auch  bei  uns 
zu  Lande  verbreitet. 

Diese  Zeit  stand  ganz  im  Banne  der  schönen  Form  und  fand 
in  wohllautenden  Versen  ihr  lauterstes  Vergnügen. 3) 

Aber  mit  dem  Jahre  1521  legt  es  sich  wie  ein  eisiger  Hauch 
auf  die  warmen  Empfindungen  der  Herzen.  Alles  flieht  aus  dem 
Lager  des  Erasmus  in  das  Luthers  hinüber  und  auch  die  Zurück- 
bleibenden werden  gar  bald  von  dem  Lärm  der  aufgewühlten  Zeit, 
von  den  Meinungsstreitigkeiten  der  Theologen  in  dem  Kultus  ihrer 
bisherigen  Ideale  gestört.^)  Und  wieder  spiegelt  sich  auf  der  Bühne, 
was  die  Zeit  gebar.  Eine  neue  Humanisten-Komödie,  das  Schul- 
drama entstand.  Luther  hatte  in  seinen  Tischreden  und  sonst 
gelegentlich  die  Nützlichkeit  desselben  betont,  freilich  beileibe  nicht 
im  Sinne  einer  selbständigen  Kunstbetätigung.  Vielmehr  schwebten 
ihm  und  den  Veranstaltern  der  Schulkomödien  folgende  Zielpunkte  vor: 
1.  Beherrschung  der  lateinischen  Sprache  nebst  Übung  des  Gedächt- 
nisses für  die  lateinischen  Redeanwendungen. 


*)  Die  Bibliothek  des  Stiftes  *Si^.  Florian  z.  B.  verwahrt  Leonardo  Brunis 
(1370 — 1444)  Comedia  Poliscene  in  einem  Leipziger  Druck  M.  Lotters  vom 
Jahre  1514.  Freilich  läßt  sich  nicht  mehr  feststellen,  wann  das  Buch  ein- 
gereiht wurde. 

2)   Oreizenach  a.  a.  0.  III,  Halle  1903,  p.  246  f. 

^)  J.  Orünpeck  z.  B.  bezeichnet  seine  Dramen  ausdrücklich  als  „omnem 
latini  sermonis  elegantiam  continentes". 

")  K.  Krause,  Eobanus  Hesse.  Gotha  1879,  II,  p.  267  f. 


29 

2.  Rednerische  Ausbildung  und  beherztes  Auftreten  auch  vor 
größerer  Versammhing. 

3.  Weckung  des  Eifers  bei  Schülern,  Schulherren  und  Bürgerschaft. 

4.  Aufbesserung  der  Lehrerbesoldungen  durch  die  „Verehrungen", 
die  dabei  für  die  Schulmeister  abfielen. 

5.  Vertiefung  des  Verständnisses  für  die  Kunstwerke  der  drama- 
tischen Dichtung  —  dies  Ziel  aber  nur  in  gewissen  Grenzen 
und  fast  nur  in  Straßburg. i) 

Schließlich  ist  nicht  zu  leugnen,  daß  bei  den  Aufführungen 
lutherischer  Schulmeister  auch  viel  konfessionelle  Polemik  getrieben 
wurde  —  auch  ein  Ziel,  das  namentlich  in  größeren  Städten-)  mit 
mehr  gebildetem  Publikum  vielfach  zur  Hauptsache  wurde,  wie  wir 
noch  sehen  werden. 

Viele  dieser  Schuldramen  standen  auf  einem  ziemlich  tiefen 
Niveau. 

Eine  Zeit,  die  sich  nicht  scheute,  z.  B.  die  Colloquien  des 
Erasmus^)  von  Schülern  darstellen  zu  lassen,  fand  sich  auch  nicht 
bemüßigt,  zarter  zu  sein  als  ihre  Wortführer. 

Prädikanten  und  Schulmeister,  die  in  Scharen  aus  dem  Reiche 
kamen,  ließen  durch  den  Mund  der  Kleinen  den  Großen  ihre 
Meinung  sagen  und  zwar,  entsprechend  dem  Stile  der  Zeit,  sehr 
kräftig.  Es  wurde  fleißig  gespielt  und  die  Buchführer  sorgten  für 
den  Stoff. 

In  diesem  lateinischen  Schuldrama,  das  rasch  auch  die  Stifte 
in  seinen  Bannkreis  gezogen  hatte,  erstickte  das  alte  Mysterium  und 
in  den  Niederungen  des  Lebens  wucherten  die  Ausläufer  des  Fast- 
nachtspieles in  der  Art  Hans  Sachsens  fort. 

Um  die  Mitte  des  Jahrhunderts  hatte  das  Luthertum  im  Lande 
gesiegt  und  ein  paar  Jahrzehnte  später  sich  so  gefestigt,  daß  die 
Stände  für  den  Adel,  entsprechend  den  Mahnungen  Luthers,  eine 
Landschaftsschule    errichteten.      An    derselben    wirkte   u.  a.   Georg 

*)  E.  Sehmidi,  Die  Bühnenverhältnisse  des  deutschen  Schuldramas  und 
seiner  volkstümlichen  Ableger  im  16.  Jahrh.     Berlin  1903,  p.  19  f. 

^)  Der  lateinische  Schulmeister  M.  Albert  in  Wels,  der  nachweislich  (um 
1628)  auch  Stücke  aufführte,  mußte  entlassen  werden,  weil  er  öffentlich  un- 
gebührlich über  die  katholische  Eeligion  redete.  Bei  dem  Gesamtcharakter  der 
Zeit  ist  nicht  anzunehmen,  daß  sich  derlei  Leute  in  ihren  dramatischen  Ver- 
anstaltungen völlig  harmlos  benommen  hätten. 

^)  In  der  Basler  Ausgabe  vom  Jahre  1523  und  den  folgenden.  Neben 
Ausfällen  auf  das  Ordensleben  enthielt  dieses  Buch  auch  ein  „Gespräch  eines 
Jünglings  mit  einer  Dirne". 

Bömer,  Die  lat.  Schülergespräche  der  Humanisten  I.,  p.  88. 


30 


dtPttÖTtÖCARVst^ 


ÄVSTRIACA 


TRAGOEDIA  NOVA:   RV- 

POLPHI  1.  H  ABSB  VRGI 

SECVLVM   ETRES.GESTAS 

contincns :  adiunaSs  notis 

hiftoricis. 


RVDOLPHIDOS 

L"  X  B  E  R: 

^ES   AVSTRIADVM  A  RV- 
*  DOLPHO   r.  AD   ir.   vsovs 

noßrum:  piäuraStreimfiääeki4' 
nafubmkns^ 


A  VT  O  R  E 

GßORGIO    CAtAMINO 

Sileßo. 


ANNO    M.    a    XCIV, 


/^ 


Titelblatt  des  „Rudolphus  et  Ottocarus"  von  G.  Calaminus. 

(Nach  einem  Exemplar  in  der  Bibliothek  des  Stiftes  Kremsmünster.) 

Calayninus,  der  von  Straßburg,  dem  Hauptsitze  des  Schuldramas, 
gekommen  war.  Dieser  Mann  gehört  zu  den  bedeutenderen  neu- 
lateinischen Dichtern  und  Dramatikern  dieser  Zeit.  Er  war  hier 
als  Lehrer  der  klassischen  Sprachen  von  1578 — 1595  tätig  und 
führte,  wie  die  Bescheidbücher  der  Stände  und  erhaltene  Drucke 
dartun,  eine  Reihe  von  ihm  verfaßter  Stücke  auf:  „Carminus 
sive  Messias   in   praesepi",    ein  Einakter  in  Hexametern,   das 


31 

biblische  Drama  „Helis",  ferner  „Philomusus'',  „Daphnis  seu 
Christus  patiens"  und  das  historische  Drama  „Rudolphus  et 
Ottocarus'-'.  Für  die  letztgenannte  Tragödie,  welche  den  Kampf 
zwischen  Rudolf  von  Habsburg  und  König  Ottokar  von  Böhmen 
behandelte,  erhob  ihn  Kaiser  Rudolf  II.  zum  Poeta  laureatus  und 
beschenkte  ihn  mit  seinem  Bilde.^) 

Sie  war  es  wert.  Es  war  für  seine  Zeit  ein  vorzügliches  Stück 
und  ist  das  1785  erschienene  Schauspiel  „Rudolf  von  Habsburg" 
von  Werthes  (Professor  Klein)  deshalb  interessant,  weil  es  genau 
dieselben  historischen  Figuren  enthält,  wie  Grillparzers  „Ottokar", 
so  ist  es  der  Rudolf-Ottokar  des  Calaminus  nicht  minder  dadurch, 
daß  manche  Stellen  sich  stark  mit  der  Auffassung  Grillparzers 
berühren  und  selbst  im  dichterischen  Ausdruck  an  den  großen  öster- 
reichischen Dichter  gemahnen. 

Ich  weise  nur  auf  die  Ähnlichkeit  zwischen  dem  Preise  Öster- 
reichs in  beiden  Dichtungen  hin.  2) 

Sein  Beispiel  wirkte  auch  nach  seinem  Tode  noch  fort  und 
die  Bühnentätigkeit  an  der  vornehmsten  Schule  des  Landes  er- 
lahmte nicht.  ^) 

In  Steyr  wirkten  als  Rektoren  der  lutiierischen  Lateinschule 
Thomas  Brunner  (Pagaeus)  und  nach  ihm  Georg  Mauritius.^) 

Th.  Brunner  stammte  aus  Landshut,  wurde  1558  als  Lehrer 
nach  Steyr  berufen  und  wirkte  hier  bis  zu  seinem  Tode  (28.  Ok- 
tober 1570).  Die  Grabschrift  rühmt  ihn  als  einen  ausgezeichneten 
und  gebildeten  Mann  (er  war  ein  Schüler  Melanchthons),  als  eifrigen 
und  tüchtigen  Lehrer.  Seine  Dramen  verraten  einfachen,  schlichten, 
gläubigen  Sinn  und  weiche  Innigkeit,  die  gern  glänzende  Begabung  ver- 
missen läßt.  Drei  biblische  Dramen  hat  er  uns  hinterlassen:  „Jakob 
und  seine  zwölf  Söhne",  „Tobias"  und  „Isaak  und  Rebekka". 
Den  Tobias  dichtete  er  zur  Hochzeit  des  edlen  und  festen  Wolf  Urkauf 
mit  der  tugendhaften  Jungfrau  Margaretha  Prevenhuber,  Isaak  und 
Rebekka  anläßlich  der  Vermählung   des  Martin  Ortner  mit   Ursula 


^)  K.  Schiffmann,  Magister  Georg  Calaminus,  ein  Schulmann  des  16.  Jahr- 
hunderts in  Linz.     Wien  1899,  p.  11,  15. 

^)  Man  vergleiche  die  Seite  34  stehenden  faksimilierten  Verse  des  Neu- 
lateiners mit  denen,  welche  Grillparzer  im  3.  Akte  seines  „Ottokar"  dem  Horneck 
in  den  Mund  legt. 

")  Über  Aufführungen  an  der  Linxer  Landschaftsschule  in  den  Jahren 
1611,  1612,  1615  vgl.  F.  Stauber,  Hist.  Ephemeriden  über  die  Wirksamkeit  der 
Stände  von  Österreich  ob  der  Enns.     Linz  1884,  p.  282. 

■*)  In  der  Würdigung  der  beiden  Männer  folge  ich  der  Darstellung  in 
Nagl-ZeicUers  Deutsch-österr.  Literaturgeschichte,  p.  575  f. 


32 


"^AVStRlACA      tllACOEDlÄ. 


H    O    K   V    S, 


sHi 


•*~!l. 


Aa&thcz  Marchae  fccc« 
cioceta,nipntes  frugifcri;  pafcua;  fluraina:  )acui 
vndcciro,  falinae,  fejrj  fodinx,  &  alia.comtnoda. 
£adem  Romans  Icgionis  olim  vcrfus  hoftes  fta- 
tio.  Ducalem  ad  dignitatem  legijs  Fiidexicotuni 
itnpcratoxum  priuilegijscxaltatio  &  cmincr.tia. 
Varia  fub  vltimo  duce  bella  :  hcroica  eiafdcm 
peöa ;  c«dcs  dcßique  Auftriacis  ctiam  funefta. 

0  ßtu  teflm,  &am£nafmdH 
Außr'ta ;  o  magni  decus  orbü  ultni: 

Qu£ftnugeßas  bona  tot  beato, 

yitüenUtosCereris^  (olles: 

AEquora  ^flauisjpAtiofa  campU; 

VlumenargentQ  kcuplesrtatante: 

Aureos wonteSitiemora  &  vtreta: 

f'tnguwmßltuspecudum  :ferarum 

Luftrafaltantitm :  rigm^  hortos. 

^.placusfeptemqmbus  orageßit 

Außrixgaudens  KfiafovocarL 

"Bnlacus  infiafiuuiumhunc  quaterms^ 

JnfemktU  regionu agrü. 

Enplag4  longe  bifida fedamnet 

fißtutnplures  generoßorum, 

Encroäfleres  &  odoraßla: 

Btfalisfontes :  veterUcf^ferrum 

Noriäcertans  Chaljbum  metallo.  * 
Harte  ceuKhenum  veterestegebant* 

Aufones :  noßris  ita  miles  orU^ 

BnfiRomattmvtgilexcubabat: 

E     S 


Der  Preis  Österreichs  aus  „Rudolph  und  Ottokar" 
von  G.  Calaminus. 


Stör,  alle  in  Steyr.  Es  sind  also  Gelegenheitsstücke  und  wohl  von 
Bürgern  gespielt.  Finden  sich  darin  auch  manche  Unbeholfen- 
heiten und  ist  er  nicht  über  die  Technik  seiner  Zeit  hinausgekommen, 
so  enthalten  seine  Stücke  doch  echte,  wahre  Poesie,  warmen  Preis 
des  Glaubens  und  der  Tugend. 

Scherer  charakterisiert   sie  folgendermaßen:     Das  Laster  wird 
nicht  ausgemalt.     Ich   hatte   beim    Lesen    den  Eindruck,    das    wäre 


33 


G.  Mauritius^  Rektor  der  protest.  Schule  in  Steyr. 

(Nach  einem  Kupferstich  im  Besitze  des  Herrn  Hofschauspielers  H.  Thimig  in  Wien.) 

eigentliche  Schulkomödie  im  Geiste  einer  jugendlicheren,  idealistisch- 
rosenfarbenen  Weltauffassung,  welche  alle  frommen,  herzlichen  Ge- 
fühle bestärkt. 

Gewandter   in    der   Form,    aber    weniger   gemütvoll    sind   die 
Dichtungen  seines  Nachfolgers  im  Amte,   Georg  Mauritius  sen. 

3 


34 

Er  war  am  13.  Dezember  1539  zu  Nürnberg  geboren.  Armer 
Leute  Kind,  ringt  er  sich  durch  unermüdlichen  Fleiß  und  Eifer 
empor.  Im  Jahre  1558  kommt  er  an  die  Universität  Wittenberg; 
durch  Stundengeben  verdient  er  sich  seinen  Lebensunterhalt,  wird 
Magister  und  Adjunkt  an  der  Universität  und  vermählt  sich  1569 
mit  der  Tochter  des  berühmten  Astrologen  Kaspar  Cruciger.  Ein 
Jahr  darauf  erhält  er  den  Antrag,  das  durch  Brunners  Tod  erledigte 
Amt  eines  Rektors  der  Schule  in  Steyr  anzunehmen.  Er  folgt  dem 
Rufe^  übersiedelt  in  die  alte  Eisenstadt  und  entwickelt  hier  bald 
eine  rege  dichterische  Tätigkeit.  Aber  während  seiner  Amtswirk- 
samkeit beginnen  bereits  die  Anfange  der  Gegenreformation. 

Schon  1584  ergeht  an  ihn  die  Aufforderung,  das  Land  zu 
verlassen,  vier  Jahre  später  muß  er  es  wirklich  tun.  Mauritius 
starb  1610. 

Außer  unbedeutenden  lateinischen  Gedichten  verfaßte  er  zehn 
deutsche  Schuldramen,  die  er  selbst  wegen  des  „guten  Ausgangs" 
als  Komödien  bezeichnet;  sie  haben  ihn  bekannt  gemacht,  obgleich 
er  wenig  originell  ist.  Hans  Sachs,  Naogeorgius  sind  stark  benützte 
Vorbilder. 

In  der  Technik  zeigt  er  sich  ziemlich  gewandt;  doch  stören 
oft  die  zahlreichen  Nebenfiguren  (Engel,  Teufel  etc.),  die  er  in  die 
Handlung  einschiebt.  Die  meisten  seiner  Stücke  behandeln  biblische 
Stoffe:  „Nabal",  „Ezechias",  Josaphat'',  „Haman",  „David 
und  Goliath",  die  „Weisen  aus  dem  Morgenlande", 
„Sündenfall".  Daneben  verfaßt  er  die  Komödien  „Vom  Schul- 
wesen" und  „Von  allerlei  Ständen"  und  bearbeitet  in  der 
Komödie  von  „Graf  Walther  von  Salutz  und  Grisoiden" 
einen  italienischen  Novellenstoff. 

Diese  Dramen  sind  zwar  alle  erst  nach  seinem  Weggang  von 
Steyr  gedruckt  worden,  entstanden  und  aufgeführt  worden  sind  die 
meisten  wohl  in  Steyr,  von  der  „Grisoldis" ')  ist  es  sicher. 

Unter  den  von  den  Kommissären  der  Gegenreformation  konfis- 
zierten Büchern  finden  sich  die  Dramen  von  Betulius,  Orocus, 
Orimoald,   Macropedius,   Schaepper  und  Scaligers  Buch   de  comicis 


^)  Comoedia  Orisoldis,  1582  germanice  scripta  et  Stirae  in  Austria  acta 
per  M.  G.  Mauricium  patrem,  nunc  vero  in  Academiae  Altorfensis  usum  latine 
conversa  per  M.  O.  Mauricium  filium.     Altdorf  1621. 

Gewidmet  war  das  Stück  in  der  Leipziger  Ausgabe  vom  Jahre  1606  dem 
Berthold  Händl  zu  Rämitigdm-ff  und  Biberbach.  Eamingdorf  ist  ein  Schloß  in 
der  Nähe  von  Steyr. 


35 

dlmensionihus,    die    nachweislich    einst    in    den  Händen   der  prote- 
stantischen Lehrer  in  Lm;t  und  8teijr  gewesen  sind.^) 

In  Steyr  dauerte  der  Protestantismus  trotz  allem  Gegendrucke 
bis  ins  dritte  Jahrzehnt  des  17.  Jahrhunderts  fort  und  eine  alte 
Stadtchronik,  von  dem  katholischen  Schulmeister  Wolfyang  Lindner 
geschrieben,  meldet  wiederholt  von  dramatischen  Aufführungen, 
welche  die  lutherischen  Priiceptores  im  Rathause  veranstalteten. 
So  spielten  sie  am  13.  Februar  1611  ein  polemisch-satirisches  Drama, 
in  welchem  die  verschiedenen  Stände  durch  bestimmte  Heilige  ab- 
gekanzelt wurden, 2)  vielleicht  von  Mauritius;  am  25.  Februar  1618 
gab  man  Josef,  der  von  seinen  Brüdern  verkauft  wird,  in  deutscher 
Sprache,  wie  Lindner  eigens  hervorhebt;  des  andern  Tages  eine 
lateinische  Komödie,  in  der  viel  von  Liebe,  Spiel  und  Zank  vor- 
kam, also  ein  höchst  pädagogisches  Stück. 

Die  im  Fasching  dieses  Jahres  von  den  Schülern  aufgeführten 
Stücke  nennt  Lindner  „gesalzen"  und  „unpassend". 

Es  war  eine  unerquickliche  Zeit  und  nimmermehr  hätte  der 
edle  Heinrich  von  Ofterdingen  jetzt  „Stiure,  der  bürge  guot"  die 
schönen  Abschiedsworte  zugerufen,  die  ihm  Scheffels  „Frau  Aventiure" 
in  den  Mund  legt: 

Fahr  wohl,  die  Hort  und  Nest  mir  war, 

Du  gute  Burg  von  Steier, 

Gott  schenk'  dir  noch  manch  luatsam  Jahr, 

Tanz,  Schall  und  Kosenfeier. 

Fahr  wohl,  duftsüßer  Lindengang 

Zur  Garstner  Klosterpforte, 

Wo  ich  in  erstem  Singedrang 

Den  Vöglein  stahl  die  Worte! 

In  der  Stadt  des  weißen  Panthers,  wo  jetzt  konfessioneller 
Hader  und  der  Meistersinger  „holdselige"  Kunst  die  wahre  Poesie 
gefangen  hielt,  lauschte  man  seit  langem  nicht  mehr  dem  Vogelsang 
in  Gottes  freier  Natur,  sondern  auf  die  Worte  von  der  Kanzel  der 
Stadtpfarrkirche,  ob  sich  der  katholische  Prediger  nicht  gegen  die 
evangelische  Freiheit  ausließ;  in  dem  duftsüßen  Lindengang  zur 
Garstener  Klosterpforte  stahlen  keine  sangesfrohen  Herzen  mehr  den 
Vöglein  ihre  Worte,  sondern  schmähten  lutherische  Lehrer  mit  ihren 
Schülern  heimkehrende  Mönche.^) 

^)  Einst  in  der  Bibliothek  der  Kapuziner  von  Steyr,  dann  in  der  Stifts- 
bibliothek von  Garsten,  jetzt  im  bischöfl.  Archiv  in  Linx. 

^)  Lindner:  Neque  materia  neque  scopus  rite  percipi  potuit,  erat  quoddam 
confusum  chaos. 

*)  Diese  und  andere  Beispiele  von  Gehässigkeit  der  Protestanten,  ins- 
besondere auch  der  Jugend,  erzählt  Lindners  Chronik  von  Steyr. 

3* 


36 


Wo  waren  die  lustsamen  Jahre,  da  noch  Tanz,  Schall  und 
Rosenfeier  die  friedlichen  Bürger  vereinte! 

Jetzt  notierten  die  Merker  der  Zünfte  in  dürrer  Gewissen- 
haftigkeit manch  „blinde"  oder  „falsche  Meinung".^) 

Ein  Mittel  also,  das  evangelische  Bewußtsein  zu  stärken,  in 
Wahrheit  aber,  die  Herzen  der  Mitbürger  einander  zu  entfremden, 
waren  die  Komödien  der  lutherischen  Schulmeister. 

Darum    ist   es  erklärlich,    daß  in   den    Visitations-Protokollen 


^)  So  nannten   die  Meistersinger  Verstöße   gegen   die  Vers-  und  Eeim- 
regeln  und  gegen  die  Bibel. 


1  H  S 


^O  ^t^""  '^t'  ^  w«  o  cm-    fi.  iM.?Y(Hclu<nKC   w    f/v  ^  lUo  pa  U'r 
^ — -xt u" »»»« M Ä;< ^r/M <"     Pojiuti r  PraP ufvi r    Cri vUv^  tu ac «< 

l,yU-»-C       «^<    wKrrvwi     r«<*?     «J  fXrf<cc^Jrt.    tucemio-f-rS 
"Ztui    tum  ä^'^U:     fp^    ?**^'?k   '^^    u-hltiaifm     ff  hake    vu 

4iAu:  bcül-uniiC  <^iL  ol»t4^"M4i^e    <^cw|Wmim  icscrxliJiU^ 
iHh.ll  16^-^^ ^-  ^*  ^«arUM*4   IvK    \t<^(jiuL(^uayi\    t>rt>cltu/ W 

Schreiben  des  Kantors  Christoph  Nudnig  in  Enns  an  den  Propst 
Sigismund  (1553-1572)  in  St.  Florian. 

(Originalaufnahine  von  Herrn  Lehrer  E.  Fürböck  in  Linz.) 


j 


37 

des  16.  Jahrhunderts  immer  auch  die  Frage  vorkommt,  ob  und  was 
der  Schulmeister  mit  seinen  Buben  agiere,  i) 

Schmidt  betont  in  seiner  schönen  Arbeit  über  die  Bühnen- 
verhältnisse des  16.  Jahrhunderts  mit  Recht,  daß  die  massenhaften 
dramatischen  Erzeugnisse  der  Schulmeister  zunächst  mehr  für 
deklamatorischen  Vortrag  berechnet  gewesen  seien  und  deshalb  kein 
Aufgehen  des  Darstellers  in  seiner  Rolle,  kein  Hineinschlüpfen  in 
deren  Charakter  verlangt  hätten.  Wenn  er  sich  aber  daraus  einiger- 
maßen die  moralische  Weitherzigkeit  dieser  alten  Schulmänner  erklärt, 
so  denkt  er  meines  Erachtens  zu  optimistisch.  Die  Schüler  nahmen 
doch  Schaden.  Ich  glaube  ferner,  daß  zu  den  auf  der  Schulkomödie 
fußenden  volksmäßigen  Stücken,  die  uns  im  16.  Jahrhundert  begegnen, 
vielfach  skrupellos  Schüler  verwendet  wurden. 

Feiner,  pädagogischer  empfindende  Schulmeister,  die  sich  für 
delikatere  Themen  lieber  Gevatter  Schneider  und  Handschuhmacher 
abrichteten,  mag  es  ja  immerhin  gegeben  haben. 

Daß  es  in  vielen  Fällen  nicht  pädagogische  Gründe  waren, 
welche  die  Lehrer  zur  Aufführung  von  Komödien  veranlaßten,  zeigen 
uns  die  vielen  Nachrichten  von  Gelegenheitsstücken. 

Da  spielt  z.  B.  in  Vöcklamarkt  ein  Schulmeister,  weil  beim 
Pastor  Kindstaufe  ist, 2)  oder  der  Kantor  Christoph  Nudnig  von  Enns 
will  sich  beim  schönen  Geschlechte  einschmeicheln,  indem  er  in 
einer  Faschingskomödie  darstellt,  wie  ein  Graf  die  Tochter  eines 
Hirten  heiratet  und  diese  das  Muster  keuscher  ehelicher  Liebe, 
vollendeter  Geduld  und  Unterwürfigkeit  ist.  Damit  die  Damen  von 
Enns  das  Stück  besser  verstünden,  schreibt  er  an  den  Stiftspropst 
Sigismiind  (1553 — 1572)  in  St.  Florian,  wende  er  teilweise  die 
deutsche  Sprache  an. 

Was  das  Repertoire  der  eigentlichen  Schulbühne  anlangt,  so 
muß  es  auffallen,  daß  wir  fast  gar  keine  Nachrichten  darüber  be- 
sitzen. Nicht  einmal  einen  Anhaltspunkt  haben  wir,  ob  auch  bei 
uns  Terenz  und  Plautus  in  dieser  Zeit  die  Grundlage  des  Sohul- 
repertoires  gebildet  haben.  Mir  will  es  scheinen,  daß  in  unserem 
Lande,  wenn  wir  etwa  von  der  im  Sinne  Sturms  geleiteten  Land- 
schaftsschule absehen,  die  deutsche  Komödie  eine  größere  Rolle  als 
im  Reiche  gespielt  habe. 


^)  Leonhard  Freisleben  (Eleutherobios),  einer  der  ersten  und  wärmsten 
Anhänger  Luthers,  der  auch  ein  Spiel  von  der  Weisheit  und  Narrheit  verfaßte, 
■war  um  1524  Schulmeister  in  Linz. 

*)  F.  Scheibelberger,  Beiträge  zur  Geschichte  des  Marktes  und  der  Pfarre 
Vöcklamarkt.     Linzer  Mus.-Jahresber.  1866,  p.  161  f. 


38 

Die  Freude  daran  war  jedenfalls  groß.  Das  zeigt  die  Menge 
von  Nachrichten  über  Aufführungen. 

Der  Adel  und  die  besseren  Bürger  hatten  unter  ihren  Büchern, 
wie  aus  den  Verlassenschafts- Abhandlungen  hervorgeht,  immer  auch 
ein  paar  Lieblingskomödien. ^) 

Die  meisten  dieser  Produkte  kommen  uns  sehr  langweilig  vor, 
Aveil  ihnen  eben  das  eigentliche  dramatische  Element  fehlt  und  jeg- 
licher weitere  Horizont.  Unsere  Vorfahren  waren  aber  in  dieser 
Hinsicht  genügsamer. 

Vergnüglich  rieben  sie  sich  bei  den  dialogisierten  Schnurren 
ihrer  Schulmeister  die  Hände  und  bei  biblischen  Stücken  kamen 
sie  aus  dem  Staunen  über  die  Garderobe  nicht  heraus  und  vergaßen 
ob  der  Andacht  auf  jede  dramatische  Entwicklung. 

Übrigens  sei  bemerkt,  daß  wir  moderne  Menschen  uns  auch 
so  manches  gefallen  lassen.  Auch  im  20.  Jahrhundert  verzeichnet 
nicht  selten  der  Theaterreferent:  Die  Novität  hatte  einen  durch- 
schlagenden Erfolg.     Handlung:    Null. 

Ob  und  welchen  Anteil  bei  uns  die  Meistersinger,  die  in  ver- 
schiedenen Orten  des  Landes  nachweisbar  ihre  Töne  dichteten,-)  an 
der  Volksdramatik  genommen  haben,  ist  noch  nicht  aufgehellt.  Es 
spricht  aber  alles  dafür,  daß  die  Nürnberger  Schule,  deren  Meister 
Hans  Sachs  doch  bei  uns  „singen  und  sagen"  gelernt,  mit  ihren 
Fastnaohtspielen  wohl  bekannt  gewesen  ist. 


Einen  von  der  protestantischen  Schulkomödie  ganz  ver- 
schiedenen Charakter  hatte  das  humanistische  Drama  in  den  Schulen 
der  Jesuiten  und  der  von  ihnen  beeinflußten  Stifte.  Strenge  Aus- 
wahl der  Stoffe  und  maßvolle  Beschränkung  der  Aufführungen  war 
Grundsatz.  Der  Zweck  des  Schuldramas  war  in  diesen  Kreisen  nur 
ein  pädagogischer  im  weitesten  Sinne,  daher  das  Fehlen  des  direkt 
polemischen  Charakters  und  Bevorzugung  frommer  und  erbaulicher 


^)  Erasmus  Rödern,  der  an  der  Linzer  Landscliaftsschule  studiert  hatte, 
besaß  nach  einem  Inventar  aus  dem  ersten  Viertel  des  17.  Jahrhunderts  in  der 
Bücherei  auf  seinem  Schlosse  Berg  bei  Rohrbach  die  Komödie  De  vita  studioso7-um 
(Köln  1569)  und  De  filio  prodigo  (Augsb.  1561).  L.  Pröll  a.  a.  O.,  I,  p.  7,  II,  p.  33. 

Im  Inventar  des  Seb.  Jörger  zu  Tollet  vom  Jahre  1572  finden  sich  „ein 
geschriben  comedi  auß  dem  driten  capitl  des  Buechs  Mose"  und  Die  bösen 
Sieben  in  Teufels  Karnöffelspil  (1562?). 

^)  Der  Meistergesang  in  Oh&c'6»ierTQ\(ih.,Nagl-Zeidler,  Deutsch-österreichische 
Literaturgeschichte,  Wien  1899,  p.  528 — 43, 


% 


'■Uitljtiut  if 


J^jm^kz* 


4  mitdry   /«i«*^*  tu.o*xjev*ii,ui€  f 


'.  I  jfi^^ttpi 


QrU)  Ja 


tccit 


JfltLnit    'tnieaie     tuiHiti^ 


Prolog  zu  dem  Linzer  Jesuitenstück  „St.  Aloysius". 

(Handschrift  des  18.  Jahrhunderts  in  der  Wiener  Hofbibliothek.) 


39 

Bühnenstücke.  Überblicken  wir  die  Reihe  der  Linzer  Aufführungen,!) 
so  finden  wir  Leg endendr amen  wie  „St.  Barbara"  (1621),  „Cae- 
cilia"  (1629),  „Aloisius"  (1636), 2)  „Florianus"  (1736),  „Eusta- 
ohius"  (1764),  „Staurophilus",^)  „Yenefrida  post  caedem 
rediviva  seu  virginitas  triumphatrix",  „Juliana"  etc.,  dagegen  nur 
wenige  biblische  Stücke,  wie  z.  B.  „Absalon"  (1649),  „David 
pastor"  (1670).  Aber  auch  in  den  ihrem  Stoffe  nach  weltlichen 
Stücken:  „Wamba;,  Hispaniae  olim  rex"  (1642),  „Dacia  ex  integro 
soluta"  (1660),  „Bacqueville,  Normandiae  comes"  (1714),^) 
^Athalia"  (1746),  „Chosroes  IL,  Persidis  rex"  (1761),^)  spielt 
das    religiöse    Moment    eine    Hauptrolle,    mehr    freilich    noch    im 

17.  Jahrhundert,    dem    Zeitalter    der     Gegenreformation,    als    im 

18.  Jahrhundert. 

Symbolische  Darstellungen  und  Tableaus  waren  beliebt.  Am 
21.  Mai  1609,  als  Kaiser  Matthias  in  Linz  die  Huldigung  entgegen- 
nahm, empfingen  ihn  neun  Knaben  aus  dem  Kollegium  der  Jesuiten 
als  Repräsentanten  der  neun  Musen  mit  einem  Epigramm.  Im 
Jahre  1623  gab  man  dem  Statthalter  zu  Ehren  ein  Epibaterion 
panegyricum  symbolicum^)  und  im  Jahre  1650  erhöhten  die  Patres 
den  Glanz  des  Fronleichnamsfestes  mit  der  Präfiguration  „Der 
Baum  des  Lebens  im  Paradiese".  Durch  Tableaus,  welche  die 
ob  captam,  condemnatam,  crucifixam  Christi  humanitatem  trauernde 
Büßerseele  darstellten,  wußten  sie  die  Anwesenden  in  der  ernsten 
Fastenzeit  aufs  tiefste  zu  erschüttern. 


^)  Nach  der  Clironologia  collegii  Ldneensis,  Kod.  7438  der  Wiener  Hof  bibl. 
uud  Notizen,  die  ich  der  Güte  des  hochw.  Herrn  P.  0.  Kolb  S.  J.  verdanke.  In 
Linz  bestand  seit  1608  ein  Jesuiten-Gymnasium. 

^)  Am  Fronleichnamsfeste  aufgeführt.  An  diesem  Tage  weilte  Kaiser 
Ferdinand  II.  im  Linxer  Jesuitenkolleg.  Schon  während  der  Prozession  war 
eine  kleine  szenische  Vorstellung  gegeben  worden. 

Auch  aus  dem  18.  Jahrh.  haben  wir  einen  S.  Aloysius  a  gymnasio  S.  J. 
Lincensi  in  scena  exhibitus.  Kod.  13.358  der  Wiener  Hofbibl. 

3)  Kod.  13.361  der  Wiener  Hofbibl. 

*)  A.  Cxerny,  Kunst  und  Kunstgewerbe  in  St.  Florian.  Linz  1886,  p.  266. 
Die  Musik  dazu  schrieb  der  Organist  Melchior  Kämpfl  in  St.  Florian. 

Das  Stück  Amores  Baquevilli  et  Bonillae  (Kod.  13.364  der  Wiener  Hof- 
bibliothek) aus  dem  17.  Jahrh.  behandelt  offenbar  den  gleichen  Stoff  (Quidam 
Baquevillius  captivus  apud  Ottomanos  a  s.  Juliano  liberatur  et  ad  Bonillam 
uxorem  redit). 

^)  In  der  Stiftsbibliothek  von  St.  Florian.  L.  Cellots  Selectae  Patrum 
S.  J.  tragoediae,  Antwerpen  1634,  enthalten  auch  einen  Chosroes. 

'^)  J.  Qaisherger,  Geschichte  des  k.  k.  akad.  Gymnasium  zu  Linz.  Linz 
1855,  p.  22  f. 


40 

Von  einem  Pomp,  wie  er  bei  den  Jesuiten- Aufführungen  in 
Prag,  Graz,  München  etc.  entfaltet  wurde,  hören  wir  in  Linz,  das 
doch  schon  im  16.  Jahrhundert  viel  Adel  zählte, ')  nichts  und  trotz 
wiederholter  Kaiserbesuche  im  Jesuitenkolleg  erhoben  sich  die  auf- 
geführten Stücke  zu  keiner  größeren  Bedeutung.  Ludi  caesarei 
waren  doch  nur  im  glanzvollen  Wien  möglich. 

Anfangs  spielte  man  in  einem  Saale  oder  im  Hofe  des  Kolle- 
giums, bis  die  Väter  im  Jahre  1732  mit  Hilfe  der  Stände  ein 
eigenes  Haus  nahe  der  Donau  (heute  Elisabethkai)  erbauten.  2) 

Im  Parterre  befand  sich  die  Portierloge  und  eine  Apotheke, 
im  ersten  Stocke  waren  Räume  zu  administrativen  Zwecken,  im  zweiten 
der  lichte  und  geräumige  Theatersaal.  Am  7.  Mai  des  genannten 
Jahres  legten  die  Verordneten  unter  Pauken-  und  Trompetenschall 
den  ersten  Stein  zu  diesem  neuen  Komödienhaus. 

Abgesehen  von  den  rhetorischen  Übungen^)  und  Gelegenheits- 
stücken bei  Besuchen  und  festlichen  Anlässen,  spielten  die  Jesuiten- 
schüler nur  zwei-  oder  dreimal  im  Jahre.  War  es  während  des 
Schuljahres  oft  nur  eine  actiuncula,  die  man  zum  besten  gab,  so 
fiel  dafür  der  Schlußactus  um  so  prächtiger  aus. 

Der  Statthalter,  der  Landeshauptmann,  ein  Prälat  oder  sonst 
ein  ständischer  Verordneter  teilte  die  Prämien  aus,  der  Adel,  die 
wohlhabende  Bürgerschaft  und  was  sonst  dem  Kollegium  zugetan 
war,  fand  sich  ein  und  hörte  mit  Wohlgefallen,  wie  die  jungen  Leute 
ihre  Gewandtheit  im  öffentlichen  Auftreten  und  ihre  Fertigkeit  im 
Gebrauche  der  lateinischen  Sprache  bekundeten.^) 

^)  Linz  zählte  im  Jahre  1581,  das  kaiserliche  Vizedomamt,  das  Maut- 
und  Landhaus  und  die  Pfarrhofgebäude  abgerechnet,  183  Häuser.  Davon  waren 
22  Eigentum  ausländischer  geistlicher  Fürsten  und  20  Gebäude,  die  auf  dem 
Platze  und  in  den  schönsten  Straßen  standen,  wurden  von  Adeligen  bewohnt. 
K.  Ober  leitner,  Die  evangelischen  Stände  im  Lande  ob  der  Enns  unter  Maxi- 
milian II.  und  Eudolph  IL  (1564—1597).     Wien  1862,  p.  43. 

2)  Schon  1711  waren  den  Jesuiten  von  den  Ständen  zum  Theater  6000  fl, 
bewilligt  worden.     Stauber,  Ephemeriden,  p.  282. 

Die  alte  Stadtchronik  von  Linz,  welche  sich  in  mehreren  Exemplaren  im 
Stadtarchiv  und  im  Museum  befindet,  meldet  zum  Jahre  1732:  Den  7.  May 
haben  die  Herrn  Verordnete  den  ersten  Stein  zum  neuen  Comedi  Haus,  wo  die 
Herrn  Stände  denen  Jesuitern  4000  fl.  gegeben  (Stauber,  Ephemeriden,  p.  282  f.), 
unter  Trompeten-  und  Paukenschall  geleget.  Sind  auch  hernach  auf  Mittag  in 
den  garten,  wobey  sich  H.  Bruner,  Burgermeister  und  Landschaftssecretari, 
befunden,  tractirt  worden. 

^)  Im  Jahre  1663  z.  B.  sprach  ein  Schüler  der  Ehetorik  über  Franx 
Xavers  Missionsreise  nach  China. 

*)  Ausnahmsweise  scheint  man  auch  Stadtgrößen  mit  Komödien  ver- 
herrlicht zu  haben,  wie  z.  B.  die  Aufführung   der  Ansberta  in  Steyr  zu  Ehren 


41 

Manchmal  gab  es  sogar  Singspiele  mit  eingelegten  Tänzen.') 
In  der  Regel  spielte  man  Stücke,  die  in  anderen  Kollegien  sich 
schon  bewährt  hatten.  Das  ist  bei  der  großen  Festigkeit  der  Tradi- 
tionen im  Jesuitenorden  einerseits,  bei  dem  vielfachen  Domizilwechsel 
seiner  Mitglieder  anderseits  ganz  begreiflich. 

Wie  die  Stücke  wanderten  und  wie  lange  sich  manche  im 
Ordensrepertoire  hielten,  zeigt  die  Debora  victrix,  die  in  Prag  schon 
1604  in  Anwesenheit  des  Hofes  über  die  Bretter  gegangen  war  und 
in  Linz  noch  1743  vor  der  Kaiserin  Maria  Theresia  gespielt 
wurde.  2) 

Nach  dem  Beispiele  der  Väter  der  Gesellschaft  Jesu  richteten 
sich  zunächst  die  anderen  geistlichen  Häuser  in  Linz,  z.  B.  das  im 
Jahre  1710  gegründete  Collegium  Nordicum'^)  und  das  Waisenhaus,^) 
die  auch  im  Jahre  ein  paarmal  Komödie  spielten. 


des  dortigen  Bürgermeisters  Max  Luckhmer  im  Jahre  1669  schließen  läßt.  Das 
Stück  (gedruckt  in  Linz)  feiert  Ansberta  als  „Teutsche  Fürstin  und  sonder- 
bahren  Spiegel  der  ehelichen  Lieb  und  Trew".  In  Steyr  befand  sich  seit  1632 
ein  Kolleg  der  Gesellschaft  Jesu. 

*)  In  der  ersten  Hälfte  des  18.  Jahrb.,  unbekannt  in  welchem  Jahre, 
wurde  im  Linxer  Jesuiten-Theater  das  Martyrerstück  Juliana  gegeben.  Die 
Musik  dazu  hatte  der  Wiener  Hoforganist  Ferd.  Tobias  Richter  geschrieben,  der 
auch  viele  akademische  Komödien  für  das  Wiener  Jesuitenkolleg  komponiert 
hat.  Die  eingelegten  Tänze  leitete  der  ständische  Tanzmeister  Karl  Orotetau. 
Exemplar  in  der  Stiftsbibliothek  von  St.  Florian,  Sammelband  II,  2755 — 2768 
(„Varia  litteraria  collecta  1751"). 

^)  0.  Teuher,  Geschichte  des  Prager  Theaters  I  (1883),  p.  28.  Stauber, 
Ephemeriden,  p.  282  f.  Nebenbei  sei  daran  erinnert,  daß  noch  im  Jahre  1850 
ein  Volksschauspiel  Deborah  von  S.  H.  Mosenthal  erschien. 

^)  J.  Qaisberger,  Zur  Gesch.  milder  Stiftungen  im  Lande  ob  der  Enns. 
Linzer  Mus.-Jahresber.  1859,  p.  53. 

*)  Im  Jahre  1732  z.B.  spielten  die  Waisenknaben :  Glück-  und  unglück- 
volles Ende;  das  erste  erscheinet  an  S.  Johanne  von  Nepomuk  als  glorreichen 
Märtyrern  und  Blutzeug  Christi.  Das  änderte  aber  an  Wenceslav  dem  tyran- 
nischen König.  Exemplar  in  der  Musealbibliothek.  Seit  der  1728  erfolgten 
Heiligsprechung  bot  das  Leben  und  der  Martertod  des  hl.  Johannes  von  Nep. 
öfter  StoflF  zu  dramatischer  Bearbeitung  in  geistlichen  Häusern.  So  verwahrt 
die  Stiftsbibliothek  in  St.  Florian  ein  in  Linz  bei  J.  Casp.  Leidenmayr  1728 
gedrucktes  Singspiel :  Der  ligend-obsigende  Held  zu  Allg.  Freude  der  Streitend- 
und  triumphirenden  Kirch  an  dem  Tag  der  würcklichen  Heilig-Sprechung  des 
Glorreichen  Märtyrers  und  Sonderbahren  Ehren-Beschützers  St.  Joannis  von 
Nepomuck. 

Auch  unter  den  vom  Jesuiten  Maurisperg  im  Jahre  1730  in  Steyr  her- 
ausgegebenen Dramen  befindet  sich  neben  einem  Mutius,  Deodatus,  Stanislaus 
auch  schon  ein  Joannes  Nepomucenus. 


42 

Im  Nordioum  gaben  am  Schlüsse  des  Jahres  bei  der  öffent- 
lichen Prüfung  die  Schüler  sich  in  einer  Art  Dialog  gegenseitig 
Fragen  und  machten  sich  Einwürfe.  Um  diesen  Dialogen  das 
Trockene  zu  benehmen,  versuchte  man  ihnen  einige  Male  eine 
komische  Einkleidung  zu  geben,  in  der  Art,  daß  man  z.  B.  einen 
Landpfarrer  und  seinen  Mesner  in  ihrer  Ausdrucksweise  nachahmte. 

Das  war  wohl  etwas  ganz  Harmloses.  Trotzdem  behauptete 
Nicolai  1)  in  seiner  Reisebeschreibung,  die  Schüler  des  Nordioums 
würden  angeleitet,  jährlich  beim  Schulactus  die  Protestanten  lächer- 
lich zu  machen. 

Die  „Skizze  von  Linz"  stellte  aber  das  Gegenteil  fest.  Tat- 
sächlich ist  der  Hieb  Nicolais  auf  diese  Seite  der  Jesuiten-Pädagogik 
nicht  gerechtfertigt. 


^)  Ein  bekannter  Berliner  Buchhändler  und  Aufklärungsapostel,  der  zur 
Zeit  Goethes  und  Schillers  lebte.  Die  beiden  Dichterfürsten  schrieben  über 
seine  zwölfbändige  Reisebeschreibung  in  den  „Xenien": 

Nicolai  reiset  noch  immer,  noch  lang  wird  er  reisen; 

Aber  ins  Land  der  Vernunft  findet  er  nimmer  den  Weg. 


III.  Dpama  und  Theater  in  den  Stiften. 

Ich  habe  schon  des  näheren  ausgeführt,  wie  in  den  Klöstern 
gegen  Ende  des  16.  Jahrhunderts  der  kirchliche  Sinn  wieder  erwachte 
und  die  gegenreformatorischen  Bestrebungen  eine  neue  Volksdramatik 
geistlichen  Charakters  hervorriefen.  Wenn  ich  nun  an  jener  Stelle 
bemerkte,  daß  sich  dieses  neue  Volksschauspiel  aus  der  Schul- 
dramatik entwickelt  habe,  so  wollte  ich  damit  nicht  etwa  die 
Grenzen  beider  verwischen,  sondern  den  Begriff  Schuldrama  in 
etwas  erweitertem  Sinne  verstehen.  Es  ist  kein  Zweifel,  daß  das 
Schuldrama  im  engeren  und  eigentlichen  Sinne  anderen  Zweck, 
andere  Darsteller,  andere  Bühnenausstattung  besitzt  als  die  Volks- 
bühne und  mit  dieser  fast  nichts  gemein  hat;  es  ist  aber  ebenso 
sicher,  daß  solche  reine  Schuldramen  verhältnismäßig  selten  auf- 
geführt wurden. 

Was  die  Schulmeister  spielten,  war  in  den  meisten  Fällen 
nicht  für  die  Schüler,  sondern  für  die  Zuschauer  berechnet,  wenn 
auch  Anlaß  und  Darsteller  in  den  Kreis  der  Schule  gehörten  und 
der  Zweck  vorgeblich  ein  pädagogischer  war. 

Und  indem  der  Klerus  dasselbe  tat,  aber  mit  viel  mehr  Ge- 
schick und  Kenntnis  des  Volksgeschmackes,  und  die  Laien  zu 
selbständiger  Betätigung  in  dieser  Richtung  ermunterte,  bewirkte 
er,  daß  die  noch  vorhandenen  Reste  des  Volksschauspieles  neues 
Leben  gewannen. 

Es  war  ein  Nebeneinander  der  Entwicklung  und  doch  kann 
man  sagen,  daß  die  alte  Volksdramatik  ohne  Schuldrama  wohl  sicher 
dem  völligen  Untergange  geweiht  gewesen  wäre.  Es  darf  auch 
nicht  übersehen  werden,  daß  die  wiederbelebte  Volksdramatik  deut- 
lich die  Spuren  des  Schuldramas  verrät.  So  können  wir  also  doch 
mit  Recht  behaupten,  es  habe  sich  aus  dem  Schuldrama  eine  neue 
Volksdramatik  entwickelt. 


44 

Dort,  wo  energisch  zugegriffen  wurde,  wie  z.  B.  in  der  Bene- 
diktiner-Abtei Garsten,^)  sehen  wir  auch  bald  eine  blühende  Bühnen- 
tätigkeit. Unter  Abt  Wilhelm  I.  Heller  (1601  — 1613)  spielte  man 
eifrig-  In  der  Regel  handelte  es  sich  um  religiöse  StoflPe  ernsten 
Inhalts  („Opferung  Isaaks",  „Das  neugeborne  Jesuskind 
und  die  Hirten",  ,.Der  barmherzige  Samaritan");  für  den 
Fasching  bearbeitete  „pro  spirituali  recreatione",  wie  die  Chronik 
sagt,  der  Prior  Jakob  Sanier,  ein  Schwabe,  Züge  aus  dem  Leben 
der  schon  im  Mittelalter  bekannten  und  beliebten  Gestalt  des 
Bischofs  Udo  von  Magdeburg ,  ein  andermal  die  Geschichte  vom 
Wirtschafter  Theophilus-)  oder  vom  zügellosen  Prasser  Stamulus, 
von  dem  Beda  erzählt, 

Auch  die  Patres  Nikolaus  Prudentin  und  Kaspar  Plauz  schrieben 
in  den  ersten  Dezennien  des  17.  Jahrhunderts  für  das  Stiftstheater. 
In  der  Regel,  scheint  es,  hatte  der  Prior  für  die  Schulkomödie  auf- 
zukommen. Gespielt  wurde  „ante  cancellariam",  also  im  Freien  vor 
dem  Kanzleigebäude.  ^) 

Meist  fand  sich  viel  Volk  ein  und  wie  sehr  damals  die  Spiele 
vom  pastoralen  Standpunkt  aus  aufgefaßt  wurden,  zeigt  die  öfter 
begegnende  Bemerkung,  sie  seien  „post  meridiem  loco  concionis", 
also  statt  einer  Predigt  gegeben  worden  oder  es  sei  eine  solche  als 
Vorbereitung  dem  Stücke  vorausgegangen.*) 

Auch  auf  den  inkorporierten  Pfarreien  stellte  man,  wie  schon 
erwähnt,  den  früheren  zahlreichen  Komödien  der  lutherischen  Schul- 
meister, an  die  sich  das  Volk  schon  ganz  gewöhnt  hatte,   ähnliche 


^)  Die  Darstellung  der  Theaterverhältnisse  in  Garsten  und  Steyr  beruht 
auf  der  schon  erwähnten  Chronik  W.  Lindners,  einer  zeitgenössischen,  bisher 
nicht  bekannten  Quelle. 

^)  Es  gab  auch  ein  schon  im  16.  Jahrhundert  bekanntes  Legendendrama 
Theophilus,  welches  Maria  verherrlicht  und  daher  von  den  Marienkongregationen 
der  Jesuiten  und  Stifte  gern  gespielt  wurde. 

^)  Das  Stift  St.  Florian  bestand  nach  einem  gleichzeitigen  Plane  im 
17.  Jahrhundert  aus  Kirche,  Konvent,  Infirmarie,  Getreidekasten  samt  Malz- 
kammer, Brauhaus,  Bäckerei,  Fleischbank,  Kellerei,  Kanzlei  (einstmals  Propstei). 
{Cxerny,  Kunst  und  Kunstgewerbe  im  Stifte  St.  Florian.  Linz  1886,  p.  51.) 
Ähnlich  waren  die  anderen  Stifte  und  auch,  wie  die  Abbildung  zeigt,  Garsten 
gebaut:  lauter  einzelne  schmucklose  Häuser  und  das  Ganze  von  einer  Mauer 
umfangen. 

*)  Man  beachte  auch  Lindners  Bemerkung:  Ita  nihil  praetermittebat 
Dominus  parochus  Styrensis,  quo  populum  ad  compassionem  commoveret, 
welche  sich  allerdings  zunächst  auf  ein  Leiden-Christi-Spiel  bezieht.  Dramatische 
Darstellungen  in  Verbindung  mit  der  Predigt  gab  es  in  Italien  schon  im 
15.  Jahrh.     Greixenach  1,  p.  313. 


45 

Stücke,  aber  in  katholischer  Auffassung,  entgegen.  Während  die 
eingewanderten  Schulmeister  unserem  Volksempfinden  doch  immer 
mehr  oder  minder  fremd  gegenüberstanden,  eine  eigentliche  Volks- 
dramatik auch  gar  nicht  im  Sinne  hatten,  wendet  sich  der  katholische 
Klerus  jetzt  an  seine  Landsleute  und  redet  ihnen  von  der  Bühne 
herab  eindringlich  ins  Gewissen.  Und  weil  er  des  Volkes  innerstes 
Denken  und  Fühlen  als  Sproß  derselben  Scholle  kannte,  hatte  diese 
Art  Seelsorge  einen  Erfolg,  den  wir  nicht  unterschätzen  dürfen. 


Die  Benediktinerabtei  Garsten  um  1624. 

CNach  einem  Aquarell  aus  der  ersten  Hälfte  des  18.  Jahrhunderts  im  Diözesanarchiv.) 

Wieder  zeigt  uns  dies  das  Vorgehen  der  Garstener  Bene- 
diktiner. 

Zunächst  gewannen  sie  für  die  Pfarrschule  der  nahen  Stadt 
Steyr  einen  tüchtigen  Schulmeister  in  der  Person  Wolfg.  LindnerSy. 
der  zuletzt  in  Waidhofen  a.  d.  Ybbs,  früher  in  Wien  gewirkt  hatte, 
wo  er  vielleicht  den  dramatischen  Traditionen  des  bekannten  Schotten- 
schulmeisters W.  Schmeltxl  noch  begegnet  war.^) 

Er  erzählt  uns  selbst,  unter  welchen  Schwierigkeiten  er  im 
Vereine  mit  dem  Stadtpfarrer  Dr.  Falb    in  dem  noch  überwiegend 


^)  Schmeltxl  hatte  das   deutsche  Schuldrama  nach  Österreich  verpflanzt. 


46 

protestantischen  Steyr  Fuß  faßte.  ^)  Mutig  begann  er  mit  seinen 
wenigen  Buben  in  der  Pfarrkirche  2)  geistliche  Stücke,  z.  T.  sogar 
mit  Musikeinlagen, 3)  aufzuführen:  „Opferung  Isaaks",  „Der 
barmherzige  Samaritan",  „Das  neugeborne  Jesuskind", 
„Das  Leiden  Christi",  „Joseph  von  Arimathaea  und 
Nikodemus". 

Die  Neugier  trieb  auch  manche  Protestanten  hinein  und  Lindner 
versichert  wiederholt,  diese  in  heiliger  Begeisterung  für  das  Heil  der 
Seelen  einfach  aber  würdig  gespielten  Stücke  hätten  oft  gleich  er- 
greifenden Predigten  gewirkt  und  so  manche  zur  alten  Kirche  zurück- 
geführt. 

Und  wie  in  Garsten  und  den  inkorporierten  Pfarreien  am  Be- 
ginne der  Restauration  ein  neues  Bühnenleben  sich  entfaltete,  so 
war  es  auch  in  anderen  Stiften  des  Landes  der  Fall,"^)  etwa  bis  1624. 
Da  kam  der  Ausweisungsbefehl  an  die  Protestanten  und  in  seinem 
Gefolge  der  oberösterreichische  Bauernaufstand,  der  auf  Jahrzehnte 
hinaus  den  Wohlstand  des  Landes  tief  schädigte.  Daher  hören  wir 
auch  in  dieser  Zeit  der  Wirren  bis  zum  Westfälischen  Frieden  nicht 
viel  von  Musik  und  Theater.  Erst  als  sich  die  Stifte  vom  großen 
„Herrenstaub"  etwas  erholt  hatten,  konnte  Thalia  wieder  in  ihre 
Hallen  einziehen. 

Der  Hauschronist  der  Abtei  Kremsmünster,  Pachmayr,  nennt 
ausdrücklich  das  Jahr  1649  als  den  Beginn  der  „dramatum  nostrorum 
epocha"  und  den  P.  Ernst  Leopold  (1648 — 1653  Lehrer  der  Humani- 
tätsklassen) „comicorumS)  nostrorum  antesignanum". 


^)  So  oft  Lindner  ein  Stück  aufführen  wollte,  mußte  er  die  Erlaubnis 
des  Abtes,  aber  auch  die  des  Bürgermeisters  haben. 

-)  Die  Protestanten  spielten  teils  im  Rathause,  teils  in  der  Dominikaner- 
kirche. Lindner  konnte  anfangs  nur  alle  zwei  Jahre,  von  1609 — 1613  alle  Jahre, 
von  da  an  wieder  nur  mit  Unterbrechungen  spielen.  Im  Jahre  1607  erhielt  er 
zum  erstenmal  den  Rathaussaal. 

^)  Am  Weihnachtfeste  des  Jahres  1610  führten  „Oarstenses  scholares  et 
musici"  ein  Krippenspiel  auf,  am  Karfreitage  des  folgenden  Jahres  „pro  maiore 
excitanda  devotione  adhibiti  sunt  tibicines  cum  suis  instrumentis  ad  musicam 
vocalem''  beim  Passionsspiele. 

*)  Das  Soldbuch  des  Stiftes  Lamhaeh,  wo  Abt  Wolfg.  H.  Kammersckreiber 
(1571  — 1585)  die  Klosterschule  wieder  mit  katholischem  Geist  erfüllte,  ver- 
zeichnet zum  Jahre  1577  für  zwei  Komödien  ein  Geldgeschenk  von  2  fl.  2  ß  28  0 
an  den  Schulmeister. 

'^)  Den  Spielleiter,  gewöhnlich  ein  Professor  der  Rhetorik,  nannte  man 
P.  Comicus.  Eine  Reihe  von  Stücken  schrieben  im  17.  Jahrhundert  in  Krems- 
münster die  Brüder  RormuM  und  Placidus  Marstaller  und  David  Zigl. 


47 

Abt  Pladdus  Buechauer  (1644 — 1669)  nahm  sich  wie  um  die 
Schulen  so  auch  um  die  damit  zusammenhängende  Stiftsbühne  für- 
sorglich an. 

Anfangs  kam  man  über  reine  Schuldramen,  wie  etwa  die 
Nuptiae  grammaticae  inter  sponsos  Verbum  regem  et  Nomen  reginani, 
und  Legendenstoffe  (Dorothea,  Hermenegild,  Eustachiiis)  nicht  viel 
hinaus. 

Aber  zur  Jubelfeier  des  Stiftes  im  Jahre  1677  bot  man  alle 
Kräfte  auf. 

P.  Smimi  Rettenpacher,^)  in  dessen  Adern  wirkliches  Dichterblut 
rollte,  schuf  dazu  die  Komödie:  „Kallirrhoes  ac  Theiphobi 
amores  seu  Monasterii  Cremifanensis  fundatio,  eversio 
et  restauratio." 


^)  Dieser  Mann,  dessen  Bedeutung  uns  Thassilo  Lehner  in  mehreren 
seit  1891  erschienenen  Schriften  eindringlich  gezeigt  hat,  ist  am  17.  Oktober 
1634  in  Untergänsbrunn  bei  Salzburg  geboren,  wurde  1664  Priester  und  Kapitular 
des  Stiftes  Kremsmünster,  machte  eine  Studienreise  nach  Italien  und  lehrte 
sodann  von  1668 — 1671  am  Stiftsgymnasium  und  an  der  theologischen  Haus- 
lehranstalt. 

Von  1671 — 1675  war  er  Professor  an  der  Universität  Salzburg,  1675 — 1689 
wieder  Lehrer  am  Stiftsgymnasium,  von  da  ab  bis  1706  Pfarrer  in  Fischlham 
und  die  letzten  Tage  vor  seinem  Tode  am  10.  Mai  1706  verbrachte  er  im  Stift. 

Er  schrieb  folgende  Stücke: 

1.  „Innocentia  dolo  circumventa  seu  Demetrius,  Philippi  Mace- 
donum  regis  filius,  insidiis  fratris  Persei  crudeliter  veneno  sublatus." 
Salzburg  1672. 

2.  „Ineluctabi  lis  vis  fatorum  seu  Atys,  Croesi  regis  filius,  ab 
infelici  Adrasto  inopino  vulnere  peremptus."     Salzburg  1673. 

3.  „Perfidia  punita  seu  Perseus,  ultimus  Macedonum  rex,  a  L.  Aemilio 
Paullo  victus  et  in  triumphum  ductus."     Salzburg  1674. 

4.  „Kallirrhoes  ac  Theiphobi  amores  seu  Monasterii  Cremifaijensis 
fundatio,  eversio  et  restauratio."     Salzburg  1677. 

5.  „Innocentia  ambitionis  triumphatrix."  Linz  1679.  Rptten- 
pachers  Autorschaft  steht  allerdings  nicht  fest. 

6.  „Prudentia  victrix  seu  Ulysses  post  longos  errores  in  patriam  redux 
procis  interemptis  amori  Penelopes  redditus."    1680. 

7.  „Sapiens  in  suo  recessu."  Aus  dem  Span,  des  Didaco  Henriquez 
de  Villegas  übersetzt.    1681. 

8.  „Frauen-Treu  oder  Hertzog  WelfF  auß  Beyern  durch  Liebe  seiner 
Frauen  von  grosser  Gefahr  errettet."  In  teutsche  Reym  verfasset,  sambt 
einer  Zugab  etlicher  Gedichten  durch  Mison  Erythreus  Gänßbrunu. 
Salzburg  1682. 

9.  „Francia  gallice  delusa  oder  die  mit  Gegenlist  hintergangene 
frantzösische  Schelmerey."  Linz  1689.  Auch  für  dieses  Stück  steht  die 
Autorschaft  Eettenpachers  nicht  unzweifelhaft  fest. 


48 

Wohnen  wir  im  Geiste  der  Aufführung  bei.  Der  Saal  ist 
gedrängt  voll,  Abt  Erenbert  hat  in  Anbetracht  des  seltenen  und 
daher  um  so  freudigeren  Anlasses  mit  Einladungen  nicht  gekargt. 
Grafen  und  Barone  mit  herrlich  strahlenden  Damen  sind  gekommen 
und  nehmen  jetzt  mit  vielen  Umständlichkeiten  Platz.  Und  nicht 
zu  vergessen  des  Hofrichters  und  des  ganzen  Comitatus  aulicus. 
Es  ist  recht  lebhaft  im  Saale:  Die  Damen  kichern  und  schwatzen 
über  das  „Argumentum"  (Programm  mit  kurzer  Inhaltsangabe)  auf 
türkischem  Papier  mit  Goldschnitt  i)  und  die  Herren  klappern  mit 
den  Degen  und  man  hört  Französisch  und  Welsch  ....  Da  klingelt's, 
der  Vorhang  hebt  sich  und  mit  gemessenem  Schritte  tritt  Kallirrhoe 
auf,  in  eine  weiße  Tunica  gehüllt,  mit  einer  feinen  Weiberperücke, 
lehnt  sich  an  die  Bildsäule  der  Göttin  Vesta  und  klagt  ihr  Los, 
daß  sie  ungeliebt  altern  muß: 

„Sic  ego  semper  deserta  ferar? 
Nemo  meos  heu  tristia  fata 
Ambit  amores? 

Sola  tot  annos  viduis  ripig 
Exigo  tenui  murmure  virgo  .  .  , 
Labitur  aetas  praepete  cursu 
Optima  periit  portio  vitae; 
Nemo  meos  o  Numina  laeva 
Ambit  amores!" 

Sie  spricht  so  schön  Latein  wie  nur  je  eine  Kremsnymphe  und 
Theophobos,  der  um  ihre  Hand  wirbt,  ist  der  artigste  Schäfer;  etwas 
kühl,  ja,  sind  sie  beide;  doch  so  muß  es  sein  in  der  klassischen 
Aktion.  Aber  wie!  Gleich  in  der  nächsten  Szene  geschieht  ein  Riß 


10.  „Candor  triumphans  oder  Redlich  wehrt  ewig."    Linz  1699. 

11.  „Sacrum   connubium   sive  Theandri  et  Leucothoes   sancti  amores." 
Würzburg  1700. 

12.  „Ambitiosa   tyrannis   seu  Osiris  crudeli   vulnere  a   fratre  Typhone 
occisus." 

13.  „Pietas  impia  seu  Rosimunda  pia  in  patrem,  impia  in  maritum." 

14.  „Pax  terris  reddita  seu  felix  Leophili  ac  Irenes  connubium." 

15.  „Juventus    Virtutis    et    Apollinis    muneribus    instructa 
Veterni,  Bacchi  ac  Voluptatis  illecebris  corrupta,  labore  Martis  emendata, 
Palladis  suasu  atque  favore  ad  frugem  reducta."    Drama  musicum. 
Rettenpaeher  ließ  die  Nummern  1,  2,  3,  6,  10,  12,  13,  14,  15  als  „Selecta 

dramata,  diversis  temporibus  conscripta  et  in  scena  recitata"  1683  in  Salzburg 
drucken. 

*)  So  waren  z.  B.  sogar  die  15  Explicationes  zur  Faschingskomödie  des 
Jahres  1677  in  St.  Florian  ausgestattet  {Cxerny,  Die  Bibliothek  von  St.  Florian, 
Linz  1874,  p.  103). 


ober 

®  ei^  W  Seif 

u^  ®t>0rn  burc^^tebe  feiner  grauen  i)on 

sroficr  ©efa^r  errettet  / 
3n  ?;eutr<$e!Ret)mt>erfaffet/  Dnb  &er  g^ren-Re^ 

benben  ^elt  DorgeflcQet  / 

©ambt  etnerBugab  etlidber  fo  tt)ol®ei|llid&ert  ale;  SBelt^ 
liefen  ©cbid[?ten/ 

Kifon  ^rpt^reuöi)on^dn§brunn. 


(Sd&burg  / 

®ett«^ünbücrlegt  bei)  3of)ann^aptif!3}Zat^r/  J?>off>  t>t\bl 
^cabemifd^eri  Söudbtrucfem/  onb^panblcin. 

Titelblatt  des  Stückes  „Frauen-Treue"  von  S.  Rettenpacher. 

(Exemplar  in  der  Wiener  Hof  bibliothek.) 


I 


49 

in  die  klassische  Gravität  der  Aktion.  Günther  auf  der  Jagd  .... 
Ein  wunderhübscher,  schmächtiger  Bub  mit  echten  blonden  Locken, 
mit  Augen  so  blau,  daß  sie  das  Ordensband  schlagen,  das  er  über 
der  Brust  trägt.  Sowie  er  hereinkommt,  rasch  und  ungestüm,  bringt 
er  Leben  in  die  klassische  Komödie  und  nimmt  aller  Herzen  ge- 
fangen; der  Freiherr  von  Eyselsberg  fragt,  ob  das  ein  junger  Wald- 
stein sei,  und  die  schöne  Freiin  läßt  ihren  Fächer  sinken  und  flüstert 
lächelnd  ins  Ohr  des  Gemahls. 

Es  kommt  tragisch. 

Auf  den  Speer  gelehnt,  lauscht  Günther  im  Dickicht:  „Audire 
credo  sonum  appropinquantis  ferae!"  .  .  .  Die  Bestie  erscheint  —  nie 
war  ein  Eber  schrecklicher  als  der  Gratianer  Wolf!  —  und  Günther 
setzt  sich  ritterlieh  zur  Wehr.  O,  wie  zittern  die  schönen  Damen 
für  ihn!  Aber  sein  Schicksal  muß  sich  erfüllen  .  .  .  vom  Zorne  des 
Ebers  getroffen,  stürzt  er  ...  da  klatschen  die  Männer,  die  Frauen 
halten  ihre  Taschentücher  an  die  Augen  und  die  Freiin  von  Eysels- 
berg schreit  laut  auf.  Die  Aktion  geht  weiter.  Es  tritt  Thassilo, 
der  Herzog,  auf  und  Liutpurga,  die  Herzogin,  und  Graf  Utilo  und 
Graf  Grimoald  und  die  Nymphen  Onone  und  Hyale  und  die  Schäfer 
Mopsus  und  Aegon;  sie  alle  rezitieren  ihren  Part,  wie  sich^s 
gehört  ...  .1) 

Das  Stück  endete  mit  einem  Triumphe  für  Rettenpacher.  Um 
wie  viel  großartiger  aber  wäre  wohl  der  Jubiläumsactus  verlaufen, 
hätte  man  damals  bereits  die  schöne  Bühne  gehabt,  welche  Abt 
Erenbert  einige  Jahre  später  von  den  Ständen  für  seine  Bemühungen 
anläßlich  der  Vermählungsfeier  Kaiser  Leopolds  I.  und  beim  Empfange 
der  Majestäten  in  Linz  erhielt! 

Auf  dieser  schönen  Bühne  hatten  die  Verordneten  ihre  und 
des  Landes   Gefühle   in    prunkvoller  Scena   verdolmetschen   lassen. 

Um  dieses  Theater  aufstellen  zu  können,  vereinigte  man  das 
frühere  Bühnenlokal  mit  dem  darunter  befindlichen  Getreidekasten 
und  in  diesem  zwei  Stockwerke  umfassenden  Räume  blieb  es  bis 
zum  Jahre  1803.  Die  Bühne  allein  war  beinahe  zehn  Klafter  tief 
und  hatte  die  Breite  des  ganzen  Gebäudes.  2)  Man  versteht  also, 
wie  man  zur  Zeit  der  Ritterakademie  die  Darstellung  von  Jagden, 
Jahrmärkten,  Schlachten,  Schiittagen  etc.  wagen  konnte. 


^)  In  dieser  Weise  entwirft  uns  E.  v.  Handel-Maxxetti  in  ihrem  geistvollen 
'&0XO.&U  Meinrad  Helmpergers  denkwürdiges  Jahr  (1902)  das  Bild  einer  Aufführung 
der  Kallirrhoe  zu  Anfang  des  18.  Jahrhunderts. 

^)  Im  Parterre  stiegen  die  Sitzreihen  amphitheatralisch  an,  oben  befand 
sich  eine  Galerie  herum. 

4 


50 

Aber  es  kostete  die  neue  Erwerbung  ein  schönes  Stück  Geld, 
weil  man  mit  der  Garderobe  doch  auch  gleichen  Schritt  halten 
mußte.  Da  bedurfte  es  einer  Ausstattung  zur  plutonischen  Scena, 
natürlich   in  Feuerfarbe,   zur  Flora-Scena,   zur  neptunischen   Scena. 

Zu  einem  martialischen  Interludio  waren  papierene  Köpfe 
(Masken)  mit  den  dazugehörigen  Schwertern,  Pferde  von  Holz, 
Totenköpfe  und  Adler  vorrätig;  zur  martialischen  Scena  aber  Fahnen, 
Harnische,  Helme,  Pickelhauben,  Schwerter,  Trommeln,  Schilde, 
Partisanen.  Zur  Dianaszene  fanden  sich  Köcher  mit  Pfeilen,  Hörner, 
Schäferstäbe  und  Jägerkleider.  Nach  Bedarf  gab  es  auch  ein 
sceptrum  cum  oculo  divino,  einen  Dreizack,  den  Bogen  Cupidos, 
einen  hölzernen  Anker  u.  dgl.  m.^) 

Nach  dem  Siege  über  die  Türken  bei  Wien  wurden  Türken- 
stücke Mode,  in  denen  es  von  Turbanen,  Tatarenmützen  und 
Krummsäbeln  wimmelte.  Die  Stücke,  welche  damals  die  Prälaten 
aus  der  Siegesbeute  für  die  Sammlungen  ihrer  Stifte  erwarben, 
dienten  als  erwünschte  Vorlage. 

Vorbildlich  für  die  Stiftstheater  dieser  Zeit  war  außer  den  Auf- 
führungen der  Jesuiten  das  unter  dem  Rektorate  des  Kremsmünsterers 
P.  Gregor  Wihmperger  (1681  — 1705)  eröffnete  Aulatheater  an  der 
Salzburger  Universität.  Wenn  man  bedenkt,  daß  hier  Vertreter  der 
verschiedensten  Benediktiner -Abteien  Deutschlands  und  Österreichs 
teils  als  Lehrer  teils  als  Schüler  weilten,  2)  wird  man  die  Macht  der 
Einflüsse   ermessen,    die   sich  hier   kreuzen  mußten.     Und   was   der 


^)  Ein  Inventarium  der  Stiftsbühne  in  *S^.  Florian  vom  Jahre  1690  hat 
Czerny  in  seinem  Buche  „Kunst  und  Kunstgewerbe  in  St.  Florian",  p.  263,  ver- 
öffentlicht: Auf  14  Latten  oder  Stangen  war  das  Spielzeug  aufgehängt.  Auf 
der  ersten  Latte  paradierten  zehn  Schweife  von  Meerwundern,  auf  der  zweiten 
€in  mit  Perlen  gesticktes  Pektoral  (Bruststück)  mit  seinem  zugehörigen  Schürz], 
ein  rottaftenes  Florianikleid,  ein  Scenarock,  Goldstuck,  item  ein  ungarischer  von 
Silberstuck  mit  zwei  königlichen  Talaren,  item  ein  türkisches  Unterkleid.  Auf 
der  dritten  war  ein  Scenarock  von  güldenem  Tockh  mit  Silberspitzen  durchaus 
verschamoriert,  zwei  Röcke  in  Silbertockh,  zwei  blaue  Schürzl  mit  kleinen 
Silbergalanen  verbrämt.  Auf  der  vierten  Latte  ein  weißtaftenes  Bruststück  mit 
dem  Unterrock  von  weißer  Leinwand,  zwei  Spiegelkleider  mit  falschen  Umbrellen, 
zwei  grüne  Schürzl  mit  kleinen  Silbergalanen  etc.  etc.  Man  hatte  ßöckl  zur 
Schäferei,  romanische  Kriegaröcke,  Pilgramkleider,  Charlatankleider  mit  ihren 
dazugehörigen  Hauben,  Judenmäntel,  Kleider  zur  Krönung  und  Geißelung  für 
geistliche  Schauspiele,  Truhen  voll  mit  Strümpfen,  Federn,  Tanzschuhen  und 
Kothurnen.    An  den  Mauern  waren  Turbane  und  Tatarenmützen  befestigt. 

^)  Von  1637 — 1777  lehrten  28  Benediktiner  aus  Kremsmünster  allein  da- 
selbst und  befanden  sich  Kleriker  aus  114  Klöstern  hier,  um  theologischen  Studien 
zu  obliegen.     Von  1659 — 1662  studierte  in  Salzburg  auch  Abraham  a  s.  Clara. 


51 

junge  Kleriker  im  schönen  Salzach-Rom  gesehen  und  gehört,  verwertete 
später  der  Rhetorik-Professor  als  P.  Comious  in  seinem  Stifte. 

In  der  zweiten  Hälfte  des  16.  Jahrhunderts  war  auch  das  musi- 
kalische Leben  erwacht.  Die  großen  und  die  kleinen  Höfe  segelten 
nun  langsam  aber  sicher  ins  Fahrwasser  der  Italiener.^)  Seit  1651 
hatte  Wien  sein  Opernhaus  und  bald  zog  die  neue  Mode  immer 
weitere  Kreise.  Bei  uns  ist  das  Fortschreiten  ganz  deutlich  zu 
verfolgen.  2) 

Schon  in  der  ersten  Hälfte  des  17.  Jahrhunderts  senden  die 
Abte  unserer  Stifte  ab  und  zu  einen  tüchtigen  Musiker -Mönch  zu 
weiterer  Ausbildung  nach  Italien,  kaufen  neuartige  Instrumente  und 
sorgen  durch  Gründung  einer  Hofkapelle  für  eine  würdige  Kirchen- 
musik. 3) 

Immer  mehr  bereitet  sich  der  Boden  für  das  Singspiel  vor*)  und 


^)  Seit  dem  Jahre  1543  bestand  in  Wien  eine  kaiserl.  Hofmusikkapelle 
und  die  Kaiserburg  auf  dem  Hradschin  in  Prag  war  bereits  eine  Pflegestätte 
der  Kunst  und  Musik,  als  in  Italien  die  ersten  Anfänge  des  musikalischen  Dramas, 
der  Oper,  keimten.  Im  Jahre  1594,  als  Einuccini,  Caccini  und  Peri  ihre  Dafne 
schufen,  hielt  Kaiser  Rudolf  II.  Hof  auf  dem  Hradschin  und  ein  reicher,  an- 
gesehener Kreis  von  Musikern  aus  Welschland  und  Deutschland  bildete  seinen 
bedeutenden  musikalischen  Hofstaat,  Unter  diesen  befand  sich  auch  der  Altist 
Joh.  B.  Ouicciardi  mit  15  fl.  Monatsgehalt  (Teuber,  Gesch.  des  Prager  Theaters  I, 
p.  34).  Im  Jahre  1597  wies  ihm  der  Kaiser  eine  Herrenpfründe  in  St.  Florian 
an  (Cxerny,  Kunst  und  Kunstgewerbe,  p.  119). 

^)  Über  das  musikalische  Leben  in  unseren  zwei  größten  Stiften,  Krems- 
münster  und  St.  Florian,  um  diese  Zeit  vgl.  0.  Huemer,  Die  Pflege  der  Musik 
im  Stifte  Kremsmünster.  Wels  1877,  p.  14  AT.  und  A.  Oxemy,  Kunst  und  Kunst- 
gewerbe in  St.  Florian,  p.  119  f. 

')  Um  die  Wende  des  16.  und  17.  Jahrhunderts  wurden  die  Singspiele  des 
Orlando  di  Lasso  in  St.  Florian  gegeben  und  ein  Sohn  dieses  großen  Komponisten 
ehrte  den  Abt  Alexander  I.  a  Laeu  von  Kremsmünster,  der  ein  Italiener  von 
Geburt  war,  durch  die  Überreichung  mehrerer  Kompositionen. 

Der  Chorherr  Martin  Langreder  von  Suben  widmete  im  Jahre  1602  den 
Prälaten  von  St.  Florian  und  Kremsmünster  eine  Komposition  (Canticum  gloriosae 
Deiparae  V.  M.  sex  vocibus  super  varia,  ut  vocant,  madrigalia). 

In  Garsten  war  P.  Seb.  Ertel  in  den  ersten  Dezennien  des  17.  Jahrh.  ein 
nicht  unbedeutender  Komponist  und  schon  1596  läßt  sich  hier  ein  eigener  Hof- 
organist namens  Florian  Korsorsky  nachweisen. 

Der  Kremsmünsterer  P.  Benedikt  Lechler,  der  von  1628 — 1651  Musikdirektor 
des  Stiftes  war,  machte  1632  eine  Reise  nach  der  ewigen  Stadt  und  blieb  zeit- 
lebens ein  eifriger  Verehrer  der  italienischen  Musik.    Huemer  a.  a.  O.,  p.  17  flf. 

.*)  Im  Jahre  1677  erschien  in  Linx  bei  K.  Freyschmid  die  italienische 
Oper:  „Hercole  acquisitore  dell'  immor talitä."  Drama  per  musica 
nel  felicissimo  di  natalizio  ....  dell'  imperatrice  Eleonora  Maddalena  Teresa. 
Per   commando    dell'   imperatore   Leopoldo.    Posta   in   musica  dal   Sr.  Antonio 

4* 


52 


im  Jahre  1680  gibt  das  Stift  Kremsmünster  dem  Kaiser  Leopold  I. 
nnd  seiner  Gemahlin,  die  auf  Besuch  dort  weilen,  zu  Ehren  die  erste 
Oper:  „Ulisses".  „Novum  quodammodo  genus  erat,"  schreibt 
Rettenpacher ,  der  Librettist  und  Komponist,  ausdrücklich  seinem 
Freunde  P,  Honorius  Aigner  in  Salzburg  darüber,  i) 

Der  Kaiser,  der  selbst 

UvrM  a^:^  >U4fJ^*^  -wvW^/W^  e**.  - 


Opern  und  Arien  für  solche 
komponierte  und  1659  so- 
gar in  einer  Oper  persön- 
lich mitgewirkt  hatte,  war 
ganz    entzückt     und 


er- 


Mffi/u)  t^»^  \P>.fA^jifv-rJ 


/iX"  4i>JS*^ Ji^****""^  4^*^  ^»wA   öB'^ 

Ath  t^f^rjlir,'^*^^*^  ,'^^\^*-*'*^    ^/ifii^lt^ 
^tN,^  mJdt*^  ^,ß^  e.»t.*nJy^  J'U^^I^ 


1^, ft*^y^y*^  V^K^jß^f^f"*^    ^^Wvy4^ 


Schreiben  S.  Rettenpachers  an  P.  Hon.  Aigner 

in  Salzburg  über  die  erste  italienische  Oper^iii 

Kremsmünster. 

(Original  im  Archive  des  Stiftes  Kremsmünster.) 


Draghi.  Con  Farie  per  li  balli 
dal  Sr.  Oio.  Henrieo  Smelxer. 
(Exemplar  in  der  Stiftsbiblio- 
thek  in  Kremsmünster.) 

^)  Die  das  Stück  be- 
treffende Stelle  seines  Briefes 
lautet  vollständig: 

Interim  mitto  nonnuUa 
exemplaria  nostrae  comoediae 
die  decimo  tertio  Septembris 
Augustissimis  Majestatibus  ex- 
hibitae  distribuenda  cum  plu- 
rima  commendatione  per- 
illustri  D.  Baroni  ab  Heggi, 
Magnifico  P.  Rectori,  P.  Jo- 
sephe Priori  ad  s.  Petrum, 
P.  Gregorio  nostro,  P.  Oddoni 
amicomeo  veteri  et  si  qui  forte 
alii  desiderabunt.  Rogo  tamen, 
iudicia  dignetur  perscribere, 
quid  de  illa  sentiant.  Est 
enim  novum,  qtiodammodo  genus 
et  more  Italorum,  musieis  nu- 
meris  aptatum  drama.  Impe- 
ratori  et  toti  aulae  summo- 
pere  placuit  nee  satis  laudare 


potuerunt.  Plura  nonnulli  my- 
steria  invenerunt  et  aliis  explicarunt,.  omnia  bene  et  praeclara  forma,  quam 
cogitaverim  ipse.  Haec  non  scriberem,  nisi  scirem,  monasterii  honore  suam 
Paternitatem  maxime  delectari.  Multa  omitto,  ne  molestus  sim  aut  encomium 
quaerere  videar.  Verum  mihi  pars  minima  adscribenda,  pleraque  musieis  et 
aetoribus  debeo,  quod  tarn  egregie  suam  quisque  personam  sustinuerit.  Nam 
mea  compositio  quattuordecim  tantum  dierum  labor  fuit.  Sed  garrio  —  ignoscat; 
quasi  praesenti  me  loqui  existimabam.  Commendo  me  plurimum,  Oremifani 
die  3.  Oet.  1680. 


53 


mutfgte   dadurch    die  Musiker^   auf  dem   beschrittenen  Wege   fort- 
zuwandeln.i) 

An  diesem  denkwürdigen  Tage  trat  das  drama  musicum  seinen 
Siegeszug  durch  unser  Land  an.  Ein  Jahrzehnt  später  hat  auch 
das  Ballett  schon  seinen  Einzug  gehalten^)  und  so  jubelt  man  sich 


ö 
o 

I— I 


CQ 


Ol  •" 

^  ä 

u  ? 

ü  ä 

o  « 

DJ  "^ 

^  ö 


c3    -? 


*)  Im  selben  Jahre  besuchte  der  Kaiser  auch  St.  Florian,  wo  ein  vom 
Chorherrn  Paul  Perger  verfaßtes  Stück  gespielt  wurde. 

^)  Der  Gambist  M.  Puecher  in  Kremsmünster  schrieb  1688/89  u.  a.  Ballette 
ab  und  1692  wurden  gedruckte  gekauft.    Hiiemer,  p.  33. 


54 

mit  Pauken  und  Trompeten,  Flöten  und  Geigen  ins  musikalische 
Jahrhundert  hinüber. 

Es  kommt  dann  im  18.  Jahrhunderte  die  Ära  der  großen 
Stiftsbauten  und  wieder  wendet  sich  der  Blick  nach  Italien.  Söhne 
dieser  Heimat  aller  Kunst  arbeiten  bei  uns  nun  als  Musiker,  Maler, 
Architekten  und  Stukkateure,  es  erstehen  die  prachtvollen  Präla- 
turen  und  Prunksäle,  die  wir  noch  heute  bewundern,  und  das 
deutsche  Ohr  gewöhnt  sich  an  die  welschen  Melodien. 

Die  Stifte,  wie  immer  so  auch  jetzt  die  Mittelpunkte  aller 
wissenschaftlichen  und  künstlerischen  Bestrebungen,  wetteifern  in 
den  nächsten  Jahrzehnten  in  dem  Ruhme,  die  besten  Musiker 
zu  haben. 

In  St.  Floria7i  glänzen  unter  den  musikliebenden  Pröpsten 
Claudius  Kröll  (1700-1716)  und  Johann  III.  Födermayr  (1716—1732), 
die  beiden  Komponisten  M.  Kämpfl  und  J.  Halbax  und  der  Regens- 
chori  (1719 — 11S9)  Paul  Schopper  war  ein  Baßsänger  ersten  Ranges, 
der  einen  lebhaften  musikalischen  Verkehr  mit  dem  sang-  und  klang- 
reiohen  Wien  Karls  VI.  unterhielt. 

Im  Jahre  1731  ersteht  hier  eine  neue  glänzende  Bühne,  im 
Jahre  1737  läßt  der  Abt  Fixlmillner  (1731 — 1759)  die  von  K?'ems- 
münster  restaurieren.  Der  Musensitz  an  der  Krems  erlebte  aber 
seine  höchsten  Bühnentriumphe  seit  der  1743  erfolgten  Errichtung 
der  Ritterakademie.  Die  jungen  Edelleute,  die  hier  ihr  Wissen 
holten,  warfen  so  manchen  Blick  in  die  Welt,  für  die  sie  erzogen 
wurden,  auf  den  Brettern,  die  sie  bedeuten. 

Abt  Fixlmillner  schickte  seinen  Konventual  F.  Sparry  nach 
Italien,  wo  dieser  durch  zwei  Jahre  bei  Oirolamo  Chili  in  Rom  und 
heonardo  Leo  in  Neapel,  zwei  ausgezeichneten  Kontrapunktisten,  die 
mächtigsten  Anregungen  empfing. 

Zu  Hause  entfaltete  der  junge  Mönch  dann  als  Musikdirektor 
(1747—1767)  im  Verein  mit  den  besten  Kräften  ein  reiches  musi- 
kalisches Leben,  das  zwar  in  erster  Linie  dem  Kirchenchore,  aber 
doch  wohl  auch  der  Stiftsbühne  zugute  kam.^)  Seinen  größten 
Musiker  aber  besaß  das  Stift  an  Q.  Pasteriüix  (geboren  1730,  von 
1767 — 1782  Musikdirektor,  1803  gestorben),  dessen  Name  auch  außer- 
halb Österreichs  bekannt  geworden  ist.  In  seine  Ära  fällt  das  Ende 
des   klösterlichen   Schuldramas   im    engeren  Sinne.    Im  Jahre    1765 


^)  Von  ihm  stammt  der  musikalische  Scherz  Bacchanaliorum  fmis  mit 
einschmeichelnden  Melodien,  die  mit  Rezitativen  und  Chören  abwechseln.  Die 
Eezitative  sind  ausdrucksvoll  und  für  den  komischen,  halb  deutschen,  halb 
lateinischen  Text  fast  zu  erhaben.     Huemer,  p.  48. 


o 


a 

PQ 
ö 


O 


a  :& 


(=1 

•  iH 


i 


55 


hatte  die  1760  eingesetzte  Hof- Studienkommission  die  Verbindung 
einer  theatralischen  Produktion  mit  der  Prämien  Verteilung,  1768 
die  Schulaufführungen  überhaupt  untersagt.  Damit  hatte  eine  Kunst- 
übung ihr  Ende  erreicht,  die  durch  zwei  Jahrhunderte  von  pro- 
testantischen Pädagogen  so  gut  wie  von  katholischen  als  für  einen 
richtigen  Sohulbetrieb  unentbehrlich  angesehen  worden  war 


G.  Pasterwiz, 

von  1767—1782  Musikdirektor  in  Kremsmünster. 

Nach  einem  Porträt  im  Musikarchive  des  Stiftes. 

(Originalaufnahme  von  Herrn  Lehrer  E.  Fürböck  in  Linz.) 

Die  liebe  Jugend  spielte  aber  nach  wie  vor;  gab  es  ja  der 
Anlässe  noch  genug  und  war  doch  Abt  Erenhert  III.  Meyer  (1771 
bis  1800)  ein  so  warmer  Freund  und  Förderer  der  Stiftsbühne. 

Pasteriviz,  ein  Schüler  Eberlins,  pflegte  die  italienische  Oper.^) 
Mutig  führte  er  mit  seinen  jungen  Musikanten  in  echt  künstlerischer 


^)  Er  schrieb  die  Opern  .,11  Giuseppe  riconusciuto"  (1777)  mit 
italienischem  und  „Samson"  mit  deutschem  Texte  (1775)  und  die  Musik 
zu  dem  Schauspiele  „Der  wahre  Vater"  (1782),  Lixsnxen  zu  Wagenseils 
,,Gioas,  re  di  Giuda",  zu  Salieris  „La  fiera  di  Venezia",  zu  Eberlins 
„Joas",  zu  Rolles  „Abel",   zu  Jomellis  „Abramo"   und  zu  Glucks  „U  Par- 


56 

Begeisterung  Ohicks  „Paris  und  Helena*'  auf  und  nun  folgten 
„Alceste",  „Die  Pilgrime  von  Mekka",  „Parnasso  confuso" 
und  Stücke  von  Jomelli,  Paesiello,  Pergolese,  Salieri,  Rolle,  Wagen- 
seil, Dittersdorf,  Mozart  und  seine  eigenen  in  buntem  Wechsel. 

In  der  Akademie  lernten  die  Zöglinge  Italienisch  und  Fran- 
zösisch. 

Als  Pasterwiz  anläßlich  der  Jahrtausendfeier  des  Stiftsbestandes 
im  Jahre  1777  den  „Giuseppe  riconusciuto"  zur  Aufführung 
brachte,  sangen  die  Studenten  ihre  Rollen  sprachlich  so  korrekt, 
daß  sie  dafür  das  besondere  Lob  des  anwesenden  Nunzius  Garampi 
ernteten. 

Pasterwiz  blieb  in  seiner  Stellung  als  Musikdirektor  bis  zum 
Jahre  1782.i) 

Und  während  Kremsmünsters  Ruhm  sich  immer  mehr  ver- 
breitet, feiern  die  anderen  Stifte  durchaus  nicht.  Um  1770  baut 
Abt  Amand  Schickmayr  [1146 — 1794)  inLamhach  ein  neues  Theater, 2) 
auf  dem  sich  beim  dreißigjährigen  Abtjubiläum  im  Jahre  1776  die 
vorzüglichen  Sängerinnen  Notburga  Kaiser  aus  Gmunden  und 
M.  Haydns  Frau  aus  Salzburg  mit  gepudertem  Haar  und  Reifröcken 
in  welschen  Arien  hören  lassen. 

St.  Florian  hatte  seinen  Tenoristen  B.  Kraus  und  seinen 
F.  Aumann,^)  Garsten^)  seinen  Jakob  Scherer,  der  Hofmaler,  Bassist 
und  Librettist  zugleich  war,  ein  —  billiges  Individuum. 


nasso  confuso";  Zivisehenspiele:  „Nützliche  Veränderung  des 
lustigen  Studentenlebens  an  einem  liederlichen  Schuster- 
sohne" (1771),  „Castor  et  Pollux  Parenti  (Abt  Erenbert  III.)  ex  Thermis 
Carolinis  reditum  gratulantur",  „Hans"  (1764),  letzteres  in  derbkomischem 
Dialekte. 

^)  Als  Hofmeister  in  Wien  (1785 — 1795)  versammelte  er  um  sich  in 
Konzerten  die  ersten  Berühmtheiten  der  Kaiserstadt,  vor  denen  nicht  selten 
seine  eigenen  Kompositionen  mit  ungeteiltem  Beifalle  aufgeführt  wurden.  Und 
dies  geschah  vor  Männern  wie  Moxart,  Haydn,  Salieri  und  Albreehtsherger. 
Wurzbach,  21,  337. 

^)  Diese  Bühne  ist  fast  unverändert  noch  heute  zu  sehen. 

^)  Er  war  ein  ganz  bedeutendes  Talent  und  stand  mit  den  besten  Ton- 
künstlern in  Verbindung. 

*)  Um  die  Stiftsbühne  in  Garsten  machten  sich  verdient:  P.  Bernhard 
Wedl  (1720 — 1757),  P.  Robert  Plank,  der  eine  vorzügliche  komische  Ader  besaß, 
und  P.  Virgil  Kleinmayr  (1691 — 1771),  der  als  Universitäts-Professor  in  Salz- 
burg schon  für  das  Aulatheater  geschrieben  hatte.  Man  spielte  in  dem  vom 
Abte  Leopold  (1747 — 1757)  erbauten  Speisesaal,  der  nur  einigemal  als  solcher 
benutzt  wurde,  und  noch  1786,  also  knapp  vor  Aufhebung  des  Stiftes,  ließ  Abt 
Maurus  Oordon  das  Theater  vollkommen  restaurieren. 


f> 


et  lO^-mvic 


n-rvlvx^  (i'i  (^<i^iy^.^2^  , 


/. 


(^ytc  r^trf^^.^udi^ 


Stimme  des  Benjamin  aus  der  Oper  „Der  wiedererkannte  Joseph" 

von  G.  Pasterwiz  aus  dem  Jahre  1777. 

Nach  der  Originalpartitur  im  Musikarchive  des  Stiftes  Kremsmünster. 

(Aufgenommen  von  Herrn  Lehrer  E.  Fürböck  in  Linz.) 


57 


In  Kremsmünster  folgte  auf  Pasterwiz  Max  Pissmger  (1783 
bis  1785),  der  u.  a.  den  bekannten  Süßmayer  oder  Dolcevillico, 
wie  er  sich  als  Maestro  gern  nannte,  in  seine  Kunst  einführte,  und 
auf  ihn  Bonifaz  Schweigert  (1785 — 1794),  unter  dem  M.  Haydn  und 
Süßmayer  einigemal  auf  Besuch  hier  weilten.^) 

^)  Im  Jahre  1771  weilte  M.  Haydn  mit  Frau  und  Schwägerin  vier  Tage 
im  Stifte. 


58 


Versatzstück  zum  Lambacher  Stiftstheater. 


Eine  wahre  Jagd  nach  musikalischen  Genüssen  begann,  als  im 
Jahre  1789  der  feinsinnige  Freund  Mozarts,  P.  Maximilian  Stadler, 
Benediktiner  des  Stiftes  Melk,  als  Ahhh  commendataire  nach  Krems- 
münster kam.  Glänzende  Konzerte  und  Opernaufführungen  ver- 
einigten unausgesetzt  Kenner  und  Liebhaber^)  aus  Stadt  und  Land 
in  dem  gastlichen  Stifte.  —  Leider  wirkte  dieser  hervorragende 
Kunstmäzen  nur  anderthalb  Jahre  in  seiner  allerdings  für  beide 
Teile  wenig  angenehmen  Stellung. 

Wenn  wir  uns  nun  zum  Schlüsse  ein  Urteil  über  die  etwa  seit 
1650  aufgeführten  Stücke  bilden  wollen,  sind  wir  in  der  glücklichen 
Lage,  in  Kremsmünster  noch  ungefähr  100  Stücke  zu  finden,  die 
uns  einen  guten  Einblick  in  die  verschiedenen  Richtungen  des  Ge- 
schmackes gestatten,  die  jeweils  das  Repertoire  hier  und  in  den 
anderen  Stiften  beherrschten. 

Anfangs  wandelt  die  Stiftsbühne  längere  Zeit  ganz  im  Geleise 
der  Jesuit entheater:  2)  Legendendramen  und  Moralisationen  streng 
religiösen  Typs  überwiegen. 

Da  mußte  Hannibal  der  studierenden  Jugend  ein  Beispiel  geben, 
wie  man  Eide  heilig  hält,  Anconius  lehrte  die  Herrschertugend  der 


^)  Wie  sehr  in  der  zweiten  Hälfte  des  18.  Jahrh.  Theater-Aufführungen 
als  wesentliche  Programmpunkte  einer  Festlichkeit  angesehen  wurden  —  auch 
in  geistlichen  Kreisen,  mag  man  daraus  ersehen,  daß  man  anläßlich  der  In- 
stallation des  Linzer  Generalvikars  Finetti  auf  die  Herrschaft  Suben  im  Jahre  1792 
auch  zwei  Opern  aufföhrte.    Pritx,  Suben,  p.  64. 

^)  Man  denke  an  Stücke  wie  „Eustachi us"  (1673),  „Demetrius", 
„Parrochius",  ,.Ansberta",  „Cyrus",  „Belisar",  „Gottfried  von 
Bouillon",  „Wamba",  „Heraclius",  „Leander",  „Alexius",  „Euri- 
pus"  usw.  und  man  wird  sich  an  Jesuiten-  und  Piaristenstücke  gleichen  oder 
ähnlichen  Namens  erinnern. 

Die  Verfasser  solcher  Stücke  schöpften  ihren  Stoff  meist  aus  Petrus 
Sanchez,  Surius,  Andreas  Eborensis  und  ähnlichen  Autoren. 


59 

Gerechtigkeit,   der   Feldherr  Belisar  die  Großmut   des  Beleidigten, 

an   Gottfried  von  Bouillon  bewunderte  man  Tapferkeit  und  Demut. 

In  dem  Schicksale  Caesars,  „so  in  dem  Kath  von  Bruto  und 


anderen  Rathsherren  ermordet  worden",  offenbarte  sich  die  Tragik, 
die  in  dem  Vertrauen  auf  falsche  Freunde  liegt,  i) 

Erschütternde  Szenen  bot  das  Schicksal  Konradins,  des  letzten 

^)  Am  16.  und  23.  Oktober  1721  in  Lambach  aufgeführt,  me  das  Tage- 
buch des  Abtes  Maximilian  Pagl  (1707—1735)  meldet.   . 


60 

Hohenstaufen,  und  Friedrichs  von  Osterreich.  Dann  zeigte  sich 
wieder  die  Schrecklichkeit  der  Todsünde  in  greller  Beleuchtung  oder 
es  sollte  die  Geschichte  von  der  Ermordung  des  Königs  Bythinus 
durch  seinen  eigenen  Sohn  auf  die  verderblichen  Folgen  schlechter 
Erziehung  hinweisen.^)  Man  erbaute  sich  an  dem  Leiden  des  Herrii 
und  dem  Kampfe  St.  Benedikts  mit  dem  Fleische,  ging  im  Geiste  mit 
dem  Burgundenkönige  Sigismund  den  Weg  der  Buße  und  lernte  an 
der  Erhabenheit  des  Papstes  Alexander  die  irdische  Größe  Alexanders 
des  Großen  verachten.  Ein  Beispiel  werktätiger  Liebe  gab  Johanyies 
der  Evangelist,  der  einen  Räuberhauptmann  auf  den  Weg  des  Heiles 
zurückbrachte,  den  Wert  der  Armut  prägte  man  den  Studenten  an 
dem  auferbaulichen  Tode  des  Lazarus  und  der  Verdammnis  des 
reichen  Prassers  ein,  die  Abscheulichkeit  des  Neides  an  Belsena,  einem 
Prinzen  von  königlichem  Geblüte,  die  Feindesliebe  an  dem  spanischen 
Könige  Wamba.  Die  Geschichte  des  von  Alexander  dem  Großen  als 
König  eingesetzten  Küchengärtners  Abdalonymus  zeigte  klärlich  das 
Walten  der  Vorsehung,  die  aus  Hirtenknaben  Päpste  macht  und 
Volksbeherrscher  vom  Pfluge  wegholt.  Es  war  dies  wie  der  Bruder- 
zwist in  Herrscherhäusern  ein  auch  bei  den  Jesuiten  beliebtes  Sujet. 

Auch  das  Genovevenmotiv  nach  M.  Cochems  Darstellung,  der 
diese  Geschichte  einem  französischen  Jesuiten  nachschrieb,  spielte 
im  Repertoire  eine  Rolle.  Ich  erinnere  an  die  „Hirlanda"  in  La7n- 
bach,  von  der  noch  die  Rede  sein  wird,  und  die  ,,Genoveva"  in 
Kremsmünster  (1724). 

Große  Freude  machten  den  Studenten  Ausstattungsstücke,  in 
denen  sie  als  orientalische  Herrscher  (Abdul  von  Granada,  Fachr 
Eddin,  Emir  der  Drusen,  Sultan  Bajaxethus  u.  a.)  mit  einer  aus- 
gedehnten Komparserie  ihren  Prunk  entfalten  durften. 

Und  selbst  die  himmelblaue  und  rosenrote  Schäferwelt  macht 
vor  der  Klosterpforte  nicht  Halt,  jene  Welt  der  Schäferwölkchen  und 
bänderumwundenen  schlanken  Hirtenstäbe  und  hochgestelzten  Atlas- 
pantöfielchen. 

Im  Garderoben-Inventar  des  Stiftes  St.  Florian  aus  dem  Jahre  1690 
werden  die  Stücke  aufgezählt,  welche  ,,zu  einer  Schäferei"  gehören,  und 
die  Stiftsbibliothek  von  Lambach  bewahrte  uns  die  Worte,  welche  einst- 
mals von  den  Lippen  der  also  Kostümierten  flössen.  So  beginnt  im 
„Heracrius"^)  die  erste  Szene  des  zweiten  Aktes  mit  folgendem 
Monologe : 


^)  Ein  pädagogischer  Mißgriff,  der  uns  auch  später  wieder  begegnet. 
^)  „Trauer  Schauspiell  oder  der  Tapffermütige  Heraclius."  Übersetzt  von 
Christian  Böttger.  1696.  Kod.  chart.  201.  30  Bll. 


0) 

ES 


in 
a> 
TS 


o  I 


e8  -ö 

^  P-l 

d  CS 

.3  g 

<ü  •& 

O 


g 


61 

Arconte  (Untertan  des  persischen  Königs  Cosroes): 

Ihr  schönen  Dannen,  die  ihr  alhier  in  diesen  schönen  Wäldern 
euer  Alterthum  über  100  Jahr  erweisen  könnet,  bei  euch  ist  man 
aller  Angst  und  Pein,  die  unser  Seelen  quälen  können,  befreiet.  Es 
kann  mein  Herz  in  eurer  beliebten  Einsamkeit  mehr  Vergnügung 
finden,  alß  wenn  es  noch  in  der  Perser  Burg  unter  güldenen  Tächern 
wohnete,  da  man  von  nichts  alß  Haß  und  Neydt  und  Lastern  höhret, 
denn  unter  euch  ist  meiner  Jugend  Lauff  und  Freiheit  ins  gänzliche 
Verderben  gerathen,  unter  diesen  Schattenreichen  Bäumen  aber  wieder 
herfür  gegrünet. 

Ach,  Cosroes,  du  Wütterich,  daß  nicht  die  Sonne  für  deiner 
Tyrannei  erröthet!  Deine  Mordrache  hat  mir  meinen  Sohn  erdöttet 
und  der  Vater,  der  dich  nicht  im  wehnigsten  beleidiget,  muß  daß 
Elend  bauen.  Ach  Cosroes!  Aber  waß  höhre  ich  um  diesen  meinen 
Waldt,  der  doch  von  Bellona  selbst  nicht  berühret  wird  und  wo  in 
diesen  dunkelln  Hayn  die  Sicherheit  ihre  Wohnung  hat,  vor  ein 
Geraßel  der  Waffen?  Ich  will  es  erwarten,  wer  er  sey,  der  sich 
unterstehet,  mich  in  meiner  Einsamkeit  zu  stören,  und  mich  hinter 
diesen  Baum  verbergen.     (Versteckt  sich.) 

Da  naht  das  Liebespaar  Siroe^)  und  Honoria.^) 
Siroe  flötet  also: 

Es  scheinen  zwar,  mein  Engel,  deine  schneeweiße  Hände  einen 
kalten  Eyß  gleich  zu  seyn,  aber  es  ist  in  denselben  eine  solch  ver- 
gnügte Wärme,  in  welcher  mehr  alß  Gluth  und  Flammen  brennender 
Hitze  verborgen  lieget,  den  sie  haben  meine  Seel,  welche  schon  mit 
Charons  Nachen  nach  der  Eliseer  Feldern  überschiffen  wolte,  wiederum 
zurück  geruffen  und  mir  zum  andernmahl  daß  Leben  geben. 

Züchtiglich  entgegnet  seine  Herzensdame  Honoria: 

Ach  Siroe,  durch  die  Fäßelln  deiner  Hahr  empfindet  mein  Herz 

so   lang   gewünschte   angenehme  Bande:     daß   ich   auch   in   meiner 

Gefangenschafft  keine  liebreichere  Ergözlichkeit  wüntschen  können, 

alß  durch  solche  zufällige  Gelegenheit  der  Frauen  Orden  anzunehmen. 

*  * 

* 

Eine  artige  Schäferszene  enthält  auch  das  Stück  „Sulpitius 
und  Seraphine": 

Der  König  Tholomeus  treibet  etliche  Schaf  vor  seiner  her, 
in  Schäffers  Khleidern  vnd  singet  also: 

^)  Des  Königs  Cosroes  ältester  Prinz. 
^)  Tochter  des  Kaisers  Mauritius. 


62 


< 

(     ^• 

o 

1— ' 

£0 

pL- 

go    J 

II. 

O' 

»< 

p 

N 

ISI 

o 

III.  ) 

Basso. 


* 


I- 


4^ 


h^- 


:fc^: 


1 


I  :=?[:: 


fe 


:t:=t: 


=irf-^ 


::]=i=^. 


;ij=: 


:Jt^tS^ 


-^—x 


-«s»—- *- 


^iK 


i 


lä= 


^1— • 


::E5"="t=E3 


-s^— Ä»- 


pEfe^i^^iEPi2ü=_i 


|:=t:=i 


z^. 


=t: 


Ey    du  mein   Hir-ten-stab 


9ä=#: 


:^* 


1=1 


:!«- 


i=tf^ 


Wie    leicht      in 


— G— — 7 — « — I 


:=^: 


ö>»- 


1^ 


IrrSr^ 


»-—Ä- 


t=t: 


*^=r:   * 


:t=t= 


£fä^^ 


^te 


fflE^ 


m 


-fiZ- 


-A-=±- 


o 


:t: 


— <9- 


^^i 


:t 


:t:izit£±zit=±z=E=: 


mei    -    nen     Hen    -    den      Ich  dich  iazt       lei-der  hab     Ohn'  Mühe 


•^ 


-si—t 


-■H"- 


^s 


*^- 


^— ö» 


i^^ 


F«' 


g=lEgE 


"s: 


i:r---:ii^=::l 


?* 


;:=* 


9t 


:ig^^-fe 


^^Ä>— T — <5><- 


:t: 


1-    ^      ,- 


:q— ^=d 


-^~G 


_^_^_ 


:tz=c: 


*= 


^ 


dich        umb  -  zu 


wen  -  den, 


Indem    der      Scepter   mir 


W^^Si 


63 


£L- 


|-=:i=fe=:f_=? 


^a-     ■#. 


"igir^f^^t±3 


* 


5—+ — «9« — 


PZTJ 


. — I G- 


--¥^ 


-Xr- 


^MEE&:=.z 


fe^ 


3: 


^^^4= 


^^ 6» & 


durch  Macht  ist      wekh    -    ge   -  ris  -  sen     hab'  ich  den  Standtiazt   hier 


^ 


t 


2!c:: 


=^^= 


i^z: 


EJli 


i=5=tjj5ö 


^=? 


-I«- 

:t: 


zziaurfeiz^ 


:^= 


;i^i: 


Auß   nott, 


auß   nott      er-wel-len     mues 


fi^i^piä^ 


Ä'— -ö»- 


i^-^i; 


Ihr,  meine  lieben  Sohäfflein,  erquikhet  euch  alhier  in  den 
Schatten,  ich  will  vnterdessen  zu  Hauß  meiner  lieben  Tochter  Silvia 
helffen  vnsere  Haußarbeit  befördern,  damit  ihr  auch  hernach  befridiget 
sein  khönet. 

Zu  diesem  süßlichen  Geplauder  bilden  die  vier  sehr  derben 
Zwischenspiele  des  Stückes  einen  seltsamen  Gegensatz. 

Die  beste  Vorstellung  von  dem  naiven  Tone,  der  in  derartigen 
Komödien  herrschte,  gibt  wohl  die  „Hirlanda",i)  ein  Stück, 
welches  das  bekannte  Genoveven-Motiv  behandelt. 


')  Kod.  Chart.  202.  68  BlI. 


64 

Der  Inhalt  desselben  ist  folgender: 
Erster  Akt. 

1.  Szene:  Indeme  Artus  vber  seine  geliebte  Hirlanda  sich 
hegstens  erfreuet,  khombt  ein  Courier  von  König  auß  Engellandt, 
so  ihm  in  den  Krieg  rueffet. 

2.  Szene:  Artus  auf  einrathen  Hirlandae  beschliesset,  in  das 
Feldt  zu  gehen,  nimbt  von  ihr  Vrlaub. 

3.  Szene:  Brinz  Gerard  des  Artus  Brueder  führet  wider  disen 
vnd  seine  Herzogin  gefahrliche  anschlög,  verhoffet  durch  die  Vnter- 
truckhung  Hirlandae  zum  Herzogthumb  zu  gelangen. 

4.  Szene:  Intermedium:^)  Poxfeisteriz  beklaget  sich  bey  dem 
Doctor  Freydthoffer  über  sein  Seel,  wirdt  vor  solchem  halb  vnd 
halb  weinendt.  Personae:  Poxfeisteriz,  Doctor  Freydthoffer,  Para- 
doxus,  Culigratius,  Purgantius. 

5.  Szene:  Der  Genius  oder  Artgeist  Gerardi  last  ihm  von 
Vulcano  ein  Raach  seh  wert  Schmitten,  vmb  mit  selben  Artum,  Hir- 
landam  vnd  deren  anhang  auß  zu  rotten. 

6.  Szene:  Da  Artus  von  dem  höfftigen  Streit  ermüedet  in 
etwaß  außruehet,  stöllt  ihm  Morpheus  traurige  Begöbenheitn  von 
seiner  Hirlanda  in  dem  Traum  vor. 

7.  Szene:  Gerardus  bringet  mit geschenckh  vnd  Verheissungen 
die  Heb-  vnd  Säugamen  auf  seine  Seitten. 

8.  Szene:  Gerardus  bekombt  heimlicher  weiß  den  neuge- 
bohrnen  Prinzen,  welchen  er  alsobaldt  mit  der  Cyrenne^)  nacher 
Londn  schickhet,  da  in  dessen  außgesprenget  wird  bey  dem  ganzen 
Hoff,  Hirlanda  habe  ein  monstrum  gebohren. 

9.  Szene:  Bertrandus  Abbt  zu  S.  Malo  bekhombt  von  dem 
Engl  Gottes  befelch,  daß  von  den  Brinzen  Gerard  außgeschickhte 
Schiff  anzuhalten  vnd  besonders  den  iungen  Brinzen  sambt  der 
Cyrenne  zu  verwahren. 

10.  Szene:  Die  Schiffleuth  erfreyen  sich  über  die  grosse  ge- 
schenckh, so  sie  von  dem  Prinz  Gerard  erhalten,  stöhlen  destwegen 
ein  Tanzen  an.^) 

11.  Szene:  Da  Hirlanda  von  der  langwürigen  ohnmaoht  sich 
erhollendt  ihre  Leibsfrucht  zu  sehen  verlanget,  wird  ihr  von  denen 
boshafften  Hebammen  erzöhlet,    sie  habe   kein    menschliche  gestalt 


^)  Die  Intermedien  sind  nicht  ausgeführt. 

'^)  Eine  der  Hebammen. 

')  Eine  Zugnummer  für  den  Schifferort  Lambach. 


65 

sondern  ein  Missgeburth  zur  Welt  gebracht,  wessentwegen  sie  hegstens 
betrüebet. 

Chorus:  Der  Betrug  grabet  der  Vnschuldt  eine  grueben, 
fahlt  aber  selbsten  hinein. 

Zweiter  Akt. 

1.  Szene:   Hirlanda  nimet  die  Flucht. 

2.  Szene:  Zwey  von  denen  Schiff  leuthen,  so  den  jungen  Brinzen 
naoher  Londen  füehren  sollen,  khomben  verwundter  zuruckh  vnd 
erzehlen,  wie  es  ihnen  auf  der  Reiß  ergangen. 

3.  Szene:  Artus  wird  von  Gerardo  feischlich  berichtet,  Hir- 
landa habe  ein  monstrum  gebohren  vnd  dessentwegen  die  Flucht 
genohmen,  worüber  Artus  hegstens  entristet. 

4.  Szene:  Intermedium :  Poxfeisteriz  bekombt  widernmben 
sein  Seel.  Personae:  Poxfeisteriz,  Einsidler,  Purgantius,  Culigratius, 
Stuelzapflins,  Anima,  Dofferl. 

5.  Szene:  Artus  vmb  sein  verwirtes  Gemieth  in  etwaß  zu 
stillen,  ordnet  ein  Jagdt  an,  in  welcher  er  sich  sambt  dem  Oliva 
verihret. 

6.  Szene:  Da  Hirlanda  in  dem  Waldt  ihre  Schäflflein  hiettet, 
begegnet  ihr  Artus  vnd  Oliva. 

7.  Szene:   Hirlanda  wirdt  erkhent. 

8.  Szene:  Da  Gerardus  mit  denen  Seinigen  über  den  Verlust 
seines  Brueders  sich  hechstens  erfreuet,  wird  ihm  berichtet,  daß 
Artus  vnd  Hirlanda  glückhlich  zuruckh  gekhert. 

9.  Szene:  Hirlanda  besorget  neue  nachstöllungen  von  dem 
Brinz  Gerard. 

10.  Szene:  Hirlanda  vnd  Oliva  werden  feischlich  angeklagt 
vnd  in  die  gefengnuß  geworffen. 

11.  Szene:  Bertrandus  wirdt  abermahlen  von  dem  Engl  Gottes 
erindert,  er  solle  den  iungen  Bertrand  wollbewaflPnet  nach  dem  Bri- 
tannischen Hoff  füehren,  vmb  die  Herzogin,  seine  Frau  Muetter,  von 
dem  bevorstehenden  Todt  zu  befreyen. 

12.  Szene:  Hirlanda  vnd  Oliva  wird  in  der  Gefengnuß  der 
Todt  angekhindet. 

Scena  ultima:  Da  Hirlanda  schon  allbereith  solte  verbrennet 
werden,  wird  sie  von  ihren  Sohn,  dem  Brinz  Bertrand,  wunderlich 
erlediget  vnd  die  ganze  Verrätherey  offenbahr. 

Epilogus:  Die  Treu,  von  dem  Chor  der  Tugendten  begleittet, 
wintschen  dem  Artus  vnd  Hirlanda  vill  glückh,  daß  sie  nach  auß- 
gestandtenen  Vngewitter    die   Sonn    der  Vergniegenheit  lange  noch 

5 


66 

mögen  ansehen.  Nach  disen  erscheinet  die  Danckhbahrkheit  vnd 
ladet  den  sammentliohen  Chor  ein,  dem  ienigen  glückh  zu  wintschen, 
zu  dessen  Ehrentag  die  Action  angestöhlet  worden. 

Auch  dieses  Stück  enthält  eine  Schäferszene,   die  also  lautet: 

'  Scena  VI. 

Da  Hirlanda  in  dem  waldt  ihre  schaff  lein  hiettet,  begegnet  ihr 
Artus  vnd  Oliva. 

Personae. 

Hirlanda,  Artus,  Oliva. 

Hirlanda:  Lebet  woli  ihr  fürstliche  Pallast  vnd  Residenzen, 
ich  beneyde  nimmermehr  eure  schön  außgezirte  Zimmer,  eure  woU- 
zugerichte  Taffl,  euren  gschmuckh,  bracht  vnd  herrlichkeit :  meine 
vnschuldige  schaff  lein  weyden,  ist  mir  weit  angenehmer,  als  alle  eure 
ergötzlichkheiten.  Dan  da  lebe  ich  in  stetter  Ruehe,  frey  von  allen 
sorgen,  Verfolgungen  vnd  nachstellungen.  Lebe  woU  mein  Artus  in 
deinen  Britanischen  Hoff,  aber  hiette  dich  von  denen  vergifften 
Scorpionen,  so  heuffig  darinnen  ziehten.  Ich  danckhe  meinen  Gott, 
daß  mich  selbige  hinauß  gebissen,  dan  sonsten  wurde  ich  nimmer- 
mehr zu  einem  so  glückhlichen  Leben  gelanget  seyn. 

O  vergniegtes  scheffer  leben,  Wau  mein  schäiflein  freydig  bleckhet 

O  beglügte  einsambkheit!  Vnd  begierig  s'  graß  abäzt 

Du  thuest  meinen  Herzen  geben  Oder  sich  zur  erden  streckhet, 

Die  vollkhomne  Seelen  freudt.  In  der  ruehe  sich  ergezt: 

Da  in  weidern,  wisen  vnd  auen  Sich  ich  zue  mit  frohen  gmüette 
Khan  ich  frey  den  Himmel  bschauen.        Vnd  betracht  des  Himmels  güette. 

In  den  Hoffen  khans  nit  so  leicht,  In  den  Hoffen  kanß  nit  seyn, 

Weill  gar  offt  betrug  einschleicht.  Weill  gar  offt  betrug  khert  ein. 

Da  auf  grien  bekleeter  auen 

Suecht  mein  schäfflein  seine  weidt, 

Der  Aurora  berlen-thauen 

Mahlt  ein  silberweißes  Kleydt. 

Da  bey  sehen  geblümter  matten 

Thuet  sich  d'  unschuldt  selbsten  galten. 

In  den  Hoffen  nicht  so  leicht, 

Weill  gar  offt  betrug  einschleicht. 

Es  ist  ein  ganz  merkwürdiges  Gefühlsleben,  das  uns  in  diesen 
Schäferszenen  begegnet.  ^)    Vielleicht  kam  es  auch  schon  unseren  Vor- 


^)  Nebenbei  will  ich  auch  ein  derartiges,  unter  dem  Titel  „Kindliche 
Herzenshuldigung"  gespieltes  Stück  aus  dem  Prämonstratenser  -  Stifte  Schlägel 
erwähnen.  Es  wurde  „unter  einem  singeuden  Schäfer-Chor"  zu  Ehren  des  Abtes 
Htigo   Schmidinger  (1754—1762)   vorgetragen.     Die   Personen   sind:    Daphne, 


67 

eitern  im  17.  und  18.  Jahrhundert  fremdartig  vor,  weil  sie  es  nicht 
verabsäumten,  das  saft-  und  kraftlose  Gewäsche  rechtzeitig  durch 
mitunter  recht  derbe  Zwischenspiele  zu  unterbrechen. 

Diese  Intermedicn  spielen  überhaupt  in  der  Dramatik  der  hier 
behandelten  Zeit  eine  große  Rolle. 

Man  könnte  angesichts  der  massenhaften  lateinischen  Schau- 
spiele, die  uns  allüberall  begegnen,  glauben,  daß  die  deutsche  Mutter- 
sprache auf  der  Bühne  keinen  Platz  gehabt  haben  könne.  Dem  ist 
aber  nicht  so. 

Im  großen  und  ganzen  behauptete  freilich  die  Sprache  Vergils 
das  Terrain,  aber  in  der  Abtei  Lamhach  z.  B.  spielte  man  doch 
schon  gegen  Ende  des  17.  Jahrhunderts  das  Trauerspiel  „Hera- 
clius"  in  deutscher  Übersetzung  und  der  jetzt  verlorene  „Euripus" 
war  nach  einem  Vermerke  des  Handschriften-Kataloges  ebenfalls  „in 
germanicis  rhytmis"  abgefaßt. 

In  St.  Florian  spielen  die  Klosterschüler  im  17.  Jahrhunderte 
trotz  Alvarus  und  Gretser  ihre  deutsche  Faschingskomödie, ^)  wie 
es  ein  Jahrhundert  früher  schon  geschehen  war. 

Und  war  ein  lateinisches  Stück  noch  so  tragisch  und  klassisch 
vollendet,  selten  fehlte  doch  das  deutsche  Intermezzo  in  den  Zwischen- 
akten. Selbst  in  Märtyrerstücken  war  für  das  heitere  Element  gesorgt. 

So  erinnern  z.  B.  in  dem  lateinischen  Dorotheaspiel,'^)  das  in 
Kremsmünster  im  Jahre  1651  aufgeführt  wurde,  die  satellites,  welche 
nach  prahlerischen  Reden  auf  die  Christenjagd  ausziehen,  aber  un- 
verrichteter  Dinge  zurückkehren  müssen,  weil  das  Wild  schon  aus- 
geflogen ist,  an  den  alten  miles  gloriosus.  „Die  eigentlich  komische 
Figur  bildet  jedoch  der  Zimmermann  Lentulus,  der  auf  dem  Forum 
das  Tribunal  aufrichten  helfen  soll,  aber  statt  zu  arbeiten  mit  ge- 
schwätziger Zunge  die  Zeit  vergeudet  »in  depingenda  sua  Xantippe« 
oder  wie  es  gut  deutsch  übersetzt  heißt  »mit  Beschreubung  seines 
alten  Haußkhreuz«  (IL  3).  Nach  dem  Bilde,  das  der  Mann  von 
seiner  besseren  Hälfte  entwirft,  muß  diese  allerdings  eine  recht  un- 
liebenswürdige Person  gewesen  sein.  Doch  scheint  sich  die  Satire 
nicht  bloß  gegen  böse  Eheweiber,  sondern  auch  gegen  gewisse  faule 
Zimmerleute  zu   wenden.     Lentulus   hat   von   seinem  seligen  Vater 


Celadon,  Marcolfus,  Crispulus  und  ein  Chor  von  Hirten.  Der  Schauplatz,  heißt 
es,  befindet  sich  „in  einer  angenehmen  Aue". 

^)  Im  Jahre  1699  druckte  z.  B.  Kaspar  Freischmidt  in  Linz  100  Exem- 
plare einer  deutschen  Komödie  für  dieses  Stift. 

^)  Sancta  Dorothea  virgo,  Casareae  in  Cappadocia  martyrio  affecta  a 
Sapritio   tyranno.     Tragica  scena  producitur  a  iuventute  Cremiphanensi  1651. 

5* 


68 

die  Lehre  erhalten,  keine  Arbeit  zu  überstürzen.  Den  Rat  befolgt 
der  Sohn  pünktlich;  er  sieht  gemächlich  zu,  wenn  andere  zugreifen, 
und  läßt  sich  durch  keine  Scheit-  noch  Stichelreden  aus  seiner  Ruhe 
bringen.  Zu  seinem  Arger  wird  er  aber  dafür  auch  bei  der  Lohn- 
zahlung übergangen."!) 

Das  ist  keine  weltfremde  Komik,  sondern  aus  dem  Leben 
geschöpfter  deutscher  Humor. 

Ja,  daß  selbst  das  fremde  Gewand  ein  echt  deutsches  Herz 
decken  kann,  hat  uns  nicht  nur  der  Waltharius  manu  fortis  gezeigt, 
sondern  auch  die  Muse  Baldes  und  Avancinis,  zweier  Jesuiten,  und 
Simon  Rettenpacher  von  Kremsmünster.  Seine  wohllautenden,  an 
Horaz  gemahnenden  Verse  waren  ganz  von  deutschem  Geist  erfüllt 
und  was  sich  in  südlichen  Rhythmen  so  schwungvoll  aussprach,  war 
lautere  Liebe  zum  eigenen  Volke  im  kälteren  Norden,  war  der  innige 
Wunsch,  es  möchten  alle,  auf  deren  Lippen  im  Actus  diese  Verse 
tönten,  von  gleichem  Empfinden  beseelt  sein. 

Auch  das  18.  Jahrhundert  ließ  in  all  dem  lateinischen  Zopfe 
dem  nationalen  Empfinden,  dem  deutschen  Humor  noch  Spiel- 
raum genug. 

Mitten  in  dem  beschaulichen  Kampfe  St.  Benedikts  mit  dem 
Fleische  plündern  in  einem /rre/wsy/m^s/erer  Stücke  vom  Jahre  1 75 1 -) 
die  jungen  Rhetoriker  als  listige  Räuber  einen  Bauern  und  reden 
dabei,  wie  ihnen  der  Schnabel  gewachsen  ist  —  zum  allgemeinen 
Gaudium. 

Um  diese  Zeit  beginnt  nun  das  Deutsche  auf  den  Stiftsbühnen 
überhaupt  vorzudringen. 

In  Kremsmünster  treten  an  der  Ritterakademie  (1743^1789) 
der  bekannte  S.  Popoivitsch  (1705 — 1774)  und  der  Stiftspriester 
Rudolf  Oraser  eifrig  für  das  „gereinigte"  Deutsch  Gottscheds  ein; 
ja  Graser  steht  sogar  in  brieflichem  Verkehre  mit  dem  Sprachdiktator 
und  Bühnenreformator.  Und  was  diese  Männer  im  Unterrichte  und  in 
Schriften  verteidigten,  das  setzte  Grasers  Mitbruder  Matthias  Pregg, 
der  von  1757 — 1794  als  Lehrer  im  Stifte  tätig  war,  in  die  Praxis 
um.    Er  brachte  das  deutsche  Schauspiel  auf  die  Stiftsbühne '')  und 


1)  H.  Schachner,    Das  Dorotheaspiel.     Zs,  f.  d.  Phil.  35  (1903),   p.  195  f. 

^)  Lüium  inter  spinas  sive  cruenta  s.  Benedicti  de  carne  victaria,  lubricae 
iuventuti  exhibita  schola  Ehetorices  acad.  Cremif.  3.  Mai  1751.  Steyr,  Men- 
hardt  1751. 

^)  Von  ihm  sind  folgende  Stücke  erhalten: 

1.  „Fechredinus  Drusiae  princeps."    Steyr,  Menhardt  1758, 

2.  „Siphenus  et  Taranta."    Steyr,  Menhardt  1760. 


69 


als  es  in  Wien  an  Kaiser  Josef  selbst  einen  warmen  Förderer  ge- 
funden hatte,  schlug  für  die  lateinische  Komödie  die  letzte  Stunde. 
Sie  begegnet  zwar  auch  in  der  Folge  noch,  aber  das  Zahlenverhältnis 
ist  jetzt  umgekehrt. 

Es  war  vollends 
der  Flügelschlag  einer 
neuen  Zeit,  als  in 
Lamhach  der  Bene- 
diktiner P.  Maurus 
Lindemayr  (1723  bis 
17  83)  seine  „sohnacki- 
schen"  Stücke  in 
„oberennsisch  -  bäuri- 
scher" Mundart  auf 
die  Bühne  brachte  und 
in  seiner  heimatlichen, 
urgemütlichen  Aus- 
drucksweise den  gan- 
zen Humor  einer  gol- 
denen, echtdeutschen 
Seele  offenbarte.  Es 
war  eine  Tat  von  weit- 
tragender Bedeutung 
und  bisher  unerhört 
im  „Landl". 

Im  Bewußtsein 
derZeitgenosspn  seines 

engeren  Vaterlandes  war  ein  Dialektstück  etwas,  „wozu  sich  viel- 
leicht keiner  noch  hier  zu  Lande  gewagt  noch  wagen  dürfte,  wenn 
er  nicht  die  Mund  und  Denkensart  unseres  Landvolkes  vollkommen 
innen  haf'.i) 


P.  Maurus  Lindemayr, 

Benediktiner  des  Stiftes  Lambach. 


3.  „Dion  et  Calippua."    Steyr,  Menhardt  1761. 

4.  „Ansberta  et  Bertulphus."    Steyr,  Menhardt  1763. 

•  Diese  Drameo  sind  zu  einem  größeren  oder  geringeren  Teile  deutsch 
verfaßt.  Unter  Pregg  wurden  auch  die  ersten  vollständig  deutschen  Stücke  in 
Kremsmünster  gegeben : 

„Der  blinde  Vater  oder  die  Strafe  der  vernachlässigten  Auferziehung." 
Lustspiel  in  fünf  Aufzügen.    1758. 

„Sieg  der  Gerechtigkeit  über  die  Vaterliebe  oder  E,  Fulviua", 
ein  Trauerspiel  in  fünf  Handlungen.     Steyr,  Menhardt  1764. 

^)  Worte  im  Tagebuche  des  Priors  Sperl  von  Lambach,  das  ich  dank  der 
Güte  des  jetzigen  Priors,  Herrn  P.  Ätigustin  Rabensteiner,  benutzen  durfte.  Man 


70  - 

Lindemayr  dürfte  in  Salzburg,  wo  er  um  die  Mitte  des  Jahr- 
hunderts studiert  hat,  wahrscheinlich  von  P.  Marian  Wimmer  aus 
dem  Stifte  Seeon,  dem  vertrauten  Freunde  der  Familie  Mozart  sen., 
die  Anregung  zum  Dialektstück  erhalten  haben. 

Sein  Naturell  war  dazu  das  allerglücklichste  und  als  Seelsorger 
hatte  er  Zeit  und  Gelegenheit  in  Fülle,  das  Volk,  den  Bauern  und 
kleinen  Mann  durch  und  durch  zu  studieren.  Er  muß  schon  längere 
Zeit  dramatisch  tätig  gewesen  sein,  ehe  er  damit  herausrückte,  denn 
ein  paarmal  spricht  der  Prior  Sperl  von  „alten  Geburten"  des  be- 
liebten Volksdichters. 

Die  Vollendung  der  neuen  Stiftsbühne  im  Jahre  1770  lüftete 
den  Schleier.  Als  am  23.  April  desselben  Jahres  die  Erzherzogin 
Mm'ia  Antoinette  auf  ihrer  Durchreise  nach  Frankreich  im  Stifte 
übernachtete,  führte  man  zur  „Diversion"  Lindemayrs  „Kurz- 
weiligen Hoch  Zeits  vertrag"  auf,  an  dessen  „landlerischen" 
Versen  voll  Natürlichkeit  sich  die  Erzherzogin,  die  überhaupt  das 
Theater  liebte,  köstlich  amüsierte.^) 

Man  erinnert  sich  dabei  unwillkürlich,  wie  ein  Jahrhundert 
früher  (10.  Oktober  16G0)  bei  Gelegenheit  des  festlichen  Durchzuges 
der  Prinzessin  Elisabeth  Maria  Charlotte,  Pfalzgräfin  bei  Rhein  und 
Herzogin  in  Bayern,  der  Braut  Georgs  III.  zu  Liegnitz  und  Brieg, 
die  jungen  Bürger  zu  Glogau  „Die  geliebte  Dornrose",  ein 
Scherzspiel  in  schlesischem  Bauerndialekt,  von  Gryphius  zur  Auf- 
führung brachten. 

Es  ist  kaum  anzunehmen,  daß  Lindemayr  davon  Kenntnis 
hatte,  andere  noch  weniger;  vielmehr  empfand  man  überall  seinen 
Versuch  als  etwas  ganz  Neues. 


hat  hie  und  da  schon  die  Viiontät  Lindemayrs  angezweifelt  und  auf  verschiedene 
Kremsmünsterer  Stücke  verwiesen,  in  denen  der  Dialekt  eine  große  Rolle  spielt. 
Allein  es  handelt  sich  darum,  wer  zuerst  Dramen  vollständig  in  der  Mundart 
gedichtet  hat,  und  hierüber  kann  nach  der  Äußerung  Sperls  trotz  dem  bescheiden 
hinzugesetzten  „vielleicht"  kein  Zweifel  sein,  soweit  eben  die  Frage  Oberöster- 
reich betrifft. 

^)  Der  Inhalt  des  Stückes  ist  kurz  folgender:  Ein  wackeres  oberöster- 
reichisches Bauernmädchen  namens  Katharina  (Treinsch)  ist  viel  umworben, 
schenkt  aber  sein  Herz  dem  tüchtigen  Bauernsohne  Jörg  (Jodl).  Da  man  eben 
im  Begriffe  steht,  Hochzeit  zu  halten,  langt  Befehl  von  der  Herrschaft  ein:  es 
soll  die  ganze  Dorfbewohnerschaft  nach  Lambach  kommen,  um  der  durch- 
lauchtigsten Frau  Erzherzogin  die  Aufwartung  zu  machen,  und  zwar  mit  einer 
bäurischen  Lustbarkeit.  Darob  nun  großer  Jubel,  freilich  mit  einem  Wermuts- 
tropfen: dem  Gefühle,  daß  Österreich  eine  edle  Prinzessin  verliert. 


md)  t)cr 
ttötüvli^eti  d6  j>fi-  (?nnferifcf;'355unTc5eti 

in  gebuntJcncr  Siebe 
5)urcl)Iaucfttt9fien 


Sana 


cau 

iKDttJa, 


%oä)ft  bfefelben  t>en  23,  Stpril  1770*  iit 
t>em  ^tifu  £ambac^  ubernac&teten* 


mit  ittUnbm^  bet  (Dbern* 


öteyr,  öfövwcfi  k\}  ©resori  S5}?cnf)av£^. 


Titelblatt  des  ersten  oberösterreichischen  Dialektstückes. 

Von  P.  Maurus  Lindemajrr. 
(Nach  einem  Exemplar  im  Besitze  des  Verfassers.) 


'^ 


71 

Die  Zeitungen  nahmen  davon  Notiz  i)  und  schon  ein  paar 
Monate  später  rückte  Lindemayr  anläßlich  des  Besuches  des  Bischofs 
Firmian  von  Passau  mit  dem  „Argonautenzug"  hervor. 

„Der  gnädigste  Herr  ließ  darob  großes  Vergnügen  spüren", 
bemerkt  der  Prior  Sperl  in  seinem  Tagebuche  dazu. 

Wenn  nun  im  Stifte  Besuch  von  Prälaten  oder  sonst  ein  be- 
sonderer Anlaß  war,  mußte  meist  P.  Maurus  zur  ^Diversion"  her- 
halten, auch  nachdem  er  nicht  mehr  Stiftsprior  war,  sondern  als 
Pfarrer  in  Neukirchen  lebte. 

Die  Lindemayr-Uberlieferung  ist  etwas  verworren,  weil  das 
gleiche  Stück  unter  verschiedenen  Namen  gespielt  wurde  und  die 
Handschriften  der  meisten  von  ihm  stammenden  Dramen  verloren 
sind. 2)  Ich  habe  mich  bemüht,  die  chronologische  Reihenfolge  der 
Stücke  und  ihre  verschiedenen  Namen  festzustellen: 

1.  ^Der  kurzweilige  Hochzeitsvertrag."  23.  April  1770. 
Im  Juni  und  Juli  desselben  Jahres  wiederholt.  Gedruckt  in 
Steyr  bei  G.  Menhardt.   16o  51  S.  1770. 

2.  „Der  Argonautenzug."  6.  August  1770.  Nach  Sperls 
Tagebuch. 

3.  „Der  abgedankte  Hanswurst."  (Der  bei  einem  Arzten- 
theater  unentbehrliche  Hanswurst.  Quintessenz  des  Arzten- 
theaters.  Vielleicht  ist  auch  das  Stück  „Die  Prager  Schuster" 
damit  identisch.)  25.  August  1772.  Wiederholt:  12.  Februar 
1773  und  12.  Februar  1774. 

4.  „Die  Anstalten  zum  Gratulieren."  6.  Februar  1773. 
Wiederholt  9.  Oktober  1778. 


^)  Die  „Linxerische  tVeitags-Ordinari- Zeitung"  vom  27.  April  Nr.  34  be- 
richtet: „Hinnach  begaben  sich  Ihre  kgl.  Hoheit  in  das  allda  befindliche  Theater 
und  wohnten  einem  in  dasiger  Gegend  üblichen  Bauernsprache  und  Kleidung  ein- 
gerichteten musikalischen  Lustspiel  bei,  und  da  nicht  nur  die  aus  dasigen  Stifts- 
musikanten bestandene  Acteurs  ihre  Rolle  stattlich  producirten,  sondern  auch 
die  Musik  sehr  wohl  componiret  und  der  Context  auf  das  Vermählungsfest  Ihrer 
kgl.  Hoheit  auf  eine  ungezwungene  Art  eingerichtet  wäre,  als  geruheten  Höchst- 
dieselben  einen  solch  gnädigsten  Beifall  zu  äußern,  daß  Höchstderoselbe  nicht 
nur  denen  anwesenden  übrigen  zahlreichen  Zuhörern  öftere  Kennzeichen  dieses 
Wohlgefallens  erkennen  zu  geben,  sondern  auch  gleich  nach  dessen  Ende  so- 
wohl den  Compositorem  dieses  Lustspiels  B.  P.  Maurum,  Professen  des  Stifts 
Lambach  und  gesammte  Acteurs  zum  Handkuß  huldreichest  zuzulassen  ge- 
fällig wäre". 

^)  Seine  mundartlichen  Dichtungen  wurden  teilweise  Linz  1822,  voll- 
ständiger von  P.  Pius  Schmieder  (mit  Biographie  und  Idiotikon)  Linz  1875  ver- 
öflfentlicht.    Eine  kritische  Ausgabe  sämtlicher  Schriften  steht  noch  aus. 


72 


5.  „Der  deutsche  Äff."    6.  Februar  1774.    Nach  Sperls  Tage- 
buch. 

6.  „Das  Chamäleon  des  Herrn  Rabener."  6. Februar  1775. 
Wiederholt:   1791. 


W 

CD 
P 
CD 

I 

CD 
-i 


B 

o 
SS* 


7.  „Der  ernsthafte  Spaß."  (Der  Ernst  ohne  Spaß.  Der 
rauschige  Hans.  So  bessert  man  Trunkenbolde.)  6.  Februar 
1776.  Hs.  24  flP.  fol.  in  Lambach. 

8.  „Die  Komödieprobe."  (Hans  von  der  Wort.  Der  Kaiser 
kommt!)  25.  Oktober  1776.   Steyr,  Wimmer. 


73 

9.  „Die  reisende  Ceres."  (Der  Reisende  über  Nacht  in  einem 
Dorfe.)  17.  und  19.  Oktober  1780.  Hs.  12.605  in  der  Wiener 
Hofbibliothek  und  in  Lambach. 

10.  „Der  englische  Patriotismus."  1780.  Nach  Schmieder 
1781. 

11.  „Rebekka  als  Braut."  6.  Februar  1781.  Nach  Sperls 
Tagebuche.    Hs.  in  der  Lambacher  Stiftsbibliothek. 

12.  „Der  Teufel  im  Faß."  (Der  am  Rausche  unschuldige 
Bacchus.)    1782. 

13.  „Der  heruntergesetzte  Herr  von  Hoch  aus."  Ein  un- 
schuldiges Fastnachtspiel.  Anstatt  der  Langen  Weilen.  1781. 
Hs.  69  Seiten.  4^    Lambach.    1782  nach  Schmieder. 

14.  „Der  dumm  köpf  ige  Hausknecht." 

15.  „Der  befreite  Landrekrut." 

Alle  seine  Stücke  sind  zwar  zunächst  als  Unterhaltung,  in 
zweiter  Linie  aber  wohl  auch  als  Hilfsmittel  der  Seelsorge  gedacht. 

Wie  sagt  doch  Schiller  in  seinem  Aufsatze  über  die  „Schau- 
bühne als  moralische  Anstalt"? 

Die  Schaubühne  ist  es,  die  der  großen  Klasse  von  Toren 
den  Spiegel  vorhält  und  die  tausendfachen  Formen  derselben  mit 
heilsamem  Spotte  beschämt. 

Was  sie  oben^)  durch  Rührung  und  Schrecken  wirkte,  leistet 
sie  hier  (schneller  vielleicht  und  unfehlbarer)  durch  Scherz  und  Satire. 

Wenn  wir  es  unternehmen  wollten,  Lustspiel  und  Trauerspiel 
nach  dem  Maße  der  erreichten  Wirkung  zu  schätzen,  so  würde  viel- 
leicht die  Erfahrung  dem  ersten  den  Vorrang  geben.  Spott  und 
Verachtung  verwunden  den  Stolz  des  Menschen  empfindlicher,  als 
Verabscheuung  sein  Gewissen  foltert.  Vor  dem  Schrecklichen  ver- 
kriecht sich  unsere  Feigheit,  aber  eben  diese  Feigheit  überliefert 
uns  dem  Stachel  der  Satire.  Gesetz  und  Gewissen  schützen  uns  oft 
vor  Verbrechen  und  Lastern  —  Lächerlichkeiten  verlangen  einen 
eigenen  feinern  Sinn,  den  wir  nirgends  mehr  als  vor  dem  Schauplatz 
üben.  Vielleicht,  daß  wir  einen  Freund  bevollmächtigen,  unsere 
Sitten  und  unser  Herz  anzugreifen;  aber  es  kostet  uns  Mühe,  ihm 
ein  einziges  Lachen  zu  vergeben.  Unsere  Vergehungen  ertragen 
einen  Aufseher  und  Richter,  unsere  Unarten  kaum  einen  Zeugen. 
Die  Schaubühne  allein  kann  unsere  Schwächen  belachen,  weil  sie 
unserer   Empfindlichkeit    schont    und   den    schuldigen    Toren    nicht 


^)  In    der    vorausgeheuden   Darlegung   zeigt   Schiller    die   Wirkung   des 
Trauerspiels  als  Unterstützung  der  Eeligion  und  der  Gesetze. 


74 

wissen  will.  Ohne  rot  zu  werden,  sehen  wir  unsere  Larve  aus 
ihrem  Spiegel  fallen  und  danken  insgeheim  für  die  sanfte  Ermahnung. 

In  diesem  Sinne  müssen  wir  Lindemayrs  Dramatik  auffassen. 
Es  sind  keine  wie  immer  gearteten  Predigten,  sondern  Satire. 

In  einem  seiner  Stücke  sagt  ein  Oberst,  die  Bauern  seien, 
wenn  es  ihnen  gut  gehe,  nicht  auszuhalten,  kröchen  aber  zum  Kreuze, 
wenn  ihnen  das  Wasser  ins  Maul  rinne. 

Wenn  man  bedenkt,  daß  zu  seinen  Stücken  alles  Volk  aus 
der  Nachbarschaft  zusammenlief,  wie  Zeitgenossen  berichten,  so 
könnte  man  über  die  Unempfindlichkeit  staunen,  mit  der  diese  Leute 
derlei  Pfeffernüsse  hinnahmen  und  sich  zum  nächsten  Stücke  wieder 
einfanden. 

Aber  das  18.  Jahrhundert  mit  seinem  noch  stark  ausgeprägten 
Unterschiede  der  Stände  pflegte  das  Volk  überhaupt  nicht  mit  Hand- 
schuhen anzugreifen  und  dann  war  es  eben  doch  der  Seelsorger, 
dem  man  auch  auf  der  Bühne  im  stillen  das  unbedingte  Recht  zu- 
sprach, männiglich  die  Wahrheit  zu  sagen, 

Lindemayr  nimmt  denn  auch  die  Laster  und  Schwächen  der 
Menschheit,  die  ihm  als  erfahrenem  Seelsorger  bekannt  genug  waren, 
treffsicher  aufs  Korn.  So  geißelt  er  vor  allem  die  Trunksucht  in 
den  Stücken  „Der  ernsthafte  Spaß"  und  „Der  Teufel 
im   Faß." 

Der  Inhalt  des  ersteren  ist  folgender: 

Der  Bauer  Hans  erwacht  in  der  Wirtsstube  aus  seinem  Rausche  und 
gibt  dem  Einschlage  im  Most  die  Schuld  an  seiner  Niederlage.  Da  kommt  auch 
schon  sein  Sohn  Jodl,  ihn  zu  holen,  weil  Jöri,  der  Sauschneider  von  St.  Johann 
im  Pinzgau,  „im  Gvadä  bittn"  da  sei.  Durch  die  Vorwürfe  des  Sohnes  klingt 
die  Befürchtung,  es  könnte  der  Pfleger  den  Vater  zum  Soldaten  machen,  wenn 
er  seine  böse  Gewohnheit  nicht  aufgebe. 

Da  erscheint  auch  schon  der  Feldwebel  eines  Dragonerregiments  in  der 
Wirtsstube  und  will  dem  Hans  als  „wohlgemachtem  Mann  auf  Glück  und  gut 
Gelingen,  auf  wackern  Heldenmut  zum  Frühstück  eines  bringen."  Hans  ist 
ganz  betroffen:  Wen  muint  ä?  Jodl:  Öppan  ain,  den  s'  nachten  frisch  habnt 
gwaröbn. 

Es  stellt  sich  nun  heraus,  daß  Hans  in  seinem  Rausche  das  Wort  gegeben 
hat,  Soldat  zu  werden.  Jetzt  will  er  freilich  davon  nichts  mehr  wissen  und 
heimgehen,   wird   aber   trotz   der  Bitten  Jodls  von   den  Soldaten  festgehalten. 

Der  zweite  Akt  macht  uns  mit  Hansens  Weib  und  Tochter  bekannt,  die 
sich  in  Klagen  über  den  unverbesserlichen  Bauern  ergehen  und  Jodls  Bericht 
über  das  Vorgefallene  mit  Genugtuung  aufnehmen. 

Und  als  Hans  in  der  Uniform  zur  Türe  hereinkommt,  da  verspottet  ihn 
sein  Weib  mit  bitterem  Hohn  und  sagt  sich  von  ihm  los. 

Umsonst  droht  er,  umsonst  verspricht  er  Besserung,  vergeblich  sind 
sogar  seine  Bitten. 


75 

Ja,  als  der  Feldwebel  verlangt,  daß  sie  mit  ihrem  Manne  ziehe,  wehrt 
sie  sich  aufs  heftigste  dagegen.  Sie  will  von  diesem  Trunkenbolde  nichts 
mehr  wissen. 

Nun  bringt  Jöri  sein  Anliegen  vor  und  überredet  Hans,  die  Montur 
auszuziehen,  um  im  Bauerngewande  Gevatter  zu  stehen.  Er  wolle,  sagt  er,  den 
Feldwebel  schon  zum  Schweigen  bringen. 

Die  Bäuerin  bekommt  Angst,  daß  sie  vielleicht  doch  mit  müsse  —  da 
entdeckt  ihr  Treinsch,  daß  das  Ganze  nur  ein  verabredeter  Spaß  sei,  der  den 
Bauern  zur  Vernunft  bringen  solle. 

Die  Mutter  verspricht  sich  aber  davon  keine  dauernde  Besserung,  sondern 
ist  für  ein  radikaleres  Mittel:  sie  will  dem  Mann  etwas  in  den  Krug  geben, 
daß  ihm  kein  Trunk  mehr  schmeckt. 

Als  dann  Jodl  kommt,  sie  und  die  Schwester  zum  Taufmahle  abzuholen, 
läßt  sie  sich  nur  mit  großem  Widerstreben  herbei,  der  Einladung  Folge  zu 
leisten.  Der  nächste  Auftritt  zeigt  uns  die  Gesellschaft  beim  Taufmahle.  Das 
große  Wort  führt  der  Sauschneider  vom  Pinzgau,  der  mit  seinem  Schwieger- 
sohn renommiert.  Der  sei  beim  Militär  eine  einflußreiche  Persönlichkeit.  Da 
schöpft  Hans  Hoffnung  auf  Befreiung  von  seinem  Lose,  das  er  unter  vielen 
Versprechungen,  sich  zu  bessern,  aufs  tiefste  beklagt. 

Nun  erscheint  der  Feldwebel,  der  sich  als  Joris  einflußreicher  Schwieger- 
sohn entpuppt  und  den  Knoten  zur  allgemeinen  Befriedigung  löst,  nicht  ohne 
dem  Hans  eine  Standpredigt  zu  halten  und  von  ihm  die  Versicherung  ernstlicher 
Besserung  entgegenzunehmen. 

Köstlich  wirkt  in  diesem  Stücke  die  Mischung  von  Schrift- 
deutsch und  Dialekt  im  Mimde  des  Feldwebels,  die  Verwechslung 
der  Fremdwörter  und  das  Lob  auf  die  Pinzgauer  Sauschneider,  das 
übrigens  ein  Gegenstück  in  dem  Lobe  auf  die  Tiroler  hat. 

Den  gleichen  Stoff  behandelt  Lindemayr  in  der  einaktigen 
Operette  „Der  Teufel  im  Faß"  in  folgender  Weise: 

Hans  bildet  sich  ein,  der  Teufel  habe  ein  Faß  verhext.  So  oft  er  daraus 
trinke,  bekomme  er  zuviel.  Da  wird  nun  das  Faß  gebracht.  Die  Bindergesellen 
schlagen  mit  einem  Lobe  auf  ihr  Handwerk  und  unter  Absingen  von 
Ritornellen  die  Reifen  ab.  Nun  steigt  Gott  Bacchus  heraus  und  verteidigt  sich 
gegen  den  Vorwurf,  er  sei  schuld  an  den  Räuschen,  die  die  Männer  ins  Grab 
bringen. 

Die  Furcht  vor  dem  Militärdienste,  die  den  Hans,  wie  wir 
gesehen  haben,  gebessert  hat,  verwertete  Lindemayr  als  selbständiges 
Motiv  in  der  Operette  „Der  befreite  Landrekrut." 

Hans  geht  mit  seinem  Weibe  Margarete  nach  Linz  zum  Oberst,  um 
seinen  Sohn  mit  Hilfe  eines  durch  Bestechung  erworbenen  ärztlichen  Zeugnisses 
vom  Militär  loszubitten. 

Da  der  Oberst  sich  nicht  gleich  willfährig  zeigt,  will  Hans  es  auch  ihm 
gegenüber  mit  Geld  versuchen,  wird  aber  vom  Oberst  mit  der  Bemerkung  ab- 
gewiesen, der  Fleischmarkt  sei  abgeschaff"t.  Hans  habe  wohl  dieses  Wagestück 
aus  Rabeners  Abhandlung  über  die  Bestechlichkeit  des  Militärs  gelernt. 

SchließHch  unterliegt  aber  der  Oberst  doch  der  Versuchung  und  gibt 
den  Sohn  gegen  Geld  frei. 


76 

Um  so  widerlicher  ist  die  nun  folgende  Moralpredigt  des 
Obersten  über  den  Ungehorsam  der  Bauern  gegen  die  Herrschaft 
und  ihre  Beamten,  ihre  Kriecherei,  wenn  sie  etwas  brauchten,  und 
seine  Mahnung,  der  Obrigkeit  stets  zu  gehorchen,  nimmt  sich  in 
dem  Munde  dessen,  der  eben  seinen  Diensteid  verletzt  hat,  schlecht 
genug  aus. 

Das  Stück  gehört  zu  den  mindergelungenen,  denn  es  löst 
keine  reine  Stimmung  aus. 

Ein  sehr  interessantes  Stück  ist  dafür  das  drei  aktige  Lust- 
spiel s,Die  reisende  Ceres." 

Die  Göttin  des  Ackerbaues  kommt  mit  Phobe  auf  ihrer  Wanderung  in 
ein  Dorf  und  hält  hier  East.  Da  begegnen  ihr  Hans  und  sein  Weib. 

Höchst  komisch  ist  nun  das  Gespräch,  das  sich  zwischen  den  Bauern- 
leuten und  den  himmlischen  Wanderern  entwickelt: 

Hans:  Mecht  wissen,  wer  s' wohl  sänd? 
Gresch:  ^s  Mensch  is  d  Schlampätäschi 

Und  d'  Frau  is  halt  grads  d  ä  sölteri  Bagäschi, 

Wie  s'  umzoignt  äfn  Land.  Geh,  frag's  was  s'  dada  wöllnt. 

Und   wie,    zuwö,^)    woher,    wohin  s'  iehn  Rais   anstöllnt? 

Ceres:  Kommt  näher,  kommt  Freund! 

Hans:  Wie  daß  s^  mi  Friond  thüet  nenn^? 

So  sollt  ich  enk  wohl  ä  leicht  für  ä  Maim  däkennä? 
Bei  ins  da,  in  dem  Gei  und  übrall  weit  und  brait 
Is  ains,  wo  s'  zun  an  Mann  Friond  odä  Yödä  sait. 

Ceres:  Mein  Vetter  bist  zwar  nicht;   doch  ist  es   aller  Orten 

Unter  den  Sterblichen  schon  vorlängst  Brauch  geworden. 
Daß  man  denjenigen,  die  man  von  Herzen  liebt. 
Den  Namen  eines  Freunds  und  einer  Freundin  gibt. 
Gresch:  A  so  wohl?  Liebts  man  Mann?  —  Aft  siin  mä  artli  drinnä: 
Aft  sän  md  nachet  g^friondt:  Aft  sän  md  Sohw%erinnä? 

Ceres:  Nur   sachte,    Frau!   —   Ich  red^   von  einer  reinen  Lieb', 
Von  einem  rühmlichen  und  unschuldsvollen  Trieb, 
Durch  den  sichs  menschlich  Herz  ans  zärtlich  sein  gewöhnet 
Und  allen  Glück  und  Heil  und  lauter  Gutes  gönnet. 
So  lieb  ich  alle  Welt  imd  schütt  von  Haus  zu  Haus 
Auf  euch,  ihr  Erdensöhn'!  die  teur'sten  Güter  aus. 

Hans:  Wenst  Güetd  hast,  wo  sdnd  s'  ?  sänd  s'  Mairh öf  odä  Gschlössä ? 
Gresch:  Sands'  iusern  Darf  da  glei?   sänd  s'  kliener  odd  gressä? 


')  zuwö,  zwo  =  warum,  wozu. 


77 

Phobe:  Die  Güter,  die  sie  meint  und  übei-flüssig  hat, 

Sind  in  der  Hauswirtschaft  Gedeihen,  Hilf  und  Rat. 
Hans:  Mainst,  Mensch!  ich  bin  an  Ochs  und  glaub  dein  Frachten? 
Mein,  nd\ 
Os  zwo,  ih  sag  enks  deutsch,  macht^s  just  als  wie  d'Zigeunä: 
Dö  rödnt  vä  Geld  und  Guet,  daß's  hagelt  und  alls  saust; 
und  gleiwel  hat  kain  Lump  kain  Groschen  nie  dsChaust. 
Dö  sagnt  ins,  wie  mä  d^  Erd  und  d'  Obstbäm  sollten  rügein 
Und  gleiwel  kinänts  selbm  kain  Eädiwuerzen  zügeln. 
Von  Kühen,  wann  s'  kölbern  thaint,  sagnt  s'  oft  a  langi 

Geschieht; 
Und  gleiwel  hat  bän  iehn  kain  Katz  nie  Jungi  zücht. 
I  frag  nd:  Habts  ä  Haus? 
Phobe:  Ja. 
Hans:  Wo? 
Ceres:  Da  über^n  Pol. 
Gresch:   Da  obmät? 

Hans:  In  dd  Luft? 
Phobe:  Wenn  ich  dir^s  deutschen  soll. 

Im  hohen  Sternenland  steht  meiner  Frau  Palast, 
Der  eine  halbe  Welt  in  seinem  Umkreis  faßt. 
Hans:  Loig,   daß    der   Erdboden  kracht!    —   Und  ^s  Haus  steht 
drobn  in  Lüften? 
Phobe:  Weit  über  Sonn'  und  Mond. 
Hans:  Heng  auf,  sinst  thuest  mit  giften.  — 

Hän,  Futschen !  mainst,  ä  Baur  hat  nix  als  Strah  in  Hirn 
Und  glaubt,  äs  kann  d  Mensch  in  Luft  Gebäu  auffiihrn?  — 

In  Luft! 

Ceres:  Das  sind  Gebäu  von  weit  verschiednen  Mauern, 

Die  ganz  subtil  und  doch  durch  Ewigkeiten  dauern. 
Hans:  Pimmföst  und  do  subtil,  dös  is  md  wdhrld  z'  hah. 
Hast  avä  drobn  d  Haus,  was  thuest  herinten  da? 
Ceres:  Euch  Menschen  such'  ich  heim. 
Gresch:  Tatst  warten,  bis  md  schicket. 

Ceres:  Ich  habe  allbereit  viel  Tausend  schon  beglücket. 
Gresch:   Mit  wo? 
Ceres:  Mit  einer  Art,  die  ich  die  Völker  lehr'. 

Wie  unter  ihrer  Hand  die  Fruchtbarkeit  sich  mehr'. 
Ihr,  denen  noch  zur  Stund  die  Stamm'  und  Ast  der  Eichen 


78 

Den  Lebensunterhalt  die  nötig  Nahrung  reichen, 
Ihr,    die   ihr   gleich   dem  Vieh   die  rohen  Bohnen  nascht 
Und  froh  seid,  wenn  ihr  Kern'  der  Köstenbäum  erhascht, 
Ihr  könnet,  wenn  ihr  euch  zum  Ackerbau  bequemet 
Und  meinen  Unterricht  zu  eurer  Richtschnur  nehmet. 
Euch  künftig  sättigen  mit  wohlgeschmackter  Speis, 
Mit  gutem  Roggenmehl,  mit  Heidekorn  und  Reis. 

Jetzt  werden  die  beiden  Landleute  neugierig  und  laden  Ceres  zum 
Bleiben  ein.  Juri,  der  Sohn,  empfangt  die  Gäste  mit  Hohn  und  Spott  und 
traktiert  sie  mit  Schimpfnamen. 

Ceres  droht  unter  dem  Beifalle  der  Eltern,  die  schon  lange  mit  dem 
ungezogenen  Rangen  ihr  Kreuz  haben,  ihn  in  ein  Tier  zu  verwandeln.  Die 
Eltern  beschwören  ihn,  um  Verzeihung  zu  bitten,  damit  sie  diese  Schande 
nicht  erlebten.  Einen  Augenblick  ist  er  betroffen,  dann  aber  kehrt  der  alte 
Trotz  zurück.  So  verwandelt  ihn  denn  Ceres  trotz  der  Fürbitte  der  Eltern  in 
eine  Eidechse.  Zweiter  Akt:  Die  Eltern  machen  sich  wegen  des  verhexten 
Sohnes  gegenseitig  Vorwürfe.  Da  kommt  Juris  Braut  mit  ihrem  Gerhab.  Sie 
hat  schon  von  Juris  Verwandlung  gehört  und  sieht  das  Gerede  bestätigt.  Mit 
der  Heirat  ist  es  also  nichts,  außer  die  Göttin  wendet  ihm.  Ceres  ist  dazu 
bereit,  wenn  den  Frevler  Eeue  erfaßt.  Inzwischen  wird  zum  Nachtmahle  gerüstet. 
Ein  „durchaus  pastorelisches"  Solo  beschließt  die  Szene. 

Dritter  Akt:  Wir  erfahren,  daß  die  ganze  Nachbarschaft  von  Kröten 
heimgesucht  ist  und  deshalb  die  Gegend  verlassen  will.  Aber  Juri  macht  den 
Eindruck,  als  wolle  er  heute  noch  seine  P^oschgestalt  ablegen. 

Da  die  Leute  schon  ganz  wütend  auf  die  Zigeuner  sind,  die  nach  ihrer 
Meinung  alles  verhext  haben,  bittet  Hans  die  Göttin  um  Erbarmen.  Juri  wird 
nun  entzaubert  und  feiert,  nachdem  er  auf  die  eindringliche  Strafpredigt  der 
Ceres  ernstliche  Besserung  versprochen  hat,  seine  Hochzeit  mit  Treinsch  in 
Gegenwart  der  Gemeinde.  Ceres  segnet  das  Paar  und  Stall  und  Speicher- 
Überall  zeigt  sich  Segen  und  Reichtum  und  so  beschließen  die  Bauern  voll 
Dankbarkeit,  diesen  Tag  alle  Jahre  mit  einem  Tanze  um  den  Maibaum  zu 
begehen. 

In  dem  Stücke  „Der  engländische  Patriotismus" 
geißelt  Lindemayr  den  überspannten  Patrioten,  der  wahren  Liebe 
zum  Vaterlande  läßt  er  aber  das  Wort  im  „Hans  von  der 
Wort",  einer  Komödie  in  der  Komödie: 

Hans  kommt  aus  dem  Wirtshause  und  beruhigt  sein  Weib  durch  die 
überraschende  Mitteilung,  daß  der  Kaiser  kommen  werde.  Er  meint,  der  beste 
Empfang  bestehe  in  einer  Theateraufführung,  die  er  im  Vereine  mit  den 
Nachbarn  wagen  wolle.  Er  zählt  nun  das  Repertoire  auf,  durchwegs  volks- 
tümliche Stoffe,  und  entschließt  sich  für  den  „Hans  von  der  Wort",  weil  das 
Stück  gedruckt  sei ')  und  die  Geschichte  eines  oberösterreichischen  Bauern- 
jungen behandle,  der  es  gar  weit  gebracht  habe. 


^)  Wenn  ich  nicht  irre,  kennt  Gödeke  ein  solches  Stück;   ich  konnte  es 
aber  leider  in  der  Ma^se  der  angeführten  Titel  nicht  mehr  auffinden. 


79 

Im  zweiten  und  dritten  Akte  geht  nun  die  Probe  vor  sich. 
Interessant  sind  hier  die  eingestreuten  Bemerkungen  über  das  Ex- 
temporieren, die  Aktionen,  über  das  Natürliche  in  der  Komödie, 
ferner  die  gelungene  Nachahmung  der  Sprachmengerei  u.  a. 

Das  Stück  zeigt  nun,  wie  Hansel  von  der  Wort  trotz  der  Tränen  von 
Mutter  und  Braut  zu  den  Soldaten  fort  muß,  wie  ihm  aber  doch  Grescherl 
Mut  zuspricht  und  er  Abschied  nimmt;  wie  er  sodann  nach  langer  Zeit  als 
General  nach  Hause  kommt,  von  seiner  Braut  erkannt  wird,  wie  aber  nunmehr 
das  bäuerische  Mädchen  (Lob  auf  die  heimatliche  Tracht)  und  der  herrische 
Hansel  mit  seinem  Kammerdiener  (Mischung  von  Dialekt  und  Schriftdeutsch) 
nicht  mehr  recht  zusammenpassen  wollen  und  wie  sich  endlich  beider  Herzen 
doch  wieder  finden. 

Nachdem  die  Handlung,  „soweit  der  Druck  reicht",  ihren  Fortgang 
genommen  hat,  wünschen  alle  Spieler  und  Zuschauer,  es  möchte  der  Inhalt 
des  Stückes  Wirklichkeit  sein.  Denn  Osterreich  brauche  jetzt  solch  tapfere 
Krieger  wie  den  Hans,  um  so  mehr  als  Österreichs  Kaiser  immer  größeres 
Ansehen  gewinne  (Lob  auf  Maria  Theresia  und  Joseph). 

Die  Spieler  beschließen  ihre  Probe  mit  dem  Vorsatze,  zu  Hause  den  Text 
gut  zu  lernen,  und  Hans  schlägt  vor,  bei  der  wirklichen  Aufführung  dem  Kaiser 
zu  sagen,  daß  ganz  Osterreich,  ja  ganz  Deutschland  für  ihn  sich  opfern  wolle. 
Der  Chor  greift  diesen  Gedanken  auf  und  läßt  ihn  in  einen  Treuschwur  für 
den  Kaiser  ausklingen. 

In  seinen  meist  nur  ein  paar  Akte  umfassenden  Stücken  weiß 
der  Dichter  scharf  zu  charakterisieren. 

Der  unverbesserliche  Hanns,  der  für  seine  Räusche  immer 
eine  Ausrede  weiß,  Treinsch  als  Biaut,  der  renommierende  Soldat 
und  der  prozeßsüchtige  Riepl  ^)  sind  aus  dem  Leben  gegriffene 
Typen.  2) 

Und  wie  schon  im  17.  Jahrhundert  hier  in  Lambach  bei  der 
Aufführung  des  „Heraklius"    den  Traunflößern   im    nahen   Stadl- 


^)  Das  Singspiel  „Der  Gang  zum  Richter",  in  dem  dieser  Riepl 
vorkommt,  ist  zwar  nicht  als  von  Lindemayr  herrührend  zu  erweisen,  ist  aber 
jedenfalls  unter  seinem  Einflüsse  und  ganz  in  seinem  Geiste  verfaßt.  Abgedruckt 
bei  Schmieder,  p.  255  AT. 

^)  Manche  seiner  Gestalten  erinnern  dem  Namen  nach  an  längst  einge- 
bürgerte Figuren,  sein  Pärchen  Hans  und  Margareth  an  Hansl  und  Gredl  der 
Wiener  Bühne,  Riepl,  Jodl  und  Lipperl  an  beliebte  Salzburger  Typen. 

Und  schließlich  sind  Hansl  und  Gredl  wohl  so  gut  französischen  Ursprungs 
wie  Lukas  und  Hannchen.     Man  denke  an  Sedaine  und  Ninette  ä  la  cour. 

Was  den  Riepl  betrilFt,  so  brauche  ich  nur  auf  Wimmers  „Wachend 
träumenden  Riepl"  zu  verweisen,  den  Lindemayr  sicherlich  als  Kleriker 
in  Salzburg  im  Jahre  1749  gesehen  hat. 

Wie  so  manches  damals  überhaupt  in  der  Luft  lag,  zeigt  uns  die 
Parallele:  Linde?nayr,  „Ceres  auf  Reisen"  —  Kurx,  „Cupido  auf  dem 
Lande". 


80 

Paura  zuliebe  die  Figur  des  Schiffmanns  eingefügt  wurde,  so  weiß 
auch  Llndemayr  durch  Anspielungen  lokaler  Natur  ^)  oder  durch 
Seitenhiebe,  z.  B.  auf  die  Mühlviertler,  seine  Stücke  zugkräftig  zu 
machen. 

Man  hat  ihn  für  die  Barocke  reklamieren  wollen  und  sein 
zwieschläohtiges  Wesen  betont,  das  z.  B.  Gestalten  der  Mythologie 
in  unsere  deutsche  Gefühlswelt  hereinragen  lasse. 

Man  beruft  sich  dabei  auf  seine  „Ceres  auf  Reisen",  mit 
Unrecht,  wie  mir  scheinen  will. 

Juppiter  wandelte  hier  und  Mercur  in  sterblicher  Bildung, 
Daß  sie  den  Übermuth  und  die  Frömmigkeit  jenes  Geschlechtes 
Prüfeten ;  denn  nicht  Opfer,  nur  Handlungen  ehren  die  Gottheit. 
Müden  Fremdlingen  gleich  begrüßten  sie  jeglichen  Landhof, 
Der  die  gesegnete  Flur  durchschimmerte,  flehend  um  Brosam 
Oder  um  kühlende  Milch  und  ein  Obdach  gegen  den  Nachtsturm; 
Aber  bei  allen  umsonst.    Hier  hemmeten  Schlösser  und  Eiegel, 
Dort  ein  geiziger  Vogt;  dort  schmähte  der  Wirt  aus  dem  Fenster 
Oder  die  Magd  und  drohte,  den  Hund  von  der  Kette  zu  lösen. 

Also  sang  der  Schullehrer  von  Eutin  und  es  mag  ja  dem  guten 
P.  Maurus  Spaß  gemacht  haben,  ein  Gegenstück  zu  Vossens 
„Phile  mon  und  Bau  eis"  zu  schaffen,  zu  zeigen,  mit  welch  gött- 
licher Grobheit  oberösterreichische  Bauernjungen  göttliche  Damen 
empfangen. 

Das  Hereinzerren  der  antiken  Welt-)  aber  verurteilte  er.  Das 
beweist  uns  eine  Stelle  in  der  poetischen  Vorrede  zum  Stücke  „Der 
Teufel  im  Faß",  wo  er  sagt: 

Ich  sah  zwar  schöne  Stich  und  feins  ßegalpapier, 

Jedoch  nur  Sudeley  und  elendes  Geschmier. 

Was,  sprach  ich,  nützen  mir  die  Monstren  von  Authoren? 

Will  sehn,  ob  mir  nicht  selbst  Genie  sey  angeboren. 

Ob  ich  nicht  ein  Talent  und  eine  kleine  Gab 

Zu  einer  kirnichten  und  ächten  Dichtkunst  hab'. 

Was  liegt  doch  endlich  dran,  tvas  liegt  mir  dran,  xum   Wetter, 

Daß  ich  den  Plunder  weiß  vom  Narrenwerk  der  Götter? 

Zur  klugen  Poesie,  so  stell  ich  es  mir  vor. 

Gehört  ein  kluger  Mensch  und  kein  gelehrter  Tor! 


*)  So  wenn  er  an  einer  Stelle  bemerkt,  in  Graz  sei  der  beinerne  Hosen- 
knopf Stephan  Fadingers  zu  sehen,  oder  wenn  der  Oberst  den  Hans  von  der 
Wort  als  das  Muster  jeglicher  Soldatentugend  hinstellt  u.  dgl. 

*)  Solches  geschah  z.  B.  in  der  Operette  „Telemachs  Reise  zu 
seiner  Braut"  (Augsburg  1747)  von  J.  K.  Niedermayer  (Myriander),  Hof- 
richter in  Ranshofen. 


81 

Ich  glaube,  dieses  Zeugnis  zeigt  uns  klar,  daß  sich  Lindemayr 
bewußt  gegen  die  zu  seiner  Zeit  herrschende  antikisierende  Richtung 
wendet. 

Und  so  verstehen  wir  auch,  warum  er  seiner  „Reisenden 
Ceres"  die  Bemerkung  vorausschickt:  Den  auftretenden  Personen 
hat  man  nicht  griechische,  sondern  deutsche  und  ländlerische  Namen 
gegeben. 

Also  Lindemayr  und  die  Barocke,  wie  sie  damals  auf  den 
Stiftsbühnen   im  Schwange  war,    haben   nichts   miteinander   zu   tun. 

Seine  humoristische,  satirische  Ader  ließ  ihn  vielmehr  mit  dem 
Volksstücke  sympathisieren. 

Das  Repertoire  der  Laufener  Sohiffleute  scheint  man  in  Lambach, 
einem  Hauptorte  der  Traunflößerei,  gut  gekannt  zu  haben,  denn  in  der 
„Komödieprobe''  wird  erwogen,  ob  man  den  „Faust"  oder  den 
„Stephan  Fadinger",  den  „Prinzen  mit  einem  Daumen" 
oder  die  „Heil.  Genoveva",  die  „Sieben  Schwaben"  oder 
die  „Haimonskinder",  den  „Ewigen  Juden"  oder  die 
„Goldenen  Schlösser",  die  „Verwunschene  Frau"  etc. 
spielen  solle. 

Es  ist  wohl  kein  Zweifel,  daß  diese  Sujets  auf  Leute  wie  die 
Laufener  Schiffer-Schauspieler,  die  überallhin  und  sicherlich  auch 
zu  ihren  Kollegen  in  Lambach  gekommen  sind,  hinweisen. i) 

Und  wenn  Lindemayr  in  der  Komödieprobe  die  Leute  sich 
schließlich  für  den  „Hans  von  der  Wort"  2)  entscheiden  läßt,  so 
kam  er  damit  dem  herrschenden  Geschmacke  und  dem  Lokal- 
patriotismus weit  entgegen. 

Die  Geschichte  von  dem  frischen  „Landlabuam  aus  der  Pfarre 
Ottensheim",^)  der  immer  in  Freuden  lebte,  bis  ihn  der  Scherge  er- 
wischte und  er  vor  den  Schweden  mußte,  wo  er  es  bis  zum  General 
brachte,  war  eine  Konzession  an  das  gewöhnliche  Volk.  Und  gar 
erst  sein  „Unentbehrlicher  Hanswurst",  in  welchem  er  — 
ganz  im  Gegensatze   zu  den  maßgebenden  Wiener  Literaten  —  ein 


^)  Vgl.  das  Repertoire  der  Laufener  Schiffleute  bei  R.  M.  Werner,  Der 
Laufener  Don  Juan.    Hamburg  und  Leipzig  1891,  S.  39  f. 

-)  Von  den  Taten  dieses  Landsmannes  aus  der  Zeit  des  Dreißigjährigen 
Krieges  berichtet  eine  „Kurtze  Erzehlung,  was  massen  Obrister  de  Werth  den 
Feindt  im  Stifft  Bamberg  bei  Creissen  geschlagen".  Diese  Schrift  und  sein  Bild 
sind  im  Linzer  Museum  zu  sehen.